Funino - Startschuss in Bayern

  • Da habt ihr recht aber ihr hängt euch zu sehr darauf auf. Funinio ist eine super tolle Ausbildungsmöglichkeit. Für mich ist es etwas um die zweite Kleingruppe ohne Aufsicht alleine spielen zu lassen während die anderen ihre Übungs- oder Spielformen zum Wochenthema machen. Danach wird gewechselt..


    Das ist auch vollkommen legitim und deine Entscheidung wie du es handhabst. Aber da sieht man den unterschiedlichen Ansatz und Sichtweise zum Funino.


    Für mich ist es kein Mittel um einfach die zweite Gruppe ohne Aufsicht spielen zu lassen. Im Gegenteil. Für mich ist es ein essentieller Baustein für das Training um ihnen neben den vielen Ballkontakten und Erfolgserlebnisse auch schon die Fähigkeiten zu üben Spielsituationen zu erkennen und eine Lösungsmöglichkeit auszuwählen und zu entscheiden.


    Dazu gehört für mich natürlich ihnen auch viel Technik und Finten beizubringen und sie zu animieren diese auch anzuwenden. Von daher ist Funino für mich ideal. Viele Angriffe, viele Ballkontakte, ausreichend Platz, Tore schnell erreichbar, schneller Spielrhythmus, kein grosser Zeitverlust durch TW-Abschläge, Einwürfe, etc. Einfach nur Fussball und kein taktisches Geplänkel.


    Ich bin auch kein Trainer der Kinder z.B. lobt, wenn sie den Ball unter Gegnerdruck aus dem Strafraum schiessen nur um kein Tor zu kassieren und/oder zu verlieren und wird es auch in den nächsten Jahren nicht geben. Eher verliere ich das Spiel/Turnier, aber das ist eh unwichtig. Bevor es den Ball weghaut, soll es alle anderen Lösungsmöglichkeiten im Kopf durchgehen und entscheiden.


    Der Lerneffekt und der Mut zum Risiko und sich das 1:1 bewusst auszusuchen sind mir wichtiger als Siege in der F-/ und E-Jugend. Entwicklung steht für mich vor Ergebnis.


    Aber wie gesagt, dies ist meine Philosophie und möchte keinen überzeugen oder gar überreden. Nur finde ich schade, dass das Funino so belächelt und als maximal eine Ergänzung angesehen wird, obwohl ich es viel lehrreicher empfinde als das 6+1.


    Aber wie man in Köln schön sagt: "Jeder Jeck ist anders!" ;)

  • Nein, der Verband muss es fordern und umsetzen!

    Das wird nicht passieren. Allein an den Facebook Reaktionen aktuell kann man sehen, dass das keiner von oben diktieren wird. Bayern bietet es ja auch nur an und verpflichtet niemanden dazu. Das wird ein sehr langer Prozess werden. ich veranstalte jetzt Festivals seit 2-3 Jahren. Sie sind teilweise sehr gut besucht, aber am Ende bleibt es eine kleine Nische. Trotz Werbung auf Facebook, Information übers DFBNet und Vorstellung auf Staffeltagungen haben die meisten Vereine im Kreis sich das noch nicht einmal angeschaut geschweige denn ausprobiert.

  • Im Grunde muss aber all das was wir hier hoch und runter diskutieren in den Vereinen gewollt sein, in ein Konzept eingehen und dann - ganz entscheidend den jährlich neuen Bambinitrainern an die Hand gegeben werden (Hospitation beim älteren Jahrgang / Unterweisungen). Dazu noch ein Elternabend vor den ersten Spielen/Turnieren, bei denen man das Konzept und die Hintergrunde erläutert sowie das Verhalten am Platz.

    Da hast du schon Recht, dass man das den Vereinen, Trainern, und Eltern vorstellen und die Trainer unterweisen sollte. Aber da muss auch ein gewisser Druck und Anweisung von oben kommen.


    Warum sollen zb Bambini 6+1 spielen? Warum wird überhaupt 6+1 gespielt?


    Früher wurde in der D-Jugend 11:11 gespielt und dann wurde es sinnvollerweise auf 9:9 reduziert. Auch da gab es Kritik zu, weil es sich vom Erwachsenenfussball entfernte.


