Beiträge von EnterTrainer

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    Goodie : können trotz dieser Einstellung "Finde ich wenig erstrebenswert und auch eher uninteressant." und vielleicht dann auch Erziehung deiner Kinder (oder dir anvertraute Kinder) bzw. Vorleben dieser Einstellung später für so ein Leben brennen? Und da geht es mir nicht nur um Profisportler. Erfolgreiche Wissenschaftler und Unternehmer machen das auch.

    Wir sprechen oft von einer Leidenschaft wecken, für Fußball begeistern, sich selbst mit dem Ball beschäftigen, das Kinder für den Sport brennen usw. - und was machen wir selbst mit unseren Leidenschaften? Sind wir da gute Vorbilder für die Kinder? Können wir als Erwachsene/Eltern Erfolg und Mißerfolg aushalten? Da machen die Kinder ein Wettrennen und streiten sich, wer 1. und 2. wurde - der eine würde jubeln und der andere weinen. Was machen wir meistens? Schlichten, relativieren usw.

    Oder das ganze von einer anderen Seite betrachtet: wenn ich will, dass mein Kind diese Einstellung der Profisportler positiv vorgelebt bekommt, muss ich sie dann zu Ex-Profis ins Training schicken, weil das Gros der Bevölkerung das nicht vorlebt/vorleben kann? Oder ist die Forderung "Erziehung zum Erfolg" nicht erstrebenswert und man braucht sie auch in einer Nationalmannschaft nicht?

    Ich würde da schon trennen zwischen dem Fußball und der Schule bzw dem richtigen Leben


    Für die Schule muss den Kindern m.E. vermittelt werden "ohne Fleiß kein Preis" und das muss absolute Priorität vor allen Freizeitbeschäftigungen einschließlich Fußball haben.


    Im Fußball ist es unsere wichtigste Aufgabe als Kinder-Trainer, die Begeisterung und die Leidenschaft für den Mannschaftssport Fußball zu entfachen. Dazu brauchen auch die Kleinsten ihre gemeinschaftlichen Erfolgserlebnisse. Die vermittelt man ihnen nicht dadurch, dass man individuell sagt, du hat dich aber toll entwickelt, sondern dazu müssen in einem Mannschaftssport wie Fußball letztendlich auch ab und zu gemeinsame zählbare Erfolge her. Wichtig dabei: Wenn man gewinnt, ist das für alle gemeinsam das Schönste was es gibt, auch wenn das eine oder andere Kind vielleicht momentan nicht so viel dazu beigetragen hat, Hauptsache es fühlt sich tatsächlich als Teil der Mannschaft. (Geht natürlich nur wenn jedes Kind im Schnitt auf ungefähr gleiche Einsatzzeiten kommt). Wenn man verliert, dann ist es aber egal, denn Fußball bleibt nun mal Nebensache.


    Und weil Fußball eben ein Mannschaftssport ist, halte ich aus den genannten Gründen ein Spielsystem von mindestens 5:5 spätestens ab dem jüngeren F-Jugend Jahrgang nicht nur für angebracht, sondern auch Kind-gerecht.

    In Bayern gab es heute eine neue Regelung (siehe bfv.de).


    Rein vom Gefühl (ich habe keine Auswertung dazu) her werden die Absagen eher von Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen getätigt ;) - aber negative/positive Stimmung wirkt sich ja auch bei nicht-Corona Krankheiten auf den Krankheitsverlauf aus (und ja, sagt lieber einmal mehr als einmal zu wenig ab).

    Wieso?


    Wenn Spiele jetzt ausfallen, wird im Bereich des bfv bei Saisonende der Punkte/Spiel Quotient gebildet, dh weiter unten stehenede Mannschaften haben keine Möglichkeit mehr, sich in der Tabelle noch zu verbessern.


    Abgesehen davon bin ich im Hinblick auf Corona heilfroh, wenn hier in Bayern die Saison am 4.11. im unteren Jugendbereich endgültig beendet ist.

