Beiträge von Charles De Goal

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    Ich habe inzwischen einige Jahre E-Jugend hinter mir, allerspätestens im 2. Jahr kommt ein durchschnittlicher TW bei 40m Spielfeldlänge auch vom Boden aus locker bis in den anderen Strafraum.

    Und wie soll ein TW Abschlag bei 20m eigener Hälfte NICHT in die gegnerische Hälfte kommen?

    Ich muss mich hier einmal einklinken und Frust rauslassen, den ich jetzt 10 Jahre lang verdrängt hatte:


    Meine damalige Jungjahrgangs F-Jugend hatte ein Meisterschaftsspiel gegen einen guten Altjahrgang - wie auch immer die in die Liga gekommen sind. Die haben uns zugestellt und wir waren völlig überfordert. Der Torwart hat dann die Bälle lang rausgespielt, weil wir bereits drei Gegentore im flachen Rausspielen bekommen haben. Der gegnerische Trainer war sich sicher, dass es immer einen Freistoß von der Mittellinie gibt, wenn der Torwart darüber spielt. Die ersten zwei haben sie uns dann auch direkt reingeschossen.


    Wir hatten dann die Wahl:

    - flach rausspielen, gepresst werden und Torchance gegen uns

    - hoch rausspielen, Freistoß gegen uns bekommen und hoher Schuss gegen uns


    Der Torwart hat dann versucht, die Bälle möglichst nah an der Mittellinie ins Aus zu schießen, damit der Gegner Einwurf hat und wir geordnet verteidigen können.


    Ich glaube, am Ende war es ein 0:12. Glückwunsch nochmal nachträglich zum Sieg

    Ist schon einige Jahre her, aber ich bin mit meiner Mannschaft als sehr guter U11-Jahrgang in die D-Jugend gekommen. Dort haben mir die Trainer im Verein empfohlen, als "stark" zu melden, wir haben in der Hinrunde (Staffel 4 von 12) kein Spiel gewonnen, so manches war auch deutlich. Neue Feldgröße, neue Regeln und dann noch gegen ältere Spieler war zu viel für einige. In der Rückrunde wurden wir dann neu eingruppiert und wir haben in Staffel 6 eine perfekte Meisterschaft gespielt - also alles gewonnen (inklusive Zusatzaufgabe jeder Spieler hat getroffen & beste Defensive). Ab der U13 konnten wir dann wieder in der stärksten Staffel spielen und gehörten immer wieder zu den besten Teams (bis auf U14, ähnliche Sache).


    Ich behaupte, dass das halbe Jahr gegen ältere und bessere ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Spieler war. Es hat zwar währenddessen nicht so viel Spaß gemacht und es gab auch Spieler, die tatsächlich wegen "Erfolgslosigkeit" das Team verlassen haben. Aber die, die drangeblieben sind, haben extrem profitiert. Die Rückrunde war dann ein Spaziergang, sodass wir eben die Zusatzaufgaben hatten.


    Wenn du also als guter U11-Jahrgang die Chance hast, in eine einigermaßen starke Liga zu kommen (bei uns war es Stärke 1 bis 5, wir haben 4 gemeldet), solltest du die Chance nutzen. Aber klar kommunizieren, dass es ganz ganz schwierig werden kann.

    Ich stelle mir die Frage, wie einer der besten deutschen Fußballer der 2010er Jahre in der U17 im NLZ aussortiert werden konnte. Glücklicherweise hat Marco Reus über Umwege noch in den Profifußball, ins CL-Finale und in die Weltklasse gefunden.

    Er war in der U17 (nach 10 Jahren im NLZ) laut seinem Trainer "körperlich nicht robust genug". Man kann das natürlich auch wieder auf die Organisation der Ligen zurückführen: muss der Trainer nicht gewinnen, weil er nicht absteigen kann, muss er nicht auf körperliche Robustheit achten.

