Vielen Dank erstmal an all eure Erfahrungsberichte. Da ich noch nicht genau weiß was in meinem Knie los ist, werde ich als erstes den Gang zum Hausarzt machen um mir eine Überweisung für ein erneutes MRT holen.
Beiträge von Tottenham-H
Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!
Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
-
-
Alles anzeigen
Die Frage ist natürlich wie stark du dich noch sportlich belasten willst. Das Kreuzband dient zur Stabilisierung des Kniegelenks. Im Prinzip gibt es zwei Optionen:
- erneute OP: ich weiß nicht von wo der erste Kreuzbandersatz entnommen wurde, normalerweise wird aber kein Muskelbündel entnommen sondern Teil einer Muskelsehne (Sehne = Endstrecke des Muskels). Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten und die erste OP heisst nicht dass kein adäquates Ersatzmaterial für eine 2. OP vorhanden ist. Vorteil ist dass das Knie danach wieder stabil ist und einer sportlichen Belastung nichts im Wege steht. Nachteil ist, dass eine erneute Op mit allen verbundenen Risiken und Mühen (mögliche OP- Komplikationen, Reha...) nötig ist.
- keine OP: man kann durchaus auch ohne Kreuzband leben und auch Sport machen. Wichtig wäre durch massiven Aufbau der Oberschenkelmuskulatur für mehr Stabilität zu sorgen. Bei bleibender Instabilität steigt sonst die Belastung für die übrigen Strukturen im Kniegelenk (Knorpel, Meniskus) mit einem deutlich vermehrtem Verschleiß und Gefahr für eine frühere Arthrose.
Fazit: Ich hatte schon mit 16 meinen zweiten Kreuzbandersatz. Seitdem beschwerdefrei und immer noch mit stabilem Knie in der AH tätig.
Ich würde, weil du ja doch eine deutliche Instabilität auch schon bei kurzer Belastung mit Beschwerden schilderst eher zu einer OP raten. Die sollte aber natürlich bei einem entsprechenden Spezialisten durchgeführt werden.
Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Richtigen Kontaktsport werde ich erstmal nicht betreiben bzw. nichts was die Knie extrem belastet. Im Moment mache ich eher weniger Sport aufgrund meiner zwei Kids. Das ändert sich jetzt ab Sommer mit dem Eltern Kind Fußball.
Meine erste Kreuzbandersatzplastik war (glaube ich !?) die Semitendinosussehne. Müsste ich nochmal in die Unterlagen schauen. Ich war damals jung und naiv und wollte sofort wieder auf den Sportplatz. Am Muskelbündel wurde nichts operiert. Dieser ist aber seit der OP an der Unterseite von meinem Oberschenkel nicht mehr existent. Ich habe seitdem so ein kleines "Loch" an der Unterseite. Die Nebenmuskeln sind noch vorhanden, aber in der Mitte fehlt der Muskel.
Ich werde mir erstmal ein aktuelles MRT machen lassen und mich schon mal auf die Suche nach einem guten Arzt begeben. Mit meinem letzten Chirurg war ich nicht zufrieden, obwohl er früher Mannschaftsarzt einer Profimannschaft war.
-
Hallo zusammen,
ich weiß nicht so recht, ob es in dieses Forum passt, aber vielleicht gibt es ja Personen die Ratschläge und Erfahrungen teilen können.
Im Jahr 2011 (damals 19 Jahre alt) habe ich mir das vordere Kreuzband + Außenmeniskus gerissen. Nach paar Monaten wurde ich operiert und alles was im Nachgang dazu gehört (neu Laufen lernen, Physio, Leichte Übungen etc.). Nach einem Jahr habe ich mich wieder auf den Sportplatz gewagt und nach einigen Einheiten habe ich die Stabilität im Knie verloren und es hat sich so angefühlt, als ob es wieder gerissen sei. Der Arzt meinte es sei noch heil, aber ich solle aufpassen. Ich habe dann erstmal entschlossen mit dem aktiven Fußball abzuschließen.
In den Folgejahren kam es immer mal wieder vor, dass diese Instabilität immer mal wieder vorkam und mit höllischen Schmerzen verbunden war. 2018 oder so habe ich wieder angefangen zu kicken und auch da ist es 2x passiert. Nach einem Jahr habe ich wieder aufgehört. Ich bin dann nochmal zum MRT und der Arzt meinte, dass das ehemals kaputte Kreuzband angerissen sei und ich kein Fußball spielen mehr soll. Dann wäre auch keine OP nötig.
Vor einigen Wochen haben wir den Junggesellenabschied von meinem Kollegen gefeiert und ich stand wirklich 3 Minuten auf dem Platz. Ball kommt zu mir, ich schieße und wieder der Knacks im Knie mit höllischen Schmerzen. Bei den letzten Malen war ich nach 5-6 Tagen wieder fähig schmerzfrei zu laufen. Dieses Mal ist es anders. Bei etwas längeren Gehstrecken fühlen sich meine Knie sehr erschöpft an. Ich bin mir sicher, dass das Kreuzband erneut durch ist. Werde die Tage zum MRT dackeln und mir die Bestätigung holen lassen.
Die Frage die ich mir stelle ist was ich jetzt tue.
Bei meiner ersten OP lief vieles daneben, daher bin ich diesmal vorsichtig was die OP angeht
- Muskelbündel bildet sich nicht mehr im Oberschenkel
- Teile vom Schienbein sind zum heutigen Tage immer noch taub
Fakt ist, dass ich nie wieder Fußball spielen werde, außer als Trainer bald wieder mit meinen Kids.
Kann man ohne Kreuzband bis ins hohe Alter beschwerdefrei leben? "Lohnt" sich eine zweite OP am selben Knie oder ist das mit mehreren Risiken verbunden?
Ich bin "erst" 32 Jahre alt und habe Zwillinge (knapp 2 Jahre alt) mit denen ich bald bei meinem eigenen Eltern-Kind Fußballprogramm durchstarten will.
Bei den meisten Dingen bin ich mir bewusst, dass ein Arzt mir eher helfen kann als ein Forum. Dennoch schaden evtl. einige Erfahrungen von anderen Leidtragenden nicht und jeder Arzt sagt was anderes.
