Beiträge von Bennoah

    Dann müsste dir aber vor allem in diesem Alter auch klar sein, dass Spielergebnisse überhaupt keine Stärke einer Mannschaft zeigen. Man sollte in dem Alter nicht auf die Anzahl der Tore oder Torschützen schauen.

    Später mache ich das auch keine Frage...

    Ich war mit meinen Aussagen durchaus auf Kritik eingestellt aber ich habe Schwierigkeiten deine Aussagen zu verstehen. Ich gehe schon davon aus, dass eine Mannschaft die bisher nur verloren hat eher ein passender Spielpartner für meine Anfänger und meine weniger weit entwickelten Spieler ist als ein Gegner der bisher nur gewonnen hat. Einzelne Ergebnisse können tatsächlich gewaltig täuschen aber über einige Spiele ist das schon ganz gut zu erkennen.

    Die pure Aussage, dass man ich auf Ergebnisse schauen sollte, bringt irgendwie auch keinen Mehrwert. Ja, man sollte Ergebnissen nicht nachjagen weil es die bekannten Probleme in der Ausbildung mit sich bringt aber die pure Dokumentation ohne den Einsatz zur Optimierung von Ergebnissen hat mir bisher keinen erkennbaren Nachteil gebracht.

    Ich weiß auch ohne eine Liste von Torschützen wer die meisten Tore macht, wenn ich aber am Ende einer Runde sehe, das alle Kinder ihr Tor gemacht haben freut mich das schon.

    Ich riskiere jetzt einmal gewaltigen Gegenwind.

    Ich bin und bleibe ein absoluter Statistik-Nerd und ich verfolge den Fussball in unserer Gegend durchaus sehr aktiv,bin also gut vernetzt.

    Alleine der WhatsApp Status meiner Trainerkollegen informiert mich über die Ergebnisse der anderen Mannschaften.

    Vor Spielen spreche ich eben auch mit den Trainern und habe so einen Anz guten Überblick über die Ergebnisse in der Staffel. Ich schreibe mir diese Ergebnisse auch if und führe eine Tabelle.

    Ich führe auch eine Statistik über unsere Torschützen und freue mich immer wieder wie breit gefächert die Torschützen bei uns sind.

    Warum mache ich das? Mein Sinn für Statistiken und Organisation lassen wir irgendwie nicht anderes zu. Als alter Fußballer sind Tabellen für mich irgendwie immer eine Orientierung gewesen und diese "brauche" ich irgendwie auch als Coach.


    Was mache ich mit diesen Tabellen und Statistiken?

    Nichts! Keiner meiner Spieler kennt unseren Tabellenstand oder unsere Torschützen und das gilt auch für die Eltern.

    Ich nutze die Ergebnisse der anderen Mannschaften durchaus auch mal um meine Mannschaft an das erwartete Niveau des Gegners anzupassen und vor allem füttere ich den Nerd in mir.

    Ich ziehe mal diesen etwas älteren Post raus, weil hier ein Punkt auftaucht, der für mich doch etwas anders aussieht.


    Du sagst, sinngemäß, dass die Kritik in einem NLZ sicher nicht weniger werden wird und das ein richtiger Umgang mit Kritik Grundvoraussetzung für eine "Karriere" im NLZ ist. So weit folge ich dir.


    Wo ich aber schon einen Unterschied machen würde, ist die Art und vor allem die Motivation des Trainerverhaltens. Ich gehe mal davon aus, dass in einem NLZ Kritik sportlich motiviert und sachlich fundiert ist. Damit muss ein Spieler sicherlich umgehen können, auch wenn gerade so etwas sicherlich auch weh tun kann.


    Das beschriebene Verhalten des aktuellen Trainers, gehen wir einfach mal davon aus das die Beschreibungen es annähernd richtig wiedergeben, ist allerdings scheinbar aus gekränkter Eitelkeit entstanden und kann von dem Spieler, sicher nicht einmal zu Unrecht, als unfair und ungerecht empfunden werden. Natürlich werden diese Beschreibungen hier vermehrt aus Trainersicht gesehen aber es gibt eben auch Idioten in diesen Positionen und ich finde, dass ein Kind da nicht unbedingt lernen muss mit Ungerechtigkeiten umzugehen.

