Beiträge von Grätsche

    Ich frage mich, wie man in diesem Alter so trainieren kann, dass die besonderen Stärken eines Spielers nicht gefördert würden.

    Beispiele:

    stupide Passübungsformen, "verbieten" von Dribblings, feste Passfolgen vorgeben, Kinder auf festen Positionen einsetzen (Ergebnisorientierung)... da gibt es leider eine ganze Menge von Möglichkeiten...

    wird im NLZ/Profibereich als Vorhandensein einer "Waffe" bezeichnet.

    An diesen Ausspruch musste ich bei dem Thema auch direkt denken. Wenn man sich mit Scouts oder Trainern aus dem Leistungsbereich z.B. über bestimmte Spieler unterhält, kommt sehr häufig der Satz : nenn mir seine Waffe.

    Aus meiner Sicht wurde lange Zeit nach dem Ansatz gearbeitet, Schwächen zu beheben, statt Stärken zu fördern. Zwischenzeitlich, so zumindest meine Wahrnehmung dreht sich die Entwicklung. Nicht zuletzt die Diskussion um fehlenden Stürmer und zu wenige gute Dribbler führt zu einer zunehmenden Spezialisierung im Trainingsbetrieb. Mittlerweile gibt es nicht nur TW-Trainer, sondern auch Offensiv- und Defensiv-Trainer.

    Oder der Stürmer, der durch seine Laufwege und sein Tempo immer wieder in gefährliche Situationen kommt, allerdings nicht in der Lage ist, aus anspruchsvollen Situationen Torabschlüsse zu generieren.

    Warum wird der Stürmer dann nicht bewusst so eingesetzt, dass er der "Vorbereiter" für den "Abschlussspieler" wird? Ist es nicht typisch deutsch, zu sehen, was er nicht kann, anstatt sich darüber zu freuen, was er gut kann?


    Ich bin da auch bei Sir Alex : Stärken stärken, bewusst dazu ermuntern, diese Stärken ins Team einzubringen.

    Spieler-papa und betreuer72

    Das kommt in unserer Gegend auch immer mal wieder vor. Der von mir geschilderte Trainer war aber deutlich "cleverer": Er hat genau auf die Starteinsätze geachtet. Gerne wurden schwächere Spieler vom Start eingesetzt und nach 2 Minuten ausgwechselt. Die Stars spielten auch in der 2. und 3. von Anfang an, so dass die Frage festgespielt oder nicht schwer zu beantworten war. Außerdem wurden die Spiele so gelegt, dass die Wartefristen immer eingehalten werden konnten. Was die Spielverlegungen gekostet haben müssen...


    Aber: und damit komme ich zu deinem Einwand Spieler-papa , die Trainer, welche den Verlegungen anfangs noch ohne Vorbehalte zugestimmt haben, wurden mit der Zeit auch langsam munter und durchschauten das Treiben. Sie stimmten dann nicht mehr ohne weiteres zu. Und so verhält es sich in den mir bekannten Fällen auch mit den Mannschaften, die die Spieler der Nachbarvereine "aufsaugen". Mit der Zeit spricht es sich bei den Eltern, Trainern, etc. rum, wenn dort Spieler regelmäßig aussortiert werden.

    Ein solches Verhalten können sich eig. nur Vereine "erlauben", die eine gewisse Monopolstellung haben. Sei es aus wirtschaftlichen, infrastruktrurellen (einziger Verein mit Rasenplatz/Kunstrasen) oder sportlichen Gründen (höhere Ligen als Nachbarvereine, "bessere" Trainer).

    Selbst auf der ganz großen Bühne kann man solche Entwicklungen beobachten. Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass es mittlerweile einige Berater von Jugendspielern gibt, die von einem Wechsel zu RB Leipzig abraten.