-
Ich finde schon, dass man das trainieren kann. Man muss es nur attraktiv gestalten damit den Kindern, dass es unterbewusst in ihren Spielautomatismus greift.
Kinder lieben es anzugreifen, verteidigen macht nicht so viel Spaß.
Durch bspw. Angriffspressingübungen sind die Kinder gezwungen zu verschieben, da ein wildes Angreifen wenig Sinn macht. Die Kinder müssen in gewissen Spielsituationen potentielle Anspielstationen abdecken um den ballführenden Spieler unter Druck zu setzen. Das kann man super in Spielformen einbinden und man kann da auch gut zwischencoachen.
-
Hallo zusammen,
tut mir Leid - ich war die letzte Woche im Urlaub und konnte nicht auf eure Antworten reagieren.
Vielen Dank erstmal für das ganze Feedback. Ich werde es auf jeden Fall machen - die Frage mit der ich mich in den nächsten Monaten beschäftigen werde, werden die W-Fragen sein
Wo? Halle oder Rasen (bei gutem Wetter)
Wie lang? voraussichtlich erstmal 60 Minuten 1x in der WocheWarum? Grundsätzlich möchte ich schon früh versuchen ein gemeinsames Hobby mit den Kindern zu teilen, auch wenn sie das vielleicht noch nicht ganz realisieren. Das es in einem Fußballverein ist, ist nur Mittel zum Zweck, weil ich dort jahrelang Trainer war und auch etwas Vereinsarbeit mache.
Die wichtigste Frage ist WAS ich anbieten möchte. Die Heidelberger Ballschule und Futziball sind schon mal positive Inspirationen. Danke hierfür. Auch beim Nachbarverein werde ich voraussichtlich mal vorbeischauen.
Außerdem hat mir Goodie noch eine PN geschrieben. Das reicht mir erstmal. Danke :-).
-
Hallo zusammen,
im letzten Jahr habe ich meine D-Jugend nach 6 Jahren schweren Herzens abgegeben, da ich im September 2022 Papa von Zwillingen geworden bin (2 Buben) und das war zeitlich nicht mehr machbar für mich.
Meine Jungs sind mittlerweile 1,5 und als fußballverrückter Papa versuche ich natürlich so früh wie möglich beim Spielen immer einen Ball ins Spiel zu bringen

Normalerweise hatte ich mir vorgenommen wieder als Trainer einzusteigen, wenn meine Jungs 5 werden (der Sommer 2027). Jetzt habe ich vor paar Wochen zufällig erfahren, dass ein Nachbarverein von uns einen Fußballkindergarten ab 2 Jahren anbietet. Jetzt klingeln natürlich bei einigen direkt die Alarmglocken, dass das noch zu früh ist, aber umso mehr ich darüber nachdenke desto mehr stellt sich mir die Frage: Wieso eigentlich nicht?
Ich habe in unserem Verein nachgefragt, ob theoretisch die Möglichkeit bestehen würde sowas anzubieten. Ich würde mich selbstverständlich dazu bereit erklären, das zu übernehmen. Der Zuspruch war groß und ich habe die Zusage erhalten. Natürlich will ich nicht aus reinster Euphorie direkt loslegen, sondern möchte mir das halbe Jahr bis zum Sommer noch ein Konzept überlegen wie das Ganze aussehen könnte.
Zuerst habe ich mir selbst die Frage gestellt, ob ich die nötigen Grundlagen mitbringe der richtige Mann dafür zu sein, da es bei Kindern in diesem Alter überhaupt nicht darauf ankommt, wie viel Fußballwissen man hat, sondern welche pädagogischen Soft-Skills man mitbringt und welche Ziele man verfolgt.
Die C-Lizenz mit Schwerpunkt Kinder habe ich bereits und in dem Fußballkindergarten soll es einfach nur um Spaß gehen. Nicht mehr nicht weniger. Das soll als Unterhaltung dienen und den Kindern eine Plattform bieten den Sportplatz kennenzulernen, mit anderen Kindern zu spielen und die ersten Berührungspunkte mit dem Fußball näher zu bringen. Kein Wettbewerb oder sonstigen Druck.
Das würde dann auch wirklich wie im Kindergarten aussehen, dass dann Gemeinschaftsspiele etc. gemacht werden und keine klassischen Trainingsformen.
Als erstes will ich mit maximal 10 Kindern anfangen und habe die Altersgrenze festgesetzt auf 2-4 Jahren, wobei es da schon Schwierigkeiten geben könnte, da meine Zwillinge erst im Sommer 2 werden und es dann eventuell Kinder gibt die schon 4 sind. Da muss ich mir nochmal genauer Gedanken machen. Die Eltern müssen selbstverständlich (zumindest in den ersten paar Monaten) immer dabei sein, da ich noch nicht richtig einschätzen kann wie schwierig das wird. In der Planungsphase werde ich versuchen noch 1-2 Leute zu finden die mich dabei unterstützen.
Gibt es aus eurer Sicht Dinge die noch unbedingt berücksichtigt werden müssen? Das Thema Windeln ist mir auch schon in den Kopf gekommen, aber ich denke mal das es mit Anwesenheit der Eltern nicht so schlimm ist.
Ich freue mich auf euer Feedback!
-
Das ich bisher sehr viel für die Mannschaft getan habe steht glaube ich außer Frage. Dennoch würde ich den Kindern noch mal ein letztes Lächeln ins Gesicht zaubern.
fahrender Vater Das ist wirklich eine sehr gute Idee. Vielleicht schaue ich mir etwas davon ab. Lob ist nämlich einer der wertvollsten Dinge die man einem Kind mitgeben kann und das wird lang in Erinnerung bleiben. Wir haben nämlich mit den Kindern relativ viel erlebt und ich denke jedes Kind hat mit der Zeit eine positive Persönlichkeitsentwicklung mitgemacht. Da kann ich einiges zu erzählen.
Vielen Dank!
