Beiträge von Charles De Goal

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    Ich verstehe nicht ganz, was mein Beitrag damit zu tun hat. Vielleicht kannst du das nochmal erläutern

    Vielleicht weiß es jemand von euch, ist eine sehr spannende Frage, die nicht eindeutig im Regelwerk des FLVW/WDFV erläutert ist:


    Ein Spieler hat eine gelbrote Karte bekommen und ist somit für ein Spiel gesperrt. Der Folgende Gegner tritt nicht an, ist die Sperre dann abgeleistet oder nicht? Es ist zwar kein Spiel gespielt worden, allerdings ist das ja nicht die Schuld des Vereins des Spielers.


    Es geht um den FLVW und Senioren.

    Ich finds klasse das sich das umfangreiche einsetzen Kids und in Kauf nehmen von Niederlagen in den letzten Jahren sich langsam auszahlt. Die Nachzügler kommen langsam auf ein Level bei dem es spielerisch nicht mehr schmerzt wenn man sie einwechselt.

    Stichwort langfristiger Erfolg!


    Ich hatte am Mittwoch ein Spiel gegen einen Landesligisten und beim Gegner mit dabei war auch ein Spieler, der schon vor 10 Jahren mit seinem alten Verein gegen uns gespielt hat - sein Vater war damals der Trainer. Der war auch am Platz, wir haben uns unterhalten...


    Der schwört darauf, dass sein Sohn es zum Landesligisten geschafft hat, weil sie in dem Verein jahrelang immer schwächere aussortiert und bessere geholt haben und er dadurch immer ein hohes Trainingsniveau hatte. Sowas würde sich eben auszahlen und die schwächeren können dann halt woanders spielen. Traurigerweise hat er jetzt erneut unten angefangen und praktiziert mit seiner neuen F-Jugend das gleiche System. Er hat über Kaderzusammenstellungen schwadroniert und wie er sich im Moment eine super Mannschaft aufbaut.


    Lustig daran ist, dass er fast alle meine Spieler noch von damals kannte, weil in den letzten 10 Jahren seit unserem ersten Aufeinandertreffen nur 5 Spieler dazugekommen sind (allerdings als Neuanfänger, nicht abgeworben oder sonst was), 14 sind damals schon im Verein gewesen. Und wir haben es dennoch geschafft, gegen den Landesligisten ins Elfmeterschießen zu kommen ohne jemals jemanden auszusortieren oder woanders wegzuholen.


    Nach dem Spiel hat er dann auch nichts mehr gesagt, weil er vielleicht gemerkt hat, dass man auch ohne dieses Leistungsprinzip erfolgreich sein kann.

    Vielen Dank für eure Ideen und Tipps, wir sind in unserem System geblieben und haben dann das Anlaufen variabel gestaltet: mal ab Mittelkreis (natürlich in der anderen Hälfte), mal vorne rangegangen beim Abstoß und ab und zu auch Mitte der eigenen Hälfte.


    Und ich muss sagen, tief zu stehen war deutlich effektiver, der Gegner ist rausgerückt, war brutal gut in der Spielverlagerung, aber hat es in 80 Minuten nicht geschafft, ein Tor zu erzielen (hatte auch nur einen Abschluss im Strafraum). Sie haben es aber mit allem versucht, also flach über außen, durchs Zentrum, hohe Bälle aus dem Halbraum, Flanken, Fernschüsse - nichts kam durch. Wir haben dagegen immer wieder schnelle Angriffe nach vorne gespielt (keine langen Bälle, sondern mit 3-4 Stationen auf den Flügel rauskombiniert), haben leider gute Chancen nicht nutzen können.


    Am Ende gab es dann Elfmeterschießen, wir haben das natürlich nicht trainiert und haben 1:4 verloren, aber war der Wahnsinn. Gegen den klaren Tabellenführer der Landesliga als Kreisligist eigentlich unglücklich auszuscheiden macht stolz! ^^

    Bisher handhabe ich es auch so , dass die Aufstellung und meine Vorgaben erst direkt vor dem Anpfiff kommen. Mir fällt tatsächlich jetzt erst auf, dass ich den Kids dadurch die Möglichkeit nehme mal nachzufragen.

    Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Bei den Torhütern entscheidet mein Torwarttrainer immer nach dem Aufwärmen und dem ersten Durchgang Torschuss, denn es kommt da ja auch auf Tagesform an und wenn der eine weiß, dass er spielt, wird er sich genauso anstrengen wie der andere, der weiß, dass er nicht spielt.


    Auch bei anderen Positionen lasse ich manchmal was offen, wenn ich mir unsicher bin oder ich einfach möchte, dass die Spieler sich beim Aufwärmen richtig reinhängen.


    Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass man (zumindest beim Großfeld) so früh wie möglich wissen muss, ob und wo man spielt, um sich darauf vorzubereiten. Beim Kleinfeld wird sowieso viel getauscht und gewechselt und ich glaube auch nicht, dass ein z.B. E-Jugendlicher sich auf eine bestimmte Position gesondert vorbereiten muss. ^^

    Meine Routine vor dem Spiel (14 Uhr Anstoß):

    - 13:00 - Treffen und umziehen, nebenbei noch mit allen Mitspielern über alles austauschen, was die Konzentration danach stören könnte

    - 13:15 - Mannschaftsbesprechung (Vorgaben und Aufstellung stehen aber schon zum Treffpunkt auf der Tafel)

    - 13:20 - rausgehen und zu zweit/dritt die Bälle in Bewegung halten, jeder wie er will

    - 13:25 - Aufwärmroutine mit allen Bewegungsübungen und anschließenden Mobilisationsübungen (Torhüter aber schon separat)

    - 13:35 - eine Gruppe spielt ein Ballbesitzspiel (2gg2gg2, 5gg2, 3gg3gg3 oder 3gg2 mit zwei Neutralen, variiere ich immer) und die andere geht zum Torschuss (macht zwei Übungen aus Ball auflegen, Pass in die Tiefe, zwei Kontakte zum Abschluss, mit Gegnerdruck, auch immer Variation, aber der Aufbau ist fast immer der gleiche)

    - 13:45 - die beiden Gruppen tauschen

    - 13:55 - Mannschaft zusammenholen, umziehen und nochmal die wichtigsten Dinge mit auf den Weg geben

    - 14:00 - Anstoß


    Das reine Aufwärmprogamm dauert also ca. 35 Minuten und alles wichtige ist mit drin.

    Du kannst ja dann in der zweiten Hälfte überraschen und überfallartig ein Tor erzwingen, aber das sind alles so Matchpläne, die seltenst so umgesetzt werden können.

    Man kann das leider nicht planen. ^^


    Aber das trifft es eigentlich schon so ganz gut: erste Halbzeit tief stehen und möglichst wenig zulassen, vielleicht ein paar Aktionen nach vorne bringen. Und in der zweiten Halbzeit, nachdem sie dann in der Kabine "die stehen nur hinten drin" zu hören bekommen haben , plötzlich mal ein paar Minuten vorne drauf gehen und überrumpeln. Es ist nicht so, als könnten wir da mit den offensiven Einzelspielern nicht mithalten, ich habe drei Spieler, die beim Gegner wahrscheinlich problemlos in der Startelf spielen würden. Aber der Rest der Mannschaft kann da eben nicht bedingungslos mithalten und die würden wahrscheinlich schnell überfordert.


    Am Ende will man ja sagen können, dass man dem Gegner die Stirn geboten hat und sich gut verkauft hat.

    Weil es zum Thema passt:


    In der nächsten Woche steht bei meiner B1 die zweite Pokalrunde an, wir spielen gegen einen Landesligisten (sind dort sogar Tabellenführer).


    In unserer Kreisliga sind wir wahrscheinlich Favorit, spielen gutes Angriffspressing und haben einen geordneten Spielaufbau. Aber gegen einen Gegner, der zwei Ligen höher spielt, wird das was anderes als gegen A-Ligisten.


    Wie sollte ich an das Spiel herangehen? In unserem normalen 4-1-4-1 und den Gegner vorne anlaufen? Oder lieber "hinten reinstellen" (als Abwehrpressing) z.B. im 4-4-2 und möglichst lange versuchen, die 0 zu halten?


    Hat da jemand aus dem Forum Erfahrungen?


    Von der Einstellung ist es klar: Auf dem Papier sind wir in jedem Fall unterlegen, aber der Pokal hat eigene Gesetze und mit ein bisschen Glück bietet sich vielleicht die Chance.