    Ich persönlich habe Marco Reus im Alter von 16 nicht spielen sehen, aber über seinen Stand im Alter von 18 Jahren habe ich mich durch einen damaligen Mitspieler informiert (habe ihn im Herrenbereich trainiert): der war sämtlichen Spielern seiner Mannschaft und seiner Liga überlegen (immerhin Regionalliga, damals dritthöchste Liga) - in allen Bereichen - einzig körperlich nicht.


    Gehen uns durch solche Maßstäbe auch andere große Talente durch die Lappen, die den Umweg über die Regionalliga dann nicht nehmen, sondern in der Kreisliga landen? Wenn fehlende Robustheit beinahe eine solche Karriere verhindert hätte, muss man da von einer ganz großen Fehleinschätzung des Trainers sprechen.

    Ich fasse diese Seite zusammen:


    Die einen machen es so, die andern ganz anders. Und trotzdem sind sie fast alle erfolgreicher als wir (in den letzten 10 Jahren).


    Da kommt man ja fast auf die Idee, dass es vielleicht gar nicht daran hängt. Vielleicht ist es nicht die Organisation der Ligen und auch nicht der Inhalt des Trainings, sondern es ist auch die Art der Mannschaftszusammenstellung/-führung. Das Thema war vor 2-3 Seiten schonmal angesprochen, aber jetzt sind wir wieder bei der Organisation der Jugendligen gelandet.


    Was ist, wenn die Spanier gut sind, weil sie seit 20 Jahren "spanischen" Fußball spielen. Und die Brasilianer waren erfolgreich, weil sie jahrzehntelang ihren Stil ("Joga Bonito") gespielt haben? Die Italiener waren mit ihrem Catenaccio auch lange sehr erfolgreich. Letztendlich fallen mir nicht viele Teams ein, die NICHT für etwas stehen, meistens sogar sehr langfristig.


    Also was ist mit dem deutschen Spielstil? Mit den deutschen Tugenden? Es ist ein weiter Weg, wenn man nicht weiß, wohin man will. Wir haben in diesem Jahrtausend vieles ausprobiert: falsche Neun (Götze 2014), Ballbesitzspiel (2016 bis heute), schnelle Flügel (~2018), Abwehrriegel (2002), Sturmtank (Gomez 2012). Haben wir eine eigene Spielidee oder bedienen wir uns an allem, was der Fußball im Wandel der Zeit ans Licht bringt?


    EDIT: Sammer in der Zeit/bei Transfermarkt über Argentinien:

    Ihre Spielweise ist mir lieber als das, was ich im Moment bei der deutschen Mannschaft sehe. Bei der kann ich gar nichts mehr erkennen, weder sportlich noch mental. Sie gibt Anlass, den Begriff Hilflosigkeit neu zu definieren.

    Kommt der Sache nahe, dass es keine klare Linie und keinen Spielstil gibt.

    Zurück zur Nationalmannschaft: ich gehe davon aus, dass JK Bundestrainer wird. Man wird ihm ungeahnte Freiheiten geben und ich könnte mir vorstellen, dass er auch Ideen für eine Reform in der Jugend haben wird-da bin ich gespannt wie diese aussehen.

    Das kann gut sein, dazu möchte ich aber das anmerken:

    Es wäre schon blöd, wenn wir seit Jahren in der Trainerausbildung hören würden, was richtig und was falsch ist und dann kommt ein neuer Nationaltrainer und es ist dann doch wieder ganz anders.

    Dann würde ich doch schon ein wenig den Glauben an Trainerausbildungen verlieren, wenn es bei einem neuen Bundestrainer plötzlich ganz andere Dinge gibt, die beachtet werden müssen.

    Interessant finde ich, dass in Spanien bereits ab der U13 10+1 auf das normale Spielfeld gespielt wird (ich dachte immer es wird länger uafs Kleinfeld gespielt und habe das recherchiert) und dies wohl sehr erfolgreich. Viele hier im Forum wollen ja eher das Gegenteil und erst ab der U16 aufs Großfeld.

