Beiträge von Powerzwergenpapa

    RedDevil , da vergleichst du aber Äpfel und Birnen.


    Und das ist überhaupt der Punkt: Kifu ist speziell und vom Erwachsenenfußball zu unterscheiden. Kifu führt zwar - zumindest idealer Weise - zum Erwachsenenfußball hin und bereitet darauf vor, aber Kifu läuft komplett anders. Man kann die Kategorien, mit denen man Erwachsenenfußball betrachtet, nur sehr eingeschränkt auf den Kifu übertragen.

    Auf Fußball haben F-Kinder immer Lust, da gibt es (fast) kein "zu viel".


    Wo die Grenzen liegen, muss man mit seiner Frau und den Eltern besprechen. Ich würde darum auch den Saison-Abschluss mit einem Elterngespräch verbinden. Dann kann man gleich fragen, wann wer in Urlaub ist und solche Orga-Angelegenheiten klären.


    Freundschaftsspiele bzw. Trainingsturniere mit befreundeten Teams, am besten mit Trainern, mit denen man sich persönlich versteht und auf einer Linie ist, sind super. Man kann das sehr gut mit Stationen-Training verbinden. Ist auch Arbeitserleichterung, weil jeder etwas vorbereitet.


    Meiner Erfahrung nach bringt es Einiges, wenn man vor Saisonbeginn "Stoff gibt". Nicht wg. Kondition, ist klar. Aber die Zeit zum Ferienende ist auch bei Kindern für eine gute Saison sehr wertvoll. Man kann etwa einen Tag zusammen mit Nachbarvereinen organisieren, mit Stationen-Training, gemeinsamen Essen+Programm und Abschlussturnier mit mehreren kleinen Teams auf Minitore. Die Kinder sind entspannt und gut drauf, mit dem Wetter kann man auch Glück haben, was zusätzlich die Laune hebt (v.a wenn man ein Eis ausgibt 😀). Das macht Spaß, bringt die Kinder fußballerisch weiter und hilft Ihnen zum Start in die Saison. Und es ist auch gut fürs Miteinander, v.a auch wenn man die Eltern miteinbezieht.

    mgruendel02 ,


    wir reden hier über Fußball und da haben wir alle unsere Erfahrungen.


    Ich kenne Funiño. Aber wir haben bei uns keine Funiño-Liga. Da hast du einen Erfahrungsvorsprung, das respektiere ich. Wenn du von deinen positiven Erfahrungen damit erzählst, kann und will ich da nicht gegen argumentieren.


    Genau genommen, will ich gar nicht gegen Funiño argumentieren. Ich stehe dem ziemlich entspannt gegenüber, weil ich glaube, dass es für die Spielerausbilding nicht so viel austrägt. Dafür macht meiner Meinung nach der Spielbetrieb viel zu wenig von dem aus, was die Kinder an Fußball spielen.


    Funiño wird jetzt überall kommen. Damit werden sich alle, die den Kifu lieben, abfinden müssen. Ich persönlich habe Zweifel, ob das in punkto Ausbildung und Dropout so viel austragen wird. Aber okay, das werden wir sehen. Dass die Torhüterposition wegfällt, sehe ich positiv.


    Mein Punkt ist vor allem aber, dass es bei der Promotion von Funiño nicht um die Ausbildung, sondern um das Talentscouting geht. Das war hier schon Thema und ich würde dem zustimmen, dass man das ja auch positiv sehen kann, klar.


    Wichtiger wäre allerdings ein breiter angelegter Transfer von fußballerischer Kompetenz. Teilweise passiert das ja schon, dass die richtig guten Trainer in die Schulen gehen und dort im Ganztagsbereich Fußball-AGs anbieten. Norbert Elgert hat jetzt gerade im Rasenfunk den Vorschlag erläutert, dass die Vereine ihre Plätze öffnen und begleitete, offene Angebote anbieten sollten. Fußball muss erklärt und vor allem auch gezeigt werden, das passiert bei uns zu wenig.


    Das hat natürlich auch mit unserer deutschen Fußball(un)kultur zu tun. Da geht es zu viel um sekundäre Dinge (z.B. "Einstellung", "Körpersprache", "Teamgeist"). Schon im Kinderfußball liefert die Küchenpsychologie das analytische Instrumentarium.


    Dabei geht es zuerst um den Ball, dass ein Spieler den Ball beherrscht. Das ist die absolute Basis. Das muss ein Trainer zuallererst vermitteln.

    mgruendel02 ,


    der Punkt ist doch, dass die Umstellung auf Funiño die vorhandenen Probleme nicht löst und evtl. neue Probleme schafft.


    Funiño hat aus meiner Sicht einen Vorteil, das habe ich hier auch schon oft angesprochen: es vereinfacht die Talentsichtung. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, dass die Talente mit dem größten Potenzial früher in das bestehende System der Talentförderung integriert werden können. Im modernen Fußball wird es immer wichtiger, die Talente immer früher zu erkennen und zu fördern. D-Jugend ist für den Spitzenbereich schon zu spät.


    Wir haben bei uns einen Jungen in der F dazubekommen, der supersportlich ist, schnell und athletisch. Er hat es auch in die Sichtung unseres NLZ geschafft. Aber technisch ist er von den anderen Kindern, die 2-3 Jahre früher angefangen haben, schon zu diesem frühen Zeitpunkt abgehängt. So ist das auch mit dem Förderungssystem. Wer da früh reinrutscht, kann sich einen Vorsprung erarbeiten, der - normalerweise - nicht wettzumachen ist, auch wenn ein Kind noch so talentiert ist. Deshalb wird eine gute Sichtung immer wichtiger.

