Frustabbau-Thread

  • Hallo,


    vielleicht hilft ein solcher Beitrag ja nicht nur mir. :rolleyes:


    Und jeder von uns hatte sicher schon mal den Gedanken, wofür mache ich das Ganze eigentlich? Wir reißen uns den allerwertesten auf, um mehrheitlich fremden Kindern eine schöne Zeit zu ermöglichen. Und zum Dank gibts immer welche die rumstänkern.


    Bei uns hat am Wochenende der Co-Trainer die Brocken hingeworfen.
    Ein anderer Vater, mit dem wir schon häufiger aneinander geraten sind, war neuerdings des Co-Trainers "bester Freund", es wurde getuschelt und geredet. So lange, bis diese Saat aufgegangen ist. Da dieser Co-Trainer erfolgsorientiert spielen wollte ("die Kinder müssen sich weiter entwickeln") ist er allerdings auch auf Grund gelaufen denn wir haben andere Ziele. Vorrangig, die schwächeren an das Leistungsniveau heranzuführen, auf Ausbildung zu setzen und alle spielen zu lassen, eben nicht Erfolgs- sondern Erlebnisfußball. Dabei nehmen wir auch in Kauf, dass sich ggf. die Besten anders orientieren, denn das machen die dann sowieso irgendwann. Aber wir reden über Bambinis im Dorfverein!!!
    Nun hat also der Co-Trainer hingeschmissen.


    Jetzt schießt aber besagter Vater weiter quer! Und so langsam geht der mir gehörig auf den Senkel.
    Als wir letztens bei einem Turnier alles verloren haben, weil wir auf sehr ruhiges Coaching gesetzt hatten (nach einer Unterweisung durch den Kreisvorstand, die genau das gefordert hatte), stänkerte besagter Vater hinter unserem Rücken, dass wir "hilflos" seien.
    Aktuell "messen wir mit zweierlei Maß". Was genau er damit zum Ausdruck bringen will, hat er nicht erläutert. Wahrscheinlich passt es ihm nicht, dass wir bei einem FS letztens nur die Schwachen mitgenommen haben und seiner dort nominiert war. Dass die nominierten Kinder davon massiv profitieren, wenn die sonst Dominanten nicht dabei sind, interessiert diese Egomanen eh nicht. Da kann man 100 mal seine Motive in persönlichen Gesprächen darlegen.


    Wie das weiter geht, weiß ich zur Zeit noch nicht. Und das ist das doofe... mich machen diese Schwebezustände immer kirre.

  • Wir reißen uns den allerwertesten auf, um mehrheitlich fremden Kindern eine schöne Zeit zu ermöglichen

    Also, dafür kann nun niemand etwas, dass ihr keine Mannschaft aus eigenen Kindern zusammen bekommt?


    Ansonsten versteht ich auch nur "Bahnhof"? Für eine Bambini-Mannschaft beurteilt ihr Kinder nach Leistungen? Hier lohnt es noch nicht einam das Wort dafür in den Mund zu nehmen, weil es hierbei ausschließlich um den Spaß an der Bewegung geht, bei der der Ball hin und wieder mitspielt. Genau aus diesem Grund spricht man in der B-Jugend auch noch nicht von Training, sondern von Bewegungsspielen.


    Wenn man jedoch Diskussionen darüber führt, dann gibt es natürlich darüber unterschiedliche Meinungen, wer wo am besten profitiert und wer schließlich als Egomane in die Schublade gehört.


    Aber sei nicht traurig, wir haben alle am Anfang viel Bockmist gemacht, bis es dann langsam besser wurde! Das Hinfallen ist nur dann von Bedeutung, wenn man nicht gleich wieder aufsteht und erkennt, dass es viel leichter ist, eigene Schwächen zuzugeben, als sich über die Schwächen Anderer auszubreiten. Das ist doch reine Zeitverschwendung, denn dann kommen dovh wieder Andere, über die man sich aufregt!


    Bis man den Fussball besonnen betrachtet, vergehen schnell mal ein paar Jahre. Dann versteht man auch, dass man es nicht Anderen sondern nur sich selbst zuliebe macht und kann dazu stehen. Gönne dir also diese Zeit und wenn du eine Auszeit brauchst, dann nimm sie dir und lass es nicht Andere für dich entscheiden.