    Auszug aus bild.de (ja ich lese ab und zu Bild und stehe dazu) von heute Morgen:

    "Jordi Font (56), der Spaniens Superstar Lamine Yamal (19) in der Jugend des FC Barcelona trainierte und förderte, erklärt: „Bis zur U12 wird auf kleinen Plätzen gespielt, das fördert die Technik und Kreativität. Ab der U12/U13 wird elf gegen elf gespielt, mit maximaler Sieg-Orientierung. Das führt dazu, dass die Trainer taktisch und die Jungs spielerisch-technisch viele Lösungen finden müssen, um zu gewinnen.“"

    Und bei uns geht es genau in die andere Richtung: Die U17- und U19-Bundesliga sind Elite-Ligen, aus denen man nicht absteigen kann, damit man nicht auf Sieg spielen muss. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Aufstiegsplätzen aus den Quali-Runden - aber nur für ein halbes Jahr. Das ist natürlich die Leistungsspitze.

    Aber schauen wir uns die U13 an, ist zumindest in meinem Landesverband auch ein sportlicher Aufstieg nicht mehr möglich - somit auch kein sportlicher Abstieg. Es geht letztlich nur darum, ob der Verein eine bestimmte Infrastruktur hat, dann kann er für die Bezirksliga melden.


    Zusammengefasst: in sehr wichtigen Bereichen der Entwicklung (und das sind mit U13-Bezirksliga und U17/U19-Bundesliga ja schon relativ wichtige Ligen) geht es nicht darum, dass man gewinnen muss.


    Im Breitensport soll jeder spielen, keine Frage. Aber sollte man nicht in der Leistungsspitze der U13 und U17/U19 auch etwas mehr Druck haben?

    Am Samstag hat unsere U17 (Landesliga) gegen die U16 eines NLZs (U16-Nachwuchscup) gespielt und klar gewonnen. Technisch war die NLZ-Mannschaft besser. Aber körperlich und von der Schnelligkeit her war natürlich die U17 besser. Da ist mir mal wieder klar geworden, dass Tiki-Taka nichts bringt, wenn du einen Fehler machst und der Gegner dich auskontert, weil er schneller ist.

    Huhu, uha, dass jetzt daran fest zu machen, dass eine U17 gegen eine U16 gewinnt, uff, ich weiß ja nicht ob das irgendwie ein guter Vergleich ist. Du kannst mal davon ausgehen, dass die NLZ Mannschaft schon so viele Trainingseinheiten hat und dort mit Sicherheit Bewegungsschule/Athletik/Koordination usw. ohne Ende machen, mit Sicherheit mehr als in einem ambitionierten Breitensportverein.

    Deswegen würde ich jetzt mal in erster Linie behaupten, dass eure U17 einfach nur schneller ist, weil der physische und mentale Unterschied in dem Alter einfach teilweise noch gravierend ist (Körperlänge, Muskelwachstum, etc. etc.) Das hat mit Sicherheit nix damit zu tun, dass die im NLZ nur Tiki Taka lernen. Spielt doch mal gegen deren U17, dann sieht das schon wieder ganz anders aus, würde ich behaupten ohne euch jetzt zu kennen etc.


    Lg

    Das geht irgendwie an meinem Punkt vorbei.


    Ich habe gesagt, dass Körperlichkeit/Schnelligkeit Spiele gewinnen kann (so ist es geschehen). Ich habe dabei überhaupt nicht bewertet, dass es eine U17 gegen eine U16 war. Das gleiche hätte auch zwischen zwei U17-Mannschaften passieren können. Meine Absicht war auch nicht, die Arbeit im NLZ abzuwerten.

    Am Ende hat jedenfalls die Mannschaft gewonnen, die körperlich überlegen war (weil ein Jahr älter) und nicht die Mannschaft, die technisch besser war.

    Daraus habe ich abgeleitet, dass man mit athletischeren Spielern auch gegen fußballerisch bessere Mannschaften gewinnen kann.


    Ich sehe nicht, welche Schnittmenge dein Beitrag mit meinem hat.

