Beiträge von Charles De Goal

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    Das ist korrekt.


    Zwei Kleinigkeiten noch dazu: Sperren werden zu den 10 Tagen addiert. Ist ein Spieler 14 Tage gesperrt, ist er - sofern auch festgespielt - 24 Tage für die untere Mannschaft gesperrt.

    Und die Schutzfrist kann abgekürzt werden, sollte die UNTERE Mannschaft innerhalb der 10 Tage ein Spiel gehabt haben:

    B1 spielt Samstag - Spieler spielt.

    B2 spielt Sonntag - Spieler ist noch bei der B1 festgespielt.

    B2 spielt Mittwoch wieder - Spieler darf spielen.

    Man kann also auch hier mit Wochenspielen bei der unteren Mannschaft ein wenig "tricksen".


    Hier ist alles einfacher zusammengefasst

    Ruf bei der C Jugend an ob die Spieler über haben und legt die Spiel der B Jugend entsprechend.

    Nur, wenn keins der beiden betroffenen Teams überkreislich spielt!!

    Aber die Bewertung von Toni Kroos über die Jahre 2018 bis 2022 in Deutschland war ja schon absurd. Der war zu dem Zeitpunkt der beste Mittelfeldspieler der Welt und die "Fans" haben so getan, als würde es bei ihm mit Glück für die Startelf bei Borussia Dortmund reichen.

    Ist das eigentlich nur in Deutschland so? Stichwort Özil: der konnte in Madrid und Arsenal zaubern, wie er wollte - der blieb immer der, der nicht zurückarbeitet und die Hymne nicht mitsingt.

    Mir fehlt bei Kimmich einfach der Mehrwert für die Mannschaft, er hält den Ball länger als jeder der von dir genannten Spieler und kann dem Spiel auch nicht seinen Stil verleihen.

    Also einem jahrelangen Stammspieler beim FC Bayern und der Nationalmannschaft den "Mehrwert" abzusprechen ist wirklich wild. Kimmich hat sich unter Pep, Ancelotti, Heynckes, Kovac, Flick, Nagelsmann, Tuchel, Löw und Kompany durchgesetzt.... Die haben wohl einen Mehrwert gesehen.

    Das müssen aber dann drei sehr talentierte A-Jugendliche gewesen sein, wenn sie im Herrenbereich den Unterschied machen. Erstaunlich.

    Ansonsten ordentlich Klüngelei. Gut, da nicht mehr im Verein zu sein.
    Ich kann aber bestätigen, dass es glücklicherweise nicht zur Normalität gehört.

    Es ging um die Kreisliga B und einer der Spieler kam aus der B-Jugend eines Drittligisten zurück zum Heimatverein. War nicht spielberechtigt, aber natürlich ziemlich gut. Der hat zwei Tore gemacht und ein anderer einen Elfmeter rausgeholt, stand halt im Weg rum.

    Ja die haben unter falschem Namen gespielt

    Das ist ja noch eine Stufe krimineller.
    Da würde ich allerdings sämtliche Hebel in Bewegung setzen. Den Vater als Zeuge, der wird sicherlich die Spieler ganz gut kennen, die er da identifiziert hat. Das wird eine heftige Strafe für den Trainer und den Verein bedeuten. Spielmanipulation ist kein Späßchen. Was sollen denn auch die Kinder dabei denken, die da mitspielen.

    Ich war 3/4 meines Lebens in einem Verein, in dem das normal war. Egal ob Kinder, Jugend oder Herren. Völlig normal, dass da mal ein B-Jugendlicher in der C-Jugend gespielt hat, ein Herrenspieler in der A-Jugend oder irgendwelche vereinsfremden in der Herrenmannschaft. Bin ich froh, dass ich da weg bin. ^^ Möchte aber ausdrücklich sagen, dass ich damit nichts zu tun hatte und das sehr oft im Vorstand angesprochen habe - aber wenn der Vorstand das billigt, kommt man damit auch nicht weit.


