Beiträge von EnterTrainer

    Hallo Chris,


    ich glaube man muss da differenzieren:


    Kinder bzw Eltern, die in einen Verein kommen, kennen Fußball mit 2 Toren und Torwart. Dass sie zunächst enttäuscht sind, wenn sie Funino spielen müssen ist m.E. logisch.

    Gedankenexperiment: Eine Kleinstadt, 2 Vereine mit gleich guter Reputation, eine davon im Funino-Modus, die andere lässt zumindest ab der F 7:7 spielen. Welchen Verein werden die meisten Eltern wohl wählen?


    Allerdings stimme ich Dir absolut zu, dass man Kinder (und bis zu einem gewissen Grad auch die Eltern) stark beeinflussen kann. Ich kann auch nachvollziehen, dass pädagogisch gute Trainer die Kinder dahin bringen, dass sie gerne Funino auch als Wettkampf spielen und daran große Freude haben.


    Etwas anderes ist die Frage, was "kindgerecht" ist, bzw was den Kindern gerecht wird. Funino kann dabei viele, aber nicht alle Bedürfnisse bedienen. Für mich ist ein 7:7 ab der F mindestens genauso Kind-gerecht wie Funino, weil es eben nicht eine optimierte Ausbildung, sondern den Spaß am Teamsport im Vordergrund steht.


    Was das Stufenmodell von Lochmann angeht: Er hat es im anderen Thread in seinen Antworten auf meine Fragen selbst zugegeben, dass im Bezug auf viele Parameter wie Mannschaftsstärke etc bisher keine Korrelation mit psychomotorischen Parametern wissenschaftlich beschrieben wurde, und dass die meisten vorgeschlagen Parameter einfach willkürlich festgelegt wurden. Für mich persönlich ist die Verquickung der tatsächlich erhobenen wissenschaftlichen Daten mit den daraus abgeleiteten Empfehlungen zumindest Kritik-würdig.

    Ich glaube es macht wenig Sinn, die Bemerkungen zu meiner Auflistung der contra Funino Argumente zu kommentieren, die Argumente pro/contra sind ausgetauscht, ein paar Anmerkungen habe ich aber doch noch.


    1. Die weitere Diskussion muss differenzieren zwischen Bambini, F- und E-Jugend, zumindest komme ich für alle 3 Altersstufen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.


    2. Letztendlich hängt die Einschätzung pro/contra Funino sehr stark von der Philosophie des einzelnen Trainers ab:

    Wenn ich als Trainer das Spiel als Fortsetzung des Training ansehe, lautet die Konsequenz: Funino. Wenn ich als Trainer aber die gemeinsame Freude am Fußball in den Vordergrund stelle, dann spiele ich lieber 7:7 (Die Beantwortung der Frage, was im Vordergrund stehen sollte, kann sich natürlich auch abhängig von der Altersstufe ändern)


    3. Trainer E:

    Der Begriff "betreutes Kicken" beschreibt mein initiales Verständnis als Trainer übrigens sehr gut (KEINE IRONIE). Genau so habe ich meine Rolle in den ersten Jahren verstanden. Ich hatte NULL Erfahrung als Trainer und habe wie wohl viele andere den Job nur gemacht, damit überhaupt eine Mannschaft des Jahrgangs meines Sohnes weiter existiert. Nach und nach habe ich mich dann informiert, wie man Training altersgerecht gestalten kann. Hätte mir damals jemand gesagt: Du setzt jetzt unser 50-Seiten Konzept um und darfst erst antreten, wenn du "Spielintelligenz im Fußball" auswendig kannst - Ich hätte es NICHT gemacht!



     


    Solche Aussagen finde ich in einer Diskussion nicht gerade zielführend. Natürlich sind die Funino -Anhänger- von der Sache überzeugt. Ich ja auch. die -nicht anhänger- doch auch von Ihrem Standpunkt .Warum sollte man sich da nicht wiederholen, oder etwas nochmals ausführen?!?

