Beiträge von RedDevil

    Der Facto verfügen die Mehrzahl der Jugendlichen z.Bsp C Jugend nicht über das erforderliche technische Repertoire einer angemessenen Ausführung. Die zu beobachtenden automatisierten Defizite lassen sich in Spielformen in der Beweis nicht beheben. Die Benennung des Fehler und eine Autokorrektur erfordert gerade eine gesicherte Basiskompetenz der Grundtechniken.

    Der Technikerwerb nur durch Spielformen ist wohl eher totaler Quatsch. Erforderlich ist eine hohe Wiederholungszahl der Bewegungsausführung mit nötiger Varianz. Ballmastery nach Coerver oder Techniktraining nach Nowak hat nach meiner Ansicht einen notwendigen Stellenwert im Training. Leider sind bereits bei den jüngsten unnötig komplizierte Übungen mit geringer Wiederholungszahl und Wartezeit zu beobachten. Auch bei den älteren von einem gezielten Techniktraining zur Erweiterung und Verfeinerung lediglich auf Spielformen zu setzen wird nach meiner Meinung nicht funktionieren.

    Aber leider hört man ständig Trainer über die technische Unfertigkeit ihrer Spieler meckern. Beobachtet man das Training zeigt sich jedoch die wahre Ursache. Koordination und Grundtechniken werden als gegeben vorausgesetzt und nicht trainiert.

    Die dann vorgegebenen taktischen Anweisungen und Übungen scheitern meist bereits an den technischen Unfertigkeiten.

    Aber genau die Jugendlichen von denen du hier schreibst, wurden doch so ausgebildet wie du es willst....

    seit den Minis, ca. 7 Jahre lang, eine Übungsform nach der anderen....

    Die Übungsformen beherrschen sie dann auch!!!!

    Kommt Varianz dazu, klappt es nicht.

    Kommt Bewegung dazu, klappt es nicht.

    Kommt Zeitdruck dazu, klappt es nicht.

    Kommt Gegnerdruck dazu, klappt es nicht.


    Das objektive Kriterium ist nicht der Geburtsjahrgang.
    Das Kriterium ist beim RAE der Geburtsmonat. Und auch das ist nicht korrekt.

    Das Kriterium ist die körperliche Überlegenheit.die vom Geburtsmonat beeinflusst wird.


    Schönes Beispiel, unsere U19 Nationalmannschaft:

    Januar - März 15

    April - Juni 5

    Juli - September 4

    Oktober - Dezember 3


    Im Vergleich Belgien:
    Januar - März 7
    April - Juni 9
    Juli - September 3
    Oktober - Dezember 7


    Oder England:
    Januar - März 9
    April - Juni 2
    Juli - September 8
    Oktober - Dezember 5

    Falls das so bei dir angekommen ist, möchte ich sagen, dass es so nicht gemeint war. Zum einen schreibe ich nur von den Kompensationsstrategien und zum anderen von wenig und nicht von keinen.

    Ok.
    Dann ist es die Unterstellung, dass in der Gruppe der "stärkeren" die Entwicklung von Kompensationsstrategien klein wäre.


    let1612 schrieb:

    Was heißt physisch stark? groß, schnell, kräftig? -> Körper

    Was heißt technisch stark? Dribbling, Passqualität, Schusstechnik, Ballan- und mitnahme? -> Fuß

    Worunter fällt Spielintelligenz und Antizipation? -> Kopf

    physisch stark-> Sandro Wagner

    technisch stark-> Xavi

    Einbringen kann ich alles.

    Bei einem ist der Körper weiter, dafür der Fuß nicht so gut.

    Beim nächsten ist es andersrum.

    Die Spielintelligenz wird ausgebildet. Die Kompensationsstrategien ausgebildet. Der Kopf erkennt, wo liegen die schwächen und stärken von mir und meinem Gegner.

    Es wird Xavi auf Sandro Wagner treffen.