  • Auseinandersetzungen mit den Eltern gehören leider dazu. Ich habe die Erfahrungen auch beginnend mit der F-Jugend gemacht und das reißt auch nicht ab, wenn die Kinder älter werden. Leider sind meistens nie die Kinder das Problem, sondern die Eltern. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass man den Eltern erklärt, was man möchte und wenn die Eltern nicht damit einverstanden sind, sie sich einen anderen Verein suchen müssen. Das Problem hatten wir wieder kurz vor den Sommerferien, wo es wirklich zwischen uns Trainern und einem Vater eskaliert ist. Nach massiven Beschimpfungen durch ein Elternteil haben wir uns dann dazu entschlossen, dass der Junge bei uns nicht mehr spielen kann. Das tut uns einerseits für den Jungen leid, weil er ein guter Fußballer ist, aber man kann sich einfach nicht alles bieten lassen. Das haben wir dann auch bei der Mannschaftsbesprechung mit den Eltern zur neuen Saison kund getan und das auch mit der Jugendleitung abgestimmt. Das war jetzt das zweite Mal in fünf Jahren.
    Es ist wirklich ärgerlich, aber manchmal ist es einfach besser auf ein Kind zu verzichten, wenn die Eltern einem das Leben dauerhaft schwer machen. Weil es gibt immer wieder andere Eltern, die dann meinen Forderungen aufstellen zu können, weil man bei einem anderen Elternteil um der Liebe Friede Willen eingeknickt ist.


    Vielleicht findet Euer "leistungsbereiter Vater" ja einen neuen Verein, wo auch schon die Bambini so gedrillt und selektiert werden, wie er es sich wünscht. Ich habe zuletzt so meine Erfahrungen mit einer Fußballschule gemacht, die jetzt den Vereinsstatus erlangt hat. Für 50€ im Monat dürfen die Kinder da spielen und dann kann man auch erwarten, dass eine entsprechende Leistung mit passendem Ergebnis herauskommt (O-Ton des gegnerischen Trainers in der Halbzeitpause "wenn ihr die 10:0 schlagt, gibt es nachher eine Überraschung". Glücklicherweise haben meine Jungs nur acht Tore kassiert). Manche Eltern sind einfach nicht zu bremsen, wenn sie der Meinung sind, dass ihr Junior der neue Messi ist und meinen den Trainern vorzuschreiben, wie wann was zu passieren hat. Da wundert es einen nachher nicht, wenn es schon in der F-Jugend zu Spielabbrüchen kommt.


    Ansonsten muss man sich als Trainer auch im Klaren darüber sein, dass man in vielen Vereinen wenig bis gar kein Lob zu erwarten hat. Letztlich geben einem die Kinder etwas zurück und das sollte eigentlich auch zählen, wenn man sich für die Aufgabe entschieden hat.

  • Entgegen zu euren Erfahrung muss ich hier Beitragen das es bei uns eigentlich nie die Eltern der "guten Kinder" sind welche quer schießen. Von eben diesen gibt es meist kurz vor oder während der Wechselfrist einen Gesprächswunsch wobei Sie wissen möchten wer z.B. der Trainer wird, was dieser mit der Mannschaft vor hat, usw. Bisher konnten wir hier immer unser Konzept "konsequente Ausbildung bis in die D-Jugend" darlegen und es war anschließend den Eltern überlassen ob sie dies für ihre Kinder möchten. Obwohl wir gerade in den unteren Klassen alles andere als vorzeigbare Ergebnisse einfahren zeigt die Erfahrung das sich die Eltern mit unserem Konzept auseinander gesetzte haben und dies anschließend auch mittragen.


    Viel häufiger wird hier bei uns aus der anderen Richtung quer geschossen. Eltern welche eher selten bis nie auf dem Platz zu sehen sind möchten ihre Kinder als Superstar behandelt wissen und rufen abends beim Trainer an da "Maxi" sagte er hätte in der zweiten Halbzeit zu wenig gespielt. Der Mutter zu erklären das "Maxi" selbst den Platz verlassen hat da er wegen eines Gegentors bockte und "keine Lust mehr hatte" bringt hier keine Besserung. Immerhin ist es ja Aufgabe des Trainers die Kinder dann wieder zu Motivieren. Da schwillt mir echt der Kamm!


