Frustabbau-Thread

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  • Hi Coach T, die meisten Trainer in kleineren Vereinen haben das mitgemacht und Du wirst unterschiedliche Antworten bekommen. Ich schreibe mal, wie wir es gemacht haben.

    Du brauchst Unterstützung. 16 Kinder alleine in dem Alter sind zu viel. Sprich mit Deinem Jugendleiter oder mache einen Elternabend und erläutere was Du vor hast ubd bitte um Unterstützung.

    Wenn Du unzufrieden bist, wirst Du es auch nicht mehr lange machen wollen.


    Weil wir so viele Kids hatten, haben wir die Gruppen geteilt und zwar nach Spielstärke. Wir machen zwar gemeinsam Training, aber eben in den einzelnen Gruppen. Hat zwar zu Nachfragen weniger Eltern geführt aber es sind alle (bis auf ein Kind) dabei geblieben. Und alle Kids verbessern sich und haben Spaß!

    Zu den Spielfesten. Gibt es einen Grund warum Du nicht mehr Teams anmeldest? Wir hatten das damals immer sehr flexibel gehalten. Mit den meisten Trainern konnte man sich auch ganz gut im Voraus abstimmen. Und jeder Elternteil kann nach x-Minuten wechseln. Mehr wie einen Rotationsspieler würde ich aber nicht empfehlen.

    Das mit dem Leistungsgefälle bekommst Du meiner Meinung nach nur mit den Gruppen hin. So das jedes Kind Erfolgserlebnisse hat. Du wirst feststellen, dass einige Kids große Sprünge machen. Dann musst Du ggf die Gruppen neu einteilen.

    Bei den Festivals haben wir uns vorher mit den Trainern abgesprochen. Anfangs haben wir auch gemischt aber da waren ganz schnell die Spieler frustriert, die noch nicht so weit waren. Gerade wenn Du Freundschaftsspiele machst, kannst Du das ganz gut steuern. Du wirst schnell herausfinden wer ungefähr auf Augenhöhe ist. Nutze das, wenn die Kinder wollen.

    Erstelle einen Info Kanal über WhatsApp und mach eine Abfrage bei den Eltern wer denn bei einem Leistungsvergleich dabei wäre. Bei uns waren es immer die Gleichen. Wenn Du willst, dann biete es an. Mach das Angebot. Wer will, der will und wer nicht, dann eben nicht.


    Sorry, ist doch mehr geworden als ich dachte. Aber die meisten Themen hatte ich bei 3 Mannschaften.

    Viel Erfolg!

  • Hallo Coach_T - was du ansprichst sind die ganz typischen Themen in einem Breitensportverein, vermutlich in einer Großstadt oder im Speckgürtel einer Großstadt.

    Zusammengefasst - viele Kinder, großes Leistungsgefälle, wenig Ehrenamtliche und Ergebnisdruck von dir selber oder von den Eltern.


    Also erstmal brauchst du definitiv Hilfe!

    Im Verein nach einem Co-Trainer oder "Spielfeldbegleiter" suchen oder bei den Eltern nochmal nachfragen!

    Du musst klarstellen, dass du so kein qualitativ gutes Training machen kannst und das eher einer Betreuung gleicht und dass du so vor allem ausbrennst, man also mittelfristig auch dich verliert als Trainer so.

    Pro ca.10 Kinder = 1 Trainer, das war immer meine Faustformel.


    Dann empfehle ich immer nach Leistung aufzuteilen in Spielen und Training.

    Ich bin jetzt 15 Jahre als Jugendtrainern in Jahrgängen von der E- bis B-Jugend dabei und habe alle möglichen Aufteilungen bereits ausprobiert und die Aufteilung nach Leistung wird auch Schmerzpunkte hervorbringen, die aber mittelfristig besser zu moderieren sind als umgekehrt.


    Nur so kannst du die leistungsstarken Spieler weiter fördern und bei den leistungsschwachen Spielern einen Fokus auf die Basics legen.

    In den Spielen wirst du mit großen Leistungsunterschieden mittelfristig vor allem bei den Leistungsträgern Unzufriedenheiten wahrnehmen, weil es sie einfach frustriert neben sich keine gleichstarken Mitspieler zu finden.

