Beiträge von Powerzwergenpapa

    Und offen gesagt, ich rufe auch eher selten "gib den Ball ab", aber wenn der Angriffsspieler 3 mal hintereinander 15 m vor dem Tor ins 1:1 geht, den Ball dabei verliert statt ihn an einen freistehenden weiteren Angreifer abzuspielen, dann ist das auch irgendwie blöd und sollte mal vom Spieler überdacht werden.

    Nö, jedenfalls nicht in U9. Das ist es ja genau, wo das Ergebnisdenken der Ausbildungspriorität im Weg steht.


    Natürlich kann man dann den Spieler kurz auswechseln und mit ihn zu der Situation befragen, um zu klären, welche Optionen zur Verfügung stehen, ob er den freien Mitspieler gesehen hat und warum er nicht abgespielt hat, obwohl das (vielleicht) die bessere Entscheidung gewesen wäre.


    Aber als Trainer von draussen reinrufen ("Spiel den Ball ab!"), ist nicht gut. Das verunsichert Kinder.


    Ich kann noch einmal das Beispiel vom Sommer erzählen (habe ich hier glaube ich schon mal gemacht), als ich es paradigmatisch (als Negativbeispiel) erlebt habe. Situation: Spieler läuft aufs Tor zu und sucht den Abschluss statt abzuspielen, was vielleicht die bessere Option gewesen wäre (ich finde das von aussen tatsächlich manchmal auch schwer zu beurteilen). Trainer motzt von draussen lautstark rein. Kurz darauf die nächste Angriffssituation. Diesmal könnte der Spieler alleine durch, der Weg war frei. Stattdessen sucht er völlig überhastet das Abspiel, das natürlich misslingt. Da hat dem Spieler wegen des Trainergemotzes die Sicherheit gefehlt, souverän die richtige Entscheidung zu treffen.

    Ich möchte hier nicht den advocatus diaboli geben. Zumal ich ja selbst die Zustände im kifu in d (oft) nicht gut finde.


    Ich glaube allerdings dabei nicht, dass die Umstellung auf funino (alleine) so entscheidend ist. Ich finde viel wichtiger, die Gedanken, die in der FPL Niederschlag gefunden haben, weiter zu verfolgen.


    Ich oute mich mal, ich habe gelegentlich die Möglichkeit, auf Schulhöfen Kindern beim Bolzen zusehen zu können. Da wird in allen möglichen Konstellationen gekickt, je nach Anzahl der Spieler,Bälle, Tore. 1gg1 (wm), 3gg3, 5gg5, 10gg20 auf große Tore, kleine Tore, es werden Bäume als Tore genommen oder Jacken.


    Entscheidend ist, dass die Teams "fair" zusammengestellt sind, sonst heißt es: "Das ist nicht fair!" In so einem Fall wird entweder bei den Teams etwas getauscht oder die Gruppe löst sich auf.


    Dieses Prinzip der Fairness, das für Kinder ganz eminent wichtig ist, wird im Kifu mit Füßen getreten. Und das nicht mal für die paar Minuten einer Schulpause, sondern für 2x20 Minuten. Darum kommt es zu diesen Ergebnissen a la 20:0 oder sogar noch deutlicher.


    Und wenn man sich das dann genauer anschaut, sind das i.d.R. keine 'normalen' kifu-mannschaften, die solche Ergebnisse Zustände bringen, sondern da spielt dann die bunt gemischte Dorftruppe, gemischter Jahrgang, gegen die F1 des großen, städtischen nachbarvereins, wo der 'Cheftrainer' sich aus 35 Kindern pro Jahrgang sein Gewinnerteam zusammenstellen kann.


    Das führt dann dazu, dass andere Vereine, die nicht über diese Anzahl Kinder verfügen, sich jahrgangübergreifend ihr Team zusammensuchen oder gar Kinder 'hochziehen', um unter solchen Bedingungen noch mithalten zu können.


