Beiträge von Bennoah

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

    Ich pendle seit dem Wochenende in der Frage ob ich diesen Beitrag hier oder im Frust-Thread schreiben soll, komme aber immer mehr dazu das die positiven Effekte überwiegen.


    In unserem Kreis werden in der E-Jugend Quali-Rubden zur eigentlichen Saison vorgeschoben. Dazu werden 6er-Gruopen aus Mannschaften gebildet, die im Vorhinein als stark, Mittel oder schwach gemeldet werden.

    Unser Jungjahrgang wurde mittel gemeldet und landete in einer Rubde die sonst nur aus Altjahrgängen bestand, soweit so unproblematisch.


    Die ersten drei Spiele wurden mehr oder weniger klar gewonnen, der vierte Gegner trat nicht an nachdem er vorher dreimal zweistellig gewonnen hatte. Ergibt im Umkehrschluss folgende Ausgangslage für das letzte Saisonspiel.


    Wir 12 Punkte, Gegner 9 Punkte, dritte Mannschaft mit 9 Punkten, die ersten Beiden werden die Saison in der starken Gruppe spielen (also quasi aufsteigen) der Dritte verbleibt in der mittleren Gruppe.


    Das Spiel findet auf einem extrem kleinen, sehr stumpfen Echtrasen statt, unsere Mannschaft hat deutliche Probleme mit der Anpassung, der Gegner ist ein Jahr älter und im Schnitt einen Kopf größer aber fußballerisch unterlegen.


    Diese Unterlegenheit wird durch Fernschüsse, harte Zweikämpfe und geniale Ecken ausgeglichen und der Gegner führt schnell 2:0...


    Unsere Mannschaft, die in der Vergangenheit solche Spiele nach Rückstand abgeschenkt hat, kämpft wie ich es von ihr noch nie gesehen habe gegen die körperliche Überlegenheit des Gegners an.

    Einer unserer Spieler spielt wunderschön 2 Gegenspieler aus und läuft alleine aufs Tor zu, dann wird ihm von hinten ein Bein gestellt. Der Trainer vom Gegner schreit "Freistoß" (Foul 3 m vorm Tor :/) der Spieler sagt, ich habe ihn nicht berührt und das Spiel geht weiter.... Aha, Fairplay also.


    In der HZ wird mir erklärt das die Spieler alleine entscheiden müssen, wer lauter schreit setzt sich scheinbar durch... X(


    Unsere Truppe kämpft sich durch all diesen Frust und führt kurz vor Schluss 4:3.

    Gegner nimmt kurz vor Schluss den hochspringenden Ball an, legt in sich mit dem Arm vor und schießt das Tor. Eltern beider Mannschaften stehen direkt hinter diesem Tor. Unsere Eltern schreien Hand, gegnerische Eltern drehen sich weg und haben nichts gesehen weil sie sich so intensiv unterhalten haben. <X


    Wieder schreit der Gegner lauter, also Tor.

    3 Minuten Abwehrschlacht später geht das Spiel mit 4:4 zu Ende und mein Stolz kennt keine Grenzen. Diese Leistung gegen einen solchen Gegner unter dieser aufgeheizten Stimmung wäre im letzten Jahr noch nicht möglich gewesen.

    Nochmal, ICH BIN SO STOLZ und das nicht wegen des Ergebnisses sondern nur wegen des Charakters den meine Mannschaft da gezeigt hat.

    Bennoah

    Wie haben sich denn die Eltern entschieden?

    Der Junge bleibt erstmal bei uns, wird aber zusätzlich zu unserem Training einmal in der Woche ins Fördertraining beim Bundesligisten gehen.


    Der Junge geht den Weg nach einer gewissen Enttäuschung mit und den Eltern ist bewusst, dass sie diesen Wechsel wohl eher aufgeschoben als abgelehnt haben.


    Der Bundesligist ist zufrieden mit der Lösung, will den Jungen vor allem emotional an sich binden und den Wechsel in ein anderes NLZ in der Zukunft "verhindern". Ob der Junge 2 Jahre eher oder, bei entsprechender Entwicklung, später kommt, ist da nicht so entscheidend.

    Danke für den Gedanken mit der Phase im NLZ. Das ist ein wirklich wichtiger Ansatz, den ich leider bisher so nicht gesehen habe.