    Was haltet ihr von der Koordinationsleiter? Ich finde sie extrem wichtig im Hinblick auf Koordination der Kinder

    Ist zwar etwas weit weg vom Thema, aber ich halte das für Lauftechnik, Sprungtechnik und Koordination (letztlich auch für die Balltechnik) für extrem wichtig. 10 Minuten zum Aufwärmen jedes zweite oder dritte Training passt da schon. Ich habe den Jungs (E- bis D-Jugend) immer gesagt "Wir arbeiten daran, dass eure Füße verstehen, wohin euer Kopf laufen will". Und genau das ist die Bewegungsschule, die es braucht. Auge-Fuß-Koordination ist beim Fußball ja auch für die Technik ein wichtiger Aspekt.


    Am Samstag hat unsere U17 (Landesliga) gegen die U16 eines NLZs (U16-Nachwuchscup) gespielt und klar gewonnen. Technisch war die NLZ-Mannschaft besser. Aber körperlich und von der Schnelligkeit her war natürlich die U17 besser. Da ist mir mal wieder klar geworden, dass Tiki-Taka nichts bringt, wenn du einen Fehler machst und der Gegner dich auskontert, weil er schneller ist.

    Nachdem ich jetzt die ersten Viertelfinals gesehen habe, habe ich mal überlegt, wofür eigentlich die Franzosen (seit Jahren Weltklasse-Einzelspieler in der Offensive) stehen. Und wofür die Spanier (Ballbesitzspiel, falsche 9). Was die Argentinier (harte Defensive, vorne regelt Messi) ausmacht, die Brasilianer (Spiel und Spaß, wenn auch in letzter Zeit weniger erfolgreich) und die anderen Top-Nationen.


    Und dann kam ich unweigerlich zu der Frage: was macht eigentlich die deutschen aus? Haben wir eigentlich eine richtige Identität? Früher hieß es, "die deutschen Arbeiten wie ein Uhrwerk". Wenn ich an das 20. Jahrhundert denke, war doch immer Fleiß und Einsatz die deutsche Tugend. Das war natürlich nicht immer erfolgreich, aber es macht uns immerhin zu einer der erfolgreichsten Nationalmannschaften auf der Welt.

    Sind wir von dem Weg abgekommen? Und wenn ja: warum sind wir von dem Weg abgekommen?


    Korrigiert mich, wenn ich bis hierhin falsch liege.


    Warum versuchen wir das spanische Ballbesitzspiel zu spielen, haben die falsche 9 ausprobiert, zwingen Musiala, Wirtz und Sane in die Unterschiedsspieler-Rolle, pushen irgendwelche Spieler in die Weltklasse? Auch in der Ausbildung bedienen wir uns überall anders und schauen Dinge ab. Gute Elemente kopieren ist ja nicht direkt falsch, aber haben haben wir denn kein Ausbildungskonzept, das zu uns "passt"? Mit den Ausbildungskonzepten der Spanier werden wir zwangsweise ja Spieler bekommen, die eher spanischen Fußball spielen.


    Ich hatte mit einem Trainer aus meinem Verein ein interessantes Gespräch, er möchte eine Leichtathletik-Abteilung gründen und in der Jugend die Spieler einmal in der Woche dorthin schicken (statt oder zusätzlich zum Fußball), damit sie körperlich und koordinativ besser werden. Springen, laufen, werfen, sprinten - alles athletische Grundlagen, die einem im Fußball auch helfen. Einfach eine ganzheitliche sportliche Ausbildung eben. Finde die Idee interessant, würde das nicht Robustheit und körperliche Überlegenheit bringen, mit der man dann am Ende "wie ein Uhrwerk" arbeiten kann?

    Ich will damit sagen, dass Abwechslung total wichtig ist. Hier gibt es ja einen ganzen Thread dazu "Aus anderen Sportarten lernen". Wenn ein Trainerteam jetzt in der Vorbereitung mal von der Trainingsphilosophie abweicht, dann ist das nicht zwingend schlecht. Du solltest den beiden auch eine reele Chance geben, sich zu beweisen. Auch wenn die Vorzeichen nicht gut sind.