    Hat nichts mit den Schuhen zu tun, sondern mit dem Problem an sich:


    Ich hatte lange Zeit das gleiche Problem am Knie und habe mich damit rumgeschlagen (auf sämtlichen Untergründen mit allen möglichen Arten von Schuhwerk).


    Seit einem Jahr hab ich die Probleme gar nicht mehr, weil ich genau zwei Übungen intensiv vor und nach der Belastung mache:


    90 Grad in den Knien und immer rüberschwenken


    und


    den Klassiker für die Oberschenkel im Liegen, damit die Hüfte gerade ist und die beiden Oberschenkel parallel liegen


    Seitdem sind die Probleme nur noch da, wenn ich die Übungen nicht vernünftig gemacht habe, was mich darauf schließen lässt, dass es in meinem Fall hilft. Die Übungen haben mir ein befreundeter Osteopath, ein Masseur (Vater von einem Spieler von mir) und die Physiotherapeutin unseres Vereins empfohlen.

    Klingt nach einer Fragestellung in der schriftlichen Prüfung zur B-Lizenz... ^^


    Ich sehe es auch so, dass das Kind jetzt quasi "in den Brunnen gefallen ist". Vor dem 30.06. hätte er sich ja "theoretisch" abmelden können, um woanders "Erste" zu spielen. Ich kann schon sehr gut verstehen, dass der Spieler gekränkt ist, ich habe das auch mit 27 hinnehmen müssen, als der Trainer mich als "zu alt" gesehen hat und lieber eine 19-Jährigen statt mir in den Kader geholt hat. Für mich war der Trainer damals ein Spinner, weil die Erklärung nicht passte, wenn er 32-Jährige im Kader behält, aber mich als viel jüngeren als zu alt sieht. Aber ich wollte halt Fußball spielen und hab dann ein Jahr Zweite gespielt, als der Trainer weg war, war ich halt wieder in der Ersten. Das aber nur dazu, dass ich den Missmut verstehen kann! Und das sollte auch nicht heißen, dass du die Entscheidung zu Unrecht getroffen hast, sondern dass man Spieler verstehen muss, die bei einer Umstrukturierung ausgemustert werden und ihre langerarbeitete Stellung verlieren.


    Mit diesen Störgeräuschen könnte ich als Trainer aber nicht arbeiten und würde auch den Vorstand darum bitten, dieses Thema nicht zwischen dir als Trainer und dem Spieler ausfechten zu lassen, sondern ein Machtwort zu sprechen. Wenn der Vorstand allerdings nach einer sachlichen und rationalen Diskussion zu dem Schluss kommt, dass du in diesem Fall falsch gehandelt hast, ist auch das hinzunehmen und dann musst du überlegen, ob du daraus Konsequenzen ziehst. Deine Schilderungen sind für mich sachlich und logisch - würde der Spieler sich hier aus seiner Sicht äußern, wäre es vielleicht auch für uns alle verständlich. Es gibt eben immer zwei Seiten und ein Vorstand muss das abwägen und die moralisch richtige Entscheidung treffen. Die Frage ist nur, ob der Vorstand dazu in der Lage ist: in meinem Verein entscheidet der Vorstand leider eher unsachlich und nicht auf sportlicher Ebene, sondern eher für den, der sinngemäß der letzte Schützenkönig im Ort war. Wenn das bei euch auch so läuft, wird wahrscheinlich der Spieler eine solche Diskussion "gewinnen".

    Die ersten drei Wochen unserer Vorbereitung waren wirklich nicht optimal, Beteiligung schwankte normalerweise zwischen 4 und 9, zum Teil 11 Spieler im Urlaub. Beste Beteiligung war am Donnerstag mit 12 Spielern. Aber wir haben das durchgezogen und intensive Kleinfeldspiele (2gg2 bis 6gg6) auf Mini-Tore gemacht und der Ball lief immer besser und schneller. Jeder, der da war, ist in jedem Training ein Stückchen besser geworden (an dem Satz ist Klinsmann damals noch gescheitert). Ab Montag sind dann wieder bis zu 16 Spieler da, sodass wir heute unsere Kleinfeldvorbereitung mit einem Outdoor-Futsal-Turnier abgeschlossen haben. Wir haben zwei Mannschaften gestellt und eine weitere mit der A-Jugend (und unseren letztjährigen 05ern) gemischt, dazu kamen drei Teams aus dem Umkreis (u.A. ein U17-Bezirksligist). Alle Torhüter waren noch im Urlaub, sodass Feldspieler reingehen mussten.