    Xavi wird etwas anderes lernen als Sandro Wagner.


    let1612 schrieb:

    Was davon kann ich beim Funino gewinnbringend einbringen? Was wird durch Regeln (kleine Tore, Schusszone, Spielfeldgröße usw.) schon "kompensiert"?


    Ich würde sagen, dass ich bei Kompensationsstrategien gerade nicht diese "direkte" Konfrontation suche, sondern "indirekte" (2. Ball; Passspiel; Antizipation; Spekulation).

    Xavi trifft beim 3vs3 häufig auf Sandro Wagner und muss diese "direkte" Konfrontation lösen.
    Xavi hat den Ball und erkennt:
    Er ist schneller, weglaufen schaffe ich nicht
    Er ist körperlich stärker, ihn wegdrücken schaffe ich nicht
    Er ist unbeweglicher, schnelle Richtungsänderungen wird er nicht so gut machen können wie ich
    etc.

    Nun wird Xavi eine Entscheidung treffen, wie Sandro Wagner überwunden werden kann.
    Sandro Wagner hat den Ball und Xavi erkennt:
    etc.

    Beim nächsten Spiel trifft dann Xavi auf Iniesta.....


    Ein schöner Artikelteil

    Zitat:

    Der FFF förderte Plätze, die für die Jugendlichen geeignet waren, in ihrer Freizeit ohne Anleitung Fußball zu spielen. Genauso wie in Südamerika hat auch der „Futsal“-Sport in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland, das hinsichtlich des „Futsals“ bis heute ein Entwicklungsland ist. Die Errichtung von Kleinfeldern in typischer „Bolzplatz“-Manier, geeignet für „3 vs. 3“ bis „6 vs. 6“-Spiele (wobei das „5 vs. 5“ die häufigste Variante ist), war also deutlich naheliegender für den französischen Verband, als es das für den DFB gewesen wäre.


    Wir beginnen Fußball mit den kleinsten im 7vs7 und Torwart. Bei denen ist bei 6vs6 Schluß. Ob die wohl freiwillige finden, die ins Tor gehen? Oder reicht da ein Rucksack, ein Mülleimer und letzter Mann packt an.


    Beim entscheiden oder kreieren...
    Wenn ich den Ball habe und ein Gegner mir den Ball abnehmen will.

    Entscheide ich mich dann ins Dribbling zu gehen oder abzuspielen?
    Oder kreiere ich ein Dribbling oder einen Pass?

    In meinen Augen ist das kreieren die Ausführung nach der Entscheidung......


    "...begann der FFF im Vorlauf zur Fußball-WM 1998 in Frankreich damit, den Fußball direkter an der Basis zu fördern"


    wenn auch nicht exakt zum Thema passend, so finde ich doch obigen Satz beachtenswert.

    Die deutschen Verbände und ihre Sportvereine müssen coole Fußball-Erlebnisswelten an der Basis schaffen.

    Ein erster Schritt wurde mit den "1000 Minispielfeldern" zur Heim-WM 2006 halbherzig angestoßen und seitdem nicht wiederbelebt.


    Der DFB sollte nicht in Frankfurt bauen, sondern direkt am Ruhrgebiet. Und im Ruhrgebiet und in Berlin in Kooperation mit den Verbänden in großer Zahl Bolzplätze bauen, keine Soccerfelder....

    Den Verbänden im Ruhrgebiet dann noch eine starke Kooperation mit Belgien, Niederlande und Frankreich ans Herz legen....

    Das sehe nicht so.
    Da jeder Trainer seine Mannschaft einschätzen muss, werden zu Beginn die "stärkeren" entsprechend eingeordnet.

    Die Definition "stärker" obliegt dem Trainer...und du unterstellst in der Gruppe der stärkeren gäbe es keine Entwicklung.

    Der eine hat seine technisch starke Truppe der andere setzt auf überlegene physis.

