Beiträge von Trainer E

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich glaube kaum, dass ein Trainer es durchgehen lässt, wenn Spieler X, nennen wir ihn mal Paul, jedesmal bei Abstoß zum Torwart läuft und sich den Ball geben lässt und dann bei einem 7 gegen 7-Spiel von hinten versucht mit unzähligen Dribblings an den eigenen Mitspielern vorbei nach vorne zu kommen.

    Richtig. Hier wären Prinzipien wichtig, wie -kein Dribbling ohne Absicherung- (das aber auch nicht schon in der F Jugend).

    So hätte Paul zig Optionen freie Entscheidungen zu treffen. Die Sinnhaftigkeit lernt er aber auch im unangeleitetem Spiel, eventuell über Fragen. Falsche Entscheidungen und Fehlerkultur gehören ja dazu.

    Wenn er schon weiß, das er ja jetzt nach rechts spielen muß, hilft ihm das in seiner Entwicklung wenig. der Spieler auf rechts muß dann natürlich Freilaufverhalten zeigen (was auch eine Qualität ist) aber vielleicht gibt die Situation eine viel bessere Lösung her.

    Leider führt das manchmal dazu, das mir im "Ich erklär dir jetzt mal wie es richtig geht"-Stil beschrieben wird, dass gute Pädagogik völlig ohne Vorgaben auskommt (Finde den Fehler).

    Ich glaube keiner schreibt hier das es völlig ohne Vorgaben geht. Nur die Vermittlung, oder wie man -Vorgaben- interpretiert, ist die Frage. Vereinfacht gesagt :Eine Vorgabe über ein Setting oder das Design einer Spielform, läßt eine freie Entscheidung, die zu reflektieren ist, zu.


    Die Entscheidungen differieren im komplexen System Fußball nun mal ständig. Fußball ist nun mal ein komplexes System, und kein kompliziertes. Das heißt, es ist auch nicht so wichtig, das ich alle Laufwege aufsagen kann, sondern die richtigen, situativ, erkennen kann.

    Ein kompliziertes System ist bis ins kleinste beherrschbar und erklärbar . Komplexe Systeme sind nun mal allenfalls beherrschbarer zu machen. Also hängt hier vieles an situativen Entscheidungen und Handlungen, die immer wieder differieren.


    Einem U17 oder U19 Spieler im Leistungsbereich ist jedenfalls wesentlich einfacher beizubringen, wie Abläufe in Spielphasen, taktisch zu bespielen sind, wenn er in seiner Jugend situatives technisch-taktisches Entscheidungshandeln gelernt hat, als einem Spieler der Abläufe und Laufwege gelernt hat.


    Die Phasen des Taktischen Handelns bestehen nun mal aus Wahrnehmen, Verstehen, Entscheiden, Ausführen. Wobei der Großteil der Fehler in den ersten 3 Phasen entsteht. Deshalb ist es wichtig diesen auch einen größtmöglichen Teil des Trainings zu widmen.

    Wenn ich bezüglich einer E Jugend etwas über -einstudierte Spielzüge- und vorgegebene Laufwege lese, frage ich mich ernsthaft, welches Ausbildungsziel dahinterstecken mag. Ich bezweifele das den Kids hier die Grundlage vermittelt wird, um später unter großem Raum, Zeit, Gegnerdruck die richtigen, situativen Entscheidungen zu treffen. Stichwort u.a. Handlungs-und Aktionsschnelligkeit.

    Das es aber nach einer Zeit gegen andere Mannschaften sogar erfolgreich ist, davon bin ich auch überzeugt.


    Ich habe in meiner Zeit als E-Jugend Trainer tatsächlich schon sehr früh damit begonnen den Kindern taktische Grundregeln beizubringen

    Was sind das denn konkret für taktische Grundregeln? Meinst Du damit die vorgegebenen Laufwege?

