Beiträge von MDahlin

    zum Thema Neustrukturierung/Konzept:

    - es wird nicht nur FUNino bindend eingeführt, sondern auch FORMino, 5er, 7er und 9er Fußball - und das gilt auch für die NLZs. Wenn die Spielformen besser sind, sind sie es für alle Spieler in dem Alter. Warum kommen Vereine darauf Spieler hochzuziehen, mit der E-Jugend sich bereits bei der D-Jugend zu melden, so schnell wie möglich 11:11 zu spielen usw. - weil sie den NLZs nacheifern (Vorbild).

    Das wird in der Tat auch so angestrebt. Leider sind hier wohl die NLZs (oder zumindest Teile davon) das Problem, weil es hier die Entwicklung gibt, wieder früher ins 11:11 zu gehen. Damit bekommt das System dann leider einen Bruch, wenn man sich von zwei Seiten nähert.

    Die Altersklassen im gleichen Zug wieder mehr der Jahrgangsstufe in der Schule anpassen, damit Klassenkameraden nicht in verschiedenen Teams kicken müssen.


    Da bin ich 100% bei dir. Der Grund dafür, dass es aktuell so ist, ist, wie ich finde, richtig krass. Die FIFA hat den Jahreswechsel als Stichtag für internationale Turniere gesetzt. Und wie ich zuletzt gelernt habe, wird das dann wohl in das ganze System weitergereicht - völliger Irrsinn, wenn man mal ins Verhältnis setzt, wie viele Kinder im Breitensport unterwegs sind und wie viele an solchen Turnieren teilnehmen.


    Am Ende ist das Drop Out Problem sicher eine Mixtur aus vielen verschiedenen Faktoren. Gegen die "Freundin" können/ wollen/ sollen wir nichts machen, aber es gibt Dinge, die kann man zum Besseren ändern. Dazu zähle ich die Organisationsform des Spielbetriebs in allen Klassen. Wettbewerbe entwicklungsgerecht und abwechselungsreich gestalten (die Idee ein Festival in einer Mischung aus mehreren Sportarten abzuhalten finde ich super) und vor allem so, dass es verpflichtend den Spielern annähernd gleiche Einsatzzeiten zu gewährleisten.

    Selbst wenn der Trainer ein Feuerwerk an guter Laune und Ausbildungsqualität abfeuert, dann wird er einige Spieler verlieren.

    Das ist ja genau der Punkt. Wir sollten versuchen das Feuerwerk sicherzustellen. Wenn sich ein Kind dann immer noch für etwas anderes entscheidet, dann ist das doch völlig in Ordnung. Dann hat der Fußballtrainer einen tollen Job gemacht und wichtige Grundlagen für andere Sportarten gelegt. Wichtig ist doch, dass die Kinder erfahren, dass es Spaß macht sportlich aktiv zu sein, sich mit anderen zu messen.

    Aber Kinder sollten nicht deswegen aufhören, weil sie anderen beim Spielen auf der Ersatzbank zusehen müssen.

    Das ist keine steile These: https://www.dfb.de/fileadmin/u…rted/Dropout-im-Sport.pdf


    Die Zahlen korrelieren langfristig nicht mit solchen Ereignissen. Schaut man sich die Mitgliederstatistiken der ganzen letzten Jahre an, dann bleibt das Bild immer gleich. Im Kinderbereich rennen uns die Kinder die Türen ein und dann verschwindet ein Großteil wieder.


    https://www.dfb.de/verbandsstr…statistiken-der-vorjahre/ 


    Ich laste den Drop Out nicht den Spielervätern an sondern der Organisationsform des Spielbetriebs, die falsche Anreize setzt.

    Mir ist nicht klar, wozu die langen Pausen gut sind. Wenn bei mir die Spieler auf 37 Minuten Spielzeit kommen, dann ist das Nahe an den 40 Minuten des herkömmlichen Spielbetriebs, wobei sie da sicher nicht so intensiv unterwegs sind, was mir auch ausreichend erscheint für die Altersklasse. Aber das ist am Ende eine Frage an Sportmediziner. Deshalb vertraue ich mal auf das Erlangener Modell nach M. Lochmann was sich praktisch bei uns zumindest gut bewährt hat.


