Beiträge von Bennoah

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    Ich habe mir vor der Saison eine maximale Spieleranzahl gesetzt, die ich nicht überschreiten will und werde.


    Aktuell habe ich noch einen Platz frei, habe dennoch einer Mutter davon abgeraten ihren Sohn in meine Mannschaft zu geben. Das Kind war bereits als "verhaltensauffällig" angemeldet, was mich jetzt noch nicht davon abhält mir ein Kind anzuschauen. Gerade solchen Jungs kann Mannschaftssport und klare Regeln gut tun. Ich bin absolut bereit diese Herausforderungen anzugehen. Jetzt hat dieser Junge bereits Fußball im Verein gespielt und kam, auch von seiner Mutter so angekündigt, mit der Haltung ein sehr guter Spieler zu sein. Er mag in seiner alten Mannschaft zu den besseren Spieler gehört haben, bei uns wäre er aber unter den schwächsten drei Spielern gewesen. Soweit kein Problem, wenn es ihn nicht so offensichtlich frustriert hätte. Der Junge war nach dem Training komplett geknickt und hat bitterlich weinend in der Ecke gehockt. Die Mutter bat mich nach 3 Trainings mit einem ähnlichen Ergebnis ihn trotzdem aufzunehmen. Er müsse seine Frustatrationstoleranz steigern und könne nicht so reagieren.


    Ich habe das abgelehnt, da er bereits anfing nachzutreten und insgesamt aggressiv aufzutreten. Ich habe in Absprache mit dem F2 Trainer vorgeschlagen es dort zu probieren und erstmal weder von Kind noch Mutter große Begeisterung geerntet. Jetzt ein paar Monate später ist er sehr glücklich in einer Mannschaft die seinem Spielniveau entspricht.


    Was ich damit eigentlich sagen will, es erscheint mir wichtig Einzelfallentscheidungen zu treffen, die nicht immer nur an der Leistung festegmacht werden müssen, es jedoch auch mal können.

    Meine Erfahrung als Spieler in Seniorenmannschaften ist das sich sowas eigentlich immer lösen lässt, wenn der Neue sportlich hilft. Ihr wollt aufsteigen, bringt euch der Neue näher an dieses Ziel wird die Mannschaft den Motzki irgendwann ruhig stellen. Tut sie das nicht, kannst du ihm ziemlich direkt auf den Kopf zusagen das er den Erfolg der Mannschaft mit seinem Verhalten gefährdet, im schlimmsten Fall auch vor der ganzen Mannschaft.


    Ein unlösbares Problem hast du eigentlich nur dann wenn der Neue der Schwester des Motzkis mal zu lange in die Augen geschaut hat oder sonstige persönlichen Probleme aus der Vergangenheit existieren.

    Die Telefonnummern der Kinder brauchst du überhaupt nicht angeben. Die beteiligten Spieler stehen doch auf dem Spielberichtsbogen. Wenn es etwas zu melden gäbe, würde man doch ohnehin den Verein kontaktieren, beziehungsweise über den Verband das Gesundheitsamt etc.

    Die Zuschauer tragen sich in die Liste ein und geben Adresse sowie schnelle Kontaktmöglichkeit via Telefon oder E-Mail-Adresse an.
    Die Daten müssen sicher verschlossen verwahrt und dann unbesehen vernichtet werden, sollte kein Coronafall oder dergleichen den Einblick des Verbands oder des Gesundheitsamts nötig machen. Der Verein, der die Liste führt, darf diese Kontaktdaten selbstverständlich NICHT für andere Zwecke verwenden. Da wäre sicherlich eine Klage sehr aussichtsreich. Und das kann teuer werden.

    Tja und da liegt das Problem. In den unteren Jugenden hast du immer Eltern am Platz und deren Kontaktdaten musst du sehr wohl angeben.

    Da dann die Nachnamen abzugleichen ist ja nun wirklich keine Kunst und auf diesem Weg findet die Kontaktaufnahme dann auch statt.


    Die Drohung mit einer Nachverfolgung des Datenmissbrauchs hat bei mir Wunder gewirkt. Der Nachweis, dass die Daten von dieser Liste kommen ist natürlich nicht direkt möglich, wenn es nicht ausdrücklich gesagt wird.