    Ein konkretes Beispiel aus meiner letzten Saison: Bei einer U14 im leistungsorientierten Bereich (3x Training/Woche, 90% Montags-Stützpunkt) haben wir wochenlang an guten Läufen hinter die Abwehrkette gearbeitet: Auslöser, Augenkontakt, Kommunikation, Laufwege. Doch in freien Spielformen oder im Spiel selbst klappte es einfach nicht. Während dieser frustrierenden Phase hatten unsere Stürmer sogar oft keine Lust mehr, ganz vorne zu spielen, weil sie unsere Anforderungen nicht umsetzen konnten. Doch Mitte der Rückrunde – plötzlich war es da. Ein Stürmer machte den ersten Lauf, die Woche darauf der zweite, dann der dritte, und plötzlich funktionierte es im gesamten Team. Man könnte sagen: „Ja, weil wir konsequent dran geblieben sind.“ Doch mein Eindruck ist: Es war entwicklungspsychologisch soweit. Der natürliche Lernprozess setzte ein – und erst dann konnte der Input aus dem Training wirken. Und das Schönste: Als es klappte, waren die Jungs wieder begeistert, hatten Freude am Spiel und Lust, im Training an Details zu arbeiten.

    Das es in verschiedenen Altersphasen verschiedene Entwicklungen gibt, liegt in der Natur der Sache. Generell sind Lernprozesse aber auch in implizite und explizite Vermittlung zu unterteilen, und grob in ablauf- oder handlungsorientiertes Training. Hoher Fokus auf ablauforientiertes Training ist schwierig in handlungsorientiertes Verhalten in Spielen umzusetzen, da die Abläufe ein kompliziertes System darstellen, ein Spiel aber immer Komplex ist.

    Auslöser, Augenkontakt, Kommunikation, Laufwege sind m.e. Punkte die implizit vermittelt werden sollten. D.h. nicht in Abläufen sondern in Spielformen, die in Setting und Design dieses Verhalten einfordern. Das vllt. zuerst in reinen Mindsetting Formen, also ohne Spielrichtung. Im konkreten Beispiel sind für Läufe hinter die Kette auch Sachen wie Raumverständnis etc. etc. notwendig. Das vermittele ich aber zuerst in entstehenden Räumen unter Raum/Zeit/Gegnerdruck, damit die Notwendigkeit (hier der Raumbesetzung/Tiefenlauf) bewußt wird (Spieler erkennt Nutzen, nutzt Erkenntnis)

    D.h. wenn ich zuerst Abläufe trainiere ohne das Grundgerüst an Verständnis, klappt der Ablauf an sich vllt. top. Es ist ja auch immer der gleiche. In komplexen Situationen habe ich dann aber zu viele Variable.

    Ich spreche ja aber nicht nur von Training, sondern auch Zielkonflikte bei den Spielen (siehe erster post).

    Danke für den hinweis. Die zielkonflikte können aber durchaus darin begründet sein, das unterschiedliche ziele in der erwartungshaltung trainer/spieler vorhanden sind. Entäuschte erwartungen ergeben zwangsläufig konflikte.

    Der transfer vom training zum spiel ( nutzen erkennen, erkenntnis nutzen) ist da nunmal der schlüssel. Das geht m.e. einfach über die vermittlungskompetenz in fordernden spielformen in wettkampfsituationen. Jeder trainer sollte sich m.e. auch nach jedem training fragen ob es IHM spass gemacht hat und er sein trainingsziel ereicht hat( verbesserung/bei maximaler zufriedenheit). Das bedingt auch ein mindset der trainer.

    Das was man beim dfb und der ausbildung m.e. wirklich kritisieren kann sind mittlerweile nicht mehr die inhalte, sondern die ausbildung und die vermittlung in punkto lehrmethodik, gerade im breitensport.

    Die spieler haben, jedenfalls aus meiner erfahrung mit unterschiedlichsten leistungsklassen doch generell spass am wettkampf und sich zu messen.

    Bei jeder spielform zocken die doch und haben spass. Klassische abschlussspiele halte ich sogar für verschenkte trainingszeit. Natürlich gibt es ein spiel auf 2 tore. Aber auch das mit - intention- Das hat bisher der intensität keinen abbruch getan.

    Wenn vor dem training das ziel klar vermittelt ist, und das - arbeiten - daran spass macht kann jeder spieler doch den eigenen ( lern)erfolg selbst sehen.

    Ich denke spass und ausbildung (lernerfolg)schliessen sich nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Das ziel sollte sein, die spieler möglichst lange beim fussball zu halten.

