Beiträge von Charles De Goal

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    Einen Verein attraktiv gestalten. Da gehts los - 95% der Vereine wollen das nicht bzw. die Zeit braucht Veränderungen in den Strukturen. Es geht schon mit der Vorstandschaft los. Völliger Schwachsinn, denn keine Sau will sich das mehr aufbürden für nix und wieder nix. Es müsste eine andere Lösung her. Dann diese unsäglichen Vereinskriege. Ich glaube das es nicht Zielführend ist und zerstört auch die Vereine. Ein Miteinander wäre besser !

    Es hat meiner Erfahrung mehr damit zu tun, dass Vereinsarbeit und Vorstandsarbeit eben "Arbeit" enthält und Zeit in Anspruch nimmt. Dazu heißt es "Verantwortung". Es gibt leider in jüngeren Generationen immer weniger Leute, die sowas machen oder haben wollen. Unser Vorstand ist im Schnitt 45 Jahre alt, das empfinge ich schon als relativ jung. Wir möchte in paar Mitt-20er einführen, die fragen zuerst "wieviel muss ich da machen?" und "wofür bin ich da verantwortlich?". Ist mit Sicherheit nicht pauschal überall so, aber es man möchte sich einfach in dem Alter nicht verpflichten und keine Aufgaben annehmen, die Mehraufwand bedeuten.


    Dann noch das schlimmste was derzeit ist. Die starren Strukturen in der Altersbeschränkung. Das ist ein großer Punkt wo Kinder eben nicht mehr Fußball spielen wollen. Des sollte entweder Leistungsorientiert sein oder gar nicht. Diese Kategoriesierung ist ein Vereinskiller und verhindert ein Zusammensein von Fußballspieler und Talenten. Letzten Donnerstag gewann unsere Bambinis 24:0 !!!! Ein Spieler von meinen Training schoss alleine 20 Tore ! Wo ist der Sinn ? Der Spieler trainiert bei mir in der E Jugend und will eigentlich nicht bei den Bambinis spielen. Ich mache das schon seit längerem das ich talentierte Spieler mit älteren Jahrgängen trainiere - was jedoch zu extremen Konflikten führt seitens der Vereinsführung usw. Das Training in den jeweiligen Spielklassen ist aber ungeeignet für diese Spieler und verlieren bald die Lust. Weiter habe ich einen in der E Jugend der einfach nicht mithalten kann. Der Spieler müsste min. in die F2, da er sich kognitiv einfach erst soweit ist.

    Ich denke, dass diese Geschichte ein Einzelfall oder zumindest ein sehr seltener Fall ist. Und wenn sowas vorkommt, kann ich mir kaum Vereine vorstellen, die dafür keine Lösungen finden können. Ich würde nicht behaupten, dass das das schlimmste ist, was im Moment in Vereinen passiert und das ist mit Sicherheit auch nicht dafür verantwortlich, dass Vereine unattraktiver werden. Vielleicht für das eine Kind. Aber nicht für die 10-20 anderen Kinder, die in der Bambini-Mannschaft spielen.

    Genau das ist mein Punkt: Spieler gehen von einem Kreisligisten mit großen Erwartungen zum größeren Verein, in dem sie dann in der B3 geparkt werden und am Ende in der gleichen Liga wie der Heimatverein spielen. Den Aspekt mit den Mitgliedsbeiträgen hatte ich so nicht auf dem Schirm. Natürlich kann eine B3 die Infrastruktur nutzen, die einer B1 oder B2 zur Verfügung gestellt wird: also haben die Spieler sicherlich andere Trainingsmöglichkeiten als im Heimatverein. Aber ist das den Aufwand für die Spieler wert?


    Vielleicht denke ich zu romantisch und altmodisch, aber ich gehe mit meinem Jahrgang jetzt in das neunte Jahr (B-Jugend) und ich blicke auf viele tolle Jahre zurück, die Hälfte der Mannschaft besteht so seit der F-Jugend und alle anderen sind per JSG dazugekommen (ebenfalls seit der F-Jugend im anderen Verein). Immer wieder sind Spieler weggegangen, manche aber auch wiedergekommen und manche andere kommen regelmäßig zum Training und machen mit, wenn in ihrem anderen Verein kein Training ist (ist natürlich abgesprochen). Ich behaupte, dass eine solche Konstante im Leben gut für Kinder ist. Ständig wechselnde Trainer, Mitspieler, Vereine oder Mannschaften bringen sicherlich auch gute Abwechslung, aber seit 8 Jahren Montags, Mittwochs und Donnerstags in das gleiche Umfeld mit den gleichen Leuten und dem gleichen Spaß zu kommen gibt vielen ein gutes Gefühl, sagen mir Spieler und Eltern. Warum müssen andere Vereine in solche funktionierenden Systeme Unruhe reinbringen?