    Pickt ein Trainer sich diesen Spieler nun wirklich heraus und stellt ihn in den Mittelpunkt aller Kritik, ob gerechtfertigt oder nicht, so ist es ein Fehlverhalten des Trainers und der Querverweis zur Kritik in einem NLZ verliert seine Gültigkeit.

    Auch Kinder müssen keine Ungerechtigkeiten (oder nennen wir es doch einmal Mobbing) über sich ergehen lassen, nur weil sie den nächsten Schritt machen wollen.


    Ich denke es ist klar was ich sagen will, immer vorausgesetzt die Schilderungen des Vaters entsprechen so der Wahrheit.

    Skriwer   Constantin

    Ich habe nicht vor der Mutter irgendwelche Dinge zu unterstellen. Ich würde aber gerne klarstellen, dass ich mich einfach nur um ihre Tochter kümmern wollte, da ich davon ausging, dass sie selbst nicht anwesend war.

    Sie war zum Ende der Situation durchaus anwesend und hat dann ja auch die Tochter betreut. Sie wird diesen, von mir zitierten Satz also wohl gehört haben.


    Constantin, du hast durchaus Recht. Es ist der richtige Weg sich selbst nicht angegriffen zu fühlen. Das gelingt mir leider nicht so richtig. Aus meiner Sicht entbehrt ihr Vorwurf jeder Grundlage und zwar sowohl in dieser Situation als auch in meinem Handeln bis dahin. Mir ist jedoch bewusst, dass sie vermutlich gar nicht einen Vorwurf gegen mich formulieren wollte, sondern viel mehr klarstellen wollte das sie ihr Kind natürlich nicht ohne Essen zu einem Fußballspiel schickt.


    Ich werde also im direkten Gespräch versuchen dieses Gefühl bei ihr auszuräumen und meinen Ärger runterschlucken. Ich will keinesfalls ein nen Konflikt vom Zaun brechen und ich behaupte jetzt einfach mal das sie das wohl eher auch nicht wollte. Sie hat vermutlich schon häufiger erlebt, dass sie Abschätzung behandelt wurde und wollte diesen falschen Vorwurf, den sie in meinem Satz gehört hat, aus der Welt schaffen.

    Ich kann den Frust sehr gut verstehen, wenn man für seine Hilfeleistung auch noch gescholten wird.


    Allerdings sieht das Ganze für mich nach einem Missverständnis aus: Offensichtlich war die Mutter beim Spiel als Zuschauerin anwesend und eher zufällig gerade nicht in der Elternzone, als das Kind vom Co-Trainer gebracht wurde. Für die Mutter könnte dein Verhalten so ausgesehen haben, dass Du die Situation eigenmächtig lösen wolltest. Meine Empfehlung wäre, die Mutter zu kontaktieren, Deine guten Absichten in jenem Moment zu erklären und das Missverständnis aus der Welt zu schaffen.

    Die Mutter war in der Elternzone, nur eben an der anderen Ecke. Sie hat wohl auch erst nach 5-10 Minuten gemerkt, dass ihr Kind nicht mehr auf dem Feld ist. Es geht weniger darum, dass ich geholfen habe. Dafür hat sie sich sogar bedankt, es geht ihr um meine vermeintliche Motivation und die Frage ob ich sie für eine unfähige, verantwortungslose Mutter halte oder nicht. Genau so hat sie meinen Satz wohl verstanden. Mein Frust entsteht nicht aus fehlender Dankbarkeit oder ähnlichem. Ich empfinde ihre Interpretation als Beleidigung. Ich habe ihr Kind, fehlenden sportlichen Fähigkeiten und dem sozialen Stand zum Trotz (beides interessiert mich absolut nicht und habe ich auch nicht zu bewerten) zu jeder Zeit als vollwertiges Mitglied meiner Mannschaft behandelt und betrachtet. Für mich hat diese Mutter einen Minderwertigkeitskomplex und sucht quasi nach Momenten in denen sie vermeintlich ob ihres sozialen Standes benachteiligt oder "bewertet" wird. Das soll sie aber bitte nicht an mir auslassen.