    Aber ich konnte dem anderen Verein ziemlich plausibel erklären, das es eigentlich keinen anderen Weg gibt innerhalb eines Tages an 4 Nummern zu kommen. Da brauchst du natürlich loyale Eltern. Planen die wirklich zu gehen sieht das schon ganz anders aus.

    Ja natürlich ist das eine Frage der Qualität, wie ich bereits geschrieben habe, steht die sportliche Qualität der fraglichen Mädels hier nicht in Frage.

    Wir reden aktuell von einer C-Jugend die in der Landesliga als Aufsteiger aktuell oben mitspielt, wenn wir dieses Niveau mal in die A-Jugend hochschieben dürfte es rein körperlich auch für die besten Mädels sehr schwierig werden.


    Und im Herrenbereich sehe ich das noch kritischer. Welches Interesse sollte eine fußballerisch weit überlegene Frau haben, sich Sonntags in Kreisliga B oder C auf den Platz zu stellen? Da suche ich mir doch eher eine ordentlich Damenmannschaft in der die fußballerische Qualität höher ist, oder?

    Ich habe diese Erfahrung jetzt zum zweiten Mal gemacht.


    Erneut wurden nach einem Auswärtsspiel vier meiner Eltern angerufen und zu einem Probetraining eingeladen. Ich habe daraufhin den Jugendgeschäftsführer des Vereins angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich seinen Verein mit Hilfe der Eltern beim Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit melden werde. Ich habe ihm vorher natürlich die Möglichkeit gegeben mir zu erklären wie sein Trainer am Tag des Spiels an 4 Telefonnummern kommt, das wusste er natürlich nicht.


    Des weiteren habe ich ihm mitgeteilt, dass ich in der Trainer- Community sehr gut vernetzt bin und mich informieren werde ob es weitere betroffene Vereine gibt.


    20 Minuten später bekam ich den Anruf eines äußerst betröppelten Trainers, der sich bei mir (falsche Adresse) entschuldigte und mir mitteilte das er von erneuten Abwerbeversuchen absehen werde.


    Ansonsten hätte ich in Zukunft wohl bei den entscheidenden Spielern (wir wissen ja meist alle vorher welche Spieler von Interesse sind) zufällige Zahlendreher in den Nummern. Sollte es mal zum Ernstfall kommen, sind diese "Fehler" ja schnell korrigiert.

    Kann man sich mit einzelnen Mannschaften eines Vereins einer JSG anschließen? Also ich meine, dass man sich mit der B der JSG anschließen kann, mit der C aber nicht, wusste ich schon. Aber die D1 und D2 bleiben bei dem bisherigen Verein und die D3 schließt sich einer JSG an? Den Sinn verstehe ich nicht so ganz. Ist der Sinn einer JSG nicht, dass Vereine weiterhin Jugendmannschaften melden können, auch wenn sie alleine zu wenig Kinder in diesem Jahrgang haben? Euer Verein scheint dann doch aber jede Menge Kinder im D-Junioren-Jahrgang zu haben.


    Ok, "melden" war evtl. das falsche Wort. Letztes Jahr wurde die D1 dieses Vereins Meister in der Kreisliga. Allerdings waren alle Spieler ohne Ausnahme Jahrgang 2007, d.h. alle sind in die C hochgegangen und die jetzige D1 ist eine komplett andere Mannschaft. Was nützt mir der Aufstieg einer Mannschaft, wenn in der nächsthöheren Liga dann aber komplett andere Kinder spielen? Wenn ich sehe, dass meine Mannschaft dieses Niveau nicht schafft, dann verzichte ich doch auf diesen Aufstieg, oder nicht?


    Ist das eine Mädchenmannschaft oder spielen diese 3 Mädchen in einer Jungsmannschaft. Wenn es eine Jungsmannschaft ist, dann dürfen diese Mädchen doch in der B-Jugend sowieso nicht mehr dort spielen. Also zumindest ist das in beiden Verbänden in denen meine Tochter spielt so.

    Das ist eine Jungenmannschaft. Wir sprechen hier über Mädchen aus dem Dunstkreis der Jahrgangs-Nationalmannschaften, die bekommen jede Ausnahmegenehmigung auch für die B-Jugend. Die leben im Fußball-Internat und sind ihren Mannschaftskameraden technisch, taktisch und vom Spielverständnis her weit überlegen.