-
Hallo zusammen,
nach langen Überlegungen habe ich mich dazu entschieden als Trainer aufzuhören. Grund hierfür ist die Geburt meiner Zwillinge letztes Jahr im September. Als die beiden geboren wurden habe ich erstmal eine halbe Saison pausiert und habe dann wieder angefangen durch Unterstützung von meinem Co-Trainer. Jetzt im Sommer habe ich mitgeteilt, dass ich das zeitlich nicht mehr schaffe und wurde dann dazu überredet noch paar Monate (bis Ende November) anzuhängen damit man noch etwas Zeit hat jemanden zu finden. Wir haben jetzt seit einiger Zeit die Zusage, dass jemand die Mannschaft kommenden Sommer übernimmt (alter Bekannter aus dem Verein). Bis zum Ende der Saison macht das mein Co-Trainer.
Ich habe die Jungs jetzt schon relativ lange. Angefangen im ersten F-Jugend Jahr und bin jetzt im zweiten D-Jugend Jahr. Deswegen sind die Kids mir sehr ans Herz gewachsen und ich würde ihnen gerne ein kleines Abschiedsgeschenk übergeben. Nur habe ich überhaupt keine Ahnung in welche Richtung das gehen soll. Hat da jemand schon Erfahrungen? Im Internet findet man leider nur den umgekehrten Weg (Geschenk von Spieler an Trainer).
-
Alles anzeigen
Entscheiden musst du natürlich selber, aber meine Empfehlung, mach eine Pause und hau die Zeit raus für deine Zwillinge, deine Frau wird sich freuen und die werden so schnell groß
spreche da aus eigener Erfahrung 
Nach langer Zeit wachsen einem die Jungs natürlich ans Herz, kenne das selbst mit 7 Jahren von der F-Jugend bis in die C-Jugend. Aber es kommt in deinem Fall vielleicht auch einfach mal der Punkt, bei dem die zeit reif ist "deine" Jungs abzugeben, nach vielen Jahren nutzt sich auch ganz vieles einfach ab, so war das zumindest bei mir.
Das ganze von außen zu betrachten kann auch sehr hilfreich sein, weil "deine" Jungs entwickeln sich trotzdem weiter. Hab jetzt zum Beispiel 2 Jahre Pause gemacht und dabei trotzdem einige Spiele von "meinen" Jungs angeschaut, ist spannend geblieben wie sich alle weiterentwickeln. Ein frühere Torhüter wurde auf einmal zum Top Stürmer usw...
Für mich ist in der Zeit klar geworden, mein bevorzugtes Alter ist die U12-U15. Wenn deine Zwillinge ein paar Jahre älter sind landest du vielleicht automatisch wieder im Kinderfußball oder wenn du weiterhin im Verein was machen willst, mach ne G-Jugend, die ist vom Zeitaufwand sicher etwas geringer und du kannst dir anschauen ob das überhaupt noch was für dich ist.
Aber auf jeden Fall ganz viel Freude mit deinen Zwillingen

Vielen Dank für dein Feedback. Du beschreibst quasi das was die ganze Zeit in meinem Kopf vorgeht. Der ursprüngliche Plan war für mich die Jungs noch die kommende Saison (2. D-Jugend Jahr) zu betreuen und dann die Kids abzugeben. Das hat sich jetzt durch die letzten Spiele gewandelt und ich es bevorzuge diese Saison schon aufzuhören. Wir haben jetzt noch ein Pflichtspiel und zwei Turniere, dann ist die Saison vorbei. Ich schaue mal wie es die letzten Wochen wird und ob ggf. ein neuer Trainer in Sicht ist. Ich würde meine Jungs ungerne einfach so ohne Trainer stehen lassen.
Bis meine Zwillinge dann 4-5 Jahre alt sind, werde ich nichts machen und dann wieder als Bambini-Trainer anfangen. Ich will aber erstmal schauen wie es sich so anfühlt als "Papa-Trainer" an der Seitenlinie zu stehen. Da gibt es ja die unterschiedlichsten Erfahrungen.
Alles anzeigenOha, volle Konzentration auf deine Familie! Bald laufen die Beiden und dann gibt es kein Halten mehr.
Jedes Elternteil benötigt Erholung vom Alltag (Job und Carearbeit) aber ein Team zu leiten ist großer Aufwand. Diesen Zeitrahmen hätten wir uns gegenseitig nicht eingeräumt in den jeweils ersten beiden Jahren unserer Kinder. Da war je ein freier Abend für Mama und Papa drin, mehr nicht.
Babyschwimmen, Krabbelturnen, es gibt viel zu entdecken.
Vielleicht besprichst du das mal mit deiner Frau
Meine Frau binde ich natürlich in allen Entscheidungen mit ein. Die ist die erste Person der ich meine Gedanken schildere. Sie persönlich kann kaum etwas mit Fußball anfangen (nie gespielt/geschaut geschweige denn interessiert, die zwei Brüder von ihr können mit Fußball auch nichts anfangen, genauso wie der Vater). Sie möchte mich aber auch nicht zu einer Entscheidung drängen. Durch Home-Office gehe ich nur alle 2 Wochen mal für einen Tag ins Büro und teile mir meine Zeit so ein, dass meine Frau auch mal raus gehen kann und ich die Zwillinge betreue. Da stimmen wir uns ganz gut ab.
Ich trainiere nur 1x die Woche mit den Kindern, die andere Trainingseinheit leitet mein Co-Trainer.
Aber ja.. meine Frau hätte sicherlich nichts dagegen, wenn ich aufhören würde (da bin ich mir sicher, auch wenn sie es nie so direkt gesagt hat). Auf der anderen Seite versuche ich Arbeit und Zeit für die Kinder in einen Einklang zu bringen. Da ist mein Trainerjob quasi meine "freie Zeit". Meine Frau darf dafür 1-2x die Woche rausfahren und tun was sie möchte (obs jetzt shoppen oder mit Freunde treffen ist).
ABER.. die freie Zeit als Trainer muss mir auch wieder Spaß machen können. Aktuell komme ich noch gestresster nach Hause und das bringt auch nichts.
Ich werde auf jeden Fall erneut mit unserem Jugendleiter sprechen, ob es da einen geeigneten Kandidaten gibt der mich ersetzen könnte. Im Regen stehen lasse ich die Jungs auf gar keinen Fall - da können die jedes Spiel zweistellig verlieren.
