Beiträge von EnterTrainer

    ……….

    Persönlich bleibe ich dabei: NIE WIEDER DEN EIGENEN SOHN ZU TRAINIEREN!

    Sportliche Grüße

    Ich sehe das etwas anders


    Einerseits gebe ich dir recht:

    - Der eigene Sohn wird vom Vater als Trainer nie soviel annehmen, wie andere Kinder das tun

    - Der eigene Sohn wir häufig bevorzugt oder benachteiligt, auf jeden Fall zumindest anders behandelt,


    ABER:

    Für mich war und ist es eine ganz besondere Erfahrung, mit meinem jüngeren Sohn ein gemeinsames Hobby so intensiv teilen zu können. Unsere Vater-Sohn Beziehung hat dadurch eine ganz spezielles Niveau erreicht. Man muss dabei aber aufpassen, dass die Vater-Kind Beziehung zu anderen Geschwistern nicht darunter leidet.

    EnterTrainer : was ist ein "richtiges" Spiel? Wenn ich mir die Richtlinien für Kleinfeldturniere im Erwachsenenbereich des BFV (§8) durchlese, ist ein "richtiges" Kleinfeldspiel von 5 gegen 5 bis 7 gegen 7.

    Sollte ein "richtiges" Fußballspiel 11 gegen 11 sein (habe ich z.B. früher auf E-Jugendtore mit Abseits in der E-Jugend und in der D-Jugend auf das Großfeld mit großen Toren gespielt), dann müssten heutzutage mehr Vereine bereits in der E-Jugend eine Spielgemeinschaft machen, weil sie nicht genügend Kinder haben. Und die Frage, ob wir heute mal 11 gegen 11 spielen können, habe ich von E-Jugendlichen bisher nicht gehört.

    Mir stellt sich auch die Frage, was im Erwachsenenbereich (Kleinfeld AH-Turniere; Freizeitturniere) am meisten auf Kleinfeld gespielt wird. Mein Gefühl tendiert zu 6 gegen 6 (5+1).

    Als ich meine Jungs in der G-Jugend trainierte, war anfangs ein "richtiges" Spiel übrigens schon, wenn sie in ihren Trikots gegen andere Mannschaften spielen durften (unabhängig von der Spieleranzahl).

    Was mich auch wundert, warum beschweren sich hier nicht viele D-Jugend Trainer, dass ihre Kinder 11 gegen 11 spielen wollen? 9 gegen 9 wird außer in der D-Jugend gar nicht mehr gespielt. Das ist somit eine eigene Sportart.


    Was ist ein richtiges Spiel im KIFU?

    Jetzt hast Du mich natürlich erwischt, ich wollte mich mit den " " um die Frage herummogeln, denn sie treibt mich seit Monaten um und ich habe keine ultimative Antwort, teile aber gerne meine Gedanken dazu:


    1. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten, die die Spielfeldgröße oder Torgröße mit der psychomotorischen Entwicklung der Kinder korrelieren, Prof Lochmann hat das in dem parallelen Thread selbst zugegeben. Die Angeben aus diversen Hochglanz-Propaganda-Folien kann man also getrost außer Acht lassen. Wir sind auf unsere - subjektiven - Beobachtungen angewiesen.


    2. Fußball ist für mich und viele andere immer ein Spiel zwischen 2 Toren mit jeweils einem Torwart drin. Alles Andere ist Training


    3. Das was ich in der G-Jugend bei 7:7 oder in der Halle bei 6:6 beides jeweils mit 5x2 Jugendtoren gesehen habe, hatte mit einem Fußballspiel wenig zu tun, denn die meisten Kids waren mit der gesamten Situation eindeutig überfordert. (Spaß hatten sie trotzdem). Funino als Wettbewerbsform mag hier eine vernünftige Alternative sein.