    Insgesamt finde ich bei deinen beiden Posts sehr gute Anregungen und neue Sichtweisen.

    Wenn man das mit realistischen Erwartungen angeht kann das schon ne gute Sache sein. Für einen Jungen bei dem Fußball einen sehr wichtige Rolle in seinem Leben spielt, kann das schon sehr erfüllend sein, regelmäßig mit Gleichgesinnten auf dem Platz zu stehen. Da muss Fußball nicht immer etwas "sinnvolles' sein, insbesondere, weil der Aufwand ja nicht exorbitant ist.


    Aber mal aus Deiner Sicht: Ich versuche immer den Spielern/Eltern so objektiv wie möglich meine eigene Sichtweise zu schildern und so eventuell nochmal andere Argumente in den Fokus zu rücken. Da geht es aber mMn auch drum, auch die positiven Aspekte anzusprechen, Auch wenn man den Wechsel selber vllt etwas kritisch sieht.


    Am Ende wird man Dir am ehesten für Ehrlichkeit danken, besonders dann, wenn der Junge vielleicht NLZ irgendwann verlässt. Und die Entscheidung treffen müssen sowieso die Eltern.

    Und genau diese realistischen Erwartungen sind aus meiner Sicht ein großes Problem. Der Traum ist so groß, dass viele Eltern meiner Erfahrung nach jeden Aufwand auf sich nehmen würden um ihn zu erreichen. Mir kommen die Kinder da manchmal fast wie ein Mittel zum Zweck vor.


    In diesem Fall ist das anders und gerade deshalb denke ich ernsthaft darüber nach was ich raten soll.


    Ich glaube wirklich das bei diesem Jungen ein Wechsel zu einem Großen der folgerichtig Schritt sein wird, halte es jetzt aber für zu früh.


    Und ich glaube genau das werde ich sagen...

    Wenn man den Jungen überzeugen kann, dass er auch später noch im Fokus des Vereins ist, dann sollte er auf die Eltern hören. So hat er noch ein Ziel vor Augen, nämlich in drei-vier Jahren zu diesem Verein zu wechseln.

    Für mich ist dieser Junge wirklich der Prototyp des Spielers der es versuchen sollte.


    Technisch herausragend, diszipliniert, schnell, unglaublich ehrgeizig, mannschaftsdienlich, gutes Auge, toller Mitspieler und Anführer.


    Ich habe am ehesten die Sorge das da jemand zu früh in eine solch professionelle Ausbildung reingezogen wird und irgendwann sein Feuer verliert.


    Ich wäre wirklich traurig diesen Jungen und Spieler nicht mehr in meinem Team zu haben, aber meine Meinung zu einem Wechsel versuche ich mir frei davon zu bilden. Ob mir das komplett gelingt... keine Ahnung.

    Wie würdet ihr hier agieren?

    Kommt vor allem darauf an wie weit der Bundesligaverein entfernt ist bzw. wie lange die Fahrtzeit ist.

    Ist der Weg nur unwesentlich länger als zum jetzigen Verein uns lässt sich neben der Schule, Freizeit etc. gut handeln spricht eigentlich nichts dagegen, auch wenn es in dem Alter eigentlich noch fast ein bisschen früh ist.


    Wenn man in dem Alter bereits dorthin wechselt ist halt die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass er in den nächsten Jahren auch wieder aussortiert wird. Verkraftet der Spieler ein solches Szenario?

    Die Fahrt ist eher unproblematisch. Bis zum Trainingszentrum sind es ca. 10-15 Minuten.


    Ich frage mich ehrlich gesagt weniger was dagegen als was dafür spricht.

    Warum geht man zu einem Bundesligisten inkl. mehr Druck, Aufwand etc.


    Für eine bessere Ausbildung und die Chance auf Profifußball... und sonst? Stolz den eigenen Jungen in so einem Verein zu sehen?


    Wenn der Junge die entsprechende Qualität hat, ist bei einem Wechsel in 4 Jahren die Chance auf Profifußball kleiner?


    Ich sehe das als Trainer und Vater eines Sohnes der niemals in den Fokus eines NLZ geraten wird, sehr nüchtern. Wäre mir das auch möglich wenn es hier um meinen Sohn ginge oder würden Stolz und Ego mich auch Richtung Wechsel tendieren lassen?

