Beiträge von let1612

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    Trainer E : ich trainiere gerade eine E-Jugend - da geht es mir wie dir, da lasse ich keine Standards trainieren (noch nicht einmal Technik (z.B. Einwurf) - durch Corona-Abstand-Training habe ich kürzlich sogar mehr Einwürfe machen lassen, da ging es mir aber mehr um das Werfen und den hüpfenden Ball als um die korrekte Technik). Wie setzen meine Kinder ein Spiel nach einem Tor fort? In der Halle beim Spiel auf 2 Tore meistens mit einem Anstoß, weil da sind ja Linien vorhanden. Auf dem Feld geht es einfach weiter mit Torabstoß - weil das hinten raus spielen ein Trainingsschwerpunkt von mir ist und die Kinder dort auch nicht nach dem Mittelpunkt suchen (eine Mittellinie habe ich meistens nicht). Ich fordere allerdings auch keine Standardkenntnisse oder -verhaltensweisen im Spiel.

    Und trotzdem finde ich z.B. den Elfmeter in der Jugend als Bonus (Funfaktor) interessant - mit hat z.B. früher auch 3 Ecken -> ein Elfer auf dem Bolzplatz sehr gut gefallen.

    Trainer E : wenn ich in meinem Training keine Standardsituationen trainiere, dann brauche ich mir auch keine Gedanken machen, wie ich sie "spielnäher" (psychologisch), häufiger (Quantität) und mit mehr Spannung (Qualität) im Training berücksichtigen kann.

    Ich jedenfalls fand die Idee gut und sehe hier vergleichbare Situationen im Hockey- und Fußballspiel (das Argument, dass die Spielfelder unterschiedliche Eigenschaften (teilweise wetterabhängig) haben, würden auch Hockeytrainer bringen, die das nicht machen wollen). Und auch die Altersdiskussion wurde in dem Hockeyvideo geführt - und wie im Hockey sind auch im Fußball die Standards in Richtung Erwachsenenfußball und dort in Richtung Spitzenteams eher zu untersuchen und analysieren als in der Jugend.


    Standardsituationen kommen aus meiner Sicht im Fußball auch öfters vor und werden umso höher es geht auch immer öfters trainiert bzw. analysiert. Und das in der Mauer stehen oder sich in den Schuss werfen, hat für mich schon Ähnlichkeiten zur Defensive bei der kurzen Ecke im Hockey (die kurze Ecke ist wahrscheinlich um einiges schmerzhafter und die Hockeyspieler werden die Fußballer hier belächeln).


    Skriwer : in Richtung Technik bin ich 100%ig bei dir.


    Coach1976 : Elfmeter macht Spaß - und ich bekomme einen "Mannschaftsdruck" bzw. Gruppendruck ein bisschen hin. Beim Elfmeterkönig z.B. schießt ja jeder nur für sich.


    Trainer E : zum letzten Punkt: eine schnelle Spielfortsetzung habe ich im Spiel nach einem Tor auch nicht. Da gibt es Anstoß und alle müssen in die eigene Hälfte ;-) -> somit sind beide Spielfortsetzungen nach einem Tor für mich nicht spielnah.

    Ich habe mir gestern ein Hockey Video zum Thema: Kurze Ecke (1. Welle) angesehen.


    Im Video wurde darauf hingewiesen, dass im Hockey Training oftmals beim Abschlussspiel ein Tor aus dem Spiel heraus mit einer kurzen Ecke bestätigt werden muss. D.h. im Anschluss an ein Tor wird eine kurze Ecke gemacht. Wird die nicht getroffen, zählt das Tor nicht (oder nur einfach anstatt doppelt).

    Ich finde die Idee ein Tor durch einen Standard zu bestätigen auch für den Fußball gut. Was für Standards könnte man damit trainieren? Elfmeter (wäre wenigstens ein bisschen Druck dabei, wenn man verschießt und das Tor nicht zählt), Eckbälle und Freistöße (vielleicht als Bonuspunkte).


