Funino - Startschuss in Bayern

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  • Funino ist nicht aufs Passspiel ausgelegt

    Würde ich so nicht sagen wollen.

    Funino fördert vor allem das Dribbling und das 1 vs. 1

    würde ich so sagen ;-)


    Funino ist generell nicht DRIBBLING oder PASSSPIEL geprägt. Für mich sind beides Komponenten, die mit zunehmender

    Gewohnheit aus der Notwendigkeit geboren werden. Aus dem Grundprinzip des -Wahrnehmen, verstehen, entscheiden, ausführens- heraus. Das macht dann irgendwann die Spielintelligenz aus.

    Für die Trainer bedeutet Funino vor allem sich zurückzunehmen und zu moderieren anstatt zu instruieren.

    Und über die Jahre und Altersklassen hinaus vllt. die Fähigkeit Spielformbasiertes Training anbieten zu können, das den obigen Grundsatz in jedem Schwerpunkt fordert und Fördert, was widerrum Raum, Zeit und Gegnerdruck bedeutet.

    -Nebenbei- werden (Grund)Techniken implizit vermittelt.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Würde ich so nicht sagen wollen.

    Hätte ich anders formulieren müssen. Im Funino entwickeln die meisten Kinder zwangsläufig auch ein gutes Gefühl fürs Passspiel. Nur überwiegt im ersten Kontakt mit dieser Spielform das Dribbling. Das ist ja auch einer der Gründe, warum Funino entwickelt wurde. Im 7 gegen 7 ist viel zu wenig Platz für die meisten Kinder, um das Dribbling auszuprobieren.

  • Ich verfolge dieses Thema die letzten Tage im Netz und sehr viele scheinen es nicht gut zu finden. Ich persönlich finde Funino toll und baue es in fast jedes Training ein. Mit wird da allerdings ein bisschen zu viel mit der Brechstange gearbeitet.


    Ich stelle bei meinen eigenen Spielern tatsächlich fest, dass sie lieber auf dem 7er Feld und auf große Tore spielen. Die vielen Ballkontakte und die vielen Tore sind da kein Argument. Die Kinder wollen richtigen Fussball spielen, so wie sie ihn kennen. Da ich so oder so jede Woche Funino spiele, bräuchte ich diese Regelungen fürs Wochenende nicht. Eine echte Alternative wäre für mich, das Spielfeld und die Tore noch kleiner zu machen und mit 4 vs 4 oder ähnlich zu spielen. Das wäre dann wieder "richtiger" Fussball, nur im angepassten Format!


    Ich stelle mir bei diesem Thema auch die Frage, ob es hier wirklich um die Kinder geht, oder einfach nur um die nächste Generation guter Fußballer. Sollte der Spaß der Kinder nicht im Vordergrund stehen? Wenn es meinen Kindern nun mehr Spaß macht auf richtige Tore zu spielen und auf einem richtigen Feld, warum sollen sie am Wochenende dann Funino spielen und nicht Fussball? Weil wir so bessere Fußballer züchten?

  • So habe ich es nicht ausdrücken wollen.

    Durch das ständige Konfrontieren im 1v1 lernen die Kinder durch die gewonnene Spielintelligenz ja automatisch was sie als nächstes tun sollen/wollen/möchten.


    Wenn sie im Training ständig solch eine Situation haben, werden die Kinder durch die Gewohnheit das auch in den Spielen umsetzen.

    Meine Kinder haben die Basics drauf (passen, dribbeln, schießen). Denen fehlt das Umsetzen und die Spielintelligenz.


    Durch das Einführen von Funino erhoffe ich mir das diese offene Lücke kleiner wird.