    Hat er denke ich. Und ist für sich zu einem Schluß gekommen, der nicht zwingend Deiner ist.

    eben:

    ich finde jetzt auch keine wirklichen Vorteile. m.e. hat er recht:/...

    Eigentlich wollte ich Niemandem durch Wiederholungen auf die Nerven gehen, aber wenn Trainer E meint, dass eine Wiederholung der Contra-Funino Argumente zum gegenwärtigen Zeitpunkt Sinn machen könnte, will ich diese gerne nochmal zusammenfassen.

    Die Pro-Funino Argumente sind bekannt. Die folgenden Argumente beziehen sich ausschließlich auf Funino als Wettkampfform, nicht auf Funino im Trainingsbetrieb.

    A) Ziele des KIFU

    - KIFU ist Breitensport. Der Wunsch des Spitzensports nach möglichst technisch perfekt ausgebildeten Spielern sollte bzw darf bei der Organisation des Breitensports keine Rolle spielen.

    - Für viele, wenn nicht die meisten Kinder, Eltern und Trainer steht die Freude am „klassischen“ Fußball im Vordergrund, die fußballerische Ausbildung ist zunächst zweitrangig

    B) Erwartungen:

    - Viele, wenn nicht die meisten Kinder, die in einen Verein kommen, wollen klassischen Fußball mit je einem Tor und Torwart auf jeder Seite spielen. Wenn die Vereine dass nicht anbieten, kommen womöglich weniger Kinder in die Vereine.

    - Auch die Erwartungshaltung vieler, wenn nicht der meisten Eltern ist auf den klassischen Fußball ausgerichtet. Wiederum besteht die Gefahr, dass die Eltern ihre Kinder gar nicht erst in die Vereine schicken.

    - Der gute alte Straßenfußball, also das, was Kinder von sich aus spielen, hat immer 2 Tore und meist auch einen Torwart („letzter Mann macht Hand“

    - Kinder und Eltern müssen deshalb umerzogen werden, wenn man Funino spielen will. Das gelingt möglicherweise nicht bei allen.

    C) Betreuung

    - Funino-Wettkämpfe erfordern einen erhöhten Aufbau-Aufwand und Organisationsbedarf

    - Funino Wettkämpfe erfordern einen erhöhten Betreuungsbedarf durch die Eltern oder durch zusätzliche Trainer

    - Funino ist zu komplex und zu regulierend für unerfahrene Vatertrainer. Damit vermindert sich die Chance, neue Trainer aus den Reihen der Elternschaft zu rekrutieren.

    D) Psycho-motorische Voraussetzungen

    - Ab der F-Jugend sind die-psycho-motorischen Voraussetzungen für ein 5:5 ggf auf verkleinerte Tore gegeben

    - Ab der E-Jugend sind die psycho-motorischen Voraussetzungen für ein 7:7 gegeben

    E) Ausbildung

    - Klassisches Kleinfeld ermöglicht eine intensivere Torwartpraxis

    - Klassisches Kleinfeld ermöglicht eine intensivere Schusspraxis

    - Klassisches Kleinfeld ermöglicht erste gruppenspezifische Taktikerfahrungen (Differenzierung in Abwehr-Mittelfeld-Angriff), insbesondere bei Rotation

    F) Mannschaftsgefüge

    - Teambildung wird durch Funino erschwert, weil eine Mannschaft mehrere Sub-Teams bildet. (Eine Fußballmannschaft ist etwas anderes als ein Leichtathletikteam, wo jeder für sich kämpft)

    - Identitätsstiftende gemeinschaftliche Erfolgserlebnisse sind im Funino nicht möglich

    - Gleiche Einsatzzeiten hängen letztendlich immer vom Trainer ab. Auch bei Funino-Turnieren kann es vorkommen, das die Anzahl der zu meldenden Teams begrenzt ist und nicht alle teilnehmen können. Umgekehrt werden die meisten Trainer im klassischen Fußball ebenfalls für eine gerechte Verteilung von Einsatzzeiten sorgen

    - Schwächer entwickelte Kinder leiden nicht darunter, wenn sie weniger Ballkontakte haben, sondern freuen sich teilweise, Teil einer Mannschaft zu sein und ihren Teil beitragen zu können.