    Wenn ich das bei anderen Vereinen erzählt habe, waren die schockiert. Ich bin in einem Umfeld an den Fußball herangeführt worden, in dem das völlig normal ist und zum Glück lerne ich nun, dass das eben NICHT normal ist.


    Die kuriosesten Geschichten der letzten Monate in dem Verein waren:

    - drei A-Jugendliche spielen bei den Herren mit und schießen sie zum Überraschungssieg gegen den Tabellenführer, der dann nicht Meister wird und nicht aufsteigt

    - ein 23-Jähriger spielt bei der A-Jugend mit, weil der Trainer sonst nur 11 Leute gehabt hätte und einen auf der Bank haben wollte

    - ein vereinsfremder Spieler spielt auswärts bei der 1. Herrenmannschaft mit, ich habe ihn gefragt, was das soll: "ich hatte Zeit und der Trainer hat gesagt, ich soll mitkommen"


    Das war 2023, bin nach diesen Dingen aber dann auch schnell weggewesen und habe keinen Fuß mehr auf deren Anlage gesetzt.

    Und wenn das eben erst in der C-Jugend der Fall ist, dann hat sich euer Team darunter eben noch nicht so zu verhalten.

    Schwierig ist es immer, eine solche eingefahrene Gruppe innerhalb des Vereins wieder einzufangen.


    Es droht dann häufig die Gefahr, dass die ganze Mannschaft den Verein wechselt. Und das schadet euch sehr dauerhaft, weil ein ganzer Jahrgang euch dann fehlt.

    Ja, das ist die große Sorge. Ich bin erst seit ein paar Monaten in dem Verein und man hat den Haupttrainer viel zu lange sein eigenes Ding machen lassen, sodass er sich überhaupt erst diese Stellung aufbauen konnte. Die größten Fehler sind in der Vergangenheit gemacht worden, weil keine Grenzen gesetzt wurden.

    Ebenso könnt ihr deutlich kritischer das Training und vor allem die Kommunikation mit den Kindern infrage stellen!

    Habt ihr ein Jugendkonzept, in welchem solche Dinge festgehalten sind?

    Ja, das haben wir. Ich habe das auch für C- bis A-Jugend ausformuliert und verfeinert und jedem Trainer für seinen Altersbereich etwas an die Hand gegeben. Die überkreislichen Teams haben sowieso B-Lizenz-Trainer, alle anderen mindestens die C-Lizenz. Somit reden wir da grundsätzlich schon von einem etwas höheren Niveau und Leuten, die andere Konzepte kennen. Das ist aber leider unterhalb der C-Jugend nicht so.

    Gerade in den Kleinfeldteams ist ein Konzept sehr hilfreich, an dem die Trainer sich orientieren können. Da könnte auch drin stehen, wie man mit Kids kommuniziert, wieviel Spielzeiten jeder bekommen sollte und wie Trainings aussehen könnten.

    Wie gesagt: das gibt es vom Verein und gab es auch schon vor mir. Da steht alles wichtige drin, worauf man dann ein gutes Training bzw. eine gute Mannschaftsführung aufbauen kann.

    Unser Konzept orientiert sich sehr stark an der DFB-Trainingsphilosophie und ist noch ergänzt mit einigen menschlichen Dingen, wie Verhaltensweisen auf und neben dem Platz.

    So hat unsere Jugendleitung immer eine Handlungsbasis, auf der sie sich stützen können und im Zweifel auf dessen Grundlage auch Trainer rausnehmen können. Grundvoraussetzung ist natürlich immer, dass alle Jugendtrainer beim Start in das Konzept eingewiesen werden.

    Das ist bei uns auch so. Das muss daran liegen, dass an der Philosophie vom DFB nicht allzu viel falsch ist, vor allem im Breitensport. Und da wir in der D1 ja aktuell noch von Breitensport reden, muss dies auch dort gelten.


