Mehr Trainerqualität im Kinderfussball? Wann?

  • Für ein Thema, dass wir in vielen Threads immer wieder streifen zitiere ich hier mal: @TW-Trainer schrieb "Eigentlich bräuchten die Kinder zum Start in den Fussball die besten Trainer, weil sie in kürzester Zeit sehr viel erlernen können. Aber warum stehen die fast immer nur erwachsenen Spielern, die kurz vor ihrem Karriereende stehen, zur Verfügung?"


    Die Antworten liegen für mich relativ klar auf der Hand. Und ich habe die persönliche Wahrnehmung TW-T scheint recht zu haben. So sehe ich das in aller Kürze: a) Geld. b) Vatertrainer geht mit seinen Kindern mit bis diese groß sind und steigt dann aus oder wählt variante "a)". (Anm.:Hier im Forum und auch auf den Plätzen treiben sich schon einige Ausnahmen herum, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel...) :thumbup:


    Was mich nun bewegt und interessiert: Seht ihr in irgendeiner Form irgendwo realistische Hoffnung, dass sich daran etwas ändert? Was müsste passieren? ?(

  • Ich würde vllt erstmal den Begriff "Trainerqualität" genauer definieren. Es gibt keine pauschale und eindimensionale Unterscheidung zwischen "guter" und "schlechter" Trainer (wobei es natürlich trotzdem Trainer gibt die einfach ungeeignet für diese Aufgabe sind). Bestimmte Fähigkeiten sind in bestimmten Alters-/Spielklassen besser aufgehoben als Andere.


    Beispielsweise taktisches Detailwissen ist wohl etwas, was jeden Herrentrainer (besonders in höheren Spielklassen) definitiv gut zu Gesicht steht. Aber was bringt denn auf der anderen Seite einem F-Jugend Trainer das Wissen über Verschiebeverhalten von Viererketten und Magnetspieler? Umgekehrt sollte man, wenn man im Kinderfussball Trainer ist, in der Lage sein mit Kindern umzugehen. Im Aktivenbereich ist das dann wiederum weniger von Belang.

  • @Ersatzbank: da machst du ein schönes Thema auf ;-)


    Ich bin mir allerdings nicht sicher über welche Qualitäten und Zeitpunkte wir sprechen.
    Zeitpunkte: Kinder(fußball)trainer, Jugend(fußball)trainer, Senioren(fußball)trainer - bei der heutigen Entwicklung vielleicht zukünftig auch Baby(fußball)trainer oder Pränatal(fußball)trainer ;-)
    Qualitäten: gibt es da nicht Ausbildungen? Trainerscheine (z.B. Fußball-Lehrer, A/B/C-Lizenz) oder Studium (z.B. Pädagogik, Sport); reden wir von Trainern im Breiten- oder Leistungssport?


    Brauchen wir überhaupt Trainer? Trainieren heisst systematisch üben (schreibt zumindest google ;) ) - kann das nicht ein Roboter oder eine App besser? Oder brauchen wir Coach, Lehrer, Begleiter, Koordinator, Berater oder anderes?


    Und zum Thema Geld und Professionalisierung - hoffentlich wird das mal kein sozialer Beruf (da sind die Verdienstmöglichkeiten meistens gering ;) ). Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Beiträge :)

  • Ich hab auch keine Ahnung über welches Alter und welche Qualitäten wir hier sprechen! Mal sehen ob sich in der Diskussion etwas entwickelt!


    Aber wie Constantin svhon richtig schreibt: ein erfolgreicher Erwachsenentrainer ist nicht automatisch ein Spaß vermittelnder Kindertrainer.


    Den - für mich völlig neuen - Gedanken Kinderfussi-Trainer = Sozialberuf finde ich schon mal total spannend! Ich vermute, dieser Gedanke wäre sogar mit der unsäglichen Entwicklung "Verein als Dienstleister" in Einklang zu bringen: Die beiden jüngsten Mannschaften eines Vereines werden von einem Teilzeit Sozpäd mit Trainerschein gecoacht - dieser coacht im Zeitverlauf nicht nur das Team, sondern empfiehlt und coacht auch den Spielerpapa, der dann, wenn die Kinder älter werden, weiter macht. Wäre das nicht geil? Würde viele Probleme entschärfen.

  • Ich für meinen Teil muss sagen, dass Zeit ein Riesenproblem ist, warum ich kein besserer Trainer sein kann. Bei einer 50+ Stundenwoche und einer Stunde Fahrtzeit zum Training habe ich schlichtweg keine Zeit mich fortzubilden. Hier könnte der DFB helfen indem er z.B. Online Videos anbietet, das kann man sich schön am Abend anschauen. Ich denke bei den meisten Trainern ist ein grundsätzlicher Wille zur Verbesserung vorhanden, es scheitert oft an den passenden Angeboten bzw. werden die Angebote nicht richtig kommuniziert.

  • Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt warum die guten Trainer gerne in den Herrenbereich und dort möglichst hochklassig wollen ist noch nicht genannt worden.


    Es geht schlichtweg um Anerkennung!
    Diese ist im Herrenbereich ungleich höher - es ist nicht immer nur das Geld, aber es ist geil als Trainer im mittleren und höheren Amateurbereich zu arbeiten, den man bekommt Aufmerksamkeit, ist in seinen Entscheidungen wesentlich freier und das Ansehen unter Trainerkollegen, im Verein und in der Gesellschaft ist deutlich höher.


    Kann da gerade ein Lied von singen - habe mein erstes Engagement im etwas höheren Herrenfußball vor gut 3 Monaten aufgenommen.
    Das ist etwas ganz anderes als mit den kleinen zu arbeiten - Spaß macht beides, die Wertschätzung (nicht finanziell) ist bei Herren eine ganz andere.


    Grüße
    Björn

  • @Ersatzbank


    Hin und wieder scheint ja doch jemand meine Beiträge zu lesen :D !


    Denke mal, die Provokation darin, fast immer nur den eingetretenen Pfaden im Fussball zu folgen, ohne sie von Zeit und Zeit zu hinterfragen, hast du sicherlich verstanden? Habe bewußt die gewünschte Trainerunterstützung zum Anfang und zum Ende einer fussballerischen Karriere genommen, um so darauf aufmerksam zu machen, als das die pädagogische und fussballfachliche Auswirkung vollkommen unterschiedlich sein können.


    Bei einem Kind, das gerade erst in den Vereinsfussball startet, wird die Gesundheit in Form von Bewegungsvielfalt gefördert. Auch wird es durch geeignete Trainerimpulse gelenkt, sich ständig neue Gedanken zu machen und in kurzer Zeit Entscheidungen zu treffen. Bei einem erwachsenen Spieler kurz vor seinem Karriereende kann ein Trainer sehr wenig bewirken, denn der hält sich eigentlich nur noch so fit, wie er es fürs Spiel benötigt, weil er weiß, dass das nächste Spiel schon für ihn das letzte sein kann.


    Nun kommt das Geld im Spiel, was sich nach unseren Vorstellungen nach Angebot und Nachfrage von ganz allein regelt. Aber macht es das wirklich? Wenn ja, warum verdienen ein Bänker, der nur auf unser Geld aufpasst das Doppelte wie beispielsweise ein Erzieher, der auf unsere Kinder aufpaßt? Die Antwort ist relativ einfach: Kinder haben in unserer Gesellschaft einen relativ geringen Wert. Deshalb ist es uns (fast) egal, ob sie sich im Verein sportlich und geistig beweglich entwickeln oder ob sie physisch per Drill und psychisch durch Anbrüllen erniedrigt werden, statt Kinder für ein zukünftiges Leben stark zu machen.


    Kaum eine Sportart bietet eine so große Range an Facetten im Kinderfussball wie der Fussball, weil hier es gerade hier an speziellen Hintergrundwissen fehlt, der erst noch angeeignet werden muß.


    Nun kommt die Ausbildung ins Spiel. Jeder, der eine Lizenzausbildung miterlebt hat weiß, dass das Thema: Führung einer Mannschaft nur im Training simuliert wird, aber im Wettkampf keine Lernimpulse vermittelt werden. Die heutige Trainerausbildung wurde aus den Erkenntnissen des Seniorenbereichs auf den Kinderfusssball kopiert. Es ist leider in manchen Bereichen eine schlechte Kopie, weil sie keine ausreichende Hilfe in vermeintlichen Streßsituationen liefert, sonst hätte man nicht die Fairplayliga als Notnagel einführen müssen.


    Jetzt wird gefordert, man könne ja in seinem privaten Umfeld die Dinge zum Guten bewegen. Das ist sicherlich richtig. Dennoch stellt sich die Frage, was danach wird. Wie kurzlebig gute Ideen sind, läßt sich an einem Kommentar erkennen, in dem die Frage nach der Übernahme von Erkenntnissen aus der FPL geht: "... man freut sich schon auf die E-Jugend, bei der alles beim alten bleibt ..."! Das hört sich für mich an wie ein Autofahrer, der sich darüber gefreut hat, nicht geblitzt worden zu sein, um nach der Radarfalle wieder Gas zu geben und zuhause seinen Kindern zu erzählen, dass man nicht zu schnell fahren darf!


    Kommen wir also zurück zur Qualität eines: Kinder- und eines Seniorentrainers und zum nächsten Kuriosum: ein Kindertrainer wird händegringend gesucht. Fast immer geht vom Verein der Wunsch aus, der Trainer möge doch bleiben. Im Erwachsenenbereich ist die Auswahl an Trainer sehr viel größer. Die Verweildauer wird fast immer von der Vereinsleitung bestimmt. Ob das Team von Trainer X oder Y trainiert wird, ist also egal. Natürlich versteckt sich dahinter eine gesellschaftliche Wertigkeit der Aufgaben. Die Frage ist allerdings, wird sie von wenigen Menschen bestimmt, die einem Bänker doppelt soviel zahlen wie einem Erzieher oder nur deshalb, weil ihr es nicht hinterfragt?