    Das leistungsschwache Team wird anfangs auch Klatschen einstecken, aber gebe diesen Jungs Zeit sich zu finden, suche Testspielgegner auf deren Niveau. Sie werden lernen Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen und werden sich schneller entwickeln als wenn du sie mit den leistungsstarken Spielern "mitschwimmen" lässt. Zusammen mit den leistungsstarken Spielern werden sie meistens zu Statisten auf dem Feld oder zu Zulieferern. Erobern Bälle und suchen sofort den Leistungsträger, um den Ball dorthin zu geben. Sie übernehmen meist keine Verantwortung dort und haben überhaupt kein Selbstvertrauen in ihrem Handeln, weil sie die "Schlechten" im Team sind und meist Schuld sind, wenn das Team verliert.

    Wir hatten immer bei den klassischen Spielformen ein starkes und ein schwächeres Team. Die Spieler aus dem starken Team haben sich meistens als nächsten Schritt aus dem Verein herausentwickelt und sind zu Leistungsvereinen gewechselt und die besten Spieler aus dem schwächeren Team sind dann nachgerückt ins bessere Team. Die Abgänge im schwächeren Team wurden dann meist durch Neuanfänger aufgefangen. Diese Vorgehensweise war transparent und auch motivierend für alle Beteiligten.

  • Hi,


    du brauchst definitiv Unterstützung. Einerseits nimmst du alle mit, andererseits wirst du den stärkeren nicht gerecht. Gerade im jüngeren Altersbereich sind 16 und mehr zu viele. Das sind auch Kinder dabei die einfach nur kommen um sich auszutoben. Ich würde das Gespräch mit dem Verein führen und im Sommer was ändern. Das du nur eine F1 mit den stabilen Kindern machst. Oder halt nix mehr.

  • zu 1. das Training sollte nicht auf dich zugeschnitten sein, sondern auf die Kinder. Sei froh, dass du 16 hast, ansonsten könntest du sie nicht in homogenen Gruppen spielen lassen (z.B. 3 gegen 3 oder 4 gegen 4 - die Wahrscheinlichkeit für leistungshomogene Gruppen steigt bei einem Breitensportverein mit der Kinderanzahl).


    zu 2. die meisten Verbände und Kreise lassen Nachmeldungen im Winter zu. Melde nach.


    zu 3. bilde leistungshomogene Teams im Training. Verkleinere die Spielform (notfalls 2 gegen 2 oder sogar 1 gegen 1)


    zu 4. auch hier leistungshomogene Teams bilden. Der Trainer im Breitensportverein sollte alle Spieler aufstellen (spätestens in der B-Jugend muss er, sonst bekommt er keine Mannschaft mehr zusammen ;-))


    zu 5. verlasse die WhatsApp-Gruppe oder frage nach Trainingsfestivals


    Was sind denn eure Ansprüche?

    nach der TPD ist das

    Freude, Intensität und Wiederholungen - bietet ihr das, seid ihr TOP!

  • Das du nur eine F1 mit den stabilen Kindern machst

    Er schreibt von einer U8. Ich gehe davon aus, dass es da auch eine U9 gibt.


    16 Kinder sind eine optimale Größe für die neuen Spielformen. Da kannst du beim Fußball 3 immer mit min. 3 Teams antreten und beim Fußball 5 mit 2 Teams. Auch bei dem erwähnten 3 gegen 3 und 3+1 gegen 3+1 ist das für 3 Teams optimal. Diese neuen Gedanken und Spielformen haben allerdings noch nicht alle erreicht - das braucht seine Zeit.


    Das es einer breiteren Talentausbildung für Leistungs- und Breitensportvereine braucht, ist auch im Profibereich angekommen (z.B. Markus Krösche: "Wir bilden einfach viel zu schlecht aus", Quelle: ran.de). Bei den Breitensportvereinen täuscht man sich gerade mit SG, JFG und JSG. Das Ergebnis wird man dann in 5-10 Jahren sehen. Da muss man sich dann bei den Erwachsenen zusammen schließen.

  • Hallo zusammen,


    zunächst vielen Dank für eure Antworten und Meinung. Das finde ich großartig :)


    Ich möchte nochmal auf ein paar Anregungen eingehen.


    Wir sind ein kleiner Verein, der eine 1. Mannschaft hat, eine U15, eine U13, eine U10 und eine U8. Momentan wird eine Bambini Mannschaft U6 aufgebaut. Eine U9 gibt es nicht. Meine U8 ist mit die von der Anzahl der Spieler (16) größte Mannschaft im Verein.


    Mein Anspruch an die Mannschaft ist einfach: die Kinder sollen die Liebe zum Fußball entwickeln, gerne zum Training oder den Spielen kommen, sich fußballerisch weiterentwickeln. Aber!!! natürlich möchte ich bzw. auch die Mannschaft auch mal Spiele gewinnen. Nach verlorenen Spielen ist die Mannschaft immer sehr frustriert. Wir arbeiten seit fast 2 Jahren zusammen. Aber der große Durchbruch mit Siegen bleibt einfach aus - auch bei den starken Spielern. Unsere Gegner sind wirklich einfach immer sehr gut.