    Ein Gespräch mit dem Vorstand gab es ja schon. Es hat sich auch grundsätzlich einiges gebessert, aber trotzdem würde ich dieses Trainerteam so nicht in die C-Jugend übernehmen. Und mein Problem ist natürlich: als TW-Trainer und Jugendleiter A-C bin ich da in Doppelfunktion involviert.

    aber wenn du der Jugendleiter bist rede doch mit den Trainer und stelle Leitplanken auf. Das 45 minuten zutexten drüber ist müssen wir hier nicht ausdisskutieren

    Wie schon öfter im Thread erwähnt, bin ich nicht der zuständige Jugendleiter, da ich für die oberen Jugendteams zuständig bin und nicht für die D-Jugend. Ich habe in der nächsten Saison eine Handhabe, wenn diese Mannschaft in die C-Jugend hochkommt (in der Form werden sie das jedenfalls nicht).

    und was ist euer üblicher weg die landesligamannschaften zu bestücken ? in jüngeren Altersbereichen hinzukicken und dann in älteren von auswärts zu bestücken ? Wenn man hohen Ligen inne hat versucht man doch unten heraus eher jungs auf künftige aufgabuen aufzubauen.

    Natürlich kommt man nicht drum herum, auch Spieler von Außerhalb einzubauen. Aber wir wollen möglichst viel aus den eigenen Reihen dorthin bringen, dass sie die Liga spielen können. Aber nicht mit dem Weg, der hier beschritten wird.

    Verstehe immer noch nicht was das Problem ist. In der Vorbereitung kriegt man auf die Mütze und in der Quali wird man eben durchrauschen. Ok das die Trainer die Jungs 45 Minuten zureden. Gut bringt eh nix, aber das ist doch deren Sache. die bringen die jungs ja nicht um.

    Reicht dir eine 45-minütige Ansprache vor 12-/13-Jährigen noch nicht, um ein Problem zu erkennen? Ich glaube, es gibt genügend Punkte im Thread, die einen hinterfragen lassen. Dass die Spieler jetzt zusätzlich in den Spielen so überfordert werden, ist ja nur ein Teilaspekt.

    Das Problem wird dir vielleicht klarer, wenn du den ganzen Thread nochmal liest oder zumindest die Beiträge im Thread von mir durchschaust. Diese Zusammenfassung passt ganz gut:

    Das Problem ist die 90er Jahre Methodik, mit Schwerpunkten im Athletischen Bereich, sowie der Umgang mit Kinder als wären es kleine Erwachsene, die Motivation aus Misserfolg ziehen könnten.

    Ich kann dir nur raten, sprech es an bei der Jugendleitung oder wechsel wenn möglich den Verein. In einem solchen Team wird dein Kind nicht lange Freude haben

    Danke an Breitnigge, du hast den Thread verfolgt und es schon richtig gestellt! ^^


    Also ich bin der Jugendleiter der oberen Teams und natürlich bin ich im Austausch mit meinem Kollegen, der u. A. die D-Jugenden betreut.

    Sein Problem hört sich nach Verein im Verein an. Schwierig sowas aufzubrechen wenn die Eltern das Team selbst in der KL BOL Quali als Elite fühlen…

    Und ja, das ist das Problem: Es ist natürlich als Jugendleiter/Vorstand immer super, wenn ein Trainerteam sich selbst um kümmert. Wenn es dadurch aber komplett autark ist, Trainingsorte auf andere Plätze verlegt und sich von allem abkapselt, ist das tatsächlich ein "Verein im Verein". Den Eltern und Spielern wird ständig gesagt, dass es was besonderes ist, in der Mannschaft zu sein - quasi eine Eliteförderung. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der/die Trainer sich etwas überschätzen. Ich sage ja auch nicht, dass alles falsch läuft. Dennoch ist im Threadverlauf glaube ich vieles zu finden, wo man den Kopf schütteln kann. Ist es B-Jugend-Landesliga, ist es wohl hinnehmbar. Aber nicht in der U13-Kreisliga.