    Wenn ihr den Fussball mitbestimmen wollt, dann solltet ihr bessere Antworten finden als die, die sich zwar aus der Historie erklären lassen, jedoch deshalb nicht automatisch für alle Ewigkeit Gültigkeit haben müssen.


    Ja, es ist richtig, dass sich hier einige Traienr tummeln, die ihren eigenen Weg abseits breiter Pfade gefunden haben. Sie leisten auf ihre Weise einen unermesslichen Beitrag für den Kinderfussball und faszinieren uns mit jedem neuen Beitrag. Es ist also gar nicht so schwer zu lernen und man kann es dank Internet-Foren 24 Stunden am Tag!


    Noch ein Letztes: bitte versucht Taktik doch einfach als Plan zur erfolgreichen Gestaltung eines Spiels zu betrachten. Dann werdet ihr erkennen, dass jede Entscheidung immer auch eine taktische Komponente beinhaltet. Warum sollte also nur ein Erwachsenentrainer etwas von Taktik verstehen. wenn es doch nur um gute und weniger gute Entscheidungen geht? Umgekehrt wird doch ein Schuh draus! Denn der Erwachsenentrainer kann bei seinem Team auf einen großen Schatz an taktischen Erfahrungen voraussetzen, ein Kindertrainer fängt ganz von vorn an!


    Bin schon ganz gespannt auf eure Kommentare!

  • @Zodiak und @TW-Trainer strapazieren den guten alten Maslow :-) OK - dagegen darf man nicht ankämpfen: Anerkennung steht in der Bedürfnispyramide weiter oben als Geld! Akzeptiert. Und zu belegen ist das in jeder Tageszeitung wenn wir den regionalen Sportteil als Anerkennungsindikator nehmen: Da sind eigentlich nie Aussagen von Kinder- und Jugendtrainern, aber selbst von Kreisklassentrainern wird ein mal pro Jahr ein Profil mit Interview abgedruckt.


    Anerkennung würde sogar im weiteren Sinn nicht mal Geld kosten. Wenn es keine Kostenproblematik gibt, haben wir dann den Hebel gefunden den man umlegen muss? Und wieso ist das nicht automatisch der Fall? Wer "blockiert"?

  • weil Anerkennung und Geld oft eng miteinander verknüpft sind


    Edit:
    wir Kindertrainer wissen , dass für viele Eltern scheinbar gilt "was nichts kost , ja nicht's wert"
    daher wollen wir etwas verdienen . nicht des Geldes wegen , sondern der Anerkennung wegen , die daran gekoppelt ist

  • Mal aus meiner Sicht etwas interessantes was ich feststelle seit ich im mittleren Amateurbereich eine 1. Herrenmannschaft trainiere im Vergleich zu meinen kleinen.
    Auch male eine Auflistung zahlreicher Annehmlichkeiten und Erleichterungen.


    Im Herrenbereich ist ein Funktionsteam mit einem Co-Trainer, ein bis zwei Betreuern und einem Physio schon alltäglich, im Jugendbereich ist man oft alleine - an Physio etc. ist nicht zu denken.
    Um Trikots, Getränke, Medizidinsches Equipmenet, Bälle, etc. wird sich gekümmert - auch bei Auswärtsspielen.
    Die Trikots werden in der Regel gewaschen, die Organisation diesbezüglich fällt weg.
    Vom Wirt gibt es oft mal das ein oder andere Getränke für Trainer und Mannschaft.
    Bei Platz/Terminproblemen geht die 1. Mannschaft immer vor.
    Die Zahl der Zuschauer befriedet ebenfalls auch das Geltungsbedürfnis.
    Lokale Fußballportale berichten zu 95% über Herrenmannschaften
    Eine 1. Mannschaft zu trainieren ist immer ein Privileg, weil sie das "Flagschiff" der Fußballabteilung ist.


    Meine persönliche Meinung noch dazu:
    Herren trainieren ist um ein vielfaches entspannter als Jugend.
    Bei Jugend und dem dazu gehörigen Coaching ist es wesentlich stressiger/anstrengender im Training.
    Beides hat seinen Reiz - aber langfristig will ich persönlich auch mal im höheren Amateurbereich arbeiten - ohne meine Arbeit mit Kindern dabei zu vernachlässigen, was aber auch nur geht, weil ich 7 Tage die Woche auf dem Platz stehe.


