Mehr Trainerqualität im Kinderfussball? Wann?

  • Den Vereinen ist jede Form von Kinder und Jugendarbeit scheinbar lästig geworden.
    Bei uns im Kreis werden die Vereine klar vom Fußball dominiert. Leichtathletik, Handball, oder Volleyballabteilungen muss man außerhalb der städtischen Vereine mit der Lupe suchen.
    Aber auch die Fußball Jugendabteilungen werden scheinbar als höchst überflüssig betrachtet.
    Durch JSGs und JFVs wurde die Jugendarbeit abgekoppelt.
    Folge 08/09 hatten noch 33 Vereine eine eigenständige E Jugend. In diesem Jahr 22 Vereine.
    Warum ist eigentlich ein A Klasse Verein mit auswärtigen Spielern und bezahltem Trainer, ohne eigenständige Jugendabteilung noch ein gemeinnütziger Verein.
    Bei uns hat in diesem Jahr ein Verein der noch nicht einmal Mitglied an einer JSG ist, hohe Zuschüsse vom Kreis für den Neubau eines Rasenplatz bekommen.
    Hier kann man Ansetzen. Kein freier Zugang zu städtischen Anlagen ohne Jugendarbeit. Keine Zuschüsse von kommunalen Träger ohne Jugendarbeit. Mindestens 50 Prozent der gemeldeten Spieler müssen Jugendliche sein. Ansonsten kein Zugang zur offiziellen Spielrunden.
    Erst wenn die Vereine gezwungen werden, sich im Wettbewerb um und zu Gunsten der Kinder zu bewegen, werden die Vereine wieder einen Teil ihrer auch normierten Aufgaben wieder wahrnehmen.

  • Aus meiner Sicht alles gute bis teilweise tolle Ideen.


    Die aber nicht umgesetzt werden können oder nicht gewollt werden weil :


    Die meisten Verantwortlichen ( Jugendleiter , Abteilungsleiter ...... )
    zwar im besten Fall aktiv und motiviert sind aber
    genau so wenig kompetent und fortschrittlich denken wie die so oft benannt Brüllaffen !


    Oder nur den Titel tragen ohne ihrer Funktion überhaupt bewusst zu sein.


    Veränderungen ( siehe auch Fair Play ) ,
    will keiner
    versteht keiner
    akzeptiert keiner


    nicht mal in leitender Funktion.


    leider ...........

  • Hier kann man Ansetzen. Kein freier Zugang zu städtischen Anlagen ohne Jugendarbeit. Keine Zuschüsse von kommunalen Träger ohne Jugendarbeit. Mindestens 50 Prozent der gemeldeten Spieler müssen Jugendliche sein. Ansonsten kein Zugang zur offiziellen Spielrunden.
    Erst wenn die Vereine gezwungen werden, sich im Wettbewerb um und zu Gunsten der Kinder zu bewegen, werden die Vereine wieder einen Teil ihrer auch normierten Aufgaben wieder wahrnehmen.

    Auch wenn ich kein Freund von Verboten und Vorgaben bin, hier sehe ich es genauso. Anscheinend geht es nicht ohne Zwang.
    Jahrelang gab es zu wenig Schiris. Dann wurden die Vereine erst mit Geldstrafen und dann mit Punktabzügen bestraft. Und siehe da, plötzlich gab es wieder mehr Schiris.
    Oder die Ausbildungsentschädigung bei Fehlen einer A-. B- oder C-Juniorenmannschaft. Da wird ein Wechsel selbst in der Kreisklasse richtig teuer.
    Nichts anderes wurde gemacht, als die Profivereine zum Aufbau von NLZ gezwungen wurden.
    Was würde wohl passieren, wenn die 1. Seniorenmannschaft einen Punktabzug erhält, weil der Verein nicht genug Nachwuchsmannschaften hat?
    Spätestens im C-Juniorenalter gehen die Kinder doch ihre eigenen Wege, stimmt da die Qualität des Trainers nicht (Brüllaffe), fliegen die Mannschaften auseinander. Also muss der Verein automatisch an guter Nachwuchsarbeit interessiert sein. Eine weitere Möglichkeit wäre die Vergabe von Hallenzeiten oder Sportplätzen an die Zahl der Kinder und Jugendlichen zu koppeln. Was glaubt ihr wie schnell sich etwas ändert, wenn die 1. Seniorenmannschaft nicht auf den Rasenplatz darf.

  • Vielleicht wäre der Weg ja über die Schulen? Wie es in Amerika läuft? Qualifizierter Sport in die Nachmittagsbetreuungen...

    Diese Idee ist nicht neu und vieles dabei klingt auf den ersten Blick auch gut.


    Aber ob das Schulmodell in den USA wirklich für hiesige Verhälltnisse taugt, das wage ich zu bezweifeln? So ist der Fussball in manchen Gebieten nur deshalb favorisiert, weil das Equipment dafür weniger kostet als die Ausrüstung eines Eishockey-Teams. Denn der Sport wird ausschließlich privat finanziert.


    Weil der Fussball anders wie hier nicht flächendeckend angeboten wird, kommt es vor, dass man für ein Auswärtsspiel ein komplettes Wochenende weg ist. Es ist dann aber nicht nur die Zeit, sondern auch Geld für Übernachtung und Verpflegung zu zahlen.


