Beiträge von Charles De Goal

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    Wenn ich dann aus Deiner Erfahrung höre, dass das nicht für die Zulassung zur B-Lizenz reicht, kann ich nur mit dem Kopfschütteln.

    Das sind alles seine subjektiven Eindrücke. Das einzige, was objektiv bewertet ist, ist das jonglieren - gemessen an der Anzahl der Kontakte. Und diese Anzahl lässt (mehr oder weniger) Rückschlüsse auf das Ballgefühl zu. Das als Indikator lässt mich stark zweifeln, dass die anderen Fertigkeiten wirklich akzeptabel genug sind. Aus meiner Erfahrung kann jemand, der nur zweimal den Ball jonglieren kann, nämlich nicht besonders gut Fußball spielen. Technisch saubere Flugbälle zu spielen kann ich mir dann gar nicht vorstellen.


    Genau das hatte ich damals auch in der Antwort geschrieben:

    "Jonglieren ist nun mal ein Indikator für Ballgefühl (ich weiß, nicht jeder gute Spieler kann jonglieren und nicht jeder gute Jongleur kann gut Fußball spielen) und wenn den Prüfern auffällt, dass du nur zweimal den Ball jonglieren kannst, werden sie erhebliche Zweifel haben, ob du die technischen Voraussetzungen erfüllst, um in der Gruppe mitzuhalten."


    Ich bin gerne bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen... Aber für mich ist das jonglieren eine Grundlage, an der man ziemlich schnell erkennt, ob jemand mit dem Ball umgehen kann oder nicht.


    Ich kann aus den genannten Tatsachen keinerlei Rückschlüsse ziehen, dass Zecke1987 nicht fähig sein sollte Trainer im Bereich der B-Lizenz sein zu können.

    Und ich habe auch überhaupt nicht die Fähigkeit des Users in Frage gestellt, ob er Trainer im Bereich der B-Lizenz sein kann!!!!!!!!!!!!!! Ich habe gesagt, dass es im Eignungstest schwierig für ihn wird. Es war einzig und allein darauf bezogen, was er gefragt und als Informationen dazu gegeben hat.


    Nochmal zur Erinnerung: Er wollte wissen, was beim Eignungstest drankommt und ob er mit dem, was er kann, wohl bestehen kann. Dazu habe ich ihm gesagt, was erwartet wird und dass das vermutlich nicht reichen wird. Und das ist mit Sicherheit keine Übertreibung, denn ich weiß noch sehr genau, was für Trainer in meinem Lehrgang damals waren und welche den Eignungstest NICHT bestanden haben.


    Aus meiner Sicht wäre es deutlich sinnvoller die Zulassung zur B-Lizenz an ein Ergebnis der C-Lizenz zu knüpfen. Dort gäbe es ja die Möglichkeit meine Eignung als Trainer und ggf. auch mein Potenzial für eine weitergehende Lizenz zu prüfen und zu dokumentieren.

    Ja, zum Beispiel. Früher ist das sogar so gewesen: die "Jahrgangsbesten" der C-Lizenz wurden ohne Eignungstest direkt zur B-Lizenz eingeladen. Wäre eine interessante Idee, da a) die Grundlagen vorhanden sind und b) in der C-Lizenz bereits der Verband den Spieler kennenlernen konnte und einschätzen kann.

    Dann habe ich das missverstanden. Da ich das Thema als erstes angesprochen hatte und an der Eignung von jemandem gezweifelt habe, der tatsächlich sportlich nicht geeignet scheint, hatte ich das auf mich bezogen.

    Da geht es dann nicht mehr vorrangig darum, dass man "einen Ball dreimal jonglieren kann" oder "einen sauberen Flugball spielen", sondern um deutlich weitergehende Fähigkeiten.

    Natürlich, niemand sagt, dass es vorrangig um das Eigenkönnen gehen muss. Ich habe mehrfach gesagt, dass das Eigenkönnen mit dem geringsten Prozentsatz in die Note eingeht, was ich absolut unterstütze. Aber ich bleibe trotzdem dabei: Wer die sportlichen Basics im körperlich fitten Zustand nicht kann, was will der im Fußball? Das ist das einfachste 1 mal 1, das jonglieren bekommen F-Jugendliche hin. Um mal ein Zitat einzubringen "ich studiere doch auch nicht Musik, weil ich Hänschen-Klein auf der Blockflöte spielen kann". Nicht mehr als "dreimal jonglieren" ist nichtmal Hänschen-Klein, sondern derjenige weiß nichtmal, wie er die Blockflöte halten soll.

    Um das nochmal zurückzuführen: Ein Fußballer, der bei Übungen in den Lehrgängen eher als Stolperstein fungiert und tatsächlich keinen geraden Pass spielen kann, bei dem sollte man sich tatsächlich nach der Eignung fragen. Aber alles was darüber hinaus geht, sollte nicht auf dem Platz, sondern an der Seitenlinie entschieden werden.

    Es ging beim Ausgangspost einzig und allein darum, dass ein Spieler, der keinen geraden Pass spielen kann und nicht dreimal jonglieren kann, nicht für die B-Lizenz geeignet wäre und dementsprechend tatsächlich beim Eignungstest bangen muss. Um NICHTS anderes. Ich verstehe nicht, warum mir ständig User in den Mund legen, ich hätte was gegen ehemalige Kreisligisten bei der B-Lizenz.


