Beiträge von Bennoah

    Vielleicht habe ich das alles ein wenig zu geschwollen ausgedrückt. Sie standen vorne rum, haben auf den Ball gewartet und das Tore schießen als ihre einzige Aufgabe betrachtet. Dem wollte ich entgegen wirken indem ich sie einfach nicht mehr Stürmer genannt habe- und es funktioniert.

    Ich spiele mit meinen Jungs ein 2-4, wobei ich im Grunde eine Raute spiele und es nur nicht als 2-3-1 benenne um den "Stürmer" auf diese Art und Weise zur aktiven Teilnahme an Aufbau und Verteidigung zu bewegen.

    Meine Jungs haben im 2-3-1 die Stürmerrolle oft allzu passiv ausgelegt, also habe ich sie schlicht gestrichen.

    Ich mache den Freude-Thread jetzt zu meinem wöchentlichen Tagebuch - wenn meine Jungs so weitermachen.


    Nach der, in diesem Thread beschriebenen, unglücklichen Niederlage vom letzten Wochenende wartete nun eine Altjahrgangsmannschaft mit 4 Siegen aus vier Spielen auf uns.


    Ich habe meinen Jungs einen starken Gegner angekündigt und ihnen gesagt, sie sollen einfach die gleiche Leistung wiederholen und sich diesmal einfach belohnen.


    Die Jungs haben ZWEI Torschüsse im gesamten Spiel zugelassen, Fußball gespielt, Chancen genutzt, keine Hektik aufkommen lassen und 40 Minuten lang voll durchgezogen.

    Am Ende steht ein hochverdientes 5:1 einer MANNSCHAFT.


    Ich bin so stolz auf meine Jungs und die Art und Weise wie sie sich diesen Sieg verdient haben. Wir haben Größe gezeigt in der Niederlage und wir haben als Mannschaft zurückgeschlagen.

    Und ja, heute freue ich mich auch im KiFu einfach mal über einen Sieg!!!

    Ich habe mal wieder etwas Positives zu teilen.

    Wir spielen heute als F2 gegen eine Mannschaft, die uns vor einem halben Jahr in der G zweistellig geschlagen hat und zusätzlich noch mit 3 Altjahrgängen verstärkt wurde.

    Nach einem 0:3 aus unserer Sicht und hartem Kampf, vielen vergebenen Torchance und einem Endstand von 2:3 versuche ich meiner brutal enttäuschten Mannschaft im Kreis nach dem meinen Stolz zu vermitteln.

    Da tritt der Jugendleiter des Gegners in voller Vereinsmonitur in unseren Kreis und erklärt den Jungs, dass sie für ihn heute die bessere Mannschaft waren und das er es genossen hätte sich dieses Spiel anschauen zu dürfen. Er fand für jeden meiner Jungs ein nettes Wort und gratulierte mir vor den Jungs zu einer tollen Mannschaft.

    Und Schwups, die Köpfe waren wieder oben und die Jungs begriffen langsam, das man toll spielen und trotzdem verlieren kann ohne das man sich danach grämen muss.

    Das war eine Geste, die mich wirklich beeindruckt hat.

    Tatsächlich macht der Verband da bei uns schon einiges richtig.


    Vor der Saison meldet der Verein seine Mannschaften jeweils als stark, mittel oder schwach. Die Vorrunde wird als Qualirunde gespielt, die besten steigen auf, die schwächsten ab. Im Vergleich zu den örtlich eingeteilten Runden ohne Abfrage vom letzten Jahr, sind wir hier schon deutlich besser bedient.


    Gegen, bewusst oder unbewusst, falsche Meldungen der Vereine hilft aber auch dieses System zumindest in der Vorrunde nicht.


    Das Verhalten von Trainern am Platz ist durch den Verband ohnehin nur schlecht zu beeinflussen. Da sind die Vereine gefragt und die leiden quasi alle unter Trainermangel und halten sich somit schön zurück.

    Meine Jungs sind mittlerweile in der F-Jugend angekommen und wir konnten die Mannschaften vor der Saison stark, schwach oder mittel einstufen.

    An den ersten beiden Spieltagen gab es zwei knappe, spannende Spieler gegen jahrgangsgemischte Mannschaften und alle Ergebnisse, die man ja doch immer so hört, waren sehr knapp. Alles Spiele mit maximal 3 Toren Unterschied und Toren auf beiden Seiten.