    Da wir parallel trainieren, werde ich natürlich auf sie zugehen.

    Jetzt muss auch ich mal Frust loswerden.

    Am Samstag hatte meine Mannschaft spielfrei und ich habe mir ein Auswärtsspiel unserer G2 angeschaut. Im Laufe der 2.HZ bringt deren Co-Trainer eine Spielerin in die Elternecke und sagt: "ihr geht es heute wohl nicht so gut".

    Sie kam direkt auf mich zu und sagte: "Ich bin so müde, ich will schlafen." Dabei war sie kreidebleich und wirkte auf mich krank und vollkommen überfordert mit der Situation.

    Ich habe das Kind bis Ende letzten Jahres trainiert, habe kein Elternteil gesehen und bin davon ausgegangen, dass irgendjemand sie mitgenommen hat. Ich fühlte mich also irgendwie verantwortlich.

    Also habe ich das Kind ins warme Vereinsheim verfrachtet und sie sagte mir, ihr sei schlecht und schwindelig und sie sei so müde. Ich habe ihr dann ein Brötchen gekauft und bei dem Vorhaben noch einen Tee zu besorgen, traf ich dann auf ihre Mutter.


    Diese Mutter bedankte sich bei mir und somit war die Situation für mich dann auch abgeschlossen.


    Nachmittags rief mich dann der Trainer der G2 an und teilte mir mit, dass ich mit der Aussage "Kind, iss erstmal ein bisschen was, dann hast du schon mal was im Magen und ich besorge dir jetzt noch einen warmen Tee", der Mutter auf die Füße getreten sei. Er habe einen Anruf von betreffender Mutter bekommen und diese habe den Eindruck gehabt, dass ich ihr unterstellen wollte das sie ihrem Kind nichts zu essen gebe.


    Vorab, der Trainerkollege hat sich hier vorbildlich und in meinem Sinne verhalten.


    Ich muss sagen, dass mich dieser Vorwurf wirklich trifft. Ich wollte dem Kind einfach etwas Gutes tun und habe gemacht was ich für richtig hielt. Das Kind wirkte matt, erschöpft und blass. Ich wollte ihr also etwas Zucker, Wärme und Ruhe verschaffen.

    An das Elternhaus und vermeintliche Versäumnisse habe ich überhaupt nicht gedacht. Wieso die Mutter das so aufgefasst hat und es dann für so wichtig hält, dass sie es beim Trainer vorbringen musste ist mir ein Rätsel.

    Wenn ich ehrlich bin, empfinde ich diese Unterstellung beinahe als Beleidigung. Ich kümmere mich, privat vor Ort, um ein fremdes Kind und muss mir dann noch vorwerfen lassen, dass ich den Eltern eine Vernachlässigung ihrer Tochter unterstelle???


    Ich bin wirklich schockiert, dass einem in einer solchen Situation die Hilfsbereitschaft auch noch negativ ausgelegt wird und ich bin äußerst froh, dass ich in der Vergangenheit immer verhindert habe, das dieses Mädchen sich auf meinen Schoß setzt oder mich zu innig umarmt.

    So macht die Arbeit mit fremden Kindern keinen Spaß!

    Du beschreibst das typische Verhalten von erfolgsverwöhnten, ehrgeizigen G-Jugendlichen. Ich habe das so in sehr unterschiedlichen Ausprägungen mittlerweile recht häufig beobachtet und mir einen recht gelassenen Umgang damit angewöhnt.

    "Hast du dir weh getan? Nein? Gut, dann setz dich an den Rand bis es wieder geht." Ende der Unterhaltung, liegt das Kind mitten im Feld oder der Übung, trage ich es an den Rand und trainiere weiter.

    Ehrgeizige Kinder sind dann schneller wieder auf dem Feld als du gucken kannst, Aufmerksamkeit und gutes Zureden bringen da absolut nichts. Auch andere Kinder weise ich an die Situation zu ignorieren.