    Wer fußballerisch das einfachste nicht auf die Kette bekommt, würde im Lehrgang stören, hätte als Trainer sicherlich das ein oder andere Problem (man stelle sich vor, der körperlich fitte 30-Jährige bekommt keine Schere hin, seine Spieler müssen es ihm zeigen) und würde demnach vermutlich schon beim Eignungstest ausgesiebt. Vollkommen zu Recht.


    Außer Acht wird aber gelassen, dass der Eignungstest auch einen schriftlichen Teil beinhaltet, in dem man mangelnde Fähigkeiten (wenn sie nicht so drastisch wie beschrieben sind) ausgleichen kann.

    Wie gesagt: Wer nur zweimal Ball jonglieren kann (sorry, dass ich dieses Beispiel jetzt immer nehme), wird zu Recht aussortiert.

    Sollte man ihm hier die Lizenz also wieder entziehen?


    B-Lizenz trotz Rollstuhl? Für Josip Hrgovic kein Problem | Landkreis Würmtal

    Solche Beiträge kann man sich auch sparen, wenn man sonst nichts zur Diskussion beitragen kann.


    Jemand, der im Rollstuhl sitzt, wird natürlich anders bewertet als jemand, der körperlich fit ist, aber keinen geraden Pass spielen kann.


    Trainer E

    Nochmal für dich: Es geht nicht darum, dass ein Trainer besser als seine Spieler sein muss oder in einer bestimmten Liga gespielt haben muss.

    Meine Grundaussage ist: Wer die technischen Fähigkeiten so sehr vermissen lässt, dass er einen Ball nicht dreimal jonglieren kann, der ist im Fußball einfach falsch.

    Da kannst du erzählen, was du willst, das sind die minimalsten Grundlagen. Wer das nicht erfüllt, was will der im Fußball und dann noch mit der höchsten Lizenz des Landesverbandes?

    Wenn einer nur Kreisliga B/C gespielt hat, aber er fußballerisch einen "runden" Eindruck macht, ist das überhaupt kein Problem. Aber wenn jemand den Eindruck vermittelt, dass er in seinem Leben nie an den Ball getreten hat - dann ist das der falsche für eine höhere Lizenz.

    Ich rede hier nicht von jemandem, bei dem der ein oder andere Flugball verrutscht oder der mit links keine guten Pässe spielen kann. Ich rede von denjenigen, die den Ball nicht treffen oder mit der Pike schießen. Solche Leute willst du in der B-Lizenz sehen und dann eventuell in der Oberliga an der Seitenlinie?


    Komm schon, das meinst du nicht ernst. Als nächstes kommen dann potenzielle Sport-Studenten auf die Idee, dass man ohne Eignungstest Sport studieren können müsste. Wozu das führen würde, kann man dann auf Youtube bei SpiegelTV schauen (sehr interessante Doku übrigens).


    Zumal ich der Meinung bin, dass du nicht die z.B. Technik eines Flugballs erklären kannst, wenn du selbst keinen spielen kannst. Denn wenn man wüsste, wie es geht, könnte man es ja, wenn man körperlich fit ist. Und das - andere Basics und Fähigkeiten in allen Ehren - kann man bei der wie gesagt ersten semi-professionellen Lizenz und gleichzeitig vierthöchsten Lizenz in Deutschland erwarten.


    Außerdem ist das keine Sache des DFB, sondern gilt meines Wissens nach europaweit, da die Lizenzen international nach gleichen Kriterien gestaffelt sind.

    Das deutet für mich darauf hin, da das Gefälle zwischen Kreisliga und A-Jugend Bundesliga deutlich sein dürfte.

    Mit Sicherheit gibt es da ein Gefälle. Aber die Spieler haben dennoch einen gewissen Standard erlernt und gespielt.


    Aber es gibt halt auch einen sehr großen Unterschied zwischen "Kreisliga A" und "zweimal Ball jonglieren können".


    Das Gefälle zwischen "zweimal Ball jonglieren können" und "ehemals zweite Bundesliga" ist dann umso enormer. Lass die mal gemeinsam auf dem Platz stehen und trainieren, oh man...


    Wie gesagt: Wer nur zweimal Ball jonglieren kann (sorry, dass ich dieses Beispiel jetzt immer nehme), wird zu Recht aussortiert. Man hätte erstens genug Zeit, das vor dem Eignungstest zu erlernen und zweitens hat man ohne diese Basics nichts anderes im Fußballgeschäft zu suchen, als dass man sich eine Eintrittskarte fürs Stadion kaufen kann. Muss einfach mal so gesagt werden.


    Ich kann jeden Verband verstehen (ist übrigens auch bei anderen Verbänden und ihren Lizenzen so), dass gewisse Basics vorausgesetzt werden. Wie soll ich eine Bewegung erklären, wenn ich sie selbst nicht beherrsche?!

    Eben!


    Wir reden hier nicht darüber, dass ein Kreisliga-Spieler aussortiert wird, weil er zu schlecht ist.


    Sondern darüber, dass jemand aussortiert werden könnte, der technische Mängel hat, die tatsächlich die meisten F-Jugendlichen nicht haben.


    Also ich bin mir relativ sicher, dass der DFB keine Trainer beim Eignungstest durchfallen lässt, die es eventuell zu höherklassigen Trainern gebracht hätten.