    Heute ging es dann gegen die F2 des örtlichen Oberligisten und schon beim warmmachen schwante mir übles.


    Halbzeitstand 10:0 für uns, den Besten ins Tor, die Schwächsten nach vorne usw.


    Aber es half alles nichts, ich hatte 6 Spieler dabei die alleine durch die gegnerischen Reihen spazieren konnten und das teilweise auch taten.

    Entsprechend war das Ergebnis. Ich habe mich also während des Spiels darin versucht den gegnerischen Torwart zu loben, die Ersatzspieler aufzubauen und gute Stimmung zu verbreiten, während der gegnerische Trainer maximal körperlich noch anwesend war.

    Meine Jungs waren nach dem hart erkämpften Unentschieden der Vorwoche deutlich stolzer als heute.


    Über unseren Jugendleiter habe ich die Einstufung dieser Mannschaft mal hinterfragen lassen. Antwort: "Wir sind ein Oberligist, wir melden nicht schwach".

    Was soll so ein Unsinn?


    Auf dem Nebenplatz geht eine neugebildete E-Jugend unseres Vereins komplett unter und der gegnerische Trainer, dessen Ehrgeiz ich durch ein paar lockere Sprüche auflockern wollte, erzählt mir bei 10:0 innnerhalb der 1.HZ: "Wir müssen dran bleiben, in der E-Jugend können Spiele sehr schnell kippen."

    Ende vom Lied sind dann Frustfouls, weinende Kinder, pöbelnde Eltern, frustrierte Kinder auf der einen Seite und verbissen auf ein 14:0 spielende auf der anderen Seite.

    So, wie diese beiden Spiele heute morgen muss und sollte Fußball nicht sein und die Verantwortung liegt in beiden Fällen nur bei den Erwachsenen während die Kinder es ausbaden.

    Heute das erste Meisterschaftsspiel in der F-Jugend als Jungjahrgang.

    Meine Jungs haben mich heute so stolz gemacht. Die erste Hälfte komplett dominiert gegen einen Gegner der auf dem Feld nur einen guten Stürmer hatte, im Tor dafür mit dem besten Jungen den ich je gesehen habe. Nach dem Spiel habe ich erfahren, dass er bereits seit einiger Zeit in der Fußballschule des örtlichen Bundesligisten unterwegs ist.

    So stand es zur HZ trotz drückender Überlegenheit erst 1:0. Zu Beginn der zweiten HZ trafen wir dreimal Pfosten und Latte und der Keeper holte den Rest raus.

    Genau in diese Druckphase hinein liegen wir plötzlich 2:1 hinten. Zum Ende der letzten Sainson sind wir in solchen Momenten komplett auseinandergebrochen. Diesmal nicht- die Köpfe blieben oben, die spielerische Überlegenheit kam zurück und am Ende stand ein sicheres 4:2.

    Zusätzlich dazu ein unglaublich faires Spiel mit Trainern, die jederzeit im Sinne des Fairplay agierten. So kann die Saison beginnen.

    Da ich in diesem Altersbereich trainiere, halte ich es für schlicht unmöglich einen 2013er gegen 2010er antreten zu lassen. Ich stelle mit meiner recht starken 2012er Mannschaft gerade schon fest welchen Vorteil ältere 2011er bereits haben. Das ganze in beide Richtungen noch um ein Jahr erweitert würde ich mir ernsthafte Sorgen um die körperliche Gesundheit deines Sohnes machen.

    Entweder er geht sportlich unter oder er kriegt ständig von körperlich sehr viel weiter entwickelten Jungs auf die Socken.

    Ich verstehe deine Treue zum Heinatverein und finde das auch eigentlich richtig. Kann "dein" Verein aber keine passende Mannschaft stellen ist ein Wechsel aus meiner Sicht leider absolut unumgänglich.

    Ich habe meinen Kindern aus den Leibchen Kopftücher, Stirnbänder o. ä. gebastelt, sie ihnen leicht falsch angezogen etc. Das hat gut funktioniert.