    Im Training herrscht ganz klar das Motto: Freude, Intensität und Wiederholungen. Ich konzipiere das Training so, dass nicht viel umgebaut werden muss. Standzeiten sind auch sehr gering (wobei das halt bei 16 Kindern echt schwer ist). Viel Kleinfeldspiele, viel 1vs1, 2vs1 etc.


    Im gesamten Verein herrscht Mangel an Trainern, Funktionären, Betreuern etc. Die Stelle der Jugendleitung ist momentan nicht besetzt. Jede Mannschaft wird nur von einem Trainer trainiert. Ab und zu helfen Eltern mit oder ein Spieler der "höheren" Mannschaften wird wochenweise als Co-Trainer eingesetzt. Aber das ist nicht fix. Auch der Vorstand wechselt alle paar Jahre komplett. Vor diesem Hintergrund fällt es mir sehr schwer eine/n Co-Trainer/in zu finden -auch wenn diese/r dringend benötigt wird. Das wird mir auch immer klarer. Ich könnte nochmal in den sozialen Netzwerken nachfragen oder über whatsapp. Aber das habe ich schonmal gemacht und es haben sich 0,00 Leute gemeldet. Und die Eltern haben alle auf dem letzten Elternabend mitgeteilt, dass sie gerne sporadisch auf den Festivals das zweite Team betreuen. Aber eine fixe Anstellung als Co-Trainer kann sich keiner vorstellen. Ich weiß auch nicht, ob das so klasse ist mit einem Elternteil, weil das Trainer-Dasein mit sehr viel Zeit und Engagement verbunden ist. Das sehe ich da bei keinem.


    1. Ich denke mein Training ist gut. Jedes Kind, welches zum Schnuppern kommt, meldet sich an. Ich bekomme gutes Feedback der Eltern, dass ich meine Aufgabe richtig gut mache. Auch andere Trainer im Verein fragen mich bzgl. Training um Ratschläge etc. Wahrscheinlich erfülle ich die Ansprüche Dritter sowieso. Aber meine Ansprüche sind halt irgendwie anders. Ich sehe die guten Spieler und erwarte, dass die schwachen Spieler mit der Zeit auch so werden, gerade weil ich denke, dass ich gutes Training anbiete. Aber das funktioniert nicht. Die schwachen Spieler entwickeln sich einfach nicht, auch nach Jahren nicht. Man arbeitet soviel im Training und die Weiterentwicklung bleibt einfach aus. Auch habe ich mal einen anderen Trainer gefragt, ob er sich mal mein Training anschauen könnte und mir Feedback geben könnte - auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung der schwachen Spieler. Aber auch er fand, dass das alles von den Inhalten und der Struktur gut ist.


    2. Hier muss ich tatsächlich mal schauen ob ich nicht mit 3 Teams zu den Festivals fahren kann. Hier muss ich aber auch sagen, dass ich in einer Gruppe bin, in der 5 Vereine 18! Teams gemeldet haben. Das wären 9 Kleinfelder, die aufgebaut werden müssten. Aus meiner Sicht viel zu viel. Hier hätte der Verband diese Gruppe in zwei Gruppen aufteilen müssen. Das ganze wäre viel entspannter. Wenn ich jetzt noch ein zusätzliches Team melde, wären das offiziell 19 Teams.

    Eigentlich will ich auch nicht Kinder zu hause lassen. Ich könnte das auch gar verargumentieren gegenüber den Eltern warum jetzt ausgerechnet ihr Kind zuhause bleibt - außer vom Leistungsniveau. Andererseits im worst case hab ich 7 Kids pro Team und 4 stehen draußen.


    4. Thema homogene Gruppen auf Turnieren: Das Thema liegt mir schwer im Magen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass meine schwachen Kinder als Team null Chance gegen andere Mannschaften in der Region hat. Auch bei den Festivals, wo am Ende ja durch den Champions-League Modus sowieso die schwachem Mannschaften im letzten Feld gegeneinander spielen, verliert meine schwache Mannschaft haushoch. Ich weiß nicht, ob das die Kinder und auch die Eltern auf Dauer mitmachen. Jetzt am Wochenende spiele ich mit 2 heterogenen Mannschaften - mal schauen wie das wird nach der Winterpause.