    Was gibt es auch zu bereden? Niemand hat sich falsch verhalten etc. Das Kind muss einfach erkennen (nicht beigebracht bekommen) das solche Situationen zum Fußball gehören und das man heulend nicht kicken kann.

    Beim Kick mit Freunden oder Papa, würde ich ihn fragen ob er weiterspielen will. Tobt er dann weiter, würde ich ihn notfalls nach Hause tragen. Ich weiß, daß ist hart aber es geht hier um Selbsterkenntnis.

    Die Situation ist ganz normal und die muss er aushalten, tut er das nicht kann er nicht spielen.

    An sich sehe ich das ganze übrigens gar nicht so dramatisch, ich halte es für einen normalen Lernprozess. Ich würde dem ganzen außerhalb dieser Situationen absolut keinen Raum geben.


    Ich glaube übrigens nicht das er sich so in einem Spiel/Turnier verhält. Die Konsequenz vom Feld zu müssen ist einfach zu schmerzhaft für diese Jungs.


    Mal ganz allgemein gefragt. Kennt dein Kind Niederlagen (Brettspiele etc) und wie geht er damit um?

    Mir persönlich würde das nicht helfen, auch dem geschädigten Spieler nicht. Es wäre lediglich Gerechtigkeit und Schutz für die nächsten Gegner des Spielers.


    Und letztlich geht es in unserem Fall ja auch darum, dass unser Spieler nicht weiter gesperrt wird, obwohl er hier das Opfer ist. Die beiden Sachen (also Bestrafung des einen und Aufhebung der Sperre des anderen) hängen sehr weit ineinander.


    Wir haben das heute beim Training bereits gesprochen, das mit der Anzeige werden wir machen, auch wenn es sich extrem lang hinziehen kann und viel Arbeit ist.

    Man muss hier die Sportgerichtsbarkeit und ein Strafverfahren schon sehr deutlich trennen.

    Beim Sportgericht würde ich mich auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen. Der Schiedsrichter dürfte bei seiner Darstellung bleiben, denn er müsste sich ja sonst selbst eines bewussten Fehlverhaltens bezichtigen. Er dürfte aus Angst selbst zum Opfer zu werden die eigentlichen Täter verschont haben, das wird er aber kaum so zu Papier bringen.

    Im Grunde verhandelt ihr also darüber ob das Foul rotwürdig war und das werdet ihr nicht widerlegen können. Also dürfte euer Spieler gesperrt werden, wenn auch vermutlich nicht außergewöhnlich lange. Das Verhalten der Gegner wurde nicht geahndet und dürfte somit in der Verhandlung eigentlich gar kein Thema sein.


    Die strafrechtliche Seite sieht da schon ganz anders aus. Ihr habt Zeugen, die die Situation verfolgt haben. Hat der Gegner Zeugen die auch vor Gericht bereit wären das Gegenteil auszusagen?

    Ich würde euch raten, alle potentiellen Zeugen aufzufordern ihre Beobachtungen so schnell wie möglich zu Papier zu bringen. Gar nicht um abzugleichen oder sich abzusprechen, sondern einfach um dem Vergessen vorzubeugen. War es jetzt die Nummer 6 oder 7 die unseren Spieler festgehalten hat? Solche Zweifel oder Widersprüche verhindern sehr schnell eine Verurteilung.

    Natürlich kann sich dieses Verfahren lange hinziehen, aus meiner Sicht hält sich die Arbeit jedoch in Grenzen. Maximal macht jeder Beteiligte eine Aussage bei der Polizei und eine vor Gericht, ich vermute sogar, dass ihr eher schriftlich angehört werdet. Bei der potentiellen Zahl an Zeugen macht sich kaum ein Polizist die Arbeit alle persönlich einzuladen.