    Bei so vielen guten Erfahrungen wird das sicherlich fördernd für meine Kinder sein :)

  • Ich stelle mir bei diesem Thema auch die Frage, ob es hier wirklich um die Kinder geht, oder einfach nur um die nächste Generation guter Fußballer. Sollte der Spaß der Kinder nicht im Vordergrund stehen? Wenn es meinen Kindern nun mehr Spaß macht auf richtige Tore zu spielen und auf einem richtigen Feld, warum sollen sie am Wochenende dann Funino spielen und nicht Fussball? Weil wir so bessere Fußballer züchten?

    Ich denke generell wird es ein Zusatzangebot sein, das auf Freiwilligkeit basiert.

    Ich glaube kaum das darum geht -gute Fußballer zu züchten-

    Auf der anderen Seite sollte man mal sehen, das es z.b. einem mittelmäßigen schnellem Kind in der D Jugend einfach hilft, fehlende Grundschnelligkeit durch höhere Handlungsschnelligkeit auszugleichen. Und das hat nichts mit SPitzenfußball zu tun, sondern zieht sich durch die Kreisligen.


    Das Argument das Kinder -auf richtige Tore- SPielen wollen, kann ich aber langsam nicht mehr hören.

    Bei mir spielen die Kids fast nie auf 2 normale Jugendtore im Training in den Spielformen. Das ist aber D Jugend, wo nach der Logik ja nur auf Tore gepöhlt werden müßte.


    Die Kinder wollen Fußball spielen, richtig. Wenn man vermittelt, das FUNINO ja kein Fußball ist, dann werden die Kids das nicht wollen. WEnn man vermittelt, das man durch Funino zum Messi wird, dann wird die Kids das anstacheln,

    und man kann das erlernte doch auch im Training zwischendurch auf große Tore anwenden.


    Mir widerstrebt echt in der allgemeinen Diskussion, das die Leute, die sich jahre nicht um Neuerungen, WEiterbildungen etc. gekümmert haben, bzw. gg. Mißstände angegangen sind, nun mobilisiert werden, weil Sie glauben das Funino Ihnen den gottgleichen FUssBALLTRAINER Status nimmt. (denn vielen geht es m.e. genau darum:

    um sich selbst)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich kann die ganzen Facebook Diskussion nur mit einem Schmunzeln verfolgen.

    Ja vielleicht der aktuelle Jahrgang, Eltern und Trainer fordern Tore und „richtigen“ Fußball aber der nächste Jahrgang wächst damit auf und somit wird es zur natürlichsten Sache die es gibt.

    Als Beispiel nenne ich immer gerne meinen Bruder..der mag kein rotes Obst. Und er sagt immer ich kenne es nicht, keine Ahnung wie es schmeckt und somit kann ich ja nicht sagen was mir entgeht ????und recht hat er ??‍♂️

    Und genauso wird es den Kids gehen die mit dem „neumodischen“ Fusball aufwachsen ??‍♂️?

    Kenn ich nicht und geht mir nicht ab.

    Verschwendet nicht eure Energie diejenigen zu überzeugen die Fadenscheinige Ausreden erfinden um alles neue einfach schlecht zu reden sondern greift denen unter die Arme die die richtigen Fragen stellen ?

  • Das ist genau die Argumentation, die mich fast wütend macht. Wenn man keine Lust hat, mit anderen in eine Diskussion zu treten, um gemeinsam einen für Allle gangbaren Weg zu definieren, dann wird Funino eben zwangsweise verpflichtend eingeführt. Derartige Umerziehungsmaßnahmen sind für mich totalitäre Aktionen, die nicht mit einer freien Gesellschaft vereinbar sind. Kollateralschäden wie langfristig weniger Kinder und weniger Vatertrainer wegen potentiell sinkender Attraktivität des KIFU werden dann eben gerne in Kauf genommen.


    Akzeptiert doch bitte mal, dass es auch einige Gründe gegen Funino als alleinige Wettbewerbsform gibt und setzt Euch damit auseinander. Mir konnte bisher zum Beispiel noch niemand erklären, wie man mit Funino einen Teamgeist innerhalb der gesamten Mannschaft erzeugen kann. Funino wirkt eher selektiv, wie kann man das kompensieren?


