Beiträge von Trainer E

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    Ich spreche ja aber nicht nur von Training, sondern auch Zielkonflikte bei den Spielen (siehe erster post).

    Danke für den hinweis. Die zielkonflikte können aber durchaus darin begründet sein, das unterschiedliche ziele in der erwartungshaltung trainer/spieler vorhanden sind. Entäuschte erwartungen ergeben zwangsläufig konflikte.

    Der transfer vom training zum spiel ( nutzen erkennen, erkenntnis nutzen) ist da nunmal der schlüssel. Das geht m.e. einfach über die vermittlungskompetenz in fordernden spielformen in wettkampfsituationen. Jeder trainer sollte sich m.e. auch nach jedem training fragen ob es IHM spass gemacht hat und er sein trainingsziel ereicht hat( verbesserung/bei maximaler zufriedenheit). Das bedingt auch ein mindset der trainer.

    Das was man beim dfb und der ausbildung m.e. wirklich kritisieren kann sind mittlerweile nicht mehr die inhalte, sondern die ausbildung und die vermittlung in punkto lehrmethodik, gerade im breitensport.

    Die spieler haben, jedenfalls aus meiner erfahrung mit unterschiedlichsten leistungsklassen doch generell spass am wettkampf und sich zu messen.

    Bei jeder spielform zocken die doch und haben spass. Klassische abschlussspiele halte ich sogar für verschenkte trainingszeit. Natürlich gibt es ein spiel auf 2 tore. Aber auch das mit - intention- Das hat bisher der intensität keinen abbruch getan.

    Wenn vor dem training das ziel klar vermittelt ist, und das - arbeiten - daran spass macht kann jeder spieler doch den eigenen ( lern)erfolg selbst sehen.

    Ich denke spass und ausbildung (lernerfolg)schliessen sich nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Das ziel sollte sein, die spieler möglichst lange beim fussball zu halten.

    Dafür sollte man m.e. drei dinge beachten:

    1. Eine lernumgebung schaffen in der sich spieler wohlfühlen ( fehlertoleranz)

    2. Vorbilder an denen Sie sich orientieren können ( spieler erste, etc. Etc)

    3. Aufgaben an denen Sie wachsen können ( spürbar besser werden motiviert)

    Mir gefällt das konzept des dfb vor allem in den unteren jugendklassen mittlerweile viel besser als vor 10 jahren. Vor allem weil es endlich in richtung spielformen und ganzheitlicher ausbildung geht. Bin trotzdem weit davon entfernt auf dfb linie zu sein. Ein forum wie dieses lebt aber m.e. davon von meinungen anderer zu profitieren. Da kann man m.e. auch als kreisliga trainer von trainern profitieren, die in nlz oder in höheren überkreislichen ligen spieler ausbilden. Es kann auch eine meinung grundsätzlich anders sein als meine, hauptsache sie ist fundiert und hilft zu reflektieren. Dafür muss aber das verhältnis meinung/ahnung stimmen.

    Die Problematik des sinnvollen oder sinnlosen 1g1 oder Passspiels im richtigen Moment zieht sich m.e. von den unteren Jugenden im -Dorfverein- bis zu den U19 Spielern in höheren Ligen. Der Top Dribbler in der Kreisliga wird in der Bezirk-oder Landesliga oder höher mehr Probleme haben weil es ganz anderen Handlungs/aktions Druck gibt.

    In jüngeren Jugenden sind m.e. Spielformen immer wichtig, die beides implizit vermitteln. Simpel z.b. das die Mannschaft gewinnt, in der jeder zuerst ein Tor gemacht hat. Bedingt, das auch der -schwache- Mitspieler eingebunden wird, das der Dribbler implizit merkt das er durch sein Dribbling auch Räume aufzieht (und den Blick für den Mitspieler hebt), sowie automatisches Freilaufverhalten etc. etc. Wichtig ist hier zu vermitteln, das der Dribbler nach -seinem- Tor nicht das Dribbeln sein läßt,

    sondern den Wert des Dribblings für den Mitspieler erkennt.

    Damit die Spielform nicht zur Manndeckung verkommt (alle haben ein Tor geschossen, nur einer fehlt ) kann dann jeder das letzte Tor schießen und der -fehlende- bekommt dann dadurch einen Elfmeter.