    Die Kompensationsstrategie für die technisch starken gegen eine überlegene physis wird sich entwickeln, durch die direkte Konfrontation die im 3vs3 häufiger stattfindet als im 7vs7. Denn der technisch starke kann sich im 7vs7 verstecken und es fällt kaum auf. Im 3vs3 fällt das aber auf.

    Um bei dem Spieler zu bleiben den du erwähnst.
    Er wird dann erst gegen schwächere spielen. Und mit der Zeit wird er sich mehr zutrauen. Dann kann er gegen stärkere antreten.
    Er soll ja nicht eine Kompensationsstrategie entwicklen, sonderen mehrere.

    Darauf wird Bezug genommen, du unterschlägst aber einen Teil seiner Aussage....


    Diesen Teil:

    maider187 schrieb:

    zu 100% Nein wenn er richtig ausgebildet wurde und wird , denn wenn das der Fall ist sollte er sich über die Technik, Koordination und der Handlungsschnelligkeit immer einen Vorteil verschaffen können.. und genau deswegen werden ja Kinder hochgezogen um diesen Vorsprung den sie gegen Alters gleiche haben eben weiter auszubauen.


    Warum sind bei dir einige Kinder die schwächeren?

    Weil sie eventuell dass alles nicht mitbringen, was der jüngere mitbringt....

    Etwas passt bei dir nicht....

    RedDevil schrieb:


    Selbst bei dir sollen die "stärkeren" die Führung herausspielen und die "schwächeren" diese verteidigen.

    RedDevil , nein so "soll" es nicht sein.


    Aber du schreibst auch:


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Es gibt also einen mehr oder weniger großen Zeitkorridor, in dem trotz Überforderung die Motivation erhalten bleibt. Diesen Korridor nutzen wir zur Ausbildung. Das funktioniert sehr gut in einem zeitlichen Rahmen von 5-10 Minuten. Wir provozieren so unsere schwachen Kids, sich zeigen zu müssen. Und wir provozieren Erfolgserlebnisse. Das ist dann natürlich kein mega gelungenes Dribbling, aber etwa ein gewonnener Zweikampf. Die Kinder freuen sich, dass sie die zuvor von unseren starken Kids herausgespielte Führung gehalten haben. Sie erfahren sich als wichtiger Teil des Teams. Sie erfahren, dass sie Verantwortung übernehmen müssen und können. Sie erleben, dass sie sich auch gegen körperlich überlegene Kinder etwas trauen dürfen und können.

    Das Ziel für die "schwachen Kids" wird von dir hier beschrieben..... Entweder es "soll" so sein oder nicht....

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Ich würde es schon sehr gut finden, wenn zumindest im G- und F-Bereich die Vereine sich verpflichten würden, in ihren Teams allen ihren Kindern gleiche Spielzeit zu garantieren. Ich meine, dass das schon sehr vieles ändern würde.


    Eigentlich sollte das meiner Meinung nach auch im E-Bereich noch gelten.


    Du sagst, dass das bei Funino gegeben ist. Völlig richtig. Auch die Zahl der Ballkontakte pro Spieler ist – zumindest tendenziell, denn Ballstaubsauger habe ich auch bei Funino schon gesehen – höher."

    Also löst an dieser Stelle die Spielform Probleme die du erkannt hast.


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Das ist natürlich völlig richtig und das spricht alles für Funino. Meine Befürchtung ist, dass Funino im Spielbetrieb aus einem super Ausbildung-Tool ein (vermeintlich präzises) Leistungsstärke-Barometer macht. Da nur drei Spieler und ein kleineres Spielfeld, ist der einzelne Spieler noch stärker auf dem Tableau. Damit vergrößert sich, so befürchte ich, auch der Druck, der auf ihm lastet. Die Erwartungsschraube der Eltern wird noch höher gedreht. Ob das so sein wird, weiß ich nicht. Aber ich befürchte es.

    Verteilt sich der Druck beim 6vs6 denn auf alle Kinder gleich?