    Ja, natürlich. Aber bei der Vorgeschichte haben wir die Einheit am Montag, bei dem es genau so weitergeht wie vorher. Dienstag waren übrigens 5 Platzrunden auf Zeit der Trainingsstart.

    Wenn was angekommen ist, würde sich was ändern. Es ist das gleiche Training wie davor, nur mehr Fokus auf Fitness, warum auch immer eine D-Jugend in der Kreisliga eine Saisonvorbereitung braucht. Normalerweise wird Fußball "gespielt", hier wird Fußball "gearbeitet".

    Gehe ich von einem Platz mit 100m aus und nehme die 2x 16er (33m) raus, bleiben 67m - d.h. die machen Sprints über den ganzen Platz. Frage sie mal, wie oft das im Spiel vorkommt. ;)

    Also das waren keine Sprints (bezüglich Sprinttechnik stimmt es ja tatsächlich, dass längere Sprints gut für die Technik sind, kürzere für den spielnahen Antritt). Das waren 60% Läufe ohne Pause. Hin- und herpendeln, von der einen Seite zur anderen. 25 Minuten lang. Aber wie gesagt: Mit Ball und in der Mitte waren drei Hütchen, bei denen man einen Slalom machen sollte. :/

    Genau so sehe ich das auch und eigentlich lese ich hier im Forum sehr sachliche Beiträge dazu und nicht "Nagelsmann hat scheiße aufgestellt".


    Es geht ja schon bei der Nominierung los, dass man über Baumann/Neuer streiten kann. Über Sane kann man ebenfalls streiten. Thema Undav ist auch immer da gewesen. Und das hatte nichts mit einem einzelnen Spiel zu tun (bei dem man tatsächlich nicht den großen Einfluss hat), sondern mit einer Kadernominierung und einer langfristigen Planung. Und dafür ist der Trainer voll verantwortlich. Wenn ich nur Sane als Flügel mitnehme, brauche ich mich nicht zu wundern, dass meine einzigen anderen Optionen zentrale Spieler nach außen zu ziehen wäre. Wenn ich mich vor dem Turnier auf Neuer festlege, ist es auch kein Wunder, wenn der bei Fehlern hinterfragt wird. Und wenn ich Undav schon Monate vor WM-Start sage, dass er keine Kandidat für die Startelf ist, kann der noch so überzeugen.


    Die Rahmenbedingungen - geschaffen vom Trainer - haben nicht gepasst! Und deshalb trägt auch sehr viel zu diesem Scheitern bei. Nicht, weil er gegen Paraguay 1-2 Leute nicht gut aufgestellt hat.

    Erste Trainingseinheit: Gruppe in zwei Hälften geteilt. Eine Gruppe macht Spielformen, die wahrscheinlich sogar Spaß gemacht haben (habe nur ab und zu rübergeschaut). Die andere Gruppe macht 60m Läufe, 60% mit Ball und Hürdensprüngen - 25 Minuten lang. Erste Spieler haben gesagt, sie können nicht mehr. Trainer sagt den Spielern diese Sätze: "Macht keinen Spaß, aber da müsst ihr durch", "Ist halt Vorbereitung" und "Würde mir auch keinen Spaß machen, aber muss gemacht werden". Ich habe auf jede dieser Aussagen dann gesagt "Warum machen wir was, was keinem Spaß macht?" - nur komische Blicke.


    Es ist nicht angekommen, was besprochen wurde. ?( Also langsam kocht in mir sogar etwas Wut hoch, weil die mich "verarscht" haben.

    Klinsmann 2.0 ..... 8)

    Jürgen Kl. hatten wir ja schon. Und das brauchen wir nicht nochmal. Die Bayern haben das auch ausprobiert. Es wäre schon blöd, wenn wir seit Jahren in der Trainerausbildung hören würden, was richtig und was falsch ist und dann kommt ein neuer Nationaltrainer und es ist dann doch wieder ganz anders. So verstehe ich das jedenfalls, was die Bild da schreibt.