    Meine Felder setzen sich beim 3:3 wie folgt zusammen:

    Breite = 2 + 2 + 12 bis 14 + 2 +2 = 20-22m

    Länge: 6 + 8 + 8 +6 = 28m


    Beim 2:2

    Breite = 2 + 2 + 12 bis 14 + 2 +2 = 20-22m

    Länge: 8 + 8 = 16m


    Letzteres ist dem praktischen Gedanken geschuldet, dass in der Regel nach der G die F spielt, so dass nur die Tore verschoben werden müssen und ansonsten die Umbauarbeit minimal bleibt.

    - warum müssen immer die Kinder für Neuerungen herhalten? (Fair-Play-Liga; FUNino)

    Weil wir von Beginn an "richtiges" Verhalten im Vereinsfußball vermitteln sollten; sprich Fair Play leben (Fair Play Liga) und Fußball spielen statt Bolzen (FUNiño).


    - gibt es eine Kommission zur Neustrukturierung des Jugendfußballs? (Drop-out findet dort statt)

    Ob es eine Kommission gibt, das weiß ich nicht, aber auch damit wird sich wohl beschäftigt. Ein wichtiger Grund für Drop Out ist aber sicherlich eine falsche Ausbildung im Kinderbereich. Wenn ich über Jahre immer nur Mitläufer bin und ich mich nicht weiterentwickeln darf, weil ich entweder gar nicht spiele oder in zu großen/ komplexen Wettkämpfen eben der bin, der nie den Ball bekommt, dann werde ich mir mit zunehmenden Alter und mehr Selbstreflexion irgendwann die Frage stellen, warum ich da noch hingehen soll.


    - warum müssen immer die Kindertrainer die Neuerungen begleiten? (meistens wenig Trainererfahrung, oftmals Elterntrainer)

    Das ist wahrscheinlich das Schicksal des Ehrenamtes. Für alle Beteiligten wäre es wohl besser, wenn Kindersport mit der Schule verzahnt würde, um mehr Kinder zu bewegen, um für die Kinder bessere/frühere Trainingszeiten zu ermöglichen, um eine kontinuierliche Qualität des Angebots zu sichern. Aber dafür müsste die öffentliche Hand ziemlich viel Geld in die Hand nehmen; scheint unwahrscheinlich.


    - welche Hilfen bekommen die Vereine zur Implementierung? (finanzielle (z.B. für kleine Tore) und/oder organisatorische (z.B. Spielplanprogramm für Funino-Festivals anstatt ESB))

    Das wäre natürlich zu wünschen insbesondere die Spielplanerstellung, wobei das keine Ausrede sein sollte. Ein Paar Minitore 1,82m kostet 50 EUR. Wenn jedes Team zu einem Festival 2 Tore mitbringt, dann ist das keine riesige finanzielle Last.


    - warum lässt der Fußball den Kindern so wenig Freiraum sich vielseitig, sportlich auszuprobieren? (jeden Samstag ein Spiel/Festival)

    Nimmt 1h Fußball am Wochenende auf einem Festival den Kindern ihren Freiraum? Da würde ich ganz andere Dinge sehen, die den Freiraum der Kinder einschränken. Außerdem, glaube ich, ist das nicht fußballspezifisch. Ich hatte einen Fall, wo der Turntrainer verlangt hat sich zw. Fußball und Turnen zu entscheiden, weil jetzt "wichtige" Wettkämpfe beginnen.


    - Kinder (Eltern) orientieren sich auch an Vorbildern - wer dient als Vorbild?

    Vorbilder für was, altersgerechten Fußball? Bekannte Profis, die z.B. Futsal gespielt haben, gibt es ja einige. Und viele Länder aus denen aktuelle erfolgreiche Topstars kommen sind uns was kleine Wettkampfformen angeht, schon lange voraus.


    - sind Kooperationen mit anderen Sportverbänden vorgesehen? (z.B. Ballschule nützt Handball, Tennis, Volleyball, Fußball, Basketball ...)

