Beiträge von golfstrom

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Schwimmen hat mich erst zweitrangig etwas mit Sport zu tun.

    nicht dein Ernst... mach mal den Fernseher an, aktuell sind Europameisterschaften.


    Und was meinst du, welche körperliche Leistung es für einen Vierjährigen ist, eine ganze Bahn zu schwimmen?

    Ich meine damit, dass Schwimmen erstrangig eine Fortbewegungsform ist, die jeder können sollte, und zweitrangig eine Sportart ist, die man als Hobby betreiben kann.

    Natürlich weiß ich, welche körperliche Leistung dahintersteckt und dass Schwimmen auch Sport ist.

    nicht dein Ernst... mach mal den Fernseher an, aktuell sind Europameisterschaften.

    Golfstrom meint doch das Schwimmen an sich. Das "im Wasser nicht untergehen". Gehen ist auch eine Sportart, ich würde aber nicht auf die Idee kommen, wenn ich zum Bäcker gehe zu sagen "ich habe eben Sport gemacht".

    Richtig, so sehe ich das auch.


    Ich finde es super, wenn Kinder sich für den Schwimmsport interessieren und diesem mit starker intrinsischer Motivation nachgehen.


    Aber grundsätzlich sollte jedes Kind das Schwimmen erlernen. Da sollte für mich keine Freiwilligkeit dahinterstecken.

    Und Kinder, die aus Elternhäuser kommen, welche sich dort nicht hinterklemmen, sollten auch nicht einfach Pech haben, sondern da muss meiner Meinung nach Vater Staat dahinterstehen und sicherstellen, dass jedes Kind das Schwimmen erlernt.


    Meint also, für mich sollte der Schwimmunterricht als Zwangsfach in den Schulen wieder eingeführt werden, sodass sichergestellt ist, dass jedes Kind das Schwimmen erlernt. Aktuell ist es leider abhängig von den Elternhäusern.

    Wenn du schon einfluss nehmen willst, dann mach mit deinem Kind einen Schwimmkurs.

    Danke 👍

    Ein wirklich sehr sehr wichtiger und guter Hinweis, der Leben retten kann.

    Schwimmen hat mich erst zweitrangig etwas mit Sport zu tun. Erstrangig ist es für mich eine Fortbewegungsform, die jeder gesunde Mensch können sollte. Wer schwimmen kann, geht mit dem Element Wasser ganz anders um.

    Wir als Eltern haben die Verantwortung dafür zu sorgen, dass unsere Kinder das Schwimmen erlernen.

    Hier ist mittlerweile alles von den Vorrednern gesagt worden, nur noch nicht von Jedem.

    Deswegen hier auch mein Statement ;)


    Mit 4,5 Jahren muss sich dein Kind für keinen Sport entschieden haben. Auch mit 8 Jahren, 10 Jahren oder 15 Jahren muss man sich nicht entscheiden.

    Wir sprechen hier von einem Hobby!

    Hier mal die Definition von Hobby reinkopiert:

    Ein Hobby (Plural: Hobbys) ist eine Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig zum eigenen Vergnügen oder zur Entspannung betreibt.


    Das sagt eigentlich alles aus!

    "Freiwillig" und "Vergnügen" sind dabei die entscheidenden Worte.

    Gebe deinem Sohn in den nächsten Jahren die Chance verschiedenste Sachen auszuprobieren!

    Beobachte, wofür er Begeisterung erzeugt und wofür er vor allem eine intrinsische Motivation erzeugt.

    Hier mal die Definition von intrinsischer Motivation:

    Intrinsische Motivation ist der innere, selbstbestimmte Antrieb, eine Tätigkeit um ihrer selbst willen auszuüben. Der Anreiz liegt direkt in der Handlung oder der Freude am Prozess, wie bei Neugierde, Spaß oder persönlicher Erfüllung, völlig frei von äußeren Belohnungen oder Druck.


    Und wenn er für keinen Sport eine starke Eigenmotivation erzeugt, dann ist das so.

    Dann versucht weitere mögliche Hobbies aufzuzeigen!

    Hobbys können auch Geocaching, Instrumente, Theaterspiel, Modellbau, usw. sein.

    Nicht jeder Mensch macht gerne Sport. Und er ist deswegen kein schlechter Mensch.


    Sei offen und versuche nicht deine Hobbies auf die Kinder zu übertragen!