    Gegen vom Verband angebotenes Wettbewerbs-Funino in der G-Jugend ist m.E nichts einzuwenden, da es zB bei uns im Kreis bisher überhaupt keine offiziellen Wettbewerbe für Bambini gibt. In der F-Jugend kann Funino als Zusatzangebot m.E. ebenfalls hilfreich sein. Zu trennen davon ist die Diskussion um Teamgröße, Torgröße, Ballgröße und Wettbewerbsform (Turnier, Festival, etc). Natürlich muß sich KIFU weiterentwickeln, aber man sollte dabei "das Kind nicht mit dem Bade ausschütten".


    Was mich darüber hinaus an der Verbreitung von Funino ziemlich aufregt, ist die Art und Weise, wie stark dessen Verbreitung fast immer mit kommerziellen Interessen (s. zBsp Rundbrief des BFV) und Profilierungsstreben einzelner, insbesondere bestimmter Verbandsfunktionäre und Sportwissenschaftler einhergeht.


    Ich verfolge dieses Thema die letzten Tage im Netz und sehr viele scheinen es nicht gut zu finden. Ich persönlich finde Funino toll und baue es in fast jedes Training ein. Mit wird da allerdings ein bisschen zu viel mit der Brechstange gearbeitet.


    Ich stelle bei meinen eigenen Spielern tatsächlich fest, dass sie lieber auf dem 7er Feld und auf große Tore spielen. Die vielen Ballkontakte und die vielen Tore sind da kein Argument. Die Kinder wollen richtigen Fussball spielen, so wie sie ihn kennen. Da ich so oder so jede Woche Funino spiele, bräuchte ich diese Regelungen fürs Wochenende nicht. Eine echte Alternative wäre für mich, das Spielfeld und die Tore noch kleiner zu machen und mit 4 vs 4 oder ähnlich zu spielen. Das wäre dann wieder "richtiger" Fussball, nur im angepassten Format!


    Ich stelle mir bei diesem Thema auch die Frage, ob es hier wirklich um die Kinder geht, oder einfach nur um die nächste Generation guter Fußballer. Sollte der Spaß der Kinder nicht im Vordergrund stehen? Wenn es meinen Kindern nun mehr Spaß macht auf richtige Tore zu spielen und auf einem richtigen Feld, warum sollen sie am Wochenende dann Funino spielen und nicht Fussball? Weil wir so bessere Fußballer züchten?

    Besser wie Libra hätte ich es nicht ausdrücken können. Es geht bei Funino letztendlich einzig und allein um individuelle Ausbildung. Daraus resultiert langfristig Selektion und die Stärkung des egoistischen Verhaltens der einzelnen Spieler. Das Team als Ganzes wird sekundär. Damit wird aber mittelfristig die Attraktivität des Mannschaftssports Fußball untergraben, auch wenn man versucht, die Kids im Bambini-Alter in Richtung Fußball umzuerziehen.

  • Das Team als Ganzes wird sekundär. Damit wird aber mittelfristig die Attraktivität des Mannschaftssports Fußball untergraben, auch wenn man versucht, die Kids im Bambini-Alter in Richtung Fußball umzuerziehen.

    Das ist nun aber starker Tobak, hier Totalitarismus und Umerziehung vorzuwerfen...


    Unabhängig davon, dass sicherlich jeder seine Lieblingsspielart hat, geht es doch nicht darum eine neue Art von Fußball zu schaffen, die alles Altbekannte ablöst, sondern den Kindern im jungen Alter individuell gerechter zu werden. In den jüngsten Jugenden fördern mehr Spieler auf dem Platz keineswegs den Teamgedanken, sondern geben vielmehr weitere Möglichkeiten, das Team nach Stärke zu separieren, da ich eben nicht auf den freistehenden, aber schwächeren Spieler spielen muss, wenn mir der Gegener auf die Pelle rückt, sondern noch 5-8 weitere Möglichkeiten habe. Der Grundsatz kleine Gruppen, viele Aktionen im KIFU kommt nicht aus dem Nichts. In einer Dreier/Vieregruppe wie beim Funino ist man auf alle Spieler angewiesen, offensiv wie defensiv, sofern man permanente Unterzahlkompensation vermeiden möchte. Das lernen die Kinder recht schnell und eigenständig.


