Beiträge von Lindmann

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    Gestern im Training gleich bei zwei Übungen, als ich gerade abpfeifen und zur nächsten Übung übergehen wollte:
    "können wir die Übung bitte noch etwas länger machen?"


    Sowas liebe ich ja. Wenn die Spieler Spaß an einer Übung haben und das auch sagen.

    Natürlich sage ich dann auch nicht nein.

    Das kannst du innerhalb einer Mannschaft nicht lösen. Wenn du 8 motivierte und 8 Blümchenpflücker hast, würden 2 Trainingsgruppen Sinn machen. Die einen trainieren und die anderen spielen ein bisschen betreut. Du kannst die Motivation der Kids nicht ändern nur mit ihnen dealen.

    Soo weit auseinander liegen die nun auch wieder nicht. Es ist ja immerhin die Spielstarke D.
    Die wollen halt schon erfolgreich Fußball spielen und sich entwickeln.

    Aber eben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ernst das Trainig zu nehmen ist.


    Ich als Trainer bin mit so nem Mittelding an Ernsthaftigkeit auch d'accord.

    Tic Tac Toe kann man auch mit Ball am Fuß spielen. :)

    Ja...haben die damals auch gemacht.

    Mit dem Ball irgendwo hindribbeln, ein Hüchen ablegen und zurückdribbeln.

    Sicher nicht ganz sinnlos, aber fand ich für eine D-Jugend (und zwar der spielstarke Anteil der beiden Jahrgänge) nicht ideal.

    Und dass sie damit letzte Saison unzufrieden waren, bestätigt das ja auch.


    Zitat

    Zu deinem eigentlichen Thema, ich finde gerade vor dem Training und bei Trinkpausen/Tummelphasen sollte ein bisschen blödeln und Quatsch machen erlaubt sein.

    Absolut. Ist bei mir auch nicht untersagt.

    Es ging eher um die Albernheiten während der Übung.
    Jedes mal Geräusche machen wenn man jemanden ausgedribbelt hat oder laut kreischend "hier, ich bin frei" zu rufen obwohl man gar nicht frei ist, sondern einfach nur so als kleines Späßchen. Absichtliche Fouls ("Gehfehler geben") usw.

    Machen die auch nicht immer, aber an manchen Tagen steigern die sich da ganz gut rein.


    Zitat

    Wenn die Gruppe extrem heterogen ist, also die Hälfte leistungsorientiert hochintensiv trainieren möchte und die andere Hälfte lieber Blümchen pflückt und Räder schlägt, wirst du als Trainer an deine Grenzen kommen das zu managen.

    q.e.d.

    Genau darum geht es.

    Den einen geht es um fußballerische Weiterentwicklung, den anderen um eine gute Zeit mit Freunden beim Fußball.

    Beides legitim, aber nicht ganz einfach, unter einen Hut zu bekommen.

    Entschuldige das in der Form sagen zu müssen, aber Fangspiele sind nicht Fußball-fern, und wer sowas behauptet hat (leider) keine Ahnung davon.

    Stimmt auch. Das hab ich blöd geschrieben. Hatte den Satz nachträchlich geändert und dann waren die Fangspiele plötzlich mit den fußballfernen Übungen gleichgesetzt.
    Wollte eher schreiben: "fußballferne Spiele wie Tic Tac Toe oder Schnick Schnack Schnuck und außerdem noch Fangspiele."

    "Frust ablassen" ist hier nicht ganz der richtige Begriff, aber im Moment kämpfe ich ein wenig mit Zielkonflikten. Einer davon ist:


    Seit ich Anfang der Saison die neue Mannschaft übernommen habe, ärgere ich an manchen Tagen ein wenig über ausufernde Albernheiten im Training. Ich bin nicht besonders streng und ich lasse auch einiges an Späßchen zu. Aber mitunter ermahne ich die Kinder, dass sie vielleicht besser wären, wenn sie sich auf das Fußballspielen konzentrieren würden, statt auf das Geräusche-Machen während des Dribblings.