    Dafür sollte man m.e. drei dinge beachten:

    1. Eine lernumgebung schaffen in der sich spieler wohlfühlen ( fehlertoleranz)

    2. Vorbilder an denen Sie sich orientieren können ( spieler erste, etc. Etc)

    3. Aufgaben an denen Sie wachsen können ( spürbar besser werden motiviert)

    Mir gefällt das konzept des dfb vor allem in den unteren jugendklassen mittlerweile viel besser als vor 10 jahren. Vor allem weil es endlich in richtung spielformen und ganzheitlicher ausbildung geht. Bin trotzdem weit davon entfernt auf dfb linie zu sein. Ein forum wie dieses lebt aber m.e. davon von meinungen anderer zu profitieren. Da kann man m.e. auch als kreisliga trainer von trainern profitieren, die in nlz oder in höheren überkreislichen ligen spieler ausbilden. Es kann auch eine meinung grundsätzlich anders sein als meine, hauptsache sie ist fundiert und hilft zu reflektieren. Dafür muss aber das verhältnis meinung/ahnung stimmen.

    Die Problematik des sinnvollen oder sinnlosen 1g1 oder Passspiels im richtigen Moment zieht sich m.e. von den unteren Jugenden im -Dorfverein- bis zu den U19 Spielern in höheren Ligen. Der Top Dribbler in der Kreisliga wird in der Bezirk-oder Landesliga oder höher mehr Probleme haben weil es ganz anderen Handlungs/aktions Druck gibt.

    In jüngeren Jugenden sind m.e. Spielformen immer wichtig, die beides implizit vermitteln. Simpel z.b. das die Mannschaft gewinnt, in der jeder zuerst ein Tor gemacht hat. Bedingt, das auch der -schwache- Mitspieler eingebunden wird, das der Dribbler implizit merkt das er durch sein Dribbling auch Räume aufzieht (und den Blick für den Mitspieler hebt), sowie automatisches Freilaufverhalten etc. etc. Wichtig ist hier zu vermitteln, das der Dribbler nach -seinem- Tor nicht das Dribbeln sein läßt,

    sondern den Wert des Dribblings für den Mitspieler erkennt.

    Damit die Spielform nicht zur Manndeckung verkommt (alle haben ein Tor geschossen, nur einer fehlt ) kann dann jeder das letzte Tor schießen und der -fehlende- bekommt dann dadurch einen Elfmeter.

    Wie gesagt ist das eine simple Geschichte, die evlt. auch den einen oder anderen Coachingeingriff in Spielpausen benötigt,

    die aber viel implizit vermitteln kann, weil man etliche Coachingpunkte hat. Außerdem stärkt es den Wert des einzelnen in der Mannschaft

    Hier geht es auch nur um meine generelle Meinung, das ein Standardtraining in dem Alter wenig bringt.

    Das Standardtraining wie z.b. von Dir beschrieben, ist dazu noch Ablauforientiert, oder sehe ich das falsch?

    Trener unabhängig von NLZ oder Ligenzugehörigkeit geht es denke ich ja in jedem Verein darum, Spieler zu entwickeln, damit die auf möglichst hohem Niveau spielen können.

    Alle Varianten, wo die Spieler erst wo hin rennen müssen, führen seltenst zum Erfolg.

    Das ist m.e. grad im Jugendbereich einfach falsch. Situative Raumbesetzung, grad wenn ich weiß wo der Ball hinkommt, mit evtl. gegenläufigen Bewegungen führt eher zum Erfolg. Auch deshalb sollten m.e. erstmal keine Abläufe, sondern Handlungen trainiert werden, um Grundlagen für technisch-taktisches Verhalten zu schaffen.

    da Da ich ja froh, dass mir niemand vorschreibt, wie ich meine Prioritäten setze. Und auch bei den Junioren fallen extrem viele Tore durch Standardsituationen. Nur weil der DFB da etwas gegen hat, heißt das nicht, dass man diese Sache nicht trainieren kann. Logischerweise keine 2 Stunden aber immer mal wieder sollte man das trainieren.