    4. In der F-Jugend waren die Spiele noch mit vielen Fehlern behaftet, aber nach meiner Beobachtung sind die Kinder sehr wohl in der Lage, das Spiel intellektuell zu verstehen und bewusst eigene Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie häufig falsch sind. Das Hauptproblem ist - noch - die Größe des Feldes: Alle greifen an - Alle verteidigen - ist beispielsweise nur schwer umzusetzen. Ein 5:5 wäre vielleicht besser, bei der Torgröße bin ich unschlüssig. Die Torhüter sind noch sehr klein, allerdings habe ich selten absichtliche Hochschuesse gesehen, bei denen die Torhüter keine Chance hatten. Die Breite von Handballtoren ist andererseits sehr klein, sodaß idR wenig Tore fallen.


    5. E-Jugend:

    Hier kann mE Alles so bleiben wie es ist, ich habe ab der E2 eine Fülle toller Fußballspiele miterleben dürfen.

    Funino oder auch Formino halte ich in dieser Altersstufe für Unsinn.


    6. D-Jugend:

    Hier habe ich noch keine eigene Trainer-Erfahrung und bisher wenig Spiele gesehen. Das wird sich kommende Saison ändern, denn mein Sohn und damit auch ich kommen in die D2...

    EnterTrainer : ich würde dir 2x wiedersprechen und einmal zustimmen

    - Rechtfertigungsdruck gegenüber den Vätern: dem sind Vatertrainer nicht gewachsen. Ich merke selbst, wie ich meine Vorgehensweise (gleiche Spielzeit; Training ohne E-Jugendtor; meistens nur FUNino; keine Spielzüge, Eckball, Einwurf usw.) immer wieder mit gestandenen Fußballvätern diskutieren muss. Mütter sind gar kein Problem und die Kinder bis auf wenige Ausnahmen (wer sind deren Vorbilder?) auch.

    - Betreuer sind kein Problem - und wahrscheinlich würden diesen Job auch mehr Mütter machen (sie müssen ja nur schauen, wann und wie lange gespielt wird) - ich traue mir auch zu eine Turnriege oder eine Badminton Mannschaft zu betreuen, aber coachen und trainieren könnte ich da gar nichts

    - reizvoller: ich habe noch nie beobachtet, dass auf einem Bolzplatz so lange gewartet wurde bis man 7 gegen 7 spielen konnte. Die Kinder spielen dort 2 gegen 2 bis 13 gegen 13. Wovon hängt es ab? Größe des Feldes, Anzahl der vorhandenen Bälle, Anzahl der vorhandenen Tore usw. Auch Hallenturniere finden die Kinder und Trainer reizvoll (5 gegen 5).

    Den Rechtfertigungsdruck spüre ich vor Allem gegenüber den Kindern, wenn wir im Training mal Funino in allen möglichen Varianten spielen

    Bzgl der Betreuung kommt es darauf an, man muss die Eltern aktiv dazu bringen , sich in das Turniergeschehen mit einzubringen. Das erfordert wieder weiteren Diskussions- und Überzeugungsbedarf. Die meisten sind doch froh, wenn sie sich vor, während und nach so einem Turnier um nix kümmern müssen.

    Bzgl Bolzplatz: Am schönsten war es doch immer, wenn genug Kinder da waren, damit man ein "richtiges" Spiel aufziehen konnte. Aber ich stimme zu, ein 5 gegen 5 auf 2 Handballtore wäre vermutlich auch draußen für eine G-Jugend und auch noch eine F-Jugend reizvoll. Was dagegen spricht, ist der zusätzliche Organisationsaufwand für Vereine und Trainer (neue Tore, neue Abmessungen für die Spielfelder, zu viele Kinder für eine Mannschaft etc) Für die E-Jugend-Jahrgänge ist m.E. ein 7:7 durchaus angemessen und Kind-gerecht

    Ich lasse prinzipiell nicht wählen, schon allein damit nicht immer die Gleichen zusammenspielen und ich immer mal wieder verschiedene Blöcke ausprobieren will. Außerdem tausche ich auch häufig noch während des Spiels, falls das Ergebnis zu einseitig wird, oder damit mal andere Gruppen zusammenspielen können.