    Ansonsten immer dem besten Spieler das erste Leibchen geben, dann reißen sich alle anderen auch um Leibchen, wobei diese Methode für dich wahrscheinlich noch etwas früh ist.

    Ich möchte nur mal so einwerfen, dass ich damals im Jugendbereich auch darunter "gelitten" habe. Der Jahrgang über uns war sehr stark. Wir mussten im Jahr darauf immer gegen Gegner spielen, denen wir nicht gewachsen waren. Das war sehr frustrierend.

    Ich war auf der anderen Seite der Medaille. Wir sind in C-A Jugend jeweils in der Kreisliga A eingestiegen und haben uns als Landesliga-Aufsteiger verabschiedet. Der Jahrgang unter uns ist in der C-Jugend zwei Jahre lang gnadenlos untergegangen, zue B-Jugend hat der Verein dann reagiert und frühzeitig damit begonnen die Mannschaft punktuell zu verstärken. In der B-Jugend wurde im zweiten Jahr die Bezeirksliga gehalten (und danach auch noch ein paar Jahre) und in der A-Jugend wurden es am Ende 4 Jahre LL.

    Der Verein hat damals enorm von dieser starken Mannschaft profitiert, allerdings eben erst dann als man beschlossen hat diese Mannschaft auch zu nutzen um die ganze Jugend ein wenig hoch zu ziehen.


    Heute wäre es sicher nicht mehr möglich eine solche Truppe 6 Jahre lang zusammen zu halten. Dreimal in die LL aufzusteigen und doch nie dort zu spielen, hatte schon ein bisschen was frustrierendes.

    Ja, ich habe meinen Weg gefunden.


    Nach allen Anregungen hier und in Folge meiner eigenen Überlegungen, habe ich mich mit den Vätern der wechselwilligen Jungs getroffen.

    Ich habe Ihnen dargelegt wie ich arbeite und wie ich die neue Saison plane.

    Im Gespräch mit dem Vater des ersten Jungen, stellte sich schnell Einigkeit ein, der Junge trainierte zweimal bei uns mit und wird in der neuen Saison zu uns wechseln.


    Die beiden anderen Väter hatten am Ende den Gedanken, eine Mannschaft um ihre Söhne aufzubauen und schlugen eine Trennung der Mannschaft und eigene Trainer tätigkeit vor. Beide Jungs spielen bereits im Talentprogramm des örtlichen Bundesligisten und hoffen auf einen Platz in der U9 zur Saison 20/21.

    Beide Väter stehen für eine klare Leistungsorientierung.


    Diesen Gesprächsinhalt teilte ich der Jugendleitung mit und diese entschied nach Sondierungsgesprächen mit meinen Eltern, diesen Weg nicht zu gehen.


    Den Vätern wurde geraten sich einen anderen Verein zu suchen oder unserem Weg zu folgen. Es wird dann also ein anderer Verein...


    Zeitgleich habe ich auf zwei Turnieren Bekanntschaft mit dem Trainer eines Nachbarvereins gemacht. Die Plätze trennen 5 km und ein Fußballkreis, somit gab es bisher keine Begegnungen.

    Mir fiel die Mannschaft anhand ihrer Spielstärke, ihrer gleichmäßigen Spielzeiten und anhand rotierender Positionen auf. Ein Trainer der nie das Ergebnis im Sinn hatte und mit fairen Gesten beeindruckte.

    Nach dem Turnier kamen wir ins Gespräch und stellten ähnliche Philosophien und "Probleme" mit unseren heterogenen Mannschaften fest. Nach drei Wochen Planung und gegenseitigen Trainingsbesuchen ist nun alle 2 Wochen ein gemeinsames Training geplant. Funino, diverse Spielformen, hohes Trainingsniveau für die einen und neue Spielpartner und Reize für die anderen.


    Ich bin sehr gespannt wie das läuft, gehe jedoch positiv und neugierig an die Sache heran. Ich kann hier sicher noch was lernen und die andere Seite vielleicht auch.

    d-rose1 Ich bin ein Elternteil ....meine Tochter steht im Tor. Rotiert wird bei uns nicht und ich kenne auch keine Mannschaft in der es in der E noch gemacht wird.


    Ich habe mit Absicht jede Wertung weggelassen.