    Man kann gerne darüber diskutieren, ob bei dem internen Teamsplitting für Funino-Formationen der Mannschaftsgedanke zu kurz kommt und ich habe mich nicht im Detail damit auseinandergesetzt, wie diesbezüglich die Spieltage strukturiert werden. Allerdings gibt es in dieser Hinsicht sicherlich Lösungsansätze- bei Hallenturnieren unterstützen sich gesplittete Teams idR doch auch gegenseitig großartig und feiern nachher als komplette Mannschaft den Sieg (Messfaktor der Glückseligkeit ;)). Und hier sind je nach Jugend und Turnierart 5/6 Spieler pro Team mit 3-4 auf dem Feld nichts ungewöhnliches.


    Wer sich an der Art der Tore stört- reine Gewöhnungssache. Es gibt sowohl die Spieler, die lieber auf doppelte Minitore, als auch diejenigen, die lieber aufs Großtor spielen. Idealerweise gibt es unter der Woche und je nach Trainingsschwerpunkt beides und alle sind glücklich. Hier ist allerdings Umerziehung vonnöten - im Hinblick auf die Prägung auf den einzig wahren Traditionsfußball: Hoch und weit bringt Sicherheit auf Tore, die man auch mit 2,0 Promille kaum verfehlen kann... :P


    Individualisierung mag man durchaus kritisch sehen. Letztendlich geht es aber im KIFU nicht um bestmöglichste Ausbildung von glattgeschmirgelten Jungprofis oder Sraßenfußballer-"Typen" oder sonst was, sondern um Spaß (und ein wenig Sozialkompetenz gratis inbegriffen). Und Funino macht, aus eigener Erfahrung als Spieler und Trainer, tierisch Laune! 8) (Guter Großfeldfußball auch.)

    "Football is a simple game. Twenty-two men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win."

    - Gary Lineker

  • Das ist genau die Argumentation, die mich fast wütend macht. Wenn man keine Lust hat, mit anderen in eine Diskussion zu treten, um gemeinsam einen für Allle gangbaren Weg zu definieren, dann wird Funino eben zwangsweise verpflichtend eingeführt. Derartige Umerziehungsmaßnahmen sind für mich totalitäre Aktionen, die nicht mit einer freien Gesellschaft vereinbar sind. Kollateralschäden wie langfristig weniger Kinder und weniger Vatertrainer wegen potentiell sinkender Attraktivität des KIFU werden dann eben gerne in Kauf genommen.

    Wenn wir uns ehrlich sind ist ja das keine Gesprächsbasis wenn da nur geschimpft und gedroht wird.

    Wenn sich beide Seiten so verbohrt in ihrer Meinung geben gibt's nur eine Möglichkeit und die Menschen Zwangsbeglücken.

    Wie gesagt nach 8 Jahren Erfahrung im 4+1 auf kleinem Feld und kleinerer Tore, dass auf alle fälle ein Mehrwert ist freue ich mich sogar in Österreich auf das 2vs2 und 3vs3 das nun bei uns für die kleinsten (U6&U7) eingeführt wird.

    Was macht Kinder glücklicher als sich in klein gruppen direkt mit anderen Kindern zu messen. Ich kenne wenig bis gar keine die glücklich sind 40 min keinen Ball berührt zu haben und danach zu sich selbst sagen.. Dabei sein ist alles.

    Wenn sich das wirklich ein Kind denken sollte ist Fußball eh nicht die richtige Sportart.