    - Die Differenzierung im Funino führt automatisch auch zu Selektionierung, bei der noch nicht soweit entwickelte Spieler als zunächst automatisch als schlechter identifiziert werden.

    - Die Leistungslücke zwischen Fortgeschrittenen und Anfängern wird durch Funino nicht geschlossen. 7:7 ermöglicht Schwächeren dagegen, auch mal mit wesentlich Stärkeren zusammen zu spielen und davon zu profitieren.


    Wie gesagt, ich habe mich hier bewußt auf die Contra-Argumente beschränkt. Man kann nun Vor- und Nachteile von Funino unterschiedlich gegeneinander wichten, man sollte aber nicht behaupten, dass es keine substantiellen Argumente für die Beibehaltung des klassischen KIFU gibt, insbesondere dann, wenn man nicht alleine die Qualität der individuellen fußballerischen Ausbildung berücksichtigt.

    Erstmal hat das aus meiner Sicht mit Rotation gar nichts zu tun, sondern mit dem Teamgeist, der in dem Team herrscht. Im Gegenteil, bei Rotation würde in dem Fall der Spruch kommen: "Den hätte ich mit dem Kleinen Finger gehalten"


    Zweitens kommt so etwas immer wieder vor und ich kann so etwas als Trainer nie ganz verhindern, traurig, aber wahr. Drittens muss der Trainer Alles, ab er auch Alles tun, damit so etwas nicht nochmal vorkommt. Derartige Sprüche erfordern sofortigen Widerspruch und im Wiederholungsfall Sanktionen.

    Für mich ist das Thema ganz einfach. Man braucht doch nur den normalen Menschenverstand einschalten. Kleine Kinder können komplexe Sachen noch nicht so richtig verstehen wie Jugendliche/Erwachsene. Überall im Leben läuft es doch so, dass man sich vom Einfachen zum Komplexen langsam steigert. Ich verstehe einfach nicht, warum das nur nucht im deutschen Fußball so ist.


    Für mich gibt es zu den vorgeschlagenen Neuerungen von Prof. Lochmann keine Alternativen. Punkt.

    …...

    PS: es wurde schon in mehreren Threads nach den Vorteilen von 7 gg. 7 ggü. FUNino gefragt. Genannt wurden m.E. genau Null.

    Zum Glück gibt es sehr wohl Alternativen, die ebenfalls mindestens so Kind-gerecht sind.


    Lies mal die Threads ohne Voreingenommenheit und vielleicht kannst Du dann akzeptieren, dass man den KIFU nicht allein ausschließlich unter dem Aspekt einer optimalen individuellen Ausbildung betrachten sollte....

    Ich werde mich hier nicht nochmal wiederholen.

    Die beschriebene Situation ist natürlich erstmal rein fiktiv und leicht überspitzt formuliert, sollte aber jemanden, der andere als "Funino-Jünger" betitelt und selbst nicht mit Übertreibungen geizt, um seinen Standpunkt vertreten zu können, kalt lassen und basiert ausschließlich auf deinen Schilderungen, was Kindern wichtiger sei.

    Den Audruck "Funino Jünger" nehme ich mit bedauern zurück und ersetze ihn durch "Funino Anhänger§

    Ok,

    übersetzt heißt das für mich als einfach denkender Mensch:


    - es gibt keine wissenschaftlichen Grundlagen, die eine Korrelation der alterspezifischen psycho-physischen Fähigkeiten mit den Parametern Teamgröße, Spielfeldgröße, Spielfeldgröße etc herstellen.


    - ein 7:7 für die F-Jugend ist deshalb genau so willkürlich ausgewählt wie ein 5:5 oder ein 9:9.