    Es war verdammt zufriedenstellend, unsere drei Teams haben sich nur gegenseitig Punkte weggenommen und auch alle drei Spiele gegen den Bezirksligisten zu null gewonnen. Hat wirklich Bock auf mehr gemacht und der Fitnessstand ist jetzt schon so gut, wie ich ihn eigentlich am Ende der Vorbereitung erwartet habe.


    Aber das schönste: Ausnahmslos ALLE Spieler von uns haben heute mindestens ein Tor geschossen! Selbst diejenigen, die dann mal freiwillig für 2-3 Spiele ins Tor gegangen sind, haben getroffen. Als dann im vorletzten Spiel auch der letzte fehlende getroffen hat, haben alle unsere drei Teams zusammen gejubelt. :)

    Weiter geht's, die Beteiligung ist inzwischen bei 14 von 19 Spielern über 70% (Urlaub herausgerechnet), wir haben am Wochenende ein kleines Trainingslager (3 Einheiten & ein Großfeldturnier) gespielt, haben alle meiner Meinung nach wichtigen Gruppen- und Mannschaftstaktiken (kontrollierter Spielaufbau, Viererkette und Angriffspressing) reinbekommen. Beim Turnier gab es 3/3 Siege und 10:0 Tore (ein guter, ein mittlerer und ein schwacher Gegner). Dann heute einen Tag später noch ein Freundschaftsspiel - 9:1 gewonnen und die Jungs konnten ohne Ende Gas geben, der Gegner (ebenfalls Altjahrgang und Kreisliga A) war komplett überfordert. Es macht so viel Spaß, wenn die Jungs wollen und vor allem können!

    Sein Argument: Wenn er hinten bleibt, spart er sich die Laufduelle.

    Das Argument kannst du aber als Trainer bestimmt entkräften, oder? ^^


    Dass er das Abseits aufhebt und im schlimmsten Fall alleine gegen 3 Gegenspieler verteidigen muss, sollte doch wohl Gegenargument genug sein, oder?

    Deine Aussage ist so nicht richtig

    Und dass zeitgleich die erste Runde des Pokals anstand, muss ich dir wohl eher nicht erklären.

    Im Jahr 2011 sahen 15,3 Mio. Zuschauer das Finale (ohne deutsche Beteiligung). Diesen Wert erreichte damals sogar das erste Vorrundenspiel von Deutschland gegen Kanada (15 Mio. Zuschauer). Das Viertelfinale mit deutscher Beteiligung damals hatte auch knapp 17 Mio. Zuschauer). 11 Jahre später hat das Finale (mit deutscher Beteiligung) 17,9 Mio. Zuschauer. Ja, das ist mehr. Aber bei Einbeziehung der Umstände (deutsche Beteiligung) wohl auch nicht verwunderlich. Zumal ich mich auf die Zahlen berufe, die ich in Beitrag 23 gepostet habe - hier waren wir Stand vor dem Halbfinale. Da konnte ich schwerlich wissen, wer im Finale spielt und wie viele Zuschauer es schauen werden.

    Ich meine hey, und wenn das ausgestrahlt würde - vielleicht mit einem kurzen Warnhinweis - könntest du dann ja noch kurz in den Keller, ein frisches Bier holen. 8o

    So eine Aussage finde ich ziemlich frech gegenüber jemandem, der sich die EM-Spiele der Damen angeschaut hat, ohne sich ein Bier zu holen zu müssen.

    Bei TV-Geldern oder Prämien, die Verbände ausschütten, sieht das doch hoffentlich in bälde anders aus.

    Auch bei den TV-Geldern wird weiterhin die Nachfrage den Markt regeln. Wer weniger Zuschauer generiert, wird auch weniger TV-Gelder bekommen. Herren und Damen zusammen vermarkten wird mit Sicherheit nicht funktionieren. Und wie soll das mit der Übertragung funktionieren? Soll dann für jedes Damenspiel ein Kommentator bezahlt werden und soll der Aufwand mit zwanzig Kameras betrieben werden? Damit es dann vielleicht 5% der Herrenzuschauer generiert? Ich halte den Aufwand schon für z.B. Augsburg gegen Mainz übertrieben.