    Generell hilft mir hier der Tipp von TW-Trainer um wieder runter zu kommen. Überlege dir warum du das ganze machst. Auch wenn meine beiden Töchter im Verein spielen betreibe ich einfach zu viel Aufwand um nicht zu sagen "es macht mir einfach Spaß mit den Kindern zu arbeiten!". Das ganze ist also ein Hobby für mich von dem auch meine Kinder profitieren können. Sollten also die Frust Momente zu viele werden kann ich auch jederzeit eine Auszeit nehmen und mal eine Saison oder länger Aussetzen. Dafür waren aber bisher die Frust Momente (Stunden/Tage) zu wenig. Auch die positiven Rückmeldungen von den Kindern und auch den Eltern (die man auch gerne übersieht) holen mich meist schnell wieder aus meinem Tief heraus.


    Gruß
    Torsten

  • @TW-Trainer, natürlich ist der Begriff "Leistung" für den Kinderfußball eigentlich schwierig. Aber wir alle wissen doch, was gemeint ist und natürlich gibt es selbst bei Bambini schon gewaltige Unterschiede. Darüber brauchen wir doch nicht zu diskutieren, oder?


    Für den Kindertrainer einer "typischen Dorfmannschaft" ist das ein permanenter und schwieriger Balanceakt. Einerseits wird er ein Interesse daran haben, auch den Kasper irgendwie zu halten, der nur Blödsinn macht und eigentlich auch gar keine Lust auf Fußball hat, sondern halt da ist, weil der beste Kumpel auch da ist; und auch den Dicken, der nach dem Aufwärmen schon am Prusten ist und über Seitenstechen klagt; und auch den Tollpatsch, der ständig über seine eigenen Beine fällt statt mal einen Ball zu treffen. Warum wird er die halten wollen? Weil er sonst keine Mannschaft mehr zusammenbekommt ;)


    Große Vereine haben es da leichter. Da werden entweder die besagten Spieler auf der von irgendeinem völlig unqualifizierten Spielerpapa trainierten "Resterampe" geparkt; oder sie werden gar nicht erst aufgenommen (Ja, das gibt es sogar schon im Bambini-Bereich!)


    In einer Dorf-Kindermannschaft hat man im Extremfall die angesprochenen Spielertypen sowie soundsoviel einigermaßen talentierte Spieler und dann womöglich tatsächlich noch 1-2 Wunderzwerge. Diese Mischung bringt enorme Herausforderungen für den Trainer mit sich. Denn m.Mn. nach haben auch die herausragenden Spieler das Recht auf eine angemessene Förderung. Das braucht sehr viel Differenzierungsvermögen vonseiten des Trainers und gelegentliche Überforderung und Unterforderung für manche Spieler bleiben nicht aus.


    Dann gibt es neben den Trainern und den Kindern noch die Eltern. Natürlich gibt es sehr schwierige Eltern, kenne ich auch. Aber man muss auch die Eltern verstehen. Sie investieren eine Menge. Auch Geld, da ist nicht nur der Vereinsbeitrag zu nennen, auch die Benzinkosten. V.a. aber investieren sie sehr viel Zeit. Bei Turnieren geht ein ganzer Tag drauf – meistens ein Samstag oder Sonntag, jdflls. geht wertvolle Familienzeit drauf. Da hört sich "Erlebnisfußball" gut an. Aber wenn ich mein Kind zum Training fahre und zu Freundschaftsspielen und zu Turnieren und mein Kind gar nicht so talentfrei sehe, aber immer wieder "erlebe", wie die Mannschaft meines Kindes die Hütte voll kriegt, dann würde ich auch anfangen Fragen zu stellen. Und natürlich erwarte ich auch eine Entwicklung meines Kindes durch die Teilnahme am Training und an Wettkampfspielen. Wenn ich mein Kind beim Klavierunterricht anmelde, wird es vlt. kein Mozart, aber ich erwarte dann auch, dass mein Kind Fortschritte macht; sonst macht das keinen Sinn. Es ist m.E. auch ein Balanceakt zwischen "Erlebnis-" und "Ergebnisfußball".

