Ausbildungs-Orientierung statt Ergebnis-Orientierung im Kinderfußball


  • Unabhängig von der jeweiligen Einstellung zu Kinderfußball, aber die Aussage des Trainers ist doch einfach komplett respektlos.

    Und das sage ich als Trainer in einem solchen "großen" Verein.

    Ich zitiere mal einen kleinen Ausschnitt aus dem socialmedia-Bericht des Gegners über dieses Spiel:


    "In einem hart umkämpften Spiel mit zweimaligem Rückstand von 0:1 und 1:2 zeigten die Jungs in Rot ein ungewohntes Bild. Die Mannschaft die normalerweise durch ihren Kampfgeist auffällt, verschlief die ersten Minuten komplett. (...)

    Am Ende des Tages geht das Ergebnis von 9:5 jedoch in Ordnung und bewies dass die Jungs der HSV über die richtige Mentalität und den richtigen Kampfgeist verfügen , was nötig ist wenn Qualität allein nicht reicht."


    Abgesehen davon, dass die Ergebnisse nicht alle so stimmen, was sicher auch ein Versehen sein kann, finde ich diesen Bericht auch einigermaßen respektlos. Jedes Wort zur guten Leistung des Gegners fehlt komplett und die Schlussfolgerung ist aus meiner Sicht einfach komplett falsch. Meine Jungs haben dem Gegner kämpferisch komplett den Schneid abgekauft und nur die Müdigkeit, meine nicht ergebnisorientierten Wechsel (im Gegensatz zum beinahe kompletten Einstellen von Wechseln beim Gegner) und am Ende eben auch die höhere Qualität des Gegners haben zu diesem Ergebnis geführt.

    Seine Mannschaft wurde in diesem Spiel herausgefordert und hat sich doch durchgesetzt. Ich finde er hat in seiner leistungsbezogenen Arbeit hier einen tollen Ansatzpunkt.


    Die Aussage zu meinem Spieler ist natürlich ebenso arrogant wie respektlos. Vor allem dokumentiert sie jedoch ein gewisses Selbstverständnis. Viel schlimmer finde ich jedoch die direkte Ansprache meines Spielers.


  • "In einem hart umkämpften Spiel mit zweimaligem Rückstand von 0:1 und 1:2 zeigten die Jungs in Rot ein ungewohntes Bild. Die Mannschaft die normalerweise durch ihren Kampfgeist auffällt, verschlief die ersten Minuten komplett. (...)


    Am Ende des Tages geht das Ergebnis von 9:5 jedoch in Ordnung und bewies dass die Jungs der HSV über die richtige Mentalität und den richtigen Kampfgeist verfügen , was nötig ist wenn Qualität allein nicht reicht."

    ich denke er hat es schon im Sinne von -einer für alle, alle für einen Mentalität- gemeint.

    Der obige Bericht des Gegners ist doch viel aussagekräftiger: Da wird die -Qualität- (was denn für eine?) der eigenen Mannschaft abgesprochen.... und über Mentalität gesprochen .... das ist schon krass in dem Alter...

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • ich denke er hat es schon im Sinne von -einer für alle, alle für einen Mentalität- gemeint.

    Der obige Bericht des Gegners ist doch viel aussagekräftiger: Da wird die -Qualität- (was denn für eine?) der eigenen Mannschaft abgesprochen.... und über Mentalität gesprochen .... das ist schon krass in dem Alter...

    Dieser Gegner hat 3 Spieler die in der Lage sind den Ball von der Mittellinie im Tor unterzubringen und ist es gewohnt auf diese Weise einfache Tore erzielen zu können. Meine Jungs haben um jeden Ball gekämpft und diese freien Schüsse komplett verhindert. Das wollte ich beschreiben.

    Der Bericht des Trainers beschreibt die Stimmung ganz gut.

  • @benonoah, da würde ich mich ganz entspannt zurück legen. Man sieht sich im Spielbetrieb mindestens 2 mal :) Und mit der Taktik ist dann ab der F Jugend allerspätestens E Jugend sowieso Feierabend. Hoffe dass Ihr die das nächste Mal Besiegt und dem Arroganten Typ damit das Maul stopfst.

    Ist mir so ähnlich auch schon passiert. Hinspiel 7:3 auf die Mütze bekommen und ein halbes Jahr später den Dummschwätzer und seine "heute schießen wir Euch wieder ab" Kids 4:0 nach Hause geschickt.

  • Leute ihr sprecht vom Kifu bei den Kleinsten. Im Kontext Ergebnis vs. Ausbildungsorientierung geht es gerade nicht darum in der Rückrunde gegnerische Trainer zu besiegen. Eh ein grosser Quatsch!

    Wer den Trainerjob für irgendwelche persönlichen Wettbewerbe missbraucht ist insbesondere bei den Kleinsten eigentlich fehl am Platz.

  • Hi AKjfv , mir ging es nicht um den persönlichen Wettbewerb sondern darum dass die Form die der Trainer gewählt hat die Falsche ist und sich am Ende rächen wird. Das heißt wer die Ausbildung in den Vordergrund stellt später deutlich bessere Karten hat, wenn es um Tabelle usw. geht.

    Der Oben Beschriebene Trainer wird zwar kurzfristig Erfolg haben, mehr aber auch nicht.

  • Aus meiner Sicht eine schöne Woche für ausbildungsorientierte Trainer:

    - Nationalelf: Kimmich im Mittelfeld; die Innenverteidiger Ginter und Rüdiger als Außenverteidiger - gute individuelle Ausbildung anstatt positionsbezogene Ausbildung

    - Werder Bremen: Debüt von Torwart L. Plogmann (

    TW Training F Jugend) - es ist egal, was du in der F- oder E-Jugend spielst, wenn du selbst in der C-Jugend dich noch umorientieren kannst

    - und hier im Forum ein U19 Spieler, der ohne "Vereinskarriere" an der Niederrheinliga schnuppert (

    Stress mit Verein) - es ist nie zu spät

    - dazu in der Woche zuvor noch das Tor von Weydandt (

    Ist Nachwuchsförderung im deutschen Fußball sportlich und finanziell rentabel?) - es gibt auch Wege neben den NLZs