    Wer an der Kopfballtechnik oder am sauberen Passspiel scheitert, der hat die einfachsten Grundlagen nicht drauf und wäre mit Sicherheit nicht Trainer oberhalb der Kreisliga C geworden. Wozu dann B-Lizenz? Der DFB muss sich ja auch gegen eine Verwässerung der Qualität schützen. Ich bin mir sicher, dass bei den Basics des Eignungstests keine angehenden Semi-Professionellen Trainer scheitern.

    Besteht der Praxisteil aus Fußball spielen?

    Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

    Ich hätte jedoch gedacht, dass sich der Praxisteil einer Trainerausbildung auf den Coachingteil bezieht. Sprich Übungsauswahl zum geforderten Schwerpunkt, Durchführung der Einheit, Korrektur der Ausführung etc...

    Ansprache, Ausstrahlung, didaktische und pädagogische Fähigkeiten wären da Schlagworte die mir einfallen würden.

    Nein, der Praxis-Teil ist AUSSCHLIEßLICH das eigene Können. Wird aber meiner Erinnerung nach auch am wenigsten gewertet. Ist aber trotzdem ein Teil, an dem es dann scheitern kann. Wir wurden damals begrüßt mit "Glückwunsch zum bestandenen Praxisteil, mit Bestehen des Eignungstests haben sie dort schon 5 Punkte sicher".


    Aber jetzt mal ehrlich: Ich kann verstehen, dass die fußballerischen Qualitäten nicht das Maß aller Dinge sein sollten. Wenn man aber den Ball nicht dreimal jonglieren kann, dann hat man tatsächlich auf und neben dem Fußballplatz nichts verloren - und vor allem nicht mit der vierthöchsten Lizenzstufe. Ohne das jetzt abwertend zu meinen, aber wenn es F-Jugendliche gibt, die einem technisch überlegen sind, sollte man keine (Jugend-)Mannschaft zu trainieren.


    Es ist ja auch nicht so, als würden beim Eignungstest 60% durchfallen. Aber bei solch erheblichen Mängeln ist es sicherlich gerechtfertigt.

    Sehe ich bis zu einem gewissen Punkt ganz genauso. Ich kenne einige Personen, die gute Trainer sind, aber sportlich niemals den Eignungstest schaffen würden. Die haben dann aus Verbandssicht Pech gehabt - das darf eigentlich nicht sein.


    Andererseits gibt es beim Eignungstest natürlich auch einen schriftlichen Teil und die Prüfer sind nicht doof: Wenn da einer 45 Jahre alt ist und nicht mehr mit den 20-Jährigen mithalten kann, werden sie das sicher entsprechend bewerten und einen anderen Maßstab anlegen.


    Nun muss man aber auch Lehrgangsleiter und die Homogenität des Lehrgangs verstehen: die B-Lizenz ist nunmal schon etwas ambitionierter und die erste Lizenzstufe, mit der man in allen Jugendteams überkreislich trainieren darf (ich weiß, das geht ab der C-Jugend auch mit der C-Lizenz). Und es ist außerdem auch die Stufe, die JEDER durchläuft, der am Ende vielleicht beim Fußballlehrer landet. Das heißt, es kommen tatsächlich auch deutlich höherklassige Spieler dorthin. Der Eignungstest ist die Grundlage für die Praxisnote, die fließt zu einem geringen Teil ein. Wenn allerdings ein Teilbereich nicht bestanden wird, wird auch die Lizenz nicht bestanden. Wenn also abzusehen ist, dass jemand die Praxis gar nicht besteht, dann brauch er auch nicht zum Lehrgang zu gehen. Finde ich aus der Sicht nicht problematisch, denn das gleiche gilt ja auch für alle anderen Teilbereiche.

    Praxis beim FLVW ist bisschen Technik mit Ball. Dribbeln, Richtungswechsel, Jonglieren... Dann mit einem Partner auf kurzer Distanz Passen, Kopfball, Brustannahme... Auf lange Distanz dann noch ein paar Flugbälle. Am Ende gibt es noch ein kleines Spielchen.

    Da bin ich mal gespannt ob das bisschen technik was ich drauf habe ausreicht, Pässe bekomme ich hin, Flanken sind jetzt auch keine Schwierigkeit, Ball am Fuss halten sollte ich auch hinbekommen, Richtungswechsel ist wohl routine, schwierig wird es beim Jonglieren, ich habe das nicht mal in meiner aktiven Zeit hinbekommen da war ich schon froh wenn ich den Ball zwei mal auf den Fuß bekommen habe. Kopfbälle mag ich eigentlich überhaupt nicht, also heißt ich bin nicht der größte und Angst vor Kopfschmerzen und damit war Kopfball für mich nie eine Option. Brustannahme geht und am Ende ein Spielchen das geht auch. Also werde ich wohl so einiger maßen Durchschnitt bestehen oder wenn es schlecht läuft knapp.


    Danke für die Aufklärung.:/

    Zweimal jonglieren wird nicht reichen, fürchte ich.