  • Ich kenne auch Vereine, die schon bei den Sechs- bis Achtjährigen "Anmeldestopp" haben, eben weil sie schon z.B. vier, fünf F-Jugenden haben (mit 10+ Spielern jeweils) und sie eben nicht nach dem oben geschilderten Prinzip ("ahnungsloser Papa" für die "untalentierten") verfahren (wollen). Und da nun mal die Trainer rar gesäht sind (die guten sowieso), dann bleibt dann oft nichts anderes übrig. Platz und Zeit gibt es außerdem auch nicht unbeschränkt.


    Den Rest kann ich aus Elternsicht unterschreiben. Meine beiden Söhne haben zwar Trainer, die vieles so machen, wie sich das hier die meisten vorstellen, und das finde ich auch richtig gut (Rotation in jeder Hinsicht, viel 1:1, kein Rumgebrülle etc.), ich muß aber ehrlicherweise sagen, daß da auch meistens gewonnen wird. Was schlicht daran liegt, daß das gute Mannschaften sind mit vielen talentierten Spielern (beim älteren z.B. drei Stützpunktspieler). Wenn die jede Woche ne Klatsche kriegen würden, wäre ich wahrscheinlich nicht so überzeugt von dem Ganzen (auch wenn mir der Verstand, auch auf Grund dessen, was ich hier alles gelesen habe, sagen würde, daß das alles okay ist). Wer sieht schon seine Kinder gern permanent verlieren (oder gar Klatschen kriegen). Und auch Kinder verlieren nicht gern, das konnte ich schon mehrfach bei deutlich unterlegenen Mannschften beobachten, da wurde dann der Ball mit wenig Überzeugung aus dem Tor geholt und nur deshalb weitergespielt, weil es sein mußte, und nicht, weil es Spaß gemacht hat. (Auch wenn selbst hohe Niederlagen nach wenigen Stunden wieder vergessen sind.)

  • Also ich denke das beste ist einen Infobend einzuberufen, ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Hier legt ihr deutlich Euer vorgehen und Eure Ziele für die aktuelle Saison dar. Wichtig ist es auch dort gleich mal Leutchen für gewisse Tätigkeiten festzuhalten/binden. Mir kam auch mal einer Blöd, der immer der Meinung war wir würden es nicht richtig machen, blablabla. Ich habe Ihm dann den Ballsack und die Trillerpfeife in die Hand gedrückt, hab Ihm gesagt "da du es ja besser kannst übergebe ich mich mal kurz..." Das blöde Gesicht werde ich nicht vergessen. Nun ja alles in allem habe ich eine gesunde Elternschaft, ich kann nicht sagen, ob das durch die häufigen meist zum Saisonbeginn Infoabende gekommen ist, denke es aber schon.


    Allerdings habe ich auch schon andere extrem Negativfälle gehabt und habe auch wenn es mir für die Kinder leid getan hat, die Eltern des Platzes und nach Absprache mit dem Obmann sogar des Vereines verwiesen.

  • @TW-Trainer, natürlich ist der Begriff "Leistung" für den Kinderfußball eigentlich schwierig. Aber wir alle wissen doch, was gemeint ist und natürlich gibt es selbst bei Bambini schon gewaltige Unterschiede. Darüber brauchen wir doch nicht zu diskutieren, oder?


    Für den Kindertrainer einer "typischen Dorfmannschaft" ist das ein permanenter und schwieriger Balanceakt. Einerseits wird er ein Interesse daran haben, auch den Kasper irgendwie zu halten, der nur Blödsinn macht und eigentlich auch gar keine Lust auf Fußball hat, sondern halt da ist, weil der beste Kumpel auch da ist; und auch den Dicken, der nach dem Aufwärmen schon am Prusten ist und über Seitenstechen klagt; und auch den Tollpatsch, der ständig über seine eigenen Beine fällt statt mal einen Ball zu treffen. Warum wird er die halten wollen? Weil er sonst keine Mannschaft mehr zusammenbekommt

    Danke, ich war kurz verwirrt, ob ich in einem Paralelluniversum lebe. 8)