    Wobei ich Punkt 4 als am ehesten korrigierbar halte. Ich glaube hier könnte mit einem Trainer Jürgen Klopp schon sehr schnell eine deutliche Verbesserung erzielt werden, wenn mehr Fokus auf Mentalität und Teamspirit gelegt wird.

    Das scheinen die Dinge zu sein, die in den letzten Austragungen gefehlt haben und vermutlich würde Klopp das schnell korrigieren. Wir brauchen keine Wissenschaftliche Herangehensweise für die Teamzusammensetzung (auch wenn Team-"Chemie" Wissenschaft ist). =) Bitte einfach den Fokus auf Fußball legen - der Rest hat jahrzehntelang von selbst funktioniert.

    Neuer ist ja zum Glück nun endlich selbst gegangen.

    War er auch schonmal, ich würde da nichts drauf setzen... =O

    Was haltet ihr von der Nagelsmann Entlassung/Klopp Verpflichtung?


    Ich persönlich finde ich gut, glaube aber, dass es die Trainerposition alleine nicht reicht. Kader umbauen und auch auf den Führungspositionen vielleicht was umbauen.

    Also die letzten drei Weltmeisterschaften sind allesamt gescheitert. Mit einem langjährigen sehr erfolgreichen Nationaltrainer (Löw), mit einem sehr erfolgreichen Vereinstrainer (Flick) und nun mit einem "jungen dynamischen" (Nagelsmann). Man hat also sehr unterschiedliche Charaktere probiert und keiner davon konnte erfolgreich sein - zumindest so erfolgreich, wie es erwartet wird.


    Ich fürchte, dass da ein Klopp auch - wenn er die Mannschaft nur alle 2-3 Monate mal sieht - nicht viel mehr bewegen kann. Lasse mich aber gerne eines bessere belehren.

    Fußball soll ja auch eine Show für die Zuschauer sein. Ist für die Medien doch toll, wie viele Artikel angeklickt und wie viele Kommentare überall geschrieben werden.

    Ihr habt ja sicher gemerkt, dass ich mit dem "Bösewicht" Sane meinte. Finde sonst keine rationale Erklärung, warum Sane 90% der möglichen Spielzeit bekommt und Undav nur 35%.


    Und um ehrlich zu sein beschäftigt doch kein Thema aktuell so sehr wie die Diskussionen um Undav, Sane und Neuer (und jetzt auch Nagelsmann). Die einen gucken die Spiele, weil sie zu ihnen halten und die anderen gucken es, weil sie sie verlieren sehen wollen (weil sie einzelne Spieler doof finden oder die Entscheidungen). Eine bessere Werbung (inklusive Eigendynamik) gibt es doch nicht.


    Klingt wie eine Verschwörungstheorie. ^^

    na ja, aber diese Maschinerie funktioniert besser bis zum Finale als bis zum Sechstzehntelfinale.
    Diese Maschinerie sollte Interesse haben ihren Wirt nicht aufzufressen, oder?

    Wir können das Pferd ja jetzt nicht von hinten aufzäumen. Grundsätzlich ging es um Gründe, die das Scheitern erklären. Und ich sage, dass vieles offenbar PR-mäßig durchgeplant und verwissenschaftlicht war, aber sportliche Aspekte hinten anstanden.


    Wie auch immer das funktionieren soll, kann ich dir nicht sagen. Aber am Ende ist man eben daran gescheitert, dass es so viele Nebenschauplätze gab und man mal wieder sportlich nicht gut genug war.

    Also für mich hört sich das nicht nach Reflexionsfähigkeit an. Da sind Leute am Werk, die denken ihr Weg ist richtig und alle die nicht zustimmen haben ein Problem mit ihnen als Person. Leider wird wohl die Konsequenz sein müssen, die Trainer zu verabschieden.

    Ja, wie gesagt: wir schauen uns jetzt die nächsten Wochen an. Die Vereinsphilosophie ist jetzt klar kommuniziert worden und wenn sich das nicht ändert, hatte man ihnen die Chance gegeben. Mir schwant aber schön böses, ich habe am Dienstag schon die Einteilung der Teams für das 9gg9-Abschlussspiel der nächsten Trainingswoche bekommen und wer wie viele Platzrunden laufen muss.