    Troete Die Zeit wird kommen, in der die Konsequenzen für ein solches Handeln offenbar werden. Ein benachbarter Verein hatte noch vor 3 Jahren in einer Altersklasse 3 Mannschaften. Die Leistungsträger aus Team 1 "durften" in Team 2 und Team 3 ran, regelmäßige 2 Spiele pro Woche, manchmal sogar 3. Die Spielpläne wurden so hin und her geschoben, dass es passte. Ergebnisse waren das allerwichtigste. Hauptsache war, Team 3 konnte in der Dorfliga auch noch zweistellig gewinnen. Bei Team 1 spielten die Leistungsträger auch dann durch, wenn es vom Ergebnis überhaupt keinen Sinn mehr machte. Der Trainer stellte danach sogar noch das Niveau der Gegner in Frage.

    Folge dieser Entwicklung: nach einem Jahr waren es schon nur noch zwei Mannschaften. Warum zum Training gehen, wenn am Wochenende sowieso nur die Stars aus dem Team 1 spielen. Ein paar Kinde hörten auf, andere wechselten. Dem Trainer von Team 1 schien es nicht ganz unrecht zu sein, musste er sich doch weniger um die untalentierten Spieler kümmern und seine Stars mussten nur noch in zwei Teams spielen. Die weiteren Auswirkungen waren absehbar, aber wurden ignoriert.

    Im zweiten Jahr änderte sich an der Herangehensweise gar nichts. Allerdings bekam der Trainer zunehmend Probleme Team 2 spielfähig zu bekommen. Zur neuen Saison wurde nur noch ein Team gemeldet. Nun müssen sogar Spieler vom jüngeren Jahrgang auffüllen.

    Im Kleinfeldbereich wurde immer nur auf die "besten" 6-8 Spieler gesetzt. Erkennbare charakterliche Schwächen einzelner Stars wurden in Kauf genommen, Hauptsache die Ergebnisse stimmten. Und "plötzlich" genügen 6-8 Spieler nicht mehr, sondern es braucht 11, doch die wurden nicht ausgebildet in den vergangenen Jahren, weil dann die Ergebnisse nicht so beeindruckend gewesen wären.

    Coach31 Natürlich gibt es auch die von dir beschriebenen Trainerkollegen. Ich habe doch auch nicht behauptet, dass die Lizenzen oder Hospitationen einen "guten" Trainer machen.

    Aber: derjenige, der Zeit und Geld opfert, um sich fortzubilden, bringt zumindest schon einmal die Erkenntnis mit, dass er noch nicht alles weiß.

    Der von mir beschriebene Kollege, ist ja der Meinung, keine Fortbildung mehr zu brauchen, weil er das schon zig Jahre macht.

    Der Fußball entwickelt sich ständig weiter, so ist es aus meiner Sicht notwendig, dass auch wir Trainer immer offen für Neuerungen sind.

    Die von dir beschriebenen Lizenztrainer, welche der Meinung sind, nach einem Lehrgang alles zu wissen, durfte ich auch kennenlernen. Häufig junge Trainer, meist Sport- oder Lehramtsstudenten, die selbst kaum oder gar nicht im Seniorenbereich als Spieler aktiv waren, folglich das "Innenleben" einer Mannschaft kaum kennen und dann mit dem Wunsch antreten, Hauptamtliche in einem NLZ zu werden. Ich durfte echte Trainertalente kennenlernen, aber auch solche, die ohne Empathie oder Menschenführung einfach einen Plan abarbeitete.

    Der TE hat aber all dies vielleicht noch vor sich, deshalb die Empfehlungen. Ich finde es von Carly7 jedenfalls super, dass er sich im Vorfeld Gedanken macht.

    Ich kann dir sagen, dass Erfahrung als Trainer das wichtigste ist.