-
Kurzes Update meinerseits:
Wir hatten gestern unser vorletztes Spiel der Saison und ich muss sagen, dass ich maßlos enttäuscht und wütend bin. Das war mit Abstand die "schlechteste" Leistung seitdem ich das Team trainiere. Die erste Halbzeit haben wir recht gut begonnen und sind bissig in die Zweikämpfe gegangen. Das hielt ca. 10 Minuten bis der Gegner mehr Druck gemacht hat. Durch einen Torwartfehler gingen wir aber trotzdem mit 1:0 in die Pause was meiner Meinung nach aber mehr Glück als Verstand war. In der Kabine habe ich dann den Jungs Feuer gemacht, dass wir weiter Gas geben müssen. Das war schön zu sehen, dass die Jungs mal wieder ein Tor geschossen haben und vor allem in Führung gegangen sind. Man hat gesehen, dass die Jungs das stolz gemacht hat. Ich hatte zwar die Befürchtnis, dass sich das Ergebnis noch zum Negativen drehen könnte, aber nicht so schlimm.
Zwei Minuten nach der Halbzeit stand es 1:1. Zwei weitere Minuten später 1:2 für den Gegner.
Dann kam das 1:3, das 1:4 und das 1:5. Und das innerhalb von 15 Minuten. Das war wirklich kein Gegner die spielerisch besser waren (Tabellennachbar). Auswechslungstechnisch habe ich keine gravierenden Änderungen vorgenommen, dass es zu so einen Leistungsabfall kommen könnte. Ich habe an der Außenlinie versucht Ruhe zu bewahren und trotz der inneren Enttäuschung versucht die Jungs zu motivieren und jede halbwegs gute Aktion (von denen es wenige gab) gelobt. Auch wenn ich zwischendurch mal lauter geworden bin.
Nach dem Spiel haben mir echt die Worte gefehlt. Auf dem Zwischenflur habe ich noch mitbekommen wie einige sich über Fortnite oder sonst was unterhalten haben und das war dann echt die Krönung. Ich habe den Jungs dann mitgeteilt, dass ich die Saison noch zu Ende mache und es dann einen neuen Trainer gibt. Das war echt zu viel. Ich war gestern den ganzen Tag sowas von wütend, sauer, aber vor allem enttäuscht. Manchmal ist Trainer zu sein echt ein undankbarer Job. Ich habe die Jungs fast die Hälfte ihres Lebens begleitet und bin für viele, neben Eltern und Lehrer, vermutlich die dritte Erwachsenenperson die einem etwas über das Leben beibringt.
Die können alle Fußball spielen, wirklich alle. Ich bin echt am Verzweifeln und denke es ist besser, wenn die Jungs mal einen Trainer bekommen der denen mal richtig Dampf unter den Kessel macht. Wie ich schon erwähnt hatte bin ich eine eher ruhige Person, habe aber die Jungs komplett unter Kontrolle. Da ist im Training eigentlich keiner der meint den Clown spielen zu müssen. Auch wenn mal bisschen gekaspert wird, schaue ich nur kurz etwas ruhig die Kinder an und dann ist innerhalb von 3 Sekunden die ganze Mannschaft ruhig. Die Altersklasse der D-Jugend wird ja immer das goldene Lernalter genannt. Während andere Mannschaften alle einen Schritt nach vorne machen, machen wir teilweise 10 Schritte zurück. Ich habe viele Trainerkollegen/Eltern/Jugendleiter nach einem Feedback gefragt und so richtig kann es sich keiner erklären. Ich bin mir aber mittlerweile sicher, dass ich nicht mehr die beste Lösung bin und deswegen habe ich den Jugendleiter darüber informiert das ich aufhören werde. Der will mich natürlich halten, aufgrund Trainermangel und weil ich mit ihm ein sehr gutes persönliches Verhältnis pflege. Er hat mir angeboten seinen Jahrgang (auch D-Jugend) mit meiner Mannschaft bei den Spielen zu mischen, weil seine komplett in die C-Jugend gehen. Dann hätte ich zwar ein gutes Team, aber das bringt mir und meiner Mannschaft ja recht wenig. Sie gewinnen dann vermutlich viel mehr Spiele, aber so viel dazu beitragen tun sie nicht.
Auf der anderen Seite finde ich die Idee nicht so verkehrt, da die Jungs die sich wirklich den Allerwertesten aufreißen bei mir (das sind 3-4 Kinder) belohnt werden mit Fußballern die wirklich ehrgeizig sind. Der Rest meiner Kinder spielt dann halt in der D2 (kommende Saison) mit.
Ich habe jetzt eine Nacht drüber geschlafen und bin immer noch verwirrt.
Auf der einen Seite will ich mir echt nicht mehr den Stress geben, weil ich frischgebackener Papa von Zwillingen bin (8 Monate). Ich bereite so viele Sachen für das Training/Spiele vor. Ich versuche mir immer Feedback von anderen Trainern zu holen, versuche durch Videos und Beiträge meinen Weitblick zu verändern. Meine C-Lizenz habe ich auch hinter mir. Manchmal denke ich mir, dass ich im Kinderfußball (G bis E-Jugend) besser aufgehoben bin.
Auf der anderen Seite sind mir die Jungs echt ans Herz gewachsen und ich freue mich auf das Training und die Spiele immer wie ein kleines Kind.
Ich bin echt ratlos was ich tun soll. Klar wird mir hier keiner die Entscheidung abnehmen was ich machen soll, aber ich musste mir mal den Frust aus der Seele schreiben...
-
Das ist gut, wenn man da eine passende Person hat, sind es gleich 4 Augen, die das Spiel sehen und beurteilen. Vor allem wenn man ein Team schon über viele Jahre begleitet, kann das sehr helfen, seine Sichtweise auf sein Team immer mal wieder zu reflektieren.
Das ist richtig. Das war auch meine Wahrnehmung. Ich werde die Mannschaft auch nur noch in der kommenden Saison betreuen und dann abgeben. Dann geht es nämlich hoch in die C-Jugend und ich sehe meine Stärken eher im Kinderfußball. Da sollte es dann jemand machen, der sich im Jugendfußball besser auskennt um neue Reize zu setzen.
-
Hast du einen Co-Trainer?
Seit neustem - ja.