    Weil es hier schon mal kurz angesprochen wurde möchte ich nochmal auf das Thema Funino und Zufalls-Papa-Trainer zu sprechen kommen:


    Zunächst einmal ist das eine gute Sache, wenn sich aufgrund von Trainermangel im Verein Väter finden, die sich aus idealistischen Gründen bereit erklären, den Job als Trainer der Mannschaft des Sohnes zu übernehmen, auch wenn sie dafür nicht hinreichend qualifiziert sind. Auch das viele nicht bereit sind, noch zusätzliche Zeit für Fortbildungen zu investieren, ist absolut verständlich. Das man dann natürlich Abstriche an der Qualität der Ausbildung machen muss, ist klar und sollte den Vätern nicht zum Vorwurf gemacht werden. Was diese Trainer aber mitbringen, ist Enthusiasmus und die Möglichkeit, den Kindern die Freude am Fußball zu vermitteln und zwar ohne den Versuch, zwanghaft irgendwelche vom Verband oder wem auch immer vorgegebenen Ausbildungsziele erreichen zu wollen? Diese Gruppe stellt zumindest bei uns im Kreis die überwiegende Mehrzahl aller KIFU Trainer, mit anderen Worten, sie ist das Rückgrat des deutschen Fußballs als Breitensport.


    Kann Funino als alleinige Wettkampfform dieser Trainergruppe helfen?

    Aus meiner Sicht: Nein, im Gegenteil.

    - es entsteht Rechtfertigungsdruck pro Funino gegenüber Kindern und Eltern

    - zusätzliche Betreuer werden bei Turnierteilnahmen mit mehr als einer Mannschaft benötigt

    - zumindest ab der F-Jugend ist es für Kinder und Trainer einfach reizvoller, 7:7 zu spielen


    Leider sehe ich nicht, dass diese Zufalls-Vater-Trainer in den Verbänden irgendeine Lobby besitzen, die ihre Belange vertritt. Und erst recht kann ich nicht erkennen, dass die Verbände sich darum bemühen, diesen Trainern ihre Arbeit zu erleichtern.


    P.S.:

    Meine persönliche Beobachtung ist übrigens, dass die klassischen Brülltrainer in der Regel keine "Papa-Trainer" sind, aber das ist vielleicht statistisch nicht signifikant....

    Ich empfinde das mittlerweile nicht mehr als ausreichend. Bei uns in der Stadt geht die athletische Tendenz der Kinder soweit in den Keller, dass man Sport eigentlich per Arzt verschreiben müsste. 3 mal Training sind gut um hier viel auszugleichen und man kann dann noch viel vielseitiger Trainieren. Für optimal halte ich eine zusätzliche Hallenzeit (draußen geht natürlich auch, jedoch nicht so viel) in der man Blockweise in verschiedenen Sportarten ist. z.B. : 6 Wochen Handball; 4 Wochen Volleyball, 6 Wochen Basketball, 4 Wochen Turnen, 8 Wochen Flagfootball usw..

    Natürlich muss auch hier das allgemeine Trainingskonzept stimmen und der Spaß im Vordergrund stehen.

    Das kann doch nicht ganz ernst gemeint sein...


    Haben Deine Kinder denn neben Fußball/Sport keine anderen Hobbies?

    Keine Freunde außerhalb der Mannschaft?


    Bei 3-4x Training die Woche brauchen wir uns über die Gründe für Drop Out ab der D-Jugend aufwärts nicht weiter unterhalten.

    Also bei mir hat ein 1-4-1 am Anfang der F2 Jugend wunderbar geklappt. Hätte man ev schon am Ende der Bambini machen können. Sowohl auf der Sturm- als auch auf der Abwehrposition habe ich häufig rotiert. Mittelfeld war nicht in rechts/links/mitte unterteilt, bei denen haben Alle angegriffen und verteidigt. Das hat die Auflösung des Knäuelfußball beschleunigt

    Am Ende der F2 habe ich dann auf 2-3-1 umgestellt mit links/mitte/rechts im Mittelfeld. Die Abwehr hatte die Vorgabe, dass mindestens 1 Abwehrspieler bei Ballbesitz mit angreift. Das brachte mehr Platz im Mittelfeld, wodurch das Passspiel deutlich gefördert wurde.