    Selbst bei dir sollen die "stärkeren" die Führung herausspielen und die "schwächeren" diese verteidigen.

    In meinen Augen ist der Druck nicht gleich verteilt.


    Ich würde noch ergänzen, selbst wenn es sich um einen superschnellen F-Spieler handelt, dass er in den Laufduellen nicht mit 2 Jahre älteren E-Spielern mithalten kann. Das heißt, selbst wenn er die Räume erkennt, die sich ihm bieten, ist er gezwungen den Pass zu spielen. Ihm wird eine Entscheidungsmöglichkeit (Stichwort "Entscheidung") genommen, denn die Entscheidung, ins Laufduell zu gehen, ist für ihn keine Option, weil er das Laufduell sowieso verlieren wird.

    Einem langsamen Spieler der E, dem wird im Spielbetrieb der E eine Entscheidungsmöglichkeit genommen, denn die Entscheidung, ins Laufduell zu gehen, ist für ihn keine Option, weil er das Laufduell sowieso verlieren wird.

    Er wird Lösungen finden müssen. Ein Xabi Alonso war nie der schnellste.....

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Gerade für die richtig starken Kinder kann auch Unterforderung wichtige Lernerfahrungen vermitteln: Sie lernen, sich im Dribbling auszuprobieren, mit dem schwachen Fuß zu spielen, Finten und Tricks anzuwenden, mal Hacke-Spitze zu spielen usw.

    Sie lernen gegen schwache kann ich dribbeln, mit dem schwachen Fuß spielen, Finten und Tricks anwenden, mal Hacke-Spitze spielen...aber sonst sollen Sie es nicht?


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Das ist für mich nun ein ganz schlechtes Argument. Es kann doch nicht sein, dass Dorfvereine ihren Selbsterhaltungstrieb über das Wohl der Kinder stellen!? Man wird doch davon ausgehen können, dass auch in unseren Dorfvereinen vernünftige Menschen sitzen, denen das Wohl ihrer Kinder und deren fußballerische Ausbildung am Herzen liegt, die sich deslhalb zusammensetzen und durch Kooperation (etwa als JSG) vernünftige Lösungen entwickeln.

    Dorf.

    In einem Jahrgang 3-7 Kinder.

    Bis zur D spielen die in diesem Verein.

    Und das ist kein schlechtes Argument, das ist Realität im Dorf.

    In der F dieser Jahr 9 Kinder. Sollen die 3 Minis (2012) einem anderen Verein beitreten?

    Unterforderung und Überforderung....


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Das entspricht nicht meiner Erfahrung. Wir haben in der letzten Saison ein 2010er Kind zu unserem Team neu dazubekommen, den wir sehr schnell integrieren konnten und der jetzt zu unseren Besten gehört. Ein 2009er Kind hat bei uns seine ersten Fußball-Erfahrungen gemacht, jetzt spielt er E-Jugend und ist da voll integriert.

    Teilt ihr nun nach Jahrgängen ein oder nicht?


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Überforderung (wohlgemerkt: in einem begrenzten Zeitfenster) => Die Kinder gehen an ihre Grenzen bzw. sogar darüber hinaus. Sie lernen, wie wichtig Motivation und Einsatz sind. Sie können über sich hinauswachsen.

    Wann werden denn eure "stärkeren" Kinder überfordert?

    Trainierst du immer nur die F?

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Weil es für die Kinder nicht gut ist. Die Altersspanne ist schon innerhalb der bestehenden Einteilung immens. Wenn man Kinder hochzieht, ist sie zu groß, als das Kinder das bewältigen können. Logischerweise ist bei Kindern, die hochgezogen werden, dann auch immer dieselbe Entwicklung zu beobachten, nämlich dass sie Zweikampfvermeidungsstrategien entwickeln, d.h. i.d.R.: Bolzen.

    Und das kommt von der Person die Unterforderung und Überforderung toll findet......

    Mal eine Frage an alle.

