Beiträge von Goodie

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    Blöderweise ist der Mensch so gestrickt, dass alles, was nicht explizit verboten ist, scheinbar gemacht werden muss.


    Ich finde viele Regeln auch "intellektuell bedenklich". Und ja, auch ich finde Homeoffice-Gebote längst überfällig.

    Aber mich treibt folgende Frage um: wenn wir im Sommer doch alle so super Hygienekonzepte hatten, warum kam es zu dieser Welle? Ganz einfach: weil die Regeln flächendeckend nur halbherzig befolgt wurden.


    Insgesamt beobachte ich, dass sich in den letzten Wochen im Verhalten vieler doch einiges verändert hat. Ich habe zur Zeit einige Handwerker im Haus und wirklich tragen schon beim Klingeln Maske. Das war noch im Sommer ganz anders, oder? Und dennoch infizieren sich viel zu viele Menschen.


    Die Schulen sind dicht und gerade den Eltern von Grundschülern dürften bald die Urlaubstage und das Verständnis ihrer Arbeitgeber ausgehen. Und Lohnersatzleistungen, wenn also mal eben 1/3 in der Kasse fehlt, stecken auch nicht alle locker weg. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was zur Zeit in den "bildungsfernen Schichten" abgeht.

    Statt also irgendwie mein Kind zu einem Einzel- oder Kleinstgruppentraining zu kutschieren, liegt mein Augenmerk in der Senkung der Zahlen, damit baldmöglichst die Schulen wieder öffnen können. Dem MUSS alles andere hintenangestellt werden!


    2 meiner stärksten Spieler die seit Beginn dabei sind haben sich vor dem Lockdown immer mehr aneinander aufgerieben. Früher haben sie sich eigentlich gut verstanden aber Sie sind beide sehr ehrgeizig und verlieren auch im Trainingsspiel nicht gerne. Da ich immer die Teams so einteile, dass es in etwa gleich starke Teams ergibt spielen die beiden meist gegeneinander. Das hat dazu geführt dass sie in Zweikämpfen manchmal zu hart reingehen und sich auch anmeckern

    Um aber auch was Konstruktives im Sinne des TE zu tippen hier meine 2 Ct.


    Unterhalte dich mal mit den Eltern der Beiden. Meine Kinder haben in dem Alter immer geschimpft, weil sie nie mit dem anderen Guten in ein Team durften. Sie fanden das immer als unfair.

    Ich weiß noch, dass ich mal mit bunten Trinkbechern versucht habe zu visualisieren, was sich der Trainer denkt. Zwei grüne Becher für die Besten, dann vier gelbe und vier rote Becher für die mittleren und die Neueinsteiger. Mein Sohn sollte dann faire Teams einteilen. Er hat die zwei Grünen auf die eine Seite geschoben und die anderen acht auf die andere. "2:8 - das ist fair wenn ich mit x spielen darf, die anderen sind ja dann mehr." Kinderlogik :D


    F-linge sind meist viel empfindlicher als man so denkt. Kritik austeilen klappt schon ganz gut, einstecken ist noch so ne Sache..., insofern wird in dem Alter gerne und häufig gezankt. Freundlicherweise können hier Erwachsene, besonders Trainer noch gut eingreifen: "gebt euch die Hand und vertragt euch wieder" klappt in dem Alter noch. Das kannste ein paar Jahre später dann vergessen.


    Lass die beiden im Abschlussspiel miteinander spielen. Das da durch resultierende Ungleichgewicht kannst du zum Beispiel durch unterschiedlich große Tore ausgleichen. Oder in dem deine zwei Kandidaten mit links abschließen müssen.

    Wenn ich freitagsabends ein Onlinetraining für die D-Jungs anbiete, dann hole ich da 95% höchstens von Fifa oder Among Us weg ;)

    haha, bist du der Trainer meiner Kinder???



    Mit meinen Minikickern ist freilich alles Essig. Da waren wir ja noch in der Findungsphase und starten dann wohl nach Ostern einfach wieder bei Null.


    Unterm Strich mag das Niveau in allen Klassen etwas sinken aber da ja weltweit im Grunde alle betroffen sind, spielt das wohl eine untergeordnete Rolle, oder? Vielleicht gibt es ja sogar einen gegenläufigen Trend, nämlich dass man nach dem monatelangem Nichtstun Lust hat auf Bewegung und Vereine davon profitieren.

