Beiträge von Powerzwergenpapa

    1. An 1. Stelle steht der Spaß (nicht das Ergebnis)

    2. Deshalb wollen wir gewinnen

    Das ist kein notwendiger Schluss.


    Ich zitiere mal aus dem von let1612  hier verlinkten Text:

    «Japanische Fußballspieler zeichnet eine hohe Gewandtheit, gute Technik und Eifer aus. Dagegen mangelt es an Spielverständnis, Effektivität und Siegeswillen. Ähnlich wie in den Niederlanden ist das 'schöne Spiel' wichtiger als das Ergebnis. So kennen die Spieler am Ende eines Trainingsspiels oftmals nicht das Resultat. Vielmehr wird mit Hingabe und Spaß gespielt.

    Noch immer kocht das Özil-/Gündogan-Thema und die Verantwortlichen reden sich zunehmend um Kopf und Kragen. Für mich ist das erschreckendste dabei die Planlosigkeit des DFB.


    Man hat einerseits die beiden zur WM mitgenommen. Andererseits tut man sich schwer damit, sich vorbehaltlos hinter die beiden zu stellen. Reden und Handeln der Verantwortlichen passen da nicht zusammen.


    Entweder man sagt, diese Foto-Aktion geht nicht. Dann muss man auch die Konsequenzen ziehen und wenigstens eine klare Entschuldigung der beiden Spieler einfordern.


    Oder man sagt, diese Foto-Aktion ist aus Sicht des Verbands zwar falsch, aber ansonsten Privatsache der Spieler, und stellt sich dann auch ohne Wenn und Aber hinter die beiden.


    Man kann diskutieren, welche von beiden Entscheidungen besser wäre (ich für meinen Teil würde ganz klar die zweite Variante besser finden), aber das wäre dann jedenfalls klar.

    Ich glaube, Klarheit ist wichtig.

    Klarheit auch gegenüber sich selbst. Das gilt auch für Regeln. Denn natürlich gibt es Regeln, über die man nicht diskutieren muss. Aber es gibt da ja auch einen Graubereich.


    Da hilft es nichts, danach zu schauen, wie andere das machen. Denn wenn ich da nicht mit Überzeugung hinter stehe, werden das auch die Kids nicht akzeptieren. Ich muss herausfinden, was mir wichtig ist. Das werden die Kinder meiner Erfahrung nach dann auch akzeptieren.

    Ich glaube, das ist eine Typfrage und man sollte mit pauschalen Antworten aufpassen (insbesondere im Internet, wo man das Gegenüber persönlich gar nicht einschätzen kann). Ich bin z.B. nicht der autoritäre "Chef-Typ". Wann immer ich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen versucht habe, so zu tun, als wäre ich das, sind mir die Gruppen entglitten.


    Ich glaube, Klarheit ist wichtig. Kinder haben ein feines Gespür für Unsicherheit.

    let1612 ,


    ich meine v.a. das, was man im Straßenfußball früher "fummeln" genannt hat. "Fummeln" ist überhaupt nicht effektiv und bedeutet eine Verlangsamung des Spiels. Ich glaube aber, dass man den Kindern die zweckfreie Freude mit dem Ball gönnen sollte, auch wenn es für das Spiel nichts bringt. Aber für die Kinder bringt es etwas. Sie gewinnen meiner Meinung nach durch das Fummeln Ballgefühl und -sicherheit. Sie üben, den Ball auch unter Gegnerdruck und in einem Spiel mit all den Nebengeräuschen, die es da gibt, zu behaupten und kontrollieren. Ich halte das im Blick auf die Ausbildung für sehr wertvoll, auch wenn es im Blick auf das Ergebnis eines Spiels zweckhafter wäre, schnell in die Aktion zu kommen, sei es im Dribbling oder durch einen Pass.

    Zu dem Zitat hier von Metzelder:


    Natürlich wird es auch in Zukunft die "Arbeiter" und "Teamplayer" geben müssen. Lauter "extrovertierte Egoisten" auf dem Platz ist natürlich auch nicht das Wahre.