    Das sind so Zustände, die ich nicht verstehe, denn in dem Alter geht es doch noch gar nicht um feste Positionen, mannschaftstaktik o.ä., sondern um die möglichst optimale individuelle Förderung jedes Kindes. Tatsächlich stehen dieser aber offenbar Strukturen im Weg, die Erfolgsdruck produzieren und 'unfaire' Bedingungen befördern, unter denen die Kinder den Spaß verlieren. Das ist meiner Meinung nach vollkommen unabhängig von der Zahl der Spieler, der Zahl und Größe der Tore etc.


    M.a. W., wenn funino im Spielbetrieb zu einer Verbesserung des Status quo führt, dann meiner Ansicht nach nicht wg. der Organisation des Spiels, sondern ist es eher eine Frage des Spielmodus (etwa "Championsleague"-Modus), der für mehr Fairnis sorgt. Ballstaubsauger gibt es jedenfalls beim funino auch.

    diejenigen, die funino als selektionstool verteufeln

    Da fühle ich mich mal auch angesprochen. Dass ich die Einführung von Funino als "Selektionstool" sehe, ist richtig. "Verteufeln" ist aber falsch, das möchte ich für mich zurückweisen.


    stellarium , ihr seid F-Jugend?

    ausschliesslich funiño...

    Im Training, nehme ich an!? Im Spielbetrieb habt ihr 4+1, jetzt in der Halle. Nehmt ihr sonst am Spielbetrieb teil?

    Massen = weniger Auswahl = weniger Qualität in der Spitze

    Das ist genau die Argumentation von Lochmann, dass so die "Selektionsbasis" erhöht würde. Aber diese Fußballrealität zeigt eben, genau wie Goodie sagt, dass das so nicht stimmt.

    Nach der Logik dürften ja nur große Länder Chancen im internationalem Wettbewerb haben und Länder wie Kroatien hätten nie eine Chance, da die Basis sehr viel kleiner ist.



    Trainero

    aber das wäre doch kein Nachteil, wenn dadurch alle besser gefordert wären

    Natürlich ist es gut, wenn alle Kinder gut gefördert werden. Aber das sollte ja auch derzeit so geschehen und auch bei Funino ist das illusorisch, sondern da reicht es dann ja dass ein Trainer seine drei "Star-Spieler" fördert.


    Worüber reden wir? Wir reden über den Spielbetrieb. Das sind bei uns in in F und G 6er Staffeln, also in einer Saison 10 Spiele à 40 Minuten. Dazu kommen in der Halle drei Kreisturniere à 5x11 Minuten. Also ein winziger Ausschnitt dessen, was die Kinder bei uns an Fußball spielen. Und das soll jetzt den Ausschlag geben, dass "alle Kinder" besser gefördert werden?


    Rhetorische Frage, natürlich nicht. Alle Kinder sollten nach ihren Fähigkeiten gut gefördert werden, das ist völlig unabhängig von der Organisation des Spielbetriebs, der ja eben nur einen winzigen Ausschnitt dessen bietet, was Kinder in Deutschland an Fußball spielen.


    In Wahrheit geht es, daran besteht für mich kein Zweifel, nicht um die Kinder, sondern darum die Sichtung zu erleichtern und die besten Talente immer früher ausfindig machen zu können.


    Warum wurde denn etwa ein Niklas Füllkrug von Werder Bremen entdeckt? Weil er in einer Mannschaft spielte, die damals im ganzen norddeutschen Raum für Furore sorgte, weil sie alles in Grund und Boden gespielt haben. Das lag aber natürlich nicht nur an Niklas Füllkrug, sondern das war eine sehr gute Mannschaft. Andere herausragende Kicker spielen in ihrem Team mit lauter Blümchenpflückern zusammen und dann reicht es beim 6+1 nicht, eine Granate im Team zu haben.