    Nein, das hast du nicht. Deine Darstellung ließ schon erwarten das der Torwart (oder hier die Torhüterin) dir am Herzen liegt.

    Ich halte diese Schuldzuweisungen für eine absolut normale Sache. Die Kinder müssen lernen zu verlieren und dabei die auch den richtigen Umgang damit lernen.

    Hier ist ganz eindeutig der Trainer gefragt, dieses Verhalten lässt sich unterbinden. Da gilt es halt konsequent und von Beginn an, auf jede Äußerung in diese Richtung sofort und deutlich zu reagieren.

    Die Kinder verstehen schon sehr gut, dass sie selbst auch nicht der Buhmann sein wollen.

    Matthias Lochmann


    Ich habe mich nun über eine längere Zeit inhaltlich mit dem Thema Funino auseinandergesetzt und bin inhaltlich vollkommen überzeugt.


    Meine Kritikpunkte setzen in der breiten Umsetzung an.


    Ich sehe die einzige Möglichkeit Funino zum Erfolg zu führen, in einer alternativlosen Umsetzung verbunden mit einer breit angelegten Aufklärungskampagne. Wichtig ist hierbei, dass nicht nur interessierte Trainer adressiert werden, sondern das gerade der Elternschaft und den Verantwortlichen in den Vereinen inhaltliche Vorteile des Funino nähergebracht werden.


    Heute ist Funino in meinem sportlichen Umfeld noch entweder unbekannt, das Hirngespinst von Idealisten oder aber diese "Geschichte aus Bayern". Auf dieser Grundlage ist dieses Konzept für Trainer nur sehr schwer umzusetzen, die Alternativen für Spieler und Eltern sind einfach sehr zahlreich.


    Ein weiterer Punkt wäre die Unterstützung des Verbandes. Die Vereine und Trainer können das finanziell, aber vor allem inhaltlich nicht stemmen.

    Meinem Eindruck nach ist Funino mit all seinen Vorteilen keineswegs so verbreitet wie es wünschenswert wäre oder wie dieses Forum es suggeriert.


    Ich trainiere seit ca. 1,5 Jahren die G-Jugend eines Vereins, der sich seine Plätze teilweise mit einem verbandsbetriebenen SportCentrum teilt. Der Verband besitzt 5 Plätze und für diese Plätze existieren 8 alte Minitore, von denen keines ein intaktes Netz besitzt. Spricht man Vertreter des Verbands auf diesen Umstand an, kommt gleichgültiges Schulterzucken oder es wird vermittelt, dass man erstmal abwarten müsse ob diese "Geschichte denn überhaupt kommt."

    An diesem Ort werden Trainer bis hin zur A-Lizenz ausgebildet und Funino spielt absolut keine Rolle.

    Mein Kampf für Minitore und die Umsetzung des Funino wird innerhalb meines Vereines maximal belächelt und mir wurde schon ein Umzug nach Bayern nahegelegt.


    Diese Stimmung muss, aus meiner Sicht, massiv bearbeitet und beeinflusst werden um überhaupt die Möglichkeit zu schaffen, Funino sinnvoll umzusetzen. Die Trainer, die aktuell in den Vereinen arbeiten, haben in unserer Region weder die fachliche Qualifikation noch die Unterstützung um hier den Kampf für diese neue Idee zu führen. Ganz im Gegenteil, sie wissen nicht einmal das es Funino gibt oder sie wissen nicht wofür es eigentlich steht.


    Ich verstehe ihren Ansatz der eigenständigen Forschung, bin aber vollkommen überzeugt davon, dass die praktische Umsetzung am Ende nur mit massivem inhaltlichen und finanziellen Einsatz des Verbandes zum Erfolg werden kann.


    Sind Schritte in diese Richtung mit dem DFB und allen Landesverbänden geplant und möglich?

    "Der Strafraum ist 11 Meter von der Torlinie bzw. den Torpfosten zu markieren, der Torraum entfällt ganz."