    - Die von Ihnen vorgeschlagenen tiefgreifenden Änderungen kommen daher meiner persönlichen Meinung nach eindeutig zu früh!

    Hallo Herr Lochmann,


    dass es individuell große Unterschiede im Entwicklungsstand gibt ist ja unbestritten.


    Gestatten Sie mir aber bitte eine Nachfrage:


    Die von Ihnen vorgeschlagene vertikale Periodisierung beruht dann also im Wesentlichen auf der Zielsetzung, möglichst lange möglichst kleine Teams zu bilden, um möglichst viel Ballkontakte zu sichern.

    Es gibt aber (noch?) keine systematische Korrelation der altersgemäßen psycho-physischen Paramter mit den vorgeschlagen Parametern wie Teamgröße, Mannschaftsgröße, etc?


    Wäre das nicht eine wichtige wissenschaftliche Fragestellung?

    Hallo Herr Lochmann,


    vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten, die ich sehr zu schätzen weiß, obwohl ich letztendlich eine andere Philosophie vom KIFU habe.


    Ich erlaube mir dennoch eine weitere ausführliche Frage, die mich wirklich umtreibt und die m.E eine fundamentale Bedeutung hat:


    In Tabelle 1 ihrer Publikation wird die vertikale Periodisierung dargestellt, das Prinzip habe ich verstanden. Meine Frage ist aber: Was sind die Grundlagen für die vorgenommene Skalierung der Zuordnung bestimmter Wettbewerbsformen zum jeweiligen Alter. Sie sprechen in ihrem Paper von dem psycho-physischen Entwicklungsgang des Menschen. Das ist qualitativ nachvollziehbar, aber wie kommt es zu den tatsächlichen Vorschlägen? Warum sind 5 Spieler pro Team die richtige Anzahl für eine U10/U11, aber nicht auch noch für eine U13? Oder warum nicht schon für eine U8/U9? Individuelle Entwicklungsunterschiede können wir bei der Betrachtung mal Außen vor lassen.


    Gibt zur Altersabhängigkeit der psycho-physischen Grundlagen im Bezug auf Teamgrößen etc wissenschaftliche Untersuchungen?


    Wenn ja, würden mich entsprechende Publikationen sehr interessieren. Natürlich kann ich dsbzgl keine wissenschaftlichen Untersuchungen beisteuern, aber meine persönliche Beobachtung/Meinung ist Folgende:


    - Bambini haben keine hinreichenden Voraussetzungen jenseits eines 3:3

    - F-Jugend Kinder haben mE hinreichende Voraussetzungen für ein 4+1 : 4+1

    - E-Jugend Kinder haben hinreichende Voraussetzungen für ein klassisches 7:7


    Gibt es Daten, die diesem Eindruck widersprechen?


    Vielen Dank vorab für Ihre Antwort

    ......Hinzu kommen abstruse Behauptungen, die eine sachliche Diskussion unmöglich machen...……...

    Eine vertiefende Diskussion ist so nur schwer zu leisten. Funino als Grund für Drop-Out? Wie hoch ist die momentane Drop-Out Quote nochmal? Wie lange ist Funino davon verpflichtend für die F-Jugend(!) verpflichtend gewesen? Was, Drop-Out mit 7er Fußball, wo das Zuschauen den Kindern so viel Spaß macht, sie keine Minute spielen, dafür aber einen Pokal gewinnen? Aber das wollen die Kinder ja. Selbst spielen und den Pokal dadurch nicht gewinnen, das will doch kein Kind.


    Ich stelle mir EnterTrainer

    EnterTrainer

    Mit solchen Statements diskreditierst Du Deine eigenen Beiträge selber.

    Aber man weiß ja aus einem anderen Thread, dass Andersdenkende für dich explizit "Vollidioten" sind.


    Ich werde deine Beiträge in Zukunft nicht mehr zur Kenntnis nehmen.