    Häufig bilden Kinder die selben Hobbies wie ihre Eltern, weil die Eltern natürlich als Vorbilder dienen und die Kids sehen, wieviel Begeisterung und Spaß das Elternteil bei dem jeweiligen Hobby hat.

    Und dann habt ihr die schönste Konstellation - nämlich ein gemeinsames Hobby, welches Gesprächsstoff bildet und gemeinsame Aktivitäten schafft.

    Aber als Elternteil sollte man sich auch für andere Hobbies der Kids begeistern können, auch wenn es nicht das eigene Hobby ist.


    Dirk Coerverfan - Liest sich alles großartig, aber aus meiner Erfahrung heraus in der Praxis kaum umsetzbar.

    Ich bin ebenfalls in einem Dorfverein und in vielen Jahrgängen haben wir aufgrund der Menge an Kids gar keine Möglichkeit den Jahrgang nach Leistung aufzuteilen.


    Ich habe also schon sehr häufig heterogene Gruppen trainiert.

    Aus meiner Sicht leiden am meisten die leistungsstarken Spieler in einer heterogenen Gruppe. Sie haben zu schwache Mitspieler, um in den Spielformen wirklich gefordert zu werden. Ja, natürlich versucht man die stärksten Spieler häufig gegeneinander spielen zu lassen, aber immer ist das eben nicht wirklich.

    Zudem frustriert es sie oftmals, wenn sie grandiose Bälle zu schwächeren Mitspieler spielen und diese damit aufgrund ihrer Entwicklung noch nichts anfangen können. Natürlich kann ich moderieren und erklären und Verständnis erzeugen, aber rein faktisch bremst es ihre Entwicklung aus.

    Ich empfehle in den meisten Situationen diesen Spielern dann einen Vereinswechsel zu einem besseren Verein.


    Wenn wir bei uns im Verein die Chance hatten und genügend Kids hatten, haben wir meistens nach Leistungsstand aufgeteilt. Die Gruppen waren aber eng verzahnt und es gab immer Möglichkeiten auch in die stärkere Gruppe aufzusteigen.

    So konnten wir gezielt Training nach Entwicklungsstand durchführen und die Spieler hatten aus meiner Beobachtung heraus mehr Spaß am Training.

    Die meisten Diskussionen hatten wir in der Regel mit den Eltern, die ihren Sprössling natürlich am liebsten in der stärkeren Gruppe gesehen haben. Hatte aber häufig damit zu tun, dass sie die Spiele zu ergebnisorientiert verfolgt haben und das stärkere Team natürlich hier besser dastehen konnte.

    Dass es verschiedene Wege gibt und man mit unterschiedlichen Herangehensweisen erfolgreich sein kann, ist doch das Schöne am Fußball und auch einer der Hauptgründe, warum er weltweit so beliebt ist.


    Im Halbfinale der Weltmeisterschaft standen mit Spanien, Argentinien, Frankreich und England vier Teams, die sowohl in der Ausbildung ihrer Spieler als auch in ihrer taktischen und spielerischen Ausrichtung sehr unterschiedliche Philosophien verfolgen.


    Wir sollten deshalb nicht zwangsläufig nur einem einzigen Weg folgen.
    Unterschiedliche Konzepte in den Nachwuchsleistungszentren können dazu beitragen, vielfältigere Spielertypen auszubilden und ein breiteres Spektrum an Fähigkeiten zu fördern.


    Gerade im deutschen Fußball zeigt sich, dass wir über viele Jahre einer ähnlichen Denkweise gefolgt sind. Uns fehlt heute vor allem Vielfalt. Bestimmte Spielertypen bringen wir mit den aktuellen Methoden kaum noch hervor.


    Deshalb wäre ich dafür, nicht nur eine einzige Philosophie zu verfolgen und alle anderen Sichtweisen zu verteufeln.


    Vielmehr würde der DFB gut daran tun, mehrere bewährte Konzepte und Methodiken anzubieten, die sich idealerweise an erfolgreichen internationalen Vorbildern orientieren. Die Nachwuchsleistungszentren und Vereine könnten dann selbst entscheiden, welche Ausrichtung sie für ihre Arbeit als die richtige ansehen.

    Bei den Nationalteams selber sollte man dann natürlich schon einer Idee folgen, die aber mit unterschiedlichen Spielertypen viel besser gefüttert werden kann. Auch wenn Plan A nicht funktioniert und man für Plan B noch andere Spielertypen im Kader hat, kann das sehr helfen.