    Und zur Einordnung des Vereins: Wir haben 26 Teams, die Herren klopfen bei der Verbandsliga an und die U19, U17 und U15 spielen Landesliga. Wir versuchen natürlich den Spagat zwischen Breitensport und Leistungssport zu schaffen, aber das ist in der D-Jugend AUSDRÜCKLICH nicht der Wunsch, solange wir mit der U13 nicht Bezirksliga spielen. Ab der C-Jugend startet unser Leistungsbereich für C1, C2, B1, B2 und A1. In C3, B3 und A2 finden sich dann eher die Breitensportler wieder. Ich vermute, dass die Trainer eben eine Mannschaft bauen wollen, die in zwei Jahren so Landesliga spielen kann. Aber ich halte es für den falschen Weg, der ja aktuell auch schon scheitert. Wie soll ein Team, das in der U13 im Kreis eine mittelmäßige Rolle spielt und sich nicht gegen Bezirksligisten behaupten kann, in zwei Jahren Landesliga spielen? Da gehört schon etwas mehr dazu als ein paar Spiele gegen bessere Teams, in denen man was "lernt".

    Wir spielen in der Kreisliga-Quali.


    Und nein, ich möchte nicht, dass wir nur gegen schwache Gegner spielen und den Eltern ein 6:0 bieten. Ich finde das etwas polemisch von dir, hast du den Thread nicht gelesen?


    Es wird ja noch ein Zwischending zwischen 6:0-Sieg und 1:8-Niederlage geben, oder? Also in meinen Jahren als Chef-Trainer habe ich auch mal hoch gewonnen oder verloren. Aber ich habe mir Gegner gesucht, bei denen ich möglichst auf Augenhöhe spiele und wenn dies wider Erwarten nicht so war, wusste ich es auch einzuordnen und habe es den Spielern so weitergegeben.


    Letzte Woche waren das 150 Minuten gegen klar bessere Gegner und es gab 2:20 Tore. Und die Reaktion war, dass alle schlecht sind, von der 45-Minütigen Besprechung nichts hängengeblieben ist und jetzt härter trainiert werden muss.


    Ich glaube nicht, dass Kinder in dem Alter durch dauerhafte Überforderung und Druck lernen (und das ist in mindestens drei Vierteln der Spiele und im Training so). Bei den paar Siegen, die es gab, war übrigens auch ganz viel schlecht, weil man mehr Ballbesitz hätte haben müssen. Das sind einfach die falschen Erwartungen an eine U13 in der Kreisliga.


    Kommt irgendwann der Punkt, an dem dieser Druck vorbei ist und die Jungs endlich das ernten, was sie jahrelang investiert haben? Nein. Die laufen immer der Perfektion hinterher und können sie niemals erreichen. Weil selbst Siege schlecht sind.

    Mittwoch 1:5-Niederlage gegen einen Bezirksligisten, gestern dann Leistungsvergleich mit überkreislichen Teams. Für den Leistungsvergleich gab es eine 45-minütige (!!) Mannschaftsbesprechung, was alles falsch in der Mannschaft läuft und dass wir neue Spielzüge brauchen, die wurden dann auch erklärt (Spoiler: haben nicht funktioniert). Am Ende haben wir alle drei Spiele (teils sehr deutlich verloren) und nur ein Tor geschossen. Und wer war schuld? Natürlich die Kinder, die gegen viel zu starke Gegner überhaupt keine Chance hatten.


    Beim nächsten Training wird das dann auf jeden Fall Thema sein: Entweder überschätzen die beiden Trainer die Kinder extrem oder das, was sie da veranstalten funktioniert einfach nicht. Egal, was von beidem es ist, es muss aufhören. Ich glaube nämlich nicht, dass die Ergebnisse auf magische Weise besser werden, wenn man neue Spielzüge einstudiert.