    Eine Werbekampagne könnte sicher was bringen...

    Habt ihr drinnen ein bißchen Platz?
    Dann stell einfach ein paar Plastikbecher auf und die soll sie mit dem Ball umkurven. (durchaus anfangs gehend). Ziel: Der Ball bleibt wie ein braver Hund beim Fuß...

    Dann kannst du die Farben der Becher vorgeben. Und immer mit links und mit rechts, mal links rum, mal rechts rum...

    Oder sie soll die Becher umschießen. Die Entfernungen werden dann mit der Zeit immer größer.

    Oder den Ball beim Spazieren gehen im Wald mitnehmen (ich empfehle einen Rucksack, die Zeit, wo sie nicht mehr mag, wird kommen und dann trägst du das dreckige Ding). Alles was dazu beiträgt, dass ihr der Ball "gehorcht" ist super.

    Besorge ihr idealerweise einen Ball in Größe 3. Die sind kleiner als "normale" Bälle. Oder einen Schaumstoffball mit 20cm-Ø falls du Sorgen um deine Einrichtung hast 8).


    Ansonsten ist Youtube voll von Übungen und Anregungen. Einfach Bambini Training eintragen...


    Viel Spaß!

    Der Wohnort ist vermutlich ein Teil des sehr großen Faktors Glück bei der Entscheidung ob es jemand nach oben schafft oder nicht.

    Vielleicht muss man aber auch ein paar Dinge einfach mal annehmen, so wie sie sind...
    Wenn ich Mordstalent auf Ski bin, wohne aber im Emsland, siehts auch mies aus. Oder ein Segler im bayrischen Wald. Oder ein Schwimmer im Niemandsland ohne Schwimmbad in der Nähe. Eishockey im Schwarzwald? Auch schwierig außer man kommt bis Schwenningen...


    Jeder muss gucken, was in seinem Umfeld geht und was angeboten wird. In dieser Konstellation ist Fußball zu dem geworden was es ist, denn es wird in allen Regionen und auch aufm Dorf gespielt. Anders als in anderen Sportarten, wo es Einschränkungen gibt.


    Und da alle mobiler geworden sind, ist eben auch das größere Angebot besser erreichbar.

    Was bringen z. B. der Nationalmannschaft 8 Top-Stürmer, ein oder zwei reichen ja schon

    Das geht aber nur so lange auf, wie deine beiden fit sind. Wenn da ein oder zwei ausfallen und dahinter nicht viel kommen würde, sieht es schon mau aus. Das Ziel müsste doch eigentlich sein, dass acht um die Posten der zwei konkurrieren.


    Da es ja hier speziell um den deutschen Fußball geht: wie wäre es denn, wenn die Profivereine auch mal wieder vermehrt deutsche Spieler einstellen würden? Die meisten Vereine beschäftigen nur rund 50% Deutsche. Natürlich gehören Ausländer in unsere Gesellschaft, keine Frage. Aber das sind eben lt. Statistik rund 1/4.

    Dramatisch finde ich es, dass gezielt ausländische Jugendliche in die NLZs geholt werden. https://fussball.news/a/eberl-…er-spieler-nlz-regulieren. Was soll da langfristig für den deutschen Fußball bei rauskommen?


    Mir kommt die Bundesliga immer mehr vor wie eine "Weltliga, Abteilung Deutschland". Mir ist auch immer mehr egal, wer da welches Trikot anzieht. Identifikation kann ich keine mehr entwickeln und so gucke ich mir inzwischen die Sportschau an und erfreue mich an schönen Spielzügen. Und wer dann für wen das Ding reingemacht hat... egal.


    Mitfiebern tu ich nur noch bei meinem Team und denen meiner Kinder.


    Gehts euch auch so oder seid ihr noch treu an der Seite eurer Vereine?

    Dazu kommt es noch das die Großvereine meist 30 - 40 km weiter weg sind und das richtig ins Geld geht und dann plötzlich zu erkenn das der Junge doch nicht das nächste Wunderkind ist. Sowas sollte man einfach den NLZ überlassen und deren Sichter. Die haben dazu mehr Plan und wissen auch was Sache ist.

    Na das ist jetzt aber auch etwas zu schwarz/weiß.