    Ich glaube aber, dass es diese eher "individualistischen" Typen auf deutschen Fußballplätzen schwerer haben, weil auch Trainer tendenziell m.E. dazu tendieren, solche Spieler "einzunorden".


    Zum Beispiel habe ich vor kurzem in einem Trainingsspiel beobachtet: Der Mini-Messi hat durch eine tolle Aktion an der Außenbahn seinen Gegenspieler stehen lassen. Sofort ruft der Trainer von außen "Super und jetzt abspielen!" Aber warum abspielen? Der kleine Mini-Messi war voll im Tempo, er war unbedrängt, hatte Platz und die astreinen Anspielmöglichkeiten im Zentrum vor dem gegn. Tor habe ich nicht gesehen. Zumindest bestand keine Notwendigkeit, in dieser Situation abzuspielen.

    Technik? Puh, das Themawird immer schwieriger

    Meiner Meinung nach wird im Kifu (also v.a. F-Jugend) bereits zu großer Zeitdruck aufgebaut. Natürlich haben handlungsschnellere Teams einen Vorteil. Ich denke aber, dass darunter die technische Ausbildung leidet. Im Kifu sollte, finde ich, der alte handwerkliche Grundsatz "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gelten. Sozusagen "fußwerklich" :-)

    Ich hoffe, der Thread ist offen.


    Ich habe heute morgen nämlich auch ein sehr cooles Zitat gefunden, das auch gut in den Thread Dribbler oder Passmaschine? passen würde.


    «Der deutsche Fußball muss ertragen, dass es individuelle, extrovertierte Egoisten gibt, die auf dem Platz die entscheidenden Situationen kreieren. Die haben wir in Deutschland nicht, weil wir sie eigentlich auch nicht wollen. Aber wir brauchen sie in Zukunft, weil das die Spieler sind, die Spiele entscheiden.»


    Quelle und Auflösung.

    Peter L,


    nicht den Kopf in den Sand stecken :-)


    Das Verhalten der Gruppe hat mit Sicherheit nichts mit dir zu tun. Ich habe selbst schon viele Kinder- und Jugendgruppen begleitet und es ist immer wieder spannend, welche Dynamik solche Gruppen haben. Ich kann dir auch versichern, dass du mit mehr Erfahrung auch ein besseres Gefühl dafür bekommst, wie eine schwierige Gruppe anzusprechen und zu händeln ist. Das passiert von ganz alleine.


    Man muss aber ganz klar sagen, auch wenn du da noch so viel Erfahrung hast, gibt es immer wieder Gruppen, die Probleme bereiten. Oftmals kann man gar nicht so genau sagen, woran es liegt bzw. es sind mehrere Faktoren. Aber es hat ganz sicher nichts mit dir als Person zu tun.

    Ich stimme Dir voll zu: Spaß/Ergebnisorientierung und Ausbildungs/Entwicklungsorientierung schließen sich nicht aus, sie konkurrieren aber manchmal miteinander.

    Da widersprichst du dir innerhalb eines Satzes selbst. Richtig müsste es meiner Meinung nach so formuliert werden, dass primär ausbildungsorientiert arbeitende Trainer/Teams, auch wenn sie da um der Ausbildung willen Abstriche machen müssen, trotzdem natürlich ordentliche Ergebnisse erzielen können.


    Umgekehrt würde ich das aber nicht sagen und behaupten wollen, dass bei primärer Ergebnis-Orientierung zwangsläufig die Ausbildung auf der Strecke bleibt.

    Am Spieltag treffen und die Mannschaften mischen?

    Warum nicht?


    Die Vereinsbindung würde über das Training im Verein hergestellt. Die Spieltage würden vereinsübergreifend jahrgangshomogen durchgeführt, wobei die Spieler nach Leistungsstand angemeldet würden. Der Wechsel eines Spielers bei erkennbarer Unter- oder Überforderung von einer in die andere Leistungsklasse wäre völlig unkompliziert.