    In welchen Regionen ist das denn so?


    Ich meine, bei uns gibt es auch Vereine, die sich aktiv um die besten Spieler eines Jahrgangs bemühen.

    Das hat meines Wissens nach aber noch nicht dazu geführt, dass in Gänze der Spielbetrieb eingestellt werden musste.

    :/:/:/:/

    Bei uns im Kreis sind inzwischen knapp 60% der Mannschaften JSGs. Würde es die Möglichkeit zur Spielgemeinschaft nicht geben, könnten diese Vereine allein keinen Spielbetrieb aufrecht erhalten.

    Wir haben im Umkreis von 30 Kilometern einen Erstligisten, einen Zweitligisten und einen Drittligisten, dazu im Einzugsgebiet zwei Regionalligisten, vier Oberligisten und drei Verbandsligisten. Das ist keine ungewöhnliche Zahl, aber diese machen uns schon das Leben schwer mit den ständigen Spieleransprachen. Allein aus unserem B-Jugend-Jahrgang (05/06) fehlen uns 12 (!) Spieler, die irgendwann mal zu diesen Teams gewechselt sind. Mit unseren verbliebenen Spielern hätten wir eine zweite B-Jugend oder müssten keine JSG bilden, so stellen wir als JSG sogar nur eine Mannschaft. Dagegen melden die meisten der obengenannten Vereine drei (!!!) B-Jugenden.


    Was soll das?

    Es bilden sich von selbst Cluster, das ist ganz interessant. Gestern war es bei 15 Kategorien nur einmal so, dass alle zusammenstanden.


    Normalerweise gibt es immer zwei bis drei große Lager, und dann wird erstmal geguckt, wer um wen steht und was die anderen so denken. Manchmal läuft auch noch einer rüber, weil er seine Meinung ändert. Also es macht unheimlich viel Spaß und danach haben alle gute Laune. Es alle drei Monate zu machen reicht auch, möglichst wenn mal alle da sind!


    Habe ich übrigens von SoccerCoachTV, sehr empfehlenswerter Kanal!!

    Bin gerade drüben bei facebook über einen Link gestolpert. Sollte das Live Scouting zur Normalität werden (wie es heute schon Fußballcamps und Förder-/Einzeltraining sind), dann wird es zukünftig wahrscheinlich noch mehr Wechsel geben - und ich gehe davon aus, dass Vereine daran nicht mit beteiligt/entschädigt werden (vielleicht höchstens, wenn man ihre Sportplätze benötigt). Und ob das "alles für das Kind/Jugendlicher" noch das Motto sein kann, bezweifel ich auch sehr stark.

    Und irgendwann spielen dann alle Vereine überkreislich oder sind "Profi-Vereine", weil es nichts unterklassiges mehr gibt.


    Düstere Aussichten für den Breitensport.

    War gestern auf jeden Fall lustig. Manche wissen ganz genau, dass viele zu ihnen laufen, andere sind ganz überrascht. Aber am Ende waren ein paar Leute ziemlich gerührt, als sie plötzlich die mit dem meisten Einsatz, die Zuverlässigsten, die lustigsten oder die intelligentesten waren - die Sachen kann man nämlich AUF dem Platz nicht messen!

    Im Breitensport wird es immer so sein, dass es bessere und schwächere Spieler gibt. Finde Dinge auf und neben dem Platz, bei dem die vermeintlich schwächeren Fußballer mal diejenigen sind, die jeder im Team haben möchte. Fifa-Turniere, andere Sportarten, Events.


    Ich habe in der E-Jugend einen Ausflug in einen Freizeitpark gemacht, bei dem jedes Kind einen Zettel mit Fragen zum Thema Dinosaurier bekommen hat. Alle haben bei einem abgeschrieben, der nicht der beste Fußballer war, aber eben ziemlich viel darüber wusste. Anschließend war er viel akzeptierter in der Mannschaft.