    Ich betrachte diese strafrechtliche Verfolgung auch absolut getrennt vom Sport. Wer bereit ist vor Zeugen und in dem Wissen, dass man namentlich bekannt ist, solche Gewalt einzusetzen, der ist in jedem Fall auch im Alltag gewaltbereit und muss Konsequenzen spüren. Wenn die sportliche Gerichtsbarkeit schon versagt, dann MUSS der Weg über die Justiz gegangen werden.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass hier noch keine Anzeige erstattet wurde. Auch im Rahmen eines Fußballspiels können Körperverletzungen begangen und ganz normal strafrechtlich verfolgt werden. Die Täter dürften ja sogar namentlich bekannt sein. Das ist aus meiner Sicht auch gar keine Aufgabe für den Trainer. Da kann und muss der Geschädigte selbst Anzeige erstatten.

    Also definitiv trainiere ich weiterhin meinen Sohn. Eine Lösung ohne uns als Team wird es nicht geben.


    Ich habe deine Selektionskriterien gerade mal durchgesponnen. Dadurch wird alles nur noch komplizierter. :/;)

    Sollte man rein nach "sportlichen" Kriterien entscheiden, ist aus meiner Sicht die Einteilung sonnenklar. Wie schief Eltern dort gewickelt sein können ist mir aber schon klar. Ich vermute, dass die meisten Eltern im ersten Moment ihr Kind gerne in meiner Mannschaft sehen würden, die viel stärkere Mannschaft wird mich aber eben nicht haben. Vielleicht gleicht sich das aus.


    Ich weiß das ich loslassen muss und werde das auch tun. Jetzt muss nur noch ein Trainer gefunden werden, der mir das möglich macht.


    Ich denke hier tatsächlich vor allem an meinen Sohn, denn er ist der Grund das ich Trainer geworden bin und ich liebe dieses gemeinsame Hobby.

    Ich sehe auch absolut nichts Negatives darin das der Verein jedes Kind haben will. Das deckt sich vollkommen mit meiner Philosophie. Ich selbst habe alleine 20 G-Jugendliche trainiert weil ich trotz überfülltem Kader jedes Kind angenommen habe das bei uns kicken wollte. Bei Trainern sehe ich das schon etwas anders.


    Mein Dilemma liegt ja eigentlich darin, dass mir diese Kinder am Herzen liegen und das ich mich sehr schwer damit tue sie abzugeben und gleichzeitig sehe ich einen gemeinsamen Weg als schwierig an.


    Abwerbeversuche von Seiten meines Vereins hat und wird es im KiFu nicht gegeben. Ab der C-Jugend tritt der Verein meines Wissens nach vereinzelt an Kinder heran, diese können dann allerdings auch Bezirks- oder Landesliga statt Kreisliga spielen und kommen häufig genug auch von selbst.

    Also hat der Verein eine andere Philosophie als du?

    Du willst ausbilden und die Jugendleitung will Ergebnisse sehen!


    Wie auch immer, ich würde ganz klar kommunizieren, wie du dir deine Arbeit in Zukunft vorstellst und du es für wichtig ansiehst, das DEINE Art weitergeführt wird, sollte es zu einer Trennung in F1,2 und 3 kommen.

    Der Verein möchte vor allem jedes Kind haben, welches er bekommen kann. Hat dieses bereits nachgewiesen, dass es zumindest geradeaus laufen kann, ist das sicher nicht weniger ausgeprägt.

    Der Verein lebt von einer breiten Jugendarbeit und davon, das er als der beste Verein der Stadt gilt. Erklärtes Ziel ist es die überkreislichen Mannschaften ab der C-Jugend aus eigener Kraft und konkurrenzfähig zu stellen.

    Da wird jedes Kind angenommen und leider auch zu häufig jeder Trainer.


    Der erklärte Wunsch des Vereins ist es im nächsten Jahr mit 3 F-Jugenden zu melden, wobei ich bitte die leistungsstarke F2 auf meine Art leiten soll.


    Das kommt für mich jedoch nicht in Frage. Ich trainiere nicht die F2 und schicke meinen Sohn, mit der Begründung das er leider nicht gut genug ist, zu einem anderen Trainer in die F3, in der er genau richtig aufgehoben wäre.