    Ich habe hier mal eine Frage zum Thema NLZ die mich gerade als Trainer umtreibt.


    Ich trainiere die kommende E2 eines ambitionierten Breitensportvereins, alle Mannschaften ab D-Jugend spielen überkreislich. Eine gewisse Perspektive innerhalb des Vereins ist also gegeben.


    Jetzt zu meiner Frage, 2 Spieler aus meinem Team wechseln zur neuen Saison in Bundesliga-Teams. Beide Jungs haben ambitionierte Eltern, die die Jungs in Talente-Programme der Profiteams in den Fokus gebracht haben.

    Ich sehe das in diesem Alter kritisch aber so ist es eben.


    Jetzt habe ich in meiner Truppe noch einen Spieler der aus meiner Sicht erheblich veranlagter ist als die beiden wechselnden. Die Eltern haben bisher darauf verzichtet den Jungen in der oben beschriebenen Art auf den Radar zu bringen, aufgefallen ist er Ihnen trotzdem und jetzt ist das Angebot des großen Bundesligisten da.

    Die Eltern sind eher kritisch, es ist Ihnen zu früh. Der Junge ist ein riesiger Fan des Vereins und will unbedingt.


    Die Eltern haben mich jetzt nach meiner Meinung gefragt und ich bin ehrlich gesagt überfragt.

    Wie würdet ihr hier agieren?

    Ich habe mir vor der Saison eine maximale Spieleranzahl gesetzt, die ich nicht überschreiten will und werde.


    Aktuell habe ich noch einen Platz frei, habe dennoch einer Mutter davon abgeraten ihren Sohn in meine Mannschaft zu geben. Das Kind war bereits als "verhaltensauffällig" angemeldet, was mich jetzt noch nicht davon abhält mir ein Kind anzuschauen. Gerade solchen Jungs kann Mannschaftssport und klare Regeln gut tun. Ich bin absolut bereit diese Herausforderungen anzugehen. Jetzt hat dieser Junge bereits Fußball im Verein gespielt und kam, auch von seiner Mutter so angekündigt, mit der Haltung ein sehr guter Spieler zu sein. Er mag in seiner alten Mannschaft zu den besseren Spieler gehört haben, bei uns wäre er aber unter den schwächsten drei Spielern gewesen. Soweit kein Problem, wenn es ihn nicht so offensichtlich frustriert hätte. Der Junge war nach dem Training komplett geknickt und hat bitterlich weinend in der Ecke gehockt. Die Mutter bat mich nach 3 Trainings mit einem ähnlichen Ergebnis ihn trotzdem aufzunehmen. Er müsse seine Frustatrationstoleranz steigern und könne nicht so reagieren.


    Ich habe das abgelehnt, da er bereits anfing nachzutreten und insgesamt aggressiv aufzutreten. Ich habe in Absprache mit dem F2 Trainer vorgeschlagen es dort zu probieren und erstmal weder von Kind noch Mutter große Begeisterung geerntet. Jetzt ein paar Monate später ist er sehr glücklich in einer Mannschaft die seinem Spielniveau entspricht.


    Was ich damit eigentlich sagen will, es erscheint mir wichtig Einzelfallentscheidungen zu treffen, die nicht immer nur an der Leistung festegmacht werden müssen, es jedoch auch mal können.

    Meine Erfahrung als Spieler in Seniorenmannschaften ist das sich sowas eigentlich immer lösen lässt, wenn der Neue sportlich hilft. Ihr wollt aufsteigen, bringt euch der Neue näher an dieses Ziel wird die Mannschaft den Motzki irgendwann ruhig stellen. Tut sie das nicht, kannst du ihm ziemlich direkt auf den Kopf zusagen das er den Erfolg der Mannschaft mit seinem Verhalten gefährdet, im schlimmsten Fall auch vor der ganzen Mannschaft.


    Ein unlösbares Problem hast du eigentlich nur dann wenn der Neue der Schwester des Motzkis mal zu lange in die Augen geschaut hat oder sonstige persönlichen Probleme aus der Vergangenheit existieren.

    Die Telefonnummern der Kinder brauchst du überhaupt nicht angeben. Die beteiligten Spieler stehen doch auf dem Spielberichtsbogen. Wenn es etwas zu melden gäbe, würde man doch ohnehin den Verein kontaktieren, beziehungsweise über den Verband das Gesundheitsamt etc.