    Gab nämlich auch zwei drei Spieler, die auch von den Albernheiten genervt waren und die gerne bisschen ernsthafter trainieren wollten. Die wollen halt lieber immer Vollgastraining machen. Die haben sich auch dafür bedankt, dass ich mit denen keine fußball-fernen Übungen wie Tic Tac Toe oder Fangenspielen sowas mache (das hatte die bei deren Trainer der letzten Saison genervt).


    Inzwischen hat es sich auch ohne mein Zutun ganz gut hingeruckelt, so dass Fußball und Späße eine (in meinen Augen) gesunde Ausgewogenheit gefunden haben. Aber gestern im Training machte einer der Spieler ein ganz unglücklichen Eindruck. Hab ihn gefragt, was los ist. Er sagt, es macht im Moment nicht so viel Spaß, weil "alle immer viel zu ernsthaft spielen". Hab dann noch versucht rauszufinden, was er genau damit meint. Aber es ist tatsächlich so: Er vermisst die Albernheiten.


    Puh. Den einen ist es zu albern und den anderen zu ernsthaft.

    Glaube, ich baue mal testweise irgendeine reine Fun-Übung ein und gucke, wie die bei der Mannschaft so angkommt. Vielleicht reicht ja eine Fun-Übung und man kommt ohne Herumkaspern aus.

    Aber warum denkst du, dass die C-Lizenz + Advance Football + Staack + Hoffenheim nicht ausreichen, um einen guten Trainer zu machen? Ich finde nämlich, dass das eigentlich eine ziemlich brauchbare Grundlage ist.

    Ich sehe das nicht so. Das DBF mobil ist ja nur eine Ergänzung zu dem, was der DFB sonst noch anbietet. Also neben den Aus- und Fotbildungsangeboten (niedrigschwelllig und für alle Neveaus) mit Präsens- und Onlineteilnahme, allem was bei Youtube von Hannes Wolf angeboten wird (Vorträge aber auch Demo-Trainingseinheiten), dem schriftlichen Anteil der TPD. Wir hatten das DFB mobil schon bei uns und ich empfand das als deutlich mehr, als nur eine reine Werbemaßnahme.


    Ich habe eher das Gefühl, dass du ein schlechtes Turnier gesehen hast und dazu noch vielleicht einen schlechten Trainier, der bei seiner Mannschaft mitspielt und leitest daraus irgendeine Allgemeingültigkeit ab. Dazu kommt dann noch diese Polemik (eine Übung, die dir nicht gefällt, wertest du einfach mal als Zombieball ab, obwohl diese Übung ja vielleicht ihren Wert hat, den du womöglich nur nicht verstanden hast), die der Diskussion ihre Sachlichkeit nimmt.


    Ich finde das Angebot, welches einem Trainer heute zur Verfügung steht, eigentlich sehr gut. Sei es vom DFB, als auch ergänzend, was man auf youtube und co. von Privaten noch dazu bekommt. Ein Neu-Trainer, der ein Mindestmaß an Lernwillen mitbringt, dürfte es in kürzester Zeit zu einem geeigneten Trainer bringen. Wenn, dann hapert es eher an der Lernbereitschaft. Ich erlebe dann doch einige Trainer, die einfach keine Lust haben, sich mit Trainingsmethodik auseinanderzusetzten. Solche erreichst du dann auch nicht, egal wie gut das Fortbildungsangebot ist. Wenn, dann müsste man durch Maßnahmen erreichen, dass das Angebot an Trainern größer wird, so dass es Vereine sich leisten könnten, auch mal ungeeignete Trainer abzulehnen und nur lernwillige einzustellen.

    Finde die Übung an sich ganz gut, was auch beachtet werden sollte, wenn die roten beide gleichzeitig oder mit sehr wenig abstand den Ball erobern und praktisch gleichzeitig auf Tor schießen, TW überfordert.