    Machst du mal ein Fifa-Turnier mit den Jungs, teilst du die Paare so ein, dass die vermeintlich besseren Fußballer mit den schwächeren zusammen spielen. Dann bilden sie ohne Ball am Fuß mal ein Team und sind aufeinander angewiesen.


    Dazu gibt es auch tolle Übungen, bei denen jeder seinen Leistungsstand oder seine Stärken erkennen kann. Ich werde heute mit meiner Herrenmannschaft eine Übung machen, in der alle in einem Viereck Dribbel-ABC machen, wenn ich rufe "wer ist der schnellste?", stoppen alle den Ball und laufen zu dem Spieler, von dem sie es glauben. Der eine bekommt also von seinem Teamkollegen Rückmeldung, wie sie ihn einschätzen. Das kannst du mit vielen anderen Fragen machen (der Motivierteste, der beste Trickser, der intelligenteste, usw.). Und dann auch mal Dinge, wo sie zu einem laufen können, der sonst selten der "beste" ist. Damit erkennt jeder seinen Wert für das Team.


    Und erwähne konsequent in jeder Mannschaftsbesprechung, dass Fußball ein Teamsport ist, in dem jeder jeden unterstützten muss - manche mehr, manche weniger - aber alleine erreicht keiner etwas. Dieses Denken in die Köpfe zu bekommen erfordert Zeit und Geduld, aber eines Tages kommt es an!

    Nur bei dem "wenn es nicht reicht, dann muß man es sich eingestehen und kann eben nicht so hoch spielen" bin ich komplett anderer Meinung. "Auf natürliche Weise" reicht es bei keinem Verein. Also aus der eigenen E/F. Und ich halte es für legitim und sinnvoll, daß es für sehr talentierte Spieler auch außerhalb von NLZs (da ist es übrigens dasselbe, nur eine Stufe höher), die Möglichkeit gibt überregional auf hohem Niveau Fußball zu spielen.

    Das Niveau ist doch durch dieses System selbst geschaffen worden. Warum wollen diese Vereine sich denn auf Biegen und Brechen verstärken, um mitzuhalten? Weil andere Vereine sich auch verstärkt haben, um mitzuhalten.

    Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. Spieler der A-C Jugend sind keine Kinder mehr und wollen ggf. eben selber auch mehr. Es macht doch auch auf Dauer keinen Spaß, mit viel schlechteren Mitspielern zu spielen.

    Das geilste ist doch, mit gleich guten Mitspielern in der Liga zu zocken, die zu einem passt. (nicht zu hoch, nicht zu niedrig). Und dann muss es sich eben sortieren.

    Ja, der Meinung bin ich absolut. Niemandem sollen Steine in den Weg gelegt werden und jeder soll natürlich da spielen, wo es ihm Spaß macht und wo er es "probieren" will. Mit Spielern will ich keinen Streit anfangen und sie auch nicht vergraulen (außer, sie verhalten sich respektlos gegenüber Verein, Trainer und Mannschaft wie im Ausgangspost).


    Andere Vereine, die aus welchen Gründen auch immer höherklassigen Fußball anbieten wollen/können und damit auf die Vereine aus der Umgebung angewiesen sind, sollten allerdings die offenbar gute Ausbildung honorieren. Es geht dabei um Respekt und Anerkennung der Arbeit, die Vereine ehrenamtlich in die Jugendspieler stecken.

    Charles De Goal Ich weiß nicht, wie es in dem Teil Deutschlands aussieht, wo Du Trainer bist, in Niedersachsen kenne ich keinen Verein vom Niveau - ich sag mal vereinfacht - "eins unter NLZ", der in der C und älter 70 Spieler in einem Jahrgang hat: Absolut typisch ist nur ein Team pro Jahrgang, also eine U14, U15, U16 usw..

    Entschuldige, das war falsch formuliert. Nicht 70 Spieler eines Jahrgangs, sondern einer Altersklasse. Der Verein stellt jeweils drei C-, B- und A-Jugenden, darunter sind es 4-5 Teams pro Altersklasse (damit sind es ca. 30-40 Spieler pro Jahrgang). Muss das sein, wenn die umliegenden Vereine schon JSGs sind und es selbst da schon knapp wird? Bei uns spielen in speziell diesem Verein 4 Spieler aus diesem einen Jahrgang.