    Ich habe inzwischen einige Jahre E-Jugend hinter mir, allerspätestens im 2. Jahr kommt ein durchschnittlicher TW bei 40m Spielfeldlänge auch vom Boden aus locker bis in den anderen Strafraum.

    Und wie soll ein TW Abschlag bei 20m eigener Hälfte NICHT in die gegnerische Hälfte kommen?

    Ich muss mich hier einmal einklinken und Frust rauslassen, den ich jetzt 10 Jahre lang verdrängt hatte:


    Meine damalige Jungjahrgangs F-Jugend hatte ein Meisterschaftsspiel gegen einen guten Altjahrgang - wie auch immer die in die Liga gekommen sind. Die haben uns zugestellt und wir waren völlig überfordert. Der Torwart hat dann die Bälle lang rausgespielt, weil wir bereits drei Gegentore im flachen Rausspielen bekommen haben. Der gegnerische Trainer war sich sicher, dass es immer einen Freistoß von der Mittellinie gibt, wenn der Torwart darüber spielt. Die ersten zwei haben sie uns dann auch direkt reingeschossen.


    Wir hatten dann die Wahl:

    - flach rausspielen, gepresst werden und Torchance gegen uns

    - hoch rausspielen, Freistoß gegen uns bekommen und hoher Schuss gegen uns


    Der Torwart hat dann versucht, die Bälle möglichst nah an der Mittellinie ins Aus zu schießen, damit der Gegner Einwurf hat und wir geordnet verteidigen können.


    Ich glaube, am Ende war es ein 0:12. Glückwunsch nochmal nachträglich zum Sieg

    Ist schon einige Jahre her, aber ich bin mit meiner Mannschaft als sehr guter U11-Jahrgang in die D-Jugend gekommen. Dort haben mir die Trainer im Verein empfohlen, als "stark" zu melden, wir haben in der Hinrunde (Staffel 4 von 12) kein Spiel gewonnen, so manches war auch deutlich. Neue Feldgröße, neue Regeln und dann noch gegen ältere Spieler war zu viel für einige. In der Rückrunde wurden wir dann neu eingruppiert und wir haben in Staffel 6 eine perfekte Meisterschaft gespielt - also alles gewonnen (inklusive Zusatzaufgabe jeder Spieler hat getroffen & beste Defensive). Ab der U13 konnten wir dann wieder in der stärksten Staffel spielen und gehörten immer wieder zu den besten Teams (bis auf U14, ähnliche Sache).


    Ich behaupte, dass das halbe Jahr gegen ältere und bessere ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Spieler war. Es hat zwar währenddessen nicht so viel Spaß gemacht und es gab auch Spieler, die tatsächlich wegen "Erfolgslosigkeit" das Team verlassen haben. Aber die, die drangeblieben sind, haben extrem profitiert. Die Rückrunde war dann ein Spaziergang, sodass wir eben die Zusatzaufgaben hatten.


    Wenn du also als guter U11-Jahrgang die Chance hast, in eine einigermaßen starke Liga zu kommen (bei uns war es Stärke 1 bis 5, wir haben 4 gemeldet), solltest du die Chance nutzen. Aber klar kommunizieren, dass es ganz ganz schwierig werden kann.

    Ich stelle mir die Frage, wie einer der besten deutschen Fußballer der 2010er Jahre in der U17 im NLZ aussortiert werden konnte. Glücklicherweise hat Marco Reus über Umwege noch in den Profifußball, ins CL-Finale und in die Weltklasse gefunden.

    Er war in der U17 (nach 10 Jahren im NLZ) laut seinem Trainer "körperlich nicht robust genug". Man kann das natürlich auch wieder auf die Organisation der Ligen zurückführen: muss der Trainer nicht gewinnen, weil er nicht absteigen kann, muss er nicht auf körperliche Robustheit achten.