    Ja, hab ich auch schon gedacht. Aber dass das komplett gleichzeitg vorkommt, wird wohl nicht so oft vorkommen, so dass ich das ignoriert habe.

    Hallo Freunde.


    ich habe gerade in der spielfreien Zeit ein wenig über die kommende Saison nachgedacht. Als Warm-up vor Spielen habe ich bislang immer gerne ein paar Minuten lang Rondos spielen lassen. Aber mich hatte immer gestört, dass sie nicht so wahnsinnig spielnah sind und für die Jäger in der Mitte immer unmotivierend (meistens wollte niemand freiwillig in die Mitte).

    Gleichzeitig habe ich das Problem, dass die Mannschaft, die ich kürzlich übernommen hatte, hauptsächlich mit langen Bällen aus der Abwehr/vom TW ihr Spiel aufbaut. Ich will ihnen nun Ballsicherheit im kurzen Spielaufbau vermitteln.


    Rondo mit Torabschluss ist ja an sich nichts Neues. Aber irgendwie fand ich den Torabschluss auch immer nur "irgendwie dazu ergänzt".

    Habe jetzt etwas entworfen, was ich demnächst mal testen will.


    Die Idee ist, zwei Rondos vor dem eigenen Tor zu machen und den Torwart mit einzubeziehen.

    Es soll damit der Spielaufbau im eigenen Drittel simuliert werden.

    Gelb sind Aufbauspieler, Rot die pressenden Stürmer.



    • Zwei Rondos, jeweils links und rechts vom Tor. Rot Verteidiger, Gelb Angreifer.
    • Welche Art Rondo (also ob 3gg1, 4gg1, 4gg2 oder 4+1gg2,...) hängt von der Anzahl der Spieler ab. Können auch unterschiedliche (wie auf dem Bild) sein.
    • Torwart darf von beiden Rondos von gelb auch angespielt werden. Wenn das zu oft geschieht, um jeglichem Druck zu entgehen: Nur noch im Notfall erlauben
    • Ball soll vom TW schnell wieder zurück gespielt werdem. Der Torwart darf nicht von rot attakiert werden, sonst fällt die Übung auseinander.
    • Bei Ballgewinn durch Rot, Kontern und zügiger (weil Unterzahl) Abschluss auf Tor, Gelb versucht den Torschuss zu verhindern
    • evtl. noch einführen: Punkerziehlung für Gelb nach x erfolgreichen Pässen
    • Positionen sinnvoll durch rotieren


    Lern-Aspekte

    • Bessere Motivation für Verteidiger durch Torschussmöglichkeit
    • Simulation des kurzen Spielaufbaus. In Überzahl aber unter Gegnerdruck
    • Torwart ist mehrfach gefordert (aus zwei Richtungen gleichzeitig und dazu noch als Anspielpartner und Torschüsse abwehren)
    • Umschaltverhalten von rot und gelb trainieren


    Was fehlt?

    • Spielrichtung für Gelb. Als Warm-up vor dem Spiel habe ich nicht genügend Zeit und Material, deswegen schwierig. Aber im Training könnte man noch Minitore oder Dribbeltore für gelb einbauen. So dass Gelb nach X erfolgreichen Pässen dort rein dribbeln/passen darf.
    • Spielverlagerungen. Eine Idee wäre vielleicht noch, dass der TW, wenn er aus einem Rondo angespielt wird, den Ball in das andere Rondo verlagern darf. Da gäbe es aber noch zwei Probleme zu lösen.
      1) Das eine Rondo hat keinen Ball mehr und das andere hat zwei. Müsste man sich was überlegen.
      2) Die Spieler, die in dem Rondo sind, welches den Ball bekommen soll, gucken nicht zum Torwart und bekommen das nicht so ohne Weiteres mit. Hier vielleicht mit Kommandos arbeiten?
      Ist vielleicht etwas, was man machen kann, wenn die Übung schon richtig gut sitzt.
    • Dribbling fehlt fast vollständig. Muss man wohl in der Anschlussübung (als zweites Warmup vor Spielen lass ich gerne 1gg1 und 2gg1 aufs Tor spielen) erledigen.