    Funino-Fan Wir bieten Breitensport und ab der D-Jugend Leistungssport an. Für Bambini gibst du nur dein Führungszeugnis ab und wirst dann der Mannschaft zugeordnet. 1x Im Jahr eine Trainersitzung, dass uns Ausbildung wichtiger ist als Ergebnisse und das wars. Man bittet darum das Kindertrainerzertifikat zu machen. Das wird auch bezahlt. Sowie die Trainerlizenz, wenn man sich für 3 Jahre verpflichtet eine Mannschaft zu leiten. Aber in den kleinen Altersklassen wird sich wenig eingemischt. Ab den Lande- und Verbandsliga-Teams können auch schonmal Trainer fliegen....

    Ganz typische Struktur. Wirst du so und in leicht abgewandelter Form in 85% der Vereine erleben.
    Es ist ganz oft vom Glück abhängig, dass die Vereine modern und gut agierende Trainer haben.


    In den seltensten Fällen wird eine Philosophie oder ähnliches vorgegeben und noch seltener wird diese Philosophie auch konsequent umgesetzt.


    Wenn Vereine gut entwickelte Teams haben, ist das fast immer von der persönlichen Expertise und dem Engagement des jeweiligen Trainerteams abhängig.

    Ja, sehe ich auch so, dass Nagelsmann hier nicht das beste Bild abgegeben hat.

    Aber er hat als verhältnismäßig junger Trainer und im Bereich der Nationalmannschaften und WM/EM-Turniere auch komplett unerfahrener Trainer auch ein sehr verantwortungsvolles und anspruchsvolles Amt übernommen.

    Das er da nicht komplett fehlerfrei agiert, liegt in der Natur der Sache. Ich fand ihn in Kombination mit Sandro Wagner auch deutlich besser. Der Abgang von Wagner hat, von meinem Gefühl her, dort eine Lücke hinterlassen.

    Aber Nagelsmann ist intelligent genug, um sich zu reflektieren und zu hinterfragen und er wird für zukünftige Stationen auch wertvolle Erfahrungen mitgenommen haben. Vielleicht kam dieses Amt bei ihm einfach 10-20 Jahre zu früh.

    Mich wundert ja, dass viele Trainer meinen, es läge am Trainer.

    Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß, dass der EInfluss des Trainers auf ein Spiel gering ist.

    Das sehe ich komplett anders, nicht nur im Profisport sondern auch im Amateursport.


    Der Einfluss auf das Spiel direkt ist sicherlich geringer, als man vermutet.

    Aber der Trainer ist ja auch für das gesamte Drumherum verantwortlich.


    Spielidee: Also angefangen von der Spielidee einer Mannschaft. Habe ich eine Spielidee, mit der sich die komplette Mannschaft identifizieren kann und kann ich diese Spielidee sowohl theoretisch als auch praktisch vermitteln, sodass das Team diese Idee kontinuierlich umsetzen kann.


    Grundatmosphäre/Mentalität: Habe ich eine Leistungsatmosphäre und Atmosphäre der Hilfsbereitschaft in der Mannschaft. Ist das Team bereit in jeder Situation eines Spiels über sich hinauszuwachsen und ist jeder Spieler bereit seinem Mitspieler in jeder Situation eines Spiels bedingungslos zu helfen. Die Argentinier sind hier meiner Meinung nach seit einigen Jahren bei den Nationalmannschaften absolute Weltspitze. War gestern wieder eindrucksvoll zu sehen. 90% der Teams wären nach dem 0:2-Rückstand gegen Ägypten ausgeschieden.

    Diese Mentalität und Atmosphäre muss ich als Trainer einer Mannschaft vermitteln. Dafür reicht nicht eine Ansprache, sondern das fängt mit Vorleben von Mentalität an und hört mit der richtigen Kaderzusammenstellung und Bildung von Hierarchien auf.


    Taktik: Bereite ich die Mannschaft korrekt auf die Gegner vor. Kann ich der Mannschaft auch schnell einen Plan B geben, wenn Plan A nicht klappt. Kann ich die entsprechende Taktik gut vermitteln, schaffe ich es die Taktik an die Stärke des eigenen Teams anzupassen.