    Wir haben genau das beschriebene Team. Von allem etwas. Und warum wollen wir diese Kinder behalten? Wir könnten locker 8 Kinder heimschicken und unser Team würde immer noch gut besetzt sein. Tun wir aber nicht

    • weil wir ein Dorfverein sind
    • weil es kleine Kinder sind
    • weil der Kasper eh irgendwann von alleine geht
    • weil der dicke Paul sonst noch dicker wird
    • weil sich auch der Tollpatsch noch entwickeln kann
    • weil jegliche Prognose albern ist bei Kindern von 5 und 6 Jahren
    • weil wir uns (bis auf besagte Ausnahme) sowohl mit den Kindern wie auch mit den Eltern gut verstehen




    @Torte,
    das haben wir ja alles gemacht. Elternabend mit TOP und Protokoll.
    Es war da auch aus der Elternschaft gekommen, dass bitte auch die "Blümchenpflücker" zum Einsatz kommen mögen. In dem Zusammenhang haben wir auch klar zum Ausdruck gebracht, dass alle willkommen sind, trainiern und spielen sollen.
    Und wir waren kürzlich zu einem Zeltwochenenden, bei dem alle teilgenommen hatten bis auf besagte Familie. Auch da gab es zig Gespräche, es wurde gelacht und gespielt.


    Gestern war übrigens Training und natürlich ließen sich besagte Eltern nicht blicken sondern haben ihren Sohn per Fahrgemeinschaft abliefern lassen. So viel zur offenen Streitkultur!

  • @TW-Trainer, natürlich ist der Begriff "Leistung" für den Kinderfußball eigentlich schwierig

    weil es nur im Breitensport um die "goldene Ananas" geht, bei denen die jeweilige Leistung der Spieler einer Mannschaft keine Rolle spielt.


    Wer selbst von Leistung spricht, der darf sich nicht wundern, wenn auch die Eltern nach ihren Vorstellungen die Leistung ihres Kindes mit denen Anderer interpretieren.
    Es gibt dafür sehr gute "Elternbriefings" (von denen auch hier einige publiziert wurden), die den Trainern helfen, das Konzept des Kinderfussballs allen interessierten Eltern nahe zu bringen.



    Nun gibt es aber auch Eltern, die nicht auf Info-Veranstaltungen erscheinen, dafür aber am Rande des Spielfelds Randale machen. Für solche Fälle sollte man gerüstet sein, auch ihnen das Elternbriefing übergeben und ihnen klarmachen, dass die Regeln ausnahmslos gelten.


    Der Leistungsfussball hat andere Regeln. Hier darf der Ausbildungsbegriff wesentlich enger gefasst werden als beim Breitensport, wo es nur um dem Spaß am Hobby, nicht um den Spaß an der eigenen Leistung geht. Je dentlicher die Abgrenzung formuliert und gelebt wird, je seltener dürften Eltern mit Wünschen und Forderungen an die Trainer ihrer Kinder herantreten, die mit Breitensportinhalten nichts zu tun haben.


    Eine Abgrenzung vom Breiten- und Leistungssport findet auch nicht durch die Eltern oder Breitensporttrainer statt, sondern durch entsprechend ausgebildete Trainer im Leistungssport. Sie entscheiden über eine Förderungswürdigung nach einem speziellen Anforderungsprofil.


    Ich hoffe, dass die Differenzierung zwischen Breitensport als Hobby und dem Leistungssport mit dem möglichen Wunsch später Berufsfussballer zu werden deutlicher geworden ist und somit genervten Trainern helfen kann, sich erst gar nicht auf ein ihnen unbekanntes Terrain einer Leistungsbeurteilung zu begeben, weil dies in einem anderen Bereich des Leistungs- und Profifussball gehört. Lassen sie sich jedoch darauf ein, dann ist der Frust vorprogramiert, weil mit der Leistungsbeschreibung meist auch die des eigenen Kindes gegenüber denen anderer Kinder folgt, die eigentlich immer zu einer Sackgasse führt, in die man sich selbst hinein manövriert hat, weil man nicht rechtzeitig erklärt hat, dass der Begriff Leistung hier nichts zu suchen hat.