    Wie gesagt...ist noch ungetestet und bedarf evtl. noch Anpassungen.

    Könnte mir aber vorstellen, dass das mit meiner D-Jugend gut klappt. Für jüngere Teams wär es evtl noch zu kompliziert.

    Ich kann ja mal berichten, wenn es soweit ist.

    Bei uns im Verein wurde seit je her immer nach Altersklasse getrennt (obwohl es da keine Vorgabe vom Verein gibt).

    Mit meiner damaligen E-Jugend habe ich dann aber umgestellt auf Trennung nach Spielstärke.
    Also in E1 und E2 getrennt, was dann gleichzeitig auch die Trainingsgruppen waren.


    In meinen Augen hatte das viele Vorteile.

    Die starken Spieler müssen sich viel öfter gegen gleichstarke Gegenspieler durchsetzen, statt immer nur Anfänger wie Slalomstangen zu umlaufen.

    Schwache Spieler bekommen die Chance, auch mal aktiv in Zweikämpfe zu gehen und auch mal zu gewinnen.


    Dazu dann noch das Passspiel. Vorher war es so, dass es nur selten vorkam, dass ein starker Spieler einem schwachen Spieler den Ball zugespielt hat (Begründung "der verliert den Ball sonst ja eh sofort"). Also haben die stärksten Spieler die Spiele unter sich ausgemacht und die schwächeren zwaren passive Sparringspartner.

    Jetzt, wo alle -mehr oder weniger- unter Ihresgleichen sind, sehe ich so ein Verhalten eigentlich kaum noch.


    Und vor allem: Du kannst dann viel gezielter Trainieren. Während man den Anfängern und technisch Schwachen noch viel an den Basistechniken arbeitet, dann man mit den starken Spielern schon mal mehr Individualtaktiken und Spielprinzipen beibringen. In einer heterogenen Gruppe ist das ja schwierig. Entweder unterforderst du die Starken oder überforderst die Schwachen.


    Den vermeintlichen Nachteil an dieser Aufteilung, nämlich dass die Mannschaft dann immer nur ein Jahr lang zusammen spielt und dann jedes Jahr neu zusammengestellt wird, finde ich auch eher vorteilhaft. So lernen sie, auch mal mit anderen Spielern und in anderen Konstellationen zusammenzuspielen. Das eine Jahr gehören sie zu den jüngsten und kleinsten im Team, das Jahr darauf sind sie die älteren und größeren.


    Ein wirklicher Nachteil dieser Aufteilung ist, dass die schwächere Mannschaft so gut wie jedes Spiel hoch verliert. So ganz ohne starke Spieler wird so eine Mannschaft schnell mal abgeschossen. Das hatte bei einigen Spieler schon für Frust gesorgt. Bei uns hatte sich das irgendwann gebessert, weil wir neue Spieler dazubekommen haben, die zwar Anfänger, aber recht talentiert waren. Die haben wir erstmal in die zweite Mannschaft gesteckt, in der sie dann schnell zu Führungsspielern wurden und mit deren Hilfe auch mal ein Spiel gewonnen werden konnte.

    Bevor wir über Deckungsschatten sprechen, müssen wir beide wissen, über welche Alterstufe wir hier reden.
    Der Treaderöffner sprach vom jungen Jahrgang F-Jugend.

    Ah...das hatte ich aus den Augen verloren. Hatte mich auf das Einfrieren im Generellen bezogen.


    Ja, wenn wir hier von F und sogar G Jugend sprechen, dann würde ich auch weder einfrieren, noch den Deckungsschatten erklären.