Ich hatte zuvor einen Trainer mit dem ich das zusammen gemacht habe, der ist aber seit paar Monaten verhindert und kommt erstmal nicht. Ich habe jetzt ein Elternteil (hat früher auch Fußball gespielt und auch mal ne Mannschaft trainiert) zum Co-Trainer ernannt, weil er mich während meiner "Fußballelternzeit" vertreten hat.
Die Kids finden ihn auch cool, weil die ihn auch schon kennen.
-
Erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Entschuldigt die späte Antwort, ich bin leider nicht früher dazu gekommen.
Die vorgeschlagenen Regeln finde ich super. Ich werde das mal gemeinsam mit den Kindern diskutieren und auch versuchen bisschen die Hintergründe in Erfahrung zu bringen. Mal sehen was die Kinder dazu sagen.
In Sachen Konditionstraining bin ich mit allen Beiträgen einer Meinung, das habe ich bisher auch immer so gehandhabt. Ein Spiel zu filmen wäre auch eine Idee. Unser Verein hat sich vor kurzem so ne komische Kamera zugelegt die immer den Ball verfolgt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich anscheinend nicht so viel falsch mache. Ich denke ich muss nur einige Schalter umlegen, dass ich die Jungs wieder abhole. Die Qualität ist auf jeden Fall da. Das hat sich auch in den Gesprächen mit den gegnerischen Trainern gezeigt. Da waren die Trainer nämlich stets der Meinung, dass diese Glück gehabt hatten und das ein Spiel auf gleichem Niveau war. Ich hatte es nicht so gesehen und habe dem Gegner immer beglückwunscht, da diese meiner Meinung nach immer besser gewesen waren. Anscheinend waren wir nicht so schlecht wie ich es gesehen hatte. Vielleicht sehe ich das auch mit anderen Augen.
Ich werde auf jeden Fall ab sofort viel mehr Spielformen machen und den Fokus auf einige Schwerpunkte legen. Da ich die Jungs schon eine Weile betreue muss ich wohl einige neue Reize setzen.
Vielen Dank an alle.
-
Hallo zusammen,
ich hatte ursprünglich einen Beitrag im Frustabbau-Thread verfasst (Originalbeitrag siehe hier). Da aber einige Zitate und Antworten kamen auf die ich nicht alle eingehen konnte, habe ich auf Empfehlung mich dazu entschieden einen Beitrag zu verfassen. Ich werde einige Punkte von euch zusammenfassend mit einer Markierung versehen, sonst ist der Beitrag voll mit Zitaten.
1. Wald und Wiese : Vielen Dank für deine Antwort. Die hat mir letzte Woche sehr geholfen bei meiner Trainings- und Spielvorbereitung. Ich habe im Training den Fokus vermehrt auf gruppentaktisches Angreifen und Verteidigen gesetzt. Das hat ganz gut geklappt und die Jungs haben das im Training, aber vor im Spiel gestern super umgesetzt.
2. Momantai : Du hattest einige Fragen.. hier meine Antworten dazu:
ZitatWas mir bei deiner Aufstellung auffällt: du hast auf der linken Seite einen langsamen Lauffaulen und einen lauffaulen Egoisten. und der RV ist auch nicht überragend. Das gilt es zu kompensieren. Wie verhält sich denn dein Team bei Ballbesitz des Gegners? Geht einfach der Ballnächste rauf und bei Abspiel dann der nächste?
--> Dein letzter Satz beschreibt es schon ganz gut. Meistens geht derjenige drauf, der am nächsten ist - der Rest ist eher passiv. Letzte Woche habe ich etwas gruppentaktisches Verteidigen im Training geübt und das hat eigentlich ganz gut gepasst. Das sah im Spiel dann schon um Welten besser aus (und das obwohl wir das bisher nur einmal trainiert hatten). Durch dieses stumpfartige Verteidigen, haben wir uns aber relativ leicht ausspielen lassen.
ZitatBekommst du viele Kontertore?
Nein, Kontertore bekomme ich relativ selten. Unsere Defensive ist auch jetzt nicht so schlimm (13 Gegentore in 8 Spielen). An der Offensive hapert es eher (10 Tore in 8 Spielen).
3. Fantomas :
ZitatSind den neue Spieler hinzugekommen seit 2018 und wie ist ihr Niveau? D-Jugend Anfänger, brauchen sehr viel Zeit um sich an das Niveau anzupassen. Ihnen fehlen 3-4 Jahre Training und Spielpraxis. Wenn ich es richtig verstehe, habt ihr auch eine D3, D4, da du ja erwähnst das Sie runtergeschickt werden können. Wie läuft das genau ab, wenn du ein Spieler zur D3 oder D4 runterschickst? Wieviele hast du bisher runtergeschickt.
Meine Mannschaft ist seit 2018 eigentlich durchgehend ähnlich (jedes Jahr 1-2 Abgänge und 1-2 Zugänge). Da ist aber jetzt keiner dabei, der ganz neu mit dem Fußball angefangen hat. Die waren entweder bei einem anderen Verein oder in einer anderen Jugendmannschaft bei uns.
Ich selbst bin die D3, als reiner 2011 Jahrgang. Wir haben noch eine D4 (gemischter Jahrgang 2010/2011). Runtergeschickt habe ich bisher noch keinen, weil das noch nicht notwendig war. Durch die Einführung der Regeln habe ich das aber jetzt zum ersten mal in Betracht gezogen, falls es sich nicht bessert.
Zitat
Wie sind Niederlagen ausgegangen und was hast du daraus gezogen, außer das sich nicht dagegen halten? Waren es knappe oder doch eher deftige Niederlagen. Im Grunde habe ich gelesen, geht es bei den Regeln mehr um den Trainingsbetrieb. Welche Probleme gibt es hier genau? Melden Sie sich nicht rechtzeitig ab oder an? Stören immer die gleichen Spieler.Die Niederlagen waren alle knapp (mit einem Außreißer mit 0:4 gegen den Tabellenführer). Immer 1:2, 0:1, maximal 0:2.