    Habt ihr bei diesem Thema die gleichen Erfahrungen wie Powerzwergenpapa?

    Also Zweikampfvermeidungsstrategien von jüngeren?

    Bei mir ist das anders...

    Bei mir vermeiden die "schwachen" die Zweikämpfe....

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Ich habe allerdings Bedenken, wo aus Funino als Ausbildung-Tool ein Leistungsstarker-Barometer gemacht wird. Da habe ich auch das Gefühl, wenn man zwischen den Zeilen liest, in den Postings von MDahlin und luibo bestätigt zu werden.

    Was genau meinst du mit "aus Funino als Ausbildung-Tool ein Leistungsstarker-Barometer gemacht"?

    Und meinst du den Beitrag 56 von MDahlin?



    Powerzwergenpapa schrieb:

    Lochmann sagt dazu, dass man, um das Verhalten zu ändern, die Verhältnisse ändern muss. Wenn man aber einfach nur die Organisationsform der Spielbetriebs ändert, inkorporiert man auch den Leistungs-, Selektions- und Ergebnisdruck gleich mit. Sprich: Es ändert sich gar nichts (oder verschärft sich sogar).

    Wir haben meiner Meinung nach im Kifu ein Belohnungssystem, das gute Ergebnisse belohnt, nicht aber gute Ausbildung. Das wäre für mich der therapeutische Ansatz.

    Also...ja.

    System jetzt: Belohnungssystem, das gute Ergebnisse belohnt, nicht aber gute Ausbildung

    Wie änderst du den Fokus von gute Ergebnisse auf gute Ausbildung, ohne Mehraufwand bei allen Beteiligten?

    Beim 6+1 stellen sich im schlimmsten Fall 3 hinten rein und kloppen die Bälle nach vorne. Das Ergebnis stimmt.

    Bei Funino geht das nicht....

    Ansonsten führe das doch bitte mal weiter aus...

    Um es mit deinen Worten zu sagen: Bring mal Fleisch in die Diskussion


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Das sehe ich anders. Auch extreme Überforderung halte ich in einem gesteuerten Rahmen (also ≠ Ergebnisse wie ein 23:0!) aus Ausbildungssicht für sinnvoll.

    Das ist ja so ein typisches Kifu-Phänomen: Das klar unterlegene Team schafft es mit großem Einsatz, das 0:0 zu halten. Dann fällt das 1:0. Das unterlegene Team bleibt motiviert, versucht – mehr oder weniger erfolgreich, je nach Grad der Überforderung – ein Tor zu erzielen. Dann fällt das 2:0. Auch danach bleibt das überforderte, unterlegene Team sogar noch motiviert. Dann fällt das 3:0 und das überforderte Team bricht zusammen, die Tore purzeln nur so: die Motivation schlägt um in Frustration.

    Bei Funino wird es automatisch gesteuert. 3 Tore Unterschied und man darf bis zum Ausgleich mit einem mehr spielen, also 4vs3.

    Auch hier die Frage, warum kommen 2 Mannschaften in eine Gruppe die so weit auseinander liegen in ihrer Entwicklung?


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Es gibt also einen mehr oder weniger großen Zeitkorridor, in dem trotz Überforderung die Motivation erhalten bleibt. Diesen Korridor nutzen wir zur Ausbildung. Das funktioniert sehr gut in einem zeitlichen Rahmen von 5-10 Minuten. Wir provozieren so unsere schwachen Kids, sich zeigen zu müssen. Und wir provozieren Erfolgserlebnisse. Das ist dann natürlich kein mega gelungenes Dribbling, aber etwa ein gewonnener Zweikampf. Die Kinder freuen sich, dass sie die zuvor von unseren starken Kids herausgespielte Führung gehalten haben. Sie erfahren sich als wichtiger Teil des Teams. Sie erfahren, dass sie Verantwortung übernehmen müssen und können. Sie erleben, dass sie sich auch gegen körperlich überlegene Kinder etwas trauen dürfen und können.