    Grüße
    Björn

  • @Zodiak und @TW-Trainer strapazieren den guten alten Maslow OK - dagegen darf man nicht ankämpfen

    Na, das geht ja gleich "tierisch" ab! Aber gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt wie leicht eine Fremdsteuerung funktioniert! Auch wir stellen fest, dass der Schein trügt, ( Zodiak stellt u.a. fest:
    Herren trainieren ist um ein vielfaches entspannter als Jugend.) wollen wir doch gern die Dinge so sehen, wie sie uns am liebsten sind. Nachdenken oder gar eine Gewohnheit infrage zu stellen, ne das ist nicht unser Ding! Ist der Mensch ist ein Gewohnheitstier? Nein, ganz und gar nicht! Nur er hat sich als die wandlugnsfähgste Kreatur in der Evolution behaupten können.


    Man darf also dagegen ankämpfen und sei es nur aus reiner Neugier! Es werden nicht einmal Unterschiede aufgrund der sozialen Herkunft gemacht. Aber nur solange man das Lied singt, was gerade angestimmt wird!


    Denn weil man im Fussball den Erfolg braucht, kauft man sich die Besten! Die könnte man evl. auch selbst ausbilden, aber das kostet viel Mühe und der Erfolg ist ungewiß. Wohl und Wehe hängen davon ab, weshalb das Geschwätz von gestern schon heute niemanden mehr stören darf!


    Weil sich ein Fussballtrainer mit wenigen Ausnahmen nur innerhalb von Vereinen aufhält, wäre es vielleicht sinnvoll, sich ein wenig an die unterschiedlchen Erwartungen der Interessensgruppen zu reiben?


    1. Welche Erwartungen gibt es bei den Jugendtrainern und wie werden sie erfüllt?
    Wie läßt sich Anerkennung definieren? Besteht sie aus einer guten Mischung zwischen Herz (Lob für die Arbeit) und Verstand (angemessene Aufwandsentschädigung) darstellt?


    Gebetsmühlenartig wird aber dann das Ehrenamt gelobt. Aber wie kann man noch vom Ehrenamt sprechen, wenn sich der Trainer und einige Söldner die Sponsoren- und Mitgliederbeiträge in die eigenen Taschen stecken und der Rest zusehen muß, wie er mit viel Arbeit, wenigen Mitteln und bestenfalls für einen "feuchten Händedruck" euren Job für "leuchtende Kinderaugen" macht!


    2. Welche Erwartungen gibt es bei den Seniorentrainern und wie werden sie erfüllt?
    Vierstellige Monatshonorare sind selbst auf Kreisklassenebene keine Seltenheit mehr. Da kann entweder gar keine Trainerlizenz oder eine, die mal vor zig Jahren gemacht wurde als Referenz ausreichen. Er soll an der Außenlinie den "Kloppo" oder den "Pep" machen, damit der Vorstand vor allen Zuschauern demonstrieren kann, welch tollen Coach man geholt hat und das der sein Geld wert ist. Wen wundert es da, wenn der Chefcoach und seine Söldner sich noch abfällig über den Jugendfussball äußeren, weil doch nur sie den einzig wahren Fussball spielen.


    3. Welche Erwartungen haben Kinder und ihre Eltern und wie werden sie erfüllt?
    Ohne eine nachhaltige Aufwertung der Jugendarbeit sehe ich schwarz für den Fussball. Denn schon heute findet man kaum noch Trainer. Auch ist der Fussball längst nicht mehr im Elfenbeinturm, wo man sich alles erlauben kann und Menschen jede Form der Fremdsteuerung ohne Widerspruch akzeptieren. Die Zahl der Freizeitalternativen steigt von Jahr zu Jahr und Eltern geben für ihre Kinder immer mehr Geld aus. Aber sie wollen wissen, wofür! Darauf können ihnen schon viele Dorfvereine keine ausreichende Antworten geben, weil sich hier eine hierachische Trennung zwischen dem Senioren- und Juniorenbereich entwickelt hat und fast alle Handlungsanweisungen nach autokratischen Richtlinien erfolgen. Soll heißen: wer nicht gleicher Meinung ist und spurt, der kann sich einen anderen Verein suchen. Eine Mehrheitsentscheidung wie eine Kontrolle der wichtigen Vereinsaktivitäten findet mit dem Wachstum an finanziellen Mitteln nicht mehr statt. Es sei denn, die Steuerfahnung rückt ihnen auf den Pelz!


    4. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
    - wir brauchen die besten Trainer für den Kinderfussball, weil nur durch sie die langfristige Zukunft eines Vereins nachhaltig gesichert werden kann
    - wir brauchen eine deutliche Aufwertung der Jugendarbeit, weil ohne sie keine Zukunft gestaltet werden kann
    - wir brauchen eine gleichmäßige Verteilung von Lob und Anerkennung im Verein aus Ausdruck gemeinnütziger Zielorientierung


    Welche abweichenden oder ergänzenden Konsequenzen seht ihr?