    Außendarstellung: Als Trainer von Profiklubs und Nationalmannschaften ist dieser Punkt auch sehr wichtig. In Frankfurt hat man jetzt im letzten halben Jahr sehr eindrucksvoll gesehen, wie eine mangelhafte Außendarstellung extrem negative Einflüsse nehmen kann. Man macht sich Baustellen auf, die niemand braucht. Der Fokus kann vom eigentlichen Spiel wegrücken. Nagelsmann hat hier bestimmt auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Tuchel hat sich bei Bayern München auch durch eine schlechte Außendarstellung aus dem Amt genommen. Trainer wie Hitzfeld, Kovac, Sebastian Hoeneß sind hier bspw. sehr stark.


    Kommunikation: Auch ein wichtiger Punkt. Wie kommuniziere ich mit den Spielern. Wie schaffe ich es Autorität zu erzeugen und trotzdem nahbar zu bleiben als Trainer. Habe ich eine Redekultur in der Mannschaft. Können Probleme und Unsicherheiten offen und transparent kommuniziert werden. Wie moderiere ich die Spieler im Kader außerhalb der Startelf.


    Also ich bleibe dabei. Der Trainer ist die wichtigste Person in einem Verein und einer Nationalmannschaft.

    Es gibt so viele Beispiele, wo allein ein Trainerwechsel die Situation eines Vereins und einer Mannschaft signifikant verändert hat.

    Jürgen Klopps Einstellung beim BVB hat die Situation von Borussia Dortmund innerhalb von 5 Jahren um 180 Grad gedreht.

    Sebastian Hoeneß Einstellung beim VfB Stuttgart hat aus einem Abstiegskandidaten einen deutschen Spitzenverein gemacht innerhalb von 3-4 Jahren.

    Vincent Kompanys Einstellung beim FC Bayern München hat komplette Ruhe reingebracht usw.

    Bayer Leverkusen schafft es mit Xavi Alonso und dessen Auftreten, Netzwerk, Methodiken und Einstellung namhafte Spieler zu holen und holt sensationell erstmals in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft und zudem den Pokalsieg. Mit dem Abgang von Alonso verlassen auch zahlreiche namhafte Spieler den Verein und der Verein fällt wieder auf die Stärke zurück, wo er vor Alonso auch war.

    Ja, Fakt ist - wir haben keine Weltklassedribbler und auch keine Weltklassestürmer.
    Dadurch können wir nur über unsere technisch starken Mittelfeldspieler wie Wirtz, Musiala, Havertz oder jetzt bei diesem Turnier Nmecha Torgefahr erzeugen. Sane seine Dribblings sind viel zu ausrechenbar. Gnabry haben wir schmerzlich vermisst bei dieser WM.


    Musiala hatte bei der WM2022 und EM2024 durchaus starke Dribblings und 1:1-Situationen dabei gehabt, aber von diesen damaligen Stärken ist seit seiner längeren Verletzung auch bei den Bayern kaum noch etwas übrig geblieben. Ich befürchte ein wenig, dass er ein zweiter Götze wird, der seine stärksten Karrierejahre zwischen 17-22 hatte.


    Ich glaube schon, dass wir mit der richtigen Einstellung, Mentalität und Taktik uns unter den besten 5-6 Teams weltweit bewegen können und Viertelfinals/Halbfinals erreichen können, aber dazu brauchen wir auch auf der Trainerbank absolute Weltklasse.

    Jürgen Klopp - bitte übernehmen!

    Sehe ich fast genau so. Bei Baumann weiß ich nicht. Bei Woltemade müsste man evtl. mal abwarten, ob er sich in einem Team halbwegs als Stammspieler etabliert. Für dieses Turnier war er nicht bereit.

    Kimmich finde ich als Person und Familienvater sympathisch, aber er steht letztlich für das Versagen bei den letzten Turnieren. Von ihm werden keine besonderen Impulse oder Siegermentalität zu erwarten sein. Daher ist es m.E. besonders wichtig, dass er rausgenommen wird.

    Genau an dieser Stelle (Familienvater Kimmich) bin ich komplett anderer Meinung seit ich die Doku gesehen habe. So familienfremd kann man doch fast nicht sein.

    Woltemade würde ich noch eine Chance geben. Generell würde ich jetzt Spieler unter 25 Jahren testen, testen, testen

    Kimmich sehe ich nachwievor als Säule in diesem Team. Insbesondere bei Bayern hat er eine starke Saison hinter sich und sich auf Weltklasseniveau bewegt. Er war meiner Meinung nach nur komplett auf der falschen Position im Einsatz. Wie übrigens bei allen großen Turnieren zuletzt. Er bewegt sich meines Erachtens nur im zentralen Mittelfeld auf hohem internationalen Niveau. Als RV sehe ich ihn aufgrund Geschwindigkeitsdefiziten und mittlerweile auch schlechter Positionstreue nicht mehr auf hohem Niveau. Das war er lediglich in seinen sehr jungen Jahren.

