Beiträge von Powerzwergenpapa

    Trainer E , man müsste für Go's und No-Go's beim Coaching einen eigenen Thread aufmachen, hier sprengt es den Rahmen. Deshalb ist das hier auch mein letzter Post dazu. Aber das Thema ist es wert! Denn Kommunikation auf dem Platz ist ein sensibles Feld und ich musste mich auch schon entschuldigen, mir ist es auch schon passiert, dass mit mir "die Pferde durchgegangen" sind.


    Einfach dafür sensibilisieren, wie wir miteinander auf dem Platz umgehen. Und das fängt bei den Trainern an.



    Edit.

    Weil es um Kinder geht. Hier gibt es so viele Threads zu Trainer als Vorbild, Erzieherfunktion und da geht immer zuallererst um das Thema, wie wir "kommunizieren", wie wir miteinander umgehen.

    Ich habe auch schon für den Gegner applaudiert, wenn etwas geil gemacht war. Ich habe auch schon gegnerische Spieler getröstet. Jetzt erst hat ein Mädel das leere Tor nicht getroffen 😊


    Es ist Kinderfußball und es sind alles Kinder!

    Ich freue mich immer, wenn die Kinder mit dem Ball am Fuß etwas "machen" wollen - egal wo das auf dem Feld ist. Ich motiviere die Kinder dazu. Gebolze rüffel ich immer. Wenn ein Kind den Pass bewusst und eigenmotiviert spielt, ist das gut. Aber ich fordere das nicht.


    OSV_Schlenthi , sorry, aber auch bei deinen Beispielen ist das nicht "selbst eingeschenkt". Das hat für mich mit "political correctness" nichts zu tun. Da waren Gegenspieler, die Situationen gut antizipiert haben. Passiert.


    Ich würde da den Mut meiner Spieler loben und mit dem Spieler zusammen überlegen, warum ein Trick oder ein Dribbling in dieser Situation nicht funktioniert hat (war es ein Ausführungsfehler oder hat die Situation diesen Trick einfach nicht hergegeben? Welche anderen Handlungsmöglichkeiten hätte es gegeben?) Daraus kann dann gelernt werden.


    Aber es ist richtig, dass deine Jungs sich mutig ausprobiert und dass sie die fußballerische Lösung im 1:1 gesucht haben - unabhängig davon, in welcher Zone das auf dem Feld geschieht oder ob ein Gegentor daraus folgt.

    Man muss beim Coachen auch deshalb aufpassen, weil das schnell einen doppelten Boden hat. Zum Beispiel kürzlich der Kommentar eines Trainers nach einem Gegentor: "Den haben wir uns selbst eingeschenkt."


    Ganz abgesehen davon, wie berechtigt dieser Spruch in der Situation gewesen sein mag: dieser Spruch ist für mich ein No-Go, weil er die Leistung des Gegners herabwürdigt. Nach dem Motto: "selbst unsere Gegentore schießen wir selbst."

    Danke, Coach31 , für deine offenen Worte.


    Lautes und zugleich gutes Coaching im Kinderfußball ist sehr anspruchsvoll, weil es eben ein Spiel mit zwei Mannschaften ist und die Kommunikation auf dem Fußballplatz immer zwei Adressen hat, die Botschaften unterschiedlich wahrnehmen.


    Ich beschränke mich deshalb (möglichst konsequent 😉) beim Coachen auf

    - anfeuern

    - loben

    - motivieren

    - trösten

    - auffordern zum Fußballspielen (=Gebolze unterbinden, erinnern ans Training)

    - auffordern zu Fairplay

    Es tut mir leid, dass ich doch mal etwas Kritisches zu diesem Thema schreiben muss. Dass bei Funino jedes Kind mehr Ballkontakte hat, ist ja gut und schön. Aber die Missstände - Brülltrainer, Fernsteuerung, Bankdrücken, Missbrauch als "nützliche Idioten" usw. - das ist ja nicht neu. Was sich verschärft hat, ist der Einfluss von außen durch überbehütende wie überehrgeizige Eltern. Aber dem ist man ja schon mit der Abstandsregel entgegengetreten. Dafür braucht es kein Funino.