  • Die besten Trainer trainieren bereits im Kinderfußball! Soll ich Namen nennen? Zodiak, Schimanski (evtl. kann man hier schon von Jugendfußball sprechen), Ersatzbank und alle anderen Trainer. Wären sie nicht die Besten, würde das bedeuten, dass Jugendleiter nicht die Besten auswählen (ich schreibe extra von trainieren und nicht arbeiten - für Arbeit gibt es nach der Definition ein Entgelt (ok, dann fällt Zodiak raus ;) ) ; können Jugendleiter überhaupt auswählen?). Der 80ig jährige Opa, der die Kleinen mit Methoden aus dem Militär trainiert, ist der Beste, weil Einzige für die Kleinen - der steht zuverlässig und pünktlich auf dem Trainingsplatz und ist immer da (ob ich das nun gut finde oder nicht!?!).


    Tuchel, Neururer, Guardiola, Schuster, Ancelotti - wer ist der beste Trainer (die schimpfen sich übrigens Fußball-Lehrer und nicht Trainer ;) )? Schuster war letzte Saison "Trainer des Jahres" und in seinem Lehrgang soviel ich weiss "Lehrgangsbester" (war Robin Dutt auch einmal :) )


    Dem "die besten Trainer für den Kinderfußball" setze ich "die besten Mathematiker in die Grundschule" entgegen. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere nun sagt, dass dies Ressourcenverschwendung wäre.


    Ich verabschiede mich mal von "beste", weil ich das nicht definieren kann.


    "Mehr Trainer" steckt auch in der Überschrift. Ich kenne Mannschaften mit 3-5 Trainern, aber oftmals ist nur einer da. Ist das gut für die Kinder? Woche für Woche einen "Neuen" - wer will schon wöchentlich einen neuen Vorgesetzten? Brauchen Kinder nicht auch Konstanz? Was ist mit klaren Regeln und Verhaltensweisen ("Mama bekomme ich ein Eis?" - "Nein"; "Papa bekomme ich ein Eis?" - "Ja")?


    Tuchel, Nagelsmann und Wolf (VFB Stuttgart) sind aus meiner Sicht gute Junioren-Trainer - jetzt sind sie Senioren-Trainer teilweise in ihren eigenen Vereinen. Warum? Ich sage jetzt mal, weil sie beides können und wollen. Norbert Elgert (Schalke 04 U19) wäre für mich ein anderes Beispiel.


    Zum Thema Anerkennung: sind wir als Kindertrainer nicht die heimlichen "Helden" der Dörfer? Die Kinder kennen und grüßen einen genauso wie die Eltern. Wenn ich meine Kinder frage, ob ihnen das Training Spaß gemacht hat, schreien die aus vollen Kehlen "JA!". Eltern loben einen - wenn man mit aufhören droht, sogar die, von denen man es nicht erwartet hätte ;) . Auch die Presse schreibt über uns, wenn wir uns nur darum kümmern :D


    Was können 5.000 Euro/Monat für einen Kindertrainer auslösen? Traumjob? Neid? Ist es die Motivation den Kindern etwas Gutes zu tun oder nur einfach verdientes Geld? Wie sieht es im Verhältnis zum Verdienst der Erzieherin oder Sozialpädagogin im Kindergarten aus? Für wie viel Euro im Monat geben Vatertrainer ihren Job/Beruf auf und konzentrieren sich auf das Training? (wäre mal eine Umfrage wert ;) ).


    Verdammt. Ich bin keinen Schritt weiter bei der Frage (aber ich habe auch mal einen langen Eintrag wie TW-Trainer :) - und ich bin noch nicht einmal auf ein bedingungsloses Grundeinkommen als eine Lösungsmöglichkeit oder die gesellschaftlichen Vergleiche (wie viele Facharbeiter werden zu Führungskräften und fehlen als Facharbeiter) eingegangen).

  • 4. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
    - wir brauchen die besten Trainer für den Kinderfussball, weil nur durch sie die langfristige Zukunft eines Vereins nachhaltig gesichert werden kann
    - wir brauchen eine deutliche Aufwertung der Jugendarbeit, weil ohne sie keine Zukunft gestaltet werden kann
    - wir brauchen eine gleichmäßige Verteilung von Lob und Anerkennung im Verein aus Ausdruck gemeinnütziger Zielorientierung


    Welche abweichenden oder ergänzenden Konsequenzen seht ihr?

    Ich denke als Konsequenz muss sich der Anerkennungsbegriff ändern. Anerkennung sollte man nicht wegen Tabellenplätzen bekommen sondern wie zufrieden die Spieler sind und ob sich neue Spieler zum Training melden. Da ich als Trainer auch ab und zu ein paar Schulterklopfer brauche sehe ich mir die Mannschaftsentwicklung. 2016 haben bei mir 5 Mädels neu mit dem Fußballspielen angefangen und sind dabei geblieben obwohl sie auch Playstation etc. hätten spielen können. Bei U17 Kleinfeld hat man allerdings den Vorteil, dass die sportliche Aussagekraft der Tabelle gegen 0 tendiert und man eh andere Maßstäbe braucht. Hier sind aber auch nicht nur Vereine gefragt sondern auch die Politik. Bürgermeister lassen sich gerne zu Meisterfeiern etc. blicken weil man sich da auch sonnen kann. Bei einem Jugendspiel sieht man nicht. Dass die Herrenmannschaft hochklassig spielt wird breit getreten. Geht eine komplette Grundschulklasse ins Fußballtraining weil das so toll ist interessiert das kein Mensch.