    Von Außen gesehen empfinde ich diese Mädels als große Bereicherung und als Ansporn für die Jungs. Männliche Fußballer dieser Qualität werden die nie als Mitspieler haben und gerade deshalb empfinde ich es als sehr schade, dass es absehbar ist wann die Mädels nicht mehr mithalten werden können.

    Bei dem zweiten Beispiel, das ich genannt habe, ist es tatsächlich dieses Prestige-Phänomen. Ein Dorfverein, bei dem die 1. Mannschaft trotzdem Oberliga spielt und sich dort auch seit Jahren hält und deswegen meinen die Verantwortlichen sie müssten die Jugendmannschaften hoch melden. Von der A-Jugend bis zur D spielt jeweils eine Mannschaft Landesliga und gerechtfertigt ist das gerade mal bei der B-Jugend. Was die den Kindern antun interessiert sie anscheinend überhaupt nicht. Und warum Eltern das akzeptieren, verstehe ich genauso wenig.


    So ist das bei uns im SWFV, wo meine Tochter bei den Jungs spielt. Bei den Mädchen spielt sie in Hessen bzw. im Badischen Fußballverband und da ist es so wie Malikinho beschreibt. Bis zur E-Jugend gehen die Spiele 1:0 bzw. 0:1 aus, egal wieviele Tore gefallen sind und es gibt Quali-Runde bis zur Winterpause. Warum kann es das nicht überall geben, es hat doch echt nur Vorteile, oder?!

    Kann bei euch für die Landesliga gemeldet werden? Bei uns ist das nur in Kreisligen möglich, die überkreislichen Ligen sind nur durch sportliche Qualifikation zu erreichen.


    Ein Dorfverein in der Landesliga ist die absolute Ausnahme und langfristig ist das eigentlich gar nicht zu stemmen. Mein Verein liegt so auf der Schwelle zwischen Dorfverein und dem Versuch zumindest ab D-Jugend eine gewisse Leistungsorientierung zu erreichen.

    Wir haben aktuell 3 Bezirksliga und eine Landesliga-Mannschaft. Die Landesliga ist eigentlich nur zu stemmen, da die Zusammenarbwit mit einem Fußballinternat für Mädchen 3 Leistungsträgerinnen in die Mannschaft gespült hat und gleichzeitig haben wir da einen ohnehin guten Jahrgang. Die Mädels werden aber ab der B- Jugend wohl weg sein oder zumindest an "sportlichem Wert" verlieren. Ganz ohne externe Zugänge ist diese Liga nicht erfolgreich zu stemmen.

    Ich musste gerade etwas lachen :D

    Ich fand das eher traurig. ?( Ich wollte da tatsächlich niemanden rauslocken, ich wollte seinem Team die Option des Ballbesitzes geben. Kann sogar sein das sie dann 3 Tore mehr kassiert hätten, weil hinten nicht mehr 10 sondern nur noch 6 Beine geblockt hätten, aber wäre das wirklich wichtig gewesen?

    Ich verstehe was du meinst, wenn ich jedoch eine Mannschaft zum dritten Mal in Folge in der Stafel habe, gegen die ich jedes Mal mit dem schwächsten Kader nominiere den ich irgendwie bilden kann und trotzdem immer zweistellig gewinne, dann ist dieses Argument nicht mehr relevant.

    Die Begründung für das Meldeverhalten ist dann: "Unsere Erste spielt Oberliga!!!" Ja Glückwunsch, aber was hat das mit dem Kinderfußball zu tun?


    Das trifft genau auf die Prestige-Argumente, auf die auch Spieler-papa hier hinweist, zu. Wobei ich mich da frage, wie es dem Verein in seinem Prestige hilft wenn die F-Jugend in Staffel A statt Staffel B spielt. Das sieht doch niemand, was aber sehr wohl wahrgenommen wird, ist das die Mannschaft jede Woche zweistellig verliert. Auf diese Art und Weise verliert man auf Dauer auch noch seine besten Spieler, weil die sich das nicht antun wollen.


    Prestige gewinnst du, wenn du deine D bin A-Jugend konstant in überkreislichen Ligen hältst und dort eine gute Förderung der Kinder, qualifizierte Trainer und ein gutes Umfeld bietest. Das erreichst du aber nur durch sportliche Qualifikation für diese Liegen und der Unterbau dafür kommt idealerweise aus deinem Verein. Natürlich kann ich mir als Oberligist auch einfach eine gute D-Jugend zusammen casten, aber dann lasst den Kinderfußball halt Kinderfußball sein und macht klar, dass keine Bezüge zu den "Leistungsmannschaften" des Vereins bestehen.