    Auch wenn ich Deine Argumente verstehen kann (sie aber nicht teile, für mich ist ein 13-jähriges Kind beim Übergang zu C immernoch ein Kid und nicht etwas, worüber sich zwei Vereine einigen müssen), aber:

    Es geht hier in meinem Fall aber um zwei C-Jugendliche, die innerhalb dieser Saison noch 15 werden. Sobald ein Spieler die Entscheidung trifft "ich möchte es in der Verbandsliga versuchen und meinen alten Verein verlassen", trifft er für mich keine Kinder-Entscheidungen mehr. Und wenn ein Verein sagt, dass er von der Jugendarbeit anderer profitieren möchte, weil er selbst nicht die Spieler dieser Qualität ausgebildet hat, sollte er den Aufwand, den der abgebende Verein dafür investiert hat, finanziell kompensieren. Ein Kind wird nicht als "Ware" bezeichnet, sondern die Ausbildung als Dienstleistung, die der aufnehmende Verein in Anspruch nimmt.


    Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, seit 8 Jahren (seit der F-Jugend) ehrenamtlich junge Spieler zu formen, drei- bis viermal in der Woche Training anzubieten, mich um wirklich alles zu kümmern (Freundschaftsspiele, Events neben dem Platz) und dann sagt ein größerer Verein "toll, den und den und den nehmen wir jetzt zu uns, viel Spaß weiterhin mit deinen verbliebenen 12 Spielern".

    Der immer wieder zu hörende Hinweis "müssen die großen Vereine eben selbst besser ausbilden" ist doch aber auch nicht zielführend. Es ist doch absolut unrealistisch, daß aus beispielsweise zwei oder gar drei Teams pro Jahrgang in der E/F 20 Spieler hervorgehen, die in der älteren C Regionalliga oder eins tiefer spielen können? Da kann die Ausbildung so gut sein, wie sie will. Wie soll das also gehen? Schon gar nicht, wenn man nicht schon ganz früh anfängt, nur die (vermeintich) besseren Spieler zu nehmen. Ich kenne z.B. einen Verein ganz gut, mit dem ich aber nichts zu tun habe, der diese Kriterien erfüllt (Männer spielen hoch, C bis A auch), der in der Nähe einer Großstadt ist und in dem bei den 12-jährigen und jüngeren die Jungs aus der unmittelbaren Umgebung spielen. (Schon allein aus praktischen Gründen, weil nicht so leicht erreichbar.) Von denen spielen dann in der U15 nicht mehr viele. Machen die deshalb schlechte Nachwuchsarbeit? Meines Wissens nicht. Die bilden die weniger talentierten genauso gut aus wie jeder andere Verein (wahrscheinlich sogar besser, weil das Niveau der Trainer im Schnitt höher ist.) Was sollen die also Deiner Meinung nach machen? Die einzige Alternative zum "Bedienen" bei anderen Vereinen ab der C wäre in der Zukunft nur noch Kreiiga oder maximal eins höher zu spielen. Dann kann man die Spieklassen in der ugend auch gleich ganz abschaffen. Aus meiner Sicht trifft Ähnliches auf mehr oder weniger jeden Verein der oben genannten Kategorie zu, nur das viele halt noch deutlich eher mit dem "Scouten" anfangen. Wenn das besser ist?

    Da vertrete ich eine andere Meinung. Wenns nicht reicht, muss man sich vielleicht eingestehen, dass man nicht so hoch spielen kann. Warum muss es diese Schere geben? Weil jeder der geilste und beste sein will und am höchsten spielen will. Dafür werden ständig Spieler hin- und hergeschoben und in diesem "Konzept" werden Spieler tatsächlich wie eine Ware behandelt. Ich habe genug Gespräche von Trainern (auch aus diesem Verein) gehört, nach denen ich mich gefragt habe, ob sie noch alle Tassen im Schrank haben.


    Nochmal: Es geht hier um einen Kreisliga B-Verein, an dem sich andere Vereine massenhaft bedienen, sodass inzwischen 4 Altersklassen Probleme haben, den Kader zu füllen. Wir leisten gute Arbeit, aber wenn dann die Verbandsliga anruft, sind die Spieler eben weg. Dennoch haben wir Trainer in diese Spieler Zeit und Energie gesteckt, als Anerkennung MUSS das für den Verein kompensiert werden.