  • Die besten Trainer trainieren bereits im Kinderfußball! Soll ich Namen nennen? Zodiak, Schimanski (evtl. kann man hier schon von Jugendfußball sprechen), Ersatzbank und alle anderen Trainer. Wären sie nicht die Besten, würde das bedeuten, dass Jugendleiter nicht die Besten auswählen (ich schreibe extra von trainieren und nicht arbeiten - für Arbeit gibt es nach der Definition ein Entgelt (ok, dann fällt Zodiak raus ;) ) ; können Jugendleiter überhaupt auswählen?). Der 80ig jährige Opa, der die Kleinen mit Methoden aus dem Militär trainiert, ist der Beste, weil Einzige für die Kleinen - der steht zuverlässig und pünktlich auf dem Trainingsplatz und ist immer da (ob ich das nun gut finde oder nicht!?!).

    Du siehst doch nur Ausschnitte aus unserer Arbeit - ob die wirklich so gut ist wird die Zeit zeigen. Das wichtigste - und das kann jeder mitbringen ist Interesse und Spaß an der Sache - damit ist viel gewonnen. Es geht nicht nur um unbedingten Ergebnis-/Ausbildungserfolg sondern um den Spaß am Sport und der Bewegung.
    Oft gibt es leider nicht ausreichend Auswahl für die Jugendleiter und man nimmt eine vermeindlich schlechtere Lösung als Option eins in Ermangelung einer Alternative.


    Naja ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, deshalb arbeite ich aber eher mit mehr als mit weniger Engagement - egal ob mit Herren oder Jugend, schließlich bin ich ja Dienstleister.


    Zur Auswahl - ich habe in meinem aktuellen Verein (der die Zusammenarbeit zum 30.11 mit mir übrigens beendet hat - und ich somit meine 08er verliere ;( - falls also noch jemand nen Trainer sucht ... bitte eine PN :D :D :D) einen Fußballkindergarten gemacht mit 3 bis 5 Jährigen.
    Meine beiden "Helfer" waren ein 77 und ein 79 Jähriger - beide alte Schule.
    Einer hat sich zwei Jahre lang Mühe gegeben, die Idee von Technik, vielen Wiederholungen und Torschuss nach jeder Aktion zu verinnerlichen - der andere macht wo er nur kann Gymnastik, Einwurftraining usw.


    Einen von beiden kann man jetzt alleine eine Gruppe trainieren lassen - es ist nicht "perfekt" und qualitativ und vom Zug her sicher weniger als bei mir, aber es ist gut und die Kinder haben Spaß.
    Gleichzeitig tut der Verein beiden Herren etwas gutes, den die Arbeit mit den Kindern tut beiden unheimlich gut - ich wäre in dem Alter gerne auch so vital :)


    Grüße
    Björn

  • Jeder Mensch braucht mMn zwei Dinge im Leben ( beruflich wie privat ): Anerkennung/ Wertschätzung und Perspektive. Dabei ist es individuell, wer wieviel von beidem besonders braucht. Der Eine braucht viel und oft Schulterklopfer/Lob um weiterhin motiviert zu sein. Dem anderen reicht es, ein Ziel zu haben und die Chance zu bekommen, dies auch erreichen zu können.
    Als Kinder- und Jugendtrainer ist es in der Regel aber so, dass die Bestätigung das richtige getan zu haben und auch die Anerkennung dafür zu bekommen, erst viele Jahre später erfolgen kann. Und meistens ist es sogar so, dass die Früchte des Tuns andere ernten. Nämlich Trainer äterer Altersklassen einschließlich Herrenbereich, die von der guten Ausbildung der Spieler profitieren. Im Herrenbereich fragt kein Schwein mehr danach, wer die Spieler denn so gut ausgebildet hat, dass sie jetzt der ersten Herren einen Sieg nach dem anderen bescheren. Oder die B und A auch in höheren Klassen erfolgreich sind. In der Zeitung steht da nix von wegen "auch und nicht zuletzt durch die gute Basisausbildung von XY eilt die erste Herren vom SV Hastenichgesehen von Sieg zu Sieg" und selbst im eigenen Verein kommt keiner auf die Idee mal darüber nachzudenken, wer vielleicht noch ein entscheidender Baustein für den Erfolg war.


    Dessen muss man sich als Jugendtrainer bewusst sein. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Wenn einem dies sogar egal ist oder zumindest nicht wichtig, hat man die Voraussetzung schlechthin um ein guter Jugendtrainer zu werden. Wer dies lange Jahre macht wird das Gefühl kennen bei einem Herrenspiel zuzuschauen und Freude am Spiel einzelner Spieler zu haben, die man trainiert hat, als sie noch nicht mal über die Bande gucken konnten. Man hört dann Kommentaren von anderen Zuschauern zu, wie "guter Techniker", "echt schnell am Ball", "verliert ja keine Zweikampf" usw. und schunzelt in sich hinein. Scheint er wohl mal gelernt zu haben -).