    Trainingsinhalte (Altersgerechte) sollten m.e. nicht darauf fokussieren ein Ergebnis (im Sinne von -Gewinnen-) zu erzielen, sondern auf die Entwicklung von Spielern. In dem Alter braucht es m.e. keine Trainingszeit für Standards sondern einfachste Prinzipien, unabhängig von der Leistungsklasse. Restfeldabsicherung plus 1 beispielsweise und Passweg, Laufweg. kurz, lang besetzen.

    Prinzipien gelten unabhängig des Gegners und des Spielstands. Konkret zu Deinem Beispiel. Warum sollte 1 Spieler an der Mittellinie absichern, wenn der Gegner 2 Konterspieler setzt. Du müßtest also im Training ständig änderndes Gegnerverhalten trainieren. In den höheren Jugenden und Ligen ist es unabdingbar, das Spieler eher das Grundlegende Rüstzeug haben um dann solche Standards zu antizipieren, bzw. Vorgaben umzusetzen. Hier hängt es dann beispielsweise auch vom TW hat, der einen am langen Pfosten braucht, oder eben vllt. nicht. Viele Tore/Gegentore in den (Jugend )Bereichen hängen von einzelnen Spielern ab

    Einfache Prinzipien gepaart mit Training das ständig auf Handlungs/aktionsschnelligkeit setzt, also komplexe Spielformen, wird auch Spieler hervorbringen, die sich bei Standards richtig verhalten. Standards sind maximal die 5te Spielphase. Grad im -goldenen- Lernalter (hier bin ich sogar auf DFB Linie) ist es elementar das das Verhalten in den anderen 4 Spielphasen trainiert wird.

    Es wird hier ausschließlich Meinung geäußert, welche wiederum auf anderen Studien und/oder Erkenntnissen basiert

    Meinung die aus dem Lesen und Verstehen von Studien resultiert, ist dann wohl das, was man Ahnung nennt.


    Ahnung kann man respektieren, oder anzweifeln indem man die gleiche Grundlage hat und eventuell andere Schlüsse gezogen hat. Ansonsten bleibt es Meinung.



    Empirisch belegt ist z.B. das Kids beim Funino mehr Ballaktionen jeglicher Art haben, ggü Spielen 7 vs 7 oder ggü z.b. klassischen Torschusstraining oder oder ...

    Aber empirisch belegt ist da ja erstmal "nur" die Quantität. Ob daraus dann auch gesteigerte Qualität hervorgeht ist auch empirisch Belegt? Wenn ja, prima. Gibt es dazu eine Studie?

    Ich weiß jetzt nicht, ob das ernst gemeint ist. Ich denke es ist logisch, das viele Ballkontakte in verschiedensten Situationen, einen höheren Lerneffekt haben. Das hat etwas mit dem grundsätzlichen Lernen und dem Lernprozess zu tun.

    Für mich ist relativ klar, dass man Techniken sinnvoll auch erst mal "trocken" üben kann oder sogar sollte. Dabei kann man durchaus Wege finden, um Standzeiten gering zu halten.

    Wenn aus dem Spiel heraus alles von allein zu entwickeln wäre, dann wäre es nicht plausibel, warum z.B. Tischtennisspieler nicht nur spielen. Niemand stellt dort aber infrage, dass die erst mal hundert Bälle Vorhand / Rückhand, Unterschnitt und Überschnitt spielen, Aufschläge etc. separat üben.

    Ich nehme das Beispiel heraus, weil hier wieder Äpfel mit Birnen verglichen werden. Der Tischtennisspieler hat als Einzelsportler eine ganz andere Anforderung. Er agiert selten mit sich ständig verändernden Bedingungen. Es kommt nicht oft vor, das er verschiedene Lösungen unter verschieden großem Raum-Zeit-Gegnerdruck lösen muß, weil selten auf einmal ein oder zwei Gegner mehr da sind, oder er mit Tempo auf den Gegner zuläuft, oder er eine Absicherung hat, die Ihm eine andere Entscheidung ermöglicht. Bewegung und Spiel ohne Ball ist im Tischtennis jetzt auch nicht so oft gefordert.


    Und so wird es auch beim Fußball sein bzw. bleiben. Gewissen Dinge erst mal step bei step üben. Da sind auch Fehler leichter zu korrigieren und dann natürlich möglichst bald im Spiel anwenden. Und natürlich wird niemand ein Ronaldo werden, ohne nach oder vor dem Training 50 Freistöße trocken zu üben.