    Bayerischer Fußballverband


    Ein Frage: mitspielender Torwart - habt ihr das gefordert oder kommt das von den Kindern selbst? Ich spiele im Training Funino oder mit "letztem Mann macht Hand". Aber von meinen 6-8 Kindern (von 15), die mal ins Tor gehen, kann ich von keinem sagen, dass sie mitspielen (was versteht ihr darunter? Freilaufen außerhalb des 11m-Raumes; Dribbling beginnen, wenn keiner frei steht; schon mal an der Mittellinie sich aufhalten und einen Ball abfangen - das machen meine nicht und wäre nach meiner Definition mitspielen). Falls die Definition mitspielen sich auf Herauslaufen und Bälle klären, Anspiel bereit im 11m-Raum und selbstständige Entscheidung ob kurz oder lang (langer Abschlag mit Namensnennung) bedeutet, dann könnte ich damit auch bei einigen wenigen damit dienen. Und da machen meine aus meiner Sicht schon sehr viel mehr als die festen Torspieler der Gegner. Und ja, ich fordere meine Torspieler auch auf mitzuspielen und den 11er Raum zu verlassen, aber die sind da sehr zurückhaltend - ich muss sagen, es gibt ja auch nicht viele Vorbilder (Anschauungsbeispiele) und ich trainiere es nicht (und deshalb mache ich ihnen das auch nicht zum Vorwurf).

    Ich kenne einen Drittligisten, bei dem ich genau dieses Verhalten von Torhüter schon in der G-Jugend mehrfach gesehen habe. Die scheinen ihre Keeper tatsächlich abzuweisen (und es auch zu trainieren?) sehr hoch zu stehen, eine Anspielstation zu sein und eben auch im Notfall ins Dribbling zu gehen.

    Das sind natürlich selektierte Mannschaften, aber das ist schon sehr auffällig bei diesem Verein und scheint auch vorgegeben, da bereits von verschieden Torhütern unter verschiedenen Trainern so gesehen.


    Grundsätzlich finde ich das sehr gut, da die Jungs (die in häufig überlegenen Teams spielen) so nicht 40 Minuten rumstehen, sondern eben auch mitspielen.

    Der DFB hat sich nicht erst nach dem SCheitern bei der letzten WM über Funino etc. Gedanken gemacht. Der Prozess läuft schon länger. Ob es die Umsetzung beschleunigt hat oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Das mag aber durchaus sein. Das Argument : Jetzt gibts Funino nur aus Aktionismus, stimmt aber schlicht und ergreifend nicht.

    Warum nur habe ich den Satz, dass Funino nicht vom Himmel gefallen ist, wieder gestrichen? ;)

    Ich gebe dir vollkommen Recht, das Handeln des DFB scheint aktionistisch begründet zu sein. Das kann man kritisieren, aber es sollte eben nicht in die Bewertung der Maßnahme an sich einfließen. Man kann auch aktionistisch und richtig gleichzeitig handeln, das mag Zufall sein, ist aber durchaus möglich. Also sollten wir hier die Maßnahme an sich und nicht ihre Entstehung, den die Art und Weise wie es zu einer Entscheidung kommt hat auf die Arbeit eines Trainers keinen Einfluss.


    Du schreibst, dass die Vorteile des Funino durch NLZ-Trainer zunichte gemacht werden. Ich habe bereits dargelegt, dass ich durchaus auch für NLZ-taugliche Spieler Vorteile sehe. Deshalb verstehe ich nicht, wieso eine breite Basis von besser ausgebildeten Kindern, die den NLZs zur Verfügung stehen, keinen Erfolg bringen sollte. Du stellst Behauptungen in den Raum, gehst aber auf Argumente nicht ein, sondern wiederholst deine Aussagen, das macht es relativ schwer in eine sachliche Diskussion zu kommen.


    Marko Marin habe ich nur als Beispiel angeführt, weil du ihn bereits mehrfach erwähnt hast. Aber im Grunde ist M.M. doch ein perfektes Beispiel. Deinen Beschreibungen nach, dürfte er auch auf großem Feld mit vielen Spielern viele Ballkontakte gehabt und viele Dribblings gesucht haben. So weit, so gut.

    M.M. ist, denke ich, unstrittig ein herausragender Fußballer, der zu Beginn seiner Karriere eingeschlagen ist wie eine Bombe und du hast ja richtigerweise auch angeführt, das er eine gute Karriere gemacht hat. Er hat aber eben auch die Erwartungen nicht erfüllen können. Ja, er WAR Nationalspieler und er konnte sich nicht dauerhaft durchsetzen. Ja, er war bei Chelsea und er konnte sich nicht dauerhaft durchsetzen.