    Ab einem gewissen Alter haben ambitioniertere Kinder einfach keinen Spaß mehr in der Bauernliga gemeinsam mit dem dicken Paul zu spielen. Und wenn ein Talent im Dorfverein raussticht, wie ein Clown auf ner Beerdigung, dann ist es Zeit zu gehen. Dann erhöht sich ggf. der Aufwand, ja. Aber dass dann nur der Weg ins NLZ der richtige wäre ist auch quatsch. Denn dort ist längst nicht jeder richtig aufgehoben.


    Du hast recht, viele Großvereine ziehen die Talente ab und entwickeln sie dann auch nicht wirklich. (wobei hier in einem Großverein in dessen dritten Mannschaften die Topspieler des Jungjahrgangs stecken, nur mal so als Anmerkung, ne Dritte muss also nicht schlecht sein) Weil auch diese Vereine im dümmsten Fall auf mehr oder weniger gute Trainer zurückgreifen müssen. Es gibt halt einfach viel zu wenige!


    Aber es gibt auch einige die Vereine, die eine gute Jugendarbeit machen und sich zwischen NLZ und Bauernliga ansiedeln.

    Nur - das darf man ja scheinbar nicht mehr sein. So mittel. Kein kommender Ronaldo aber auch kein Rumbolzer... Warum eigentlich nicht? Ist es nicht der größte Spaß von allen, wenn man weder über- noch unterfordert ist und mit in etwa gleich guten gegen in etwa gleichgute spielen kann?

    ja, aber die Gretchenfrage ist doch: ist das überhaupt wünschenswert? Und das ist ja die frage, die let1612 aufgeworfen hat. Klar, im Fußball oder Tennis lockt das ganz große Geld. Aber lassen wir mal die Sportart / Finanzen außen vor, ist dann er Aufwand in einem sinnvollem Verhältnis zum Ertrag?


    Ich finde, nein, denn ich finde, die Sportler sind viel zu jung, wenn sie mit ihrer "Berufsausbildung" beginnen. Denn das startet nicht nach der Schule sondern währenddessen. Die Schule wird dafür allerhöchstens integriert. Ganz extrem sind hier die Schwimmer. "Du willst nicht 5 x die Woche trainieren und bist schon 10 Jahre? und tschüss"

    Und nicht wenige Träume zerbersten rund um den Körper. Verletzungen und Langzeitschäden sind ja auch nicht selten.


    Gerade im Fußball wird dann noch mit Geld um sich geworfen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das den Jungs psychisch auch nicht sonderlich gut bekommt, wenn ein Spieler in der A-Jugend das Doppelte von dem verdient, was die Eltern gemeinsam mit zwei Vollzeitjobs erwirtschaften.

    Ich bin ziemlich davon überzeugt, dass auf dem Weg zum lukrativem Profi (oder Sportförderungsprogramme) viele viele körperlich oder mental fies auf der Strecke bleiben.


    Für mich heißt das deshalb: Hochleistungssport? Lieber nicht.



    Wie wirkt sich das auf mein Traineramt aus? Na gar nicht! Ich bin bei den Bambinis oder F-Jugend unterwegs, im Dorfverein, Breitensport... Und ich sehe das so wie stefan1977 beschrieben hat: die Kinder sollen gewinnen wollen, sollen sich freuen und ärgern. Und sie sollen sich bestenfalls reinhängen. Aber statt eines "unbedingen Siegeswillen" gebe ich ihnen mit auf den Weg, dass auch Niederlagen dazu gehören. Und mir geht das Herz eben nicht auf, wenn ich eine überforderte Truppe mit 22:0 abziehe.

    bzw. Vorleben dieser Einstellung später für so ein Leben brennen? Und da geht es mir nicht nur um Profisportler. Erfolgreiche Wissenschaftler und Unternehmer machen das auch.

    Wie bitte sollte ich denn ein solches Leben vorleben, wenn mir diese Denkweise vollkommen abgeht?


    Denn ich vertrete mal sehr bewusst eine Kontraposition:

    An der Spitze ist es einsam. In der Mitte hingegen sind viele. Beruflich heißt das zum Beispiel, dass ich Teil eines Teams bin, meine Fähigkeiten wie bei einem Teil eines Mosaiks einbringe, welches aber nur in der Gänze seine Pracht entfaltet. Ist man in so einer Position unwichtig oder weniger wert? Wohl kaum.