    Spätestens wenn dir ein erwachsener Mann mit einem Kleinkind auf dem Arm auf der Straße entgegenkommt und dich anspricht: Ey, Trainer. Kennst mich noch ?
    Und er dir dann in einem Gespräch erzählt, dass das Training und Spiel für ihn damals das Einzige war, wo er Freude und Spaß hatte und froh war, wenigstens für kurze Zeit von zuhause weg zu können, erkennt man, dass es wohl mehr ist was man als Jugendtrainer bewirkt bzw. leistet, als nur Fußball beizubringen. Diese Anerkennung kommt nur eben oft sehr viel später.


    Wollte ich für alle mal hier mal erzählen, die vielleicht gerade eine Phase haben wo sie zweifeln, warum sich das alles eigentlich antun. Siehe oben.

  • J
    Dessen muss man sich als Jugendtrainer bewusst sein. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Wenn einem dies sogar egal ist oder zumindest nicht wichtig, hat man die Voraussetzung schlechthin um ein guter Jugendtrainer zu werden. Wer dies lange Jahre macht wird das Gefühl kennen bei einem Herrenspiel zuzuschauen und Freude am Spiel einzelner Spieler zu haben, die man trainiert hat, als sie noch nicht mal über die Bande gucken konnten. Man hört dann Kommentaren von anderen Zuschauern zu, wie "guter Techniker", "echt schnell am Ball", "verliert ja keine Zweikampf" usw. und schunzelt in sich hinein. Scheint er wohl mal gelernt zu haben -).


    Spätestens wenn dir ein erwachsener Mann mit einem Kleinkind auf dem Arm auf der Straße entgegenkommt und dich anspricht: Ey, Trainer. Kennst mich noch ?
    Und er dir dann in einem Gespräch erzählt, dass das Training und Spiel für ihn damals das Einzige war, wo er Freude und Spaß hatte und froh war, wenigstens für kurze Zeit von zuhause weg zu können, erkennt man, dass es wohl mehr ist was man als Jugendtrainer bewirkt bzw. leistet, als nur Fußball beizubringen. Diese Anerkennung kommt nur eben oft sehr viel später.


    Wollte ich für alle mal hier mal erzählen, die vielleicht gerade eine Phase haben wo sie zweifeln, warum sich das alles eigentlich antun. Siehe oben.

    Kann ich absolut bestätigen und nur zustimmen!


    Grüße
    Björn

  • Wenn ein 77-jähriger (siehe Beispiel oben) eine Bambini-Truppe übernimmt und die Anerkennung bekommt wenn diese als Erwachsene Männer Erfolge einspielen (siehe auch weiter oben): Kinder ca. 4 oder 5Jahre - Erfolge als Erwachsene evtl. mit 20 --> 77+15 =92 Jahre alter Mann bekommt dann Anerkennung. Hm.


    Es scheint mir, als reden wir uns gerade das Thema aus unserer Innensicht ein wenig schön. Klingen die letzten Beiträge doch ein wenig nach heile Welt. Ein kurzer Einblick in meine Realität: Alleine im Bambini-, G- und F-Jugend-Bereich fehlen bei uns im Verein am Hauptstandort: 2 Bambini-Coaches, 2 G-Coaches und drei F-Coaches. Das sind 7 Personen! Die Ausreden warum keiner so eine Aufgabe übernehmen will kennt ihr (Job, Zeit, Erfahrung, Kenne mich nicht aus, will einfach nicht, etc.). Alle sind gerne bereit "mal auszuhelfen", aber keiner zieht richtig mit.
    Und ihr werdet sicher zustimmen, mit dem Argument: "Aber in 15 Jahren bekommste ganz dolle viel Anerkennung", ist das nicht getan.


    (Also wenn Du zu uns kommen magst Björn, dann jederzeit gerne! Leider wird bei uns nichts bezahlt. Aber wir haben dringenden Bedarf! Sollte jemand also jemanden in Nürnberg kennen der Lust hat bei mir mitzumachen, dann immer gerne!)


    Das Beispiel mit den besten Mathematiklehrern fand ich übrigens sehr passend.


    Aus obigen wissen wir nun: Letztlich muss es immer einen Anreiz/Grund geben, warum jemand Kifu-Betreuer sein möchte.
    Und daraus sehe ich bisher diese drei Punkte (den Punkt: Trainer will Kifu als Sprungbrett zur späteren Verwirklichung eigener Interessen nutzen, will ich nicht auflisten, denn dieser scheint mir den Kindern gegenüber irgendwie falsch zu sein):
    a) manch ein wohlhabender Verein bezahlt ordentlich.
    b) Elternteil macht es zum Wohl des eigenen Kindes.
    c) Rentner/Pensionäre sehen eine Möglichkeit selbst aktiv und fit und aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben.