    Equal Pay bezieht sich auf Prämien durch die Verbände und das finde ich richtig denn die Damen vertreten unsere Nation auf den großen Turnieren. Erfolgreich? Dann Prämie. Nicht erfolgreich, dann keine. Wie bei den Männern auch. Hier geht es ums Ansehen, Sichtbarkeit, Anerkennung und nicht um Taktik, Passschärfe oder Tempodribblings.

    Bei den Prämien stimme ich dir zu: ich finde, dass unabhängig davon ob viele oder wenig Zuschauer dabei sind, ein EM-Titel ein EM-Titel ist. Und wenn die Herren eine bestimmte Summe bekommen, sollten die Frauen es für die gleiche Leistung im Namen ihres Landes ebenso bekommen. Stellt sich nur die Frage, ob auch FIFA und UEFA die Prämien so anheben, denn sonst zahlt der DFB auch hier etwas aus der eigenen Tasche, was er durch Prämien vom Kontinental- oder Weltverband gar nicht wieder reinbekommt.

    Eine Art Anschubfinanzierung durch den Herrenfußball, als Ausgleich für Jahrzehntelange Bevorzugung meinetwegen auf freiwilliger Basis könnte ich mir durchaus vorstellen. Und eine Quotenregelung im TV auch. Bevor Regionalliga gezeigt wird, müssten eben ein oder zwei Spiele der Damen-BL gezeigt werden. H. Zeigler könnte sich des Themas auch annehmen und zum Tor des Monats gäbe es dann eben verpflichtend min. ein Damentor.

    Ich finde diese erzwungene Gleichberechtigung total nervig und bin auch der Meinung, dass das nicht zielführend ist. Frauenquote beim Tor des Monats? Sollen sie mehr Tore schießen, die es in diese Auswahl schaffen. Erzwungene Übertragungen von Frauenspielen? Gucken es denn dann mehr Menschen? Das Problem ist nicht, dass es nicht übertragen wird, sondern dass das Interesse einfach nicht da ist. Und Interesse erreicht man nicht durch Zwang!


    Wir reden hier jetzt über eine Europameisterschaft, die in der Sommerpause aller Herrenwettbewerbe stattfand und dennoch nicht an die Zuschauerzahlen der Frauen-WM 2011 herankam. Wie wird das dann in der Frauen-Bundesliga aussehen, wenn die Herrenwettbewerbe wieder im vollen Gang sind? Man kann sich leicht mit der deutschen Nationalmannschaft der Frauen identifizieren. Kann man das auch mit z.B. der Damenmannschaft des VfL Wolfsburg? Allein bei den 18 Teams der Herren-Bundesliga gibt es schon 10 bis 12 Teams, die ich mir freiwillig nicht anschauen würde, weil sie mir mit ihrer Spielweise und ihrem Umfeld einfach nicht zusagen. Warum sollte ich mir dann Frauen-Bundesliga anschauen, wenn ich mich dort (aktuell) mit überhaupt keinem Verein identifizieren kann?

    In Deutschland ist Fußball ein Nebenberuf für Frauen. Das muss sich ändern. Soll nicht heißen, dass ich ein "zweites Bosman Urteil" will, sondern das Frauen im Profifußball und auch in allen Profisportarten so viel verdienen, dass es für die aktive Spielzeit und 10 oder 20 Jahre danach ausreicht ohne einen weiteren Job ausüben zu müssen.

    Dass jemand, der das hauptberuflich macht, auch favon leben können muss, finde ich richtig. Aber warum dann auch für die 20 Jahre danach? Was unterscheidet einen Profisportler/Profisportlerin von einem anderen Beruf, wo es teilweise auch 50-60 Stunden/Wochen gibt (z.b. bei Ärzten)?

    Richtig! Und was unterscheidet eine Profifußballerin von einer Profihandballerin? Gleicht man das nun zwischen Geschlechtern an - obwohl es finanziell gar nicht möglich ist, weil wie schon mehrfach erwähnt das Geld gar nicht da ist - müssen doch wohl andere Sportarten auch angeglichen werden? Und dann am besten üppig genug auch für "die 20 Jahre danach"...