    Damit meine ich die Frage, welche Dinge (Techniken, Individualtaktiken,...) die Kinder in welchem Alter können (bzw. erlernen) sollten und wie diese Techniken funktionieren. Und vor allem auch das Wissen (also die Kinder sollen es wissen, nicht nur der Trainer), wann und warum diese Techniken anzuwenden sind.

    Genau. Auf den ersten Blick mag das wie freies Spiel wirken, aber da steht ja viel mehr dahinter. Das Konzept ist ja, die Inhalte klassischer Übungsformen in Spielformen gezielt zu provozieren. Die Spielform mit den Provokationsregeln sollte dann auch dem jeweiligen aktuellen Schwerpunkt dienen und entsprechend gut ausgewählt werden.


    Letztlich ist die TPD ja auch nur die Methodik. Die Inhalte an sich, finden sich dort nicht.

    Deshalb ist eine meiner Grundsätze im Kinderfußball:

    Kinder brauchen keine vorgegebenen Spielzüge. Sie brauchen die Freiheit, eigene Lösungen zu finden.

    Aber dem widerspricht das "Einfrieren" doch auch gar nicht. Bzw. das muss es nicht.


    Ich friere ein Spiel hin und wieder auch mal ein. Zum Beispiel wenn die angreifende Mannschaft keine Breite und keine Tiefe hat, sondern im Pulk vor dem eigenen Torwart steht. Kurz anhalten und fragen, ob ihnen selber was auffällt. Zu 99% erkennen sie es direkt selber und positionieren sich sofort besser.


    Oder wenn ein Spieler seit mehreren Angriffen im nur Deckungsschatten steht und sich wundert, dass er nicht angespielt wird. Kurz einfrieren und fragen, welche Möglichkeiten bzw. welche Laufwege den Kindern einfallen, die betreffender Spieler jetzt nehmen könnte. Da kommen meistens immer gute Vorschläge. Mitunter ergänze ich dann noch um einen weiteren Vorschlag. Und in den nächsten Angriffen sehe ich, wie der Spieler dann ein paar der genannten Laufwege ausprobiert (mal erfolgreich, mal nicht erfolgreich). Das ist doch genau das, was man will.


    Das hat ja nichts mit vorgegeben Spielzügen zu tun. Es soll den Kindern erleichtern, Fehler zu erkennen und sich einmal kurz in Ruhe -ohne den Druck und die Dynamik des Spiels- Lösungen zu überlegen und sie dann nach Spielfortsetzung auszutesten.


    Klar...das Einfrieren kann man auch schlecht nutzen. "Du rennst jetzt nach da vorne und du spielt den Ball jetzt dort hin". Aber da ist diese Form des Coachings nicht dran schuld, sondern eher die Didaktik des Trainers.

    Das ist alles so extrem. Früher haben die lange angestanden, um mal einen Ball zu spielen und viel zu wenig frei gespielt. Und heute meinen die, durch freies Spielen regelt sich alles von allein. Das ist einfach nicht so. Auch wenn man hier schon 1.000 Beiträge geschrieben hat. Davon wirds auch nicht wahr.

    Ja, das fällt durchaus auf.

    Bei uns im Verein ist auch einer der Trainer komplett auf den "durch freies Spielen lernen die alles von alleine" Zug aufgesprungen. Da wird dann der "Bolzplatzfußball" vollkommen überhöht. Mag ja stimmen, dass vor 15 Jahren die Ausbildung zu passlastig und taktisch geprägt war. Aber deswegen muss man ja nun nicht ins andere Extrem pendeln und alles auf die Karte "Bolzplatz" setzen. Warum fällt es manchen so schwer, da einen Mittelweg draus zu stricken und den Bolzplatzfußball geschickt in sein Trainig zu integrieren?


