Beiträge von Goodie

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    Hallo Norah,


    schönes Thema aber leider hast du das nicht ausreichend konkretisiert. Welche Aspekte meinst du denn?


    Integration innerhalb einer Mannschaft?

    Im Amateurbereich oder bei den Profis?

    Oder im Reallife mit Kindern und Jugendlichen?

    Oder meinst du die Fan Kultur der Profivereine?

    Danke, Diskussion beendet

    Öhm, nö!



    Zitat von Golfstrom

    Dazu kann er auch bei fehlendem Raum das Spiel abbrechen, hinten rum spielen oder den Ball verlagern. Also er hat eine hohe Passgenauigkeit über kurze und lange Distanzen und verfügt über die Spielintelligenz zu erkennen, wann es sinnhaft ist Tiefe oder Breite dem Spiel geben mit Pässen oder abzubrechen und zu verlagern. Klassische Spielmacherfähigkeiten.

    Ich gehe da nicht so ganz mit.
    Weil wir seit Jahren in der N11 so spielen, stellen sich nahezu alle Gegner mit 11 Mann hinter den Ball und lassen die Deutschen "geduldig hintenrum" spielen. Echte Gefahr entsteht selten, die Erfolge bleiben aus, der Fan ist genervt. Für mich ist das Beamtenfußball.


    Als mir Kimmich seinerzeit in der N11 aufgefallen war, war er jung, mutig und frech. So wie es jetzt Bischoff und Scherhant versuchen.

    Ich würde mir wünschen, dass insgesamt wieder mutiger, frecher gespielt wird. Das führt vielleicht zu Fehlern und Ballverlusten aber mei. Mit gutem Gegenpressing holt man sich den Ball zurück, schafft Räume und Offensivaktionen... das macht doch viel mehr Spaß zuzuschauen.
    500 Ballkontakte hintenrum hab ich inzwischen häufig genug gesehen.

    aber in Summe kann ich da viel an unsere Eltern abgeben

    dass das ganze "neben dem Platz" geschehen von den Eltern mitgestaltet wird, ist ja alternativlos. Aber ich meinte eher die Trainer und Schiris an sich, die eben auch zumeist aus der Elternschaft gestellt wird und es quasi fast nie bei aktiven oder auch ehemaligen Spielern angesiedelt ist. Kaum einer beendet seine aktive Zeit mit den Worten: jetzt mach ich ne B-Jugend und gebe was an den Verein zurück.

    Du meinst damit, dass Trainer nur Leute sein können, die selbst auch gespielt haben?

    Ich bin der Meinung, dass Fußball ein Alleinstellungsmerkmal hat, dass auch sportartenferne Personen das machen können (und auch in gewissem Umfang natürlich auch lernen können). Bei der Leichtathletik, Eiskunstlauf oder beim Judo in meinen Augen undenkbar.


    Hier liest man ja immer: niemanden aussortieren, selbst das größte Untalent kann noch Kassierer werden etc. Doch wird das Selbstverständnis hergestellt, dass man auch mal nen Trainerschein machen muss? Dass Schiris gestellt werden müssen? Dass ein A-Jugendlicher auch bei der F mithelfen kann? Oder ist hier der Sportler fein raus und das können gerne andere machen?

    Ich möchte mal die Meinungen hören, warum Dinge, die in vielen Randsportarten vollkommen normal sind, ausgerechnet beim Fußball nicht funktionieren.


    Ich habe Jahrzehnte Volleyball gespielt und immer hieß es in den Vereinen: wir melden euer Team nur, wenn ihr mindestens zwei Schiris habt und einen Jugendtrainer stellt. Aus einen Kader von 12 wohlgemerkt. In vielen Sportarten kann man gar nicht Sportartenfremd Training geben. Aber beim Fußball gucken alle reflexartig auf die Eltern.
    In meinem Verein ist genau einer aus der Herren auch im Jugendbereich engagiert. Einer (!) aus drei Herrenteams.


    Ist meine Beobachtung falsch?

    Ich finde es immer sehr problematisch, wenn man Arbeitsdienste oder ähnliches auf Eltern der Kleinen abwälzen will.


    Ein Verkaufsstand fürs eigene Team kann ja ne nette Sache sein, wenn jemand darauf Lust hat. Einkaufen, backen, einrichten, verkaufen, saubermachen, abrechnen. Da ists einfacher, ne Mannschaftskasse zu führen.

    Ein Verkaufsstand für den Verein hingegen muss der Verein organisieren.

    Arbeitstage aufm Platz sind in meinen Augen Sache der älteren Jahrgänge von Aktiven. Von der B-Jugend bis zur AH...


