Beiträge von Lindmann

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    Bevor wir über Deckungsschatten sprechen, müssen wir beide wissen, über welche Alterstufe wir hier reden.
    Der Treaderöffner sprach vom jungen Jahrgang F-Jugend.

    Ah...das hatte ich aus den Augen verloren. Hatte mich auf das Einfrieren im Generellen bezogen.


    Ja, wenn wir hier von F und sogar G Jugend sprechen, dann würde ich auch weder einfrieren, noch den Deckungsschatten erklären.

    Damit meine ich die Frage, welche Dinge (Techniken, Individualtaktiken,...) die Kinder in welchem Alter können (bzw. erlernen) sollten und wie diese Techniken funktionieren. Und vor allem auch das Wissen (also die Kinder sollen es wissen, nicht nur der Trainer), wann und warum diese Techniken anzuwenden sind.

    Genau. Auf den ersten Blick mag das wie freies Spiel wirken, aber da steht ja viel mehr dahinter. Das Konzept ist ja, die Inhalte klassischer Übungsformen in Spielformen gezielt zu provozieren. Die Spielform mit den Provokationsregeln sollte dann auch dem jeweiligen aktuellen Schwerpunkt dienen und entsprechend gut ausgewählt werden.


    Letztlich ist die TPD ja auch nur die Methodik. Die Inhalte an sich, finden sich dort nicht.

    Deshalb ist eine meiner Grundsätze im Kinderfußball:

    Kinder brauchen keine vorgegebenen Spielzüge. Sie brauchen die Freiheit, eigene Lösungen zu finden.

    Aber dem widerspricht das "Einfrieren" doch auch gar nicht. Bzw. das muss es nicht.


    Ich friere ein Spiel hin und wieder auch mal ein. Zum Beispiel wenn die angreifende Mannschaft keine Breite und keine Tiefe hat, sondern im Pulk vor dem eigenen Torwart steht. Kurz anhalten und fragen, ob ihnen selber was auffällt. Zu 99% erkennen sie es direkt selber und positionieren sich sofort besser.


    Oder wenn ein Spieler seit mehreren Angriffen im nur Deckungsschatten steht und sich wundert, dass er nicht angespielt wird. Kurz einfrieren und fragen, welche Möglichkeiten bzw. welche Laufwege den Kindern einfallen, die betreffender Spieler jetzt nehmen könnte. Da kommen meistens immer gute Vorschläge. Mitunter ergänze ich dann noch um einen weiteren Vorschlag. Und in den nächsten Angriffen sehe ich, wie der Spieler dann ein paar der genannten Laufwege ausprobiert (mal erfolgreich, mal nicht erfolgreich). Das ist doch genau das, was man will.


    Das hat ja nichts mit vorgegeben Spielzügen zu tun. Es soll den Kindern erleichtern, Fehler zu erkennen und sich einmal kurz in Ruhe -ohne den Druck und die Dynamik des Spiels- Lösungen zu überlegen und sie dann nach Spielfortsetzung auszutesten.


    Klar...das Einfrieren kann man auch schlecht nutzen. "Du rennst jetzt nach da vorne und du spielt den Ball jetzt dort hin". Aber da ist diese Form des Coachings nicht dran schuld, sondern eher die Didaktik des Trainers.

    Das ist alles so extrem. Früher haben die lange angestanden, um mal einen Ball zu spielen und viel zu wenig frei gespielt. Und heute meinen die, durch freies Spielen regelt sich alles von allein. Das ist einfach nicht so. Auch wenn man hier schon 1.000 Beiträge geschrieben hat. Davon wirds auch nicht wahr.

    Ja, das fällt durchaus auf.

    Bei uns im Verein ist auch einer der Trainer komplett auf den "durch freies Spielen lernen die alles von alleine" Zug aufgesprungen. Da wird dann der "Bolzplatzfußball" vollkommen überhöht. Mag ja stimmen, dass vor 15 Jahren die Ausbildung zu passlastig und taktisch geprägt war. Aber deswegen muss man ja nun nicht ins andere Extrem pendeln und alles auf die Karte "Bolzplatz" setzen. Warum fällt es manchen so schwer, da einen Mittelweg draus zu stricken und den Bolzplatzfußball geschickt in sein Trainig zu integrieren?