  • Vielleicht solltest du, lieber TW-Trainer, noch eine Vokabel mehr benutzen


    Ich benutze die Begriffe

    • Breitensport (Zumba, Rückengymnastik, Skifahren)
    • Leistungssport (alles im Ligabetrieb mit 2-3 mal die Woche Training)
    • Hochleistungssport (Profis und Spitzenamateure und alle, die in diesen Bereich reinwollen)

    Ich denke mit dieser Dreiteilung vermeidet man die meisten hier auftretenden Missverständnisse.

  • Vielleicht solltest du, lieber TW-Trainer, noch eine Vokabel mehr benutzen


    Ich benutze die Begriffe

    • Breitensport (Zumba, Rückengymnastik, Skifahren)
    • Leistungssport (alles im Ligabetrieb mit 2-3 mal die Woche Training)
    • Hochleistungssport (Profis und Spitzenamateure und alle, die in diesen Bereich reinwollen)

    Ich denke mit dieser Dreiteilung vermeidet man die meisten hier auftretenden Missverständnisse.


    Eben nicht. Auch Fußball ist ein Breitensport, kann aber als Leistungssport betrieben werden.



    Ich hoffe, dass die Differenzierung zwischen Breitensport als Hobby und dem Leistungssport mit dem möglichen Wunsch später Berufsfussballer zu werden deutlicher geworden ist


    Auch das ist nicht korrekt.
    Sorry, aber vor kurzem lief noch Olympia. Die Athleten dort, betrieben alle Leistungssport hatten aber einen anderen Beruf. Die Sportart die sie betreiben ist kein Hobby.


    Leistungssport: Die höchstmögliche persönliche Leistung zu erzielen. Der Sport hat Vorrang.
    Breitensport: Hobby, aber auch dort wollen einige eine Leistung zu erzielen. Sie verzichten dabei aber nicht auf ein Leben neben dem Sport. Der Sport hat nicht den Vorrang.

  • @RedDevil


    Ich denke mal, die meisten User werden den Satz schon richtig gelesen haben, wo es darum ging, dass ein Leistungssporter den möglichen Wunsch haben kann, später einmal Berufsfussballer zu werden. Daraus geht hervor, dass Leistungsfussball auch unterhalb des Profibereichs statt finden kann. Ferner grenzt es die Olympia-Sportler nicht aus, die einen anderen Beruf haben. Allerdings würde es sicher an dieser Stelle zu weit führen, wenn man ergänzt, dass eine bedeutende Anzahl dieser Olympia-Sportler in Einzeldisziplinen bei der Bundeswehr angestellt, bzw. dort für ihren Sport freigestellt werden, damit sich fürs Vaterland möglichst viele Medaillen holen.

  • *Frustabbau on:*


    Kennen das andere Kindertrainer auch: Die Kinder hören nicht zu, reagieren nicht auf Zuruf - zumindest nicht bei den ersten 4 mal? wenn man sie mal eine Übung aussetzen lässt glaubt man sie haben auf der Strafbank mehr Spaß als wenn sie mitspielen? Also Strafe verpufft. Manchmal meint man auch sie wollen absichtlich stören. Meist steckt das andere an und die Ruhe in der Truppe kippt ins negative. Übungen müssen 8 mal erklärt werden und trotzdem hört kein Kind zu ... Der Ausruf: Bälle liegen lassen animiert zum Gegenteil und die Bitte zuzukucken nehmen nur 2 von 12 wahr.
    Totzdem liebt ihr alle diese Knirpse und findet das Team geil - und auch aus betriebswirtsachaftlicher Sicht und Mannschaftssicht wäre es doof 8 Kinder rauszuwerfen.


    Die Eltern nehmen es wahr und versuchen zu helfen, scheitern aber an diesem Punkt der Erziehung kläglich. Den Kindern heutzutage scheint alles wurscht. Strafen werden nicht als solche wahrgenommen, Entzug des Hobbies nehmen sie nicht wahr weil 1000 alternativen da sind. Zuhören ist scheinbar zu schwer.


    Unfolgsam, Ignorant, Unaufmerksam, Gleichgültig und dabei noch extrem wehleidig - so nehme ich 6 von 10 Kindern wahr, ... Schnürsenkel so zu binden, dass die Schleife hält ist bei unter 8-jährigen nicht zu erwarten und dauert ca. 4 Minuten.