    10 Jahre etwas zu machen, heißt nicht, 10 Jahre etwas richtig zu machen.

    Ein Trainerkollege ist schon länger im "Geschäft". Regelmäßig wiederholt sich die Situation, dass seine Mannschaften zu klein werden, weil er Spieler verliert. An Fortbildungen nimmt er nicht teil, weil "er das ja schon lange genug macht", einen Lizenzlehrgang hat er nie besucht, braucht er auch nicht, weil "er das ja schon lange genug macht".

    Inhaltlich macht er genau das Training, was er als Seniorenspieler schon gemacht hat.

    Die Lizenzen sind sicher keine Garantie ein guter Trainer zu werden. Wer die Lehrgänge aber bewusst absolviert, wird definitiv viel Neues lernen. Ich kann auch nur empfehlen, alle Lehrgänge der Reihe nach zu besuchen, vielleicht mit 2 Jahren Abstand dazwischen. Ein Überspringen der C-Lizenz ist zwar möglich, aber die Inhalte der B-Lizenz bauen teilweise darauf auf. Hospitationen sind natürlich hilfreich. Allerdings muss es auch Trainer geben, die dies ermöglichen bzw. bei denen die Hospitationen etwas bringen.

    Neben den Lizenzen gibt es auch immer wieder Fortbildungen, bei denen man viel Neues mitnehmen kann, z.B. bieten Hoffenheim oder auch Schalke Trainerfortbildungen an, da kann man sicher auch mit 15 Jahren teilnehmen.

    Bussfallgott Im Gegensatz zu einigen Anderen hier, finde ich es gut, dass du dich mit dem Jungen beschäftigst und auch überlegst ein sicher heikles Thema anzugehen. Es mag sicher Gründe dafür geben, sich nicht zu tief in diese Materie zu begeben, allerdings habe ich meine Aufgabe als Trainer immer so verstanden, den Kindern auch ein Stück weit etwas für´s Leben mitzugeben. Natürlich kann man da auch wieder sagen, "das ist nicht meine Aufgabe", ich mach es aber trotzdem. Teilweise haben die Kinder ein schwieriges Elternhaus und sind später einmal "dankbar", dass sich jemand um sie gekümmert hat.

    Ich hatte vor nicht allzulanger Zeit auch einen dicken Jungen. Er hatte ein sehr gutes Spielverständnis, war technisch nicht schlecht, hatte es aber aufgrund seines Gewichts aber ganz schwer, im doppelten Sinn.

    Ich habe zunächst das Gespräch mit ihm gesucht (11 Jahre). Dabei habe ich ihm erst einmal die Dinge aufgezählt, die mir positiv an ihm aufgefallen sind. Dann kam ich aber auch zu seinem Gewicht. Ich habe ihm gesagt, dass er sich selbst im Weg steht und aus seinem "Talent" nichts machen wird, wenn er nicht von seine Gewicht runter kommt. Fußball ist für den Jungen das Wichtigste überhaupt, er ist einer der wenigen Kinder, welche tatsächlich noch auf dem Bolsplatz spielen. Er erzählte mir, dass er schon auf die Ernährung achtet. Ich nahm dann die Eltern dazu und sie berichteten, dass er eig. nur Wasser trinkt, wenig Süßigkeiten ißt. So richtig konnten sie sich auch nicht erklären, warum er (besonders in den letzten beiden Jahren) so zu genommen hat. Möglicherweise gibt es ein medizinischen Problem und das soll nun abgeklärt werden. Sollte tatsächlich etwas sein, wäre es möglicherweise ohne meine Intervention erst in einigen Jahren herausgekommen.


    Hat jemand Ideen wie sich dieses Gespräch sinnvoll strukturieren lässt?

    Ich habe bewusst das Wort "dick" vermieden, von Fitness, Kondition etc. gesprochen. Beginne doch mit den Stärken des Jungen und was aus ihm werden könnte, wenn...

    Wenn Eltern hören, was ihr Kind gut kann, hören sie dir eher zu.

    Viel Erfolg.

    U12 letzte Saison knapp 70 %.