    Statt mich einer einzigen Sache zu widmen, was wohl für die absolute Spitze nötig ist, kann man sich auch breit aufstellen. Elternschaft ist doch so eine breite Sache: Vorleser, Sportpartner, Koch, Streitschichter, Nachhilfelehrer, Ersthelfer und Fahrradflicker...


    Natürlich kann man seine Kinder steuern und sie zu Höchstleistungen anspornen. Häufig läuft das übrigens über Liebesentzug! Ich nenne mal die berühmt-berüchtigten Eislaufmuttis als Vertreter dieser Zunft. Zu David Garrett - dem Geiger - kann man hier ein bißchen lesen https://www.welt.de/kultur/art…h-den-Dreck-gegangen.html
    Und Helikoptereltern sind grauenhaft anstrengend. Räumen ihren Kindern jedes noch so kleine Steinchen ausm Weg und glauben, den Kindern damit zu helfen und ihnen gutes zu tun. So ein Blödsinn.


    Ich finde nur den Gedanken skurill, dass ich eine "Leidenschaft wecken" sollte. Wie soll das denn gehen? Die Welt ist doch so groß und warum sollte ich nun meine begrenzte Welt/Erfahrung hernehmen, um daraus was für meine Kinder auszuwählen? Wenn es am Ende Fechten ist, oder Klavier oder französische Literatur oder Atomphysik... Davon hab ich doch keine Ahnung. Also ist es doch eher an mir, vielseitige Erfahrungsangebote zu schaffen, damit die Kinder auch hier aus dem Vollen schöpfen könnten. Und das ist doch wiederum das genaue Gegenteil von der einseitigen Talentförderung im Kindesalter.

    Warum sollte ich mich mit diesem Thema ernsthaft auseinandersetzen? Das sind Profisportler, die sicher ganz anders ticken, als das Gros der Bevölkerung.
    Profisportler haben sich einem kleinen Teil des großen Spektrums des Lebens verschieben. Auch hier ist die Sportart ja nebensächlich aber Zeit für andere Dinge im Leben bleiben kaum. Finde ich wenig erstrebenswert und auch eher uninteressant.

    Was mir auch noch aufgefallen war, als Zuschauer meldest Du Dich am Eingang mit Handy und QR Code und nur wenn Du das nicht hast über eine Liste.

    Das hat hier im Ruhrgebiet ein großes Einkaufszentrum für seine Kunden eingeführt und - was ich super finde - den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Da steht dann auf dem QR-Code-Aushang: Powered by Einkaufszentrumsname und das wars. :thumbup:

    Ich habe mich gefragt, ob nicht auch die Coronakrise in Kombination mit diesem Ananas-Cup zu Gedanken geführt haben könnte nach dem Motto: "was machen wir hier eigentlich?"


    Der Troß reist munter durch Europa als wäre nichts!

    Dass man das Geschäft Fußball am Leben halten will, verstehe ich. Aber diese Cups könnten ersatzlos entfallen. Und ich glaube schon, dass auch die Spieler dies so sehen (könnten).


    Dann wäre es für mich nachvollziehbar, warum überhaupt keiner mit der richtigen Einstellung ans Werk gegangen ist.



    Und je nachdem wie das Thema in Spanien gesehen wird, führt das dann eben zu so drastischen Einstellungsunterschieden...

    @Belohnungen

    die Trainer machen sich irgendwie zum Obst, müssen ein Lied singen oder so. Ich denke, so was kommt bei den Kids in dem Alter am Besten an. Oder eben einen coolen Ausflug - wenn das wieder erlaubt ist. Ich befürchte nur, das ist zu abstrakt im Moment.


    Was ich gut fände wäre ein Mannschaftsvideo. Jeder nimmt daheim einen kurzen Beitrag auf, stellt sich vor, spielt ein paar Tricks vor. Dazu (falls vorhanden) ein paar Dohnenaufnahmen vom Platz/Vereinsanlage. Das ganze wird dann zu einem Video zusammengeschnitten und mit Musik unterlegt. Statt Jahrbuch...

    Ich habe die leise Hoffnung, dass man auch beim Sport an der frischen Luft auf andere Ideen kommt und sich vielleicht von anderen Bundesländern inspirieren lässt.

    Für NRW sehe ich derzeit keine Chance. Die Politik will sich nicht vorhalten lassen, dass sie nicht alles versucht hat. Ich sag nur Maskenpflicht in Innenstädten...