    .....Es werden technische und konditionelle Leistungsmerkmale überfokussiert, während strategisch-taktische Eigenheiten ignoriert werden. Spielübersicht und Entscheidungsfindung spielen wenn überhaupt nur eine untergeordnete Rolle. Ob ein Spieler seine Vorderleute klug absichert oder Verbindungen zwischen seinen Mitspielern erzeugt, wird schlicht nicht erfasst. Das sind oft die vermeintlich "unauffälligen" Spieler. .....

    Hat jemand Ideen, wie man Spielübersicht, Kluges Absichern und "Verbindungen" herstellen am besten trainiert?

    Ich meine hiermit vor Allem in der C und D Jugend

    Was den Einsatz von Spieler(inne)n in der Verteidigung angeht: Ich persönlich bin der Ansicht, Spiele gewinnt man in der Abwehr. Daher stelle ich persönlich da ungern jemanden hin, der "geradeso mithalten kann". Das mache ich dann eher mal vorne, weil ich verlorene Zweikämpfe oder Ballverluste lieber in der gegnerischen Hälfte, als im eigenen Strafraum in Kauf nehme. 😉

    Ist hier Off Topic, aber trotzdem interessant.

    Ich sehe das im Prinzip ganz genauso, ABER: Bei Leistungs-inhomogenen Mannschaften muss vorne noch genug Durchschlagskraft vorhanden sein , sodass eine gewisse Torgefährlichkeit erhalten bleibt.

    Ich habe in diesem Zusammenhang mal eine Frage:


    Wie kann man als Papatrainer ohne Ahnung das Torwartspiel mit einfachen Mitteln ab D-Jugend aufwärts einüben?


    Weder im Verein noch im Umkreis besteht Aussicht darauf , dass jemals ein Torwarttraining für Jugendspieler stattfinden wird.

    Das darfst du jetzt nicht falsch verstehen: Aber seit wann ist das Problem bekannt? Hat sich das erst Anfang Juli ergeben? Oder hat sich das schon im Winter (oder vielleicht schon im letzten Sommer) abgezeichnet?


    Hätte man von Vereinsseite nicht viel früher reagieren müssen? Wäre es nicht grundsätzlich einfacher, dieses Thema ohne Stress im Januar/Februar zu klären als jetzt unter Druck in der Sommerpause?

    Das Problem war mir seit letztem Jahr bekannt, ich habe zu Beginn dieses Jahres in mehren Einzelgesprächen mit den anderen Trainern des Jahrgangs 2009 und mit der Jugendleitung darauf hingewiesen, letztere hat das zum damaligen Zeitpunkt aber nicht interessiert. Dann kam Corona und wir haben danach wieder Mitte Juni drüber gesprochen.


    Was ich mir vorwerfe ist, zu wenig politisch gehandelt zu haben. Ich hätte von Anfang an sagen müssen: Ich mache nur als Trainer weiter, wenn ich einen hinreichend großen Kader habe. Wenn ich das jetzt mache, drücke ich mich vor der Verantwortung und lasse meine restlichen Spieler im Stich.

    EnterTrainer

    Werden da irgendwelche alten Rechnungen mit Dir beglichen? Das ist ja mal heftig, wenn man das, was im letzten Jahr praktiziert wurde (Jungjahrgänge in der D1) jetzt auf keinen Fall mehr will. Stattdessen fördert man beim Folgejahrgang den "Verein im Verein".

    Das kann schon sein, ich habe letztes Jahr die Jugendleitung hart dafür kritisiert, dass sie die 3 2008er in die D1 hochgezogen haben, obwohl es Leistungsmäßig mindestens 2 weitere Spieler verdient hatten, sodaß es zu einem Hybrid aus Jahrgangs/Leistungseinteilung kam.

    Hier muss man aber ganz klar aus Vereinssicht sehen: Der Kader ist zu groß im Vergleich zu der Mannschaft, die er schwächt. Hier muss im Sinne des Vereins eine Aufteilung der 08er in der C2 stattfinden.