    Wie gesagt ist das eine simple Geschichte, die evlt. auch den einen oder anderen Coachingeingriff in Spielpausen benötigt,

    die aber viel implizit vermitteln kann, weil man etliche Coachingpunkte hat. Außerdem stärkt es den Wert des einzelnen in der Mannschaft

    Hier geht es auch nur um meine generelle Meinung, das ein Standardtraining in dem Alter wenig bringt.

    Das Standardtraining wie z.b. von Dir beschrieben, ist dazu noch Ablauforientiert, oder sehe ich das falsch?

    Trener unabhängig von NLZ oder Ligenzugehörigkeit geht es denke ich ja in jedem Verein darum, Spieler zu entwickeln, damit die auf möglichst hohem Niveau spielen können.

    Alle Varianten, wo die Spieler erst wo hin rennen müssen, führen seltenst zum Erfolg.

    Das ist m.e. grad im Jugendbereich einfach falsch. Situative Raumbesetzung, grad wenn ich weiß wo der Ball hinkommt, mit evtl. gegenläufigen Bewegungen führt eher zum Erfolg. Auch deshalb sollten m.e. erstmal keine Abläufe, sondern Handlungen trainiert werden, um Grundlagen für technisch-taktisches Verhalten zu schaffen.

    da Da ich ja froh, dass mir niemand vorschreibt, wie ich meine Prioritäten setze. Und auch bei den Junioren fallen extrem viele Tore durch Standardsituationen. Nur weil der DFB da etwas gegen hat, heißt das nicht, dass man diese Sache nicht trainieren kann. Logischerweise keine 2 Stunden aber immer mal wieder sollte man das trainieren.

    Trainingsinhalte (Altersgerechte) sollten m.e. nicht darauf fokussieren ein Ergebnis (im Sinne von -Gewinnen-) zu erzielen, sondern auf die Entwicklung von Spielern. In dem Alter braucht es m.e. keine Trainingszeit für Standards sondern einfachste Prinzipien, unabhängig von der Leistungsklasse. Restfeldabsicherung plus 1 beispielsweise und Passweg, Laufweg. kurz, lang besetzen.

    Prinzipien gelten unabhängig des Gegners und des Spielstands. Konkret zu Deinem Beispiel. Warum sollte 1 Spieler an der Mittellinie absichern, wenn der Gegner 2 Konterspieler setzt. Du müßtest also im Training ständig änderndes Gegnerverhalten trainieren. In den höheren Jugenden und Ligen ist es unabdingbar, das Spieler eher das Grundlegende Rüstzeug haben um dann solche Standards zu antizipieren, bzw. Vorgaben umzusetzen. Hier hängt es dann beispielsweise auch vom TW hat, der einen am langen Pfosten braucht, oder eben vllt. nicht. Viele Tore/Gegentore in den (Jugend )Bereichen hängen von einzelnen Spielern ab

    Einfache Prinzipien gepaart mit Training das ständig auf Handlungs/aktionsschnelligkeit setzt, also komplexe Spielformen, wird auch Spieler hervorbringen, die sich bei Standards richtig verhalten. Standards sind maximal die 5te Spielphase. Grad im -goldenen- Lernalter (hier bin ich sogar auf DFB Linie) ist es elementar das das Verhalten in den anderen 4 Spielphasen trainiert wird.

    Es wird hier ausschließlich Meinung geäußert, welche wiederum auf anderen Studien und/oder Erkenntnissen basiert

    Meinung die aus dem Lesen und Verstehen von Studien resultiert, ist dann wohl das, was man Ahnung nennt.


    Ahnung kann man respektieren, oder anzweifeln indem man die gleiche Grundlage hat und eventuell andere Schlüsse gezogen hat. Ansonsten bleibt es Meinung.



    Empirisch belegt ist z.B. das Kids beim Funino mehr Ballaktionen jeglicher Art haben, ggü Spielen 7 vs 7 oder ggü z.b. klassischen Torschusstraining oder oder ...

    Aber empirisch belegt ist da ja erstmal "nur" die Quantität. Ob daraus dann auch gesteigerte Qualität hervorgeht ist auch empirisch Belegt? Wenn ja, prima. Gibt es dazu eine Studie?

    Ich weiß jetzt nicht, ob das ernst gemeint ist. Ich denke es ist logisch, das viele Ballkontakte in verschiedensten Situationen, einen höheren Lerneffekt haben. Das hat etwas mit dem grundsätzlichen Lernen und dem Lernprozess zu tun.