    Lieber let1612,


    vielen Dank für Dein Statement, ich sehe auch, das wir vielleicht gar nicht so weit auseinander liegen, wie es scheint.

    Ich habe in der Tat hier viel im Forum gelernt und meine Haltung in einigen Punkten revidieren müssen.
    In Diskussionen übertreibe ich manchmal gern, aber ich versuche immer konstruktiv zu argumentieren und fair zu bleiben.


    Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen, wäre meine gegenwärtige Idealvorstellung folgende:


    Bambini: Funino in Festivalform


    F-Jugend: Ligabetrieb im 4+1 auf 2 Tore (Handballgröße?)-Modus, ggf mit Wechselpflicht. Wechselpflicht kann dann umgangen werden, wenn am Spieltag von beiden Vereinen zeitgleich parallel 2 weitere 4+1 F-Jugend Teams gegeneinander antreten.


    E-Jugend: 6+1 klassisch auf Kleinfeld. Die Lösung des bfv, nur in der E1 1 Jahr auf das Kleinfeld zu spielen, bevor es in der D-Jugend aufs verkleinerte Großfeld geht, halte ich für nicht gut.


    Ich denke, dass ein derartiger Kompromiss auch den vermeintlichen Betonköpfen im konservativen Lager vermittelt werden könnte.

    -Definitiv als zu allererst die Kinder, die beschweren sich bei mir schon über zu viel Funino im Training.-

    Dann lass es doch bitte. Du bist funino gegner, deine kinder ergo auch. Du bist dienstleister der Eltern anscheinend auch derer mit weniger Spielzeit, da die akzeptieren das die anderen -besseren- mehr förderung verdient haben.( komische Einstellung m.e.)Akzeptiere aber bitte das es Menschen gibt die es schaffen das ihre kids funino lieben. Das sind -für mich- eher die dienstleister der kinder. Meine kids wollten in der f kein abschlussspiel mehr. Nur noch -das auf die 4 tore- ... die eltern waren übrigens auch skeptisch. Ich wollte hier nichts mehr ausserhalb der Beantwortung von matthias Lochmann schreiben. Aber sorry manches nervt mich wirklich. Lass es doch bleiben und fertig.

    Ich kann mit Deinem polarisierendem Statement nichts anfangen:


    Ich bin gegen Funino als Wettbewerb jenseits der Bambini, erlaube mir aber, es im Training anzuwenden. Wieviel Kinder sind zu Euch in den Verein gekommen, weil sie im Wettbewerb Funino spielen wollten? Natürlich kann man es schaffen, dass alle mit ausschließlich Funino klarkommen, wenn man nix Anderes anbietet, aber dazu müssen Kinder bzw Eltern umerzogen werden. Warum soll ich mich an so einer Umerziehung (...schaffen, das ihre Kids Funino lieben"...) beteilgen? Dass bei mir ausschließlich die Besseren gefördert werden, nur weil wir nicht im Funino Modus spielen, ist eine Unterstellung, die einfach nicht stimmt. Über die Saison verteilt erhalten alle Kinder bei mir mithilfe von Spielen jenseits der Liga und mithilfe einer Teilnahme an weniger stark besetzten Turnieren annähernd gleiche Spielzeit.


    "Aber sorry manches nervt mich wirklich. Lass es doch bleiben und fertig."


    Soll ich das als Maulkorb verstehen? Wenn dem so ist, dann höre ich auf, hier zu posten, aber dann sollten sich die Funino-Jünger nicht wundern, wenn aufgrund derartiger Methoden, nämlich der Verweigerung einer kritischen Auseinandersetzung Funino keine breite Akzeptanz finden wird.

    EnterTrainer & Fechter , ich bin zwar nicht Matthias Lochmann aber um deine Fragen zu Beantworten reichen einige Jahre im KIFU aus bzw. sind sie schon philosophischer Natur die nie 100% korrekt beantwortet werden können...