    Die Frage ist: Es scheint ja noch eine C1 zu geben: Wie ist die aufgestellt? Gibt es dort nur 06er oder auch 07er?

    Die C1/C2 Jugenden werden dieses Jahr Leistungs-mäßig eingeteilt, beide etwa mit gleich großen Kadern, aber auch in der C2 werden die 4 2007er die letzte Saison bei mir gespielt haben, wenig Chancen auf Einsatzzeiten haben. Die hohe Zahl an Spielern in der C liegt daran, dass sie in einer Spielgemeinschaft spielen werden.


    9 Kinder eine D-Jugend bestreiten und wie du schreibst du hast keine Lust und bist mächtig sauer auf den den Verein auf, weil es keine Zusammenhalt gibt und wohl auch vorher nicht gab. Hast das Team aus dem Spielbetrieb genommen. Nur noch Testspiele?

    Ich kenne die Situation und kann mir gut vorstellen wie du dich fühlst. Ich hab mal mit 11 Jungs eine D-Saison begonnen und mir immer wieder aus der E-Jugend Spieler ausgeliehen. Für die war es eine Ehre in der D-Jugend zu kicken. Spieler die aus höheren Mannschaften kamen, war es eher nicht so spannend bei uns zu kicken und dementsprechend auch die Leistung auf dem Platz. Pflichtaufgabe.


    Wir haben in der Liga uns im hinteren Drittel gehalten, paar unerwartete Siege geholt und das war auch meine Zielsetzung.

    Es kommt drauf an, welche Ansprüche du an deine Mannschaft und du selber hast als D1 Trainer. Bei mir haben sich in der Zeit 9 Spieler super weiter entwickelt durch die vielen Spielzeiten und darauf kommt es an. Nach dem Jahr kamen wieder neue Jungs hinzu, so das wir mit 15 Kids wieder einen vernünftige Kadergröße hatten. ich befürchte die Mannschaft wird früher oder später aufgelöst, da man immer mehr Spieler benötigt. Du kannst hoffen und auf Zeit spielen, das in den anderen Vereinen sich eine ähnliche Situation herrscht und paar zu Euch wechseln.

    Ich habe die D1 in die A-Klasse gemeldet, dass ist bei uns eine Liga unter der Kreisklasse, obwohl mindestens 7 der 9 Spieler KK-Niveau hätten. Es geht mir aber vor allem darum,

    - dass wir das, was wir uns Gruppen-taktisch im Training erarbeiten, mit ständig wechselnden Ergänzungsspielern nicht im Spiel ausprobieren können, und

    - noch schlimmer-

    -dass sich in so einer Situation kein Teamgeist entwickeln kann.


    Wer würde in so einer Situation denn als Trainer noch weitermachen?

    Ich stehe vor einer ähnlich komplizierten Situation und habe eigentlich keine Lust mehr. Seit den Bambinis trainiere ich bei uns im Verein den 2008er Jahrgang, der von Anfang an nur wenige Kinder im Verein hatte. Seit den Bambinis haben wir zum Glück aber nur 1 Kind verloren, und das , weil es ganz mit dem Fußball aufhören wollte.


    Diese Saison spielen wir als D1. Drei 2008er Kinder haben bereits letzte Saison in der D1 gespielt, im Wechsel hatte ich vier 2007er in die Mannschaft bekommen, die diese Saison C-Jugend spielen müssen. Auch die drei 2008er Kinder der letztjährigen D1 gehen mit in die C2-Jugend hoch, obwohl diese damit einen Kader von ca 22-25 Spielern aufweist. Somit haben wir für die D1 einen Kader von 9 Spielern.