    Weiterhin kam im Video vor, dass man die kurze Ecke auch mit einem Tennisball spielen kann (weniger Verletzungen, weniger Schmerzen als wenn man vom Golfball getroffen wird). Welche Alternativen gibt es im Fußball z.B. beim Freistoßtraining für die Spieler in der Mauer? (für die Offensive (Schützen) gibt es Dummys als Mauer; wie trainiere ich aber die Defensive?)


    Und zu guter Letzt fand ich auch die Buchempfehlungen zum Schluss gut: u.a. "2 gegen 1" von Bernhard Peters (kommt ja aus dem Hockey) und "Gib alles nur nie auf!" von Norbert Elgert ;-)

    Ich habe so meine Probleme mit dem Abbruch der Saison z.B. des WFV und NFV - das impliziert doch, es ist gar nicht so schlimm, wenn vor August/September kein Fußball gespielt wird. Es ist alles geregelt und die Vereine trainieren zur Zeit sowieso nicht und bereiten sich dann erst im Juli/August wieder auf die Saison vor.

    Das klingt für mich, wie wenn die meisten Fußballspieler nur wegen der Spielrunde spielen. Nein, Fußball macht Spaß und Sport hält gesund. Dann zockt man halt kleine Turniere oder Freundschaftsspiele - aber somit bekundet man zumindest Interesse an einer möglichst frühen Rückkehr auf den Fußballplatz. Und wenn ich dann im Mai sehe (wenn es evtl erlaubt wird) es reicht nicht, kann ich immer noch die Spielrunde absagen/annulieren und evtl. die restlichen Spiele als Freundschaftsspiele austragen.

    mettigel : Ich habe in den 90iger Jahren meinen Führerschein gemacht, mein Studium abgeschlossen und die damalige B-Lizenz erworben. Seitdem gab es einige Änderungen im Straßenverkehr, die Globalisierung und Digitalisierung ist voran geschritten und im Fußball gab es auch ein paar Regeländerungen. Komischerweise wurde der Führerschein (z.B. bei den Motorrad Klassen) und mein Studium (zählt immer noch als höchster Abschluss) nicht abgewertet, aber meine B-Lizenz wurde zwischenzeitlich zur C-Lizenz. Als ich meine alte B-Lizenz erworben hatte, durfte ich damals alle Amateurligen trainieren - damals war die Oberliga unterhalb der 1. und 2. Liga (Regionalliga wurde 1994 eingeführt). Mir wurde also damals zugetraut, Spieler an die Profiligen heran zu führen und aufgrund von neuen Ligen und Änderungen im Jugendbereich wurde mir dann das wieder abgesprochen. Und dies nur im Fußball - Auto/Motorrad und Beruf ist mir das nicht passiert. Und das man dort alle 3 Jahre eine Fortbildung machen muss, ist auch nicht der Fall.

    Ich habe dann die DFB-Elite-Jugend-Lizenz gemacht, um auch die Möglichkeit mir offen zu halten dort als Trainer tätig zu werden. Schaue ich mir die im kicker angesprochene A-plus-Lizenz an, wird das wohl auch bald eingeschränkt werden.

    RedDevil : ich bin ja auch ein kritischer Beobachter des DFB Training online, aber eines sollte man positiv erwähnen: es gibt diese Möglichkeit um sich Ideen für das Training zu holen. Schaue ich auf oefb.at oder football.ch finde ich nichts in die Richtung. Die Schweizer bieten zumindest Fußball in der Schule.

    Aus meiner Sicht nutzt der DFB (und die Landesverbände) sein Potential leider nicht. In den Lehrgängen entstehen gute Materialien, aber die werden nicht veröffentlicht. Warum?

    Die Auswahl-Trainer dokumentieren sehr viel. Einheiten werden durchgeführt und auch gefilmt. Auch das wäre Anschauungsmaterial, das ohne große Zusatzkosten veröffentlicht werden könnte.