    Ich erlebe das gerade bei uns in der F-Jugend, das hatte ich schonmal geschrieben.

    Da werden Mannschaften für die höchste Klasse gemeldet und die Trainer wissen warum.

    Wir haben ein Spiel zweistellig gegen einen Gegner gewonnen, der 5 Feldspieler quasi vor dem Tor geparkt hatte. Hätte er mitgespielt, wäre es deutlich höher geworden aber Fußball gespielt hat von den Jungs keiner. Das war pures Bälle raus Bolzen.

    Hoch verloren, keinen Spaß gehabt, nichts ausprobiert und das alles gegen einen sehr wohlwollenden Gegner.

    Ich habe bei jedem Ballverlust meine Jungs in die eigene Hälfte zurück beordert. Sie hätten versuchen können Fußball zu spielen. Der Trainer ruft rein: " Die wollen euch locken - Bleibt HINTEN!" Also kam ein langer Ball auf den "Stürmer". Der kam natürlich nicht an den Ball und dann warfen sich hinten wieder alle in die Angriffswelle.


    Das Alles wäre nicht nötig gewesen, wenn man einfach eine Staffel tiefer gegen gleichstarke Gegner spielen würde.

    Bei deinem Text schrillen bei mir alle Alarmglocken.


    Auch ich habe als sehr unerfahrener Papatrainer einen zweiten Vater als Co mit dazu genommen.

    Im direkten Gespräch wurde mir immer wieder gesagt, ich sei ja der Chef. Die Taten hinter meinem Rücken, aber teilweise auch sehr offen, sprachen jedoch eine ganz andere Sprache.

    Während mein Fokus auf der Trainingsarbeit und den Kindern lag, die Kommunikation mit den Eltern war/ist sicher nicht meine Stärke, umgarnte er noch jede noch so entfernte Tante.


    Plötzlich machte er ohne Absprache Freubdschaftsspiele aus etc. Immer wieder wurde ich als erfolgsbesessen jbd übermäßig ehrgeizig hingestellt, während ich sicher ab und an frustriert war aber das aber weniger am Ergebnis lag.

    In direkten Konflikten wurde mir gesagt, ich möge die Sache mal lockerer sehen usw.


    Im Verein habe ich mehrfach darauf hingewiesen was da läuft - es wurde einfach abgetan.


    Am Ende konnten wir Gott sei Dank die Mannschaft trennen und plötzlich bestand eine unglaubliche Konkurrenz zwischen unseren Mannschaften. Meine Spieler wurden schlecht geredet, er generierte sich als Erfolgstrainer einer G-Jugend usw.


    Aus all dieser Erfahrung kann ich dir nur raten, schnell die Reißleine zu ziehen und auch ganz deutlich zu kommunizieren warum. Wenn du Pech hast, bist du bereits zu untergraben und verlierst dein Team aber in dieser Konstellation wirst du ganz sicher nie glücklich.


    Ich habe seine Versuche damals als extrem plump wahrgenommen und erst sehr viel später verstanden, das hier daran gearbeitet wurde Eltern und Kinder gegen mich zu wenden. Mit etwas mehr Geschick und Intelligenz wäre es ihm vermutlich sogar geglückt. Also mein Appell - reagiere jetzt!

    Ich habe mit den Meldeligen bisher sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

    Vorab, im G1-Jahr wurde bei uns noch regional eingeteilt, da haben wir von 8 Spielen 6 völlig ungefährdet gewonnen, einmal etwas Gegenwehr gehabt und ein "Spitzenspiel" um den ersten Platz. Rückrunde dann nach Ergebnissen der Vorrunde eingeteilt und eine ziemlich ausgeglichene starke Staffel war das (gute) Ergebnis.


    Im F2-Jahr haben wir als Jungjahrgang "mittel"gemeldet und tatsächlich wurde die Staffel am Ende von 3 Jungjahrgängen "gewonnen". Es gab jedoch bis auf eine eindeutig zu stark gemeldete Mannschaft keine klaren Ergebnisse. Mehrere Unentschieden, viele Siege mit einem Tor, spieletisch überlegene Jungjahrgänge gegen körperlich überlegene Altjahrgänge und (fast) jedes Wochenende spannende Spiele. Das war einfach toll.