    Warum dann Funino? Meiner Überzeugung nach hängt dies mit der wachsenden Bedeutung, möglichst früh einsetzender Talentförderung zusammen. Fußballmärchen wie bei Miro Klose gehören der Vergangenheit an. Und mehr noch: je früher die Förderung einsetzt, desto besser stehen die Chancen. Die Entwicklung wird dahin gehen, dass Fußballspielen auf einem professionellen Niveau ohne frühe intensive Förderung bereits im Kindesalter nicht mehr möglich sein wird.


    Dazu kommt, dass die Sekektionsbasis in keinem Altersberreich so groß ist wie im Kinderfußball. Das heißt, in keinem Bereich ist die Wahrscheinlichkeit größer, die besten Talente ausfindig machen zu können.


    Jetzt gibt es nur noch ein Problem: wie soll man unter so vielen fußballbegeisterten Kindern diese Talente finden, die besonders förderungswürdig sind? Wie die begrenzten Möglichkeiten frühzeitiger professioneller und intensiver Förderung richtig kanalisieren?


    Genau an dieser Stelle setzt Funino ein. Durch entsprechende Turniermodi werden bestimmte Kinder bereits von vornherein herausgefiltert. Die Sichtung kann sich auf die Überflieger konzentrieren. Das ist schon einmal sehr praktisch.


    Dazu kommt, dass bestimmte die Erfolgswahrscheinlichkeit auf für die Talentprognose weniger relevante Faktoren rückkoppelnde Parameter (etwa Schussstärke) durch die Spielanlage ausgeschlossen werden. Stattdessen wird die Sichtung schwer zu trainierender Basisfaktoren wie etwa Spielintelligenz, Raumwahrnehmung, Spielverständnis durch Funino sogar vereinfacht.


    Heißt: 1. Funino hilft, die Sichtung auf die aussichtsreichen Kinder zu konzentrieren (spart Personaleinsatz); 2. Funino vereinfacht die Beurteilung für die Talentprognose besonders bedeutender Faktoren wie Schnelligkeit, Spielverständnis, Entscheidungsfindung unter Druck... (spart Qualifikation des Personals). Funino bedeutet also sogar eine doppelte Ökonomisierung der Talentsichtung. Super.


    Bleibt ein Problem: wie ist das mit randständigen, infrastrukturell schwachen Regionen? Aber ich bin sicher, auch dafür wird man bald sehr praktikable Lösungen finden etwa in Form von Vernetzung über die Qualifikation für überregionale Turniere.

    Die wenigsten NLZs können es sich finanziell für die jungen Jahrgänge leisten, wenigstens im Nahbereich selbst zu scouten. Auf der anderen Seite muss die Förderung von Talenten immer früher ansetzen.


    Das ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Grund für die Einführung von Funino im Spielbetrieb. Dieses Format ermöglicht aus sich selbst heraus eine zumindest weitgehend zuverlässige Vorsortierung der Talente und macht damit die Sichtung erheblich einfacher.

    Ich habe bei unserem NLZ gerade den Sichtungsprozess (u10) sehr direkt mitbekommen, weil das einige Spieler aus unserer Mannschaft betraf. Das ist hier sehr groß angelegt und läuft hier auch über einen langen Zeitraum. Trotzdem ist bei den Topspielern die Auswahl klar. Auch für Außenstehende war offensichtlich, welche Kinder auf jeden Fall dabei sein würden und das hat sich auch genauso bestätigt.


    Genauso klar war es bei anderen Spielern, dass es definitiv nicht reicht, und auch das hat sich präzise bestätigt.