    Ich möchte dir nicht die Hoffnung nehmen, aber in der B-Lizenz wirst du mit ehemaligen Profis auf dem Trainingsplatz stehen. Bei mir waren einige ehemalige A-Jugend-Bundesliga-Spieler im Lehrgang, dazu zwei ehemalige Zweitliga-Spieler. Die Verbände achten schon darauf, dass da kein allzu großes Leistungsgefälle ist. Jonglieren ist nun mal ein Indikator für Ballgefühl (ich weiß, nicht jeder gute Spieler kann jonglieren und nicht jeder gute Jongleur kann gut Fußball spielen) und wenn den Prüfern auffällt, dass du nur zweimal den Ball jonglieren kannst, werden sie erhebliche Zweifel haben, ob du die technischen Voraussetzungen erfüllst, um in der Gruppe mitzuhalten. In meinem Eignungstest (ebenfalls FLVW in Kaiserau) musste der Ball auch hochgespielt werden und dann mit Fuß, Oberschenkel, Brust und Kopf angenommen werden. Das wird auch nicht allzu leicht für jemanden, der nicht jonglieren kann. Das haben wir mit ungefähr 12 Leuten in einem Quadrat von 15x15 Metern gemacht, das war relativ eng. Diejenigen, die beim hochschießen andere gestört haben, wurden direkt an die Seite gesetzt.


    Eventuell kannst du das ja noch ein wenig trainieren, wenn es nur daran scheitert.


    Vielleicht lohnt es sich auch, vor der B-Lizenz die C-Lizenz zu machen, um Denkweisen des Verbandes kennenzulernen und einfach zu wissen, wo man auf und neben dem Platz im Vergleich mit anderen steht. Hier kann man sicherlich auch den Rat vom Ausbilder hinzuziehen, ob man für die B-Lizenz geeignet ist.


    Das habe ich wie gesagt nicht geschrieben, um dir Angst zu machen. Wenn du alles andere technische beherrschst, dann solltest du bis zum Eignungstest einfach noch ein wenig jonglieren üben. Wenn du allerdings nicht jonglieren kannst und die anderen Dinge so "lala" sind, dann wird es schwierig.

    Charles De Goal : Sorry, falsche Quellenangabe. siehe sein blaues Wunder erleben – Wiktionary (und dort Herkunft)

    Warum zählt die Herkunft des Wortes? Es geht um die Bedeutung. Und die ist auch laut Wiktionary "eine unerfreuliche Überraschung erfahren" - so, wie es auch gemeint war. Ich bin für dieses Sprichwort nicht bis ins 16. Jahrhundert zurückgegangen, um die Herkunft zu erforschen und Doppeldeutigkeiten herauszufinden. Das finde ich pingelig von dir.

    Für mich ist übrigens auch eine Vorgabe von Übungen und Ideen und deren Kontrolle keine Maßnahme um Eigenständigkeit zu fördern. Das ist aus meiner Sicht auch ein großes Problem im normalen Training (auch bei mir). Was dürfen die Jungs schon selbst entscheiden und bestimmen? Wo können sie ihre Kreativität, die immer gefordert wird, ausleben bzw. sich aneignen? Wo können sie Verantwortung übernehmen? Eigenständigkeit wäre für mich, wenn Montags der Kapitän zu einem 10km Lauf auffordert und Dienstags der Torwart 20km Radfahren vorschlägt.

    Von einer Vorgabe hat ja auch niemand was gesagt. Ich habe gesagt, dass ich ihnen Übungen "an die Hand gegeben" (Wiktionary: "als Hilfsmittel geben") habe. Das heißt nicht, dass sie diese Übungen machen müssen. Stattdessen habe ich sogar dazu geschrieben, dass sie sich auch eigene Übungen suchen können.

    Dazu können sie sich ihre Trainingstage und Trainingsdauern selbst einteilen. Sie dürfen ja sogar selbst entscheiden, ob sie es überhaupt machen. Und wer nichts macht - wird wie im normalen Trainingsbetrieb - eben früher an seine Grenzen stoßen, wenn es wieder um den Spielbetrieb geht.

    Und einen weiteren Punkt sehe ich kritisch: Belohnungen. Die Handlung an sich sollte die Belohnung sein. Jetzt bekomme ich für X Punkte einen Y-Preis. Was bekomme ich später im Training? Lohnt sich das für mich überhaupt noch? Diese Sozialisation sah ich auch schon vor der Corona Zeit kritisch.

    Auch für die beste Trainingsbeteiligung einer Saison gibt es von mir eine Belohnung. Einsatz wird nun mal bei mir belohnt, das kann man natürlich auch anders sehen, wenn es einem egal ist.

    Des Weiteren habe ich noch gar keine "Belohnungen" festgelegt. Bei der letzten Challenge hat die Mannschaft einen neuen Trikotsatz gewonnen, weil alle gut mitgemacht haben. Den Preis habe ich auch erst bekanntgegeben, als alle etwas gemacht hatten, damit keiner derjenige ist, an dem es scheitert. Was ist daran bitte verwerflich?

    Das Schöne in einem Diskussionsforum ist, dass man nicht einer Meinung sein muss ;) - und so beantworte ich auch die letzte Frage: Ich finde es super, wenn Jugendliche beim Fußball Fitness bekommen - leider spielen sie gerade nicht Fußball, sondern machen Fitness und Kraftübungen (die ihnen irgendwann beim Fußball (Turnen, Badminton usw. - die machen das alle auch gerade) zu gute kommen).

    Okay, ich versuche das mal zu interpretieren: Du bist der Meinung, dass man in einer Fußballmannschaft Fußball spielen und kein reines Fitnesstraining machen sollte. Und Fußballtraining ist in den aktuellen Zeiten nicht möglich - seit 2,5 Monaten nicht und vielleicht sogar 2 weitere Monate nicht. Und statt die Grundlagen der Fitness zu erhalten und wenigstens überhaupt ein Training anzubieten (was ich übrigens als Pflicht eines Breitensportvereins sehe), soll überhaupt nichts angeboten werden, weil die Spieler ja eigentlich Fußball spielen wollen und das Fitnesstraining sie zu anderen Sportarten bringt (Pull-Faktoren)?