    Ich persönlich habe Marco Reus im Alter von 16 nicht spielen sehen, aber über seinen Stand im Alter von 18 Jahren habe ich mich durch einen damaligen Mitspieler informiert (habe ihn im Herrenbereich trainiert): der war sämtlichen Spielern seiner Mannschaft und seiner Liga überlegen (immerhin Regionalliga, damals dritthöchste Liga) - in allen Bereichen - einzig körperlich nicht.


    Gehen uns durch solche Maßstäbe auch andere große Talente durch die Lappen, die den Umweg über die Regionalliga dann nicht nehmen, sondern in der Kreisliga landen? Wenn fehlende Robustheit beinahe eine solche Karriere verhindert hätte, muss man da von einer ganz großen Fehleinschätzung des Trainers sprechen.

    Ich fasse diese Seite zusammen:


    Die einen machen es so, die andern ganz anders. Und trotzdem sind sie fast alle erfolgreicher als wir (in den letzten 10 Jahren).


    Da kommt man ja fast auf die Idee, dass es vielleicht gar nicht daran hängt. Vielleicht ist es nicht die Organisation der Ligen und auch nicht der Inhalt des Trainings, sondern es ist auch die Art der Mannschaftszusammenstellung/-führung. Das Thema war vor 2-3 Seiten schonmal angesprochen, aber jetzt sind wir wieder bei der Organisation der Jugendligen gelandet.


    Was ist, wenn die Spanier gut sind, weil sie seit 20 Jahren "spanischen" Fußball spielen. Und die Brasilianer waren erfolgreich, weil sie jahrzehntelang ihren Stil ("Joga Bonito") gespielt haben? Die Italiener waren mit ihrem Catenaccio auch lange sehr erfolgreich. Letztendlich fallen mir nicht viele Teams ein, die NICHT für etwas stehen, meistens sogar sehr langfristig.


    Also was ist mit dem deutschen Spielstil? Mit den deutschen Tugenden? Es ist ein weiter Weg, wenn man nicht weiß, wohin man will. Wir haben in diesem Jahrtausend vieles ausprobiert: falsche Neun (Götze 2014), Ballbesitzspiel (2016 bis heute), schnelle Flügel (~2018), Abwehrriegel (2002), Sturmtank (Gomez 2012). Haben wir eine eigene Spielidee oder bedienen wir uns an allem, was der Fußball im Wandel der Zeit ans Licht bringt?


    EDIT: Sammer in der Zeit/bei Transfermarkt über Argentinien:

    Ihre Spielweise ist mir lieber als das, was ich im Moment bei der deutschen Mannschaft sehe. Bei der kann ich gar nichts mehr erkennen, weder sportlich noch mental. Sie gibt Anlass, den Begriff Hilflosigkeit neu zu definieren.

    Kommt der Sache nahe, dass es keine klare Linie und keinen Spielstil gibt.

    Zurück zur Nationalmannschaft: ich gehe davon aus, dass JK Bundestrainer wird. Man wird ihm ungeahnte Freiheiten geben und ich könnte mir vorstellen, dass er auch Ideen für eine Reform in der Jugend haben wird-da bin ich gespannt wie diese aussehen.

    Das kann gut sein, dazu möchte ich aber das anmerken:

    Es wäre schon blöd, wenn wir seit Jahren in der Trainerausbildung hören würden, was richtig und was falsch ist und dann kommt ein neuer Nationaltrainer und es ist dann doch wieder ganz anders.

    Dann würde ich doch schon ein wenig den Glauben an Trainerausbildungen verlieren, wenn es bei einem neuen Bundestrainer plötzlich ganz andere Dinge gibt, die beachtet werden müssen.

    Interessant finde ich, dass in Spanien bereits ab der U13 10+1 auf das normale Spielfeld gespielt wird (ich dachte immer es wird länger uafs Kleinfeld gespielt und habe das recherchiert) und dies wohl sehr erfolgreich. Viele hier im Forum wollen ja eher das Gegenteil und erst ab der U16 aufs Großfeld.