    Unser NLZ sichtet schon für ihre U10 alle oder zumindest sehr viele Spieler der Mannschaften in der Umgebung. Aber das machen ja die wenigsten NLZs in dem jungen Alter, weil das auch einfach gar nicht geht. Funino vereinfacht das, weil systemisch schonmal vorgesiebt wird. Und dann braucht man nur noch auf dem A-Platz die Spieler zu sichten. MDahlin und luibo haben das aus dem Berliner Raum erzählt, dass es da genau so läuft und das ist ja auch nur logisch.


    Deswegen sehe ich diese Diskussion um eine Einführung von Funino kritisch. Das soll nicht heißen, dass ich das rundweg ablehne oder nicht die Vorteile von Funino (als Ausbildungs-Tool!) sehe. Aber es ist halt klar (so sehe ich das zumindest), dass es da jetzt nicht oder zumindest nicht in erster Linie um das Wohl oder Interesse der Kinder geht, die wollen nämlich einfach nur Fußball spielen; sondern es geht darum, die besten Talente möglichst früh zu entdecken, um sie möglichst früh besonders gut fördern zu können.

    Ich sehe das schon ein wenig kritisch, muss ich sagen.


    Man hat beim DFB gemerkt, dass man bei der Ausbildung gerade gegenüber anderen Ländern wieder etwas hinterherhinkt. Jetzt meint man, mit der Einführung von Funino diesen Rückstand in der Nachwuchsausbildung wettmachen zu können bzw. sich wieder einen Vorsprung erarbeiten zu können.


    Ich habe selber gerade ein Sichtungsverfahren eines Bundesligavereins beobachtend begleiten können. Da habe ich schon Fragen, warum welche Kinder zum Probetraining eingeladen oder auch nicht eingeladen werden und wie eigentlich die Sichtung erfolgt ist. Fast alle Kinder, die es letztlich geschafft haben, zum Probetraining eingeladen zu werden, sind körperlich sehr groß. Beidfüßigkeit? Fehlanzeige. Technische Fähigkeiten? Bei vielen Kindern sehr schwach ausgeprägt. Spielintelligenz und Übersicht? Hat bei dem Sichtungsverfahren offenbar überhaupt keine Rolle gespielt. Groß, schnell, durchsetzungsstark – das waren offenbar die leitenden Kriterien.


    Natürlich muss man angesichts dessen fragen, welche personellen und zeitlichen Ressourcen überhaupt zur Verfügung standen, um bei der Menge der Kinder, die im Umkreis dieses NLZ zu sichten waren, zu einem besseren Ergebnis zu kommen. Ich denke, dieses NLZ ist schon ausgesprochen gut ausgestattet, aber trotzdem kann es für mich keine Frage sein, dass die Sichtung nur sehr oberflächlich erfolgt sein kann. Das geht vielleicht(?) auch gar nicht anders.


    Das ist der Kontext, in dem ich die Pläne zur Einführung von Funino sehe. Ist ja kein Zufall, dass das jetzt nach der verkorksten WM forciert wird. In meinen Augen geht es bei der Einführung von Funino nicht um "Ausbildung" oder "kindgemäßen Fußball", sondern das ist für mich in erster Linie ein Verfahren, um noch früher die besonders leistungsstarken Kinder detektieren und in den selektierten Leistungsmannschaften fördern zu können.

    Goodie , ich habe in dieser Woche ein Sichtung-Training eines BL-NLZ beobachtet. Fast alle Kids, die dazu eingeladen worden waren, sind Riesen-Kinder. Fußballerisch fand ich es eine Katastrophe. Die Kids waren groß und schnell und stark – solange kein Ball dabei war ;(


    Es gibt ja dieses Video, wo M. Lochmann mit einer Hessenliga-Mannschaft Ballbesitz trainiert und darüber erschrocken ist, dass die Jungs nicht in der Lage ist, mal über 15 Stationen den Ball halten zu können. So beobachte ich das auch bei uns in der Landesliga: Es geht nur über Druck und Physis und Zweikämpfe und dann möglichst in 5s zum Torschuss kommen.