    3 Spieler mit unter 60 %, davon einer mit gerade 40 %.

    Selbst der Trainingsfleißigste kam nur auf 85 %. Allerdings gab es in paar Sonderfälle (4 wöchige Kur = 8 Trainings, Stützpunktspieler, 2. Sportart).

    Bei den Dreien unter 60 % lag es aber ganz klar an den Eltern, teilweise mit kuriosen Gründen...

    Viererkette ist schon ziemlich komplex und wer spielt 4er Kette in der D -Jugend, dann bleiben nur 4 für die Offensive.

    Ich lasse im 2-4-2 spielen, gegen den Ball 4er Kette, bei Ballbesitz habe ich dann 8 Offensive;)

    Das einzige was ich in der E gemacht habe war das verschieben in der Abwehr, da habe ich bereits mit einer sehr offensiv ausgerichteten 3er Kette gespielt

    Spielt ihr mit Abseits in der E? Andernfalls macht eine Kette keine Sinn.


    3er Kette vermittele ich erst, wenn die 4er-Kette einigermaßen verstanden wurde, d.h. wenn die Grundzüge des ballorientierten Verteidigens sitzen.

    Häufig sehe ich das klassische Abwehrverhalten 2 Manndecker + Libero. Der Libero spielt dann auf Höhe der Manndecker und das ganze wird dann als 3er-Kette bezeichnet.

    ist bei uns ein eigener Zweig

    Das ist der Unterschied zu Deutschland. Hier müssen alle Trainer, die die A-Lizenz erwerben wollen, die E-J mit Mindestpunktzahl absolvieren.

    D.h. B-Lizenz mit Mindestpunktzahl,1 Jahr Trainertätigkeit, E-J mit Mindestpunktzahl, 1 Jahr Trainertätigkeit und dann kann die A-Lizenz absolviert werden.

    Besser wäre gewesen statt die Anzahl der Spieler zu reduzieren, bei Bedarf die Anzahl der Stützpunkttrainer zu erhöhen.

    Dafür scheint der DFB kein Geld zu haben/ausgeben zu wollen. Wenn doch jetzt schon an den Prämien gespart wird....

    So werden bei uns diesen Samstag 136 Kinder gesichtet für erstmal12 Plätze!

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Anzahl von 8+4 verbindlich vorgegeben wird. Wie topplaenz schrieb, muss es immer möglich sein, 1-2 Spieler mehr aufzunehmen, wenn das Talent vorhanden ist.

    Handelt es sich bei den 136 schon um Spieler, die von ihren Vereinstrainer empfohlen werden oder sind das alle Spieler des Einzugsbereiches eures Stützpunktes in diesem Jahrgang? Rd. 10 % wäre von der Gesamtanzahl schon eine realistische Größenordnung finde ich.

    Unser Torwart Trainerin sagt immer , dass sind Fußballtrainer und keine Torwart Trainer deshalb könnte ich nicht erwarten das sie das TW Spiel verstehen. Die Trainer würden immer aus Sicht eines Feldspielers agieren.

    Mich an die eigene Nase fassend: das ist so. Wenn die Torspieler ein best. Niveau erreicht haben, bedarf zur weiteren Verbesserung aus meiner Sicht Spezialisten, d.h. ausgebildete TW-Trainer. Und wenn die am Stützpunkt nicht vorhanden sind, dann macht es in der Tat wenig Sinn dort zu bleiben. Einzige Frage wäre halt noch, ob der zeitliche Aufwand den fußballerischen Zugewinn rechtfertigt. Wenn das nicht der Fall ist, dann würde ich die Zeit auch eher in gezieltes TW-Training investieren.

    stuckpart2 Ich unterstelle, dass alle deine Spieler regelmäßig trainieren und den Trainingszyklus auch nahezu vollständig absolvieren können. Nach meinen Erfahrungen liegt im Breitensportbereich (da würde ich eine Bezirksligamannschaft noch einordnen) nämlich häufig das Problem, dass aufgrund von Schichtarbeit o.ä. die Zyklen nicht komplett absolviert werden können und damit Fehlbelastungen auftreten.