    Ich möchte auch nicht wissen wie viele dieser berühmten Gänseblümchenpflücker nicht den Traum von Mama oder Papa leben müssen und gerne was anders machen würden.

    Ich traue mich sogar zu behaupten dass es zukünftig sogar mehr Vater oder Mama - Trainer geben wird weil es viel lockerer abläuft, keiner mehr verbissen nach dem Heilige Gral suchen muss warum die Kinder nicht Woche für Woche ihre Top Leistung abrufen können und es auch weniger Fußballspezifische Anforderungen im Spiel und Training gibt.

  • Moin!

    Bezüglich Teamgedanke bzw Teamsplitting meine Erfahrung:

    Wie sind inzwischen im alten F-Jahrgang und spielen 5vs5 und wir (Trainer/Spieler) haben bei den Bambinis angefangen. Im Bezirk Stuttgart haben wir bei den Bambinis an den Spieltagen und bei den Turnieren 3vs3 (auf jeweils ein kleinesTor, ohne Torspieler). Dementsprechend hatten also "immer" 4 Teams a mind. 4 Spieler dabei.


    Meine Erfahrung ist, daß bei uns der Teamgedanke bzw die "Teamentwicklung" durch die Eintielung in 3er Teams am Spieltag nicht gelitten hat.

    Im Taining und auch an den Spieltagen wurde ja immer kräftig durchgemischt.

    Kommt wharscheinlich aber auch immer auf die Konstellation Spieler/Trainer/Eltern an. Wo anders kann das vielleicht ganz anders sein.


    Was man meiner Meinung nach noch abschauen kann ist die Gestaltung der Spieltage/Turniere: hier ist aktuell der Spielmodus ein simples Turnier alle gegen alle (bzw bis zur Maximal Anzahl an Spielen/Zeit).

    Besser fände ich den Championsleaque Modus...


    Grüße

    Martin

  • Was mich darüber hinaus an der Verbreitung von Funino ziemlich aufregt, ist die Art und Weise, wie stark dessen Verbreitung fast immer mit kommerziellen Interessen (s. zBsp Rundbrief des BFV) und Profilierungsstreben einzelner, insbesondere bestimmter Verbandsfunktionäre und Sportwissenschaftler einhergeht.

    So langsam nimmt diese Diskussion ja auch hier an Fahrt auf.

    Ich denke eins sollte man mal außen vor lassen und lieber in der Sache diskutieren.

    Nämlich Profilierungsstreben einzelner zu unterstellen. Das ist das absolut beliebteste Totschlagargument für jede Innovation. Daran sind schon viele, auch in Vereinen, gescheitert, weil Sie mit guten Ideen Sachen vorangetrieben haben, die zum Wohle aller hätten sein können. Wenn diese dann entnervt aufgeben, heißt es genau von diesen, die Ihnen das Leben schwer gemacht haben: Siehst Du, war wohl doch nicht so gut das Konzept, hab ich doch immer gesagt.

    Danach fallen die Vereine wieder in Ihren alten Trott und kommt mal wieder jemand mit Idealismus vorbei, wird gesagt,

    das hat schon bei XY nicht geklappt. Lass es.

    SO scheint es mir auch bei den diskutierten Änderungen. Sinngemäß gibt es im H.WEin Buch das Zitat:

    Es fällt den Trainern nicht schwer neues gut zu finden, sondern alte Wege zu verlassen.

    Jeder Idealist hat bestimmt ein gewisses Sendungsbewußtsein. Das ist nicht mit Profilierungsstreben zu verwechseln.

    So sollte man es m.e. auch sehen.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Mir konnte bisher zum Beispiel noch niemand erklären, wie man mit Funino einen Teamgeist innerhalb der gesamten Mannschaft erzeugen kann. Funino wirkt eher selektiv, wie kann man das kompensieren?

    Diesen Einwand habe ich auch schon im Reallife diskutiert.