    Der 2009er Kader besteht aus 36 Kindern, betreut von 5 Jugendtrainern, die zwei eigene D-Jugenden (D2, D3) stellen wollen. Eine gemischte 2008/2009-D1 Mannschaft wurde von den 2009er Trainern kategorisch abgelehnt. Zur Belohnung dürfen bei unseren Spieltagen aber 3-5 jeweils von den 2009er Trainern ausgewählte 2009er Kinder bei uns mitspielen. Jedes Wochenende sollen das andere sein. Auf die Auswahl der Kinder bekomme ich keinen Einfluss, mit anderen Worten: Die D1 Mannschaft wird somit letztendlich durch die 2009er Trainer aufgestellt. Ein Gruppen-taktisches Training wird somit sinnlos, da das Training der 2008/2009er weitgehend separat abläuft und man ja nicht weiß, wer am Wochenende in der Mannschaft mitspielt.


    Letztendlich hat die Jugendleitung so entschieden, weil man die drei 200er Talente aus der C-Jugend im Verein halten will und 5 Trainer mit 36 Kindern wichtiger sind als 1 Trainer, unterstützt durch 2 weitere Väter mit 9 Kindern. Mittelfristig halte ich das für Vereins-schädigend:

    Die C2-Jugend ist überbelegt, schwächere 2007er Kinder haben wenig Aussicht auf Einsatzzeiten

    Die D1-Jugend, Jahrgang 2008 wird im goldenen Lernalter um eine vernünftige Ausbildung betrogen (Ich habe deshalb aus der Kreisklasse zurückgezogen)

    Die stärkeren 2009er Kinder bekommen keine dauerhafte Chance, sich in der D1 zu etablieren


    Ich weiß wirklich nicht, wie lange ich mir das antun soll (hätte natürlich auch in den Frustabbauthread gepasst)

    Meine Jungs spielen in Spanien. Uns ist gesagt worden das in Spanien Fußball Ausbildung sehr wichtig ist, um die körperlichen Defizite gegenüber anderen Nationen auszugleichen. Trotzdem wird am Wochenende auf Ergebnis gespielt. Alles unter 13 Jahren spielt F7 oder F8, Teams haben zwischen 12-14 Spieler, jeder Spieler spielt mindestens 50% der Spielzeit. Ligen haben 12-16 Teams, man spielt fast jedes Wochenende. Spieltage sind Festtage, zu besonderen Spielen kommen Freunde (der Eltern und der Jungs), oder wir gehen Spiele von Freunden anschauen. In einigen Dörfern und Stadteilen scheinen alle zu kommen um die Kinder spielen zu sehen. Ergebnisse sind wichtig, aber auch schnell abgehakt, bei den Jungs schon nach 10 Minuten.

    Alles was hier unter Funino beschrieben wird gibt es auch, in der Woche im Training. Mit der Ausnahme das Torwarttraining mit U8 beginnt. Je nachdem wie gut die Kinder ausgebildet werden sollen wählt man den Verein. Gute Vereine sind Fußball Schulen. Bei guten Clubs gibt es vorgegebene Trainingsinhalte. Bei unserem Großen ist immer ein Tag in der Woche Techniktraining, da hat dann der Teamtrainer Pause und der Techniktrainer übernimmt......

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag,


    ich weiß nicht warum hier im Forum immer fälschlicherweise der Eindruck erweckt wurde, Funino wäre in Spanien eine etablierte Wettkampfform.


    Übrigens findet sich wie schon erwähnt auch in Horst Wein's "Spielintelligenz im Fußball" zumindest kein Vorschlag, Funino über das Training als Wettkampfform zu etablieren.


    Warum muss dann Funino unbedingt als Wettbewerbsform etabliert werden?

    Spielen da nicht auch die Profilneurosen einiger Sportfunktionäre sowie gewisse kommerzielle Interessen eine bestimmte Rolle?

    Ich denke du bist auf dem absolut richtigen Weg.


    Ich persönlich habe bei solchen Kindern zusätzlich viel erreicht, wenn ich sie auf spaßige Weise provoziert und zu besseren Leistungen angestachelt habe, zum Beispiel bei irgendwelchen Staffelwettkämpfen im Training.

    Ich befinde mich genau in dieser Situation als Trainer einer D2.