  • Ich für meinen Teil muss sagen, dass Zeit ein Riesenproblem ist, warum ich kein besserer Trainer sein kann. Bei einer 50+ Stundenwoche und einer Stunde Fahrtzeit zum Training habe ich schlichtweg keine Zeit mich fortzubilden. Hier könnte der DFB helfen indem er z.B. Online Videos anbietet, das kann man sich schön am Abend anschauen. Ich denke bei den meisten Trainern ist ein grundsätzlicher Wille zur Verbesserung vorhanden, es scheitert oft an den passenden Angeboten bzw. werden die Angebote nicht richtig kommuniziert.

    Überlege dir mal wieviel Zeit du im Moment als Trainer investiert.
    Dich weiterzubilden dauert nur ein Bruchteil von der Zeit und ist auch immer irgendwie machbar, wenn man möchte. Ich verstehe auch nicht, warum heute alle immer direkt an Online Videos denken. Ein schönes Buch vermittelt häufig sogar besser das Wissen.


    Amazon -> Kinder Training Fußball -> Und man findet sogar aktuelle Bücher vom DFB. Bezahlen tun die Bücher häufig auch die Vereine. Wenn man durch ist, kann man es ja auch im Verein für andere Trainer zugänglich machen. Günstiger geht es für einen Verein wohl nicht.

  • a) manch ein wohlhabender Verein bezahlt ordentlich.
    b) Elternteil macht es zum Wohl des eigenen Kindes.
    c) Rentner/Pensionäre sehen eine Möglichkeit selbst aktiv und fit und aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben.

    Erst mal vielen Dank für deinen sehr ehrlichen Beitrag, wozu ich ein paar Fragen bzw. Anmerkugnen habe


    a.) woher weißt du, dass ihr kein Geld habt für eine angemessene Aufwandsentschädigung der Jugendtrainer?
    Kennst du das Honoar eures Seniroentrainers und die Aufwandsentschädigungen seiner Spieler? Ich würde es hinterfragen und ein paar Fakten aus eurem Umfeld sammeln, um mir ein besseres Bild machen zu können.
    Glaubst du, dass die Eltern bei einer verbesserten Ausbildung mehr Mitgliedsbeitrag zahlen würden? (Bedenke dabei mal, dass sie für ein paar Tage Fussballcamp soviel bezahlen, wie bei euch vermutlich für die ganze Jugendzeit! Warum wachsen Fussballschulen wie Pilze aus dem Boden, wenn doch gar kein Geld dafür vorhanden wäre?


    b. Elternteil als Trainer
    Für mich ist das ein falscher Ansatz und damit ein unzureichender Anreiz für eine neue Aufgabe. Denn man macht es, weil es kein anderer will. Das Kind rückt unweigerlich in den Mittelpunkt, wird von anderen argwöhnisch betrachtet und man selbst weiß auch gar nicht so genau, ob man es bevorzugt oder benachteiligt. Die Motivation Fussballtrainer zu werden sollte aus dem eigenen Spaß am Fussball entstehen und nicht am Hobby des Kindes verknüpft sein. Es will ohnehin ab der D-Jugend, spätestens ab der C-Jugend sein eigenes Ding machen. Man kann es auch aber trotzdem im Hobby unterstützen. Etwas anders sieht es m.E. aus, wenn man gern Trainer werden möchte und das Kind zeitweilig in dieser Mannschaft spielt.


    c. Rentner aktiv im Kinderfussball
    Da habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Größere Probleme gab ist in der Kommunikation. Entweder weil sie nicht in der Sprache der Kinder sprechen oder aber fast alles im Befehlston ausgesprochen wird. Sich fit zu halten und dafür Kinder für sich "tanzen" zu lassen, da fehlt es mir an der richtigen Motivation zum Trainer. Auch sportlich sah es meist sehr bescheiden aus. Unterstützung in einem engen Rahmen ist sicher auch hier möglich, aber nur eine letzte Alternative.


    Allerdings hab ich auch einige sehr gute Erinnerungen. Die besten waren an "Jahren alt", aber "im Kopf jung" geblieben sind. Einerseits viel Erfahrung, um auch in kritischen Situationen stets besonnen zu reagieren, andererseits mit großer Neugier sich allen Herausforderungen selbstbewußt zu stellen. Dieser Trainertyp wird gern als "gute Seele der Mannschaft" bezeichnet, weil er nicht nur für die Kinder, sondern auch für ihre Eltern stets ein offenes Ohr hat.



    Jeder Mensch braucht mMn zwei Dinge im Leben ( beruflich wie privat Anerkennung/ Wertschätzung und Perspektive.

    Das trifft es, so denke ich wohl noch am ehesten! Oder gibt es hier jemanden, der für seine Traineraufgaben keine Wertschätzung erwartet?