    5. Wahrscheinlich spielt bei diesem Thema (whatsapp Gruppen von Trainern/Testspielbörsen etc.) auch mein Neid eine große Rolle. Warum schaffen es andere Mannschaften jede Woche Spiele zu organisieren/zu bestreiten? Warum geht das nicht mit meiner Mannschaft? Wie soll sich die Mannschaft weiterentwickeln, wenn wir nur alle 3-4 Wochen gegen andere spielen?

    Durch die vielen Spiele der anderen Mannschaften haben diese ja immer einen Vorteil gegenüber meiner Mannschaft: viel mehr Spielerfahrung.

    Aber wie Mittelfeld#6 schreibt: ich werde Testspiele weiter anbieten, wer Lust hat, kommt mit , wer nicht halt nicht.

    Das Thema wird wahrscheinlich auch nächste Saison nicht mehr so groß sein, da in der U9 keine Festivals mehr angeboten werden, sondern nur noch Spieltage und das fast jeden Samstag. Hier bin ich gespannt wie die Eltern dann damit umgehen.


    Viele Grüße an alle und ein schönes Wochenende


    Coach T :)

    3 Mal editiert, zuletzt von Coach_T ()

  • Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Die schwachen Spieler entwickeln sich einfach nicht, auch nach Jahren nicht.


    ich bin seit Sommer 2024 Trainer

    Da hast du Kinder nicht mal zwei Jahre und fängst schon an zu jammern.

    Ich habe meinen Junior 13 Jahre lang in der Jugend begleitet (von 6 bis 19; davon aber nur zweieinhalb als Trainer). Bei ihm hat es drei Jahre gedauert, bis er vom "blümchenpflücken" zum "kicken" kam und für die Mannschaft etwas nützlich wurde, dann weitere drei bis er tatsächlich das Fußballspiel verstanden hat.

    Es braucht manchmal einen langen Atem bis andere von unserer Basisarbeit profitieren können.

  • Coach_T Bist du ich? :D


    Die Struktur deines Vereins und den meinigen kann man scheinbar sehr gut vergleichen. Ich halte es so wie Mittelfeld#6, den Stein des Weisen hat keiner, man kann nur die Erfahrungen aus dem eigenen Verein wiedergeben. Man kann beim Verein und bei den Eltern immer wieder nach Unterstützung fragen. Hat nie, und wenn ja immer nur sehr kurzfristig, geklappt.


    Zur Mannschaft: Ich habe immer allen Spieler (F- bis D-Jugend), die gleiche Spielzeit gegeben. Das kommuniziert, alle fanden das gut und richtig. Nach und nach kam immer ein Elternteils des gerade stärksten Spielers an und sprach an, dass man die Spielzeiten vielleicht anders verteilen könnten. Spoiler: Ein halbes Jahr später war der Spieler weg. (Schon etwas lustig, weil die häufig die glühendsten Verfechter von gleichen Spielzeiten waren, als noch die leistungsstärkeren Spieler dabei waren.) Damals gab es den Kinderfußball in seiner jetzigen Form nur in der F2.

    Eine Mannschaft habe ich immer voll bekommen, weil ich jedes Jahr eine großen Zulauf hatte. Vom Leistungsniveau halt immer schwächere Spieler. Ein paar Spieler haben sich gut weiterentwickelt, einige mit Höchen und Tiefen, einige überhaupt nicht. Das Leistungsniveau ist immer konstant gesunken (siehe Wechsel).Eigentlich hatte ich mein Ziel erreicht. Von etwa 40 Spielern (über 6 Jahre verteilt) spielen 20 noch im Verein. 10 bei leistungsstärkeren Mannschaften und 10 haben aufgehört. Hat mich aber viel Körner gekostet und glücklich hat mich das nicht wirklich gemacht.


    Jetzt im zweiten Durchlauf mache ich das etwas anders. Ich habe nach Leistung eingeteilt. Die Spieler bekommen zwar immer noch eine annähernd gleich Spielzeit, aber die Spieler sind vom Leistungsniveau getrennt (nicht strikt, Freundschaften und Fahrgemeinschaften fließen auch mit ein). Mir macht das als Trainer viel mehr Spaß. Ich würde behaupten, dass die Spieler sich ähnlich wie im ersten Modell entwickelt haben, eher etwas besser.

    Im stärkeren Team habe ich bei allen Spielern ein eine Beteiligung von 80% +, bei dem schwächeren Team zwischen 50% und 80%. Ich rege mich bei zweiteren Team auch nicht über Absagen auf. Das Training der stärkeren Mannschaft ist sehr Fußball-spezifisch, das der schwächeren besteht auch manchmal -je nach Lust der Spieler- aus anderen Bewegungsspielen. Und mir und scheinbar auch die Eltern ist das vollkommen recht.