    Bestes Beispiel, dass das nicht klappt, bin ich selber. Ich war früher so ein reiner Bolzplatzfußballer. Nie im Verein gespielt, dafür aber fast jeden Tag von früh bis spät auf dem Bolzplatz. Später als junger Erwachsener im Herrenfußball dann doch als Vereinspieler angefangen und gemerkt, dass es mir massiv an Techniken und geschulten Verhaltensweisen fehlt. Das musste ich mir dann alles nachträglich selber beibringen. So viele Dinge, die mir der Bolzplatz in all den Jahren nicht beibringen konnte.


    Ja...und mit dem Funino das Gleiche. Super gut und zweifelsohne in allen Altersklassen genau das Richtige. Aber das sollte ja nicht die einzige Spielform sein, die man trainiert (außer in der F Jugend vielleicht). Und das sagt ja auch keiner. Hannes Wolf wird ja nicht müde zu betonen, dass sein Konzept kein "entweder/oder"-Konzept ist und natürlich auch andere Inhalte und Formen der Vermittlung dazugehören.

    Ich freu mich grade über positives Feedback von mehreren Eltern, deren Kinder neu in meiner Mannschaft sind.


    gerade gestern wieder eine Nachricht bekommen.
    Auch wenn da der andere Trainer etwas schlecht gemacht wird, freut mich natürlich er positive Anteil der Nachricht.



    Wenn man die Rückmeldung bekommt, dass die Kinder gerne ins Training kommen, dann motiviert das ja immer besonders.

    Ich habe zum Ende dieser Saison eine Hand voll D-Jugendspieler übernommen, deren Trainer sich komplett auf die Strategie "das lernen die durchs Spielen von selbst" verlassen hat. Der hat denen kaum etwas gezeigt, vorgemacht oder beigebracht. Der hat außschließlich (immerhin in kleinen Spielformen) spielen lassen, abgesehen vom Tickspielen zur Aktivierung/Koordination. Sein Coaching beschränkte sich meist auf motivierendes Hereinrufen.


    Habe nach den ersten Trainings mit denen dann festgestellt, dass die sich im defensiven Zweikampf verhalten wie in der F-Jugend und ohne Defensivstellung völlig ungestüm auf den Ballführer draufrennen und dann ausgespielt werden. Und Offensiv dann ohne Freilaufverhalten stehen sie neben ihrem Gegenspieler und warten darauf, dass ihnen jemand einen Pass zuspielt.


    Das ist dann wohl das andere Extrem, was auch nicht so richtig funktioniert.


    Ich bin mir sicher dass der Mittelweg, bestehend aus vormachen, Prinzipien erklären, ausprobieren lassen, ggf. hier und da nachbessern und den Rest in Spielformen von den Spielern selber erarbeiten zu lassen, die langfristig besten Ergebnisse liefert.

    Naja es gibt kein Gesetz, was das verbietet. Mit passendem Jugendschutzkonzept ist das ja nicht vollkommen ausgeschlossen. Für richtig halte ich es aber dennoch nicht. Und falls wir uns da nicht einigen, dann macht es halt jede Mannschaft unterschiedlich. Zwar bisschen blöd, aber ich werde meine Spieler nicht zwingen.


    Die eine gemeinsame WA-Gruppe gibt es, weil ich und die neuen Spieler vor kurzem in die bestehende WA-Gruppe hinzugefügt wurden. Mal gucken, vielleicht mach ich noch eine separate. An sich finde ich eine gemeinsame auch nicht per se schwierig, sofern man als Trainerteam mit einer Stimme spricht.

    Puuuh, das würde ich meinen Kindern, auch wenn es das pädagogisch und methodisch beste NLZ in Deutschland wäre, niemals empfehlen. Das sie pägdagogisch nicht das Beste sind, zeigt ja schon, dass sie euch solchen zeitlichen Aufwand zumuten/empfehlen.


    In dieser Zeit könnte er mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz spielen und unendlich viele eigenen Erfahrungen sammeln.

    Aber das kann auch bedeuten, dass der Junior in ein paar Jahren sagt "ich hatte die Chance, NLZ zu spielen, aber mein Vater hatte kein Bock auf die Fahrerei und stattdessen sollte ich auf den Bolzplatz gehen, wo wir die meiste Zeit dann nur Tiktok Videos auf dem Handy geguckt haben."