    Ich verstehe die Rückholaktion rein sportlich schon. Ich denke da gibt es im deutschen Fußball nachwievor nicht viele Torleute, die besser sind. Zudem hat er auch international natürlich ein enorm hohes Standing.

    Was diese Rückholaktion allerdings menschlich im Team ausgelöst hat, kann man sich nur denken. Die Wahrheit werden wir vermutlich nie oder erst deutlich später erfahren.

    In meinem Landesverband finden bis zur A-Jugend in den Ferien und auch an langen Wochenenden usw. keine Pflichtspiele statt. Das muss unbedingt diskutiert werden bei euch.


    Ansonsten kannst du innerhalb der Ferien in einem Breitensportverein nichts Verpflichtendes ansetzen.

    Ich würde in jedem Fall in den Sommerferien eine mindestens 3-4wöchige Pause ansetzen.

    Aus meiner Erfahrung heraus erzeugt dies auch neue Motivationen und wieder einen neuen Kitzel bei den Kids.


    Ich war früher auch mal sehr motiviert und habe Trainingspausen in den Ferien sehr gering gehalten und beobachtet, dass die Kinder teilweise satt und müde wirkten. Kleine Pausen setzen wieder neue Reize und die Kinder sind motivierter und lernwilliger bei den existierenden Trainings. Also Qualität vor Quantität.


    Ich gehe meistens mit dem Ferienbeginn im Sommer in eine 4wöchige Trainingspause und starte dann in den Sommerferien in den letzten 2 Wochen wieder mit dem Training. Meistens sind dort dann 50-60% der Jungs wieder dabei. Am letzten Sommerferienwochenende sind sehr viele Kids meistens wieder verfügbar, dort könnte man nach Abfrage sogar eine Art Trainingslager planen.


    In den zweiwöchigen Oster- und Herbstferien habe ich zumeist mindestens eine einwöchige Trainingspause. Osterferien tendenziell sogar beide Wochen trainingsfrei. Weihnachtsferien sind normalerweise auch zwei Wochen Trainingspause. Winterferien eine Woche Trainingspause.

    Wobei ich Punkt 4 als am ehesten korrigierbar halte. Ich glaube hier könnte mit einem Trainer Jürgen Klopp schon sehr schnell eine deutliche Verbesserung erzielt werden, wenn mehr Fokus auf Mentalität und Teamspirit gelegt wird.

    Das ist definitiv eine der Kernkompetenzen von Klopp in all seinen Mannschaften gewesen. Er hat es immer geschafft, eine gute Hierarchie zu entwickeln und seine Teams hatten immer eine sehr starke Mentalität. Und mit bspw. Kimmich, Schlotterbeck, Raum, Undav oder auch Woltemade gibt es durchaus echte Typen und Leader im deutschen Fußball.


    Für mich war und ist bspw. Manuel Neuer überhaupt keine Führungsfigur. Er wurde schnell nach den Rücktritten von Schweinsteiger und Lahm in eine solche Rolle gepresst, aber er spielt auf einer Position, wo er auf dem Feld nur wenig Einfluss in diese Richtung nehmen kann.

    Und wenn ich ihn so in den Interviews und Pressekonferenzen zuhöre und auf und neben dem Feld so beobachte, ist er alles andere als ein echter Leader.

    Er geht mit Leistung voran, aber definitiv nicht mit Charisma, Führungsstärke und Ausstrahlung.

    okay. Viele sehr interessante Meinungen hier nach dem WM-Aus unserer Mannschaft.

    Ich habe im Laufe der letzten Woche mal eine Analyse aus England gesehen, die die Ursachen für das erneute frühe WM-Aus mal beschrieben hatten. War mal sehr interessant einen Blick von Außen zu lesen.

    Hauptargumentationen der englischen Experten waren folgende Dinge:

    1. Sehr viele gut ausgebildete Spieler, aber keine Unterschiedspieler. Man hat kritisiert, dass Deutschland sehr viele vielseitig und gut ausgebildete Fußballer insbesondere für das Mittelfeld ausbildet, aber wenig Spieler ausbildet mit Ausnahmetalent.