    Für mich hat das mit Fußball relativ wenig zu tun. Die sollen doch zum Ringen gehen, da wären sie besser aufgehoben. Aber selbst schuld, kann man da ja nur sagen. Wenn in der Ausbildung statt auf Fuß-Ballerisches Können lieber auf möglichst groß und stark gesetzt wird, braucht man sich nicht zu wundern.


    Über Johann Cruyff wird erzähl, dass er mit 15 noch nicht in der Lage war, eine Ecke vors Tor zu treten, weil ihm die Kraft dazu fehlte. Da war der Ansatz genau umgekehrt: Kraft kann man in der Mucki-Bude sich leicht antrainieren. Aber Spielverständnis, Übersicht und Ballgefühl, das lässt sich extrem schwer trainieren.


    So ist es ja auch. Das Wachstum kommt von alleine, beim einen früher, beim andern später. Und Kraft und Bizeps kann sich jeder antrainieren, das ist auch kein Problem. Aber Ballgefühl? Spielintelligenz? Coolness am Ball? Kreative Lösungen im Zusammenspiel?

    Oder der Trainer unser gegnerischen Mannschaft hat sich dermaßen darüber beschwert, dass unsere Co-Trainerin ihren Spielern zugerufen hat: "Das schafft ihr, die sind garnicht so gut!"

    Da würde ich mich auch aufregen. Die eigene Mannschaft motivieren ist okay, aber dafür braucht man den Gegner nicht schlecht reden.


    Gut, ist jetzt passiert; sie wird sich ja sicher hinterher entschuldigt haben, gut ist.

    ich glaube, das passt schon wenn man ein Herz für die Kids hat.

    :thumbup::thumbup:


    Meint ihr, ich hätte konkret sagen sollen, dass es dann einen Monat Pause gibt oder er aus der Mannschaft fliegt?

    Ja, ich denke, es ist gut, in solchen Fällen eine konkrete Absprache zu treffen: welches Fehlverhalten zieht welche Konsequenzen nach sich. Das gibt allen Sicherheit, dir, aber ja auch dem Spieler. Ich würde es dabei auch so halten wie luibo , also nicht so, dass er jetzt aus dem Kader fliegt oder so etwas. Aber eben schon, dass er dann mit einer Pause rechnen muss. Wie auch immer, aber eben eine unmissverständliche Ansage, welches Fehlverhalten welche Konsequenzen nach sich zieht. Das ist für alle hilfreich, für den Spieler und auch für dich!

    Meiner Meinung nach gehört sich eine solche Maßnahme mit JL und Eltern abgesprochen.

    Seh ich auch so, so ist es unglücklich gelaufen.


    Aber hilft ja jetzt nichts. Jetzt müsst ihr euch zusammensetzen und das Ganze möglichst entspannt besprechen. Conosco , du bist ja noch jung und vermutlich noch nicht so lange Trainer. Ich denke auch, mit etwas Abstand bricht es niemandem einen Zacken aus der Krone, wenn man einen Fehler einsieht bzw. dass das so blöd gelaufen ist.


    Ich denke, wenn jetzt alle runterkommen und den entsprechenden Willen aufbringen, ist nichts passiert, was sich nicht in einem vernünftigen Gespräch miteinander klären lassen sollte.

    Nicht jeder, der schnell wirkt, ist es auch. Da kann man mächtig daneben liegen, wenn die Schrittfrequenz nur hoch ist.

    Das hast du hier ja schon gelegentlich angesprochen, dass Schnelligkeit für dich ein herausragendes Talentmerkmal ist.