    Sinnvoller fände ich es, wenn das System dahin gehend reformiert werden und das System an die Kinder angepasst werden würde und nicht anders herum.


    Ein ungefähres Beispiel:


    U5/U6: 2vs2 (auf 6 Feldern parallel spielend mit einem Rotationsspieler hätte man 24 Spieler gleichzeitig am spielen)

    U7/U8: 3vs3 (auf 4 Feldern parallel spielend mit einem Rotationsspieler hätte man 32 Spieler gleichzeitig am spielen)

    U9/U10: 5vs5 (4+1)

    U11/U12: 8vs8 (7+1)

    U13 aufwärts: 11vs11


    In der C-Jugend hätte man da schon das von vielen heiss ersehnte Grossfeld im 11vs11.


    In anderen Ländern ist man da schon weiter und sind an uns schon vorbeigezogen weil sie offener für Anpassungen sind.

  • Das wird nicht passieren. Allein an den Facebook Reaktionen aktuell kann man sehen, dass das keiner von oben diktieren wird. Bayern bietet es ja auch nur an und verpflichtet niemanden dazu. Das wird ein sehr langer Prozess werden. ich veranstalte jetzt Festivals seit 2-3 Jahren. Sie sind teilweise sehr gut besucht, aber am Ende bleibt es eine kleine Nische. Trotz Werbung auf Facebook, Information übers DFBNet und Vorstellung auf Staffeltagungen haben die meisten Vereine im Kreis sich das noch nicht einmal angeschaut geschweige denn ausprobiert.

    Leider ist diese Haltung so und es bleibt uns nichts anderes übrig als weiter diesen Weg zu gehen und es vorzuleben.


    Aber genauso wie die Anzahl der Kritiker steigt, steigt auch die Anzahl der Interessenten.


    Von daher gilt für uns: Einfach immer schön am Ball bleiben! ;)

  • maider187 macht es ja auch mit 4+1 etc. kleinere Tore etc. altersgerecht.

    ich bin ja bei Malikinho .

    vor allem sollten wir in der Diskussion eines sehen: Was kann ein Vatertrainer ohne großen Wissensschatz zum Thema Kindertraining, Ausbildung und Entwicklung leisten? im Bereich E und F

    Gibt es ein 6+1 am Wochenende wird er das trainieren und Spielen lassen. Mit Hütchenschlachten und allen unangenehmen Begleiterscheinungen.

    Gibt es Funino am Wochenende wird er auch da gut aussehen wollen und wird Funino trainieren lassen.


    Dann kommt die Anschlußfrage : Mit welcher der beiden Optionen macht er weniger falsch?!?!?

    Und die Antwort dürfte klar sein.


    Wir reden hier über das Gros der Trainer da draußen. Nicht über den Durchschnitt hier im Trainerforum, der LEIDER nicht repräsentativ ist, mit dem was da draußen abläuft


    WEr fähig ist jeden Schwerpunkt in ein Spielformbasiertes Training zu verpacken und bei Problemen anhand der Steuerungsgrößen umzuschwenken bzw. zu korrigieren, der wird auch in der E schon Spielformen finden die ähnlich Funino sind. aber darum geht es ja nicht.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Malikinho fu hast mich da etwas missverstanden. Die Vorzüge streiche ich ja heraus wenn ich schreibe eine tolle Ausbildungsmöglichkeit. Und da gehören ja alle Eigenschaften dazu die Funinio mitsichbringt und auch fordert und fördert... nur eben genau in dem geforderten Maß das die Kinder selber drauf kommen müssen. Da gibt’s keine Korrektur oder Anweisung meinerseits!


    Die Basics bekommen sie Woche für Woche in den Ausbildungszielen vermittelt. Danach dürfen sie im Funinio damit experimentieren und am WE wird das ganze unter Wettkampfbefingungen durch gezielte Fragestellung gefestigt.

    Nur habe ich den Vorteil dies im 4+1 zu tun 😉

  • Hier gibt es ja auch nochmal viele Details zusammengefast:

    https://www.soccerdrills.de/ma…reform-im-kinderfussball/


    Vielleicht sollte man bei der Diskussion auch immer die Altersklasse mitführen. Es gibt schon einen Unterschied ob wir von einer G-/F oder einer E-Jugend sprechen beim Thema Funino.