    Noch kurz eine Meinung zum positionsgetreuen Training, weil das diskutiert wurde. Wenn wir den modernen Fussball anschauen, ist der so dynamisch. Bestes Beispiel ist PSG, wo Hakimi als Rechter Aussenverteidiger plötzlich 10er spielt, während der 8er sich zum Linken Aussenverteidiger fallen lässt um da den Spielaufbau zu machen. Die Spieler müssen verschiedene Rollen erleben und verschiede Fähigkeiten erlernen, vor allem auf dieser Altersstufe.

    Genau, vielseitige Ausbildung ist für die spätere Laufbahn - egal in welcher Liga - wichtig. Und vor allem in dem Alter kann doch niemand schon in eine Position gepresst werden - es sei denn, er möchte unbedingt Verteidigen und bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Das ist aber kein Grund, dass er im Training nicht aufs Tor schießen "darf".

    Das mit den Positionen erklär mal den selbsternannten Experten oder ehemaligen Spielern aus "ambitionierten" Vereinen der Elternschaft und Trainerkollegen. Was habe ich mir da den Mund fusselig geredet....

    Hauptsache man gewinnt gegen Team 0815 in der E Jugend.

    Da hatte ein F-Jugend-Vater um ein Probetraining bei unserer F1 gebeten und in der Mail geschrieben, sein Sohn wäre ein klassischer Flügelspieler, kann aber auch auf der 10 Bälle verteilen. 8 Jahre alt. ^^ Der Trainer hat ihm geantwortet, dass sie 4+1 spielen und es diese Positionen auf dem Feld bei ihnen nicht gibt

    Man hat das Gefühl, das ist alles PR-technisch von vorne bis hinten durchgeplant, aber das Fußballspielen wird vergessen. Und dann eben auch vom Teamgefüge her - sowas wie "Wir brauchen einen, der der Bösewicht ist und immer spielt, obwohl das keiner will" und "alle sollen mit Undav mitfiebern, wann der endlich in die Startelf kommt".

    Interessanter Ansatz!

    Fußball soll ja auch eine Show für die Zuschauer sein. Ist für die Medien doch toll, wie viele Artikel angeklickt und wie viele Kommentare überall geschrieben werden.

    Ihr habt ja sicher gemerkt, dass ich mit dem "Bösewicht" Sane meinte. Finde sonst keine rationale Erklärung, warum Sane 90% der möglichen Spielzeit bekommt und Undav nur 35%.


    Und um ehrlich zu sein beschäftigt doch kein Thema aktuell so sehr wie die Diskussionen um Undav, Sane und Neuer (und jetzt auch Nagelsmann). Die einen gucken die Spiele, weil sie zu ihnen halten und die anderen gucken es, weil sie sie verlieren sehen wollen (weil sie einzelne Spieler doof finden oder die Entscheidungen). Eine bessere Werbung (inklusive Eigendynamik) gibt es doch nicht.


    Klingt wie eine Verschwörungstheorie. ^^

    Nun fasse ich mal das Gespräch zusammen:

    Der Vorstand hat begrüßt mit dem Wunsch nach einer konstruktiven Diskussion, um die Ideen der Trainer in die Vereinsphilosophie einzuordnen.

    Das ist dann weniger gut gelungen, weil wie ihr schon angemerkt habt, sind da einige Dinge nicht altersgerecht. Es kamen die Argumente "wir machen es anders, weil wir uns vom Rest abheben wollen" und "die Erfahrung hat gezeigt, dass man so erfolgreich ist". Als vom Betreuer dann zur Sprache kam, dass es mehrere Eltern gibt, die mit der Art und Weise nicht einverstanden sind, waren diese Eltern Schuld, weil sie ja nicht direkt zum Trainer gekommen sind. Der ist natürlich laut eigener Aussage kritikfähig und möchte alles hören, damit er sich verbessern kann. Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass das Trainerteam sich auf das Alter der Spieler einstellen soll und ihnen klar sein muss, dass sie mit 11-Jährigen arbeiten. Auch die Kadergröße muss organisiert werden und es müssen an jedem Spieltag fünf Gespräche mit Spielern geführt werden, die danach sehr enttäuscht sein werden - das ist laut den Trainern aber kein Problem.