    Die Zuschauer tragen sich in die Liste ein und geben Adresse sowie schnelle Kontaktmöglichkeit via Telefon oder E-Mail-Adresse an.
    Die Daten müssen sicher verschlossen verwahrt und dann unbesehen vernichtet werden, sollte kein Coronafall oder dergleichen den Einblick des Verbands oder des Gesundheitsamts nötig machen. Der Verein, der die Liste führt, darf diese Kontaktdaten selbstverständlich NICHT für andere Zwecke verwenden. Da wäre sicherlich eine Klage sehr aussichtsreich. Und das kann teuer werden.

    Tja und da liegt das Problem. In den unteren Jugenden hast du immer Eltern am Platz und deren Kontaktdaten musst du sehr wohl angeben.

    Da dann die Nachnamen abzugleichen ist ja nun wirklich keine Kunst und auf diesem Weg findet die Kontaktaufnahme dann auch statt.


    Die Drohung mit einer Nachverfolgung des Datenmissbrauchs hat bei mir Wunder gewirkt. Der Nachweis, dass die Daten von dieser Liste kommen ist natürlich nicht direkt möglich, wenn es nicht ausdrücklich gesagt wird.


    Aber ich konnte dem anderen Verein ziemlich plausibel erklären, das es eigentlich keinen anderen Weg gibt innerhalb eines Tages an 4 Nummern zu kommen. Da brauchst du natürlich loyale Eltern. Planen die wirklich zu gehen sieht das schon ganz anders aus.

    Ja natürlich ist das eine Frage der Qualität, wie ich bereits geschrieben habe, steht die sportliche Qualität der fraglichen Mädels hier nicht in Frage.

    Wir reden aktuell von einer C-Jugend die in der Landesliga als Aufsteiger aktuell oben mitspielt, wenn wir dieses Niveau mal in die A-Jugend hochschieben dürfte es rein körperlich auch für die besten Mädels sehr schwierig werden.


    Und im Herrenbereich sehe ich das noch kritischer. Welches Interesse sollte eine fußballerisch weit überlegene Frau haben, sich Sonntags in Kreisliga B oder C auf den Platz zu stellen? Da suche ich mir doch eher eine ordentlich Damenmannschaft in der die fußballerische Qualität höher ist, oder?

    Ich habe diese Erfahrung jetzt zum zweiten Mal gemacht.


    Erneut wurden nach einem Auswärtsspiel vier meiner Eltern angerufen und zu einem Probetraining eingeladen. Ich habe daraufhin den Jugendgeschäftsführer des Vereins angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich seinen Verein mit Hilfe der Eltern beim Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit melden werde. Ich habe ihm vorher natürlich die Möglichkeit gegeben mir zu erklären wie sein Trainer am Tag des Spiels an 4 Telefonnummern kommt, das wusste er natürlich nicht.


    Des weiteren habe ich ihm mitgeteilt, dass ich in der Trainer- Community sehr gut vernetzt bin und mich informieren werde ob es weitere betroffene Vereine gibt.


    20 Minuten später bekam ich den Anruf eines äußerst betröppelten Trainers, der sich bei mir (falsche Adresse) entschuldigte und mir mitteilte das er von erneuten Abwerbeversuchen absehen werde.


    Ansonsten hätte ich in Zukunft wohl bei den entscheidenden Spielern (wir wissen ja meist alle vorher welche Spieler von Interesse sind) zufällige Zahlendreher in den Nummern. Sollte es mal zum Ernstfall kommen, sind diese "Fehler" ja schnell korrigiert.

    Kann man sich mit einzelnen Mannschaften eines Vereins einer JSG anschließen? Also ich meine, dass man sich mit der B der JSG anschließen kann, mit der C aber nicht, wusste ich schon. Aber die D1 und D2 bleiben bei dem bisherigen Verein und die D3 schließt sich einer JSG an? Den Sinn verstehe ich nicht so ganz. Ist der Sinn einer JSG nicht, dass Vereine weiterhin Jugendmannschaften melden können, auch wenn sie alleine zu wenig Kinder in diesem Jahrgang haben? Euer Verein scheint dann doch aber jede Menge Kinder im D-Junioren-Jahrgang zu haben.