    Sofern die Spiele fast ausnahmslos sonntags sind, habe ich gute Erfahrungen mit Di./Mi. /Fr. gemacht. Mir ist die 48 h- Empfehlung bekannt, gleichwohl war Dienstag immer die Hauptbelastung. Mittwoch dann tatsächlich nur Regeneration, lockeres Laufen, Techniktraining, Fußballtennis, Sauna, 60 Min. Freitags spieltagsbezogenes Training und Abschlussbesprechung.

    Je nach Charakter deiner Mannschaft wäre montags freiwilliges Eigentraining eine Option. Lockeres Laufen oder leichtes Radfahren, danach gern ein Bierchen zusammen, falls zwei/drei Spieler zusammen unterwegs waren. Kollegen hat so etwas mal verpflichtend versucht, mit Kontrolle der Pulsuhren, davon halte ich aber nichts.

    Statt 3 Wochen intensiv, waren es bei mir planmäßig nur 2 Wochen. Allerdings setzt das auch einen Spielplan voraus, der nicht ständig mit Wochentagsspielen unterbrochen wird. Ich kann mich an eine Saison erinnern, da konnte von November bis Anfang April nicht gespielt werden. Im Frühjahr musste ich die Truppe wochenlang ohne Punktspiele bei Laune halten und ab April dann alle 3-4 Tage ein Spiel. Aus diesem Grund mein Eingangssatz, dass im Breitensport einiges aus der Theorie eben nicht so umzusetzen geht. Hier muss man schlicht seine Erfahrungen sammeln.

    Spieler-papa Hast du die Trainer denn angesprochen? Oftmals sehen Außenstehende Dinge anders, bzw. kennen die Beweggründe der Trainer nicht. Bevor dann falsche Schlüsse gezogen werden, ist ein Gespräch sehr hilfreich.

    Kürzlich hat sich eine Mutter von einem meiner Spieler auch über meine Aufstellung ganz böse echauffiert, mich aber nicht angesprochen. Ich habe es dann von einem Vater eines anderen Spielers erfahren und sie direkt darauf angesprochen. Am Ende sagte sie dann sinngemäß, wenn sie das gewusst hätte, warum ich mich so entschieden habe, dann hätte sie sich auch nicht aufgeregt.

    Was natürlich ganz schwierig ist, wenn die 3 Trainer unterschiedliche Ansichten haben und jeder seine Meinung durchsetzen will. Aber auch da hilft vielleicht ein Gespräch.

    Grätsche

    Aber was kann denn an einer Aussage, die im Konjunktiv getätigt wird, pauschal sein?


    Ich sage: Man KANN mit dem AV Überzahl auf der Außenbahn schaffen. Wo habe ich da was pauschalisiert? :-)

    "Man kann" ist kein Konkunktiv ;) und durch die Einschränkung "dann müssen" wird es eben doch zu einer Pauschalierung.

    Ich bin auch bei Strznievski und freu mich auf den neuen Thread.

    Was ist an meiner Aussage mit der Überzahl über den AV falsch?

    Ich habe geschrieben, dass diese Aussage so pauschal nicht getroffen werden kann. Weil es nämlich immer davon abhängt, wie die genaue Aufgabe des AV aussieht. Das Bsp. B. Höwedes sollte lediglich verdeutlichen, dass die AV-Position auch durchaus anders interpretiert werden kann, als dies bei offensiv aufrückenden Außen der Fall wäre. Ich wollte damit keinen Vergleich zwischen einem Weltmeister und der U17 Kreisliga führen und auch ganz gewiss nicht mit dem Profisport. Wenn ich mich entsprechend unqualifiziert ausgedrückt habe, dann bitte ich um Entschuldigung.