    Training online ist extern beauftragt - warum?

    fupa.net hat eine Umfrage zu den größten Problemen im Nachwuchsbereich gemacht. Auf Platz 1: Fehlende Trainer (22,4%)

    Ein Thema ist sicherlich die Bezahlung - hier wurde ja in diesem Thread schon einiges dazu geschrieben. Was sind andere Gründe, warum der Trainerjob unattraktiv erscheint? Wie könnte man den Job attraktiver machen? Was machen Vereine besser, die alle Trainer problemlos besetzten können? Gibt es die außerhalb eines NLZs überhaupt?

    Ich bin heute über das Thema JFV (Jugend-Förder-Verein) gestolpert. In der Spielordnung von Sachsen §47a ("Der Zweck des JFV besteht darin, für die Jugendlichen der angeschlossenen Vereine einen leistungsbezogenen Spielbetrieb zu ermöglichen, der anderweitig so nicht erreichbar wäre." ... " Zur Sicherung der Leistungsorientierung müssen mindestens zwei Mannschaften des JFV in der Landesklasse oder einer höheren Spielklasse spielen. Im Falle eines sportlichen Abstiegs gilt jeweils eine Übergangsfrist von einem Spieljahr. Danach entscheidet auf Antrag des JFV das SFV-Präsidium über die weitere Zulassung." ..." Zur Sicherung der Ausbildungsqualität müssen die Trainer der auf Landesebene spielenden JFV Mannschaften mindestens Inhaber einer gültigen B-Lizenz mit Profil Juniorentrainer sein bzw. den entsprechenden Lehrgang bereits begonnen haben. Für Mannschaften im Kreisspielbetrieb gilt die C-Lizenz mit Profil „Kinder und Jugend“ als Mindestqualifikation."). Quelle: sfv-online.de

    Wie kommt das in Sachsen an? Wie sind die Erfahrungen damit? Gab es Auflösungen wegen der Spielklasse? Gerne auch Antworten von anderen Verbänden, die dieses leistungsorientierte Konstrukt auch haben. Danke.


    In Bayern kennen wir die JFG (Junioren-Förder-Gemeinschaft). Da sind zwar ähnliche Voraussetzungen bei der Gründung drin, aber nicht die Leistungsorientierung. (bfv.de §13)


    Beide JFV und JFG sind längerfristig angelegt und führen zur Gründung eines eigenen Vereines. Im Gegensatz zur kurzfristigen JSG oder SG - Spielgemeinschaft. Gibt es da noch weitere Konstrukte?

    Nachdem Luca Becker auch Bezug zur Nationalmannschaft genommen hat, verlinke ich mal den Beitrag "1 gegen 1 Situationen am Flügel und warum es sich lohnt diese zu suchen" unter thefalsefullback hier in diesem Thread. Aus meiner Sicht wird dieses 1 gegen 1 (oder 2:1) sowohl in der U21 als auch in der A-Nationalmannschaft zu selten gesucht - und das obwohl es z.B. gegen Holland bei der U21 erfolgreich war (das 1:1 fiel nach einem gewonnen 1 gegen 1 am Flügel (Burkardt)).

    "DFB-Direktor Joti Chatzialexiou sieht trotz des guten Starts in die U21-Europameisterschaft ein Nachwuchsproblem im deutschen Fußball. "Es ist 5 nach 12, was den deutschen Nachwuchsfußball angeht. Wir sehen das Gewitter kommen im Jugendbereich", sagte der Sportliche Leiter der Nationalmannschaften beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Sonntag der Bild.

    Schon in wenigen Jahren könnte sich dieses Problem auch in Ergebnissen niederschlagen. "Ich habe die Befürchtung, dass nach der WM 2026 auf Deutschland eine Phase der Erfolglosigkeit zukommt, wenn wir nicht gewisse Dinge ändern und nachholen. Genau deswegen haben wir das Projekt Zukunft", sagte Chatzialexiou."