    2. Keine Stürmer mehr von hoher internationaler Klasse. Man hat angemerkt, dass Deutschland früher eine hohe Anzahl von Ausnahmestürmern hatte wie Müller, Rummenigge, Klinsmann, Völler und später Klose und Gomez und angemerkt, dass dies seit 10-15 Jahren nicht mehr der Fall ist und Deutschland keine Weltklassestürmer mehr hat.

    3. Billige Kopie der spanischen Spielidee von vor 15-20 Jahren - das las sich relativ provokant - aber man hat angemerkt, dass Deutschland die Spanier nach deren Erfolgen vor 10-15 Jahren kopiert hat, aber auch die Weiterentwicklung des spanischen Fußballs nicht berücksichtigt hat. Die Spanier und auch Guardiola hatten vor 15-20 Jahren einen sehr extremen Ballbesitzfußball, der seinerzeit sehr erfolgreich war, aber nach 5-10 erfolgreichen Jahren sich ebenso abgenutzt hatte. Die Spanier waren zwischen 2014 - 2022 mit ihrer Nationalmannschaft nicht sonderlich erfolgreich und mussten ihren Fußball erst hinterfragen und weiterentwickeln, um seit 2023 wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Seitdem spielen sie deutlich variabler, mit Fernschüssen, Tiefenbällen und auch Flanken und konnten wieder an alte Stärke anknüpfen. Zudem haben sie mit Yamal und auch Nico Williams echte Flügelspieler, die mit 1:1-Dribblings enge Situationen außen lösen zu können. Die Spanier kombinieren ihre klassischen Stärken wie Ballbesitz und Teampressing mit Individualität und Kreativität und konnten so wieder den Weg zurück in die Weltspitze schaffen. Die Deutschen hängen noch auf dem spanischem Niveau von vor 15-20 Jahren fest, während der Weltfußball sich weiterentwickelt hat.

    4. Fehlende Mentalität - erfolgreiche deutsche Mannschaften, so die englischen Experten, hatten häufig eine sehr starke Mentalität auf dem Feld. Mit echten Leadern, die vorangehen. Auch mal einer dreckigen und sehr ergebnisorientierten Spielweise und einer sehr großen Stärke in engen und ausgeglichenen Spielen. Mittlerweile sei die deutsche Mannschaft sehr wacklig, trifft in den entscheidenen Phasen der Spiele häufig falsche Entscheidungen und verliert erstmals ein Elfmeterschießen mit sage und schreibe drei verschossenen Elfmetern.

    kann ich sehr gut bestätigen, deine Aussagen.

    Wobei ich mittlerweile auch sehr stark erkläre, was die Vorteile von Vereinen sind und das Miteinander auch in den Mittelpunkt stelle.

    Teamevents und Abschlussfahrten haben bei mir (Trainer A- bis C-Jugend) nicht mehr nur einen fussballerischen Charakter mit Teilnahmen an Spielen/Turnieren etc.. Ich organisiere mittlerweile sehr häufig Teamevents mit Aktivitäten komplett außerhalb dem Fußball, um Erlebnisse zu schaffen.

    Das körperlich stärkere Kids bevorzugt werden, habe ich häufig schon bei den Stützpunktsichtungen gesehen. Dort hatten meine körperlich noch schwachen Kids immer Schwierigkeiten hineinzukommen.

    Ebenso habe ich in meinen Mannschaften, die sich im Breitensportbereich bewegen, schon häufiger Kids aus den benachbarten "Leistungsvereinen" übernommen und oftmals spielten sie dort wenig, weil sie körperlich nicht reif genug waren, um den Anforderungen in den Landesspielbetrieben erfüllen zu können.

    Liest sich sehr frustriert.
    C-Jugendliche werden ohne Hilfe ihrer Eltern Schwierigkeiten haben, dir sehr persönliche Abschiedsgeschenke zu erstellen.

    Das ist in dem Alter so.

    Das solltest du nicht persönlich nehmen. ChatGPT nehmen sie, weil sie es professionell machen wollen und es sich selbst nicht zutrauen. Sie meinen es gut und können noch nicht so unterscheiden, ob es persönlicher rübergekommen wäre, wenn sie selbst etwas geschrieben hätten. Die "persönlichsten und besten" Geschenke wirst du erhalten als Dank, wenn die Eltern hier das Heft in die Hand genommen haben.