    Letztlich kann es ja sowohl in die eine Richtung "durchs NLZ den Spaß am Fußball verloren" als auch in die andere "eine ganz tolle Erfahrung fürs Leben" gehen. Oder irgendwo dazwischen. Lässt sich aus der Ferne ja nicht vorhersagen, weswegen ich das nicht pauchschal mit "ist zu viel Fahrzeit" und "Bolzplatz macht doch auch Spaß" abtun würde.


    Klingt für mich ein bisschen nach "zum 16ten Geburtstag hab ich mir ne Playstation gewünscht, aber mein Vater hat mir Holzspielzeug geschenkt, weil das besser für mich sei."

    (ja...ich übertreibe etwas)

    Hmm...diese Woche machen wir im Verein die Mannschaftswechsel.

    Ich habe bislang die E1 gemacht und gehe mit den ältern jetzt hoch die D1.

    Der bisherige D-Jugendtrainer bleibt und übernimmt die D2.


    Aber es geht gleich mit (leichten) Unstimmigkeiten los.

    • Bei ihm in der bisherigen D-Jugend hat er Duschpflicht nach dem Training und nach Spielen durchgesetzt. Mir war bewusst, dass es da durchaus Widerstände gab. Jetzt bekomme ich aber mit, wie massiv der Widerstand war und wie groß der Unmut, dass es dennoch durchgesetzt wurde. Sein Argument: "weil es zum Sport einfach dazugehört".

      Ich habe da eine ganz andere Herangehensweise und möchte meine Spieler nicht zu so etwas zwingen. Ich möchte auch nicht, dass manche Kinder deswegen weniger Bock auf Fußball haben. Oder gemobbt werden. In dem Alter finde ich das einfach nicht angebracht. Naja...wir sind da halt unterschiedlicher Ansichten. Ich wollte das diskutieren, damit nicht am Ende für D1 und D2 Spieler unterschiedliche Regeln herrschen. Aber meine letzten Nachrichten zu dem Thema hat er unbeantwortet gelassen. Mein Bauchgefühl sagt mir, da werden wir nicht mehr zusammenkommen.
    • Ich plane Training früh und detailliert. Brauche daher eine genaue Übersicht, wer zum Training kommt. Der andere Trainer plant kaum. Er hatte mir dann vorgeschlagen, die Regel einzuführen, dass jedes Kind automatisch zum Training als "angemeldet" gilt, sofern das Kind nicht explizit absagt. Ich hatte die Befürchtung geäußert, dass ein gewisser Teil das Abmelden "vergisst" und wir dann 10 Minuten nach Trainingsbeginn feststellen, dass betreffende Kinder scheinbar doch nicht kommen. Und dann ist meine Planung Makulatur. Wenn vorher angemeldet wird, kann ich wenigstens sehen, welche Eltern sich noch nicht gemeldet haben und gezielt nachhaken.
      5 Minuten später schreibt er in die Eltern-Whatsapp Gruppe, dass ab jetzt die neue Regel gilt. Habe erstmal nicht widersprochen, um ihm da jetzt nicht in den Rücken zu fallen und das in der Gruppe auszudiskutieren. Die nächsten zwei Trainings machen wir noch gemeinsam mit der gesamten D-Jugend, danach wird getrennt. Das wird bei diesen Trainings ganz sicher in die Hose gehen, weil es immer Rückmelde-Muffel gibt. Für meine Mannschaft werde ich die Regel dann nach der Trennung ändern.

    Schade. Das nervt leider etwas. Der andere Trainer ist eigentlich ein netter Typ, aber bei manchen Themen leider so störrisch und unkommunikativ.

    Mitunter kommt die Ergebnisorientierung ja auch von den Spielern selbst.

    In einer unserer Mannschaften gab es dieses Jahr Ärger, weil die besseren Spieler im Team kein Bock mehr hatten, ständig hoch zu verlieren. Da war dann die Forderung durch die Spieler im Raum, zukünftig bitte etwas Ergebnisorientierter zu spielen und aufzustellen.

    Ich weiß gar nicht, wie die das am Ende gelöst hatten.