    Kann man sicher machen, aber dann hat sich in 10 Jahren noch nichts geändert.


    - werden Kinder an dem Prozess beteiligt oder entscheiden Erwachsene für die Kinder?

    Kinder sind doch gar nicht in der Lage das zu entscheiden und alle Konsequenzen zu überblicken. Sie entscheiden ja auch nicht, ob sie zur Schule gehen oder ob sie jeden Tag ein Glas Nutella essen etc...


    - brauchen wir viele Regeln im Kinderfußball oder hilft den Kindern mehr Flexibilität? (z.B. Anzahl der Spieler)

    Wir brauchen Regeln, die einen Rahmen setzen. Beispiel: 2 E-Mannschaften mit je 14 Kindern treffen aufeinander, dann sollte die Regel vorsehen, dass die Spielfelder so gestaltet werden, dass alle Kinder beteiligt sind - sprich 2 Felder aufbauen.


    - brauchen wir ein Ergebnis am Wochenende, können es mehrere sein oder gar keines?

    Ein Fußballspiel hat immer ein Ergebnis. Das ändert sich auch nicht durch eine Anpassung der Organisationsform. Das ist auch wichtig, damit Kinder lernen mit Sieg oder Niederlage umzugehen. Aber wir brauchen bis zu einer gewissen Altersstufe sicher keine Aufrechnung dieser Ergebnisse in Form von Tabellen. Wahrscheinlich braucht man im ganzen Kleinfeldbereich keine Tabellen.


    - brauchen wir eine (Halb-)Saison im Kinderbereich?

    Aus organisatorischen Gesichtspunkten brauchen wir sicher eine Saison, um Plätze Mannschaften etc. zu planen. Wenn der Spielbetrieb im Festival Modus veranstaltet wird, dann braucht man die Saison aus sportlicher Sicht, sicherlich nicht - einfach spielen. Kommen Tabellen irgendwann dazu, dann sollte die Saison in mehrere Teile zerlegt werden, damit ich Staffelzusammensetzungen neu adjustieren kann. Warum nicht kleine Staffeln mit nur 3-4 Mannschaften, die sich halt mehrfach innerhalb einer Saison begegnen. Solange die Ergebnisse ausgewogen sind, ist es doch egal, ob ich mehrfach gegen das gleiche Team spiele.


    - was ist die Zielsetzung der Neustrukturierung? (z.B. Eliteförderung, breiterer Qualitätsanstieg, Spaß im Kindesalter oder erst im Jugend- bzw. Erwachsenenalter, kurzfristiger oder langfristiger Erfolg, Gesundheitsförderung, Sozialkompetenz, Leistungsdruck)

    Meines Wissens nach war die Ausgangsfrage, warum wir keine herausragenden Einzelspieler haben, die 1:1-Duelle entscheiden können. Von da ausgehend ist man zu dem Schluss gekommen, dass im Kinderfußball etwas im Argen liegt. So wie ich es verstehe, geht es darum die Basis an sporttreibenden Kindern langfristig zu verbreitern und auch zu verbessern, denn nur wenn ich etwas gut kann, wird es mir auf Dauer Spaß machen. Das wiederum wird langfristig auch positive Auswirkungen auf die Spitze haben.


    - wie setzt sich die Kommission zusammen? (z.B. Transparenz, Beteiligung der Basis)

    Frage an Markus Hirte


    - wie bzw. wird der Kinderfußball zukünftig bei der Ausbildungsentschädigung berücksichtigt?

    Ich glaube nicht, dass das eine Frage für so eine Kommission ist.


    - welche Zugeständnisse vom Profi-/Amateurfußball kann der Kinderfußball erwarten? (z.B. Vorspiele, Anstoßzeiten)

    Ich glaube nicht, dass das eine Frage für so eine Kommission ist.


    - lässt man Leistungssport bei Kindern zu?