Das Hauptproblem ist wirklich die Moral, Motivation und Laufbereitschaft der Spieler in den Spielen. Mir fehlt da der Ehrgeiz bei den Spielern. Ich sehe nicht diese Gier in deren Augen. Das Training an sich ist ganz okay, klar gibt es paar Störenfriede aber das hält sich im Rahmen. Nichts desto trotz wollte ich mit den Regeln ein Zeichen setzen, damit die Jungs wissen das ab sofort mehr Disziplin zu herrschen hat. Dennoch wünsche ich mir bei einigen Trainingsübungen mehr Motivation. Bei Spielformen sind die immer wie im Krieg und geben 200%. An- und Abmeldungen sind auch relativ human. Ab und zu muss ich eine Erinnerung in unsere WhatsApp Gruppe schreiben, aber das wars auch schon.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Da waren noch einige andere Antworten, aber ich habe mich jetzt nur auf einige bezogen. Den Großteil hatte ich im anderen Thread bereits geantwortet. Vielen Dank.
Jetzt würde ich gerne mal auf die vergangene Woche zurückkommen:
Wie bereits in dem anderen Thread erwähnt, habe ich einige Regeln eingeführt um mehr Disziplin in die Mannschaft zu bringen. Einige hatten es schon erwähnt, dass die Regeln eher für mangelnde Disziplin im Training (Trainingsbeteiligung, Anwesenheit etc.) gemacht sind. Das ist mir jetzt im Nachhinein auch bewusst geworden. Aber ich muss trotzdem sagen, dass das einen positiven Effekt hatte. Das wird vermutlich nicht an den Inhalten der Regeln liegen, sondern an der Strenge dieser. Man hat bei den Jungs im Training gesehen, dass jetzt ein etwas anderer Wind herrscht. Es war wesentlich mehr Ordnung (z.B. beim gemeinsamen Warmlaufen und Dehnen) und mehr Ruhe (beim Erklären einer Trainingseinheit, die Ausführen der Trainingseinheit, Auf- und Abräumen etc.) als sonst.
Wir haben viel in Sachen Gruppentaktisches Verteidigen/Angreifen trainiert.
Das Spiel gestern haben wir mit 0:1 gegen den Tabellendritten verloren, aber das war von der Einstellung und Moral ein komplett anderes Spiel. Meine Jungs haben gekämpft, geackert, ordentliche Doppelpässe gespielt, Bälle klatschen lassen, haben sich freigelaufen, haben den Gegner extrem oft in Drucksituation gestellt. Außerdem hat das Verschieben super geklappt und wir hatten quasi in jeder Spielsituation Überzahl. Die Mannschaft war wirklich wie ausgewechselt. Ich stand während des Spiels draußen und dachte mir wirklich "wow". Das hat mich schon stolz gemacht. Ich musste sogar meine Arme reiben, weil ich etwas Gänsehaut bekommen habe.
Wir hatten sehr viele Chancen und leider war es so wie es kommen musste. Letzte 5 Minuten bekommt der Gegner einen Freißstoß aus dem rechten Halbfeld. Flanke, Kopfball in den Winkel. So ein Tor machen die vermutlich nie wieder.
Sehr schade. Ich hätte es den Jungs extrem gegönnt, aber wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Bei unseren Torchancen war echt viel Pech dabei (unser Spieler bleibt im 1vs1 im Rasen hängen, Spieler trifft beim leeren Tor den Ball nicht richtig, Pfosten, Latte etc.). Da war glaube ich fast alles dabei. Ich war trotzdem sehr stolz auf meine Mannschaft.
Die Frage die ich mir jetzt stelle ist...
- lag es an den Inhalten der Regeln (das bezweifle ich)?
- lag es daran, dass ich den Jungs klar gemacht habe das ab sofort Disziplin groß geschrieben wird und bei Nichteinhaltung Konsequenzen gezogen werden? möglich
- lag es daran, dass ich noch motivierender und pushender gewirkt habe als sonst? wird vermutlich auch eine Rolle gespielt haben
- lag es an den zwei Trainingseinheiten und dessen Inhalte? möglich, aber nicht mit so einem großen Impact weil es eben nur zwei Einheiten war
Ich weiß jetzt nicht was zu 100% der Schalter war, aber daran gilt es jetzt weiter zu analysieren und zu vertiefen damit da auch etwas Konstanz reinkommt. Ich muss auf jeden Fall effektiver den Torabschluss trainieren.
Die Fragen die ich mir jetzt stelle sind folgende:
- Was wären mögliche Regeln die sich auf die Einstellung in den Spielen bezieht? Klar, war das letzte Spiel jetzt wirklich sensationell von der Geschlossenheit, aber ich möchte es nicht ausschließen das es evtl. doch nur ein kurzweiliger Effekt war
- reines Konditionstraining ja nein? Ich habe das Gefühl, dass wir die meisten Gegentore in den letzten 15 Minuten bekommen
- generelles Feedback von euch was gut/schlecht laufen könnte
So jetzt habe ich mir nen Wolf zusammengeschrieben.
-
Vielen Dank an alle. Das ermutigt mich ein bisschen. Ich versuche das den Jungs mitzugeben. In der Vergangenheit waren die Leistungen ja nicht so schlecht. Ich nehme das mal als Erfahrungsjahr mit.
Aber gerade das mit der Gruppentaktik ist ein gutes Element, was ich versuchen werde in den nächsten Trainingseinheiten mit einzubauen.
-
In den Trainingseinheiten rennen und kämpfen die wie sonst was, aber wenn es ums Punkte geht kriegen die ihren Allerwertesten nicht hoch. Man geht nicht in Zweikämpfe, man läuft sich nicht frei, deckt nicht anständig die Gegenspieler, lassen ihre Mitspieler im Stich. Ich verstehe es mittlerweile echt nicht mehr.
Ich ziehe jetzt bewusst diesen einen Satz raus. Hast du denn grundsätzlich eine ordentliche Trainingsbeteiligung und ziehen alle mit? oder hast du ein paar "Schönwetterfußballer" die nur ab und zu wegen ihren Freunden da sind und dann das Spiel kippt, wenn diese nur halbherzig mitspielen und eine Gruppe motivierter Kids, die immer alles geben?
Die Trainingsbeteiligung ist immer ordentlich. Von 14 Kindern die ich habe sind 10-14 eigentlich immer dabei.