    Beispiel:

    a) Ein F-Team besteht aus 12 Spielern. Alle bekommen ein Trikot über, spielen sich warm, alle gehen nochmal in die Kabine und kommen als Team wieder raus. Es spielen 7 Kinder auf einem Feld, 5 stehen am Rand. Nach 10 Min darf der erste rein, im Verlauf auch die anderen 4.


    b) Ein F-Team besteht aus 12 Spielern. Alle bekommen ein Trikot über, spielen sich warm, alle gehen nochmal in die Kabine und kommen als Team wieder raus. Es spielen 12 Kinder auf drei Feldern, keiner steht am Rand. Es wird permanent gewechselt. Nach 7 Min bekommen die Kinder einen neuen Gegner und es geht von vorne los.


    Was ist an a) teambildend und was an b) nicht? Was ist an draußen hocken und passiv dabei stehend teamfördernd und was beim spielen nebenan nicht?

    Ich verstehe das wirklich nicht. Ich habe als Spielerin jede einzelne Minute gehasst, wo ich am Rand stand. Und ja, ich habe mir in vielen Jahren immer wieder die Vorträge der Trainer angehört, dass gerade die Auswechselspieler ein wichtiger Teil der Mannschaft sind. Für mich war es schon immer leeres blabla.


    Beim Kindervolleyball spielt man nur zu zweit später zu dritt, zu viert und mit 15 Jahren dann zu sechst. Es war nie ein Problem, zwei Mannschaften bei Turnieren zu melden. Sie haben jeweils mit dem anderen Team mitgefiebert.


    Btw: ich habe die Jungs jedes Jahr gefragt: sollen wir so aufstellen, dass wir (möglichst) gewinnen oder so dass alle gleich viel spielen und dann geht ein Spiel vielleicht auch genau deshalb in die Hose. Die Antwort war immer klar: alle sollen spielen, wir sind doch Freunde.

    Beim Fördertraining meiner Kinder spielen sie ein Funino in der Art: zwei Teams a 6 Spieler, jeweils drei warten an den Grundlinien, drei spielen. Kassiert ein Team ein Tor, so müssen die drei komplett und schnell hinten raus wärend die nächsten drei mit Ball sofort angreifen. Nach 10 Min ist Pause und die sechs Spieler mischen untereinander zu einer zweiten Runde. Ich habe noch nie einen meckern hören, dass man ein "richtiges" Abschlussspiel möchte.

  • Kritikpunkt den ich übrigens habe ist die Materialschlacht und die mit Auf- und Abbau draufgehende Zeit.


    Funino ist ja auch kein genereller Ausschluss der großen Tore. Ersatzbank hatte ja erzählt, dass sie in ihrem Pilotkreis auch mit großen Toren experimentiert hatten. Bei der Torgröße probieren ja die Kölner mit den abgehängten Toren einen vielversprechenden Ansatz. (wird hier von der Stammtischhoheit übrigens auch als Blödsinn kaputtgeredet)

    https://www.rheinische-anzeige…-studie-tor-1500x1000.jpg

  • Bei uns startet hier auch gerade ein Pilot-Projekt zu welchem ich mich und meine Jungs gemeldet habe.

    Bisher spielten wir im Training generell 3vs3 / 4vs4 und auch (weniger) 7vs7 auf Minitore sofern ich mir denn welche schnappen konnte ... ansonsten eben Hütchen. Funino selbst haben wir erst seit den letzten paar Wochen aufm Plan.

    Was mich einwenig irritiert ist die Aussage oder auch das Absprechen 7vs7 auf große Tore würde weniger Spaß machen.

    Auch für das Thema Auswechseln gibt es im "noch" normalen Spielbetrieb Lösungen ebenso ist meine Bummeltante im 7vs7 alsauch im Funino eine Bummeltante.

    Generell ist es mir vollkommen wurscht ob wir 7vs7 oder Funino spielen. Für mich zählt einzig und alleine das meine Kinder vielfältige Erfahrungen machen.