    Der andere Kollege sagt: Nee, das klappt nicht, weil die Hälfte des Teams nicht aufrückt usw.

    Du schreibst von deinen Erfahrungen, ich von meinen Erfahrungen. Und meine Erfahrungen sind genau die, dass bei einem Mitteldfeldpressing bei Mannschaften auf diesem Niveau auch oft die Mannschaftsteile nicht gut abgestimmt sind, da die entstehenden Abstände aber meist nicht so groß sind, wie bei einem mißglückten Angriffspressing. Und zurück zum eigentlichen Problem des TE sehe ich in den (oftmals) geringeren Abständen bei einem Mittelfeldpressing eben genau den Ansatz, der ihm helfen könnte, die lang geschlagenen Bälle zu erobern.

    Nehmen wir die Dreierkette... Früher waren der Libero und zwei IV ganz normal, dann kam der AC Mailand mit seiner Viererkette und Herr Ragnick hat sie dann damals hier in Deutschland der Öffentlichkeit näher gebracht. Dafür wurde er damals übrigens auch kritisiert und belächelt.


    Gleiches passierte nun auch mit der Dreierkette. Deutschland war mit drei Verteidigern 2002 Vizeweltmeister geworden und Brasilien Weltmeister, aber einige Jahre später war die Viererkette modern und man wurde wie ein Aussetziger angeschaut, wenn man Dreierkette spielte. Ist mir so passiert.

    Es ist doch gerade das Schöne am Fußball, dass sich der Sport ständig weiterentwickelt. Es gibt Veränderungen und die ziehen weitere Entwicklungen nach sich. Bsp. das Torwartspiel. Durch die Regeländerung Rückpass mussten die Keeper plötzlich fußballerisch viel besser geschult werden. Das frühere Spiel mit dem Libero war ganz klar an der Manndeckung ausgerichtet. Die Vorteile der Raumdeckung überwogen und dieses System setzte sich vorerst durch. Da aber jedes System Stärken und Schwächen hat, galt es Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Mittlerweile spielen einige Mannschaften im Profibereich wieder mit einer partiellen Manndeckung. Der Fußball lebt, könnten man sagen. Die Entwicklung der 3er-Kette ist u.a. darauf zurückzuführen, dass eine Zeit lang die meisten Mannschaften nur noch mit einem "echten" Stürmer agierten. Inzwischen beobachte ich oftmals auch wieder das "klassische" 4-4-2 flach, zumindest situativ. Back to the roots gewissermaßen. Wer weiß, vielleicht erleben wir auch den Libero irgendwann wieder.

    also in der Grundordnung und man kann auf den Außen, offensiv, oft Überzahl-Situationen schaffen, aber man braucht dafür die schnellen, laufstarken AV, die defensiv in der Lage sind dribbelstarke offensive Außen zu verteidigen.

    Das kannst du so pauschal doch gar nicht sagen. Ich erinnere an unseren Weltmeister-Außenverteidiger B. Höwedes. War das ein schneller, offensiver AV, der für die Überzahlsituationen sorgte? Es hängt doch vielmehr von meiner Spielweise ab. Und wenn der Gegner keine dribbelstarken offensiven Außen hat, was in der U17 Kreisliga durchaus vorkommt, dann kann da auch ein eher hölzerner Spieler gut aufgehoben sein.

    Zwei Möglichkeiten : Entweder selbst viel Ballbesitz haben, dazu braucht er aber 11 gute Fußballer, die er nicht hat und dann müssen die Jungs auch ein gutes Positionsspiel haben und die Laufwege kennen. Also auch taktisch diszipliniert und Spielintelligenz besitzen.


    Zweite Möglichkeit: Den Gegner früh anlaufen, zu Fehlern in bzw direkt vor seiner Defensivzone zwingen, ihn ungeordnet erwischen und so zu Chancen kommen.