Schönwetterfußballer habe ich aber einige, die meinen nur für sich selbst zu spielen.
Ich habe 3 Spieler die IMMER kämpfen, egal was ist - die spielen auch immer. Dazu gibt es 2-3 bei denen die Tagesform entscheidet, aber auch 3-4 die extrem viel dribbeln und oft Ballverluste haben. Ich habe aber seit Jahren die Schwierigkeit denen das abzugewöhnen.
Ich versuche mal aufzumalen wie ich spiele und wie die jeweilige Einstellung ist:
---------------- TW ----------------
-- RV ---------- IV ---------- LV --
-- RM ---- ZM1 - ZM2 -- LM --
----------------- ST -----------------
RV: Tagesformentscheidend .. setzt seine Aufgaben relativ gut um, ist aber keiner der das Spiel an sich reißt und immer kämpft
IV: absoluter Kämpfer und auf ihn ist immer Verlass
LV: relativ faul, hat Angst vor dem Ball und nicht der schnellste
RM: auch ein absoluter Kämpfer, schnell, dribbelstark
ZM1: mein Kapitän und auf ihn ist in der Regel auch Verlass, zeigt fast immer Leistung
ZM2: absoluter Alleingänger, spielt nur für sich selbst und dribbelt so lange bis er den Ball verliert, an sich ist es ein Spieler der eine extrem gute Übersicht hat. Das sieht man im Training oder wenn er mal einen guten Schnittstellenpass spielt
LM: abgehoben, eingebildet - spielt sehr viel alleine, ist aber an sich ein starker Spieler, aber sehr lauffaul
ST: Tagesformentscheidend, spielt in der Regel ganz ok und ist mein schnellster Spieler und abschlussstark
Unter meinen Auswechselspielern habe ich einen der immer im Training ist und immer kämpft, aber fußballerisch der limitierteste ist. Dazu noch 1-2 Schönwetterfußballer und 2 Kinder die relativ kräftig sind um es vorsichtig auszudrücken.
-
Ich bin mittlerweile auch echt frustriert. Ich betreue mein Team seit 2018 und bin jetzt in der 5. Saison mit den Jungs (Jahrgang 2011, erstes D-Jugend Jahr). Diese Saison (und teilweise schon letzte Saison) steckt echt der Wurm drin und wir haben bisher nur 2 Saisonspiele gewonnen (von 7 insgesamt). Die Gegner waren alle auf dem selben Niveau, außer einer war klar besser. Die restlichen waren gleich auf oder sogar leicht unter uns anzusiedeln. In den Trainingseinheiten rennen und kämpfen die wie sonst was, aber wenn es ums Punkte geht kriegen die ihren Allerwertesten nicht hoch. Man geht nicht in Zweikämpfe, man läuft sich nicht frei, deckt nicht anständig die Gegenspieler, lassen ihre Mitspieler im Stich. Ich verstehe es mittlerweile echt nicht mehr.
Zu mir: Ich bin eine ruhige Person und schreie nur selten. Laut werde ich ab und zu, wenn man mir nicht zuhört, ich habe die Jungs aber komplett unter Kontrolle. Da ist keiner dabei der aus der Reihe tanzt. Alles nette Kinder und eigentlich ist jeder zufrieden. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass die zu lieb sind und ich genauso. Ich würde mir mal so ein richtiges Drecksspiel wünschen wo die Jungs auf Zahnfleisch gehen. Das hat bestimmt auch mit mir zu tun, weil ich die Jungs quasi die Hälfte ihres Lebens schon begleite und sie es nicht anders kennen. Es ist nicht so, dass ich sie mit Wollhandschuhen behandle. Ich bin hart in meinen Entscheidungen, begründe diese aber immer wieder. Es reicht schon, wenn ich die Jungs ruhig anschaue und die benehmen sich sofort. Respekt ist also da und ich strahle trotz meiner Ruhe auch eine gewisse Autorität aus (sonst würde man es den Kindern ansehen bzw. an deren Verhalten feststellen). Daran kann es also meiner Meinung nach nicht liegen.
Was ich jetzt getan habe sind knallharte Regeln einzuführen, damit die Jungs wissen dass das kein Kindergarten mehr ist. D Jugend gehört für mich schon zum Jugendfußball und ist kein Kinderfußball mehr. In den ersten Jahren von der F bis zur E war ich extrem gerecht und mir waren die Ergebnisse immer zweitrangig. Jedes Kind hat ungefähr gleichviel gespielt. Vielleicht muss ich diesen Gerechtigkeitssinn etwas ablegen, weil ich das teilweise immer noch versuche jedes Kind gleich viel spielen zu lassen, was uns am Ende aber Punkte kostet.
Ich habe jetzt folgende Regeln eingeführt (gerne Feedback von euch):
- wer die komplette Woche nicht zum Training erscheint spielt am Wochenende auf gar keinen Fall
- Regelverstoß im Training (nicht zuhören, falsches Ausführen von Übungen trotz mehrfacher Erklärung etc.) führt zur gelben Karte, beim zweiten Verstoß sitzt das Kind das restliche Training draußen. Wenn das Kind 2-3x vom Training ausgeschlossen wird, gibts ein Gespräch mit den Eltern und das Kind wird aus der Mannschaft ausgeschlossen und kommt in die untere Mannschaft (mit der wir teilweise zusammen trainieren). Es kann sich durch gutes Benehmen wieder für unsere Mannschaft empfehlen
- Zu den Spiele nehme ich maximal 12 Kinder mit (3 Auswechsler), nominiert wird nach Trainingsleistungen, nicht-nominierte Spieler können bei der unteren Mannschaft aushelfen, falls Bedarf besteht
- wenn ein Kind nicht zum Training kommen kann (aus welchen Gründen auch immer) hat es sich telefonisch bei mir abzumelden (keine WhatsApp Nachricht oder Sprachnotiz und keine Meldung von den Eltern; das Kind muss es selbst machen)
Diese Regeln sind komplett neu und hatte ich vorher nicht so gehandhabt. Ich muss und werde das aber jetzt so handhaben bis zum Saisonende und schaue wie das ankommt. Entweder muss ich weiter verschärfen oder ich kann das beibehalten. Bin mal gespannt wie das wird.