    (Jetzt tüftele ich für die nächste Saison an einer geeigneten Formation in der D-Jugend)

    Ich lese immer wieder, dass Funino in Spanien schon lange praktiziert wird.

    Leider fehlen mir aber hier etwas konkretere Information.


    Weiß jemand konkret, ob und wenn ja seit wann, in welchen Regionen und für welche Altersklassen Funino als Wettbewerbsform eingeführt worden ist?


    Zum anderen Punkt von Ballaufpumper: Ich glaube eben nicht, dass ab einem bestimmten Alter im KIFU die Anzahl der Ballkontakte mit der Freude am Fußball korreliert. Ich könnte aus eigener Erfahrung viele Gegenbeispiele bringen. Andere Faktoren, wie Umfeld, Spaß, Gemeinschaft und teilwiese auch Erfolg sind da wichtiger,

    Ich denke, ich kann noch platter werden:


    "Der Star ist die Mannschaft" (Berti Vogts, Trainer der Europameister 1996)

    "Ein Spiel dauert 90 Minuten" (Sepp Herberger)

    "Das nächste Spiel ist immer das Schwerste" (Sepp Herberger)

    "Flach spielen, aber hoch gewinnen (?)

    "Über den Kampf zum Spiel finden" (?)


    Und meine beiden Favoriten:


    "Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die schönen Stunden nur" (Lena Valaitis)

    Soll heißen: Siege feiern (auch im KIFU), Niederlagen schnell vergessen


    "Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich kann Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger." (Bill Shankly)


    Auch wenn es noch so einfältig klingt, ich denke sinngemäß sollte man alle diese Sprüche vermitteln und vorleben:)

    Du schreibst gerade wieder "Kondition", schreibst aber nur von Mängeln der Ausdauerleistung.

    Dann trainier die Kondition doch. Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination.


    ….

    Ich denke, der Begriff "Kondition wird allgemein doppeldeutig verwendet.


    Im weiteren Sinne schließt dies alle athletischen Fähigkeiten ein, im engeren Sinne versteht man darunter Ausdauer. Ich vermute, das Letzteres das Thema dieses Threads ist.

    Auch meiner Ansicht nach ist Konditionstraining im KIFU kontraproduktiv, weil der Spaßfaktor für die Kinder gleich null ist und man damit die Motivation der Kinder beeinträchtigt.

    Was aber schon geht ist ein gezieltes Schnelligkeits- bzw Antrittstraining, am besten in spielerischer Form und immer mit Ball (bspw Dribbel-Stafetten etc.). Dabei können sich die Kinder auch mal voll verausgaben. Für ein erfolgreiches Spiel halte ich Antrittsschnelligkeit im Kindesalter sowieso für viel wichtiger als Ausdauer.


    Das Spannungsfeld "Aufstellung nach Leistung" contra "gleiche Spielzeiten für alle" ist immer schwer aufzulösen, Einerseits gibt es genug Situationen, in denen man sein bestes Team aufbieten sollte, um konkurrenzfähig zu sein und auch die besseren Spieler adäquat zu fördern. Andererseits sollte man bedenken, dass man spätestens ab der D-Jugend einen Kader von mindestens 14 Spielern benötigt, um den einen dauerhaften Spielbetrieb zu gewährleisten. Wenn man das in der F/E Jugend bereits berücksichtigt, ist es logisch, dass man nicht immer mit den besten 7 auflaufen kann.

    Mein persönlicher Ausweg aus dem Dilemma lautet:

    - Möglichst viele verschiedene Spieler in wichtigen Spielen so einsetzen, dass die Mannschaft in wichtigen Spielen eine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.

    - Nur 2 Auswechselspieler pro Spiel, jeder spielt aber mindestens 1 Hälfte

    - Möglichst viele Freundschaftsspiele, damit ALLE auf annähernd gleiche Spielzeiten kommen

    …….


    Nicht so gut gefiel mir, dass das vom HFV vorgestellte Modell bereits ab der U11 zum 7 gg. 7 übergeht. Prof. Dr. Lochmann empfiehlt dies erst ab der U12 und Horst Wein m. W. noch später.