    Bestes Beispiel, dass das nicht klappt, bin ich selber. Ich war früher so ein reiner Bolzplatzfußballer. Nie im Verein gespielt, dafür aber fast jeden Tag von früh bis spät auf dem Bolzplatz. Später als junger Erwachsener im Herrenfußball dann doch als Vereinspieler angefangen und gemerkt, dass es mir massiv an Techniken und geschulten Verhaltensweisen fehlt. Das musste ich mir dann alles nachträglich selber beibringen. So viele Dinge, die mir der Bolzplatz in all den Jahren nicht beibringen konnte.


    Ja...und mit dem Funino das Gleiche. Super gut und zweifelsohne in allen Altersklassen genau das Richtige. Aber das sollte ja nicht die einzige Spielform sein, die man trainiert (außer in der F Jugend vielleicht). Und das sagt ja auch keiner. Hannes Wolf wird ja nicht müde zu betonen, dass sein Konzept kein "entweder/oder"-Konzept ist und natürlich auch andere Inhalte und Formen der Vermittlung dazugehören.

    Ich freu mich grade über positives Feedback von mehreren Eltern, deren Kinder neu in meiner Mannschaft sind.


    gerade gestern wieder eine Nachricht bekommen.
    Auch wenn da der andere Trainer etwas schlecht gemacht wird, freut mich natürlich er positive Anteil der Nachricht.



    Wenn man die Rückmeldung bekommt, dass die Kinder gerne ins Training kommen, dann motiviert das ja immer besonders.

    Ich habe zum Ende dieser Saison eine Hand voll D-Jugendspieler übernommen, deren Trainer sich komplett auf die Strategie "das lernen die durchs Spielen von selbst" verlassen hat. Der hat denen kaum etwas gezeigt, vorgemacht oder beigebracht. Der hat außschließlich (immerhin in kleinen Spielformen) spielen lassen, abgesehen vom Tickspielen zur Aktivierung/Koordination. Sein Coaching beschränkte sich meist auf motivierendes Hereinrufen.


    Habe nach den ersten Trainings mit denen dann festgestellt, dass die sich im defensiven Zweikampf verhalten wie in der F-Jugend und ohne Defensivstellung völlig ungestüm auf den Ballführer draufrennen und dann ausgespielt werden. Und Offensiv dann ohne Freilaufverhalten stehen sie neben ihrem Gegenspieler und warten darauf, dass ihnen jemand einen Pass zuspielt.


    Das ist dann wohl das andere Extrem, was auch nicht so richtig funktioniert.


    Ich bin mir sicher dass der Mittelweg, bestehend aus vormachen, Prinzipien erklären, ausprobieren lassen, ggf. hier und da nachbessern und den Rest in Spielformen von den Spielern selber erarbeiten zu lassen, die langfristig besten Ergebnisse liefert.

    Naja es gibt kein Gesetz, was das verbietet. Mit passendem Jugendschutzkonzept ist das ja nicht vollkommen ausgeschlossen. Für richtig halte ich es aber dennoch nicht. Und falls wir uns da nicht einigen, dann macht es halt jede Mannschaft unterschiedlich. Zwar bisschen blöd, aber ich werde meine Spieler nicht zwingen.


    Die eine gemeinsame WA-Gruppe gibt es, weil ich und die neuen Spieler vor kurzem in die bestehende WA-Gruppe hinzugefügt wurden. Mal gucken, vielleicht mach ich noch eine separate. An sich finde ich eine gemeinsame auch nicht per se schwierig, sofern man als Trainerteam mit einer Stimme spricht.

    Puuuh, das würde ich meinen Kindern, auch wenn es das pädagogisch und methodisch beste NLZ in Deutschland wäre, niemals empfehlen. Das sie pägdagogisch nicht das Beste sind, zeigt ja schon, dass sie euch solchen zeitlichen Aufwand zumuten/empfehlen.


    In dieser Zeit könnte er mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz spielen und unendlich viele eigenen Erfahrungen sammeln.