    Ich habe mich auch viele Jahre über "Konsumenten" geärgert. Allzu häufig ists aber eine Frage der Kommunikation. Ich habe bei den Bambinis bei jedem einzelnen Elternteil erläutert, dass und welche Mitarbeit erwartet wird - bevor die Aufnahmeanträge abgegeben wurden. In der E-Jugend hingegen hatte ich oft mitbekommen, wie Kinder über Kumpels ankamen, die Anträge von den Kollegen entgegen genommen wurden, ohne die Eltern auch nur ein einziges Mal gesehen zu haben. Und das sind dann genau die Kinder, die immer mitgenommen werden müssen.
    Kann man so machen, darf man sich aber nicht wundern. Schwierig ists, wenn genau diese Eltern dann am lautesten sind wenns ums Fordern geht. Und natürlich gibts unangenehmen Menschen.


    Ich finde aber auch, dass Arbeitsdienste in die Satzung gehören und nicht nur irgendwie bei denen eingefordert werden, die sich blicken lassen.


    Funfact: ich brauche seit längerem keine Spieler (B-Jugend) mehr zu Auswärtsspielen zu fahren. Grund? Ich habe gesagt: ich fahre und nehme auch Spieler mit ABER NUR wenn diese nach dem Spiel duschen. Tja, was soll ich sagen: will keiner mehr mit, alle finden andere Lösungen. Und dass andere Eltern und die Trainer die Spieler ungeduscht fahren, löst bei mir zwar Kopfschütteln aus aber das ist ja nicht mein Problem.



    Was ich aber eigentlich sagen wollte: wir wissen zumeist nichts von den Familien, auf die wir schimpfen. Wir sehen die Kinder 3 mal die Woche für gut zwei Stunden, die Eltern noch weniger.
    Haben sie die demente Oma zur Pflege daheim? Kommen sie ohne Schlaf aus der Nachtschicht? Werden sie vom Chef gemobbt? Steht ne Trennung ins Haus? Gibts ne Krebsdiagnose in der Familie? Oder nur vier weitere Geschwister oder ein Pferd? Sind sie überschuldet und überfordert? Gerade arbeitslos geworden? Sanieren sie ein Haus?

    Mir fallen viele viele Gründe ein, warum jemand keine Lust hat, sich zu engagieren und das das Engagement immer weiter sinkt, wird ausreichend besungen. Pfiffige Lösungen müssen her, die schlauer sind als auf die "Kerstin aus der F-Jugend" zu schimpfen.


    Vielleicht sollte man die Energie mal in die Eltern stecken, die sich einbringen anstatt sie bei den immer gleichen verpuffen zu lassen. Das sind auch die, die uns Trainern Anerkennung zu teil werden lassen in Form von kleinen Weihnachtspräsenten o.ä.

    Ich bin mal gespannt, ob das Thema Jungs/Mädchen jemals endet.


    Die Kleinen fangen Mixed an und fertig.

    Wenn die Mädchen nicht mehr mithalten können, verweist man sie an geeignetere Teams. So wie ParkerS es auch gesagt hat und so wie man es übrigens auch mit Jungs macht, die nicht mehr mitkommen.

    Als Ergänzung zu dem schon verfassten mal ein ganz anderer Blick auf das Geschehen:

    Hast du mal geguckt, wie groß so ein Fußballplatz ist? Fast alle Teams trainieren nur auf einer Hälfte und solange man auf dem Kleinfeld unterwegs ist, passen Trainingsplatz und Spielfeld überein. (Erfahrung)

    Auf einmal ist da dieser riesengroße Platz und du erwartest, dass sich die Mädels dort sofort zurecht finden? Wie oft habt ihr den ganzen Platz und könnt üben?


    Ich würde spielen, spielen, spielen. Möglichst viele Freundschaftsspiele statt weiterhin Training auf dem Halbfeld.


    Ich mag übrigens das Bild, dass jede Spielerin mit ihren 2-3 Nachbarn über ein Gummi verbunden ist und die Abstände daher nicht zu groß werden dürfen. Alternativ ein Seil, welches um das ganze Team gespannt ist.


    Wenn die Kondi nachlässt und man soll laufen laufen laufen, was passiert? Man ist zuerst unkonzentriert. Außerdem sinkt die Bereitschaft aufzurücken, wenn der Gegner doch sowieso gleich wieder da ist.
    Der Trainer meines Sohnes lässt die Jungs außerhalb der normalen Trainingszeiten laufen (vorrangig in der Sommerpause, div. Distanzen oder Intervallläufe), protokolliert über ne App. Vielleicht so ne zusätzliche, regelmäßige Einheit gestalten?

    Je nach Landesverband gibts unterschiedliche Regelungen für die Mädels.


    Wer bei den Damen durchstarten will, muss im wesentlichen als Jugendliche bei den Jungs mithalten können. In sofern macht man nichts falsch, wenn sie bei den Jungs mitspielt und sofern sie dort mit Tempo und Körperlichkeit kein Problem hat. In unserem LV ist STP-Platz die Eintrittskarte in den Jungsbereich ab der C-Jugend. Ohne STP darf man dann nicht mehr bei den Jungs spielen und muss in eine Mädchenmannschaft.