    Ein paar interessante Details (die vielleicht das ein oder andere Vorurteil schon mal auflösen könnten):

    • Bei den G- und F-Junioren besteht ein Team aus 3, bei den E-Junioren aus 5 Spielern.
    • Torwart: Bei den G- und F-Junioren gibt es keinen Torwart und bei den E-Junioren wird einer der fünf Spieler als Torwart gekennzeichnet. Dieser spielt nur innerhalb der Schusszone (siehe Spielfeld) und muss zwingend nach jedem Spiel ausgetauscht werden (Torwart-Rotation).
  • Moin,

    ich persönlich habe mir das Buch von Horst Wein gekauft und trainiere auch ungefähr danach. Mir fehlt tatsächlich die Zeit für komplette Entwicklungspläne und die Fachkenntnis um Defizite sofort zu erkennen.


    Das System in Bayern finde ich interessant, aber auch schwierig. ich glaube bei uns würde sich so etwas leider auch nicht durchsetzen. Alleine auf dem Trainingsplatz wollen andere Trainer immer nur 7:7 Testspiele machen.


    Ich habe mich daher darauf eingestellt, dass ich im Training vor allem auf Funino oder 4:4 auf vier Tore spielen lasse (ist halt auch Abhängig von der Spielerzahl). Auf Jugendtore spiele ich nur wenig (die Jungs schießen schon gerne auf große Tore).


    Im Spielbetrieb bleibt es aber beim 7:7.


    Ich glaube, dass die Erkenntnis 3:3 oder 4:4 zu spielen mehr für die Kinder bringt sich erst im Training durchsetzen muss, bevor es im Spielbetrieb ankommt.

  • Hallo zusammen,


    ich versuche auch mit weniger Material immer wieder Trainingsformen zu finden, die möglichst viel Raum zum Spielen auch in der Funino-Form lassen.

    Ein 3:3 (+1) parallel zu einer weiteren Gruppe, die Technikelemente (Passen / Schusstraining / Dribbling etc.) in möglichst spielerischer form übt.

    Nach 5 - 10 Minuten ein Wechsel der Manschaften , oder auch nur ein Wechsel eines Teams gegen die "Techniktrainierer" ... So haben wir gleich ein Miniturnier und ich kann parallel mit den anderen Spielern an ihrer Technik feilen.


    Da wir auch nicht immer genug Kleintore haben, spielen wir auch häufig auf ein Jugendtor und auf der anderen Seite auf 2 minitore.


    Nach Torerfolg werden die Seiten gewechselt.


    Der Torwart kann bei Bedarf immer im Jugendtor bleiben und so sein TW-Spiel trainieren. meist wechselt dieser aber auch regelmässig.


    Ich finde, dass ist ein schöneer Kompromiss. Da ich leider nicht eine so homogene Manschaft habe, wären mir auch Turniere im Funino Modus sehr recht, derzeit ist das hier in NRW aber nicht abzusehen..


    Den Kindern machen die Einheiten in denen viel gespielt wird und sie beim Spielen Aufgaben bekommen auf jeden Fall riesig viel Spass und mir auch :-)


    Das sind nur meine Erfahrungen ...


    VG

  • Mach ich auch oft. Ein FUNino-Feld und eine parallele Technik/Torschussübung.

    Man merkt auch oft bei einigen Spielern, dass es ganz gut ist, wenn sie zwischen den FUNino Spielen eine Pause haben, die Anweisungen, die man gegeben hat, werden beim nächsten Mal schon viel besser umgesetzt.

    Der Lerneffekt wird natürlich größer, wenn man es auf 4 Minitore spielt. Vielleicht mal bei der Jugendleitung nachfragen oder mit Hütchen abstecken etc.

  • Wir sind auf jeden Fall darauf vorbereitet (Link)

    Alles schön und gut, aber etwas Wiederspruch ist schon dabei. Ihr schreibt "Die Kinder dürfen sich bei uns ausprobieren und viel Fußball spielen – und zwar alle Kinder ohne Ergebnis- und Leistungsorientierung." Aber es werden Ergebnisse von der F-Jugend bei euch veröffentlicht. Wenn Ergebnisse nicht wichtig sind, dann brauchen die auch nicht veröffentlicht werden. Soviel zum Thema Druck.