    Eine hose anziehen geht nur wenn Papa und Mama mithelfen.


    Anweisungen werden so krass fehlinterpretiert, dass man schreien möchte: Ansage: "Mustermann zieh mal dein Leibchen aus" - Ergebnis - 5 andere Kinder ziehen das Leibchen aus...


    Leute, das macht mich fertig, wenn ich manchmal glaube mein Hund versteht mehr Deutsch als meine U9...


    *Frustabbau off*

  • Ich möchte dir mal einen "Artfremden" Text zur Hand geben in der Hoffnung, dass du damit was anfangen kannst. Bitte lass dich nicht von den "Ohrfeigen" ablenken, die Aussage ist dennoch hilfreich *find* Ersetze Ohrfeigen z.B. gegen anschnauzen


    Aus einem Artikel, wo eine verzweifelte Mutter Rat sucht
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++


    ErZIEHung oder doch ErDRÜCKung?


    Klapse, Ohrfeigen, Strafen, sind DRUCKmittel und Zeichen, dass dem Betreffenden nichts eingefallen ist, was ZIEHT.
    Das bedeutet ganz konkret: Er kennt offensichtlich 50 % der Möglichkeiten nicht, und damit zeigt er eine riesige Schwäche.
    Wenn er sich dann noch selber austrickst und meint, zwei Klapse könnten erreichen, was einer nicht geschafft hat, offenbart er, dass ihm nicht nur die Sogwirkung fremd ist, sondern auch die 50% Druck nicht verstanden hat.


    Damit gibt ist der Weg in Burnout und Depression frei denn immer mehr Menschen leiden darunter, dass ihre Druck- und Kampfmittel verbraucht sind und nicht mehr wirken.
    Wenn wir also über den Augenblick hinausschauen, schaden Klaps und Ohrfeige niemand so sehr wie denen, die sie ausgeteilt haben.
    Es gibt eine ganz einfache und praktische Nagelprobe für wirkliche und wirksame ErZIEHung. Mit Druck wäre es ja ErDRÜCKung:
    Probiere das, was du mit dem Kind vorhast, zuerst mit dem Chef aus!


    Schon in 20 Jahren könnte das Kind Dein Chef sein.
    Wenn wir von unserem Chef was wollen und es geht schwer, lassen wir uns was einfallen, was ZIEHT. Bei Kindern und Menschen in der Hierarchie unter uns benutzen wir gewöhnlich nur körperliche Überlegenheit und Amtsmacht und machen DRUCK.
    Mit Druck können wir nicht zeigen, wie intelligent wir sind und wie vorteilhaft es wäre, uns nachzuahmen. Wenn ich dagegen meinen GEIST benutze, zeigt er mir, was ZIEHT, und mit der entstehenden Sogwirkung kann ich die Kräfte lenken.


    Weil das der Bauer verstanden hat, spannt er die Pferde nicht hinter sondern vor den Wagen. Daraus könnten wir für ErZIEHung was lernen.
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++

  • Btw, auch wenn mich jetzt einige für einen esoterischen Spinner halten: Kindergruppen sind Mondphasenabhängig. Immer kurz nach Vollmond kann man Kindergruppen knicken! Achte mal drauf. :D 
    An solchen Tagen kann man nicht mal nen Ball in die Mitte werfen und die Kinder "nur" spielen lassen, die hauen sich die Köppe ein. :S


    Wir kommen eigentlich ohne Strafen aus. Höchstens wenn die Kinder sich vollkommen daneben benehmen und z.B. einen anderen absichtlich treten o.ä.
    Wann kommt es denn zu den beschriebenen Situationen?

  • @Goodie
    Ich versuche mal den Bogen von deinem sehr guten Betracht über die Erziehung von Kindern zur Trainerarbeit zu schaffen.


    Als Vater oder Mutter wird man nicht geboren, man wird es einfach eines Tages mit etwas Glück. Irgendwie und auch mit viel Glück bekommt man es hin, obwohl einem niemand so recht sagen kann, wie das mit den Kindern so funktioniert? Beim ersten Kind ist man noch ängstlich, schnell auch mal überforder, beim Zweiten wird man schon etwas ruhiger und beim Dritten schon fast zu ruhig!