    Aber okay. Träumen wird ja erlaubt sein.

    Generell schließen sich deine KO Kriterien "Gewinnen wollen und Zukunftsorientierte Ausbildung" doch nicht aus.

    Das würde ich – bezogen auf G- und F-Jugend – doch etwas anders sehen. Zum Beispiel ist es aus Ausbildungssicht sinnvoll, seine starken Spieler gelegentlich aus dem Spiel zu nehmen, damit sich die Schwächeren nicht verstecken können. Wir haben im vergangenen Jahr so einige Niederlagen bewusst in Kauf genommen.


    Das ist ja ein sehr klares, einfaches Beispiel; ich denke, es gibt noch viele weitere Beispiele dafür, dass Gewinnen und Ausbilden sich manchmal gegenseitig ausschließen und ich würde aus der Verantwortung für die Kinder heraus da immer die Ausbildung höher gewichten.

    Bennoah , herzlich willkommen in der Welt des Kifu!


    Leider ist so ein Verhalten ich will nicht sagen die Regel, aber doch verbreitet. Da es nicht deine Eltern waren, hast du nur begrenzte Möglichkeiten, darauf einzuwirken.


    Ich sehe da die Vereine in der Pflicht. Bei uns wurden gewisse Regeln von Anfang an sehr klar kommuniziert. Würde bei uns die Eltern so aus der Rolle fallen, würde es dazu umgehend einen Elternabend geben und ggf. würde es auch Konsequenzen nach sich ziehen, bis dahin dass das Kind, dessen Eltern sich nicht im Griff haben, ausgeschlossen wird.


    Aber Bennoah , es waren ja nicht "deine" Eltern. Insofern frage ich mich, das möchte ich doch mal kritisch nachfragen, wieso du dich auf ihr Niveau herabgelassen hast? Den Impuls "denen zeig ich's" kann ich natürlich nachvollziehen. Aber da muss ein Trainer sich von frei machen. Wenn es in diesem Spiel für darum ging, deinen schwächeren Kindern Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, dann würde ich mich davon auch nicht abbringen lassen. Wenn am Ende deswegen die gegnerischen Eltern jubilieren, dann ist das halt so. Es wird ja sicher ein Wiedersehen geben :-)

    Es ist, meine ich, ein Gebot der Verantwortung, die Kinder zukunftsorientiert auszubilden. Gerade weil doch keiner von uns weiß, was die Zukunft bringen wird. Gerade deshalb muss doch die Ausbildung darauf ausgerichtet sein, dass die Kinder auch als Jugendliche und Erwachsene noch die Möglichkeit haben, mit Freude auf einem Niveau, das ihnen entspricht, Fußballsport betreiben zu können.


    Im Karate ist doch auch klar, dass mit dem gelben Gürtel noch nicht viel erreicht ist. Das ist doch im Fußball nicht anders und daher eigentlich ganz selbstverständlich, dass die Kinder lernen und sich entwickeln müssen. Natürlich soll das mit Spaß an der Sache geschehen, ist ja auch klar.

    Aber für mich klingt es so, dass ihr ein paar Dribbler habt die das alles schon prima lösen können.

    Die anderen sind schmückendes Beiwerk. Die können drumrum springen und alles ist schön.

    Nein, das möchte ich zurückweisen.


    Natürlich sind die Kinder nicht alle auf einem Stand. Es sind dabei besonders die schwächeren Spieler, die eher zum Abspiel tendieren. Aber auch sie sind in der Lage, den Ball anzunehmen und den Ball auch unter Raum- und Gegendruck behaupten zu können. Dass der Ball direkt weitergepasst oder gar weggebolzt wird, kommt praktisch nicht vor.


    lustige Vorstellung, bei 5 gleichzeitig rufenden, die ja alle in ballnähe sind

    Ist tatsächlich schon vorgekommen. Ich find's super, weil es zeigt, dass sie alle den Ball haben wollen :-)