    Hier handelt es sich um eine Standardsituation. Kein Gegner, Raum, Zeit Druck. Also ist hier keine situative Technik nötig,

    sondern eine Idealtechnik.

    Situative Technikanwendung wird situativ vermittelt und erlernt. Das Standardbeispiel passt hier also argumentativ gar nicht.

    aber rückblickend betrachtet zugeben muss, dass bei meiner alten Mannschaft, die Jungs, die viel mit ihren Papas im Garten gekickt haben (inkl. meinem eigenen Sohn) besser waren und sich im Training mit Spielformen auch besser entwickelt haben.

    Und ich kann nicht verleugnen, dass ich früher und auch heute noch mit meinem Sohn im Garten jetzt nicht 1gegen1 oder mit den Nachbarn 2 gegen 2 Spiele, sondern wir machen Torschüsse (wobei der Garten da langsam an seine Grenzen stößt), Paßspiel, jonglieren, Ballannahme aus er Luft etc.. Also isoliertes Techniktraining.

    Der Punkt hierzu ist m.e. weniger das sich das isolierte Training hier wahnsinnig im Technikerwerb zeigt, sondern das es sich hier vielmehr um Kinder mit intrinsischer Motivation handelt. (Selten gibt es Väter die den Sprößling dazu zwingen, sondern der sprößling zwingt den Vater, der das optimalerweise gerne macht).

    Das kommt natürlich der gesamten fußballerischen Entwicklung zu Gute.

    Es gibt sehr viele richtig gute Jonglierspezialisten, die nicht gar nicht Fußballspielen können.

    Aber es gibt kaum richtig guten Fußballer, die nicht jonglieren können.

    Es hat ja keiner etwas dagegen, im gegenteil, wenn sich kids alleine mit dem Ball beschäftigen.

    Mich wundert generell die Diskussion um "isoliert" ich habe das Gefühl die Sicht ist, das man das ohne Anschlussaktion und ohne Durchlauf und weitere Aktionen trainiert? Wenn das so gemeint ist dann bin ich auch komplett dagegen :)

    Nein, das ist die Sicht nicht. Isoliert bedeutet Technikerwerb ohne Raum-Zeit-Gegnerdruck in komplizierter Umgebung, aber nicht in komplexer. Aneinanderreihen von isolierten Übungen machen aus einer Iso-Übung keine Spielform, sondern eine Aneinanderreihung von Iso Übungen.

    Die Videos machen Deine Philosophie ja relativ deutlich. Meine ist es nicht. Auch in Spielformen zu instruieren ist jetzt etwas, das ich bei 7,8 jährigen sogar grundsätzlich falsch finde.

    Ein weiteres Beispiel, warum ich das schon problematisch finde, ist z.b. ein auffordern den Ball mit links zu nehmen vorzulegen und abzuschließen, wenn der Passgeber in dem Alter eventuell noch gar nicht in der Lage ist, den Pass richtig in den Fuß zu Spielen. Da erschließt sich mir der nachhaltige Effekt nicht.

    Niemand stellt in Abrede das Spielformen essentieller Bestandteil sind - aber wenn sie die Wunderwaffe sind, dann stelle ich ganz populistisch die Frage wieso dann überhaupt geführtes Training mit qualifizierten Trainern notwendig ist?

    Die Frage kann man stellen. Man könnte auch die Gegenfrage stellen;

    Benötigt ein Spielformenbasiertes Training ein geführtes Training mit qualifizierten Trainern?

    Ja absolut. Spielformenbasiertes Training ist wesentlich anspruchsvoller als sich Übungen aus dem Internet herauszusuchen und Technik zu korrigieren.

    Allein das Design und Setting von Spielformen, neben impliziter Vermittlung, also der Lehrmethodik etc. ist sehr anspruchsvoll und fordert den

    qualifizierten Trainer m.e. wesentlich mehr.

    Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten und von einer kleinen Anzahl an Spielern die ich seit F bis jetzt zur B Jugend (da höhere Klasse und anderer Verein nun nur noch 2) trainiert habe. Von daher ist das natürlich subjektiv. Die beiden Jungs sind technisch(taktisch) mit die besten in der Mannschaft, obwohl bis zur, einschließlich C Jugend, nur auf Kreisliga Niveau. Die Jungs wenden Technik, Körpertäuschung (m.e. die beste Finte) situativ richtig an, womit ich zum obigen Zitat komme.

    Da die Jungs niemals isoliert Technik trainiert haben (bis auf eine kurze Orientierungsphase des Trainers ;) ), sondern rein

    in Spielformen ist das entweder dem -Talent- (normal bis durchschnitt) oder der Trainingsmethodik geschuldet.

    Das Beispiel ist wie gesagt subjektiv und begründet keinesfalls , das Spielformen nun das richtige Training sind.

    Jedoch ist m.e. allgemein festzuhalten das ein richtiges Verhalten in einer Spielsituation bedingt, das man Abstände zum Gegner, Mitspieler etc. erfasst, die ständig variieren. Denn Fußball ist nun mal ein komplexes System. Ich sehe oft, das Spieler eine Technik anwenden, z.b. Übersteiger etc, die vollkommen richtig ausgeführt werden, aber im falschen abstand etc. etc.

    Ich nehme mal hier nur den letzten Punkt raus. Wenn ich eine -isoliert- trainierte Technik im Abschlußspiel belohne,

    werde ich damit fördern, das die Handlung im Spielkontext nicht (oder weniger) beachtet wird, sondern nur der Ablauf. Es wird möglicherweise sogar belohnt, das der Spieler eine falsche Entscheidung getroffen hat, aber die -richtige- Finte angewandt hat.

    Es nützt m.e. wenig ein Repertoire von 20 Finten zu haben, wenn ich keine davon richtig im Spiel einsetzen kann, und mich dazu im Raum nicht richtig situativ bewege.

    Ich finde solche Zwischenrufe übrigens auch weniger Schlimm als das von mir eher beobachtete Playstation-Coaching,

    Das reine, ständige Instruieren in jeder Spielsituation ist ja auch kein Coaching. Sondern die Kapitulation vor sich selbst als Trainer, die Spieler im Training für ein Spiel handlungsfähig gemacht zu haben.


    Am besten sind aber immer noch solche offenen Fragen wie : Was machst Du da?

    Was soll der Spieler da denken, oder sagen? : Fußball spielen, und du? Coachen ist es nicht.


    Spiele zu schauen und nur auf die Trainer und das Coaching zu schauen, kann alleine schon manchmal erheiternd sein.


    Wobei ich mich manchmal selber bei Unsinns-coaching erwische.

    Sicherlich eine gute Vorgehensweise, wobei ein -auf allen Positionen einsetzbarer Spieler- nicht alleine dadurch entsteht, indem er alle Positionen spielt. Die Hauptarbeit für -polyvalente- Spieler findet ja im Training statt.

    Natürlich ist das alles altersabhängig und natürlich bilden sich mit zunehmenden Alter -Lieblingspositionen- .

    Wenn ein Spieler im Bereich c, B grundsätzlich eine Idee davon hat, wo auf dem Feld-welche Verhaltensweisen sinnig sind, hängt das m.e. viel damit zusammen ob ein Spieler z.b. situative Raumbesetzung beherrscht, Pressingmomente erkennt, etc. etc. Erleichtert wird das durch Individualprinzipien. Hierzu hilft es wenn in der Jugend auch viel in Spielformen ohne Spielrichtung trainiert wird, um solche Mindsets zu schaffen.


    Wenn man grundsätzlich verinnerlicht hat, das ein Dribbling ohne Absicherung in Gegnerdruck (in F noch nicht) nicht so doll ist, hat man auf der IV sicherlich weniger Probleme, auch wenn man oft außen offensiv eingesetzt wird, wo das sicher nicht immer direkt zum Gegentor führt, aber genauso falsch sein mag.


    In der U16 wechsele ich mit manchen Einwechselungen auch gleich 2,3 Positionen. Also z.b. 8er kommt für RV, bisheriger 6 geht auf RV, bisheriger 8er geht auf 6.

    Das ist m.e. das Ziel um variabel reagieren zu können. Klappt natürlich nicht mit jedem Spieler.