    Am Ende durfte ein Vorstandsmitglied noch ein paar Worte sagen (sein Sohn ist in der Mannschaft). Er hat nochmal (sachliche) Kritik geäußert als direkt Betroffener (Sohn weint nach dem Training). Auf einmal war man dann doch nicht mehr so kritikfähig im Trainerteam und wollte gar nicht mehr so genau wissen, wo man sich verbessern kann. Es wurde dann etwas lauter und es hieß, der Sohn wäre sensibel und müsse halt das lernen.


    Ich weiß nicht, was da hängen geblieben ist. Wenn der erste Monat Vorbereitung jedenfalls nicht besser läuft, kann der Vorstand sagen: Wir haben euch die Chance gegeben und ihr habt sie nicht genutzt.


    War echt ein komisches Gespräch. Weil Einsicht versprochen wurde, aber direkt danach Kritik eines Betroffenen nicht angenommen wurde. Schauen wir mal

    Charles De Goal "Festlegung auf Positionen in der D-Jugend ("positionsgetreu") finde ich schon schwierig" hier ging es nicht um Festlegung auf ein positionsgetreues Spiel sondern um isolierte Übungen, bei denen es in der Tat wohl sinnvoll sein kann, bestimmte Positionen und Wege vorzugeben.


    Und bei der Talentauswahl denke ich schon, dass man da umdenken muss, weg vom idealtypischen, beweglichen Mittelfelddribbler hin zu unterschiedlichen Spielertypen. Das heißt nicht festlegen auf eine Position. Das heißt aber Spieler zu fördern, die eben nie ein Wirtz oder Musiala sein werden aber eben vielleicht später ein guter Vollstrecker vorm Tor oder hinten ein guter Abräumer sein können.

    Ja, das ist natürlich was anderes. Wenn man das auch mal rotiert, spricht nichts dagegen, so Abläufe auf allen Positionen kennenzulernen.


    Wie gesagt lief es aber im Beispiel so ab, dass Spieler auf den Flügel gestellt wurden und beim Torschusstraining in 20 Minuten keinen einzigen Torschuss hatten.

    "- ab Juli dreimal die Woche fünfzehn Minuten Platzrunden auf Zeit gelaufen werden

    - im Training möglichst 9gg9 gespielt wird"


    Das muss schlicht abgestellt werden. Punkt aus.

    Es spricht ja nichts dagegen, an der Fitness von D-Jugendlichen und am Spielverständnis zu arbeiten. Aber dann mach ich doch einfach ein Training mit wenig Standzeiten oder mehr Freundschaftsspiele (während denen die Ersatzspieler dann eine Trainingseinheit machen).

    Bei den anderen Punkten kann man mit einigen Variationen schon deutlich verbessern.


    Bsp.


    - Torschussübung kann m.E. zunächst positionsgetreu gemacht werden und dann kann man variieren.

    Festlegung auf Positionen in der D-Jugend ("positionsgetreu") finde ich schon schwierig. Klar kristallisiert sich da langsam heraus, wo man eines Tages landet. Bei diesem positionsgetreuen Torschuss wurde angekündigt "heute schießen wir aufs Tor". Die Spieler haben sich gefreut. Am Ende haben 4 Spieler aufs Tor geschossen, 4 haben immer nur Ballannahme, 8m Dribbeln und Flanke gemacht. 4 andere immer nur einen Doppelpass und in die Tiefe gespielt. Wer ist man denn, dass man einem 11-Jährigen sagt "du bist 6er und deshalb schießt du nicht aufs Tor".


    Das Gespräch war letzten Donnerstag, ich sammle noch ein bisschen meine Gedanken und berichte nochmal ausführlich!