    Für mich ist relativ klar, dass man Techniken sinnvoll auch erst mal "trocken" üben kann oder sogar sollte. Dabei kann man durchaus Wege finden, um Standzeiten gering zu halten.

    Wenn aus dem Spiel heraus alles von allein zu entwickeln wäre, dann wäre es nicht plausibel, warum z.B. Tischtennisspieler nicht nur spielen. Niemand stellt dort aber infrage, dass die erst mal hundert Bälle Vorhand / Rückhand, Unterschnitt und Überschnitt spielen, Aufschläge etc. separat üben.

    Ich nehme das Beispiel heraus, weil hier wieder Äpfel mit Birnen verglichen werden. Der Tischtennisspieler hat als Einzelsportler eine ganz andere Anforderung. Er agiert selten mit sich ständig verändernden Bedingungen. Es kommt nicht oft vor, das er verschiedene Lösungen unter verschieden großem Raum-Zeit-Gegnerdruck lösen muß, weil selten auf einmal ein oder zwei Gegner mehr da sind, oder er mit Tempo auf den Gegner zuläuft, oder er eine Absicherung hat, die Ihm eine andere Entscheidung ermöglicht. Bewegung und Spiel ohne Ball ist im Tischtennis jetzt auch nicht so oft gefordert.


    Und so wird es auch beim Fußball sein bzw. bleiben. Gewissen Dinge erst mal step bei step üben. Da sind auch Fehler leichter zu korrigieren und dann natürlich möglichst bald im Spiel anwenden. Und natürlich wird niemand ein Ronaldo werden, ohne nach oder vor dem Training 50 Freistöße trocken zu üben.

    Hier handelt es sich um eine Standardsituation. Kein Gegner, Raum, Zeit Druck. Also ist hier keine situative Technik nötig,

    sondern eine Idealtechnik.

    Situative Technikanwendung wird situativ vermittelt und erlernt. Das Standardbeispiel passt hier also argumentativ gar nicht.

    aber rückblickend betrachtet zugeben muss, dass bei meiner alten Mannschaft, die Jungs, die viel mit ihren Papas im Garten gekickt haben (inkl. meinem eigenen Sohn) besser waren und sich im Training mit Spielformen auch besser entwickelt haben.

    Und ich kann nicht verleugnen, dass ich früher und auch heute noch mit meinem Sohn im Garten jetzt nicht 1gegen1 oder mit den Nachbarn 2 gegen 2 Spiele, sondern wir machen Torschüsse (wobei der Garten da langsam an seine Grenzen stößt), Paßspiel, jonglieren, Ballannahme aus er Luft etc.. Also isoliertes Techniktraining.

    Der Punkt hierzu ist m.e. weniger das sich das isolierte Training hier wahnsinnig im Technikerwerb zeigt, sondern das es sich hier vielmehr um Kinder mit intrinsischer Motivation handelt. (Selten gibt es Väter die den Sprößling dazu zwingen, sondern der sprößling zwingt den Vater, der das optimalerweise gerne macht).

    Das kommt natürlich der gesamten fußballerischen Entwicklung zu Gute.

    Es gibt sehr viele richtig gute Jonglierspezialisten, die nicht gar nicht Fußballspielen können.

    Aber es gibt kaum richtig guten Fußballer, die nicht jonglieren können.

    Es hat ja keiner etwas dagegen, im gegenteil, wenn sich kids alleine mit dem Ball beschäftigen.

    Mich wundert generell die Diskussion um "isoliert" ich habe das Gefühl die Sicht ist, das man das ohne Anschlussaktion und ohne Durchlauf und weitere Aktionen trainiert? Wenn das so gemeint ist dann bin ich auch komplett dagegen :)

    Nein, das ist die Sicht nicht. Isoliert bedeutet Technikerwerb ohne Raum-Zeit-Gegnerdruck in komplizierter Umgebung, aber nicht in komplexer. Aneinanderreihen von isolierten Übungen machen aus einer Iso-Übung keine Spielform, sondern eine Aneinanderreihung von Iso Übungen.

    Die Videos machen Deine Philosophie ja relativ deutlich. Meine ist es nicht. Auch in Spielformen zu instruieren ist jetzt etwas, das ich bei 7,8 jährigen sogar grundsätzlich falsch finde.