Ich habe mir auch Feedback von den Eltern und unserem sportlichen Leiter geholt. Die Meinungen haben sich alle gedeckt. Mein Außenauftritt ist immer sehr gut und kommt auch gut bei allen an. Selbst von meiner Ruhe sind sie beeindruckt und wie ich die Kinder mit einer solchen Art so gut beisammenhalte. Trotzdem hätten sie nichts dagegen, wenn ich mal richtig laut werde, wenn überhaupt nichts passt.
War/Ist jemand in einer ähnlichen Situation und hat jemand Ratschläge?
-
Bei uns ist es eine Jahresgebühr von 120€. Die haben wir vor knapp 2 Jahren erhöht von 60€ auf 120€.
85€ davon sind Mitgliedsbeitrag und 35€ Spielbeitrag. Selbst das finde ich im Vergleich zu anderen Sportarten viel zu wenig.
Seit der Erhöhung bekommen wir auch eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 75€ pro Monat. Im Vergleich was wir als Trainer leisten ist selbst das nicht mal ansatzweise als Aufwandsentschädigung zu sehen.
- Tankkosten (Fahrtweg hin und zurück zum Sportplatz 35km + zu Spielen wesentlich länger)
- Kinder abholen deren Eltern nicht zu den Spielen kommen/Kindern eine Brezel kaufen, weil die Eltern ihnen kein Geld mitgeben (das ist jetzt mehr oder weniger ein anderes Thema)
- Trainingsvorbereitung
- fehlende Zeit mit Familie/Frau
- Diskussionen mit Eltern
uvm..ich glaub davon können die meisten hier ein Lied von singen.
Wenn ich das alles (Zeit+Kosten) monetär umwandeln würde, käme ich locker auf 500€ im Monat. Das will und wird aber keiner zahlen und ich mache das auch nicht des Geldes wegen.
Die Aufwandsentschädigung hilft 0,0 dabei neue Trainer zu "rekrutieren". Wenn dann hindert es die Bestandstrainer, nicht aufzuhören.
Ich hatte in der jüngeren Vergangenheit Trainergespräche wo die wegen 20€ mehr Aufwandsentschädigung zu uns kommen wollten, die ich dann vehement abgelehnt habe. Wir machen das alle, weil es uns Spaß macht (und ich habe nicht mal ein Kind in der Mannschaft).
-
Vielen Dank erstmal an eure ganzen Tipps. Das beruhigt mich schon mal, dass ich dahingehend nicht so viel falsch mache wie ich eigentlich gedacht hatte. Gut, dass der Trainer nicht für alles verantwortlich ist :-). Ich werde nun vermehrt auf Provokationsregeln setzen.
- Blöde Frage, aber ernst gemeint. Wie legst Du den Schwerpunkt aufs Angriffs- oder Mittelfeldpressing?
- Geht Ihr in der D tatsächlich bereits aufs Großfeld?
Das war eventuell etwas unglücklich ausgedrückt. Gezielt trainiere ich die beiden Pressingmethoden nicht direkt, sondern bei den Kindern heißt es dann Druck machen oder Pressing :-).
Angriffspressing: Ich versuche Übungen einzubauen in denen die Angreifer in Überzahl (z.B. einen aktiven Angreifer und einen Angreifer der potenzielle Passwege zustellt), den ballführenden Verteidiger unter Druck setzen. Das kann man gut mit Hütchen markieren.
Mittelfeldpressing ist für mich in dem Jugendalter "nur" eine taktische Methode die ich vermehrt bei stärkeren Gegnern mit guten Ballspiel einsetze. Da wird versucht im Mittelfeld eine Überzahlsituation herzustellen und ähnlich wie beim Angriffspressing den ballführenden zu attackieren und die Passwege zuzustellen. Einziger Unterschied ist, dass die Kinder hier noch schneller sein müssen, da die Lauf- und Passwege Richtung eigenes Tor immer kürzer werden. Im Angriffspressing sind die Lufträume bzw. Drucksituationen noch nicht so eng was das belangt. Das könnte man bestimmt auch gut trainieren, habe ich aber bisher nur theoretisch angewendet.
Zu deiner anderen Frage:
Nicht ganz Großfeld, sondern 16er zu 16er und verkürzte Grundlinien. In der E-Jugend waren es zwei Tore von Grundlinie zu Grundlinie.
-
Ich finde nicht, dass Kondition und Disziplin zusammenhängen. Bei mir gibt es Konditionseinheiten nur mit Ball, da wird das Feld nahezu unbemerkt eben größer oder bei Übungsformen die Abstände deutlich länger, ohne dass die Kinder das richtig merken.
Als Trainer achte ich eben darauf, dass alle Kinder entsprechend laufen und coache das auch. Notfalls mit Start/Stop mit dem entsprechenden Kind. Dann MUSS es den Laufweg eben gehen und falls das alles letztlich nicht fruchtet, stellt sich die Mannschaft quasi von selbst auf.
Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Wenn ich Übungen länger als ursprüngliche 15-20 Minuten mache, kommt die Lustlosigkeit erst recht hoch. Da kommen schon die ersten und fragen, wann wir denn ein Spiel machen. Auch coache ich gerade die lauffaulen Spieler sogar viel öfter als die anderen. Bei denen muss ich quasi das ganze Training/Spiel nebenher laufen und sie ständig motivieren und pushen, dass die mindestens genauso viel laufen wie die anderen. Und diese Lustlosigkeit dieser 3-4 Spieler wirkt sich auf die ganze Mannschaft aus (so ist zumindest mein Gefühl).
Welche Jugend trainierst du, wenn ich fragen darf? Wenn die Kinder etwas älter wären, würde ich ein Kind auch mal nicht spielen lassen, weil es zu faul ist. Ich weiß aber nicht, ob ich bei meinen 2011-geborenen da nicht zu weich bin. Ich gehe nämlich ständig nach der Devise - wer ins Training kommt (egal wie gut/schlecht/motiviert/faul), der darf auch spielen. Ganz egal wie viele Kinder sich zum Wochenende melden. Vielleicht muss ich da etwas konsequenter sein und das auch klar kommunizieren (Spieler+Eltern).