    Auch mit der Fussballtraner-Ausbildung ist es in den USA nicht weit hin. In der untersten Stufe reicht ein Wochenendseminar und für oberste Stufe reichen ein paar Wochen aus.
    Wer z.B. einen Schüleraustausch mit Fussball in den USA will, der muß erstmal einen 4-stelligen Betrag hinblättern, bevor sein Kind das erste Mal die Fussballschuhe anziehen darf. Andererseits gibts dort Sportstipendien für besonders talentierte Spieler. (Was hier die Vereinsscouts machen, dass wird dort über die Universitäten gemacht.)


    Auch über deutsche "Schulsport-Modelle" kann man hier im Forum reichlich Informationen finden.


    Du magst sicher recht haben, wenn es an Unterstützung fehlt, die Jugendabteilung so zu behandeln wie den Seniorenbereich. Denn wäre das so, dann hätten sich die Bereiche nicht soweit auseinander entwickelt?


    Die Frage ist jedoch, wie lange man warten will, um wieder einen einzigen Verein daraus zu machen? Denn einige, ehemals gute Amateurvereine haben sich bereits in die Insolvenz gewirtschaftet und wenn es so weitergeht, dann wird es noch eine Reihe dieser Vereine treffen. Denn sobald der Hauptsponsor sein Interesse am Spielzeug der 1. Mannschaft des Fussballvereins verloren hat, ist der pleite.


    Es müßten hier andere Vereinsregeln geschaffen werden, der sowohl die Höhe und Dauer der Zuwendung als auch den gemeinnützigen Zweck näher definiert.

  • Zum Thema passend ein Interview mit dem Ehrenamtspräsidenten des bvf:
    http://m.bfv.de/cms/spielbetri…keine_probleme_203094.htm


    So wie ich das lese sagt er zusammenfassend eigentlich: Aufgabenteilung ist des Rätsels Lösung. Kleinere Aufgabenpakete.
    Daraus folgt: Mehr Funktionen und Positionen in Vereinen. Im Prinzip so wie ganz oben im Thread schon die angenehme Arbeit in der Seniorenmannschaft beschrieben wurde ( mit vielen Helfern im Trainerstab: masseur, cotrainer etc ).

    Ich hätte mir ehrlich gesagt auch ein wenig Selbstkritik vom bfv gewünscht. Es wird den Verantwortlichen immer mehr Arbeit aufedrückt (Stichwort ESB und Live-Ticker), statt dass man sich überlegt wie man organisatorische Arbeit verringern kann. Viele Trainerkollegen mit denen ich mich unterhalte sind vom bürokratischen Aufwand mittlerweile richtig gefrustet einige überlegen sogar schon deswegen aufzuhören.

  • Ich hätte mir ehrlich gesagt auch ein wenig Selbstkritik vom bfv gewünscht. Es wird den Verantwortlichen immer mehr Arbeit aufedrückt (Stichwort ESB und Live-Ticker), statt dass man sich überlegt wie man organisatorische Arbeit verringern kann. Viele Trainerkollegen mit denen ich mich unterhalte sind vom bürokratischen Aufwand mittlerweile richtig gefrustet einige überlegen sogar schon deswegen aufzuhören.

    Genau. Deswegen schlägt er ja vor, die überfrachteten Rollen zu splitten. Bei mir nimmt das organisatorische etwa 40-50% ein. Das sind ungefahr diese 5 Stunden aus dem Interview. Wenn man Hartmann glauben will, dann sollte ich ziemlich easy jemanden finden, der das zum grossen Teil übernimmt. Ich werde diesen Weg jetzt definitiv einschlagen: Granulare Aufgaben. Habe seitdem ich das Interview las schon 3 neue kollegen gewonnen, die mir jetzt helfen und die je eine feste Aufgabe übernommen haben.


    In meiner Lesart für das Interview benötige ich aich keine Selbstkritik oder ein Schuldeingeständnis seitens bfv, denn der Blick ist vorwärtsgewandt und bietet einen Lösungsansatz. Finde ich gut.

  • Der Lösungsansätze wäre meiner Ansicht nach die gesamten Trainerprozesse auf Nutzen zu untersuchen und dann radikal auszumisten. Du schreibst ja selbst von einem hohen organisatorischen Aufwand. Wenn das erstmal reduziert ist finden sich denke ich viel leichter Leute die sich entfalten können.

  • Nachdem mir dieser Kommentar hier begegnet ist und ich "Wie bewerten wir eigentlich Trainer?" gelesen habe, erinnerte ich mich an diesen Thread.

    Hat sich in den letzten 3 Jahren etwas verändert? Ja, ich wurde auf das Programm DFB-Kurzschulungen aufmerksam. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum der DFB die Broschüren nicht als pdf zur Verfügung stellt? Wäre ja eine Möglichkeit die Trainerqualität zu erhöhen.

    Andererseits habe ich einen Referentenleitfaden von 02/2019 in der Hand und das "reine" FUNino mit Schusszone (Spiel auf 4 Tore ist drin, aber mit Pass- bzw. Dribbeltor) kommt nicht darin vor :( - "Kleine Spiele für Bambini bis E-Junioren"