Beiträge von EnterTrainer

    Ich befinde mich genau in dieser Situation als Trainer einer D2.


    Ohne ins Detail zu gehen, sind vor der Saison hinter meinem Rücken Absprachen getroffen worden entgegen der ursprünglichen Ansage, dass die Mannschaften gemäß Jahrgängen eingeteilt werden sollten. So habe ich 3 der 4 besten Spieler meines Jahrgangs abgeben müssen. Der 4. ist mein Sohn, der weiter bei mir trainiert, aber damit in seiner sportlichen Entwicklung nicht in einem Team spielen kann, dass in etwa seinem Entwicklungsstand entspricht. Ich finde das einfach nicht fair.


    Was es hier gebraucht hätte, ist eine Jugendleitung, die ein klares Konzept hat und das dann entgegen einiger Partikularinteressen auch durchsetzt.


    Wenn man auf diese Art und Weise persönlich diskreditiert wird, erübrigt sich von meiner Seite jede weitere Diskussion. Schade.

    Das man sich nicht auf "handelsübliches Gerangel" einlässt, wissen meine Spieler, bevor das Spiel beginnt.


    Was war die versehentliche Aktion deines Spielers? Handelsübliches Gerangel entsteht nicht versehentlich.


    Warum ist eine im Affekt geäußerte rassistische Beleidigung schlimmer als als "A......och oder "Dreck...au? Beleidigung ist Beleidigung und gehört im Fußball bestraft, wenn es der Schiedsrichter hört oder wenn es dafür einen neutralen Zeugen gibt, was aber in der vorliegenden Situation offensichtlich nicht der Fall ist.


    Warum bezeichnest du eine Tätlichkeit, dh eine körperliche Gewalthandlung als nachvollziehbar? Körperliche Gewalt ist für mich allenfalls in Notwehr-Situationen nachvollziehbar. Die kommen aber im Fußball nicht vor.


    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin auch gegen jegliche Form von Rassissmus, aber eine Relativierung von Tätlichkeiten ist im Kampf gegen Rassismus kontraproduktiv.

    Für mich ergeben sich bei dieser Schilderung einige Fragen:


    Was ist ein handelsübliches Gerangel? Warum unterbindest Du so etwas nicht bei deinem Team?


    Was war die versehentliche Aktion? Kann es sein, dass sich der Gegenspieler dabei richtig weh getan hat?


    Ist eine Tätlichkeit nicht schlimmer zu bewerten als eine Beleidigung, die möglicherweise im Affekt unter Schmerzen geäußert wurde?


    Warum kann eine Tätlichkeit nachvollziehbar sein?


    Ich befürchte, dass derartige einseitige Stellungnahmen das Problem des Rassismus in unserer heutigen Zeit eher verschärfen anstatt ein entsprechendes Problembewusstsein zu fördern.

    Ich hab hierzu mal eine Verständnisfrage:


    Ich weiß nicht, ob ich richtig gerechnet habe


    Wenn die A-Jugend als U18 definiert wird, dann sind zu Beginn der Saison im Herbst die in der 2. Hälfte des Jahres Geborenen noch 16. Die ein Jahr Älteren sind noch 17, also unter 18 und dürfen somit ca 6 Monate lang noch nicht bei den Herren spielen.


    Wie soll diese Lücke geschlossen werden?

    Zurück zum Urspungs-Thema Selektion:


    Einen guten Trainer zeichnet m.E. aus, dass er den Spagat schafft:

    Einerseits der Mannschaft viele Erfolgserlebnisse in Form von Siegen verschaffen und andererseits den nicht soweit entwickelten Spielern möglichst viel Spielpraxis zu ermöglichen.


    Dass man einerseits bei den Bambini gleichmäßig Einsatzzeiten verteilt und andererseits in der A Jugend praktisch nur noch Ergebnis-orientiert aufstellt, versteht sich von selbst.


    Meine Frage an das Forum wäre:

    Ab welcher Alterstufe sollte man vorwiegend Ergebnis-orientiert aufstellen?

    Ich habe in diesem Zusammenhang ein ähnlich schwieriges Problem.


    Seit einigen Wochen trainiert bei uns ein Kind aus einem Waisenhaus mit, dass aufgrund seiner psychischen Konstitution unsere Anweisungen wahrscheinlich befolgen will, aber offensichtlich nicht befolgen kann. Dadurch wird der Trainingsbetrieb massiv gestört.