    Wenn wir flächendeckend den Festival Modus einsetzen und entwicklungsgerechte Wettkampfformen etablieren, dann fangen wir viel früher mit Leistungssport an, weil sich Kinder permanent auf leistungsgleichen Niveaus begegnen und die Trainer besseres Training anbieten, denn sie werden sich an den neuen Wettkämpfen orientieren, um diese gewinnen zu können. Und dazu müssen wir nicht einmal irgendwelche Leistungszentren aufbauen oder die Kinder ständig von einem Verein zu Nächsten schicken.


    - denkt man über die Vereinsstrukturen hinaus? (z.B. Kindersportgärten, Fußballschulen, Kooperationen mit Schulen)

    Es geht zunächst einmal darum den Wettbewerb kindgerechter zu gestalten.

    Aus meiner Erfahrung ist das 4er Team das Optimum. Befinden sich die Gegner auf Augenhöhe, dann wird das schon sehr schnell extrem anstrengend. Allerdings habt ihr Pausen, was das Ganze aus meiner Sicht unnötig in die Länge zieht. Wir spielen das Erlangener Modell 7x7 Minuten mit jeweils 3 Minuten Pause dazwischen, was sehr gut funktioniert, und den Charakter eines Intervalltrainings hat.


    Aus entwickelungstechnischer Sicht würde ich bei 11 Kindern eher die Schwächeren nur zu dritt spielen lassen, denn sie brauchen mehr Übung, mehr Ballkontakte.


    Generell finde ich hat zu viert zu spielen den Vorteil, dass die Aufmerksamkeit der Kinder geschult wird. Sie müssen aktiv dabei bleiben und bei Torerfolg eigenständig die Rotation initiieren. Außerdem gewöhnen sie sich an die Rotation, die dann später ja auch erfolgen soll. Darüberhinaus kann man hier auch eine Positionsrotation automatisch ermöglichen. Startet man mit einer Positionszuteilung (links, rechts, Mitte) dann werden bei einer festen Rotationsreihenfolge auch die Positionen rotiert.

    Beim DFB wurde ein Konzept erstellt, welches eine Umstellung des Spielbetriebs vorsieht. Dies wurde im November den Verbänden im Jugendausschuss vorgestellt. Natürlich liegt die Umsetzung bei den Verbänden aber es ist ja schon einmal ein starkes Signal, wenn der DFB dafür wirbt. Konkret geht es darum ein stufenweises Modell zu etablieren;2:2, 3:3, 5:5, 7:7.

    2 1/2 Jahre später ist mein Kader mit 16 Kindern fast unverändert zusammen. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist hervorragend. Kinder und Eltern ziehen bei Spielen/Turnieren/Trainings und Veranstaltungen immer mit.


    Trainingsbeteiligung liegt bei über 80 %. Und das auch im Winter ohne Hallenzeit bei 0 Grad und Nieselregen.

    Gleiches kann ich auch berichten. Wir haben 25 Kinder und spielen seit 2 Jahren fast ausschließlich FUNiño.

    Die Spielform ist gar nicht so entscheidend. Ob es 2 oder 4 Tore sind; kleine oder große Tore, das ist nur ein Element.


    Viel wichtiger sind die Mannschaftsgrößen, die dem Entwicklungsstand angepasst sein sollten, um den Kindern die bestmögliche Ballkontaktzahl zu bieten. Das hat oft mit dem Alter gar nichts zu tun. Wenn jemand in der dritten Klasse anfängt Fußball zu spielen, dann kann er teilweise auch dem Erstklässler fußballerisch unterlegen sein, der das schon seit 2 Jahren macht.


    Im Kern geht es darum, von einer reinen Alterssicht wegzukommen und die Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand in einer für sie geeigneten Komplexitätsstufe spielen zu lassen. Je weniger die Fähigkeiten entwickelt sind, desto geringer sollte die Komplexität des Spiels sein.


    Der zweite ganz wichtige Faktor ist die Etablierung von Festivalformen oder die Festlegung, dass bei entsprechender Spieleranzahl mehrere Spiele parallel zu bestreiten sind, wenn sich nur 2 Vereine begegnen. Ansonsten wird es immer so bleiben, dass nur ein Teil der Kinder spielen kann. Nehmen wir das Beispiel der 16 Kinder. Damit alle immer spielen können, müsste man 2 Mannschaften im 7:7 melden. Das wird man in der Regel aber nicht machen, weil nie alle da sind. Also meldet man nur 1 Mannschaft und nimmt davon aber immer nur 9-10 mit, so dass 6-7 zu Hause bleiben. Natürlich kann man sich hier abwechseln, so dass jeder mal zu Hause bleibt, aber optimal ist das nicht.