    Es gibt nur eine halbwegs vernünftige (wenn auch unfaire) Lösung für alle Sportarten und Geschlechter: der Markt bestimmt die Bezahlung. Und dann ist das leider beim Herrenfußball das zigfache, wie bei anderen Sportarten. Ich gehe konform mit ruffy85, dass eine Gehaltsobergrenze für die Herren sinnig wäre, da die Auswüchse wirklich ekelig werden. Aber bei den Damen eine Gehaltsuntergrenze einzuführen, obwohl das Geld dafür gar nicht eingespielt wird, ist total absurd. Wer das fordert, möge bitte mal erläutern, woher dieses Geld kommen soll. Dann sehen wir in den Profi-Ligen der Damen nur Damenteams der Top-Vereine, die das mit dem Budget der Herren nebenbei bezahlen können. Vereine ohne eine hochklassige Herrenmannschaft verschwinden dann im Damenfußball in der Versenkung.

    Charles De Goal ich bin von vielen Kommentaren in sozialen Medien einfach gefrustet. Sie haben recht, hier im Forum sind die Kritiken sachlich. Beim ersten Lesen waren meine Gedanken einfach, selbst hier dieselbe Ablehnung statt Anerkennung.

    Und ja, wenn man sich hauptsächlich mit Juniorinnen und Frauenfußball beschäftigt ist, sieht man viele Sachen einfach anders.

    Ich sehe, dass unsere Mädels genauso Kämpfen und Trainieren wie die Junioren. Und immer hinten anstehen. Was man als Fotograf allerdings (wird oft nicht beachtet) alles am Spielfeldrand hört, ist einfach zum Kotzen. Auch von Trainern. Wenn dieselben Personen einem gegenüber stehen, erzählen sie etwas von Respekt und Chancengleichheit. Davon war mein Beitrag sicher beeinflusst.

    Sorry, wenn ich jemand falsch interpretiert habe.

    Glaube ich alles gerne und nehme ich auch in verschiedenen Bereichen so wahr. Aber hier ausdrücklich nicht, in diesem Forum sind 99% der User in der Lage, solche Diskussionen sachlich, rational und objektiv zu führen und dafür schätze ich das Forum sehr, selbst in Grundsatzdiskussionen oder bei verhärteten Fronten. Da finde ich es nicht in Ordnung, solche Unterstellungen zu schreiben.


    Ich werde mir heute Abend ebenfalls das Finale anschauen und der Frauen-EM eine weitere Chance geben. Nach langem Überlegen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es natürlich auch so ist, dass Spitzensport die breite Masse mehr interessiert: Die Frauen-EM wird mit Sicherheit auch mehr geschaut als der Africa-Cup der Frauen. Formel 1 wird mehr geschaut als Formel 3. Tour de France schauen mehr als Tour de Suisse. Wimbledon der Damen schauen mehr als die Hamburg Open der Herren. Müsste man da dann nicht auch etwas anpassen oder mehr Respekt für den "kleineren" Wettbewerb zeigen?


    Und wer soll das bezahlen, wenn das nötige Geld dafür einfach nicht in dem Bereich eingespielt wird? Wenn der Herrenfußball Geld einspielt und der Ertrag der Damen angehoben werden soll, ist das z.B. für den FC Bayern München oder den VfL Wolfsburg mit Sicherheit kein Problem. Was ist mit einem Verein, der eine Damenmannschaft im Profibereich hat und diese Gehälter zahlen soll, aber nicht die finanziellen Voraussetzungen hat, weil er vielleicht keine Herrenmannschaft im Profibereich hat, der das Geld einspielt?

    Ich habe oben in Beitrag #23 mal die Vergleichszahlen zur Frauen-WM 2011 abgetippt: auf dem Papier ist das Interesse heute geringer als damals, wie soll dieses Geld also eingespielt werden? Sollen Formel 3-Fahrer das gleiche bekommen, wie Formel 1-Fahrer? Woher soll das Geld kommen, wenn es nicht in der Formel 3 selbst verdient wird? Das funktioniert einfach nicht und ich finde es auch nicht fair, irgendwelche Töpfe aufzumachen, damit da etwas angeglichen wird, während anderes eben nicht angeglichen wird.