    Ich kann nicht sagen, ob und in welchem Maße mit diesen Verträgen Geldzahlungen verbunden sind. Ich vermute aber, dass das der Fall ist. Ich weiß es aber nicht.


    Auf jeden Fall geht es um vertragliche Verpflichtungen für den Spieler. Das heißt, der Spieler verpflichtet sich, an den Spielen teilzunehmen, am Training etc. Es ist dann halt wirklich Leistungs- bzw. Hochleistungssport. Schön, wenn der Spieler immer noch Spaß an der Sache hat. So soll es sein und nur so geht es! Aber es ist halt definitiv keine Freizeitangelegenheit mehr, sondern der Spieler muss seine Vertragspflichten erfüllen.

    In den jungen Jahrgängen fällt der Vereinsbeitrag an. Das ist bei uns sehr günstig ( günstiger als in einem normalen Verein).


    Dazu kommt ein Beitrag für die Mannschaftskasse - wie in jedem Verein. Die Eltern beteiligen sich an den Kosten für die Verpflegung der Mannschaft bei größeren Veranstaltungen und machen dafür auch Besorgungen.


    Für die Ausrüstung fallen keine Kosten an. Das muss bei uns aber auch alles wieder abgegeben und darf nicht behalten werden. Zur Ausrüstung gehören auch Trainingskleidung für jedes Wetter und es wird erwartet, dass die Spieler diese tragen, aber keine Schuhe. Ich finde angesichts der hohen Intensität die Ausrüstung sehr knapp bemessen. Es wird nur das Nötigste gestellt. Dazu gehören bei uns weder Trainingsanzug noch Tasche.


    Für die Fahrten zu Spielen oder Turnieren fallen keine Kosten an.


    Die Fahrten zum Training müssen die Eltern normalerweise selber leisten. Allerdings gibt es auch in jungen Jahrgängen manchmal schon einen Fahrdienst. Das ist aber eher die Ausnahme.

    Kala , ich habe schon erlebt, dass Bambini mit "Manndeckung" gespielt haben. Gerade wenn in einem Team alles über einen Spieler läuft, kann es sinnvoll sein, seine Spieler darauf hinzuweisen. Das verstehen auch schon Bambini und können es umsetzen. Und das kann sehr effektiv sein 😁


    Aber das ist ja eine Einzelfall-Geschichte. Du möchtest ja dauerhaft Aufgaben etablieren. Ich würde das eher über allgemeine Regeln für alle machen, als über feste Aufgaben für bestimmte Kinder.


    Z. B. eine Regel: es gibt immer einen "letzten Mann", der hinter dem vordersten gegnerischen Angreifer steht.


    Weitere Regeln, zum Beispiel:

    - auch wenn ich den Ball nicht habe, bin ich aktiv und helfe meinen Mitspielern

    - ich trenne mich erst vom Ball, wenn ich sicher bin, was ich tun will


    Solche und ähnliche Regeln kann man nach und nach einführen und einüben.

    Trainer E , man müsste für Go's und No-Go's beim Coaching einen eigenen Thread aufmachen, hier sprengt es den Rahmen. Deshalb ist das hier auch mein letzter Post dazu. Aber das Thema ist es wert! Denn Kommunikation auf dem Platz ist ein sensibles Feld und ich musste mich auch schon entschuldigen, mir ist es auch schon passiert, dass mit mir "die Pferde durchgegangen" sind.


    Einfach dafür sensibilisieren, wie wir miteinander auf dem Platz umgehen. Und das fängt bei den Trainern an.



    Edit.

    Weil es um Kinder geht. Hier gibt es so viele Threads zu Trainer als Vorbild, Erzieherfunktion und da geht immer zuallererst um das Thema, wie wir "kommunizieren", wie wir miteinander umgehen.

    Ich habe auch schon für den Gegner applaudiert, wenn etwas geil gemacht war. Ich habe auch schon gegnerische Spieler getröstet. Jetzt erst hat ein Mädel das leere Tor nicht getroffen 😊


    Es ist Kinderfußball und es sind alles Kinder!

    Ich freue mich immer, wenn die Kinder mit dem Ball am Fuß etwas "machen" wollen - egal wo das auf dem Feld ist. Ich motiviere die Kinder dazu. Gebolze rüffel ich immer. Wenn ein Kind den Pass bewusst und eigenmotiviert spielt, ist das gut. Aber ich fordere das nicht.


    OSV_Schlenthi , sorry, aber auch bei deinen Beispielen ist das nicht "selbst eingeschenkt". Das hat für mich mit "political correctness" nichts zu tun. Da waren Gegenspieler, die Situationen gut antizipiert haben. Passiert.


    Ich würde da den Mut meiner Spieler loben und mit dem Spieler zusammen überlegen, warum ein Trick oder ein Dribbling in dieser Situation nicht funktioniert hat (war es ein Ausführungsfehler oder hat die Situation diesen Trick einfach nicht hergegeben? Welche anderen Handlungsmöglichkeiten hätte es gegeben?) Daraus kann dann gelernt werden.


    Aber es ist richtig, dass deine Jungs sich mutig ausprobiert und dass sie die fußballerische Lösung im 1:1 gesucht haben - unabhängig davon, in welcher Zone das auf dem Feld geschieht oder ob ein Gegentor daraus folgt.

    Man muss beim Coachen auch deshalb aufpassen, weil das schnell einen doppelten Boden hat. Zum Beispiel kürzlich der Kommentar eines Trainers nach einem Gegentor: "Den haben wir uns selbst eingeschenkt."


    Ganz abgesehen davon, wie berechtigt dieser Spruch in der Situation gewesen sein mag: dieser Spruch ist für mich ein No-Go, weil er die Leistung des Gegners herabwürdigt. Nach dem Motto: "selbst unsere Gegentore schießen wir selbst."