    Mancher wird das vielleicht auch hinbekommen so wie luibo scheinbar, aber die Regel ist das nicht. Es hilft ja nichts darauf zu hoffen, dass wir gute Trainer bekommen, die das so machen. Es muss in der Organisationsform des Spielbetriebs verankert werden, so dass alle spielen können, wenn sie denn wollen.

    Powerzwergenpapa ich habe nicht gesagt, dass es so gemacht wird. Wenn man wollte, dann könnte man es so machen, um z.B. zu sehen wer an einem DFB-Stützpunkt weitergehend gefördert werden sollte.


    Ansonsten ist die ganze Diskussion müßig. Fakt ist, dass der Kinderfußball, wie er aktuell besteht, katastrophale Ergebnisse produziert. 2/3 aller Kinder hören wieder auf Fußball zu spielen! Entweder wir lassen alles so wie es ist, was übrigens das eigentliche Sägen am Ast des Breitenfußballs ist, oder versuchen einfach mal etwas anders zu machen, um vielleicht mehr Kinder beim Sport zu behalten. Die Wahrheit ist, dass die Mitgleiderzahlen seit Jahren wegbrechen: https://www.dfb.de/fileadmin/_…45-DFB-Statistik_2018.pdf


    Es geht doch hier überhaupt nicht um NLZs, Selektion und den ganzen Scheiß, sondern darum, dass wir im Breitensport möglichst vielen Kindern eine aktive Teilhabe und sportliche Betätigung ermöglichen und das möglichst langfristig.


    Im Übrigen geht es bei den Vorschlägen des DFB gar nicht nur um FUNiño, sondern um eine stufenweise Entwicklung des Spielbetriebs. Auch ein ganz gewöhnliches Fußballspiel auf 2 zentrale Tore im 4+1 ist Teil des Vorschlags und soll ab F/E-Jugend eingeführt werden. Der eigentliche Clou an der Sache ist die Etablierung des Festival Modus, um alle Kinder entwicklungsgerecht spielen zu lassen.

    Im Funino habe ich da zu wenig Erfahrung. Wie setzen sich die Kader von Funino Teams zusammen? Gibt es überhaupt reine Funino Mannschaften irgendwo?

    Ich habe eine reine FUNiño Mannschaft; Jahrgang 2010. Wir spielen seit jetzt fast 2 Jahren ausschließlich FUNiño und das an fast jedem Wochenende. Für meine Kinder ist das völlig normaler Spielbetrieb.


    Wir haben aktuell 26 Kinder und das ganze Leistungsspektrum findet sich da wieder. Wir haben Kinder die auch gut im Jahrgang darüber schon mithalten können aber auch Kinder, die vielleicht weniger athletisch sind oder ganz neu angefangen haben. Wir teilen die Kinder sowohl beim Training als auch an Spieltagen immer in möglichst homogene Gruppen ein. Schon aus rein praktischen Gründen macht alles andere aus meiner Sicht keinen Sinn. Den Kindern, die schon weiter sind, kann ich schon viel schwierigere Tricks zeigen, die die anderen überhaupt noch nicht hinbekommen. Da schaffen manche den Ze-Roberto-Konter (MFS-Terminologie) und üben das jetzt mit dem schwachen Fuß, während andere an Ziehen-Zurück scheitern. Der ein oder andere haut den Ball mit links wie rechts fast in den Winkel, während andere mit Müh und Not den Ball mit der Pike Richtung Tor bringen.