    Es gibt aber auch diesen Graubereich und ich glaube, an einem bestimmten Punkt gibt es dann auch tatsächlich keine objektiven Kriterien mehr. Das betrifft unterm Strich - so sehe ich das - zwar nur einen sehr kleinen Anteil der Selektionsbasis (ich habe das mal überschlagen, es betrifft unter 2%, eher sogar noch viel weniger), bei dem es dann aber besonders schmerzhaft wird.


    Hier ist das so, dass die Entscheidung im Team getroffen wird. Das dient nicht zuletzt ja auch dem, dass die Entscheidungskriterien möglichst transparent gemacht werden.


    Follkao , natürlich sind bestimmte fußballerisch relevante Parameter messbar, aber das meinst du ja vermutlich nicht? Wie gesagt, bei uns betraf der Graubereich, wo es wirklich nur noch um Geschmacksfragen oder allenfalls Nuancen geht, nur einen sehr kleinen Anteil der Selektionsbasis. Möglicherweise sieht das aber beim Stützpunkt etwas anders aus, weil der absolute Topbereich bereits durch die NLZ abgegrast wurde?

    Fechter , bei "passgedrillt" denke ich besonders an Zeitdruck. In meinen Augen ist eine Spielphilosophie, die darauf baut, dass die Kinder den Ball möglichst schnell wegspielen sollen, im Kifu unangemessen.


    Unsere Kinder spielen auch Pässe, auch Sicherheitspässe. Wenn sie das aus eigenem Antrieb und überlegt machen, habe ich damit kein Problem.


    Meiner Meinung nach sollte man damit vorsichtig sein, den Kindern Zeitdruck zu machen. Unsere Kinder sind alle in der Lage, auch unter Druck den Ball halten zu können. Das ist die Basis, auf der die Kinder dann zu einer guten Lösung finden können. Darum geht es doch im Grundlagenberreich.


    Bei dem besagten Hallenmeister-Team kommt halt noch dazu, dass die großen, dicken Kinder hinten jetzt immer größere Probleme mit dem Tempo bekommen, wenn sie es mit flinken, wendigen Gegenspielern zu tun haben.

    Ich habe am Samstag den Sieger der Hallenkreismeisterschaft (u9) bei uns beobachtet. Diese Mannschaft ist sehr erfolgreich, aber keiner ihrer Spieler hat den Sprung ins NLZ geschafft.


    Anders als andere hier hat mich das nicht überrascht. Die individuelle Qualität dieses Teams ist nicht so groß. Sie haben von den "klassischen" Zutaten einer erfolgreichen Kindermannschaft gelebt: guter (fester!) Torwart; große, dicke Kinder hinten; passgedrillt.


    Man hat am Samstag gesehen, wohin die Entwicklung dieses Teams gehen wird, da haben Sie nämlich gegen den Underdog (teilweise jahrgangsjünger) Punkte gelassen. Die großen, dicken Kinder hinten bekommen zunehmend Probleme mit dem Tempo und vorne fehlen dann die Zuspiele und die Kinder sind dann halt nicht in der Lage, mal aus der Tiefe heraus zu agieren, weil sie von den Zuspielen ihrer Mitspieler abhängig sind.

    Ohne dir, let1612 , widersprechen zu wollen, hat Fechter meiner Meinung nach an einem Punkt recht: man muss m. E. in der Diskussion derzeit aufpassen, dass man sozusagen nicht "auf der anderen Seite vom Pferd fällt". Auch geniales Passspiel ist eine besondere Qualität, siehe Kroos oder Özil, oder früher Xavi.


    Heute stehen alle auf diese Typen wie Sancho, Sané, Mpappé und Co. Sind ja auch coole Fußballer. Aber Fußball hat viele Facetten und ich meine, eine gute Mannschaft braucht verschiedene Spielertypen mit unterschiedlichen Qualitäten.

    Ich war lange Zeit im Glauben, dass die kleinen Spiele (bspw. Funino, 4vs4, etc.) genügend zur Entwicklung beitragen.