    Wenn es richtig gemacht wird, kann der Gegner keinen kontrollierten langen Ball schlagen.

    Möglichkeit 1 stimme ich dir zu. Bei Möglichkeit 2 sehe ich aber in der Realität ganz oft, dass eben nur die erste Offensivereihe gescheit anläuft und das Mittelfeld nicht (ausreichend) mitmacht. Dadurch entstehen zu große Abstände, die selbst in der Kreisliga erkannt und ausgenutzt werden. Ich finde den Ansatz des Mittelfeldpressings deshalb durchaus nachvollziehbar.

    Kontrollierte lange Bälle sehe ich auf diesem Niveau auch ohne Druck selten. Vielmehr entwickelt sich die Gefahr aus den langen Bällen doch meist daraus, dass die Kette sich nicht fallen lässt, sondern hoch stehen bleibt.

    Die Frage, ob nun eher die Eltern oder doch die Vereine Schuld haben, ist doch wie die Frage nach dem Ei oder dem Huhn, wer war zuerst da.

    Aus meiner Sicht habe beide eine Aktie an der Entwicklung. Natürlich lehnen die Vereine keine Talente ab. Als Elternteil einem Kind die Chance auf einen Wechsel zu verwehren, ist aber genauso unwahrscheinlich. Die meisten Eltern scheitern doch bereits daran, dem 7-jährigen ein Handy zu verweigern, wie soll dann eine Anfrage vom Fc Bayern dem Kind ausgeredet werden?!

    Zur Lösung des Problems müssen aus meiner Sicht mehrere Parteien beitragen. In erster Linie DFB und DFL. Ich bin kein Freund von Verboten, aber hier funktioniert die Selbstregulierung "des Marktes" offensichtlich nicht. In nahezu allen Interviews betonen die Verantwortlichen, dass die Entwicklung nicht gut sei, man aber keine andere Wahl habe, als mitzumachen.

    Also: NLZ Mannschaften erst ab U12. Die NLZ-Trainer gehen regelmäßig in die Vereine der Region, um die Vereinstrainer fortzubilden. Wechselverbote unterhalb U14/U15 über große Entfernungen (wäre noch zu definieren) analog der UEFA-Regelung für Minderjährige. Als Sanktion gibt es sonst erhebliche Geldstrafen, die in die Talentförderung bzw. Nachwuchsförderung der Landesverbände fließen.

    Aus eigenen Erfahrungen und nach Berichten von Trainerkollegen/Lehrgangskollegen liegt die Spanne zwischen 30-50%, sowohl bei B-Lizenz wie auch bei EJ.

    Oberhaching soll relativ streng sein, d.h. eher an den 30%.

    Bezüglich Ausnahmen habe ich noch nichts gehört. Wer die Punkte nicht hat, wird nicht zugelassen.

    Fehlt die erforderliche Lizenz, z.B. bei Aufstieg, dann gibt es die Möglichkeit von Übergangsregelungen. Die Lizenz ist dann z.B. innerhalb eines Jahres zu erwerben. Setzt natürlich die erforderliche Punktzahl voraus.

    Was schon mal vorkommt, dass die Wartezeiten verkürzt werden. Bsp. das 1 Jahr Wartezeit für die A-Lizenz. Wenn man die Lizenz für die Liga braucht, dann kann man auch schon mal vor Ablauf der Wartezeit den Lehrgang absolvieren. Bei ehemaligen Nationalspielern kommt es wohl auch hin und wieder vor.;)

    Von Derbystar kann ich nur abraten. Wir hatten zwei verschieden Versionen.

    Bei beiden das Problem, dass sie extrem schnell die Luft verlieren.

    Ich kann dies auch bestätigen. Wir hatten bislang immer Adidas, die haben teilweise monatelang die Luft gehalten. Seit dieser Saison nun Derbystar, die halten max. 2 Wochen. Lagerung ist identisch, daran kann es also nicht liegen.