    Coach_T, du hast schon selbst erkannt, das deine Ansprüche vielleicht etwas zu hoch sind. Bei 5 Vereinen (18 Mannschaften) in deiner Gruppe kann immer nur ein Team ganz oben stehen, statistisch ist deine Chance nur bei 20%. Und bei den anderen Vereinen sind vermutlich auch Trainer mit ähnlichen Ambitionen. Und am wichtigsten (und das bläuen wir den Kindern doch auch immer ein): Du musst daran Spaß haben.

  • Hier muss ich aber auch sagen, dass ich in einer Gruppe bin, in der 5 Vereine 18! Teams gemeldet haben. Das wären 9 Kleinfelder, die aufgebaut werden müssten. Aus meiner Sicht viel zu viel.

    Aus meiner Sicht passt das. Im 3 gegen 3 und 3+1 gegen 3+1 kann man bis zu 10 Felder aufbauen.


    Du hast die U8 und spielst wahrscheinlich oft gegen gemischte oder U9 Teams. Das ist "verlieren" mit Ansage. Das wird in der nächsten Saison besser.

    Ich sehe die guten Spieler und erwarte, dass die schwachen Spieler mit der Zeit auch so werden, gerade weil ich denke, dass ich gutes Training anbiete. Aber das funktioniert nicht.

    Die Erwartung ist nicht logisch. Die guten Spieler werden sich auch weiterentwickeln und so bleibt oft der Abstand zwischen gut und schlecht. Manchmal vergrößert er sich, wenn die guten motorisch besser sind und schneller lernen, manchmal verringert er sich, wenn die schlechteren einen körperlichen Sprung machen.


    Mach so weiter und deine Mannschaft wird den Verein revolutionieren.

  • Hallo,


    wie viele dir ja schon mitgeteilt haben ist das was du beschreibst das tägliche Brot im Breitensport.


    Ich will nochmal auf den Aspekt der Teameinteilung eingehen. Leider haben wir vom Spielmodus unterschiedliche Vorraussetzungen bei uns wird im 3vs3 Championsleaguemodus gespielt und auch an den 5vs5 Spieltagen haben sich Spielfelder mit unterschiedlichem Niveau etabliert. Außerdem gibt es bei uns keine Teammeldung zu Saisonbeginn sondern nur zum jeweiligen Spieltag und dann auch nur in Absprachem mit dem organisierendem Verein. Also alles sehr unkompliziert.


    In meiner ersten Halbserie in der F-Jugend habe ich die Teams (meist 2 Teams/ manchmal 3 Teams) immer ungefähr gleichstark eingeteilt. Das hat mich immer ungemein gestresst, da ich mir nicht nachsagen lassen wollte jemanden benachteiligt zu haben und es den Eltern möglichst recht machen zu wollte.


    Insgesamt hat das immer dazu geführt, das durch die Mischung die Leistungstarken das Ruder übernommen haben und das Spiel abselut dominiert haben. Die Schwächeren haben nur rudimentär am Spiel teilgenommen.

    Im Nachhinein würde ich sagen hat diese Phase den Leistungstarken sogar geholfen, da sie maximale Herausforderungen im 1vs1 hatten. Grad die Topspieler haben sich da extrem weiterentwickelt, auch wenn sie nicht immer gewonnen haben (was ja sowieso nicht das Ziel sein sollte) hielt sich der Frust da in Grenzen.

    Die schwächeren haben von diesem Vorgehen nicht profitiert. Sie hatten zuwenig Ballkontakte, wenige Erfolgserlebnisse und insgesamt wenig Spielanteile. Zwar haben Sie öfter gewonnen als verloren aber ich glaube, dass sie auch gemerkt haben, dass ihr Anteil an den Siegen nur gering war.


    Später bin ich immmer mehr zu Leistungshomogenen Teams übergegangen. Nicht immer die gleichen aber schon deutlich nach Leistung sortiert. Das hat bei mir den Stress deutlich reduziert. Das Ganze habe ich auch gegenüber den Eltern offen kommuniziert. Grad in meinem 2. Jahr F-Jugend hab ich das so durchgezogen. Da wir in dieser Zeit auf über 30 Kinder gekommen sind, haben wir auch an den Spieltagen Minimum 4 Teams aufgestellt.

    Im Nachhinein haben von diesem Vorgehen alle Kinder profitiert. Alle haben gespielt, alle haben dazugelernt. Einziges Problem war häufig, dass meine Topspieler oft keine Gegner mehr auf Augenhöhe hatten, dem sind wir dan begegnet, dass wir sie nur noch zu zweit spielen lassen haben also 2vs3 oder 2vs4.