    Ohne ins Detail zu gehen, sind vor der Saison hinter meinem Rücken Absprachen getroffen worden entgegen der ursprünglichen Ansage, dass die Mannschaften gemäß Jahrgängen eingeteilt werden sollten. So habe ich 3 der 4 besten Spieler meines Jahrgangs abgeben müssen. Der 4. ist mein Sohn, der weiter bei mir trainiert, aber damit in seiner sportlichen Entwicklung nicht in einem Team spielen kann, dass in etwa seinem Entwicklungsstand entspricht. Ich finde das einfach nicht fair.


    Was es hier gebraucht hätte, ist eine Jugendleitung, die ein klares Konzept hat und das dann entgegen einiger Partikularinteressen auch durchsetzt.


    Wenn man auf diese Art und Weise persönlich diskreditiert wird, erübrigt sich von meiner Seite jede weitere Diskussion. Schade.

    Das man sich nicht auf "handelsübliches Gerangel" einlässt, wissen meine Spieler, bevor das Spiel beginnt.


    Was war die versehentliche Aktion deines Spielers? Handelsübliches Gerangel entsteht nicht versehentlich.


    Warum ist eine im Affekt geäußerte rassistische Beleidigung schlimmer als als "A......och oder "Dreck...au? Beleidigung ist Beleidigung und gehört im Fußball bestraft, wenn es der Schiedsrichter hört oder wenn es dafür einen neutralen Zeugen gibt, was aber in der vorliegenden Situation offensichtlich nicht der Fall ist.


    Warum bezeichnest du eine Tätlichkeit, dh eine körperliche Gewalthandlung als nachvollziehbar? Körperliche Gewalt ist für mich allenfalls in Notwehr-Situationen nachvollziehbar. Die kommen aber im Fußball nicht vor.


    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin auch gegen jegliche Form von Rassissmus, aber eine Relativierung von Tätlichkeiten ist im Kampf gegen Rassismus kontraproduktiv.

    Für mich ergeben sich bei dieser Schilderung einige Fragen:


    Was ist ein handelsübliches Gerangel? Warum unterbindest Du so etwas nicht bei deinem Team?


    Was war die versehentliche Aktion? Kann es sein, dass sich der Gegenspieler dabei richtig weh getan hat?


    Ist eine Tätlichkeit nicht schlimmer zu bewerten als eine Beleidigung, die möglicherweise im Affekt unter Schmerzen geäußert wurde?


    Warum kann eine Tätlichkeit nachvollziehbar sein?


    Ich befürchte, dass derartige einseitige Stellungnahmen das Problem des Rassismus in unserer heutigen Zeit eher verschärfen anstatt ein entsprechendes Problembewusstsein zu fördern.

    Ich hab hierzu mal eine Verständnisfrage:


    Ich weiß nicht, ob ich richtig gerechnet habe


    Wenn die A-Jugend als U18 definiert wird, dann sind zu Beginn der Saison im Herbst die in der 2. Hälfte des Jahres Geborenen noch 16. Die ein Jahr Älteren sind noch 17, also unter 18 und dürfen somit ca 6 Monate lang noch nicht bei den Herren spielen.


    Wie soll diese Lücke geschlossen werden?

    Zurück zum Urspungs-Thema Selektion:


    Einen guten Trainer zeichnet m.E. aus, dass er den Spagat schafft:

    Einerseits der Mannschaft viele Erfolgserlebnisse in Form von Siegen verschaffen und andererseits den nicht soweit entwickelten Spielern möglichst viel Spielpraxis zu ermöglichen.


    Dass man einerseits bei den Bambini gleichmäßig Einsatzzeiten verteilt und andererseits in der A Jugend praktisch nur noch Ergebnis-orientiert aufstellt, versteht sich von selbst.


    Meine Frage an das Forum wäre:

    Ab welcher Alterstufe sollte man vorwiegend Ergebnis-orientiert aufstellen?

    Ich habe in diesem Zusammenhang ein ähnlich schwieriges Problem.