    Wenn soetwas wie Funino dann auch noch organisiert ist umso besser und lieber.

    Dennoch ist und bleibt beides ein Wettkampf.

  • AmiGo ob deine Bummeltante ein ICE wird oder nicht kann dir niemand versprechen aber die Chancen sind weit größer das die Bummeltante mehr machen muss und dadurch mehr Lernerfolge hat als im vergleich zum 7vs7.


    Ob ihr das dann zu stressig wird kann auch sein und sie zum spielen aufhört und sich was anderes sucht kann auch sein, aber diejenigen würden mittelfristig sowieso aufhören. Trotzdem bleibt es unumstritten das die Ballkontakte und Lernerfolge höher und schneller sind als im "Großfeld"


    https://tv.dfb.de/video/rb-lei…schnellen-wechseln/11934/

  • ...ebenso ist meine Bummeltante im 7vs7 alsauch im Funino eine Bummeltante.

    Zu der Erkenntnis des Kindes, dass er/sie eine Bummeltante ist und damit der eigenen Mannschaft nicht hilft, wird er/sie im Regelfall in Spielen mit kleinerer Mannschaftstärke schneller gelangen. Auch für den Trainer ist es übersichtlicher und man kann schneller positiv und motivierend auf das betreffende Kind einwirken.

  • Wenn man keine Lust hat, mit anderen in eine Diskussion zu treten, um gemeinsam einen für Allle gangbaren Weg zu definieren, dann wird Funino eben zwangsweise verpflichtend eingeführt.

    Diese Argumentation gilt sicherlich für beide Seiten.

    Zuerst, im Gegensatz zum 7vs7 im Kleinfeld wird Funino nirgendwo zwangsweise verpflichtend eingeführt.

    Es ist eine Alternative zum 7vs7 aufgenommen worden, die viele als einen harten Schnitt betrachten der jedoch gar nicht erfolgt ist.

    Man hat euch euer Spiel doch nicht genommen, also ist euer Aufschrei doch völlig unbegründet.


    Meine Meinung:

    Hätte der DFB schon viel früher reagiert und nach österreichischem Vorbild die Wettkampfbedingungen angepasst, so würde es eine solche Diskussion gar nicht geben.

    Ich bin froh das es eine Alternative gibt und diese endlich auch vom DFB beworben wird.

    Mir persönlich ist es egal ob wir zukünftig auf Minitore oder der Altersklasse angepasste Jugendtore spielen.

    5x2 Meter für einen 8-9 Jährigen ist, meiner Ansicht nach, definitiv nicht altersgemäß!

    Ich sehe den größten Vorteil in der kleinen Mannschaftstärke.

    Habt ihr hierzu eine andere Meinung, dann ist das halt so. Von mir aus könnt ihr schon mit den Bambinis im 11vs11 auf dem Großfeld spielen.

    Aber macht Funino nicht ständig durch eure unbelegten Behauptungen schlecht.

    Ich für meinen Teil werde mich auch nicht mehr zum 7vs7 äußern.

  • Das stört mich auch an den Berichten.

    Dieser (meiner Meinung nach größte) Vorteil wird komplett verschwiegen.


    Auch aufgrund der Diskussion hier überlegen wir den Chamions-Leaque Modus bei unseren Sommer-Turnieren einzusetzen (Bambinis und evtl. F-Jugend)...

  • Das ist genau die Argumentation, die mich fast wütend macht. Wenn man keine Lust hat, mit anderen in eine Diskussion zu treten, um gemeinsam einen für Allle gangbaren Weg zu definieren, dann wird Funino eben zwangsweise verpflichtend eingeführt.

    So wie der momentane Spielmodus auch verpflichtend (zumindest ab E-Jugend, sobald offizielle Schiedsrichter eingesetzt werden) verpflichtend eingeführt worden. Funino ist doch nur eine Stufe unter vielen, die logisch aufeinander aufgebaut sind. Momentan gibt es diese Logik in vielen Kreisen nicht, was auch daran liegt, dass eben jeder sein eigenes Süppchen kochen darf.