    Wenn diese unterschiedlichen Stärken im Spiel aufeinander treffen, führt es unweigerlich dazu, dass eine Hälfte keinen Spaß hat weil sie demotiviert sind und die andere Hälfte sich wie die Könige fühlen. Jetzt kann ich versuchen das Ganze zu mischen, aber das wird dazu führen, dass die weniger guten Kinder nicht so oft den Ball erhalten. Das ist ganz natürlich; passiert auf jedem Bolzplatz und sogar bei der Nationalmannschaft (siehe Marvin Plattenhardt im Spiel gegen Mexiko).


    Für mich als Trainer stellen sich 2 Fragen; 1) wie kann ich sicherstellen, dass alle möglichst lange dabei bleiben und Sport treiben und 2) wie schaffe ich es mit der Zeit die Lücke zw. den Guten und den weniger Guten zu schließen und alle 26 voranzubringen?


    Aus meiner Sicht kann das nur funktionieren, wenn die weniger Guten mindestens die gleiche oder besser noch mehr Zeit zum Üben bekommen. Habe ich z.B. mal nur 10 Kinder im Training, dann würden die Besseren in einer 6er Gruppe trainieren und 3:3 spielen, wohingegen die anderen in einer 4er Gruppe 2:2 spielen. Und am Spieltag bedeutet das, dass alle die gleiche Einsatzzeit und Ballkontaktzahl erhalten. Das Champions League System, dass Hr. Lochmann vorstellt, funktioniert dabei perfekt und wir praktizieren es jedes Wochenende.


    Ergebnis vom letzten Wochenende: wir sind mit 4 Teams angetreten und alles war in den 7 Spielen dabei; Sieg, Niederlage, Unentschieden. Torverhältnis 23:21/21:12/25:17/24:24. Das zweite Team hatte ich falsch eingeschätzt, deshalb haben sie zu häufig gewonnen. Und so sieht das fast jedes Wochenende aus. Kein 10:0, keine total enttäuschten Gesichter, weil das eine Spiel (haushoch) verloren wurde. Jeder lernt mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Und das hat mit FUNiño erst einmal gar nichts zu tun. Es ist nur die Organisationsform, die geändert wurde.

    Ich wüsste auch nicht, was das mit selektieren zu tun hat. Wir treffen uns alle vor dem Spiel, teilen die Teams ein (sind jedes Mal leicht unterschiedlich, weil nie alle da sind) und wir verabschieden uns alle gemeinsam mit unserem Mannschaftsspruch; beim Training das Gleiche. Das ist unser Alltag. Alle können sich mehr oder weniger gut leiden. Es gibt keine Konflikte zw. den Kindern deswegen und alle können sich gut leiden. Die Eltern sind auch happy, weil ihre Kinder immer in Bewegung sind.


    Am Ende bedeutet das Ganze innerhalb meines Teams gar keine Selektion. Denn ich muss niemanden zu Hause lassen, ich muss mir auch keine Gedanken machen, wann ich wen einwechsele oder ob ich den Guten doch noch etwas länger spielen lasse. Natürlich können größere Vereine das System nutzen, um ziemlich schnell die stärksten Spieler der Region zu beobachten. Aber das passiert so oder so. Und zumindest hat man jetzt ein gutes Gegenargument gegen einen zu frühen Wechsel in ein NLZ. Denn die Kinder bekommen in ihrem Heimatverein die Möglichkeit Wochenende für Wochenende gegen gleich starke Kinder anderer Vereine anzutreten.

    Matthias Lochmann spricht im Video (ab min. 4:00) auf dem Platz von 50 Spielen zur Entwicklung von Kindern und insgesamt 850. Wo finde ich das game intelligence program?

    Oder spricht er da nur einfach vom Horst Wein Buch Spielintelligenz?

    H. Wein gibt es ja noch weitere Veröffentlichungen. Die Spiele für die Kinder beruhen in erster Linie auf "Spielintelligenz im Fußball - kindgemäß trainieren".


    Darüber hinaus gibt es auch noch "Developing Game Intelligence in Socccer". Und einige nur auf spanisch:


    Contraatacar con inteligencia

    Mantener la psesion con inteligencia

    FUTBOL A LA MEDIDA DEL ADOLESCENTE. PROGRAMAS FORMATIVOS PARA DESARROL



    Die Kinder, die neu zu uns kommen, wollen Fußball spielen mit den Jungs aus ihrer Schulklasse. Von den Neuen hat noch keiner nach den Toren gefragt. Das wird aber auch nicht thematisiert. Das ist ganz normal.