    Auf die Antwort auf deine letzte Frage würde ich antworten, das war schon immer so.


    Ansonsten ist es natürlich nicht so fair, dass sie ihren Abgang scheinbar nicht angekündigt haben oder zumindest nicht das Gespräch gesucht haben vorab mit dir. Ich habe aber diese Erfahrung auch schon gemacht und dann hatte ich nochmal nachgebohrt bei den Jungs und sie gaben mir zu verstehen, dass sie in einer Diskussion mit uns Trainern sich rhetorisch nicht auf Augenhöhe gesehen hätten und die Entscheidung für sich treffen wollten. Also quasi Angst hatten uns weh zu tun mit ihrer Entscheidung und überredet zu werden oder keine richtigen Argumente dafür zu haben.

    Häufig sind die Gründe für Wechsel in dieser Altersklasse nicht die Trainer oder die Methodiken, die du anwendest. Das spielt bei den Jugendlichen nicht immer die entscheidende Rolle. Häufig sind die Gründe eher, dass sie mit Kumpel X oder Y zusammenspielen möchten, oder einfach eine andere Spielklasse oder andere Gegner/Sportanlagen mal spielen und ausprobieren möchte.

    Das gehört dazu und sollte nicht immer persönlich genommen werden. Manchmal sind sie auch genervt von Mitspielern oder möchten mal eine Veränderung.

    wie alle immer glauben, dass in 50 Minuten am Samstag sich alle Entwicklungen ergeben.
    Also in Wahrheit passiert die Entwicklung auch und vorallem (vor dem Spiel am Samstag) durch Bolzen in der Freizeit und Training im Verein.

    Ja, da muss ich auch immer nur schmunzeln.

    Bei einer angenommen Wachzeit von 112 Std in der Woche (7*16h) und evtl 2x1,5h Training kommt man auf grobe 3% der Wachzeit die mit Fussball verbracht wird.

    Wenn man die "freie Restzeit" (nach Schule und Hausaufgaben) der Woche mit 42h (7*6h) ansetzt, bist Du bei 7% der Zeit die mit Fussball verbracht wird.

    Absolut - meine Erfahrung in vielen Jahren als Trainer.


    Die besten Spieler waren jene, welche regelmäßig auch außerhalb der normalen Trainingszeiten gebolzt haben. Mit dem Bruder im Garten, mit den Kumpels auf dem Bolzplatz usw..


    Wenn eure Platzverhältnisse es hergeben, die Eltern und Kids Bock, dann bietet den Kids eine dritte Trainingszeit in der Woche an!

    Auch das bewirkt Wunder. Müssen keine 1,5 Stunden sein. Selbst eine Stunde intensives Zocken bringt richtig viel.

    Mein Lieblingsthema und vermutlich eine Thematik, die jeder kennt, der in einem Dorfverein oder weniger ambitionierten Verein trainiert.


    Meine Erfahrung ist ganz klar, dass in den Jahrgängen G, F und E überhaupt keine Ergebnisorientierung vorhanden sein darf. Wenn man von Anfang an seine Philosophie den Eltern beibringt, dann sind unterschiedliche Positionen, Rotationen und abgestimmte Wechsel auch überhaupt kein Thema. Es kann einzelne geben, die diesen Weg nicht mitmachen möchten, aber der Großteil, vorausgesetzt es wird konsequent gemacht und transparent kommuniziert, werden diesen Weg mitgehen und ab der D-Jugend davon auch profitieren.


    Profitieren in der Form, dass ihr nicht so ein eklatantes Leistungsgefälle haben werdet!

    Diese Leistungsgefälle kommen nämlich zumeist daher zustande, weil die sogenannten schlechten Spieler einfach deutlich weniger Spielzeit bekommen. Dadurch geht logischerweise von Jahr zu Jahr die Schere immer weiter auseinander.

    Die Trainer, welche diese Vorgehensweise anwenden, reden sich raus, dass ja die Lernkurve bei den schlechten Spielern nicht so vorhanden ist, dabei sind sie eigentlich von Anfang an das Grundübel und die Ursache dessen.


    Ja, man macht nicht aus jedem Spieler einen Lionel Messi. Aber konsequent identische Spielzeiten in G-, F- und E-Jugend wird die Schere nicht soweit auseinandergehen lassen und die weniger talentierten Spieler zumindest auf Breitensportniveau einsatzbereit machen.