    Quelle: sport1.de


    Im Jahre 2026 wird der Jahrgang 2008 18 Jahre alt und kommt in den Herrenbereich. Die sind heute 2 Jahre im Stützpunkt. Die U21, die sich gerade für das Viertelfinale qualifiziert hat, spielt immer noch. Wie kommen die Experten zu so einer pessimistischen Prognose? Ein Özil z.B. hat die U21 Europameisterschaft gespielt - Havertz, Wirtz und Musiala jetzt nicht, weil sie schon zur A-Nationalmannschaft genommen wurden. Wird das nur an den internationalen Erfolgen der U-Nationalmannschaften festgemacht?

    3 Wochen Lizenz ist halt ne Ansage wenn man nur 5 Wochen Urlaub hat. So Einzeltermine sind da denk ich geeigneter

    Und da wären wir zum Einstieg beim "Kindertrainer" - da muss man auch keine Erfahrung wie bei vielen Lizenzen nachweisen.


    Vielleicht muss der DFB aber Aktiver werden und das DFB-Mobil von sich aus losschicken, statt dass man sich anmelden muss.

    Hier stellt sich mir die Frage, ob der DFB immer alles anregen und veranlassen muss - es gibt ja auch Landesverbände. Eine Idee: die stellen Kinderverbandstrainer ein - dessen Arbeitsgebiet ist nicht die Sportschule des Verbandes, sondern der Platz des Vereins. Sie sind nicht für die Selektion von Kindern, sondern für Training und Weiterbildung vor Ort zuständig. Jeden Tag auf einem anderen Sportplatz leiten oder begleiten sie ein Training einer Kindermannschaft (G-E - Jugend).

    Viele bezahlen ihre Trainer.

    Wäre das auch im Fußball denkbar und umzusetzen? Und warum eigentlich nicht? Die Anzahl an Teams lasse ich da übrigens nicht gelten - ich gehe auch davon aus, dass es mehr lizenzierte Fußball- als Tennistrainer gibt.

    Und v.a. im Kinderbereich mit den neuen Spielformen muss aus meiner Sicht ein Trainer sich auch nicht um Festivals kümmern (das Wochenendprogramm) - das können Mamas und Papas machen, weil man dort nicht coachen muss. Der Trainer kann sich dann voll auf Fußballtrainings unter der Woche konzentrieren (machen viele Fußballschulen, die starken Zulauf haben, auch) - und ggf. mehrere Altersstufen trainieren.

    Dass jede Mannschaft von Lizenztrainern trainiert werden soll, ist für mich daher realitätsfern. So etwas kann man im Breitsport nicht erwarten.

    Ob jetzt Lizenztrainer oder Sportstudent - warum bekommen das viele Vereine beim Tennis (auch im Breitensport) hin und beim Fußball nicht?

    "Pep Guardiola hatte immer einen Plan mit uns. Und nach zehn Minuten hatten wir vier oder fünf weitere Pläne, weil er alles geändert hat. Er hat den Gegner studiert und gedacht: 'Oh, mein erster Plan war nicht gut genug oder hat nicht funktioniert'. Als er bei uns war, hat Pep Guardiola gesagt: 'Ich bringe dich bis an den Strafraum, danach musst du mir dein Talent und dein Gespür zeigen. Er hat bis 20 Meter vor dem Tor alles geplant, dann hatten wir dort Franck Ribéry, Arjen Robben, Mario Gomez, Mario Mandzukic, Mario Götze, mich, Douglas Costa und er hat uns gesagt: 'Ich bringe euch bis an diese Linie, dann müsst ihr euren Job machen."

    Quelle und Auflösung - finde ich eine interessante Aussage (z.B. mehrere Pläne, keine Abschlusslösung)

    Heute beim 5. Training war der Kader komplett (alle 13 Kinder im Training). Sonnenschein und dann noch Lob von Außenstehenden.

    Rentner: "Ihr macht das Beste daraus."

    Frau mit Kinderwagen: "Schön wieder etwas Normalität zu sehen."

    Es geht auch Training mit Abstand und Maske außerhalb des Spielfeldes.