    Es mag unfair sein, dass der Herrenfußball im Vergleich viele Jahrzehnte Vorsprung vor den Damen hat. Aber das ändert nichts an dem Tempo, der den Herrenfußball eben zum Spitzenfußball macht. Ich bin mir sehr sicher, dass der Damenfußball auch in 20 Jahren nicht so schnell ist, wie der aktuelle Herrenfußball. Manche finden das okay, manche eben nicht. Jeder hat da seine Ansicht, die breite Masse sieht aber deshalb offenbar den Damenfußball eher hinter dem Herrenfußball.


    Das ist überhaupt nicht abwertend gemeint, aber man muss da meiner Meinung auch das große Ganze sehen.

    WDFV Jugendspielordnung


    § 8 Umfang der Spielerlaubnis und Spielberechtigung in

    Pflichtspielen - ausgenommen Pokalspiele - bei einem

    Wechsel von der höheren Mannschaft in die untere

    Mannschaft


    (...)


    (2) Beteiligt sich ein Junior zweimal innerhalb von vier Wochen an den

    Pflichtspielen einer höheren Mannschaft, so ist er Spieler der höheren

    Mannschaft und für die untere Mannschaft nicht mehr spielberechtigt.


    (...)



    (5) Bei allen Mannschaften, die in Spielklassen auf Kreisebene spielen, gelten als

    höhere Mannschaft nur Mannschaften der gleichen Altersklasse (§ 4 (7)

    JSpO/WDFV). Altersklassenübergreifend findet die Bestimmung des ( 1) bei

    Mannschaften in den Spielklassen der Kreise keine Anwendung


    (...)


    (14) Spielen mehrere Mannschaften eines Vereins in derselben Gruppe, so finden

    die Bestimmungen der Absätze 2 bis 14 entsprechende Anwendung. Den Rang

    dieser Mannschaften haben die Vereine vor Beginn der Spielzeit verbindlich

    festzulegen. § 4 (7) JSpO/WDFV gilt entsprechend.

    Ich gehe davon aus, daß F1 und F2 beide auf dem gleichen Ligalevel spielen, also Kreisklasse. Dann ist das egal. (Abgesehen von der Regel: keine zwei Spiele an einem Tag). Ein Festspielen gibt es nur, wenn das eine Team in einer höheren Liga spielt.

    Auch das kenne ich aus dem FLVW anders... ^^


    Eigentlich gilt die Festspielregel zwischen ersten und zweiten Mannschaften einer Altersklasse bis runter zur F-Jugend. Zwischen Altersklassen ist es auf Kreisebene egal.


    Im Zweifelsfall - und das rate ich dem Threadersteller - gibt es auf jeder Kreis- oder Verbandsseite die Durchführungsbestimmungen. Lieber einmal mehr lesen als einmal zu wenig.

    Aber einigen geht es überhaupt nicht um sachliche Argumente, was besser gemacht werden könnte! Sondern nur darum, dass Frauen einfach nicht Fußball spielen können. Einige sind sicher auch der Meinung, Frauenfußball sollte es überhaupt nicht geben, weil nur Mann es kann.

    Zitiere bitte mal die Beiträge, in denen das geschrieben wurde.


    Ich habe hier nämlich keinen Beitrag dieser Art gelesen und ich finde es eigentlich eine ziemliche Frechheit, sowas pauschal zu behaupten!


    Zumal es in diesem Thread auch nicht darum geht, was besser gemacht werden könnte, sondern der Threadersteller hat gefragt, wie unser Eindruck von der Frauen-EM ist. Und dazu hat es bis jetzt ein ziemlich breites Spektrum an Antworten und Meinungen gegeben. Aber alle sehr sachlich, respektvoll und ehrlich.


    Es ist nicht verwunderlich, dass ein Spielerinnen-Vater den Frauenfußball anders anschaut als ein C-Jugend-Regionalliga-Trainer. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Aber zum Herrenfußball scheint es ja auch einige sehr unterschiedliche Meinungen zu geben, die hier im Thread aufkommen und da ist auch nicht alles positiv. Daran Kritik zu äußern ist also in Ordnung, Kritik am Frauenfußball ist aber sofort unsachlich und falsch?


    Also bitte führe die Beiträge auf, die du als unsachlich interpretierst und die besagen, dass es Frauenfußball nicht geben soll.