    Genauso wenig nehme ich ihn mit in die F2 und führe ihm dreimal wöchentlich vor Augen, dass er als Einziger nicht mithalten kann. Der Junge hat ein ganz feines Gespür dafür wann er Trainersohn-Privilegien bekommt und wüsste sehr schnell warum er in dieser Mannschaft spielt.


    Das Wort Talent nutze ich vor allem mangels Alternativen. Schreibe ich Talent weiß jeder was ich meine, man kann das sicher falsch finden und ich leute aus der Nutzung dieses Wortes auch keine Zukunftsperspektiven ab, aber welches Wort beschreibt sehr steile Lernkurven bei manchen Jungs sonst?

    Klar, der Verein ist im Boot aber die Jugendleitung sieht vor allem eine starke Truppe die im Begriff ist noch stärker zu werden. Witzigerweise bringt genau dieser Umstand, in Kombination mit der Tatsache, dass ich diese Mannschaft im Grunde mit 4 Kindern übernommen habe, ein gutes Standing im Verein ein.

    Der Verein will, dass ich genau mit diesen Jungs im nächsten Jahr eine F2 stelle und der Rest wird zur F3 und mit neuen Kindern oder 2013ern aufgefüllt. Klar, ich könnte meinen Sohn in die F2 reindrücken und wir könnten uns gemeinsam im Erfolg sonnen. Aber das will ich gar nicht.

    Was ich aber auch nicht will, ist das in dieser Truppe Ergebnisse vor Ausbildung gehen.

    Diese Jungs sind meine Jungs und ich suche nach einer guten Lösung für jeden einzelnen von ihnen.

    Ballaufpumper da steckt eine Menge drin.

    Ja, der Junge hat eine hohe intrinsische Motivation und die Eltern unterstützen ihn auch. Ich habe beide Eltern aber bisher noch nie antreibend gesehen, eher in Gegenteil. Beide Eltern sind selbst Sportler und gerade die Mutter soll eine tolle Handballerin gewesen sein. Mir scheint, dass beide einfach wissen wie früh es noch ist und das sie ihn ganz bewusst jetzt SPIELEN lassen wollen.

    Die 3 Jungs die dazu kommen könnten kann ich natürlich weniger einschätzen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass einer eher von der Technik und 2 eher vom Körper und Galligkeit kommen. Alle 3 dürften Stand jetzt einen größeren Ergebniseinfluss haben als mein kleiner Zauberer.

    Das ich 19 Kindern niemals alleine gerecht werden kann ist absolut richtig. I have been there. :wacko: Ich arbeite daran, bin aber auch ein gebrannte Kind und suche mir meinen Co sorgfältig aus. Sollten wir mal trennen, werde ich auch problemlos den Trainerposten der stärkeren Mannschaft abgeben. Für diese Truppe findest du immer einen Trainer, allerdings hätte ich da schon gerne jemanden der meinen Ansatz teilt.



    Kinder aus Leistungsgründen weg zu schicken ist absolut keine Option. Niemals würde ich das tun. Meine Sorge liegt ja vor allem bei diesen Jungs, ich möchte auch diesen Kerlen weiterhin die Freude an unserem Sport vermitteln.


    Unser Verein ist wohl die Schnittstelle zwischen reinem Dorf- und Leistungsverein.

    Ab D spielen alle Mannschaften überkreislich, die 1. spielt LL. Wir können die Jungs sicher eine Zeit lang binden, wächst uns jemand wirklich heraus kann ich ihm nur alles Gute wünschen. Alle dieser Kinder könnten allerdings auch heute bereits auswählen in welchen Leistungsverein sie wechseln wollen.

    Goodie ich habe aber eben auch noch Eltern von Kindern, die bereits jetzt im Team sind. Vielleicht ist es auch nur eine gefühlte Unsicherheit und ich muss nur gut kommunizieren. Mein Lieblingsjob ist das nicht gerade. Ich stehe eindeutig lieber mit den Jungs auf dem Platz als mit den Eltern meine Philosophie zu erläutern.