    Ich habe nie behauptet, dass er mit Funino Weltfußballer geworden wäre. Ich weiß es schlicht nicht, vielleicht wäre er Weltfußballer geworden, vielleicht würde er heute bei ZickZack Hintertupfingen spielen. Es ist einfach nicht zu beantworten.


    Könnte man bei einem solchen Spieler aber nicht auch einmal die Frage stellen, ob er nie gelernt hat einen Plan B oder C jenseits des Dribblings zu entwickeln? Ist seine Karriere nicht genau deshalb ins Stocken geraten, weil er , als er dann bekannt war, keine neuen Lösungen mehr hatte und irgendwann einfach relativ unproduktiv wurde?

    Diese Aussagen sind bewusst als Fragen formuliert, denn niemand von uns hat ihn ausgebildet oder weiß mit welchen Aufgabenstellungen er in seiner Jugend konfrontiert wurde. Es geht mir nicht darum deine Arbeit oder die jemand anderes in Frage zu stellen, aber die Aussage " der Spieler war erfolgreich also haben wir damals richtig gehandelt", ist mir einfach zu pauschal und zu undifferenziert.

    Ich finde es grundsätzlich wichtig auch im Erfolgsfall alles zu hinterfragen und im Grunde tust du das ja auch indem du ein Handeln des DFB auch im Erfolgsfall forderst.

    Ich kann die Argumentation bezüglich des Aktionismus sehr gut nachvollziehen.

    Bei den Dribblern bin ich nicht so ganz bei dir. Du gehst davon aus, dass diese zwar ausgebildet aber dann durchs Raster der NLZs fallen. Diese Argumentation funktioniert aber nur wenn man Dribbler mit kleinen Spätentwicklern gleich setzt. Ich beobachte im Kifu immer wieder, das auch robuste, körperlich weit entwickelte Spieler im 7vs7 das Dribbling nicht suchen. Sie nutzen Tempo und Schusskraft um Situationen möglichst schnell in einen Torabschluss umzumünzen. Und vor allem werden Dribblings bei 99% der Spieler durch die pure Quantität der Gegenspieler sehr häufig in einem Ballverlust enden. Erfolgserlebnisse sind also sehr rar gesät und das Dribbling wird seltener gesucht. Hinzu kommt ein immenser Gegner- und Zeitdruck, der schnell zu Hektik führt.

    Im 3vs3 sind mehr Zeit, die fehlende Option des Fernschusses, mehr Erfolgserlebnisse und einfach mehr Platz vorhanden. Auch körperlich starke Spieler können und müssen hier abseits ihrer körperlichen Vorteile das Dribbling suchen. Diese Spieler werden dann auch durch kein athletisches Raster fallen.


    Ich sehe in Funino keinesfalls ein Allheilmittel, aber ich sehe erstmals ein Instrument das sowohl im Leistungs- als

    Breitensport positive Auswirkungen haben könnte(!).

    Die Argumente sind klar vorgetragen und ich habe das Gefühl, dass es einen Versuch wert ist.


    Die Argumentation, dass auch mit 11vs11 in der E-Jugend Profis ausgebildet worden sind, ist aus meiner Sicht der Versuch eines Todschlagsarguments. Natürlich ist das so, es gab ja kein anderes System und es ist eben auch an dem alten System sicher nicht alles schlecht gewesen. Es gab immer schon gute Trainer in der Ausbildung und die haben auch auf ihre Art gute Spieler ausgebildet.


    Wo Z.B. ein M. Marin mit Funino heute wäre, kann leider niemand beantworten.

    Dann müsste dir aber vor allem in diesem Alter auch klar sein, dass Spielergebnisse überhaupt keine Stärke einer Mannschaft zeigen. Man sollte in dem Alter nicht auf die Anzahl der Tore oder Torschützen schauen.

    Später mache ich das auch keine Frage...

    Ich war mit meinen Aussagen durchaus auf Kritik eingestellt aber ich habe Schwierigkeiten deine Aussagen zu verstehen. Ich gehe schon davon aus, dass eine Mannschaft die bisher nur verloren hat eher ein passender Spielpartner für meine Anfänger und meine weniger weit entwickelten Spieler ist als ein Gegner der bisher nur gewonnen hat. Einzelne Ergebnisse können tatsächlich gewaltig täuschen aber über einige Spiele ist das schon ganz gut zu erkennen.