    Solange es diese Aufwandsentschädigungen gibt, ist es mit Sicherheit nicht verwerflich, sich daran zu orientieren oder sie einzufordern. Sonst kann man bald alle kleinen Vereine zumachen und die großen Vereine unter sich spielen lassen. Damit schafft sich der Jugendfußball nur leider selbst ab.


    Und wenn der aufnehmende Verein das nicht zahlen will, müssen sie eben ihren neuen Spielern erklären, warum sie nicht die übliche Entschädigung zahlen wollen und warum sie drei Monate auf die Spieler verzichten wollen. Wenn dann noch die Eltern ins Boot geholt werden und uns als abgebenden Verein der schwarze Peter zugeschoben wird, obwohl wir nach Jugendspielordnung handeln, dann ist der Jugendfußball für mich gestorben.

    Ich kann seit gerade auch ein Lied davon singen und sehe leider Parallelen zu der Geschichte:


    Zwei Jungs aus unserer U15 wechseln in diesem Sommer zu einem Drittligisten. Beide ohne vorherige Absprache oder angemeldetes Probetraining kurz vor Fristende mit einer Abmeldung vor der Tür unserer Geschäftsstelle. Das ist jedenfalls schonmal total daneben.

    Wir können jetzt mit Ach und Krach eine mittelmäßige C-Jugend stellen, während der Drittligist nun schon 4 Spieler aus unserem Jahrgang im Kader hat und drei C-Jugenden meldet.


    Heute dann der Anruf von deren Jugendleiter: 300€ insgesamt, mehr können wir nicht machen. Im FLVW stehen uns für beide Spieler jeweils über 1000€ Ausbildungsentschädigung zu. Ich glaube, bei Spielern, die aus der Kreisliga in die Verbandsliga wechseln, haben wir als Verein schon etwas richtig gemacht und sehen das als Anerkennung und Lob für unsere gute Jugendarbeit an.


    Die Spieler werden die Freigabe nur bekommen, wenn der aufnehmende Verein das zahlt. Nicht umsonst sind diese Aufwandsentschädigungen so festgelegt. Der aufnehmende Verein kann dann entscheiden, ob die Spieler ihnen das wert sind oder wie sie ihnen beibringen, dass sie nicht bereit sind, diese Summe zu zahlen und sie drei Monate kein Spiel machen können.


    Jeder kann da spielen, wo er will. Aber wenn sich größere Vereine überall bedienen, um auch den 70. Spieler in dem Jahrgang zu bekommen, während andere gerade mal 15 haben, sollen sie auch dafür gerade stehen. Oder lieber selbst vernünftige Spieler ausbilden. Das ist explizit keine Sache zwischen Spielern und Verein, sondern zwischen zwei Vereinen.

    Das wäre für mich so als würde der Trainer euch am 01.07 sagen "achja...diese Saison wird es wohl nicht reichen. Trainieren kannst du, aber du wirst nicht spielen."

    Wie viele Optionen hättest du?

    Wäre das fair?

    Das Beispiel haben ich und ein anderer User auch schon gebracht und das finde ich immer noch genau passend. Ich vermute ganz stark, dass in beiden Fällen der Verein, Trainer oder Jugendleiter die Blöden sind, während es überall nur heißt "das darf man doch nicht auf dem Rücken des Kindes austragen".


    Die Regeln standen auch schon so in eurer Jugendspielordnung, als ihr euch entschieden habt, einfach so ein Probetraining woanders zu machen und als ihr euch am 30.6. abgemeldet habt. Man hätte durchaus damit rechnen können, dass so eine Aktion sehr schlecht ankommt und Konsequenzen hat - gerade nach Corona, wo fast jeder Verein Probleme hat, seine Mannschaften beisammen zu halten.


    Da ist eine solche Aktion echt daneben und mit ein bisschen Fingerspitzengefühl vermeidet man die aktuelle Situation auch von Spieler-/Elternseite.


    Hätte das ein Spieler aus meiner B-Jugend vor 2 Wochen gebracht, wäre er auch nur gegen Ablöse frei und hätte von mir und den Mitspielern ein paar unfreundliche Worte auf den Weg bekommen. Nicht, weil er geht, sondern weil die Art und Weise nichts mit dem zu Tun hat, worum es eigentlich geht: Nämlich Vereinsdenken und Mannschaftssport.