    Als Trainer wird man nicht geboren, man wird es einfach eines Tages mit etwas Glück. Irgendwie bekommt man es auch hin ..., aber mit fremden Kindern in einer größeren Gruppe ist es nicht so einfach draußen, als zuhause! Hinzu kommt, dass man selbst dann äußerlich ruhig sein soll, wenn man innerlich schon längst am kochen ist!


    Da helfen nur ein paar Tricks, die einem das Trainerleben ein wenig erleichtern können. Denn Spaß wollen ja alle haben, auch der Trainer!


    Hier sind sie also, die fiesen Tricks, mit denen die Kleinen und ihr Trainer bei Laune gehalten werden können:


    1. Pünktlichkeit
    Dafür sind die Eltern zuständig. Wer zu spät kommt, der muß sich ein wenig gedulden, bis die Übung fertig ist.


    2. Trainer-Infos
    a. die Trainingsgruppe zusammen kommen lassen
    b. Bälle liegen lassen
    c. Halbkreis bilden
    d. nur das Wesentliche in max. 3 Sätzen in der Sprache der Kinder formulieren


    2.a. Was mache ich mit Kindern, die stets nachfragen?
    Ganz einfach, nach dem 3. Satz kommt die Trainer-Info: "wer es noch nicht verstanden hat, stellt sich bitte hinten an und schaut bei den Anderen genau zu"! Die Kinder verstehen rasch, dass es sich lohnt, gleich beim ersten mal richtig hinzuhören, weil man sonst immer der/die Letzte bei der Übung ist.


    3. Wie kann ich die Kinder dazu bringen, mir zuzuhören?
    Ganz einfach, indem du ihnen Fragen stellst, die sie zum Mitmachen animieren.


    4. Manches ist gar nicht so wichtig!
    Lose Schnürsenkel, Ball wieder holen, Leibchen an-/ausziehen, das kann jedes Kind! Aber alle Kinder machen es anders, manche schnell, aber manche unendlich langsam. Wozu also die ganze Aufregung? Du kannst die Zeit nutzen, um dich kurz mit Eltern zu unterhalten und gleichzeitig ein Auge auf deine "Rasselbande" zu haben.


    Im Bambini- und F-Jugendalter sollte man die Übungsstunde mit einer Spielform starten, um einerseits den Bewegungsdrang der Kinder zu befriedigen und andererseits eine günstige Aufmerksamkeitsathmosphäre auf das Nachfolgende zu schaffen. Nach eienr kleinen Trink- und Regenerationspause freuen sich die Kinder auf ein nteressante und abwechselungsreiches Vergnügen rund um den Fussball.


    Ich weiß, für manche ist es so gar nicht vorstellbar! Aber Trainer ist man nicht, sondern man kann es nur werden! Probiert es aus und nehmt das, was ihr davon gebrauchen könnt mit. Denn mit ein wenig Methodik schafft ihr euch im Training Zeit, die ihr nützlicher verbringen könnt! Doch die beste Methode nützt nur dann, wenn man bereit ist zu improvisieren, denn nie ist es so, wie man es sich vor dem Training gedacht hat. Und damit es nicht zum Frusterlebnis wird, solltet mir lediglich einen "Roten Faden" (Inhalt und Zeitplanung) mitbringen, den ihr gemeinsam mit den Kindern weiterspinnt, sodass das Ende einer Übungsstunde viel zu früh kommt, weil alle gern noch weitermachen würden.


    Aber es gibt auch Tage, die wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Trotz großer Hoffnungen klappt einfach nichts! Man stellt sich die Frage: wofür mache ich das Ganze hier? Doch solange diese Tage die Ausnahme sind, kann man sie irgendwie ertragen, um sich über die besseren Tage noch mehr freuen zu können.


    Habt also nicht nur Geduld mit den Kindern, habt sie auch mit euch, denn Trainer wird man nur mit etwas Glück! Das Glück sind aber die Kinder, die dir das Gefühl geben, viel mehr zurück zu geben, als du erwarten durftest! Das Glück ist der Fussball, der auch dir immer wieder neue Geheimnisse preisgibt und neue Aufgaben und Herausforderungen stellt.