    Spielen die Kinder die gleiche Zeit, auch wenn es keine Führung gibt?

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Ich glaube allerdings, dass 4+1 oder 6+1 gar nicht der entscheidende Punkt ist, wenn wir über die Qualität der fußballerischen Ausbildung in Deutschland reden. Denn es geht um Fußball und dafür brauchen Kinder – das wissen wir alle – nicht viel, da reicht ein Ball. Als Tor werden dann einfach Jacken genommen oder zwei Bäume und los gehts – egal ob 10, 20 Kinder, ob Funino 4+1, große oder kleine Tore oder was auch immer. Der Spielbetrieb ist ja nur die Spitze des Eisbergs, was den Fußball betrifft, der in Deutschland gespielt wird.

    Die Kernthese Lochmanns ist ja, dass der Spielbetrieb sich auf die Trainingsstruktur rückkoppeln wird. Und das leuchtet mir nicht wirklich ein. Ich denke, dass der Effekt nicht so ist, wie Lochmann das anzunehmen scheint. Denn es geht bei den Kleinsten immer in erster Linie darum, Ball- und Körpergefühl zu schulen. Das Spiel hat da in meinen Augen mehr den Charakter eines Belohnungssystems. Dass ein Trainer im Blick auf die Ergebnisse die individuelle Entwicklung seiner Kids aus dem Auge verliert, ist genauso auch bei Funino oder 4+1 möglich, daran ändert sich m.E. gar nichts.


    Warum kannst DU diese Punkte nicht verbinden?
    Und ich meine explizit dich.

    Wenn du doch erkennst: "Denn es geht um Fußball und dafür brauchen Kinder – das wissen wir alle – nicht viel, da reicht ein Ball."

    Weiter erkannst du: "Natürlich sehe ich auch, dass weniger Spieler = mehr Ballkontakte."

    Dann hast du dcoh schon den ersten Punkt.

    Meine Frage:
    Erziele ich ein besseres Ball- und Körpergefühl durch mehr oder weniger Ballkontake?

    Und hier widersprichst du dir selbst:

    "Ich glaube allerdings, dass 4+1 oder 6+1 gar nicht der entscheidende Punkt ist, wenn wir über die Qualität der fußballerischen Ausbildung in Deutschland reden."

    4+1 oder 6+1, wo gibt es mehr Ballkontakte pro Kind....


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Der Spielbetrieb ist ja nur die Spitze des Eisbergs, was den Fußball betrifft, der in Deutschland gespielt wird.

    Die Kernthese Lochmanns ist ja, dass der Spielbetrieb sich auf die Trainingsstruktur rückkoppeln wird. Und das leuchtet mir nicht wirklich ein. Ich denke, dass der Effekt nicht so ist, wie Lochmann das anzunehmen scheint.

    Nehmen wir eine Dorfmannschaft. 14 Kinder. Wer geht ins Tor?
    Bei Funino stellt sich diese Frage schon nicht. Wird sich also das Training verändern, wenn im Spiel kein Torwart gebraucht wird?
    Meine Antwort: Ja.

    Beim 6+1 war das Jugendtor vorhanden und so manches Kind konnte aus der dritten Reihe ein Tor erzielen.
    Im Training hat es auch Sinn gemacht, wenn ein Kind beim Abschlusspiel den Ball nach vorne gedroschen hat und dafür gelobt wurde.

    Ein Tor von so weit ....wow.
    Bei Funino fällt das weg. Im Spiel und im Training.

    Die Kinder müssen Lösungen finden. Beim 6+1 sind es verdammt viele Probleme...
    Bei Funino hat ein Kind 3 Gegner.

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Dass ein Trainer im Blick auf die Ergebnisse die individuelle Entwicklung seiner Kids aus dem Auge verliert, ist genauso auch bei Funino oder 4+1 möglich, daran ändert sich m.E. gar nichts

    Das ist weder ein Argument für 6+1 noch gegen 6+1.