    Ok, "melden" war evtl. das falsche Wort. Letztes Jahr wurde die D1 dieses Vereins Meister in der Kreisliga. Allerdings waren alle Spieler ohne Ausnahme Jahrgang 2007, d.h. alle sind in die C hochgegangen und die jetzige D1 ist eine komplett andere Mannschaft. Was nützt mir der Aufstieg einer Mannschaft, wenn in der nächsthöheren Liga dann aber komplett andere Kinder spielen? Wenn ich sehe, dass meine Mannschaft dieses Niveau nicht schafft, dann verzichte ich doch auf diesen Aufstieg, oder nicht?


    Ist das eine Mädchenmannschaft oder spielen diese 3 Mädchen in einer Jungsmannschaft. Wenn es eine Jungsmannschaft ist, dann dürfen diese Mädchen doch in der B-Jugend sowieso nicht mehr dort spielen. Also zumindest ist das in beiden Verbänden in denen meine Tochter spielt so.

    Das ist eine Jungenmannschaft. Wir sprechen hier über Mädchen aus dem Dunstkreis der Jahrgangs-Nationalmannschaften, die bekommen jede Ausnahmegenehmigung auch für die B-Jugend. Die leben im Fußball-Internat und sind ihren Mannschaftskameraden technisch, taktisch und vom Spielverständnis her weit überlegen.

    Von Außen gesehen empfinde ich diese Mädels als große Bereicherung und als Ansporn für die Jungs. Männliche Fußballer dieser Qualität werden die nie als Mitspieler haben und gerade deshalb empfinde ich es als sehr schade, dass es absehbar ist wann die Mädels nicht mehr mithalten werden können.

    Bei dem zweiten Beispiel, das ich genannt habe, ist es tatsächlich dieses Prestige-Phänomen. Ein Dorfverein, bei dem die 1. Mannschaft trotzdem Oberliga spielt und sich dort auch seit Jahren hält und deswegen meinen die Verantwortlichen sie müssten die Jugendmannschaften hoch melden. Von der A-Jugend bis zur D spielt jeweils eine Mannschaft Landesliga und gerechtfertigt ist das gerade mal bei der B-Jugend. Was die den Kindern antun interessiert sie anscheinend überhaupt nicht. Und warum Eltern das akzeptieren, verstehe ich genauso wenig.


    So ist das bei uns im SWFV, wo meine Tochter bei den Jungs spielt. Bei den Mädchen spielt sie in Hessen bzw. im Badischen Fußballverband und da ist es so wie Malikinho beschreibt. Bis zur E-Jugend gehen die Spiele 1:0 bzw. 0:1 aus, egal wieviele Tore gefallen sind und es gibt Quali-Runde bis zur Winterpause. Warum kann es das nicht überall geben, es hat doch echt nur Vorteile, oder?!

    Kann bei euch für die Landesliga gemeldet werden? Bei uns ist das nur in Kreisligen möglich, die überkreislichen Ligen sind nur durch sportliche Qualifikation zu erreichen.


    Ein Dorfverein in der Landesliga ist die absolute Ausnahme und langfristig ist das eigentlich gar nicht zu stemmen. Mein Verein liegt so auf der Schwelle zwischen Dorfverein und dem Versuch zumindest ab D-Jugend eine gewisse Leistungsorientierung zu erreichen.

    Wir haben aktuell 3 Bezirksliga und eine Landesliga-Mannschaft. Die Landesliga ist eigentlich nur zu stemmen, da die Zusammenarbwit mit einem Fußballinternat für Mädchen 3 Leistungsträgerinnen in die Mannschaft gespült hat und gleichzeitig haben wir da einen ohnehin guten Jahrgang. Die Mädels werden aber ab der B- Jugend wohl weg sein oder zumindest an "sportlichem Wert" verlieren. Ganz ohne externe Zugänge ist diese Liga nicht erfolgreich zu stemmen.

    Ich musste gerade etwas lachen :D

    Ich fand das eher traurig. ?( Ich wollte da tatsächlich niemanden rauslocken, ich wollte seinem Team die Option des Ballbesitzes geben. Kann sogar sein das sie dann 3 Tore mehr kassiert hätten, weil hinten nicht mehr 10 sondern nur noch 6 Beine geblockt hätten, aber wäre das wirklich wichtig gewesen?