    Seit einigen Wochen trainiert bei uns ein Kind aus einem Waisenhaus mit, dass aufgrund seiner psychischen Konstitution unsere Anweisungen wahrscheinlich befolgen will, aber offensichtlich nicht befolgen kann. Dadurch wird der Trainingsbetrieb massiv gestört.


    Bsp: Ansage erfolgt, "wir bilden 2 Reihen, der jeweils vordere Spieler hat einen Ball". Das Kind schnappt sich einen Ball und bildet (alleine) eine dritte Reihe. Wir reden von einer U12 Mannschaft.


    Wenn ich die soziale Funktion des Sports ernst nehme, muss ich mit dem Kind weiterarbeiten, aber bin ich überhaupt qualifiziert dazu?


    Wenn ich ein aber langfristig ein effektives Training veranstalten möchte, müsste ich das Kind raus-schmeißen.


    Was tun?

    Beim Thema Trainerqualität im Jugendbereich tritt man seitens des DFB mE seit Jahren auf der Stelle.

    Die beim DFB auf der Internetseite verfügbaren Trainingsmaterialien sind nach meiner Erfahrung in der Praxis weitgehend wertlos, da nicht zielführend und im Breitensport nicht umsetzbar.

    Das ist schade und beschämend.


    Die wenigsten potentiellen Trainer haben die Zeit, eine Lizenz zu erwerben, wären aber bestimmt bereit, eine Kurzschulung lokal vor Ort zu besuchen.


    In diesem Sinne finde ich das DFB-Mobil eine wunderbare Initative, die m.E. noch intensiviert und ausgebaut werden sollte. Meine Version wäre, dass das DFB-Mobil 2 mal im Jahr JEDEN Verein besucht und entsprechende Kurzschulungen (1/2 - 1 Tag) anbietet.

    Ich denke auch, dass man in einem vernünftigen Rahmen Emotionen bei den Eltern am Spielfeldrand akzeptieren und zulassen sollte. Ich habe sogar oft im KIFU erlebt, dass Emotionen der gegnerischen Eltern unsere eigenen Kids eher beflügelt als eingeschüchtert haben.


    Dass es offensichtlich häufig auch zu negativen Auswüchsen kommt ist natürlich bedauerlich. I d R weiß man aber im voraus, was bei bestimmten Gegnern auf einen zukommt, insbesondere wenn es sich um nicht Deutsch-sprachige "Unterstützung" von außen handelt. Dann sollte man im voraus seine Kids entsprechend informieren und darauf vorbereiten.


    Am Schlimmsten finde ich, wenn Zuschauer den Schiedsrichter kritisieren, insbesondere wenn es sich bei den Referees um Väter oder Jugendliche handelt, die sich ohne spezielle Vorkenntnisse freundlicherweise bereit erklärt haben zu pfeifen, weil sonst einfach kein anderer Schiedsrichter da ist (insbesondere E und D Jugendspiele).

    Wir sind mit einem 1-4-1 in der F-2 Jugend gestartet und haben dann in der F1 auf 2-3-1 umgestellt.


    Philosophie des 1-4-1 war, zumindest den Mittelfeldspielern ein "alle greifen an und alle verteidigen" zu vermitteln. Nachteil war, dass sich die 4 Mittelfeldspieler gegenseitig auf den Füßen standen und Knäuelfußball praktiziert haben.


    Um offensiv mehr Platz zu schaffen und das Knäuel aufzulösen, haben wir dann auf 2-3-1 umgestellt. Maßgabe an die Verteidiger war aber, dass offensiv mindestens IMMER einer der beiden mit angreifen muss. Das hat auch bald funktioniert.


    Der Stürmer hatte in beiden Systemen immer auch die Aufgabe, mit zu verteidigen, allerdings nur innerhalb der gegnerischen Hälfte. Außerdem haben wir nach der Devise "möglichst vorne in der gegnerischen Hälfte verteidigen" gespielt, Das hat dazu geführt, das alle Positionen viel 1:1 Situationen zu bewältigen hatten.