    ……...

    Ich hatte das in Post #93 bereits dargestellt:

    Eine Abkehr vom 7:7 entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Lochmann hat das in dem entsprechenden parallelen Thread selbst zugegeben.

    Ich glaube es ist ganz einfach:


    Meine Regel lautet: KEIN Kind bloß stellen, weder beim Gegner, noch bei der eigenen Mannschaft.


    Kein Kommentar zur Leistung des Gegners, es sei denn, wir führen und der Gegner hat eine tolle Aktion. Niemals ein negativer Kommentar.


    Auswechselungen, Anfeuern, taktische Anweisungen wie: "Alles beim Eckball nach vorn, wir liegen 1:2 hinten" gebe ich eher lautstark, allerdings gilt: Weniger ist mehr, wenn Anweisungen nötig werden, habe ich als Trainer meine Hausaufgaben vorher nicht gemacht (geht halt nicht immer zu 100%)


    Wenn ich Einzelne kritisiere, suche ich direkt Kontakt zum Spieler und rede dann kurz, eindringlich und mit gedrosselter Stimme.


    3 mal in 5 Jahren habe ich mich leider nicht im Griff gehabt und gegen diese Regeln verstoßen. Jedes Mal habe ich mich anschließend bei dem betroffenen Kind vor versammelter Mannschaft ausdrücklich entschuldigt.

    Was für ein schlecht recherchierter, tendenziöser und miserabler Artikel!


    Auf der einen Seite die Guten, die endlich mithilfe des Wundermittels Funino dem deutschen Fußball wieder Weltklassefußballer bescheren, und auf der anderen Seite die bösen über-ehrgeizigen Eltern und ewig Gestrigen, die in sozialen Netzwerken einen Shitstorm dagegen auslösen.

    Julian Nagelsmann und Sandro Schwarz als Experten für Kleinfeldfußball und Sachwalter des Breitensports.

    Ein als Missionar bezeichneter Professor, der das bisherige System pauschal als Talent-Vernichtung bezeichnet und damit in voller Absicht der überwiegenden Mehrzahl aller bisher ehrenamtlich tätigen KIFU Trainer einen Schlag ins Gesicht versetzt. Der akademische Stellenwert einer derartigen Aussage geht aus meiner Sicht gegen Null.


    Das ist kein journalistischer Artikel, sondern Stimmungsmache zugunsten der Funino-Lobby, der wunderbar in unser post-faktisches Zeitalter passt.

    Hallo Chris,


    ich glaube man muss da differenzieren:


    Kinder bzw Eltern, die in einen Verein kommen, kennen Fußball mit 2 Toren und Torwart. Dass sie zunächst enttäuscht sind, wenn sie Funino spielen müssen ist m.E. logisch.

    Gedankenexperiment: Eine Kleinstadt, 2 Vereine mit gleich guter Reputation, eine davon im Funino-Modus, die andere lässt zumindest ab der F 7:7 spielen. Welchen Verein werden die meisten Eltern wohl wählen?


    Allerdings stimme ich Dir absolut zu, dass man Kinder (und bis zu einem gewissen Grad auch die Eltern) stark beeinflussen kann. Ich kann auch nachvollziehen, dass pädagogisch gute Trainer die Kinder dahin bringen, dass sie gerne Funino auch als Wettkampf spielen und daran große Freude haben.


    Etwas anderes ist die Frage, was "kindgerecht" ist, bzw was den Kindern gerecht wird. Funino kann dabei viele, aber nicht alle Bedürfnisse bedienen. Für mich ist ein 7:7 ab der F mindestens genauso Kind-gerecht wie Funino, weil es eben nicht eine optimierte Ausbildung, sondern den Spaß am Teamsport im Vordergrund steht.