    Kollateralschäden wie langfristig weniger Kinder und weniger Vatertrainer wegen potentiell sinkender Attraktivität des KIFU werden dann eben gerne in Kauf genommen.

    Da die Anzahl der gemeldeten Mannschaften sowieso immer weiter sinken und große Spielgemeinschaften eher zum Standard als zur Ausnahme geworden sind, sehe ich da keine Gefahr, dass dies durch die Einführung von Funino als feste Wettbewerbsform verschlimmert wird. Trainer gibt es auch immer weniger. Und wenn ein sogenannter "Vatertrainer" keinen Bock mehr hat, ist es kein großer Verlust. Werden wahrscheinlich diejenigen sein, die sich ansonsten nicht mit kindgerechten Fußball beschäftigen.


    Akzeptiert doch bitte mal, dass es auch einige Gründe gegen Funino als alleinige Wettbewerbsform gibt und setzt Euch damit auseinander.

    So wie alle Wettbewerbsformen auch ihre Nachteile haben. Die Vorteile beim Funino in der anvisierten Altersgruppe als festgeschriebene Form überwiegen (im Gegensatz zum 7:7) diese jedoch.


    Mir konnte bisher zum Beispiel noch niemand erklären, wie man mit Funino einen Teamgeist innerhalb der gesamten Mannschaft erzeugen kann. Funino wirkt eher selektiv, wie kann man das kompensieren?

    Da ich den Spieltag im Funino als Champions League Modus (mindestens jedoch in Turnierform) abhalten würde und max. zweimal im Monat für am sinnvollsten erachte, reden wir hier von monatlich etwa 3 Stunden Spieltag zu 12 Stunden Training (bei 2x 1,5 Stunden in der Woche). Wenn du es in der Zeit nicht schaffst, Teamgeist zu erzeugen, dann bist du womöglich fehl am Platz. Im Training spielen die Kids doch auch gegeneinander, ohne dass der Zusammenhalt darunter leidet. Warum funktioniert es dort aber nicht am Spieltag? Oder lässt du alle deine Kids in einem Team gegen das freie Tor spielen, damit der Zusammenhalt gefördert wird?


    Es geht bei Funino letztendlich einzig und allein um individuelle Ausbildung.

    Worum geht es bei dir im Training momentan? Studierst du Mannschaftstaktiken ein? Nach dem DFB ist E-Jugend Alter sogar noch die Individualtaktik und Technik bestimmend. Es geht in dem Alter nunmal um die individuelle Ausbildung, warum also keine Spielform anbieten, die diesen Schwerpunkt unterstützt anstatt dagegen zu wirken?


    Es geht bei Funino letztendlich einzig und allein um individuelle Ausbildung. Daraus resultiert langfristig Selektion und die Stärkung des egoistischen Verhaltens der einzelnen Spieler.

    Individuell starke Spieler sind aber auch ein Fluch. Wer will schon Spieler haben, die das Spiel entscheiden können, weil sie technisch stark sind und die richtigen Entscheidungen treffen. Was verstehst du unter egoistischen Spieler? Sind Spieler, die sich ins Dribbling trauen mutig oder egoistisch? Sind Spieler, die mit dem schwachen Fuß aufs Tor schießen mutig oder egoistisch?

    Im Profifußball ziehen "egoistische Spieler" häufig sogar die Aufmerksamkeit der Gegenspieler auf sich, wodurch die Mitspieler mehr Platz haben. Die Stärke des Einzelnen wird somit mannschaftsdienlich eingesetzt. Ist das dann positiver Egoismus?


    Selektion entsteht nicht durch gute Spieler, sondern durch den Verein/Verantwortlichen. Wie jetzt auch wird es dann Vereine für die geben, die "mehr" wollen bzw. auf Leistung aus sind und für die, denen das gemeinsame Kicken ausreicht.