    Aber irgendwie ist man bei einem starken Leistungsgefälle ja auch oft in so einer Triage-Situation, wenn man nicht zwei Mannschaften melden kann.


    In der kommmenden Saison wechseln einige der guten Spieler auch deswegen zum Nachbarverein. Und bei den weniger Talentierten zeichnet sich auch ab, dass einige davon in absehbarer Zeit aufhören werden (Trainings- und Spielbeteiligung sinkt plötzlich merklich).


    Kann also durchaus sein, dass man am Ende Spieler auf beiden Enden des Spektrums verliert, wenn man überhaupt nicht mehr im Fokus hat, zwischendurch auch mal Erfolgserlebnisse zu haben.
    Aber darf natürlich auch niemals in solchen Extremen enden, wie du sie gerade beschrieben hast.

    Bin grad happy.


    Aktuell trainiere ich eine E Jugend und gehe mit dem älteren Jahrgang zusammen nächste Saison in die D hoch.

    Die kommende D-Jugend wird genug Spieler haben, um zwei Mannschaften zu melden.

    Der aktuelle D-Jugend Trainer wird weiterhin D-Trainer bleiben.


    Weil der andere Trainer schon länger im Verein ist und ein gutes Renommée genießt, nahm ich immer als gegeben an, dass er die D1 übernehmen wird und ich die D2 bekomme. Hatte hier im Forum schon mal meine Unsicherheit darüber geäußert, ob ich mich über die Saison hinweg ausreichend dafür motivieren könnte.


    Aber nun kommt es doch anders und ich wurde gefragt, ob ich die erste Mannschaft übernehme. Bei der aktellen D-Jugend verlief die Saison nicht so erfolgreich und man wollte es jetzt mal mit einem anderen Trainer versuchen. Außerdem hatten mehrere Spieler den Wunsch geäußert, in meiner Mannschaft zu spielen (obwohl der aktuelle Trainer auch ein guter Trainer und ein kinderfreundlicher Typ ist).


    Auf jeden Fall freut es mich.

    Nicht wirklich Frust, nur bissen nervig:


    Heute ist E1 und E2 (nach Spielstärke getrennt) Training. Da der Größte Teil der E1 diese Woche auf Klassenfahrt ist, mache ich ein gemeinsames Training mit dem E1-Rest (4 Kinder) und der E2. Insofern ist heute auch kein Training, welches dem aktuellen Schwerpunkt dient, sondern einfach ausser der Reihe. Da bin ich dann auch flexibel, was die Spielformengrößen betrifft...was heute scheinbar auch notwendig ist.


    Konkrete Planung mache ich normalerweise immer Mittags, aber ich mach mir vorher immer schon mal Gedanken.


    Stand heute 08:00 Uhr:

    12 Kinder angemeldet. Von dreien fehlt noch die Rückmeldung.

    Ich schreibe die Eltern der fehlenden Kinder an.

    Ich plane (gedanklich) vorsichtig mal 3gg3 auf zwei Feldern ein.


    Stand heute 10:00 Uhr:

    2 Absagen wegen Krankheit eingetroffen. Die fehlenden Rückmeldungen fehlen immer noch.

    Also derzeit 10 Kinder.

    Ich wechsel in der gedanklichen Planung schon auf 2gg2+Neutraler auf zwei Feldern.


    Stand heute 12:00 Uhr

    Eine weitere Absage. Die fehlenden Rückmeldungen fehlen immer noch.

    Also derzeit 9 Kinder.

    Jetzt würde ich eigentlich schon meine konkrete Planung mit Teamzuteilung machen wollen...aber die wäre ja in ein zwei Stunden ja bereits Makulatur.


    Gleich habe ich bei der Arbeit ein Meeting bis späten Nachmittag.

    Die 3 fehlenden Rückmeldungen werden vermutlich auch erst wenige Minuten vor dem Training nachgeholt.

    Und mindestens ein Kind wird heute bestimmt auch mit Kopfschmerzen aus der Schule zurückkommen oder sowas.

    Bedeutet also, die Planung mache ich heute kurzfristig.

    Nicht wirklich dramatisch schlimm, aber trotzdem bisschen nervig.

    Von meiner E1 bin ich eine solch schlechte Rückmeldemoral und so viele kurzfristige Absagen nicht gewohnt.