    Die pure Aussage, dass man ich auf Ergebnisse schauen sollte, bringt irgendwie auch keinen Mehrwert. Ja, man sollte Ergebnissen nicht nachjagen weil es die bekannten Probleme in der Ausbildung mit sich bringt aber die pure Dokumentation ohne den Einsatz zur Optimierung von Ergebnissen hat mir bisher keinen erkennbaren Nachteil gebracht.

    Ich weiß auch ohne eine Liste von Torschützen wer die meisten Tore macht, wenn ich aber am Ende einer Runde sehe, das alle Kinder ihr Tor gemacht haben freut mich das schon.

    Ich riskiere jetzt einmal gewaltigen Gegenwind.

    Ich bin und bleibe ein absoluter Statistik-Nerd und ich verfolge den Fussball in unserer Gegend durchaus sehr aktiv,bin also gut vernetzt.

    Alleine der WhatsApp Status meiner Trainerkollegen informiert mich über die Ergebnisse der anderen Mannschaften.

    Vor Spielen spreche ich eben auch mit den Trainern und habe so einen Anz guten Überblick über die Ergebnisse in der Staffel. Ich schreibe mir diese Ergebnisse auch if und führe eine Tabelle.

    Ich führe auch eine Statistik über unsere Torschützen und freue mich immer wieder wie breit gefächert die Torschützen bei uns sind.

    Warum mache ich das? Mein Sinn für Statistiken und Organisation lassen wir irgendwie nicht anderes zu. Als alter Fußballer sind Tabellen für mich irgendwie immer eine Orientierung gewesen und diese "brauche" ich irgendwie auch als Coach.


    Was mache ich mit diesen Tabellen und Statistiken?

    Nichts! Keiner meiner Spieler kennt unseren Tabellenstand oder unsere Torschützen und das gilt auch für die Eltern.

    Ich nutze die Ergebnisse der anderen Mannschaften durchaus auch mal um meine Mannschaft an das erwartete Niveau des Gegners anzupassen und vor allem füttere ich den Nerd in mir.

    Ich ziehe mal diesen etwas älteren Post raus, weil hier ein Punkt auftaucht, der für mich doch etwas anders aussieht.


    Du sagst, sinngemäß, dass die Kritik in einem NLZ sicher nicht weniger werden wird und das ein richtiger Umgang mit Kritik Grundvoraussetzung für eine "Karriere" im NLZ ist. So weit folge ich dir.


    Wo ich aber schon einen Unterschied machen würde, ist die Art und vor allem die Motivation des Trainerverhaltens. Ich gehe mal davon aus, dass in einem NLZ Kritik sportlich motiviert und sachlich fundiert ist. Damit muss ein Spieler sicherlich umgehen können, auch wenn gerade so etwas sicherlich auch weh tun kann.


    Das beschriebene Verhalten des aktuellen Trainers, gehen wir einfach mal davon aus das die Beschreibungen es annähernd richtig wiedergeben, ist allerdings scheinbar aus gekränkter Eitelkeit entstanden und kann von dem Spieler, sicher nicht einmal zu Unrecht, als unfair und ungerecht empfunden werden. Natürlich werden diese Beschreibungen hier vermehrt aus Trainersicht gesehen aber es gibt eben auch Idioten in diesen Positionen und ich finde, dass ein Kind da nicht unbedingt lernen muss mit Ungerechtigkeiten umzugehen.

    Pickt ein Trainer sich diesen Spieler nun wirklich heraus und stellt ihn in den Mittelpunkt aller Kritik, ob gerechtfertigt oder nicht, so ist es ein Fehlverhalten des Trainers und der Querverweis zur Kritik in einem NLZ verliert seine Gültigkeit.

    Auch Kinder müssen keine Ungerechtigkeiten (oder nennen wir es doch einmal Mobbing) über sich ergehen lassen, nur weil sie den nächsten Schritt machen wollen.


    Ich denke es ist klar was ich sagen will, immer vorausgesetzt die Schilderungen des Vaters entsprechen so der Wahrheit.