    Ein weiteres Beispiel, warum ich das schon problematisch finde, ist z.b. ein auffordern den Ball mit links zu nehmen vorzulegen und abzuschließen, wenn der Passgeber in dem Alter eventuell noch gar nicht in der Lage ist, den Pass richtig in den Fuß zu Spielen. Da erschließt sich mir der nachhaltige Effekt nicht.

    Niemand stellt in Abrede das Spielformen essentieller Bestandteil sind - aber wenn sie die Wunderwaffe sind, dann stelle ich ganz populistisch die Frage wieso dann überhaupt geführtes Training mit qualifizierten Trainern notwendig ist?

    Die Frage kann man stellen. Man könnte auch die Gegenfrage stellen;

    Benötigt ein Spielformenbasiertes Training ein geführtes Training mit qualifizierten Trainern?

    Ja absolut. Spielformenbasiertes Training ist wesentlich anspruchsvoller als sich Übungen aus dem Internet herauszusuchen und Technik zu korrigieren.

    Allein das Design und Setting von Spielformen, neben impliziter Vermittlung, also der Lehrmethodik etc. ist sehr anspruchsvoll und fordert den

    qualifizierten Trainer m.e. wesentlich mehr.

    Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten und von einer kleinen Anzahl an Spielern die ich seit F bis jetzt zur B Jugend (da höhere Klasse und anderer Verein nun nur noch 2) trainiert habe. Von daher ist das natürlich subjektiv. Die beiden Jungs sind technisch(taktisch) mit die besten in der Mannschaft, obwohl bis zur, einschließlich C Jugend, nur auf Kreisliga Niveau. Die Jungs wenden Technik, Körpertäuschung (m.e. die beste Finte) situativ richtig an, womit ich zum obigen Zitat komme.

    Da die Jungs niemals isoliert Technik trainiert haben (bis auf eine kurze Orientierungsphase des Trainers ;) ), sondern rein

    in Spielformen ist das entweder dem -Talent- (normal bis durchschnitt) oder der Trainingsmethodik geschuldet.

    Das Beispiel ist wie gesagt subjektiv und begründet keinesfalls , das Spielformen nun das richtige Training sind.

    Jedoch ist m.e. allgemein festzuhalten das ein richtiges Verhalten in einer Spielsituation bedingt, das man Abstände zum Gegner, Mitspieler etc. erfasst, die ständig variieren. Denn Fußball ist nun mal ein komplexes System. Ich sehe oft, das Spieler eine Technik anwenden, z.b. Übersteiger etc, die vollkommen richtig ausgeführt werden, aber im falschen abstand etc. etc.

    Ich nehme mal hier nur den letzten Punkt raus. Wenn ich eine -isoliert- trainierte Technik im Abschlußspiel belohne,

    werde ich damit fördern, das die Handlung im Spielkontext nicht (oder weniger) beachtet wird, sondern nur der Ablauf. Es wird möglicherweise sogar belohnt, das der Spieler eine falsche Entscheidung getroffen hat, aber die -richtige- Finte angewandt hat.

    Es nützt m.e. wenig ein Repertoire von 20 Finten zu haben, wenn ich keine davon richtig im Spiel einsetzen kann, und mich dazu im Raum nicht richtig situativ bewege.

    Ich finde solche Zwischenrufe übrigens auch weniger Schlimm als das von mir eher beobachtete Playstation-Coaching,

    Das reine, ständige Instruieren in jeder Spielsituation ist ja auch kein Coaching. Sondern die Kapitulation vor sich selbst als Trainer, die Spieler im Training für ein Spiel handlungsfähig gemacht zu haben.


    Am besten sind aber immer noch solche offenen Fragen wie : Was machst Du da?

    Was soll der Spieler da denken, oder sagen? : Fußball spielen, und du? Coachen ist es nicht.


    Spiele zu schauen und nur auf die Trainer und das Coaching zu schauen, kann alleine schon manchmal erheiternd sein.


    Wobei ich mich manchmal selber bei Unsinns-coaching erwische.

    Sicherlich eine gute Vorgehensweise, wobei ein -auf allen Positionen einsetzbarer Spieler- nicht alleine dadurch entsteht, indem er alle Positionen spielt. Die Hauptarbeit für -polyvalente- Spieler findet ja im Training statt.