    Ich habe das auch so gemacht: eine Woche vor den Ferien die Bitte, die Urlaubszeiten in SpielerPlus einzutragen oder mir zu schreiben. Manche haben das dann jetzt in der zweiten Ferienwoche erst gemacht, wodurch ich für ein Vorbereitungsspiel nur 12 Spieler habe. Absolut nervig und schade, aber wir werden es in die Woche danach auf einen Wochentag verlegen.


    Ich kann auch deinen Ärger verstehen und wäre dabei auch vor 2-3 Jahren an die Decke gegangen. Aber was ist im Endeffekt das Problem? Ich muss doch nur dem anderen Trainer schreiben und absagen/verlegen. Der Aufwand ist wahrscheinlich deutlich geringer, als im Corona-Jahr als Familie Urlaub zu buchen und zu machen. Gönn den Jungs und Familien ihren Urlaub, der sich vielleicht auch spontan ergeben hat und freu dich auf die Zeit nach den Ferien, wo das dann nicht mehr vorkommt! :)

    Ein Ausschluß vom Training steht für mich nicht zur Debatte. Es geht mir bei einem Kader von annähernd 20 Kindern nur darum, am Wochenende die Spieler einzusetzen, die auch unter der Woche beim Training waren und auf die ich zählen kann. Auf einen Spieler, der eineinhalb Wochen Probetraining (3 Trainingseinheiten) bei einem anderen Verein absolviert, um dort aufgenommen zu werden, kann ich mich wohl kaum noch verlassen.

    Das sehe ich auch so. Dazu sollte die Trainingsbeteiligung auch maßgeblich für die Spielzeit sein (zumindest in den Ferien und in Freundschaftsspielen). Kommt einer jedes Training, dann hat er sich mehr Spielzeit verdient. Kommt einer gar nicht, hat er sich das eben nicht verdient.


    Macht einer bei einem anderen Verein Probetraining und kommt nicht zum eigentlichen Training, hat er weniger trainiert als die anderen und kann sich dann dort einreihen, wo er in der Beteiligung steht.


    Mehr Aufruhe muss man da nicht machen, das fällt nur negativ auf dich zurück und wird eher zum Push-Faktor. Behandle es nicht anders, als wenn er wegen Familienfeiern oder Lernen abgesagt hat. Aber sprich ruhig vor dem Spiel an, dass die Trainingsbeteiligung Ausschlag für die Spielzeit gegeben hat.

    Weshalb und wozu?

    Jedenfalls ist das Argument "fehlender Versicherungsschutz" ein vorgeschobenes.

    Dieser Endgültigkeit möchte ich aber auch widersprechen. Denn wie im oberen Beitrag geschrieben gibt es Versicherungen, die Nicht-Mitglieder nicht beinhalten.


    Fakt ist jedenfalls dieser Auszug aus der Jugendspielordnung meines Verbandes (FLVW bzw. WDFV):


    § 21 Teilnahme am Training und an Spielen


    (1) Allen Verbandsvereinen ist es untersagt, Junioren aus einem anderen Verein
    am Training teilnehmen zu lassen.


    (2) Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn der Verein, für den der Junior
    eine Spielberechtigung besitzt, schriftlich seine Zustimmung gibt.


    (3) Ein Verein darf Junioren anderer Vereine bei Spielen und Turnieren in seinen
    Mannschaften nicht mitwirken lassen, mit Ausnahme der Spieler, für die ein
    Gastspielrecht (§ 6 (4) JSpO/WDFV) erteilt wurde.



    Für mich ist also klar, dass ich eine Genehmigung einholen muss. Wenn das in anderen Verbänden anders ist, dann muss man das natürlich auch nicht tun. Gehört aber dennoch zum guten Ton!

    Heißt für mich, dass es überall anders ist und auf Verein und Verband ankommt. Vermutlich gibt es da auch keine grundsätzliche Regelung, sondern wir haben beide Recht.


    Bei mir ist es vielleicht so im Verein/Verband, bei dir anders. Ich gebe nur das weiter, was ich von unserem Gesamtvorstand gesagt bekomme und interpretiere es. Vermutlich ist es bei dir eine andere Versicherung und es gilt etwas ganz anderes.