    Zwei Dinge hab ich dabei als sehr wichtig empfunden zum einen hab ich als "Cheftrainer" immer wechselnde Teams betreut. Mal die ganz Unerfahrenen mal die Stärkeren je nachdem. Man muss unbedingt vermeiden immer die gleichen Teams am Spieltag zu begleiten. Die Kinder wollen gesehen werden.

    Das zweite ist das Wording, auch in diesem Beitrag haben sich wieder Begriffe wie gut und schlecht eingeschlichen, das gilt es zu vermeiden, auch in der Kommunikation mit den Eltern. Lieber von 1./2. Team sprechen oder Erfahren und Unerfahren, wie auch immer. Sprache prägt denken.


    Letztendlich sind es die Eltern, die es nicht aushalten können, dass ihr Kind Spiele verliert, weil es noch nicht so gut spielen kann. Den Kindern ist das ersteinmal egal. Ich stelle den Kindern nach den Spielen nur eine einzige Frage "Hat es Spaß gemacht" und das hat es bisher immer.

    Einmal editiert, zuletzt von Atzeikke ()

  • Es ist mal wieder Zeit hier seinen Frust rauszulassen. Diese Saison ist bisher eine Katastrophe.

    1. Zuverlässigkeit der Trainer

    Wir haben für die G-Jugend fünf Trainer, da sagen ganz viele das ist ja perfekt. Tja, die meisten sind aber grob jede 3. Einheit da. So stehen wir regelmäßig zu Zweit und zweimal sogar alleine da. Wir haben es in dieser Saison (einmal pro Woche Training) geschafft, dass alle 5 Trainer da waren.


    2. Pünktlichkeit

    Ich versuche grob 10 Minuten vor Trainingsbeginn da zu sein, auch wenn wir in der Halle da noch nicht aufbauen können (weil Vornutzer). Da sein heißt auch mit dem ganzen Zeug. Zum Glück hat uns ein Papa einen Wagen gesponsert, sonst würde ich Bazooka-Tore und ähnliches einzeln schleppen. Die anderen Trainer trudeln in den meisten Fällen fünf Minuten vorher ein.


    3. Zusagen zu Spieltagen

    Ich trage die Spieltermine/Turniere in unsere App ein und sage den anderen Bescheid, damit die Zusagen. Ein Teil schafft es dann auch Zu/Abzusagen. Einen Teil muss ich ein/zweimal erinnern. Für unseren ersten Spieltag hätte ich die Kinder gerne als Einlaufkinder bei den Herren genommen, aber ein Trainer hat es immer noch nicht geschafft zuzusagen. Also wird das wohl nix.


    4. Die Kinder

    Unser Team ist diese Saison extrem schwach. In 5 Minuten Spielzeit bekommen wir von Teams, gegen die wir letzte Saison noch gleichwertig waren, jetzt zehn Stück. Wir haben zwei starke Kinder, einer der das als Jungjahrgang noch wird. Einige Mitläufer. Und einige die nach anderthalb Jahren immer noch keine Innenseite nutzen.

    Insgesamt sind wir einfach zu langsam, sowohl vom Kopf als auch im Laufen.


    Irgendwie raubt das diese Saison jeden Spaß und ich überlege nächste Saison nicht weiterzumachen. Zumal ich noch Angebote für andere Aufgaben habe. Naja, danke das ich mich auskotzen durfte.

  • Hallo zusammen,


    will hier mal für die schwächeren Spieler und Spätzünder reden.


    Ja, es ist frustrierend, wenn sich Spieler trotz Training nicht oder nur langsam weiter entwickeln.

    Es gibt aber auch viele Menschen, die Spaß an einer Sache haben, auch wenn sie nicht zu den Besten gehören.

    Diese Freude am Sport, Malen, Musizieren etc. wird ihnen aber häufig von außen madig gemacht...

    Gefühlt gibt es mehr Vereine, die leistungsorientiert sind, als im Breitensport tätig sind, weil der Leistungsgedanke im Sport als "natürlich" gilt.

    Warum eigentlich?

    Natürlich will man gewinnen, aber bitte nicht auf Kosten des Spaßes im Training und im Mannschaftsgefüge.


    Leider hat sich (auch in der Politik) die Meinungen etabliert, dass man nur genug üben und fleißig sein muss, dann kann man mit den anderen, z.B. in der Schule oder wie hier im Sport, mithalten..., aber das ist natürlich nicht so.