    Dirk W. ich habe Hilfe, allerdings sind das zwei Papas, die wirklich mehr für kleine Zuarbeiten und Anleitungen da sind und die auch gar nicht mehr wollen.

    Tatsächlich wäre ich mit einer Trennung in 2 Teams relativ glücklich. Ich sehe 11-12 Jungs da schon als Limit. Unsere Mini-Messis und Co. kann man sicher auch mit 11 ganz problemlos melden.

    In der anderen Truppe sind Absagen schon eher zu erwarten.

    Du hast aber in Gedanken zur Zeit vier deiner Minimessis auch aufm Platz stehen. Dieser Ansatz ist falsch. Wenn du alle nimmst, musst du nominieren und rotieren. Und wenn du immer über alle Kinder gleichmäßig rotierst und allen, vorallem den Schwachen die gleichen Spielanteile gibst (vorallem auch in der Startformation), dann hast du ein Team etwas besser aber nicht unschlagbar.

    Und genau das meine ich! Mir ist das vollkommen klar und es ist auch mein Ansatz, am Ende geht es mir hier ja gerade um die "Schwächeren" Wollte ich die maximale Anzahl an Spielen gewinnen, hätte ich eine feste erste 6, und würde den Rest unter 5 immer noch wirklich guten Jungs aufteilen. Die anderen sollen aber eben ein Teil des Teams bleiben und ich frage mich wie lange ich das kommuniziert bekomme.

    Das mein Sohn eher in die schwächere Gruppe gehört, macht es mir da nicht gerade leichter.

    Also, um mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Ja, inklusive der Zugänge wären wir bei 19 Kindern.

    Zuviel für ein Team zu wenig für zwei.


    Die ersten 11 haben eine hohe Motivation, fußballerische Ansätze und zeigen Anlagen, die ein fußballerisches Training möglich und nötig machen. Denen brauchst du mit Fangspielen nicht mehr kommen.


    Der Begriff Talent:

    Mein Spieler, den ich als Talent bezeichnet habe, ist im November geboren, eher klein und geht als einziges Kind der Mannschaft noch in den Kindergarten.

    Koordinative Übungen macht der im ersten Versuch nach, dreimal ausprobiert macht er sie ohne darüber nachzudenken und ruft diese Bewegungen auch Wochen später wieder ab.

    Mit Ball imitiert er jeden Trick, Finte, etc. die ich ihm vormache sofort. Schafft er mal etwas nicht direkt übt er im Garten bis es sitzt. Zidane-Trick, Okocha, Übersteiger, Scherenschlag, Schussfinte etc. sind alle da und werden auch im Spiel eingesetzt und das sogar zielgerichtet.

    Im 1vs1 sage ich ihm mittlerweile genau in dem Moment in dem der Verteidiger die Auftaktbewegung macht einen Fuß an. Er setzt das Dribbling und schließt dann mit dem angesagten Fuß ab - immer.

    Torabschlüsse variieren von Vollspanstößen bis zu einem mit der Außenseiten geschobenen Ball gegen rauslaufende Keeper.

    Der Junge ist schnell, von körperlich starken Jungs aber durchaus zu greifen. In Laufspielen ist er bei uns aufgrund seiner Zierlstrebigkeit unschlagbar, obwohl ihn im reinen Sprint wohl 2-3 Spieler schlagen würden.

    Sein Einfluss auf unser Spiel ist natürlich immens, aufgrund seiner körperlichen Nachteile ggü. körperlich sehr entwickelten Spielern ist er jedoch noch nicht überdominant. Das ist in meinen Augen ein talentiertes Kind.


    Meine Schwierigkeit liegt in der Frage wie eine Zweiklassengesellschaft zu vermeiden ist. Mit diesen drei Neuzugängen gewinnst du nächstes Jahr im Kreis jedes Spiel auf F2-Niveau wenn du es denn darauf anlegst. Gelingt es mir dann noch Eltern und Kindern eine Gleichbehandlung aller Kinder zu verkaufen? Ist eine Förderung der Schwächeren in diesem Umfeld FÜR MICH möglich. Also reichen meine kommunikativen und fachlichen Fähigkeiten?