    Natürlich ist das alles altersabhängig und natürlich bilden sich mit zunehmenden Alter -Lieblingspositionen- .

    Wenn ein Spieler im Bereich c, B grundsätzlich eine Idee davon hat, wo auf dem Feld-welche Verhaltensweisen sinnig sind, hängt das m.e. viel damit zusammen ob ein Spieler z.b. situative Raumbesetzung beherrscht, Pressingmomente erkennt, etc. etc. Erleichtert wird das durch Individualprinzipien. Hierzu hilft es wenn in der Jugend auch viel in Spielformen ohne Spielrichtung trainiert wird, um solche Mindsets zu schaffen.


    Wenn man grundsätzlich verinnerlicht hat, das ein Dribbling ohne Absicherung in Gegnerdruck (in F noch nicht) nicht so doll ist, hat man auf der IV sicherlich weniger Probleme, auch wenn man oft außen offensiv eingesetzt wird, wo das sicher nicht immer direkt zum Gegentor führt, aber genauso falsch sein mag.


    In der U16 wechsele ich mit manchen Einwechselungen auch gleich 2,3 Positionen. Also z.b. 8er kommt für RV, bisheriger 6 geht auf RV, bisheriger 8er geht auf 6.

    Das ist m.e. das Ziel um variabel reagieren zu können. Klappt natürlich nicht mit jedem Spieler.

    Bisschen Offtopic. Aber früher bestach das Forum durch kontroverse, aber zumeist sachliche Diskussionen, aus denen man bestensfalls etwas für seinen Traineralltag mitnehmen können.

    Jetzt bin ich hier weniger aktiv. Und vermisse es auch nicht. Schade.

    Wenn ich mir Verläufe durchlese, besser überfliege, lerne ich z.B. das Kroatien aufgrund Mentalität, Genetik (?) und so weiter nunmal die Besten sind. Fachlich gibts dazu wenig.

    Achso, ich trainiere einen reinen Jungjahrgang in der B Jugend U17/U16 Bezirksliga. Das ist ja auch sehr wichtig geworden mittlerweile hier. Ob ich mich damit qualifiziere, mich fachlich zu äußern, weiß ich nicht. NLZ Hospitationen bei verschiedenen Bundesligisten habe ich auch machen dürfen. Da wurde auch nie gefragt, ob ich hoch gespielt habe. Da gehts nur um Fachwissen, oder nicht. Anders als hier mittlerweile.

    Unabhängig davon, das es ja auch um das gewinnen und verlieren bei den Spieltagen geht, und sogar in leistungshomogenerer Umgebung, habe ich das Gefühl bei dieser Diskussion, das es sehr viel Meinung bei sehr wenig Ahnung gibt. Um es drastisch auszudrücken, habe ich bei manchen Polemischen Äußerungen bei Facebook und Co, manchmal die Vermutung das der folgende Spruch heutzutage wirklich oft stimmt: Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen.

    Ich bin nun wirklich kein DFB Freund, und die Umsetzung ist wirklich verbesserungswürdig, aber die Richtung stimmt doch endlich. Das es immer noch nicht vordergründig um Lehrmethodik in der Trainingslehre geht, was gerade bei diesem Thema wichtig ist, ist wieder einmal m.e. ein grundsätzlicher Fehler. Wer Horst Wein gelesen hat, merkt das es ein ganzheitlicher Ansatz war. Auch wenn man diesen in Teilen kritisieren mag. Implizite Vermittlung etc.

    Auch was Hannes Wolf und Hermann Gerland da vorführen in den Spielformen Videos und nur auf SSG eingehen,

    mag der Tatsache geschuldet sein, das man die Adressaten nicht überfrachten möchte. Vernachlässigt jedoch trotzdem wesentliches.

    Nur wenn Herr Watzke jetzt polemisch mit solchen Aussagen kommt, sollte er mal selber auf seinen BVB schauen, der ja zum Beispiel schon vor Jahren die Funino Festivals in China etabliert hat, und davon auf seiner Website schwärmt.

    Fakt ist, das den Großteil der Trainer aufregt, das es keine Tabellen mehr gibt. Denn darüber definieren sich nun mal viele. Das es auch für alle sichtbar ist, ist natürlich auch wichtig. Dann kommt das ewige Beispiel das Kinder lernen müssen, mit Sieg und Niederlage umzugehen. Kein Problem, haben Sie ja oft genug bei den Funino Turnieren.