    Prinzipiell muss man festhalten, dass bei den Mädchen die Leistungsdichte nicht so hoch ist wie bei den Jungs aber sie ist da! Bei den besten gibts inzwischen eine ähnliche Auslese mit Selektion und Deselektion wie bei den Jungs.


    Aber unterm Strich muss man festhalten: die Kinder müssen Spaß haben. Spaß hat man am ehesten, wenn man in einem gedeihlichen Umfeld auf seinem Niveau (weder zu hoch noch zu tief) spielen kann. Wenn ihr das im Heimatverein habt, prima. Seid einfach froh, dass sie nicht noch "zur Belohnung" ne Verbandssperre bekommen habt. Das ist meinem Sohn mal passiert...

    Welches Ziel verfolgt sie? Will sie sich immer weiter verbessern, immer weiter, immer weiter?


    Oder ist Sport eher etwas soziales für sie? Ich kenne hier einige Mädchenmannschaften, die ganz anders agieren als die Jungs. Da wird bei wichtigen Spielen erstmal das Stanket mit Girlanden geschmückt. Alles irgendwie girlie - im besten Sinne. Ich bin ja eh der Meinung, dass Mädchen und Damenfussball ihre eigene DNA benötigen. Guck zum Volleyball. Beide Varianten sehen sich nur noch ähnlich. Die Männer, extrem Kraft und Körperbetont. Die Damen mit anderen Aufschlägen, längeren Ballwechseln und mehr Finesse.


    na ja, über allem steht die Frage, was deine Tochter möchte. Und zwar dieses Jahr. Und dann nächstes Jahr... das darf sich auch ändern. Es ist eh jedes Jahr wieder neu und anders.

    (ist zwar krass OT aber der Treatersteller liest eh nicht mehr mit)...

    Ich glaube nicht, dass man heutzutage diese Ressourcen wieder aufbaut.

    Ja und das ist auch der springende Punkt.


    mal ein Beispiel: Ein Dorf mit gut 2000 Einwohnern im beschaulichen Schwarzwald hatte sich in touristischen Hochzeiten in den 70er Jahren ein Hallenbad gebaut. Die Gemeinde hat vor drei Jahren die endgültige Schließung des Bades beschlossen, ohne großes Tamtam aus der Bevölkerung. Warum? Die inzwischen nötigen die Sanierungskosten hätten der kleinen Gemeinde auf Jahre finanziell den Hals zu geschürt.


    Natürlich wäre es wünschenswert, wenn jedes Kind schwimmen kann. Deine DDR-Erfahrungen sind prima aber leider auch schon ungefähr 30 Jahre alt. Was mir im Sinn schwirrt ist frischer, weil ich Schulkinder habe und da sah es so aus:

    • kein Schwimmunterricht während Corona
    • fehlende Busunternehmer, die die Kinder zur Schwimmhalle fahren sollten
    • unzuverlässige Busunternehmer, die mal kamen und mal nicht, Beschwerden brachten wenig
    • 28 Schüler, 2 Lehrer

    btw... in NRW wurde ein zweijähriges Projekt mit Schwimmcontainern gestartet, wo 5 dieser Container in die Gemeinden gebracht wurde. Nun steht zumindest einer der Dinger hier rum (fahr ich morgens immer dran vorbei).

    Oder im Rahmen der Inklusion wurde nicht etwa die Regelschule in die Behindertenschule integriert, wo alles vorhanden war, vom Schwimmbad bis zum Aufzug, sondern anders herum... Kann man sich alles nicht mehr ausdenken.

    Und ich meinte, dass ein 4,5 jähriges Kind, was keinen Bock auf Fußball hat, durchaus im Schwimmkurs gut aufgehoben sein könnte.


    Natürlich ist schwimmen lernen Pflicht. Und natürlich sind da die Eltern gefordert. Genau wie radeln. Man kann nicht alles in Schulen abwälzen. Wie sollen denn zwei Lehrkräfte 28 Kinder im Schwimmbad managen, wovon einige super schwimmen, einige uberleben und reichlich viele können es noch gar nicht? Und das bei 20-30 min Wasserzeit? Btw, hier erst in der 3. Klasse, also viel zu spät.


    Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, genügend Möglichkeiten, eine Kurs zu buchen oder Lehrschwimmbecken zu besuchen. Von mir aus auch Kurse in den Kitas und Schulen für Nichtschwimmer aber Unterricht für alle ist Ressourcenverschwendung.

    In meiner Familie hätte ich Eishockey, Rudern, Leichtathletik, Volleyball, Fußball, Akkordeon, Reiten und Boxen im Angebot. Hier gab es nur einmal die Kombination, dass der Sohn dem Vater nachgetan hätte.

    Natürlich werden die meisten Kleinen zum Fußball gebracht. So viel Auswahl hat man in dem Alter noch nicht. Wenn du schon einfluss nehmen willst, dann mach mit deinem Kind einen Schwimmkurs.