    Ich verstehe was du meinst, wenn ich jedoch eine Mannschaft zum dritten Mal in Folge in der Stafel habe, gegen die ich jedes Mal mit dem schwächsten Kader nominiere den ich irgendwie bilden kann und trotzdem immer zweistellig gewinne, dann ist dieses Argument nicht mehr relevant.

    Die Begründung für das Meldeverhalten ist dann: "Unsere Erste spielt Oberliga!!!" Ja Glückwunsch, aber was hat das mit dem Kinderfußball zu tun?


    Das trifft genau auf die Prestige-Argumente, auf die auch Spieler-papa hier hinweist, zu. Wobei ich mich da frage, wie es dem Verein in seinem Prestige hilft wenn die F-Jugend in Staffel A statt Staffel B spielt. Das sieht doch niemand, was aber sehr wohl wahrgenommen wird, ist das die Mannschaft jede Woche zweistellig verliert. Auf diese Art und Weise verliert man auf Dauer auch noch seine besten Spieler, weil die sich das nicht antun wollen.


    Prestige gewinnst du, wenn du deine D bin A-Jugend konstant in überkreislichen Ligen hältst und dort eine gute Förderung der Kinder, qualifizierte Trainer und ein gutes Umfeld bietest. Das erreichst du aber nur durch sportliche Qualifikation für diese Liegen und der Unterbau dafür kommt idealerweise aus deinem Verein. Natürlich kann ich mir als Oberligist auch einfach eine gute D-Jugend zusammen casten, aber dann lasst den Kinderfußball halt Kinderfußball sein und macht klar, dass keine Bezüge zu den "Leistungsmannschaften" des Vereins bestehen.

    Ich erlebe das gerade bei uns in der F-Jugend, das hatte ich schonmal geschrieben.

    Da werden Mannschaften für die höchste Klasse gemeldet und die Trainer wissen warum.

    Wir haben ein Spiel zweistellig gegen einen Gegner gewonnen, der 5 Feldspieler quasi vor dem Tor geparkt hatte. Hätte er mitgespielt, wäre es deutlich höher geworden aber Fußball gespielt hat von den Jungs keiner. Das war pures Bälle raus Bolzen.

    Hoch verloren, keinen Spaß gehabt, nichts ausprobiert und das alles gegen einen sehr wohlwollenden Gegner.

    Ich habe bei jedem Ballverlust meine Jungs in die eigene Hälfte zurück beordert. Sie hätten versuchen können Fußball zu spielen. Der Trainer ruft rein: " Die wollen euch locken - Bleibt HINTEN!" Also kam ein langer Ball auf den "Stürmer". Der kam natürlich nicht an den Ball und dann warfen sich hinten wieder alle in die Angriffswelle.


    Das Alles wäre nicht nötig gewesen, wenn man einfach eine Staffel tiefer gegen gleichstarke Gegner spielen würde.

    Bei deinem Text schrillen bei mir alle Alarmglocken.


    Auch ich habe als sehr unerfahrener Papatrainer einen zweiten Vater als Co mit dazu genommen.

    Im direkten Gespräch wurde mir immer wieder gesagt, ich sei ja der Chef. Die Taten hinter meinem Rücken, aber teilweise auch sehr offen, sprachen jedoch eine ganz andere Sprache.

    Während mein Fokus auf der Trainingsarbeit und den Kindern lag, die Kommunikation mit den Eltern war/ist sicher nicht meine Stärke, umgarnte er noch jede noch so entfernte Tante.


    Plötzlich machte er ohne Absprache Freubdschaftsspiele aus etc. Immer wieder wurde ich als erfolgsbesessen jbd übermäßig ehrgeizig hingestellt, während ich sicher ab und an frustriert war aber das aber weniger am Ergebnis lag.

    In direkten Konflikten wurde mir gesagt, ich möge die Sache mal lockerer sehen usw.


    Im Verein habe ich mehrfach darauf hingewiesen was da läuft - es wurde einfach abgetan.


    Am Ende konnten wir Gott sei Dank die Mannschaft trennen und plötzlich bestand eine unglaubliche Konkurrenz zwischen unseren Mannschaften. Meine Spieler wurden schlecht geredet, er generierte sich als Erfolgstrainer einer G-Jugend usw.