    Bei körperlichen Eigenschaften sieht das jeder sofort ein.

    Ein Volleyball- oder Basketballspieler mit 2,1m hat es leichter im Vergleich zum 1,6m großen Spieler. Das "Defizit" wird er kaum durch Training auffangen können...

    Beim Turnen ist es genau andersrum.

    Was für die Körpergröße gilt, gilt auch für viele andere Aspekte des Körpers, die für eine Sportart hilfreich sind und die nunmal unter uns Menschen ungleich verteilt sind.


    In einem Interview hat Jürgen Klopp mal erzählt, dass er als ballführender Spieler auf dem Feld immer wusste, was der beste Pass/Spielzug wäre, er es aber technisch nicht umsetzen konnte.


    Wir normales können da nur sagen: "Willkommen im Club".


    Oder anders ausgedrückt;

    Habt Spaß an der Jugendarbeit, und definiert eure Erfolge nicht über Siege und Niederlage, sondern, darüber, dass die Spieler gerne zu euch zum Training kommen, euch vertrauen und sich im Mannschaftsgefüge wohlfühlen.

    Die Erfolge kommen dann von ganz alleine und sei es, dass man, z.B. das erste Mal nicht zweistelligen verloren hat...

  • Wir machen es so, dass wir die Kinder nach ihrem aktuellen Entwicklungsstand in die eine oder andere Mannschaft am Spieltag geben. Trainiert wird gemeinsam, aber auch da bilden wir ggf. Gruppen aus leistungsmäßig homogenen Spielern. Wo wir einen erheblicheren Unterschied machen natürlich ist im Fleiß.

  • 1. Ich denke mein Training ist gut.

    Natürlich ist Dein Training gut - daher der Zulauf.

    Mein Vorgehen in ähnlicher Situation, nachdem ich das auch kommuniziert habe:

    1. Training für alle anbieten, in 2 Gruppen trainieren, dabei jede Woche ein Elternteil zur Aufsicht penetrieren.

    2. 1 Mannschaft für Spiele nominieren, den Eltern klar mitteilen, nach welcher Reihenfolge aufgestellt wird. Weniger ist dabei mehr. z. b: Trainingsbeteiligung, Zuverlässigkeit, Trainerkind, Spielstärke nach Beurteilung des Trainers

    3. Argumentation aufbauen, dass die, die nicht spielen, aus Zeitgründen von jemandem anderen betreut werden müssen, um Spiele zu machen (Idee zweier Mannschaften aus einem gemeinsamen Trainingspool). 16 Spieler sind zu viel in dem Alter für einen Trainer! Punkt.


    Dein Training ist gut, aber es wäre noch viel besser!


    Spiele gibt es nur für die TOP8 - ausser ein Elternteil hilft und übernimmt die anderen 8.


    Freundlich sein und Konsequenzen aufzeigen. Konzentration auf die 8 Spieler, die Spiele spielen - Rest läuft mit und ist Spielpartner für das Abschlusspiel.

    Das hört sich ggf gemein an. Ich finde es gemein, dass unter 30 Eltern keiner hilft.

  • Spiele gibt es nur für die TOP8 - ausser ein Elternteil hilft und übernimmt die anderen 8.

    Im Fußball 3 bei der U8 sind das auch 2 Teams. D.h. man braucht auch hier ein Elternteil um ein Team zu betreuen.

    Im Fußball 5 bei der U8 sitzen 3 auf der Bank - wenig förderlich.


    16 Kinder sind optimal. Da kannst du 3-4x Fußball 3 oder 3x Fußball 5 spielen lassen und alle Kinder spielen. Und ja, da brauchst du mehr Betreuer - die müssen aber nicht ein Training leiten. Und ein (Co-)Trainer*in müsste am Wochenende nicht dabei sein.

  • Mal was anderes. Und zwar Vereinsorganisation.


    Als ich in unserem (Dorf) Verein Trainer geworden bin, hatte ich noch ein ganz anderes Bild vom Verein. Mir waren zwar keine Interna bekannt, aber nach außen wirkte das auf mich wie eine gut geölte Maschine. Dachte als Trainer kümmert man sich um die Mannschaft, ums Training und im die Spiele.


    Aber falsch gedacht.

    Irgendwie läuft gar nichts, man muss alles selber machen.

    Ohne Eigeninitiative passiert gar nichts.

    Und als Trainer muss man sich um weit mehr, als um die Belange der Mannschaft kümmern.