    Jako scheint mir solala zu sein. Von 15 waren 2/3 ok und die anderen haben nach kürzester Zeit die Luft verloren. Erima Hybrid scheint mir sehr solide.


    Wir nutzen Mitre Calcio Hyperseam Bälle in Größe 3 und die funktionieren super und haben auch diese weiche Oberfläche. Außerdem sehr günstig mit Mengenrabatt zu haben.

    Zum Thema, wo wird FUNiño gespielt:


    "Einen großen Schritt hin zur flächendeckenden Verbreitung des Minifußballs haben Verantwortliche des TSG AOK Campus und des Badischen Fußballverbandes (bfv) gefeiert. Bei einem Treffen der Kreis-E-Junioren-Staffelleiter und Kreisjugendeiter im Dietmar-Hopp-Stadion übergaben TSG-Präsident Peter Hofmann und Campus-Leiter Dominik Drobisch 144 Minitore an den Verband. Auf die Tore soll in Zukunft im ganzen Verbreitungsgebiet des bfv die von der TSG im Kinderbereich stark geförderte Spielform des Minifußballs gespielt werden."


    https://www.achtzehn99.de/aktu…in-fuer-den-minifussball/

    Ersatzbank ich würde gerne wissen, wie diese Eltern ihre Meinung begründen. Du hast ihnen sicherlich die Vorteile erläutert, warum funino gespielt werden sollte und nicht mehr 7 gegen 7. Warum finden die das scheiße? Sicherlich einerseits wegen dem großen Tor, was beim funino wegfällt. Was sind weitere Punkte die den Eltern am funino nicht gefallen?

    Ich habe noch nicht eine fundierte Antwort auf diese Frage erhalten. Da heißt es dann trotz aller Erklärungen, dass das eine andere Sportart wäre. Das habe ich von Trainern und Eltern gehört. Ich glaube, es ist einfach Angst, dass die Kinder nicht die richtigen Dinge lernen, weil es anders aussieht als 7:7.

    Ich komme aus Brandenburg/ Speckgürtel Berlin. Bisher war es nur vereinzelt bekannt. Wir haben im Herbst 2016 angefangen Spielpartner über Facebook und eine Berliner Turnierseite zu suchen. Das erste Festival fand auf nur 4 Feldern mit einem anderen Verein statt. Im Winter haben wir weitere Versuche gemacht.

    Ab April 2017 ging es eigentlich richtig los. Nach einer Fortbildung von Prof. Lochmann in Jena haben wir ein erstes größeres Festival mit einem anderen Brandenburger Verein organisiert. Wir haben dann regelmäßig Festivals in der ganzen Berliner Region organisiert. Basis war eine Google Tabelle in der jeder sich als Ausrichter oder Teilnehmer eintragen konnte (https://docs.google.com/spread…umnFjaCM/edit?usp=sharing). Beworben wurden sie meist über die Facebookgruppe FUNiño Berlin/ Brandenburg. Vor Weihnachten haben wir versucht die Anmeldung etwas formeller über http://www.funino-berlin-brandenburg.de zu gestalten. Ich habe mit meiner Mannschaft seit dem nur noch FUNiño gespielt. Für uns ist es ein vollwertiger Wettkampfersatz, aber eben oft mit wechselnden Vereinen, wobei sich zumindest ein kleiner Kern gebildet hat. Viele nutzen es aber nur als Ergänzung auch weil es bisher kein offizielles Angebot der Verbände gab. Meine Kinder hatten in der abgelaufenen Saison die Chance an 29 Festivals (drinnen und draußen) zu spielen. Dabei haben wir über 1100 Tore erzielt. Jedes Kind konnte sich in die Torschützenliste einreihen. Parallel haben wir auch immer wieder mit Leuten aus den Verbänden gesprochen und das Thema vorgestellt und gezeigt. Jetzt ist es zumindest mal platziert. Man ist bereit ein wenig auszuprobieren.