    Bsp: Ansage erfolgt, "wir bilden 2 Reihen, der jeweils vordere Spieler hat einen Ball". Das Kind schnappt sich einen Ball und bildet (alleine) eine dritte Reihe. Wir reden von einer U12 Mannschaft.


    Wenn ich die soziale Funktion des Sports ernst nehme, muss ich mit dem Kind weiterarbeiten, aber bin ich überhaupt qualifiziert dazu?


    Wenn ich ein aber langfristig ein effektives Training veranstalten möchte, müsste ich das Kind raus-schmeißen.


    Was tun?

    Beim Thema Trainerqualität im Jugendbereich tritt man seitens des DFB mE seit Jahren auf der Stelle.

    Die beim DFB auf der Internetseite verfügbaren Trainingsmaterialien sind nach meiner Erfahrung in der Praxis weitgehend wertlos, da nicht zielführend und im Breitensport nicht umsetzbar.

    Das ist schade und beschämend.


    Die wenigsten potentiellen Trainer haben die Zeit, eine Lizenz zu erwerben, wären aber bestimmt bereit, eine Kurzschulung lokal vor Ort zu besuchen.


    In diesem Sinne finde ich das DFB-Mobil eine wunderbare Initative, die m.E. noch intensiviert und ausgebaut werden sollte. Meine Version wäre, dass das DFB-Mobil 2 mal im Jahr JEDEN Verein besucht und entsprechende Kurzschulungen (1/2 - 1 Tag) anbietet.

    Ich denke auch, dass man in einem vernünftigen Rahmen Emotionen bei den Eltern am Spielfeldrand akzeptieren und zulassen sollte. Ich habe sogar oft im KIFU erlebt, dass Emotionen der gegnerischen Eltern unsere eigenen Kids eher beflügelt als eingeschüchtert haben.


    Dass es offensichtlich häufig auch zu negativen Auswüchsen kommt ist natürlich bedauerlich. I d R weiß man aber im voraus, was bei bestimmten Gegnern auf einen zukommt, insbesondere wenn es sich um nicht Deutsch-sprachige "Unterstützung" von außen handelt. Dann sollte man im voraus seine Kids entsprechend informieren und darauf vorbereiten.


    Am Schlimmsten finde ich, wenn Zuschauer den Schiedsrichter kritisieren, insbesondere wenn es sich bei den Referees um Väter oder Jugendliche handelt, die sich ohne spezielle Vorkenntnisse freundlicherweise bereit erklärt haben zu pfeifen, weil sonst einfach kein anderer Schiedsrichter da ist (insbesondere E und D Jugendspiele).

    Wir sind mit einem 1-4-1 in der F-2 Jugend gestartet und haben dann in der F1 auf 2-3-1 umgestellt.


    Philosophie des 1-4-1 war, zumindest den Mittelfeldspielern ein "alle greifen an und alle verteidigen" zu vermitteln. Nachteil war, dass sich die 4 Mittelfeldspieler gegenseitig auf den Füßen standen und Knäuelfußball praktiziert haben.


    Um offensiv mehr Platz zu schaffen und das Knäuel aufzulösen, haben wir dann auf 2-3-1 umgestellt. Maßgabe an die Verteidiger war aber, dass offensiv mindestens IMMER einer der beiden mit angreifen muss. Das hat auch bald funktioniert.


    Der Stürmer hatte in beiden Systemen immer auch die Aufgabe, mit zu verteidigen, allerdings nur innerhalb der gegnerischen Hälfte. Außerdem haben wir nach der Devise "möglichst vorne in der gegnerischen Hälfte verteidigen" gespielt, Das hat dazu geführt, das alle Positionen viel 1:1 Situationen zu bewältigen hatten.

    Ich halte das - gelinde gesagt - für kontraproduktiv


    Für die Begabten gibt es das Sondertraining in den Stützpunkten oder NLZs, die für die Begabten-Förderung zuständig sind.


    In den Heimatvereinen sollte auch und besonders den sogenannten Hochbegabten neben der individuellen Ausbildung Teamgeist vorgelebt und soziale Kompetenz vermittelt werden. Sonderbehandlungen innerhalb des Vereins sind dieser Zielsetzung abträglich.


    Das allergrößte Problem sehe aber ich darin, dass endlose Diskussionen darüber entstehen, wer hochbegabt, begabt oder "nur" talentiert ist.


    Einzige messbare Größe ist die Anzahl der Kinder je Jahrgang im Verein. Wenn genügend Kinder vorhanden sind, Jahrgangs-spezifische Mannschaften zu bilden, sollte dies auch gemacht werden.