    Intrinsische Moti wird also gefördert.

    Die Kinder wollen gewinnen. Das ist auch gut so. Gibts beim Funino. UND Entwicklung.

    Die Erwachsenen wollen -erfolgreich- sein. Gibts beim -richtigen- Fußball. UND kaum Entwicklung.


    Edit:


    Tolle Argumente noch dazu: Deutschland hat keine Mittelstürmer. Keine Siegermentalität etc. etc.


    Bei den letzten Turnieren, WM und EM waren die heutigen 7,8 jährigen auch wirklich nicht sonderlich erfolgreich, das ist schon richtig. Da konnten Sie wenig Mentalität zeigen. Das haben dann die gezeigt, die -RICHTIGEN- Fußball gelernt haben.

    Es ist nicht nur ein Vertrauensvorsprung.

    Der Ex Profi weiß genau was es braucht um sein Hobby zum Beruf zu machen.

    Denk mal an all die Skills wie Mentalität, Ernährung bzw Einstellung zum Leben. Faktoren wie Vereinswechsel, Berater und so vieles mehr. Davon hat der Laptop Trainer null Ahnung. Und die sind MINDESTENS so wichtig wie Taktik etc. Der Profi bleibt Vorbild für die Jungs (sage ich aus eigener Erfahrung).

    Wenn ein Trainer schnell vermittelt, wie seine Spielidee ist, wie er das umsetzen möchte, welche Handlungsweisen etc. dafür erforderlich sind, daraus resultierend welches Training erforderlich ist, und die Spieler merken, das es funktioniert, ist es völlig unerheblich ob der Trainer ein Profi war, oder mal Oberliga gespielt hat und nun Jugend Bezirksliga trainiert. Optimalerweise hast Du 2,3 in der Mannschaft, die Fußball verstehen und wie Trainer denken, und dann Meinungsverstärker sind. -Weiche- Faktoren wie Mentalität werden nicht verordnet, sondern entstehen optimalerweise aus der Mannschaft heraus, aus gemeinsam formulierten Anliegen, bzw. Zielen.

    Dazu muß man kein Profi gewesen sein, sondern fachlich top und fähig Spieler zu führen.

    Das Profil Trainer hat wenig mit dem Anforderungsprofil Spieler zu tun.

    Um es mal überspitzt mit A. Sacchi zu sagen:


    "Ich habe nicht gewusst, dass man erst ein Pferd gewesen sein muss, um Jockey zu werden."

    Ich habe solche Prinzipien gebetsmühlenartig vor jedem Spiel gebracht und auch trainiert (z.B. "Spiel über außen" oder "die dritte Ecke darf ruhig mal kurz sein":rolleyes:). Im Spiel ist das dann meist wie weggeblasen. Da kommt dann doch noch der Pass vor das eigene Tor oder es wird immer nur durch die Mitte gespielt.

    Ich denke man sollte (Spiel)Prinzipien nicht mit Vorgaben verwechseln. Prinzipien sind Handlungsoptionen, die unabhängig vom Gegner, Spielstand etc. angewandt werden sollten. Die Sinnhaftigkeit sollte über das Training, möglichst implizit vermittelt werden, damit sich ein Mindset bildet. D.h. das das Training so aufgebaut ist, das diese Prinzipien klaren Nutzen bringen, der erkannt wird, und dann von den Spielern genutzt wird.

    Ein Beispiel: tiefe Bälle blocken (Def.) , bzw. bei ungeordnetem Gegner (Umschaltmoment) tiefe suchen.

    Hier bietet sich ein quadratisches Feld an in dem in der Mitte ein 4gg4 gespielt wird, mit je zusätzlich 2 Spieler pro Team auf den Stirnseiten. Punkte werden über das Zuspiel von Stirnseite zu Stirnseite erzielt. Mit Prov. Regeln kann man das noch zusätzlich verschärfen.

    Das geht über das Setting klar in Richtung dieser Prinzipien. Wird das z.b. gut gemacht, kann man das auch mal anhalten und an einem positiven Beispiel verdeutlichen.

    Ein Prinzip dessen Nutzen nicht erkannt wird, ist schwierig zu vermitteln, oder einzufordern.