    Wahrscheinlich kennst du ihn, aber ich verlinke da allen Interessierten diesen lesenswerten Artikel: Talenterkennung


    Ich zitiere mal einen Satz aus diesem Artikel, den ich – meine ich mich zu erinnern – so ähnlich auch schon von dir hier gelesen habe, zumindest habe ich bei diesem Satz an dich gedacht:

    Zitat

    Zu häufig fällt bei Stützpunkten und in NLZs der symbolische Satz: „Der ist zwar technisch super und wirklich intelligent, aber der wird Probleme mit dem Tempo bekommen und hat keinen Körper.“


    Wenn man derzeit auf die Tabelle schaut, mit RB Leipzig und Borussia Dortmund ganz oben, zwei Mannschaften, deren Spiel von rasant schnellen Umschaltmomenten mit besonders schnellen Spielern geprägt ist, scheint das dem recht zu geben. Die Franzosen haben bei der WM ja auch ähnlich gespielt.


    Ich kann da für meinen Teil nur sagen, dass ich es bei der WM nicht mit den Franzosen gehalten habe, weil mir ihr Fußball überhaupt nicht gefallen hat. Kroatien hat – für mich – auch im Finale den besseren Fußball gespielt. Und ich erinnere daran, dass es im WM-Finale ein geschenkter Freistoß war, der die Franzosen auf die Siegerstraße gebracht hat. Wer weiß, was passiert wäre, wenn der Schiedsrichter da nicht auf Griezmanns Schauspielkünste hereingefallen wäre.

    Charles De Goal , hier musst du im Gespräch mit dem Spieler und seinen Eltern für Klarheit sorgen: Welches Verhalten zieht welche Konsequenzen nach sich? Das muss klar definiert und dann mit dem Spieler kommuniziert werden.


    Danach ist es an dir bzw. euch als Trainerteam, diese Vereinbarungen ernst zu nehmen. Wenn ihr vereinbart, dass gewisses Fehlverhalten eines ggf. mehrmonatiges Ausschluss zur Folge hat und das mit dem Spieler so klar besprochen ist, dieser sich aber trotzdem darüber hinwegsetzt, dann müsst ihr die Konsequenzen ziehen.


    Wichtig ist jetzt Klarheit!

    @Mr Rabona, für mich hört sich das sehr gut an!

    Falls ja, dann finde ich es schon eher suboptimal, wenn man da ein größeres Feedback gibt.

    Warum? Was heißt "größeres"? Es war ein Feedback, das finde ich auch sehr angemessen, schließlich ist der Verein an Mr Rabona herangetreten.


    dann fehlt mir Koordination und Schnelligkeit

    Wer sagt, dass das nicht in die Bewertung mit einbezogen wurde?


    Wenn ihr aber extrem ländlich wohnt, Dh im erreichbaren Umkreis wirklich sonst nur absolute „Dorfklubs“ sind, dann kann man vllt demnächst diesen Verein doch ansteuern, aus Mangel an jeder anderen alternative.

    Aber mM nach noch nicht in der G-Jugend.

    Ich finde solche "Ferndiagnosen" schwierig. Mr Rabona hat die konkrete Erfahrung, er erlebt die Situation vor Ort. Er. erlebt die konkreten Personen.


    Am Ende läuft es alles auf die Frage hinaus, ob es Mr Rabona die 40€ wert ist. Ich denke, an dem Punkt sollten wir uns zurückhalten. 40€ ist viel Geld, ja, aber es gibt auch erheblich teurere Hobbys. Die meisten Eltern werden bereit sein, 40€ für das Hobby des Kindes auszugeben, damit es gut gefördert wird und in guten, vertrauenswürdigen Händen ist.

    Follkao ,


    Auch im Norden bieten die Fußballschulen ein "Fördertraining" an, das sie sich gut bezahlen lassen. Die Kurse sind ruckzuck ausgebucht, besonders bei den Kleinsten. Bei den Fußballschulen bei uns im Nahbereich sind die Kurse für die 6-7jährigen fürs nächste Jahr schon allesamt rappelvoll. Und preislich bewegt sich das sehr weit über den 40€/Monat!