    1. Schließt das eine das andere aus? Wenn ich schon dem Aufwand betreibe 2 oder 3 mal die Woche zum Fußball zu gehen kann ich ja was sinnvolles draus machen, oder? Münze die frage auf alles andere (Schule, Beruf, weitere Sportarten und Hobbys) um und du wirst sehen das sei komplett Sinn frei ist. Wenn das der Anspruch ist wäre es einfacher und billiger sich auf einer Wiese zu treffen und die Kids herumtollen lassen.
    2. was spricht dagegen den Spaß herzunehmen um das Maximum aus den Kinder herauszuholen? Möchte sehen wenn du im KIGA so eine Antwort bekommst wie zb. "Es werden nur diejenigen gefordert und gefördert die sich auch aufdrängen und die ruhigen und stillen können sich ja mit den andern mitfreuen wenn sie möchten..."
    3. Dann bist du fehl am Platz, du hast eine gewisse Verantwortung übernommen und wenn du nicht bereit bist dieser gerecht zu werden ist es nicht das richtige. Gegenfrage, was machst wenn der Freiwillige Feuerwehrmann beim Hausbrand auf einmal zu dir sagt "Eigentlich habe ich keine Ambitionen Brände zu löschen, ich höre viel lieber das Folgetonhorn, mir gefällt das Blaulicht und ich finde es geil die Uniform zu tragen"
    4. Wer fordert es wirklich Eltern, Trainer oder Kinder?
    5. Jeder spielt gegen Gleichgesinnte und ist nicht hoffnungslos über- oder unterfordert.
    6. Ist ein 3er, 4er oder 5er Team keine Mannschaft? Was spricht dagegen ein U8 Team aus 20 Kinder bei 6+1, in zwei U8 Teams zu je 10 Kindern bei 4+1 zu teilen außer das die 20 Kinder in 2 Teams alle auf die gleiche Spielzeit kommen bei gerechtem Wechsel im Vergleich zu 20 Kinder beim 6+1. Die zwei 10er Teams bei 4+1 sind mehr Team als die 20 Kinder in einem Team bei 6+, spreche aus Erfahrung.
    7. Wieder aus der Erfahrung gesprochen weil wir es wie im punkt 6 machen. Ja es freuen sich alle mit, auch das zweite 8er Team kommt sogar mit Trommeln zum Supporten ohne je eine Minute gespielt zu haben und feiert dann genauso mit dem Team das gespielt hat.
    8. Verallgemeinert kann man das sicher nicht mit JA beantworten, jedoch gibt es zu jeden Topf einen Deckel. Steht immer in Relation wie ambitioniert ein Verein ist.

    So richtig überzeugen mich diese Kommentare nicht, da sie praktisch nicht auf meine Fragen eingehen.


    1. Beim Fußball geht es eben nicht darum, etwas Sinnvolles zu machen. Freude steht an erster Stelle. Das hat mit sinnvoll nix zu tun und ist deshalb schon gar nicht mit Schule oder Beruf vergleichbar


    2. Zum Glück müssen wir aus den Kindern gar nichts herausholen; wenn jemand ein Kind nicht immer gleiche Anteile im Spiel hat, heißt das nicht, dass es nicht an anderer Stelle (Freundschaftsspiele, Einzeltraining...) gefördert wird


    3. Meine Kinder und Eltern würden nicht unterschreiben, dass ich fehl am Platz bin. Freude am Spiel als oberste Zielsetzung ist legitim, es gibt keine Brände, die zum Wohl der Allgemeinheit/des Vereins gelöscht werden müssen.


    4. Definitiv als zu allererst die Kinder, die beschweren sich bei mir schon über zu viel Funino im Training.


    5. Wiederum keine Antwort auf meine Frage. Meine Gegenthese lautet: Spielen zusammen mit Besseren oder Schlechteren aus der eigenen Mannschaft ist förderlich für verschiedene Aspekte der fußballerischen Entwicklung


    6. Hier gebe ich Dir zum Teil recht: Über Alters-angepasste Mannschaftsgrößen kann man reden


    7. Es ist eben bei Fußball etwas Anderes als, wenn sich ein gesamtes Leichtathletik Team auf der Tribüne über eine Einzelmedallie im Marathon freut.