    In dem Artikel steht auch nichts über Probetraining. Es ist eine Erläuterung, wer wie versichert und worüber versichert ist. Daraus lässt sich für mich jedenfalls ableiten, dass Sportler über den Verein, in dem sie angemeldet sind, versichert sind. Wenn sie nun also außerhalb des Vereins unterwegs sind, sind sie nicht versichert. Und auch auf der Anlage eines anderen Vereins sind sie nicht versichert. Es sei denn, ihr Verein erlaubt dies explizit (denn dieser ist ja auch verantwortlich für die Gruppen-Versicherung). Man erlaubt dem Sportler damit quasi, dass er außerhalb einer seiner Trainingseinheiten trotzdem versichert ist.


    Macht doch Sinn, oder?

    Es muss allein versicherungstechnisch eine Erlaubnis ausgestellt werden.

    Dazu hätte ich gerne mal eine Quelle. Man hört das immer wieder, aber oft eben auch gegenteiliges, da alle Spieler ja als Mitglied des Dachverbandes DFB automatisch versichert sind. Niemand ist ja bei seinem Verein versichert, alle über den Verein "beim" DFB.

    (Mal davon ab, dass man ja auch eine normale Krankenversicherung hat, es also "nur" um eventuelle langfristige Folgeschäden, nicht um eine Behandlung geht).

    Hier habe ich einen Text einer Versicherung gefunden. Der besagt, dass der Verein eine Gruppen-Versicherung für seine Mitglieder abschließt. Mitglied ist ein Probespieler im neuen Verein aber nicht, sodass der abgebende Verein ihm die Erlaubnis erteilen muss. Durch diese Erlaubnis ist der Spieler dann wiederum für das angesetzte Training versichert, weil der alte Verein in Kenntnis gesetzt ist und das Training quasi als "angesetztes Training" gilt.

    Denn das wäre dann gleichbedeutend mit "freies Kicken ohne angesetztes Training" und da zahlt keine Versicherung.


    So wurde es mir auch von unserem Gesamtvorstand erklärt.


    Wäre ja noch schöner, wenn ich machen kann, was ich will und der Verein zahlt es. 8o Natürlich zahlt der Verein nur bei Verletzungen oder Unfällen im Vereinstraining (oder mit der offiziellen Erlaubnis bei einem anderen Verein).

    Bei uns im FLVW sind Ausbildungsentschädigungen festgeschrieben und wir bestehen völlig zu Recht auch darauf: wenn ein Spieler z.B. 6 Jahre im Verein gespielt hat, hat man Zeit, Energie und Geld investiert. Wenn er dann für andere Vereine, die das in ihre Spieler nicht investiert haben, interessant wird, sollte das kompensiert werden. Zahlt ein Verein das nicht, ist der Spieler entsprechend gesperrt. Setzt ein Verein den Spieler trotzdem in einem Pflichtspiel ein, erfährt der Verband davon.


    In deinem Fall scheint es aber reine Kränkung zu sein und der abgebende Verein fühlt sich "verarscht". Kann ich aber auch verstehen. Ich kenne die Vorzeichen nicht, aber sagt mir am 30.6. ein Spieler aus heiterem Himmel, dass er woanders spielen will, nehme ich ihm das auch persönlich übel. Jeder kann da spielen, wo er will und wo er Spaß hat. Dennoch sollten gewisse Umgangsformen da sein und dazu gehört im Mannschaftssport, dass man nicht einfach abhaut. Und bei uns gehört es dazu, ein Probetraining anzukündigen. Es muss allein versicherungstechnisch eine Erlaubnis ausgestellt werden. Dazu gehört es zum guten Ton, darüber ins Gespräch mit dem Trainer zu kommen.


    Wie gesagt: Ich kann den abgebenden Verein total verstehen. Der wurde kurz vor Fristende ohne Ankündigung vor vollendete Tatsachen gestellt, das ist absolut nicht die feine Art von euch!


    Verständlich hin oder her, drehen wir das mal um: Stell dir vor, dein Verein wirft deinen Spieler kurz nach Fristende ohne Grund raus, ihr könnt euch einen neuen Verein suchen und weil die Frist abgelaufen ist, darf dein Sohn nicht vor dem 1.11. spielen. Fändest du das fair?