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Als eine praktische Maßnahme wäre ich dafür, dass untersagt wird, Kinder jahrgangsmäßig hochzuziehen (also beispielsweise dass ein F-Kind schon in der E spielt).

    Oder ein Mini in der F?

    Damit sind einge Dorfmannschaften tot.

    Danke!

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Ich wäre für ein Zertifizierungssystem, das Mannschaften belohnt, die beispielsweise allen Kindern eines Teams gleiche Spielzeiten garantiert

    Ihr spielt nach Fair Play? Kommt bei euch jedes Spiel einer und kontrolliert?

    Übrigens bei Funino wird jedes Kind ein- und ausgewechselt.... nach jedem Tor in fester Reihenfolge.

    Powerzwergenpapa schrieb:


    Ich bin für die konsequente Abschaffung von leistungsorientierten Belohnungssystemen im G- und F-Bereich.

    Früher hatte man die Tabellen und konnte sich orientieren, was für eine Mannschaft da jetzt kommt.
    Heute ist das jedesmal eine Überraschung.

    Bei Funino ist das fast egal. Teams einteilen aud auf gehts. Bist du schwächer verlierst du und spielt gegen schwächere und dann gewinnst du auch mal ein Spiel.


    3. Gedankenexperiment:

    Dasselbe Dorf, derselbe Verein, dasselbe Team, derselbe Trainer.


    Spielbetrieb läuft aber bei diesem Experiment im Funino. Alle 14 Kinder an jedem Spieltag im Einsatz wenn Sie wollen. Alle 14 bleiben in der selben Trainingsgruppe. Am Spieltag werden Eltern als Teambetreuer eingeteilt.

    .

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Wie werden dann die Spiele organisiert? Jeder gegen jeden? Oder gibt es eine andere Choreographie, die auch Unter- und Überforderung strukturell zulässt? Oder eben "leistungshomogen" durch euch Trainer sortiert?

    In unserem Kreis bestimmmen die Vereine die Einteilung der Mannschaften. So trifft dann schwach nur auf schwach....Sollte so sein.

    Einige teilen ihre Mannschaften kreativ ein. So entstehen Ergebnisse von 23:0 oder 19:1 etc.

    Na wenn dass die Unter- und Überforderung sein soll, dann hast du zwar recht, aber das ist auch eine bankrotterklärung....

    Wer das befürwortet hat im Kinderfussball nichts zu suchen!

    Bei Funino kannst du dein Team einteilen, es wird aber schnell aufsteigen, bzw. absteigen. Und du bekommst eine Rückmeldung wie die Entwicklung deiner Kinder ist.

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Letzteres würde ich kritisch sehen. Meiner Überzeugung nach muss da bei den Kleinsten ein gewisses Maß an Aleatorik in die Organisation rein. Denn du sprichst zwar von einem großen "Leistungsspektrum", aber die Unterschiede sind bei den ganz Kleinen noch relativ gering

    Wenn ein Kind heute zum ersten mal zum Fußballtraining kommt, 9 Jahre alt ist und in ein Team kommen soll, die schon seit fast 4 Jahren zusammen im Verein spielen. Dann ist der Unterschied nicht gering. Dieses Kind wird brutal überfordert....

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Lerntheoretisch sind für mich in gewissem gesteuerten und natürlich nicht exzessivem Rahmen Momente der Über- und Unterforderung für die Ausbildung extrem wichtig. Unterforderung bietet den Kindern einen Raum, sich ausprobieren zu können. Überforderung führt die Kinder an ihre Grenzen und dazu, diese auszureizen. Beides provoziert, dass die Kinder "über sich hinauswachsen" können.


    Das bietet Funino. Und zwar schneller als es der normale Spielbetrieb kann. An einem Wochenende startet man in der schwächsten Gruppe schafft es aber dort alle Spiele zu gewinnen. Dann kann der Trainer beim nächsten Termin die Kinder in einer stärkeren Gruppe melden...