    Man mag mich für bekloppt halten, aber bei diesem Warmup ist es mir immer schwer gefallen, zwei Zahlen aufzurufen ohne dabei immer wieder die gleichen Kombinationen zu wählen. Irgendwie neigt mein Gehirn dazu, immer das gleiche zu sagen.


    Hab mir deswegen schnell ne App gebastelt, die für mich zwei zufällige Zahlen auswirft.

    Ist vielleicht übertrieben...aber so fällt es mir leichter 8o


    Eine Stellschraube, die man als Trainer ja gut in der Hand hat, ist der Spaß am Spiel.

    Kinder, die viel Freude am Training und an den Spielen haben, priorisieren das Spiel am Wochende eher höher als Omas Geburtstag, als jene Kinder, die oft angemeckert werden und vielleicht eh nicht so viel Bock auf Fußball haben. Meiner Erfahrung nach überträgt sich das auch auf die Eltern. Eltern von fußballbegeisterten Kindern ordnen dem Fußall alles unter, während die Eltern von Kindern, die Fußball als irgendeinen Freizeitvertreib sehen, schon eher ein Spiel zugunsten einen Familienausflugs ausfallen lassen.


    Deswegen versuche ich den Fußball so gut es geht als eine Wohfühl-Oase stattfinden zu lassen. Das hat zwar auch seine Grenzen, aber für mich heißt das, dass ich im Training keine langweiligen oder unbeliebten Übungen durchführen lasse (ich frage die Kinder regelmäßig, wie sie die Übungen fanden) und dass ich die Kinder nicht für Fehler anmeckere und sie nicht durch Hereinrufe von der Seitenlinie "motiviere".


    Und als Trainer natürlich auch einfach ein freundlicher Typ sein. Einer unserer Trainer im Verein geht den Kindern immer mit seinem merkwürdigen Humor auf den Sack, den niemand versteht. Es können manchmal auch solche Kleinigkeiten sein.

    Beobachtet ihr diese Häufung an einzelnen Tagen auch? Oder ist das eher so eine gefühlte Wahrheit? Wie geht ihr damit um? Lasst ihr einzelne Trainingseinheiten ausfallen? Bietet ihr in Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten an?

    Ich mache auch Training, wenn die Beteiligung gering ist. Dann halt nur ein Spielfeld statt zwei und dafür dann intensivere Betreuung pro Kind. Diejenigen, die sowieso immer zum Training kommen, sind ohnhin meistens die besseren im Team, die intrensisch motiviert sind und Bock drauf haben, Neues zu lernen. Das macht mir dann auch Spaß. Ich mag das lieber, als wenn ich 14 Kinder im Training habe und die eine Hälfte albert rum.


    In Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten anzubieten geht bei uns nicht wirklich. Der Sportplatz ist ausgelastet und auch ich bekomm das dann kaum noch in meinen Alltag untergebracht. Die Wochen sind so oder so schon komplett um den Fußball herumgeplant, da ist dann wenig Luft nach oben.

    Schon interessant, wie sich auch hier das Spektrum zwischen "minuziös geplant" und "alles kurzfristig im Kopf gemacht" abbildet.


    Ja, auch ich habe immer wieder mit kurzfristigen Absagen zu kämpfen, auch wenn die Eltern inzwischen recht diszipliniert bei den Rückmeldung in der App sind. Ich versuche aber immer meine Übungen so zu planen, dass sie auch mit einem Spieler mehr oder weniger klappt. Zum Beispiel kann man das 5m Tor (mit Torwart) kurzerhand gegen 2 Minitore austauschen, wenn ein Spieler kurzfristig absagt. Oder ich leihe mir geeignete Spieler aus der zweiten Mannschaft aus, falls die Übung keine abweichenden Spielerzahlen zulässt.

    Ist das Training des Kollegen den gut? Also im Sinne alle haben Spaß es werden Grundlagen trainiert etc..

    Ja, finde ich schon. Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass mein Training besser wäre, als seines.


    Witzig ist halt, dass ich mit seiner Methode total untergehen würde und er mit meiner genauso.

    Ich frage nur mal so aus Interesse.