    Was das Stufenmodell von Lochmann angeht: Er hat es im anderen Thread in seinen Antworten auf meine Fragen selbst zugegeben, dass im Bezug auf viele Parameter wie Mannschaftsstärke etc bisher keine Korrelation mit psychomotorischen Parametern wissenschaftlich beschrieben wurde, und dass die meisten vorgeschlagen Parameter einfach willkürlich festgelegt wurden. Für mich persönlich ist die Verquickung der tatsächlich erhobenen wissenschaftlichen Daten mit den daraus abgeleiteten Empfehlungen zumindest Kritik-würdig.

    Ich glaube es macht wenig Sinn, die Bemerkungen zu meiner Auflistung der contra Funino Argumente zu kommentieren, die Argumente pro/contra sind ausgetauscht, ein paar Anmerkungen habe ich aber doch noch.


    1. Die weitere Diskussion muss differenzieren zwischen Bambini, F- und E-Jugend, zumindest komme ich für alle 3 Altersstufen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.


    2. Letztendlich hängt die Einschätzung pro/contra Funino sehr stark von der Philosophie des einzelnen Trainers ab:

    Wenn ich als Trainer das Spiel als Fortsetzung des Training ansehe, lautet die Konsequenz: Funino. Wenn ich als Trainer aber die gemeinsame Freude am Fußball in den Vordergrund stelle, dann spiele ich lieber 7:7 (Die Beantwortung der Frage, was im Vordergrund stehen sollte, kann sich natürlich auch abhängig von der Altersstufe ändern)


    3. Trainer E:

    Der Begriff "betreutes Kicken" beschreibt mein initiales Verständnis als Trainer übrigens sehr gut (KEINE IRONIE). Genau so habe ich meine Rolle in den ersten Jahren verstanden. Ich hatte NULL Erfahrung als Trainer und habe wie wohl viele andere den Job nur gemacht, damit überhaupt eine Mannschaft des Jahrgangs meines Sohnes weiter existiert. Nach und nach habe ich mich dann informiert, wie man Training altersgerecht gestalten kann. Hätte mir damals jemand gesagt: Du setzt jetzt unser 50-Seiten Konzept um und darfst erst antreten, wenn du "Spielintelligenz im Fußball" auswendig kannst - Ich hätte es NICHT gemacht!



     


    Solche Aussagen finde ich in einer Diskussion nicht gerade zielführend. Natürlich sind die Funino -Anhänger- von der Sache überzeugt. Ich ja auch. die -nicht anhänger- doch auch von Ihrem Standpunkt .Warum sollte man sich da nicht wiederholen, oder etwas nochmals ausführen?!?

    Hat er denke ich. Und ist für sich zu einem Schluß gekommen, der nicht zwingend Deiner ist.

    eben:

    ich finde jetzt auch keine wirklichen Vorteile. m.e. hat er recht:/...

    Eigentlich wollte ich Niemandem durch Wiederholungen auf die Nerven gehen, aber wenn Trainer E meint, dass eine Wiederholung der Contra-Funino Argumente zum gegenwärtigen Zeitpunkt Sinn machen könnte, will ich diese gerne nochmal zusammenfassen.

    Die Pro-Funino Argumente sind bekannt. Die folgenden Argumente beziehen sich ausschließlich auf Funino als Wettkampfform, nicht auf Funino im Trainingsbetrieb.

    A) Ziele des KIFU

    - KIFU ist Breitensport. Der Wunsch des Spitzensports nach möglichst technisch perfekt ausgebildeten Spielern sollte bzw darf bei der Organisation des Breitensports keine Rolle spielen.

    - Für viele, wenn nicht die meisten Kinder, Eltern und Trainer steht die Freude am „klassischen“ Fußball im Vordergrund, die fußballerische Ausbildung ist zunächst zweitrangig

    B) Erwartungen:

    - Viele, wenn nicht die meisten Kinder, die in einen Verein kommen, wollen klassischen Fußball mit je einem Tor und Torwart auf jeder Seite spielen. Wenn die Vereine dass nicht anbieten, kommen womöglich weniger Kinder in die Vereine.

    - Auch die Erwartungshaltung vieler, wenn nicht der meisten Eltern ist auf den klassischen Fußball ausgerichtet. Wiederum besteht die Gefahr, dass die Eltern ihre Kinder gar nicht erst in die Vereine schicken.