    Ich glaube eher, dass gar kein Training und gar kein Angebot sie vom Fußball wegbringt (Push-Faktoren).


    Also ich kann einfach nicht glauben, dass du in jeder Facette etwas schlechtes finden willst und mir das ganze madig (Wiktionary: "schlecht") möchtest. Ich hatte das hier grundsätzlich nicht geschrieben, weil ich ein Feedback haben und das ganze kleinsäuberlich ausdiskutieren wollte, sondern weil das hier eine Sammlung von Angeboten zur Corona-Zeit ist. Du kennst die Mannschaft und ihre Motivation nicht. Dennoch weißt du offenbar, was das beste für sie ist.

    Ich bin da auch auf die Sprache sensibilisiert. "blaues Wunder" - wikipedia: blau - Lüge, Täuschung; Wunder - Überraschung

    Dann musst du ein anderes Wikipedia als ich nutzen. Bei meinem steht "Ein blaues Wunder erleben = eine unvorhergesehene, unangenehme Erfahrung machen". Und genau das erwarte ich eigentlich, wenn ich den Jungs erstens keine Übungen und Ideen an die Hand gebe und sie auch zweitens nicht dazu motiviere, diese wenigstens einmal in der Woche zu machen. Wenn andere Trainer oder Vereine das nicht tun wollen, geht mich das nichts an. Ich habe nach Rücksprache mit den Eltern und dem Mannschaftsrat diese Entscheidung getroffen und halte sie für sinnvoll und gut.

    Allerdings kann ich auch Spieler und Trainer verstehen, die das nicht machen. So leben z.B. Kinder (bis E-Jugend) mehr im hier und jetzt. Etwas zu tun, um zum Zeitpunkt X etwas zu haben, ist für sie fremd.

    Wir reden aber hier über eine C-Jugend und nicht über eine E-Jugend. Bist du der Meinung, dass 14/15-Jährige noch im hier und jetzt leben? Manche sind nächstes Jahr fertig mit der Schule und sollten durch sowas eigentlich zur Eigenständigkeit hingeführt werden.

    Jugendliche bekommen gerade auch vor allem schulischen Druck um etwas selbstständig und meistens alleine zu machen - und dasselbe kommt dann nochmals über uns Trainer für das Hobby. Da kann ich verstehen, wenn die ihre sozialen Kontakte über irgendwelche Onlinespiele und -sessions sich holen.

    Gilt das zur Corona-Zeit jetzt auch? Die Jungs sind seit 3 Wochen zu Hause und wann gehen sie wieder zur Schule? Ich würde sogar sagen, dass sie momentan genau sowas (laufen gehen und Fitnesstraining) als Ausgleich brauchen! Nicht nur für den Körper und die Gesundheit, sondern auch um mal loszukommen vom rumhocken und zocken.

    Und ich könnte auch das Thema Fitness positiv sehen (Jugendlichen gefällt das) und sie hören deshalb mit dem Mannschaftssport Fußball auf, weil sie da nicht auf andere angewiesen sind (die ihnen jetzt z.B. die Dreierwertung kaputt gemacht haben).

    Wir reden hier von einer Fitness-Challenge, die ein paar Wochen lang geht. Wenn da einer mit einer Sportart aufhört, weil ein Mitspieler nicht oft genug trainiert hat, dann hat er den Fußball nie geliebt.


    Man muss nicht überall irgendwas hineininterpretieren und bis zum Ende auseinandernehmen. Die Jungs bekommen Aufgaben an die Hand und können Sport machen. Und wer das nicht will, der macht halt nichts. Der muss sich dann halt mal was anhören von den anderen - aber ist das nicht im "normalen" Trainingsbetrieb genauso?


    Du sagst, die Jugendlichen mögen Fitness. Ist es dann nicht super, wenn sie das auch beim Fußball bekommen können?

    Charles De Goal : "Unmotivierte bekommen keine Punkte und werden spätestens nach einer Woche von den motivierten zurechtgewiesen."

    Das finde ich etwas grenzwertig, sich bei Laufeinheiten und Kraftübungen den "Gruppenzwang bzw. Gruppendynamik" zu nutze zumachen. Warum fangen die Kinder und Jugendliche mit dem Fußball spielen an und warum spielen sie Fußball? Aus Spaß und Freude am Fußball, Sozialkontakte u.a. - Laufeinheiten und Kraftübungen sind wohl eher nicht die Hauptfaktoren (sonst wären sie entweder ins Leichtathletik oder zum Fitness gegangen - letzteres ist übrigens auch eine Sportart, die besonders ab der C-Jugend für Jugendliche interessant wird).

    Wie Constantin schon sagte: Sorge um die Gesundheit und die Bewegung der Jungs spielt da eine ganz große Rolle. Ich gehe mit, dass das ein Hobby ist. Und wenn das jeder für sich betreibt (Tennis, Schwimmen oder Leichtathletik) hat auch jeder das Recht, für seine individuelle Leistungsfähigkeit das zu tun, worauf er Lust hat - weil er trägt die Konsequenzen selbst. In einer Mannschaft ist das anders, da tragen alle die Konsequenzen, wenn einer im Lockdown seinen Hintern nicht vom Sofa hochkriegt, nur Chips frisst und am Ende mit Übergewicht rauskommt.