    Aber das kann auch bedeuten, dass der Junior in ein paar Jahren sagt "ich hatte die Chance, NLZ zu spielen, aber mein Vater hatte kein Bock auf die Fahrerei und stattdessen sollte ich auf den Bolzplatz gehen, wo wir die meiste Zeit dann nur Tiktok Videos auf dem Handy geguckt haben."


    Letztlich kann es ja sowohl in die eine Richtung "durchs NLZ den Spaß am Fußball verloren" als auch in die andere "eine ganz tolle Erfahrung fürs Leben" gehen. Oder irgendwo dazwischen. Lässt sich aus der Ferne ja nicht vorhersagen, weswegen ich das nicht pauchschal mit "ist zu viel Fahrzeit" und "Bolzplatz macht doch auch Spaß" abtun würde.


    Klingt für mich ein bisschen nach "zum 16ten Geburtstag hab ich mir ne Playstation gewünscht, aber mein Vater hat mir Holzspielzeug geschenkt, weil das besser für mich sei."

    (ja...ich übertreibe etwas)

    Hmm...diese Woche machen wir im Verein die Mannschaftswechsel.

    Ich habe bislang die E1 gemacht und gehe mit den ältern jetzt hoch die D1.

    Der bisherige D-Jugendtrainer bleibt und übernimmt die D2.


    Aber es geht gleich mit (leichten) Unstimmigkeiten los.

    • Bei ihm in der bisherigen D-Jugend hat er Duschpflicht nach dem Training und nach Spielen durchgesetzt. Mir war bewusst, dass es da durchaus Widerstände gab. Jetzt bekomme ich aber mit, wie massiv der Widerstand war und wie groß der Unmut, dass es dennoch durchgesetzt wurde. Sein Argument: "weil es zum Sport einfach dazugehört".

      Ich habe da eine ganz andere Herangehensweise und möchte meine Spieler nicht zu so etwas zwingen. Ich möchte auch nicht, dass manche Kinder deswegen weniger Bock auf Fußball haben. Oder gemobbt werden. In dem Alter finde ich das einfach nicht angebracht. Naja...wir sind da halt unterschiedlicher Ansichten. Ich wollte das diskutieren, damit nicht am Ende für D1 und D2 Spieler unterschiedliche Regeln herrschen. Aber meine letzten Nachrichten zu dem Thema hat er unbeantwortet gelassen. Mein Bauchgefühl sagt mir, da werden wir nicht mehr zusammenkommen.
    • Ich plane Training früh und detailliert. Brauche daher eine genaue Übersicht, wer zum Training kommt. Der andere Trainer plant kaum. Er hatte mir dann vorgeschlagen, die Regel einzuführen, dass jedes Kind automatisch zum Training als "angemeldet" gilt, sofern das Kind nicht explizit absagt. Ich hatte die Befürchtung geäußert, dass ein gewisser Teil das Abmelden "vergisst" und wir dann 10 Minuten nach Trainingsbeginn feststellen, dass betreffende Kinder scheinbar doch nicht kommen. Und dann ist meine Planung Makulatur. Wenn vorher angemeldet wird, kann ich wenigstens sehen, welche Eltern sich noch nicht gemeldet haben und gezielt nachhaken.
      5 Minuten später schreibt er in die Eltern-Whatsapp Gruppe, dass ab jetzt die neue Regel gilt. Habe erstmal nicht widersprochen, um ihm da jetzt nicht in den Rücken zu fallen und das in der Gruppe auszudiskutieren. Die nächsten zwei Trainings machen wir noch gemeinsam mit der gesamten D-Jugend, danach wird getrennt. Das wird bei diesen Trainings ganz sicher in die Hose gehen, weil es immer Rückmelde-Muffel gibt. Für meine Mannschaft werde ich die Regel dann nach der Trennung ändern.

    Schade. Das nervt leider etwas. Der andere Trainer ist eigentlich ein netter Typ, aber bei manchen Themen leider so störrisch und unkommunikativ.