    - Der gute alte Straßenfußball, also das, was Kinder von sich aus spielen, hat immer 2 Tore und meist auch einen Torwart („letzter Mann macht Hand“

    - Kinder und Eltern müssen deshalb umerzogen werden, wenn man Funino spielen will. Das gelingt möglicherweise nicht bei allen.

    C) Betreuung

    - Funino-Wettkämpfe erfordern einen erhöhten Aufbau-Aufwand und Organisationsbedarf

    - Funino Wettkämpfe erfordern einen erhöhten Betreuungsbedarf durch die Eltern oder durch zusätzliche Trainer

    - Funino ist zu komplex und zu regulierend für unerfahrene Vatertrainer. Damit vermindert sich die Chance, neue Trainer aus den Reihen der Elternschaft zu rekrutieren.

    D) Psycho-motorische Voraussetzungen

    - Ab der F-Jugend sind die-psycho-motorischen Voraussetzungen für ein 5:5 ggf auf verkleinerte Tore gegeben

    - Ab der E-Jugend sind die psycho-motorischen Voraussetzungen für ein 7:7 gegeben

    E) Ausbildung

    - Klassisches Kleinfeld ermöglicht eine intensivere Torwartpraxis

    - Klassisches Kleinfeld ermöglicht eine intensivere Schusspraxis

    - Klassisches Kleinfeld ermöglicht erste gruppenspezifische Taktikerfahrungen (Differenzierung in Abwehr-Mittelfeld-Angriff), insbesondere bei Rotation

    F) Mannschaftsgefüge

    - Teambildung wird durch Funino erschwert, weil eine Mannschaft mehrere Sub-Teams bildet. (Eine Fußballmannschaft ist etwas anderes als ein Leichtathletikteam, wo jeder für sich kämpft)

    - Identitätsstiftende gemeinschaftliche Erfolgserlebnisse sind im Funino nicht möglich

    - Gleiche Einsatzzeiten hängen letztendlich immer vom Trainer ab. Auch bei Funino-Turnieren kann es vorkommen, das die Anzahl der zu meldenden Teams begrenzt ist und nicht alle teilnehmen können. Umgekehrt werden die meisten Trainer im klassischen Fußball ebenfalls für eine gerechte Verteilung von Einsatzzeiten sorgen

    - Schwächer entwickelte Kinder leiden nicht darunter, wenn sie weniger Ballkontakte haben, sondern freuen sich teilweise, Teil einer Mannschaft zu sein und ihren Teil beitragen zu können.

    - Die Differenzierung im Funino führt automatisch auch zu Selektionierung, bei der noch nicht soweit entwickelte Spieler als zunächst automatisch als schlechter identifiziert werden.

    - Die Leistungslücke zwischen Fortgeschrittenen und Anfängern wird durch Funino nicht geschlossen. 7:7 ermöglicht Schwächeren dagegen, auch mal mit wesentlich Stärkeren zusammen zu spielen und davon zu profitieren.


    Wie gesagt, ich habe mich hier bewußt auf die Contra-Argumente beschränkt. Man kann nun Vor- und Nachteile von Funino unterschiedlich gegeneinander wichten, man sollte aber nicht behaupten, dass es keine substantiellen Argumente für die Beibehaltung des klassischen KIFU gibt, insbesondere dann, wenn man nicht alleine die Qualität der individuellen fußballerischen Ausbildung berücksichtigt.

    Erstmal hat das aus meiner Sicht mit Rotation gar nichts zu tun, sondern mit dem Teamgeist, der in dem Team herrscht. Im Gegenteil, bei Rotation würde in dem Fall der Spruch kommen: "Den hätte ich mit dem Kleinen Finger gehalten"


    Zweitens kommt so etwas immer wieder vor und ich kann so etwas als Trainer nie ganz verhindern, traurig, aber wahr. Drittens muss der Trainer Alles, ab er auch Alles tun, damit so etwas nicht nochmal vorkommt. Derartige Sprüche erfordern sofortigen Widerspruch und im Wiederholungsfall Sanktionen.