    Weil was die Vorbereitung auf das Training betrifft, klaffen Welten zwischen mir (E1 Trainer) und unserem Trainer der E2.

    Und ich wollte mal gucken, wie das andere so handhaben.


    Mein Weg:
    Ich habe eine Excel Tabelle, in der ich alles plane.

    Die Schwerpunkte, die ich vermitteln will, sind grob über die ganze Saison vorgeplant. Die tatsächlichen Zeiträume leg ich nicht genau fest und mitunter änder ich den einen oder anderen Schwerpunkt auch noch mal wieder.


    Die Trainings für die nächsten 4 Wochen plane ich auch schon grob vor.

    Also an welchen Tagen sollen welche Übungen gemacht werden. Welche Übungen das sind, folgt aus dem jeweiligen Schwerpunkt.

    Manchmal änder ich noch kurzfristig was, aber das ist dann immer so der ungefähre mittelfristige Fahrplan.


    Für alle meine Übungen aus meinem Repertoire habe ich je ein DIN-A4 Blatt, auf dem ich die wichtigsten Eckpunkte der Übung, eine kleine Zeichnung, die Variationsmöglichkeiten und die Coachingpunkte aufgeschrieben habe. Alles so aufgeschrieben, wie es für mich als Gedankenstütze am besten funktioniert. Daraus ist ein ziemlicher Katalog geworden. In meiner Excel Tabelle habe ich zudem noch einen Feedback-Reiter, bei dem ich jede durchgeführt Übung bewerte (wie beliebt ist sie bei den Kindern, wie gut klappt sie, wie groß ist der Lerneffekt,...). Schlecht bewertete Übung fliegen aus dem Katalog.


    Am Tag des Trainings plane ich zur Mittagszeit das Training im Detail. Da weiß ich über die Teampunkt-App, wer heute zum Training kommt.

    Also klemm ich mir ein neues Blatt in mein Trainings-Klemmbrett und skizziere die Übungen, die wir heute machen.

    Feldgrößen bestimmen, Mannschaftsgrößen festlegen, Anzahl der Felder bestimmen, Provokationsregeln festlegen, benötigtes Material.

    Und ich teile auch jetzt schon die Teams ein. Im Ruhe zu Hause kann ich das viel besser, als auf dem Trainigsplatz mit tausend Kindern um mich rum, die ihre Wünsche äußern, mit wem sie in einem Team sein wollen.


    Ich bin dann eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn da und baue alles auf. Kinder, die ebenfalls früh da sind, helfen mir meistens.

    Das Training beginnt auf die Minute genau.


    Der andere Trainer hat nichts dergleichen. Der macht das alles komplett im Kopf. Schwerpunkte, Übungen etc.

    Er kommt 5 Minuten vor Trainingsbeginn auf den Platz. Während die Kinder selbstständig das Warm-up machen, baut er seine Übung auf.


    Ich will hier gar nicht sagen, dass das eine besser ist, als das andere. Das macht ja jeder typbedingt anders und ich bin nunmal ein ziemliches Excel-Kiddie und auf meinen Kopf ist zudem auch überhaupt kein Verlass.

    Wie ist euer Vorgehen?

    Der Themenersteller fragt, wie er seinen Sohn unterstützen kann und als Antwort kommt, dass er vielleicht eher Basketball spielen will.

    Das ist son typisches Internet Ding.


    Zur Fragestellung: Ich glaube, aktiv kann man da nicht viel unterstützen. Klingt für mich wie eine Sache des Selbstvertrauens bzw. der Komfortzone. Durch positive Bestärkung die Freude am Spiel aufrecht erhalten und darauf setzen, dass das Wohlbefinden in dem Umfeld mit der Zeit steigt. Es gibt halt Menschen (auch Erwachsene) die in unterschiedlichen Umfeldern unterschiedlich selbstbewusst imd unterschiedlich motiviert sind.

    Ich bin der Überzeugung, dass man (in der Kindeserziehung im Allgemeinen) über Selbstvertauen und ausreichen Zeit, dieses aufzubauen, am meisten erreichen kann. Außer vielleicht, besagtes Kind ist eines von denen, die eher zu viel Selbstvertrauen haben...da muss man vielleicht anders vorgehen, aber das scheint mir hier ja nicht der Fall zu sein.