    Bei Mr Rabona würde ich das daher etwas anders einordnen. Ich habe das jedenfalls so verstanden, dass der Verein einen festen Kader mit ausgesuchten Kids zusammenstellt.


    40€ ist immer noch happig, ja. Aber wenn auf der anderen Seite qualifizierte Trainer, gutes Training mit gutem Equipment und guter Infrastruktur stehen, finde ich das bedenkenswert. Wenn man dieselben Bedingungen auch preisgünstiger bekommt, okay. Aber das ist ja vielleicht bei Mr Rabona nicht der Fall, zumindest kann er das nur selbst beurteilen, das steht uns ja nicht zu.

    Die Eltern jedoch platzten vor stolz, von wegen ihr Sohn sei so stark, der müsse bei den Großen gefördert werden...

    Das ist bei manchen unserer Bambini-Eltern auch so. Da sind einige, die haben ihre Kinder regelrecht zu uns ins F-Training geschleppt und quasi "vorspielen" lassen. Da frage ich mich auch, was die teilweise in ihren Kindern sehen, das ist so realitätsfern.


    Wir haben abgemacht, dass er ab und zu mal aushilft, im eigenen Verein, ein Jahrgang höher, wenn es passt und das klappte sehr gut.

    So finde ich es bei solchen Fällen ideal: Wenn es passt und als zusätzliche Förderung im höheren Jahrgang trainieren und bei Gelegenheit, zum Beispiel bei vielen Absagen, in Spielen aushelfen. So wird das Kind nicht aus seiner Mannschaft herausgerissen und die Entscheidung bleibt jederzeit ohne Probleme reversibel.


    Bei uns im Nachbarverein gibt es einen Jungen, der von Anfang an jahrgangshöher gespielt hat. Das hat in G und F gut geklappt, da konnte er mithalten bzw. gehörte zu den Besten. Aber das hat sich mit der Zeit immer mehr relativiert. Jetzt in E ist der Junge zunehmend überfordert. Ich habe ihn jetzt am WE wieder spielen gesehen und das hat m.E. so überhaupt keinen Zweck. Der Junge war bemüht, wuselte zwischen den zwei Köpfe größeren Spielern hin und her, ich kann mich allerdings an keine nennenswerten Aktionen erinnern, wo er seiner Mannschaft weitergeholfen hätte (er war auch die meiste Zeit auf der Reservebank). Aber er hat halt immer in dieser Mannschaft gespielt, das ist sein Team mit seinen (älteren) Kumpels, soll man ihn jetzt wieder zu den "Kleinen" stecken?


    Ich sehe ihn öfter und man merkt, dass dieser Junge, der eigentlich immer total fußballverrückt war, zunehmend den Spaß am Fußball verliert. Wenn es ganz blöde läuft, geschieht es wie bei dem Beispiel von Mittelfeldstratege und es ist dann mal Schluss mit Fußball.

    Ich würde ihn sehr gerne gegen Gleichaltrige sehen, die ein ähnliches Niveau haben wie er.

    Möglicherweise wird das schwierig, gerade wenn es um eine ländliche Region geht. Das ist aber nicht unbedingt ein Problem.


    1. ist es, wie gesagt, für die Entwicklung nicht negativ, wenn es auch Phasen der Unterforderung gibt, eher im Gegenteil.


    2. werden seine Mitspieler mit der Zeit besser. Er wird auch in 2 Jahren wahrscheinlich noch überlegen bleiben, aber es wird schwieriger für ihn; und in Wettkämpfen wird er nicht als Mitläufer, der auch mal ein Tor schießt, sondern als Leader gefordert sein (s. Aussagen von Nagelsmann zum Hochziehen).


    3. kann eine gute Trainingsstruktur eine solche Leistungsschere abmildern und gute Trainer sind ja in der Lage, wenn die Trainingsgruppe von der Größe her angemessen ist, zu differenzieren, so dass alle Spieler sich entwickeln und verbessern können.