    Wir sind jetzt seit 2,5 Monaten im Lockdown, was meinst du, wieviel Sport die Jungs in der Zeit selbstständig machen? Da gibt es sicherlich ein paar und es wird auch Eltern geben, die das fordern. Aber der Großteil braucht so eine Challenge oder ein paar Tipps an die Hand, damit er auch wirklich etwas tut.


    Der ein oder andere Trainer, der nichts anbietet oder nichts fordert, wird aber noch sein blaues Wunder erleben, was da für Jungs beim ersten Training auftauchen.


    In einer Welt ohne Corona hätten wir diese Woche unsere Wintervorbereitung gestartet mit 4 Einheiten (Trainings + Spiele) in der Woche. Ich kann als Trainer erwarten, dass die Spieler der Mannschaft diese Einheiten selbst machen, da sie zum Zeitpunkt X ja eine gewisse Fitness vorweisen sollten. Da das nicht als Team geht, muss halt jeder alleine daran arbeiten.

    Also ich für meinen Teil habe kein Problem, WhatsApp zu nutzen. Aber nicht jeder, den ich in meiner Kontaktliste habe oder in meiner eigenen Mannschaft spielt, muss wissen, wo und wie schnell ich laufe. Daraus habe ich das dann für die Jungs abgeleitet.


    Wir reden hier von Kindern und wie schnell schickt einer das Bild an Fremde rum und sagt "guck mal, wie langsam der ist". Und ich denke, die Form von Mobbing kann ich als Trainer damit im Keim ersticken.


    Kann natürlich sein, dass ich auf dem Holzweg bin, aber ich würde solche eindeutigen Daten wie Laufstrecke und Laufzeit von anderen nicht ungefragt teilen und auf eine Stufe mit Werbedaten oder sonst was stellen, die WhatsApp zwar sammelt, aber nicht Dritten zur Verfügung stellt.

    Wofür sind die Punkte gut?

    Bekommen die Jungs was für die Punkte?

    Natürlich. Zunächst mal ist es ein Wettkampf zwischen den Dreiergruppen. Und die Abschlusstabelle entscheidet dann über die Preise, die sie gewinnen. Mal schauen, was mir einfällt. Bälle kommen immer gut an. Ich nenne es erstmal "Attraktive Preise" und kann mir dann was schönes überlegen.

    Guter Ansatz, gefällt mir! Wie kommuniziert ihr? Email, Whatsapp?

    Per WhatsApp. Aber die Trainingsergebnisse kommen nur bei mir an, ich übertrage sie dann in die Abschlussliste, die ich jeden zweiten Tag in die Gruppe schicke. Datenschutzrechtlich müssen die anderen Kids ja nicht wissen, wo ein anderer langgelaufen ist.

    Da der Lockdown ja wie erwartet noch kein Ende hat, habe ich meine C1 in Dreiergruppen eingeteilt.


    Sie haben zehn unterschiedliche Kraftübungen (alle dynamisch und mit Eigengewicht) von mir als Video mit Erklärung bekommen und können nun jede Woche viermal Punkte sammeln. Punkte gibt es für eine jeweilige Minutenzahl beim Krafttraining und beim Lauftraining (beides aber maximal 60 Minuten pro Einheit). Motivierte haben also jetzt Übungen an der Hand und können viermal in der Woche Punkte sammeln. Unmotivierte bekommen keine Punkte und werden spätestens nach einer Woche von den motivierten zurechtgewiesen.


    Davon verspreche ich mir eine gute Grundlagenausdauer, ein wenig Kraftzuwachs und vor allem selbstständige Trainingsplanung in den nächsten Wochen, bevor es hoffentlich wieder losgeht. Das ganze ist natürlich beliebig verlängerbar, falls wir zum Beispiel erst im Mai wieder starten.


    Wie prüfe ich, dass niemand schummelt? Laufeinheiten werden getrackt (müssen außerdem mindestens 7 Minuten/Kilometer schnell sein) und Krafteinheiten werden nur mit einem Foto und der Dauer bewiesen. Hier ist Schummeln möglich, allerdings habe ich einen großen Fitnesstest angekündigt, wenn wir wieder trainieren können. Und wer den nicht besteht, der bekommt Abzugspunkte.

    lieber Christoph es steht im Text. Covid liste einmal nicht ausgefüllt war nicht weiter tragisch weil ich es dem corona verantwortlichen gemeldet habe und es nach 2 Wochen auch nicht mehr relevant ist und ein Bericht nicht verfasst.

    Einmal unglücklicherweise die tore nach einem spiel nicht wieder aufgehängt. Alles sachen die jedem Trainer in der Saison passieren.

    Ich für meinen Teil kann diese Gründe nicht nachvollziehen. Wenn ich als Jugendleiter bei uns deshalb Trainer entlassen würde, wären alle Teams des Vereins seit August vom Spielbetrieb abgemeldet. Es ist zwar nervig und muss immer wieder angesprochen werden, aber Tore kann man sicher mal vergessen und Corona-Listen können nachgereicht werden.


    Anders sehe ich es natürlich beim betrunkenen Antritt bei einem Spiel. Falls das tatsächlich passiert ist, ist das ein klarer Grund.