    Auszug aus bild.de (ja ich lese ab und zu Bild und stehe dazu) von heute Morgen:

    "Jordi Font (56), der Spaniens Superstar Lamine Yamal (19) in der Jugend des FC Barcelona trainierte und förderte, erklärt: „Bis zur U12 wird auf kleinen Plätzen gespielt, das fördert die Technik und Kreativität. Ab der U12/U13 wird elf gegen elf gespielt, mit maximaler Sieg-Orientierung. Das führt dazu, dass die Trainer taktisch und die Jungs spielerisch-technisch viele Lösungen finden müssen, um zu gewinnen.“"

    Und bei uns geht es genau in die andere Richtung: Die U17- und U19-Bundesliga sind Elite-Ligen, aus denen man nicht absteigen kann, damit man nicht auf Sieg spielen muss. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Aufstiegsplätzen aus den Quali-Runden - aber nur für ein halbes Jahr. Das ist natürlich die Leistungsspitze.

    Aber schauen wir uns die U13 an, ist zumindest in meinem Landesverband auch ein sportlicher Aufstieg nicht mehr möglich - somit auch kein sportlicher Abstieg. Es geht letztlich nur darum, ob der Verein eine bestimmte Infrastruktur hat, dann kann er für die Bezirksliga melden.


    Zusammengefasst: in sehr wichtigen Bereichen der Entwicklung (und das sind mit U13-Bezirksliga und U17/U19-Bundesliga ja schon relativ wichtige Ligen) geht es nicht darum, dass man gewinnen muss.


    Im Breitensport soll jeder spielen, keine Frage. Aber sollte man nicht in der Leistungsspitze der U13 und U17/U19 auch etwas mehr Druck haben?

    Am Samstag hat unsere U17 (Landesliga) gegen die U16 eines NLZs (U16-Nachwuchscup) gespielt und klar gewonnen. Technisch war die NLZ-Mannschaft besser. Aber körperlich und von der Schnelligkeit her war natürlich die U17 besser. Da ist mir mal wieder klar geworden, dass Tiki-Taka nichts bringt, wenn du einen Fehler machst und der Gegner dich auskontert, weil er schneller ist.

    Huhu, uha, dass jetzt daran fest zu machen, dass eine U17 gegen eine U16 gewinnt, uff, ich weiß ja nicht ob das irgendwie ein guter Vergleich ist. Du kannst mal davon ausgehen, dass die NLZ Mannschaft schon so viele Trainingseinheiten hat und dort mit Sicherheit Bewegungsschule/Athletik/Koordination usw. ohne Ende machen, mit Sicherheit mehr als in einem ambitionierten Breitensportverein.

    Deswegen würde ich jetzt mal in erster Linie behaupten, dass eure U17 einfach nur schneller ist, weil der physische und mentale Unterschied in dem Alter einfach teilweise noch gravierend ist (Körperlänge, Muskelwachstum, etc. etc.) Das hat mit Sicherheit nix damit zu tun, dass die im NLZ nur Tiki Taka lernen. Spielt doch mal gegen deren U17, dann sieht das schon wieder ganz anders aus, würde ich behaupten ohne euch jetzt zu kennen etc.


    Lg

    Das geht irgendwie an meinem Punkt vorbei.


    Ich habe gesagt, dass Körperlichkeit/Schnelligkeit Spiele gewinnen kann (so ist es geschehen). Ich habe dabei überhaupt nicht bewertet, dass es eine U17 gegen eine U16 war. Das gleiche hätte auch zwischen zwei U17-Mannschaften passieren können. Meine Absicht war auch nicht, die Arbeit im NLZ abzuwerten.

    Am Ende hat jedenfalls die Mannschaft gewonnen, die körperlich überlegen war (weil ein Jahr älter) und nicht die Mannschaft, die technisch besser war.

    Daraus habe ich abgeleitet, dass man mit athletischeren Spielern auch gegen fußballerisch bessere Mannschaften gewinnen kann.


    Ich sehe nicht, welche Schnittmenge dein Beitrag mit meinem hat.