    8. Was denn nun? Das Topf/Deckel Zitat versehe ich nicht

    Drei Anschlußfragen:


    6. Ist es nicht ein wunderbares Erlebnis für eine Mannschaft, wenn sie einmal ZUSAMMEN die goldene Ananas gewinnt?


    7. Haben sie einmal miterlebt, dass im Falle des Gewinns der Ananas sich das gesamte Team freut, auch die, die an dem Turnier vielleicht nicht aufgestellt waren oder nur unterdurchschnittliche Einsatzzeiten hatten?


    8. Ist es gerecht, wenn bspw in einer U10 Mannschaft die Kinder, die bereits 3 Jahre spielen, nur gleiche Einsatzzeiten bekommen wir Kinder, die erst seit ein paar Wochen zur Mannschaft dazugestoßen sind?

    Hallo Herr Professor Lochmann,


    ich habe mich dsbzgl wohl nicht deutlich genug ausgedrückt. Deswegen habe ich einige Anschlußfragen:


    1. Können Sie nachvollziehen, dass es für einen breiten Teil der Kinder, Eltern und auch der "Zufallstrainer", die zu kleineren Vereinen kommen, nicht um eine optimale Ausbildung, sondern primär um die Vermittlung von Freude am Fußballspiel geht?

    (Ich will das nicht verallgemeinern, aber das ist zumindest in meinem Umfeld meine persönliche Erfahrung)


    2. Können Sie nachvollziehen, wenn Kinder, die vielleicht nicht so viele Ballkontakte wie andere haben, denn dennoch unglaublich viel Spaß am Fußball spielen haben, weil sie Teil eines Teams (und nicht mehrerer Dreier/Vierer Teams) sind, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Erfolg des Teams beigetragen haben?


    3. Können Sie nachvollziehen, dass ich als Trainer keine überspannten Ambitionen bzgl Ausbildung der Kinder habe, deshalb dem Wunsch von Kindern und Eltern gerne entspreche und Fußball mit Torwart auf jeweils ein Tor spielen lasse?


    4. Ist es wirklich Kind-gerecht, Kindern, die "klassisch" Fußball spielen wollen, das Fußballspiel absichtlich vorzuenthalten?#


    5. Im Champions League Modus wird zunächst selektioniert. Durch welche Maßnahmen wird die Lücke zwischen entwickelten Kindern und weniger entwickelten Kindern geschlossen?

    Sehr geehrter Herr Professor Lochmann:


    1. Darf man Sie darum bitten, als Grundlage einer Fakten-basierten Diskussion klarzustellen, dass es sich bei den Richtlinien des bfv um ein optionales Angebot an die Vereine handelt?


    2. Ist für Sie die Strategie des bfv richtig, Funino und 7:7 parallel anzubieten, um damit mittelfristig eine breite Akzeptanz in den Vereinen zu erzielen, oder sollte Funino zwangsweise eingeführt werden?


    3. Wie bewerten Sie die Kommunikationspolitik des bfv und deren Verknüpfung mit kommerziellen Interessen im Hinblick auf die Akzeptanz von Funino?


    4. Können Sie ausschließen, dass es eine signifikante Anzahl von Kindern (sowie Eltern und Trainer) gibt, die an Funino kein Interesse haben sondern, Fußball auf 2 Tore mir Torwart spielen wollen, die deshalb gar nicht erst in einen Verein, der Funino praktiziert, eintreten und somit dem organisierten Fußball verloren gehen? Können wir auf diesen Teil der Kinder verzichten?