    Also, wenn man sich die Tabellen der Länder in den letzten 10 Jahren ansieht, dann kann man schwer zu der Meinung kommen, dass die Spitze zusammengerückt ist.

    In quasi jedem Land gab es Punkterekorde des Meisters in den letzten Jahren, vorbei die Zeiten, da man in Deutschland mit 70 Punkten (teilweise sogar unter 70) Meister werden konnte.

    In England reichten Liverpool keine 95 vor einem Jahr.

    Ja, es gibt Punkterekorde. Die haben aber nichts mit dem "zusammenrücken" der Spitze zu tun. Die "Spitze" ist nicht eine Mannschaft, die eventuell einen Punkterekord aufstellt, sondern es sind die Top-Teams einer Liga.

    Interessant, dass du die englische Liga nennst, in der keine 95 Punkte mehr reichen. Wer war dort vor 4 Jahren nochmal "Überraschungsmeister" (damals hätten 72 Punkte gereicht)? Schaue ich heute auf die Tabelle in England: Stehen dort tatsächlich die "großen" Vereine (City, Arsenal, Chelsea, Liverpool und ManUnited) oben? Nein, Arsenal ist 15. und City ist Achter. Stattdessen Stehen Leicester, Everton, Tottenham und Southhampton in den Top Sieben.

    Wo waren Inter, der AC Milan, ManUnited, Schalke und Chelsea in den letzten Jahren im Internationalen Geschäft? Denen ist zum Teil (wenn auch nur temporär) der Rang in ihrer Liga abgelaufen worden von? Bergamo, Lazio, Gladbach, Leicester oder Tottenham. Sind das die "großen" Teams der letzten 30 Jahre in ihren Ligen? Nein, aber die stehen plötzlich mehr oder weniger konstant in der Spitzengruppe.

    Die Top-Nationen haben unheimlich wechselhafte CL-Teilnehmer, das ist ein Indikator dafür, dass die Spitze zusammenrückt.

    Ja, hat es immer gegeben, aber vor der Fülle kann man doch nicht die Augen verschließen.

    Auch bei den N11 sehe ich das nicht so. In den späten 90igern und frühen 2000, da war alles enger zusammengerückt, danach haben aber die Fussballnationen ihre Ausbildung, etc. umgestellt und die Ergebnisse in den Qualispielen oä gehen wieder gerne mal 5:0 oä aus.


    Man könnte vlt behaupten - um deinem einzigen!!! Beispiel Rechnung zu tragen - dass Schweiz und Belgien mit den aktuellen Mannschaften deutlich über dem "normalen" Talent anzusiedeln sind. Ob das nachhaltig ist, wird sich in 20 Jahren zeigen.

    Chile (2010-2018), Kolumbien (90-98), Bulgarien (Mitte der 90iger), Belgien (in den 80ern), ... es gab immer mal Nationen, die eine gute N11 zusammenhatten, die 8-10 Jahre nahe dran war, an den Top10 Nationen. Ob das aber einfach eine "zufällig talentierte" Ansammlung ist oder ob das, wie bei den Top10 Nationen auch diese Spielergeneration überdauert, das wird man sehen.

    Wenn die großen Fußballnationen so überlegen sind: Warum scheitern dann seit einigen Jahren in peinlicher Regelmäßigkeit Nationen, die dazu zu zählen sind, in der WM-Quali (z.B. Italien, Niederlande, England)? Gab es das in den 90ern auch?

    Wie kommt es dann, dass das Vorrunden-Aus der deutschen kein Einzelfall bei den großen Nationen ist, sondern auch Frankreich, Italien, Spanien und Engländer es in den letzten Jahren schon genauso erlebt haben?

    Genau das sind Belege dafür, dass es eben nicht mehr so einfach ist, sich als Top-Nation durchzusetzen und das Spiel schon vor Anpfiff mit dem Namen gewonnen zu haben.


    In dieser Diskussion hat man nun die Wahl: Wird die deutsche Mannschaft (+ natürlich die anderen großen Nationen) schlechter oder werden die vermeintlich kleineren Nationen besser?

    Ausschließlich die erste Möglichkeit zu wählen und das für Deutschland dann auf Löw zu schieben, halte ich für weltfremd und blind, weil es eben anderen Nationen rechts und links genauso geht, aber in Deutschland angeblich ganz klar am Trainer liegen soll.

    RedDevil


    Du hast jetzt eine Menge von mir zitiert und zu allem einen halben bis ganzen Satz kommentiert oder eine Frage gestellt. Bitte respektiere, dass ich solche kurzen Kommentare auf Mehrzeiler nicht noch mit längeren Mehrzeilern beantworte, das ist mir echt die Mühe nicht wert.


    Aber eins sei gesagt: Du kannst nicht verleugnen, dass die Spitze im Fußball enger zusammengerückt ist. Argumente dafür geben uns Union, Stuttgart und Freiburg Woche für Woche in der Bundesliga.

    Wales und Island im Viertelfinale einer EM? Portugal Europameister und Nations Leauge-Sieger? Russland und Schweden im Viertelfinale einer WM? Kroatien Vize-Weltmeister? Wer ist amtierender U20-Weltmeister? Es hat immer schon Überraschungen gegeben, aber in der Fülle? Es gibt doch immer mehr vermeintlich große Teams, die über vermeintlich kleine Teams stolpern.


    Und das kannst du auch an den Spielern sehen, die in den jeweiligen Top-Teams spielen. Beispiel Schweiz: Schau dir den Kader von 2004 und den von 2018 im Vergleich an.