    Jetzt warten wir mal das Probetraining ab und entscheiden dann, wie es weitergeht.

    Das finde ich sehr gut. Schildere gerne deine Eindrücke hier. Das geht auch per PN an einen User deines Vertrauens. Hier sind viele erfahrene Trainer, die dir gerne Rückmeldung geben.


    Ich für meinen Teil kann mir vorstellen, dass der Wechsel zur Fußballschule des Zweitligisten eine gute Entscheidung sein könnte.

    Die 40€ würde ich nicht zu hoch hängen, abgesehen davon dass @Mr Rabona natürlich die Haushaltskasse checken muss, ob das drin ist. Aber das scheint ja der Fall zu sein.


    Ich denke, der Verein verlangt diesen Beitrag, weil er das kann. Einmal weil die Leute in der Region nicht so schlecht verdienen (ländlicher Raum im Süden bzw. Südwesten Deutschlands), zum andern weil es in diesem jungen Altersbereich keine anderen Leistungszentren im Nahbereich gibt, mit denen man um die besten Talente konkurriert.


    Insofern: Wenn der Aufwand im machbaren Bereich ist (scheint ja so zu sein) und die 40€ die Haushaltskasse nicht zu sehr belasten (scheint auch nicht der Fall zu sein) und wenn die Wettbewerbsdichte im neuen Team gegeben ist, finde ich das sehr bedenkenswert.


    Ich denke, es gibt ja die Möglichkeit, probeweise am Training erstmal teilzunehmen. Dann kannst du dich, Mr Rabona, ja von der Qualität des Trainings überzeugen und dein Junge kann schauen, ob er sich mit den anderen Kids versteht und es ihm Spaß macht.


    Wenn diese Dinge zufriedenstellend geklärt sind, würde ich das machen.


    Ausserdem wäre es meiner Meinung nach auch ein kleiner Rückschritt für ihn gegen gleichaltrige zu spielen. Das hört sich zwar blöd an, ist aber so.

    Nein, das ist nicht so. Wie du selber sagst, dein Junge ist 5 1/2 Jahre, seine Gegenspieler sind teilweise 3 Jahre älter, das sind Welten. Da kann dein Junge noch so talentiert sein, aber da kann er körperlich einfach nicht mithalten, das geht nicht. Entsprechend ist er gegen solche physisch so drastisch überlegenen Gegner in seinen Entscheidungmöglichkeiten eingeschränkt. Bestimmte Optionen stehen ihm nicht zur Verfügung.


    Dazu kommt, wie ich in dem von let1612 oben verlinkten Thread erläutert habe, dass es für die fußballerische Entwicklung der Kinder nicht verkehrt ist, auch mal unterfordert zu sein.


    Dazu ein konkretes Beispiel, das könnte auch in den Freude-Thread: Bei uns ist ein Junge (2010) erst im letzten Jahr zu unserem Team dazugestoßen. Eigentlich ein sehr sportlicher Junge, aber er hat natürlich technische Defizite. Letztes Jahr war er gegen gleichalterige bzw. ältere Kinder oft total überfordert. Jetzt sind wir als gemischter Jahrgang in einer schwachen Staffel eingeteilt und der Junge hat einen Wahnsinnssprung gemacht. Gar nicht mal fußballerisch, aber er hat ein ganz anderes Selbstvertrauen gewonnen, das sich jetzt auch in der Halle zeigt, wo es gegen stärkere Gegner geht.

    Keine Ahnung, wecher Zweitligist das sein kann, aber schon die NLZ unterscheiden sich ja schon.

    Ich gehe hier von einem Zweitligisten eher im Süden Bzw. Ländlicher besiedeltem Gebiet, weil es erst ab U12 losgeht.

    Ich hatte ja an den VfL Bochum gedacht, aber da habe ich völlig daneben gelegen. "Ländlich" passt besser. Ich denke, das ist zur Einordnung schon gut zu wissen.