    Bei uns im Kreis dürfen überhaupt keine Ergebnisse der G und F-Jugend veröffentlicht werden.

  • In Köln spielen wir es in einer Art Pilotstaffel und es gibt immer mehr Interesse daran.


    Ich kann es nur befürworten, da es in meinen Augen nur Vorteile gibt. Neben der spielerischen Entwicklung und der Tatsache, dass alle Kinder mit eingebunden werden in das Spiel (es gibt keine klassischen Ersatzspieler und man bildet ja mehrere Teams) nimmt es vor allem den erfolgsgeilen nur auf Sieg aufstellenden und spielenden Trainern und Eltern den Wind aus den Segeln.


    Auf grossen Toren mit rotierendem TW kann man ja parallel zum Funino spielen und deckt somit alles ab.


    ich bin auch gespannt, was bei uns passieren wird: augsburger-allgemeine.de

    Wir sind auf jeden Fall darauf vorbereitet (Link)

    Habt ihr noch ein paar positive Vereinsberichte? Danke.


    Ein Zitat aus dem Artikel wo ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll:


    "...„Spielen ohne Torwart? Bin ich voll dafür“, sagt Werner Schlosser, der Jugendleiter der TSG Stadtbergen. Allerdings nur am 1. April. „Aber es gibt ja noch mehr geniale BFV-Ideen“, denkt er laut nach: „F-Jugend-Spiele bei drei gegen drei? Bei über 40 F-Kindern könnten wir dann 24 Stunden rund um die Uhr spielen. Oder dürfen dann nur noch die drei „Besten“ spielen?“, schüttelt Werner Schlosser ebenso den Kopf, ..."


    Wie stellt er sich das denn vor? Dass 3:3 auf Grossfeld quer über den Platz gespielt wird? :D:D:D:D:D


    Unglaublich! Da geben Leute öffentlich Statements in Zeitungen von sich, die sie in ihrer Funktion als Jugendleiter derart disqualifizieren, dass man als Verband/Kreis oder von mir aus auch der DFB persönlich, bei diesem Jugendleiter mal anrufen und bitten sollte sich in Zukunft nur noch drum zu kümmern, dass der Materialcontainer aufgeräumt und die Bälle für die Kinder aufgepumpt sind.


    Seine Aussage zeigt derart klar, dass er sich nicht ein bisschen damit auseinandergesetzt hat. Und das ist ein Jugendleiter, dem man seine Kinder anvertraut in der Hoffnung, dass er die Kinder fördert...X/

  • Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich mich bisher nie mit Funino beschäftigt habe (bin auch erst seit Sommer Trainer).

    Aber genau die Eigenschaften, die man dadurch gewinnen kann, fehlen meiner Mannschaft enorm (der Wille zum Passspiel, Spielintelligenz und Kreativität).

    Kanns kaum erwarten die Kinder heute damit zu konfrontieren^^.

  • Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich mich bisher nie mit Funino beschäftigt habe (bin auch erst seit Sommer Trainer).

    Aber genau die Eigenschaften, die man dadurch gewinnen kann, fehlen meiner Mannschaft enorm (der Wille zum Passspiel, Spielintelligenz und Kreativität).

    Kanns kaum erwarten die Kinder heute damit zu konfrontieren^^.

    der wille zum passspiel wird dadurch nicht gewonnen;-)... wäre auch kontraproduktiv.

    vllt. auf sicht die Notwendigkeit zum Passspiel erkannt (je nach Situation)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Funino ist nicht aufs Passspiel ausgelegt, demnach herrscht keine Notwendigkeit des Passspiels. Funino fördert vor allem das Dribbling und das 1 vs. 1, da man deutlich mehr Platz hat und sich so mehr trauen kann.

    Je älter die Kinder werden, desto besser kann man das Passspiel einbauen und fordern. Dazu eignen sich einige Varianten von Horst Wein, wie den Zielspieler in die Schusszone zu positionieren oder Tore nur nach Steilpässen durch bestimmte Hütchentore zu erlauben.

    In der Grundform gibt es keine Notwendigkeit des Passes und soll auch nicht gefordert werden. Funino ist für Bambinis (und auch F-Junioren) dafür da, sie zum Dribbling zu ermutigen.