    Powerzwergenpapa schrieb:

    Wenn man organisatorisch das selektive Moment im Kifu (G und F) zu stark macht, ist das für die Ausbildung deshalb gerade nicht förderlich


    Wie kommst du darauf?


    Powerzwergenpapa schrieb:

    H. Wein kommt ja vom Hockey her und – ich gebe zu, so gut kenne ich mich da nicht aus – m.W. gibt es beim Hockey keine hohen Bälle, das Spiel läuft gewissermaßen nur zweidimensional ab

    Powerzwergenpapa

    Soll das ein Argument sein? Dann sind wir glücklich, dass Horst Wein nicht aus dem Handball kommt....
    Das entspricht ungefähr dem Argument, Tedesco hat nie professionell Fußball gespielt, wie kann der eine Bundesligamannschaft trainieren...


    Powerzwergenpapa schrieb:

    Beim Fußball ist es selbst im professionellen Bereich (selbst Championsleague) so, dass es chaotische Momente gibt. Dazu gehören auch hohe oder springende Bälle. Die Struktur des Funino-Spiels klammert nach meinem Gefühl solche Momente strukturell aus. Deshalb sehe ich Funino eher als Ergänzung, nicht aber als Ersatz.

    Hohe Bälle werden seltener...was für mich in dieser Altersgruppe überhaupt kein Problem ist. Ganz im Gegenteil: Stichwort CTE.

    Bei der Periodisierung, oder beim DFB propagierten "vom einfachen zum schweren" entspricht Funino und danach Formino optimal beiden Ausbildungen.
    3vs3 entweder 2 Pässe oder ein 1vs1.

    Beim 7vs7 sieht es schon anders aus....


    Pulisic wurde nicht vom BVB ausgebildet...aber in dieser Statistik taucht er auf.....

    "25,9 Prozent der Spielminuten auf Spieler, die auch noch in der U23 spielen konnten"



    .

    Ist es fair wenn der Torwart keine Chance hat an den Ball zu kommen?

    Oder wir stellen um und spielen ohne Torwart. (Funino)

    etwas vom Thema ab, aber...


    Hier war es immer so, dass die Guten die wollen gehen und irgendwann später anteilig in den alten Verein zurückkehren. Andere Gute blieben. Nach jüngstem Zeitungsbericht haben sich jedoch die Lugameldungen seit 2008 halbiert! Damals noch über 1100 gemeldete Mannschaften,... heute die Hälfte UND... es wären noch mehr, wenn nicht der

    Mädchenfussball dazu gekommen wäre. In der vertieften Recherche fiel auf, dass es besonders viele A-Jugendmannschaften sind, die es wohl nicht mehr gibt, weil die Spieler fehlen. D. h. für mich und deshalb benenne ich es hier, das man gute Gründe hätte, ALLES zu tun, jeden Spieler zu halten, soweit man am alten Denken festhalten will. Oder... man erkennt, dass der Anteil des Vereins an den Zahlen so klein ist, dass man das so annehmen muss und seine Konsequenzen zieht und es als Neuerung. - und Reinigungsprozess in die Zukunft versteht.

    Wenn die Anstoßzeiten der B Jugend um 9:30 Uhr sind, wundert mich das überhaupt nicht.

    Da haben die ersten keine Lust mehr. Die fehlen dann in der A Jugend.

    Dann kommen im April/Mai noch die Abiturprüfungen.

    Dazu Zwischenprüfungen für die Azubis.

    Und die Senioren wollen die Spieler einsetzen.

    Pflichtspiele an Karneval oder an langen Wochenenden, wenn die Feiertage passend liegen....

    Und schon ist nach einem Jahr A Jugend Schluss.
    Die meisten Teams würde es ohne intensive Unterstützung durch die B Jugend nicht geben.


    Fussball soll ein Hobby sein....Schule geht vor.