    Ich glaube so pauschal kann man das nicht sagen, man muss das etwas differenzierter betrachten.


    Ein schwächerer Spieler kann sich zumindest zeitweise dadurch verbessern wenn er in einer starken Mannschaft spielt, zT dadurch, dass er etwas von seinen Mitspielern lernt, zT dadurch, das er Mitspieler hat, die er gut anspielen kann zT dadurch, dass er von seinen Mitspielern gut in Szene gesetzt wird.

    Es gibt auch die Situation dass "Mitläufer", sobald bessere Spieler die Mannschaft verlassen haben, danach aufblühen, sich freier entfalten können und Verantwortung übernehmen.


    Gegen leichtere Gegner lassen sich viele Dinge Üben,

    Schwererer Gegner holen einen auf den Boden der Tatsachen zurück

    Nochmal zum Thema Absage:


    Im E/D Jugendalter haben viel Kinder kein WhatsApp, fast alle Eltern aber schon. Daher ist es für mich legitim, wenn die Absage durch die Eltern erfolgt.


    Darüber hinaus ist es nicht mein Job als Trainer, den Jungs allgemeines Verantwortungsgefühl beizubringen, dass ist Sache der Eltern. Wenn diese dann anstelle ihres Kindes absagen, ist dass deren Problem, nicht meines

    Besser geht's nicht!


    Ich habe auch schon öfter einzelne lobende Worte für den Gegner gefunden aber in der Deutlichkeit Konsequenz, dass ist vorbildlich!

    Ergänzend würde ich die Möglichkeit einräumen, dass besonders talentierte Spieler, die in altersgleichen Mannschaften unterfordert sind, in ältere Mannschaften -max. 2 Jahre- aufrücken können - wenn der Spieler dies selbst auch möchte und charkaterliche und körperliche Kompatibilität besteht (!). Sicherlich eher Einzel- als Regelfall, aber im Ausbildungssinne sollte eben auch jeder Spieler auf dem Level spielen, dass ihn ausreichend fordert.


    Nach Leistung anstatt nach Jahrgang aufzuteilen endet in der Regel katastrophal. Wie soll denn ein Spieler, der vom Leistungslevel D2 oder D3 spielen müsste in der nächsten Saison im jungen Jahrgang C-Jugend mitspielen - gerade wenn im Drop-Oit-Alter möglciherweise nur noch eine Mannschaft pro Jugend gestellt werden kann..?

    In jüngeren Jugenden kann ich jeden (!!!) Spieler an das Niveau seines Jahrganges heranführen. Sollte dies in irgendeinem Alter nicht mehr gelingen, wird dies auch nicht funktionieren, wenn der betreffende Spieler konstant in zu jungen Jahrgängen "mitgeschleift" wird. Es sei denn, irgendjemand empfindet es als befriedigende Lösung, nur jede zweite Saison Punktspiele spielen zu dürfen und sich permanent mit deutlich Jüngeren zu messen (wobei dann erwartbarerweise der eigene körperliche Vorteil für eine gute fußballerische Entwicklung zusätzlich hemmend wäre)....



    Genau diese Ausnahmen würde ich nicht zulassen und zwar aus 2 Gründen:


    1. Es öffnet Diskussionen Tür und Tor, wer ein besonders talentierter Spieler sein könnte


    2. Es schwächt das Jahrgangsteam, aus dem der besonders talentierte Spieler kommt

    Nach den Vorkommnissen in den letzten 3 Jahren bei uns im Verein , in dem durch inkonsequentes Verhalten der JL letztendlich 3 Jahrgänge ruiniert wurden, habe ich nun eine radikale Haltung:


    1. Wenn ein Verein genug Spieler hat, werden 2 Alters-reine Teams für ein D/C/B/A Jugend gebildet. Ausnahmen gibt es nicht.


    2. Wenn nicht genug Spieler für 2 Teams vorhanden sind, wird nur ein Team gebildet. Falls dann bspw eine C-Jugend viel weniger Kinder hat wie die D-Jugend, können entsprechend Spieler des älteren Jahrgangs aufrücken.