    Dieses Jahr haben wir als Altjahrgang stark gemeldet und die einzige "starke" Staffel ist eine Katastrophe 9 Mannschaften. 4 davon spielen die Spitze unter sich aus, während sie die anderen 5 Mannschaften deklassieren.

    Gleichzeitig gibt es in beiden mittleren Staffeln je zwei Mannschaften, die nach 3 Spielen bereits über 60 Tore erzielt haben.


    Mein Fazit: Das System ist gut, so lange die Trainer es gut nutzen. Wenn, wie geschehen, der Sieger einer mittleren Staffel ohne Abgänge erneut mittel meldet und der abgeschlagene Letzte einer mittleren Staffel ohne Zugänge als stark meldet, zerstören die Trainer oder Vereine ein gutes System.


    Gerne hätte ich Staffelleiter die sowas prüfen, och höre allerdings jetzt schon, dass das vom Aufwand her nicht zu stemmen ist. Schade!

    Tiberius

    Da du nun in einem langen Text deine Motivation hinter diesem Vertrag erklärt hast, möchte ich gerne auch mal meinen Senf dazu geben.


    Ich glaube dir deine guten Motive uneingeschränkt und verstehe deinen Gerechtigkeitssinn. Aber ich glaube auch, dass du den falschen Weg zum richtigen Ziel gehst.


    Gerechtigkeit und Gleichbehandlung sind nicht das Selbe, manchmal sogar konträr.

    Eine gerechte Behandlung von Bedürftigen erreicht man über Solidarität und nicht durch Bürokratie.


    Spenden, die nie in der Mannschaftskasse auftauchen aber den Gesamtwert einer Anschaffung mindern und somit gerade die entlasten die es brauchen, helfen. Sind mit Verträgen aber sicher nicht zu vereinbaren.

    Als Beispiel, ich habe ein Elternpaar, das sicher eher als wohlhabend zu bezeichnen ist. Diese Eltern haben den Selbstbeteiligunganteil unserer letzten Anschaffung einfach verschwinden lassen, ohne das dies in der Mannschaft überhaupt bekannt ist. Ohne diese Spende wären 50 € pro Kind nötig gewesen. Jetzt waren es 0 €, es wurde noch hinterfragt.

    Natürlich kann ich jederzeit nachweisen, wie ich das Geld ausgegeben habe, bisher herrscht aber Vertrauen, das wir das schon richtig machen.


    Eine Fußballmannschaft ist ein kleines Abbild der Gesellschaft und mit Vertrauen, Solidarität und Verständnis für den anderen, kann jeder Einzelne von dieser Gesellschaft profitieren.

    Dafür braucht es weder Verträge noch die Gründung einer GbR, nur Vertrauen und Menschen die mit diesem Vertrauen verantwortungsvoll und diskret umgehen.

    Ich erlebe hier eine gerade eine sehr gegensätzliche Entwicklung.


    Zum Einen sehe ich Mannschaften (F-Jugend) die von Anfang Juli bis heute bereits 15 Freundschaftsspiele absolviert haben und ich kenne mindestens 3 Mannschaften, für die 3 Spiele in der Woche (zusätzlich zum Training) das Standardprogramm sind. Auch Fahrten von 60 und mehr Kilometern werden hier für ein Spiel absolviert und um das zu rechtfertigen spielen Achtjährige dann 3x20 Minuten und diese im schlimmsten Fall noch durch oder so gut wie nicht.


    Auf der anderen Seite, haben in unserer Liga von 8 Mannschaften 5 bisher ein oder kein Freundschaftsspiel absolviert und gehen kalt in die Meisterschaft.


    Tatsächlich kann man den sportlichen Anspruch von Trainer und Eltern an der Zahl der absolvierten Freundschaftsspiele ganz gut ablesen. Freundschaftsspiele mit der Suche nach einem "starken" Gegner sind in Mknuten vergeben, während die Suche nach schwachen oder mittleren Gegnern der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichen kann.


    Hier trifft wohl Überehrgeiz auf die Angst vor zu vielen Niederlagen.