    5. Falls Funino mittelfristig keine Akzeptanz bei der Mehrheit der Vereine findet, wären Sie als Verfechter bereit, die vorliegenden Konzepte so abzuändern, dass langfristig eine Konsens-fähiges fotschrittliches Wettbewerbsmodell etabliert werden kann?


     

    Nenne es meinetwegen wie du willst. Diese Rechte müssen im Verein fest verankert sein und deren Einhaltung kontrolliert werden. Ggf. sogar von den Verbänden bzw. dem Dfb. Möglich wäre bspw. ein Prüfsiegel, welches ausgestellt wird bei:

    • Besitz und Einhaltung eines (kindgerechten) Konzeptes
    • Vorhandensein einer Anlaufstelle für Kinderschutz
    • eine gewisse Infrastruktur

    Erhält der Verein dieses Siegel, erhält er damit unabhängig der Seniorenteams und Ligenzugehörigkeit Fördergelder. Denkbar wäre eine Abstufung (1 bis 3 Sterne), je mehr Kriterien erfüllt werden, desto höher die fließenden Gelder, wobei die oberen Punkte mindestens zutreffen müssen. Vereine können sich freiwillig dafür anmelden.


    Es wäre eine Möglichkeit, es allen recht zu machen. Ein Verein, der sich entwickeln möchten und dafür auch mal neue Wege geht, wird gefördert. Der Nachbarverein, der gern alles beim alten lässt, muss sich nicht für dieses Programm anmelden und kann seine Linie weiterfahren. Ich habe da einen Verdacht, wo die Eltern ihre Kinder womöglich anmelden werden und leichter Trainer finden wird und welcher Verein in ein paar Jahren, zumindest die Fußballsparte, dichtmachen muss.

    Im Prinzip finde ich das eine sehr gute Idee.

    Was kindgerecht ist, darüber wird natürlich gestritten werden....

    Als weiteres Kriterium würde ich festlegen:

    - Minimalausbildung aller Trainer und Betreuer (zBsp 2 Halbtage analog dem DFB Mobil)


    Problematische sehe ich aber die Finanzierung:

    - Wo soll das Geld herkommen?

    - Wird durch die Fördergelder nicht die Kluft zwischen "guten" und "schlechten" Vereinen immer größer?


    Alternativ würde ich eine Finanzierung über erhöhte Mitgliedsbeiträge in Erwägung ziehen, denn Kinder, die in zertifizierten Vereinen ausgebildet werden, bekommen damit ja auch einen "Mehrwert"

    Ich möchte den Trainer sehen, der mithilfe welcher angeblich Kind-gerechter Methoden auch immer aus einer Leistungsmäßig heterogenen Bambini-Truppe eine Leistungsmäßig homogene C-Jugend ohne Drop Outs formen kann.

    Wieso ist es absurd, Kindern auch beim organisierten Fußballspielen Rechte einzuräumen?


    Ein Recht ist etwas was juristisch durchsetzbar ist. Wollen wir ein Gesetz, daß den Kindern das Recht auf ein abwechslungsreiches Training garantiert?

    Die genannten Dinge als Ziele sind ja Konsens, aber diese als "Recht" zu bezeichnen ist absurd.

    Damit wirst du leben müssen. Selbst werden abstruse Thesen aufgestellt und andere, die nicht ins eigene Weltbild passen, direkt als "nicht plausibel" abgestempelt. So geht es schon die ganze Zeit :)

    Der zitierte Artikel wurde bereits ausgiebig hier im Forum diskutiert, was hier nicht wiederholt werden muss.

    Kurz gesagt:

    - Zu 25 % ist bei Drop Outs der jeweils aktuelle Trainer schuld

    Bei der befragten Zielgruppe handelte es sich um Drop Outs ab E-Jugend oder älter

    Ein Beleg dafür, dass schlechte KIFU Trainer zu Drop Out im Jugendalter führen findet sich eben nicht

    (Fairerweise muss man sagen, dass diese Frage auch nicht der eigentliche Gegenstand der Studie war.)