    Bzgl der Mannschaftsaufteilungen gibt es für mich aus Vereinssicht 3 Möglichkeiten:


    1. Man teilt strikt nach Leistung ein

    2. Man teilt solange wie möglich strikt nach Jahrgängen ein

    3. Man geht auf die Wünsche der Spieler ein


    Es gibt gute Pro/Contra Argumente für alle 3 Optionen, wichtig ist, dass der Verein eine klare langfristige Strategie hat und diese auch offen kommuniziert. Mischformen aus den 3 genannten Optionen sind kontra-produktiv und führen zu unnötigem Streit und Diskussionen.

    In diesem und anderen Blogs wird immer wieder der Begriff "Verein im Verein" verwendet und negativ besetzt.


    Man kann das auch anders sehen. Für mich ist es positiv, wenn ein Trainer dazu in der Lage ist, in seiner Mannschaft einschließlich den dazugehörigen Eltern ein Gemeinschaftsgefühl samt Teamgeist zu erzeugen. Weder Eltern noch Kinder sind zunächst mit dem Verein verbunden. Über eine Mannschaft, mit der man ein Gemeinschaftserlebnis erfährt, wird langfristig aber durchaus auch eine Identifikation mit dem gesamten Verein erzielt.


    Eine Mannschaftseinteilung einzig und allein aus Sicht des Gesamtvereins führt dagegen zu einer Abwertung der in den Mannschaften gewachsenen sozialen Beziehungen. Die Konsequenz ist, dass es für das einzelne Kind völlig egal ist, bei welchem Verein es spielt. Wechsel zu anderen Vereinen sind die logische Konsequenz.

    Nach meiner Erfahrung scheint bei diesem Thema der Übergang von der E Jugend (7:7) zur D-Jugend besonders problematisch zu sein, insbesondere auch deshalb weil viele Vereine ab der D-Jugend Spielgemeinschaften eingehen (müssen). Bei fast allen unseren Nachbarvereinen gab es dieses Jahr Probleme und auch bei uns ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte.


    Unser Team (ein Jahrgang) war letzte Saison als E1 recht erfolgreich. Gerne hätte ich das Team als D2 zusammengehalten. Für die neue Saison haben wir einen genügend großen Kader, um 2 Teams melden zu können. In einer Trainersitzung wurde zunächst einvernehmlich beschlossen, zwei "Jahrgangs-reine" Teams zu bilden. Dann erklärt plötzlich der D1 Trainer, dass unser Spielmacher nächste Saison D1 spielt, weil er und sein Sohn mit der Familie des Kindes befreundet sind. Zähneknirschend habe ich zugestimmt, habe dann aber noch mit dem Jungen geredet, ob er wechseln will, und er war plötzlich so verstockt, dass er dies nicht in einem ganzen vollständigen Satz beantworten konnte. Einen Tag nach einem wichtigen Turnier ruft mich der Vater des Torjägers an und teilt mir mit, dass sein Sohn persönlich Probleme mit meinem zukünftigen Co-Trainer hätte. Wir haben uns darauf verständigt, ein gemeinsames tri-laterales Gespräch zu führen. 2 Tage später erhalte ich über Umwege die Einladung des D1 Trainers für die neue Saison, in der er seinen Kader benennt. Die Liste enthält außer meinem Spielmacherauch den Torjäger und einen weiteren Spieler aus meinem Kader, ohne dass der Wechsel dieser beiden mit mir abgesprochen war.


    Nachdem die Wechsel bekannt wurden, meldet sich die Mutter meines talentertesten Spielers und bittet darum, dass er auch wechseln darf. Da er Leistungs-mäßig im Vergleich mit den 3 Anderen diesen "Aufstieg" absolut verdient hat, habe ich das unterstützt. Das Konzept der Jahrgangsmannschaft war damit ad acta gelegt. Glücklicherweise wollen sowohl unser Kapitän als auch mein Sohn, die Leistungs-mäßig ebenfalls locker D1 spielen könnten, lieber in der D2 weiterspielen, auch wenn es in dieser Rumpfmannschaft ihrer Entwicklung nicht unbedingt dienlich ist.


    Damit nicht genug: Mein neuer Co-Trainer (von einem kleineren Verein mit dem wir eine SG bilden, 90%der Spieler kommen aber von uns) stieß beim Rest der Mannschaft und den Eltern sofort auf Ablehnung, zum Teil zurecht, zum Teil verursacht durch Sticheleien des ehemaligen Torjägers bzw seines Vaters. Jetzt hat er hingeschmissen und ich habe weder einen Co-Trainer noch eine Konkurrenz-fähige D2-Jugend.


    Ich bin Realist, so ist es eben in Fußballvereinen, aber Spaß macht das momentan keinen mehr.