    Ab der neuen Saison wird es wohl eine fest Teststaffel in einem Berliner Bezirk geben. In meinem Brandenburger Fußballkreis haben sich auch mehrere Vereine für einen Staffelbetrieb gemeldet, der nach den Sommerferien losgeht.

    Ansonsten weiß ich, dass

    - in Hamburg schon länger ein eigener Spielbetrieb durch St. Pauli organisiert wird

    - in Köln wird es ab der kommenden Saison ein Wettspielbetrieb probiert

    - in Niedersachsen im Kreis Harburg und im Kreis Oldenburg-Land-Delmenhorst wird FUNiño gespielt

    - die Fußballschule von Hannover 96 ist stark engagiert

    - im Stadtverband Dresden für die G-Jugend

    - die Aktivitäten von Hoffenheim kenne ich nicht mehr, aber die waren am Anfang sehr aktiv

    - München aber nur G-Jugend?

    - und natürlich der Raum Nürnberg/ Erlangen. der sehr innovativ ist

    EnterTrainer


    Ich lehne mich da jetzt mal ziemlich weit aus dem Fenster und behaupte, dass Kinder, die von Anfang an mit Funino im Wettbewerb spielen, keine Probleme mehr damit haben werden. Alles Gewöhnungssache.

    Kann ich bestätigen. Ich habe mit meinem 2010er Jahrgang im Herbst 2016 zum letzten Mal 7:7 gespielt. Seit dem nur FUNiño. In der vergangenen Saison haben wir drinnen und draußen insgesamt an 29 Festivals teilgenommen. Unter den 22 Kindern sind viele, die das alte System gar nicht kennengelernt haben. Im Training fragt manchmal einer, ob wir auf "große Tore" spielen können, aber das ist alles. Die Spieleranzahl ist ihnen völlig wurscht. Dann spielen wir halt auch mal im Training 3:3, 4:4 oder 5:5 mit den Kleinfeldtoren und dann ist wieder gut. Aber selbst der Junge, der am häufigsten fragt, fand es schade, als ich meinte, dass FUNiño nur noch eine Saison läuft.

    In den Festivals haben wir schon Mischvarianten spielen lassen. Also auf einer Seite des Feldes stehen 2 Minitore und auf der anderen Seite ein Kleinfeldtor. Hat ihnen super viel Spaß gemacht. Und alle sind happy. Alle können spielen, alle Eltern sehen ihre Kinder spielen, es gibt keine Konflikte, weil einer zu Hause bleiben muss oder auf der Ersatzbank sitzt. Niemand fragt nach Tabellen oder irgendwas. Die Jungs fragen, wie viele Tore sie geschossen haben. Mehr aber nicht.

    Wahnsinn. Der perfekte Übergang von Fussball-3 (Funino) zu Fussball 7.

    Wer das am Sonntag gesehen hat und nicht sofort in der E Jugend das Fussball 7 an den Nagel hängt ist selbst schuld! Ich hatte den Eindruck, da hat allen Beteiligten Kindern 100% gefallen. Die Jungs waren platt, es war schnell und es war richtig guter Fußball. Bin begeistert. Futsal auf Jugendtore mit verpflichtender Torspieler Rotation, mit eindribbeln und verbotenem Abschlag über die Mittellinie. Alle zwei Minuten Rotation von zwei Feldspielern. 6 Spiele je 12 Min mit drei min Pause zwischen den Spielen. Da geht echt der punk ab. Es gab niemanden auf der ganzen Anlage, der etwas anderes gesagt hat und ich habe niemanden sagen hören 7:7 wäre besser.

    Auch gefallen hat mir ein überglücklicher Kollege, der sagte, er wäre nach seinem eine Saison dauernden Ausflug ins 7:7 so froh wieder in unserem Kreis zu sein und er es bedauere weggegangen zu sein. :thumbup:

    Wie habt ihr es jetzt organisiert? Ebenfalls in Festival Form? Wie viele Felder wurden aufgebaut und wie habt ihr das mit den Toren geregelt? Alles auf 5x2m oder im Wechsel mit Minitoren?