    Ich trainiere mittlerweile seit über einem Jahr eine G-Jugend und irgendwie sind mir ein paar wirklich "talentierte" Jungs zugeflogen.

    Aus dieser wirklich tollen Mannschaft ragt und in Junge nochmal sehr deutlich heraus. Mal als Beispiel, wir haben im Training 1vs1 zum Schwerpunkt gemacht und der Junge hat einfach absolut keine Gegner mehr gefunden. Also habe ich in der F2 nebenan angefragt. Die besten 3 der F2 hat er dann auch noch ausgetanzt und war nicht wirklich gefordert.

    Kind und Eltern sind absolut umgänglich, Team orientiert und super entspannt.


    Jeder Leistungsverein der Gegend will dieses Kind haben, ich habe jede Form der Ansprache bereits erlebt.


    Jetzt steht vor 2 Wochen ein Vater am Platz und beobachtet unser Training, der mir vage bekannt vor kam.

    Nach dem Training kommt er auf mich zu und teilt mir mit, dass sein Sohn in Verein X spielt und er einen neuen Verein sucht, da der Junge frustriert und unterfordert sei und der Trainer ihn dauerhaft als Co-Trainer einsetzt, da mit ihm das Spiel zu stark nur bei ihm ist. Leistungsverein und Druck will er aber noch nicht. Ihm hätte mein Umgang mit meiner Mannschaft und auch das Training gefallen, ob ich seinen Jungen nach der Saison aufnehmen würde.

    Ich kenne das Kind von unserem Spiel gegen diese Truppe, der Bursche ist unfassbar bewegungsbegabt.


    Vor einer Woche erreicht mich der Anruf eines anderen Trainers, der fragt ob es eine Option gäbe mit seinem, ihr ahnt es sicher, sehr Spielstärke Burschen und dem zweiten Spieler dieser Kategorie zu mir zu wechseln.

    Und schwupps, ich hätte die 4 besten Spieler des Kreises in einem Team.

    Jetzt mein Problem. Das ist alles schön, wird Ergebnis technisch durch die Decke gehen und lässt sich toll an ABER was mache ich mit meinem Team. Ich habe 8 Kinder auf gutem Niveau plus 3 sind dann 11, die übrigen 8, inklusive meines Sohnes, fallen zu dieser Qualität massiv ab und ich hätte ein wahnsinnige Gefälle in der Truppe. Für zwei Mannschaften reicht es nicht, eine wäre sehr gespalten.


    Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen?

    Ich will dazu mehr wissen :-) Hast Du einen Trainingsplan, den ich bewundern kann? Ich bin ebenfalls U8-Trainer und ebenfalls beim Thema 1gg1 vs passen, also Entscheidungsfindung.

    Ich bin auch sehr interessiert, habe in meiner G1 auch diesen Schwerpunkt.

    Heute hatte ich irgendwie ein Heul-, Motz-, Jammer-, Streit-, und Verletzungstraining.

    Viele kleine Konflikte zwischen den Jungs, viele Unkonzentriertheiten und vor allem Tränen ohne Ende. Das Schicksal eines G-Jugendtrainers. Ist bald Vollmond?


    Aber nun zur Freude. Trotz all der Tränen und vermeintlichen Verletzten blieben aller Väter und vor allem Mütter ruhig auf der Tribüne sitzen und ließen mich die Jungs trösten. Alle Jungs reagierten auf meine Ansprachen und Umarmungen.


    Nach dem Training kam mir eine Müttergruppe entgegen und danken mir für den herzlichen, menschlichen und besonnenen Umgang mit den Jungs.

    Gerade kamen noch 3 Nachrichten mit einem ähnlichen Tenor bei mir an.


    Ich freue mich sehr über diese Anerkennung. Auf der Tribüne scheint sehr wohl angekommen zu sein, was da heute auf dem Platz los war und offensichtlich herrscht ein gewisses Vertrauen in meine sozialen Fähigkeiten.


    Das weckt bei mir doch einen gewissen Stolz.