    Ich habe diese Woche zufällig zeitgleich zum Training der F1 unseres Nachbarvereins einige Zeit auf deren Platz verbracht.


    Da ich selbst eine F1 trainiere, habe ich natürlich mit einem Auge das Training beobachtet.


    Chronologisch:

    - 4 Runden um den Platz Laufen.

    - 10 Minuten rumstehen während der Trainer redet.

    - 2 Platzrunden laufen.

    - Eine Passübung, die nicht begleitet, korrigiert oder überhaupt vom Trainer beobachtet wurde. Entsprechend war die Ausführung...


    - Torschuss-Übung, mit einem Vater im Tor. Kein einziges Kind des Kaders kann einen sauberen Torschuss ausführen, Korrekturen gibt es keine.


    - Abschlussspiel: 2 Väter stellen ihre Bierflaschen zu Seite um mit dem Trainer gegen 9 Kinder zu spielen.

    75 % Prozent Ballbesitz bei den Vätern, die sich einen Spaß daraus machen die Jungs auszuspielen.


    Das Niveau der Spieler ist insgesamt erschreckend, was sicher auch daran liegt, das die Mannschaft einige Jungs auf dem Weg verloren hat. Das ist aber gar nicht mein Punkt.


    Die Art und Weise des Trainings wird absolut keinem Kind gerecht und hat mit Fußballtraining nichts zu tun.

    Kein Spielbezug, viel Laufen, viel Stehen- keine Hilfestellungen, wenig Ball!

    Ich war gestern wirklich leicht schockiert. Es tut weh sowas zu sehen.

    Nachdem ich vor 2 Wochen über die harte Gangart und vor allem den Trainer eines leistungsorientierten Gegners gemotzt habe, möchte ich heute auch mal die Freude darüber teilen, das es auch anders geht.


    Wir haben am Samstag ein Freundschaftsspiel gegen den örtlichen Leistungsverein gemacht.


    Trainer und Mannschaft kenne ich seit der F2 und bisher haben wir immer einen Kampf liefern können, aber auch immer letzlich klar verloren.


    Gestern waren wir mit unserer neuen Mannschaft von Beginn an überlegen und haben trotz gleichmäßig verteilter Spielzeit für alle Jungs klar gewonnen. Der gegnerische Trainer hat ab der Halbzeit seine Spieler immer wieder aufgefordert die "Frustfouls" zu unterlassen, er hat 2 Jungs runter genommen und klar ins Gebet genommen bevor er sie wieder eingewechselt hat.


    Nach dem Spiel waren seine Jungs sehr geknickt und er hat ihnen mitgeteilt, dass sie gegen einen besseren Gegner alles gegeben haben und stolz auf ihre Leistung sein sollten.


    Mir hat er fair und voller Lob für unsere Leistung gratuliert.

    So stelle ich mir das vor und es zeugt von einer gewissen Größe.

    Du hast Recht. Das ist vermutlich normal, da wir hier in einem Trainerforum sind und nicht in einem Fußballeltern-Forum.


    Ich kenne allerdings aus unserem Verein auch einige Fälle wo der Verein/Trainer regelrecht stolz auf den Wechsel des Spielers ist.

    Das ist immer dann der Fall, wenn Wechsel sportlich nachvollziehbar und menschlich vernünftig kommuniziert wurden.

    Ich habe tatsächlich auch schon Fälle erlebt, in denen Trainer ihren Spielern den nächsten Schritt empfohlen haben.


    Wechsel von Leistungsträgern tun sportlich natürlich erstmal weh sind von vernünftigen Trainern aber sicher zu verstehen.


    Ich habe Probleme mit Trainern, die aggressiv Spieler abwerben obwohl beide Mannschaften das gleiche Niveau haben. Da werden von Trainern Ausrüstungsgegenstände bezahlt, Vereinskleidung umsonst rausgegeben, Bundesliga-Tickets versprochen etc.

    Da geht es ums Ego der Trainer nicht um die Entwicklung der Kinder!


    Der neueste Clou sind die verpflichtenden Corona-Meldelisten. Nach meinem Spiel vor 2 Wochen, bekamen 6 Eltern einen Anruf vom unterlegenen Gegner, mit der Mitteilung seine Mannschaft sei zu schlecht unter plant im Winter einige Spieler auszutauschen und die Jungs könnten der Kern seiner neuen Supertruppe sein.