    Ich glaube auch nicht, dass das reicht. Es ist sicher gut - und ich glaube auch, dass das geht - alle Übungen mit spielerischen Elementen bzw. kleinen Wettkämpfen zu verbinden. Aber allein Fußballspielen lassen, reicht nicht. Sonst hätte ich es zum Technikmonster gebracht 😁


    Es braucht Üben und Bewegungen müssen sich auch ein Stück einschleifen (blödes Wort, ich weiß). Trainer müssen Dinge zeigen können. Ich glaube auch, es ist ganz wichtig, dass sich Kinder auch alleine - für sich - mit dem Fußball beschäftigen.


    Dafür braucht es aber nicht viele Worte. Vormachen - nachmachen. Immer viel mit Ball, viel Bewegung, die Kinder immer tendenziell ein bißchen überfordern (ohne sie zur Verzweiflung zu bringen). Keine taktischen Dinge, kein Stellungsspiel oder Positionen oder Spielzüge, sondern beim Fußballspielen den Kindern die Freiheit lassen, eigene Entscheidungen treffen und selbstständig Lösungen finden zu können, Schusstraining statt Passspiel. Bei kleinen Toren wird das Passspiel automatisch mittrainiert. Spielfreude als oberste Priorität.

    Für mich hört sich das nach zu viel Reden und zu wenig Fußball an.


    Die Übungen / Spielformen daher so gestalten, dass man möglichst wenig Erklärung nötig ist. Ball am Fuß, mit koordinativen Elementen, die die Kinder fordern, keine isolierten Übungen, keine Passübungen. Alle Kinder in Bewgung halten.


    Wenn du etwas neues zeigen/einführen möchtest, mach das am Anfang. Ansonsten immer wieder auf Bekanntem aufbauen, so dass du statt langwieriger Zeitverschwendung mit Erklären, Spieler einteilen u. Ä. die Zeit mit Beobachten und Einzelkorrektionen verbringen kannst.

    Also aus meiner Sicht macht Selektion in G und F im Blick auf die Ausbildung keinen Unterschied, weil es da ja noch komplett um die individuellen Grundlagen geht.


    Wenn man etwa in der F bei uns im Kreis schaut: von drei erstplatzierten Teams (alles selektierte, auf Erfolg getrimmte Teams) jetzt in der Halle hat es kein einziger Spieler ins NLZ geschafft. Aus den Teams auf Platz 4 und 5 hat es je ein Spieler geschafft. Das Team auf Platz 4 ist auch eine selektierte Truppe, das Team auf Platz 5 ist aber eine ganz normale F-Mannschaft.


    Also aus Ausbildungungssicht sehe ich überhaupt keinen Mehrwert darin, in G oder F eine starke Trainingsgruppe zusammenzuselektieren.


    Stattdessen verursacht die Selektion aber einige Probleme:

    - Freunde müssen in verschiedenen Teams spielen

    - harte Entscheidungen (aus den selektierten F-Teams bei uns wurden etwa Spieler für die Endrunde "aussortiert")

    - um mit den selektierten Teams mithalten zu können, sind kleinere Vereine zu Entscheidungen "gezwungen", die für die Ausbildung nicht gut sind (etwa feste Positionen, es spielen immer dieselben oder Kinder werden zu früh hochgezogen)

    - oder eben solche Probleme, wie Bennoah sie oben schildert


    Trotzdem - obwohl Selektion in G und F aus Ausbildungssicht zwar keinen Mehrwert, dafür aber etliche Probleme verursacht - selektieren selbst ansonsten sehr vorbildlich und ausbildungsorientiert arbeitende Vereine bereits in diesem jungen Alter.


    Bei uns im Verein haben wir uns bis einschließlich E gegen selektierte Teams entschieden. Wenn möglich teilen wir die Teams nach Jahrgang ein oder es gibt zumindest eine gemeinsame Trainingsgruppe. Das wird bei uns aber von Verein und Jugendleitung mitgetragen. Wir haben dabei allerdings den Vorteil, dass wir einen ehemaligen Nationalspieler im Team haben, dessen Rat natürlich einiges Gewicht hat.