    Aus all dieser Erfahrung kann ich dir nur raten, schnell die Reißleine zu ziehen und auch ganz deutlich zu kommunizieren warum. Wenn du Pech hast, bist du bereits zu untergraben und verlierst dein Team aber in dieser Konstellation wirst du ganz sicher nie glücklich.


    Ich habe seine Versuche damals als extrem plump wahrgenommen und erst sehr viel später verstanden, das hier daran gearbeitet wurde Eltern und Kinder gegen mich zu wenden. Mit etwas mehr Geschick und Intelligenz wäre es ihm vermutlich sogar geglückt. Also mein Appell - reagiere jetzt!

    Ich habe mit den Meldeligen bisher sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

    Vorab, im G1-Jahr wurde bei uns noch regional eingeteilt, da haben wir von 8 Spielen 6 völlig ungefährdet gewonnen, einmal etwas Gegenwehr gehabt und ein "Spitzenspiel" um den ersten Platz. Rückrunde dann nach Ergebnissen der Vorrunde eingeteilt und eine ziemlich ausgeglichene starke Staffel war das (gute) Ergebnis.


    Im F2-Jahr haben wir als Jungjahrgang "mittel"gemeldet und tatsächlich wurde die Staffel am Ende von 3 Jungjahrgängen "gewonnen". Es gab jedoch bis auf eine eindeutig zu stark gemeldete Mannschaft keine klaren Ergebnisse. Mehrere Unentschieden, viele Siege mit einem Tor, spieletisch überlegene Jungjahrgänge gegen körperlich überlegene Altjahrgänge und (fast) jedes Wochenende spannende Spiele. Das war einfach toll.


    Dieses Jahr haben wir als Altjahrgang stark gemeldet und die einzige "starke" Staffel ist eine Katastrophe 9 Mannschaften. 4 davon spielen die Spitze unter sich aus, während sie die anderen 5 Mannschaften deklassieren.

    Gleichzeitig gibt es in beiden mittleren Staffeln je zwei Mannschaften, die nach 3 Spielen bereits über 60 Tore erzielt haben.


    Mein Fazit: Das System ist gut, so lange die Trainer es gut nutzen. Wenn, wie geschehen, der Sieger einer mittleren Staffel ohne Abgänge erneut mittel meldet und der abgeschlagene Letzte einer mittleren Staffel ohne Zugänge als stark meldet, zerstören die Trainer oder Vereine ein gutes System.


    Gerne hätte ich Staffelleiter die sowas prüfen, och höre allerdings jetzt schon, dass das vom Aufwand her nicht zu stemmen ist. Schade!

    Tiberius

    Da du nun in einem langen Text deine Motivation hinter diesem Vertrag erklärt hast, möchte ich gerne auch mal meinen Senf dazu geben.


    Ich glaube dir deine guten Motive uneingeschränkt und verstehe deinen Gerechtigkeitssinn. Aber ich glaube auch, dass du den falschen Weg zum richtigen Ziel gehst.


    Gerechtigkeit und Gleichbehandlung sind nicht das Selbe, manchmal sogar konträr.

    Eine gerechte Behandlung von Bedürftigen erreicht man über Solidarität und nicht durch Bürokratie.


    Spenden, die nie in der Mannschaftskasse auftauchen aber den Gesamtwert einer Anschaffung mindern und somit gerade die entlasten die es brauchen, helfen. Sind mit Verträgen aber sicher nicht zu vereinbaren.

    Als Beispiel, ich habe ein Elternpaar, das sicher eher als wohlhabend zu bezeichnen ist. Diese Eltern haben den Selbstbeteiligunganteil unserer letzten Anschaffung einfach verschwinden lassen, ohne das dies in der Mannschaft überhaupt bekannt ist. Ohne diese Spende wären 50 € pro Kind nötig gewesen. Jetzt waren es 0 €, es wurde noch hinterfragt.

    Natürlich kann ich jederzeit nachweisen, wie ich das Geld ausgegeben habe, bisher herrscht aber Vertrauen, das wir das schon richtig machen.


    Eine Fußballmannschaft ist ein kleines Abbild der Gesellschaft und mit Vertrauen, Solidarität und Verständnis für den anderen, kann jeder Einzelne von dieser Gesellschaft profitieren.

    Dafür braucht es weder Verträge noch die Gründung einer GbR, nur Vertrauen und Menschen die mit diesem Vertrauen verantwortungsvoll und diskret umgehen.