    Ich wusste, dass das passiert so massiv habe ich es nicht erwartet. Der hat während des Spiels einen Vater beschimpft weil der seinen weinenden Sohn am Platzrand abgeholt hat um ihn eine Woche später anzurufen. Dazu fällt mir nichts mehr ein.

    Ich verstehe wo du hin willst, aber sind Kommandos wirklich der richtige Weg.


    Eng und offen sind Kommandos für die gesamte Mannschaft. Hast du tatsächlich Kinder, die im Spiel die Übersicht haben ein solches Kommando im richtigen Moment zu geben und ein Kollektiv das die dann auch umsetzen kann? Reicht es da nicht durch eine Spielform die Vorteile einer engen Staffelung gegen den Ball und einer breiteren, offeneren Aufteilung mit Ball zu demonstrieren und zu üben. Dann sind im Grunde der Ballgewinn bzw. die Sicherung des Balles und der Ballverlust für sich selbst die Kommandos.

    Die Schwierigkeit der Umsetzung liegt sicherlich in der Abstimmung. Wo sind meine Mitspieler, wie kann ich enger zusammenrücken ohne meinen Gegenspieler aus den Augen zu verlieren?

    Wann ist der Ballbesitz so gesichert das ich eine Freilaufbewegung starten kann, wo muss ich hin um das beste Angebot für meinen Mitspieler zu kreieren?


    Verlagern ist auch wieder relativ komplex zu erkennen. Wohlgemerkt für 8jährige im Spiel. Das ist aus meiner Sicht ein Trainer-Kommando oder eben die Aufgabe des freien Spielers im Sinne des Ball forderns.

    7o

    Ordnung ist ja im Grunde ein Kommando für den ruhenden Ball. Das ist etwas, was sicher funktioniert und auch eine Sache an die Spieler sich gegenseitig erinnern können. Hier ist etwas mehr Zeit zur Orientierung. Wichtig finde ich auch hier, dass nicht nur starre Positionen eingenommen werden, sondern eine Orientierung zum Gegenspieler in der Defensive oder zu freien Räumen in der Offensive gesucht wird.


    Hintermannschaft gibt es bei uns und funktioniert ganz gut. Die Kids haben es aufgeschnappt und ich unterstütze es, weil es eine Hilfe für den Mitspieler darstellt. Noch schöne fände ich ein Klatschen! Damit wird auch gleich eine Lösung angeboten, bedingt natürlich auch ein echtes Angebot und nicht nur einen Ruf.


    Hinten empfinde ich auch als sinnvoll, im Sinne eines Angebots für einen festgedribbelten Mitspieler.



    Grundsätzlich würde ich diese Rufe immer beschränken auf die Spieler die dann auch wirklich nah dran sind.


    Hinten ruft nur wer sich als Anspielstation anbietet, gleiches gilt für Klatschen oder den Seitenwechsel.

    Ordnung sollte ein Spieler mit Übersicht von hinten oder aus dem Zentrum geben.


    Insgesamt ein spannendes Thema für mich aber eher ein Thema für die E-Jugend.

    Diesen Effekt wird es immer und überall dort geben wo viele talentierte Spieler zusammen treffen.


    Bei uns ist es auf F-Jugendniveau das Fördertraining des Bundesligisten.

    Dort gibt es einen sogenannten Leistungskurs, der quasi den Znterbau zur U9 des Bundesligisten selbst bildet.


    Diese Gruppe besteht aus ca. 20 Kindern. 13 dieser Kinder spielen seit dieser Sasion in einem Verein.


    Der Trainer vereinbart gerne 60 minütige Freundschaftsspiele und wechselt alle 5 Minuten im Block. Mit dem Effekt, das die gegnerischen Mannschaften, wenn sie wirklich gut sind, noch eine Halbzeit lang mithalten können.

    Spätestens in den letzten 20 Minuten werden Sie jedoch komplett abgeschossen, wenn Sie gar nicht wechseln.

    Tun Sie es doch, gehen Sie halt früher unter da Sie niemals so breit besetzt sind trotz Wechseln mithalten zu können.


    Das Trainingsniveau ist sicher sehr hoch aber ich frage mich schon was in der Charakterbildung bei diesen Kids passiert. Die müssen ja denken, das sie die größten sind.