    2004 hatte die Schweiz im 23er-Kader der WM 12 Legionäre, das höchste der Gefühle war da schon Magnin, die Yakins und Wicky aus der Bundesliga. Ansonsten zu dem Zeitpunkt kaum internationale Klasse und 11 Spieler aus der im Vergleich zweitklassigen eigenen Liga.

    Bei der letzten WM 2018 waren es dann 22 Legionäre, darunter Stammspieler und CL-erfahrene Spieler von Gladbach, Dortmund, Basel, Juventus, Milan, Schalke, Benfica und Arsenal. Spieler dieses Formats suche ich 2004 vergeblich und das ist für mich eine Erklärung, warum die Schweiz 2018 auf dem sechsten Platz der Weltrangliste stand und nicht wie 2004 um Platz 40 herumgurkte.


    Die Kleinen werden größer, weil sie gut arbeiten und der Vorsprung der Großen schmilzt, obwohl sie vielleicht auch gut arbeiten. Die "Kleinen" holen einfacher die 30% auf, die ihnen in den letzten 20 Jahren gefehlt haben, während die großen für die 2%, die sie ganz oben halten, extrem viel schuften müssen. Wie man gute Spieler findet, ausbildet und filtert, ist inzwischen zu fast allen Verbänden der Welt durchgedrungen. Für den Weltmeistertitel oder für erfolgreiche KO-Spiele gibt es nunmal kein Patentrezept. Auch kann man Matchglück, Matchpech, schlechte Phasen oder einfach nur nicht die richtigen Spieler haben. Das muss eben langsam mal in den Köpfen ankommen und auch in die Bewertung eines Spiels gegen z.B. die Schweiz einfließen.

    Im Fußball können immer Nuancen entscheiden und niemand kann den Sieg pachten, weil er vor 6 Jahren mal Weltmeister war oder "in der Vergangenheit immer besser als der Gegner war". Wenn die Erwartungshaltung ist, dass Deutschland in einer Nations League-Gruppe mit dem amtierenden U20-Weltmeister (das ist ein Indikator für gute Arbeit), den Spaniern und den Schweizern (Kaderzusammebau weiter oben) den zweiten Platz holt und im Prinzip am letzten Spieltag alles für den Sieg selbst in der Hand hatte und man sich trotzdem über Ergebnisse echauffiert - tja, dann ist vielleicht auch der Bewertungsmaßstab das Problem.


    2018 hatte Löw das Mittel des Ballbesitzfußballs gewählt, was an sich keine schlechte Wahl war, hat Spanien jahrelang den Fußball dominiert und auch die deutsche Mannschaft vor einigen Wochen 6:0 geschlagen. Deutschland ist dann ausgeschieden und Löws Analyse war im Prinzip ziemlich treffend, denn Deutschland ist tatsächlich an der eigenen Chancenverwertung gescheitert. Man möge sich im Zweifesfalle nochmal die Highlights der einzelnen Spiele anschauen, man hat sich im Strafraum nicht besonders geschickt angestellt. Torschusstraining braucht man doch wohl mit einer Nationalmannschaft nicht zu machen, oder?

    Der Umschwenk ging mit dem "neuen" Spielermaterial auf Konter- und Tempofußball, was logisch ist, wenn man Werner, Gnabry, Sané und Havertz zur Verfügung hat. Dazu einige gute Passgeber und Umschaltspieler im Zentrum.

    Dass diese Spielweise nicht immer attraktiv aussieht und eben auch davon abhängt, ob der Gegner tief steht oder einem die Räume zum Kontern lässt, muss man dann in Kauf nehmen.

    Ich fasse zusammen: 2018 soll der Fußball angeblich schlecht gewesen sein, weil man ausgeschieden ist. Jetzt ist er schlecht, weil er nicht gut aussieht. Ist auch hier die Erwartungshaltung, dass man guten und erfolgreichen Fußball sieht? Es ist utopisch, das in der heutigen Zeit, in der es mehr Konkurrenten als je zuvor gibt, zu fordern.

    Seit 4 Jahren ist aber jedes, wirklich jedes Spiel ein Gewürge und wenn man die Nationsleague als Pflichtspiele ansieht (und das tut Jogi, denn er bringt da immer seine beste Elf), dann stimmt auch kaum ein Ergebnis über einen langen!! Zeitraum.

    Und was ist, wenn man die Nations League nicht als Pflichtspiele ansieht? Die Option gibt es ja offenbar. Und wenn man dann deine Aussage

    Die Freundschaftsspiele, in denen Jögi die halbe B-Elf hat auflaufen lassen, die interessieren da mM nach null.

    betrachtet, scheint es ja nicht so wild zu sein.


    Dann blieben uns die Souveräne EM-Qualifikation, in der lediglich ein Spiel gegen die Niederländer verloren ging.

    Ganz besonders, wenn in den Pflichtspielen das Spiel und die Ergebnisse passen.

    Es geht also dann doch nicht mehr um die Art des Fußballs, sondern um die Ergebnisse?


    Ich verstehe es die Argumentationskette nicht.


    Deiner Wertung zu Folge sollten dir die aktuellen Testspiele egal sein. In den Pflichtspielen passten bei 16 Spiele die Ergebnisse im Durchschnitt schon (9-3-2). Ist es jetzt doch die Spielweise in den Pflichtspielen?