    Es fängt beim Spartenleiter an. Der macht den Job nur gewungenermaßen weil sich ansonsten niemand für den Posten finden ließ. Und das merkt man. Er kümmert sich um fast nichts. Und das gibt er auch offen zu. Wenn man von seinem Spartenleiter mehr erwarte, möge man sich bitte einen anderen Spartenleiter suchen. Und der Hauptverein hält sich aus allem komplett raus. Trainersitzungen werden viel zu selten abgehalten (vielleicht 3x pro Jahr), ergo kann gar nicht sauber geplant werden.


    Dann gibt es natürlich das übliche Problem des Trainermangels. Notgedrungen werden immer wieder Väter und Mütter als Trainer rekrutiert. Kennen sicher die meisten von euch. Meistens wird sich aber viel zu spät gekümmert, so dass den neuen Coaches kaum Zeit bleibt, rechtzeitig know-how für die neue Aufgabe aufzubauen. Immerhin werden die Kosten von Qualifizierungsmaßnahmen und Lizenzen vom Verein getragen. Aber ob betreffende (neu)Trainer sich qualifizieren oder nicht und welche Qualität das Training aufweist, wird in keinster Weise geprüft. Das sieht vermutlich nieman als seine Aufgabe und man hat vermutlich ohnehin Angst, Trainer durch zu kritische Beobachtung zu verlieren.

    Immerhin: Jetzt wollen wir eine regelmäßige Trainer-interne Sitzung einberufen, in der es ausschließlich um Austausch zu Trainingsinhalten gehen soll. Also quasi gegenseitige Schulung. Natürlich wieder nur auf Eigeninitiative der Trainer hin.


    Bis vor Kurzem hatten wir einen richtig guten Trainer im Verein, der den Posten des Jugendwarts übernommen hatte. Viel Erfahrung, viel Know How, hat zeitweise bei einem NLZ gearbeitet, sehr organisiert, kommunikativ, bzw. kann gut mit Menschen umgehen (sowohl mit den Kindern, als auch mit Erwachsenen). Und nicht zuletzt vor allem sehr sehr engagiert und wollte viele Verbesserungen umsetzen. Aber...das ist leider alles durch Stillstand oder gar ablehnende Haltung seitens Vereinsführung im Sande verlaufen. Die Konsequenz war dann, dass dieser Trainer sich dann lieber woanders beworben hat, wo die Arbeit vermutlich mehr Früchte trägt.


    Dazu das ewige Geldproblem. Kein Geld für Irgendwas. Viele Trainer beschaffen Materialien auf eigene Kosten. Wenn das über den Verein läuft, dauert es ewig und man muss ständig nachfrage. Ohne Nachfragen verläuft es im Sande. Oder man bekommt gleich gesagt, dass dafür kein Geld ist. Diese Hallensaison gab das Budget nur ein Hallenturnier (Startgeld) pro Mannschaft her.
    Dabei sind die Monatsbeiträge für den Verein lächerlich gering. 5€ plus 3€ Spartenzuschlag pro Monat. Jeder Handyvertrag ist teurer, jeder Streamingdienst, Fitnessstudios sowieso, etc. Ich hatte schon mal vorgeschlagen, den Beitrag mal zu erhöhen, aber da wurde direkt abgewunken.


    Letztlich wird die Sparte nur durch Engagement einzelner (damit meine ich nicht nur die Trainer. Gibt noch weitere, die ihre Wochenenden unentgeldlich und ohne dass sie Kinder im Verein haben, dem Verein widmen) zusammengehalten. Und gedankt wird's denen natürlich auch nicht (naja stimmt nicht...die Schachtel Merci-Schokolade zum Saisonende gibt es schon noch). Da brauchen jetzt nur mal zwei drei wichtige Personen die Flinte ins Korn werfen und das Kartenhaus bricht zusammen.


    Naja klar...so kleine Dorfvereine haben wohl häufig solche oder ähnliche Probleme, wo die Beteiligten ihre Arbeit quasi unentgeldlich machen. Aber das kann es doch irgendwie nicht sein.

    2 Mal editiert, zuletzt von Lindmann ()

  • Danke für diesen Beitrag. Und ein arroganter Krösche aus seinem Wolkenkuckucksheim meint, der Nachwuchs würde nicht gut genug ausgebildet. Lass Kröten rüberwachsen, dann können wir auch besser "ausbilden". Aber nein, der uns fehlende Beitrag wird dann für Asienreisen ausgegeben, bei denen man weitere Kunden für Sky&Co. generieren kann. Deshalb kauft man auch einen Südkoreaner, statt einem deutschen Nachwuchstalent mal die Chance zu geben. FU Krösche.