Frustabbau-Thread

  • Heutiger Frust bei einem Sommerturnier:

    In der Vorrunde haben wir jeweils knapp gegen die 2 späteren Finalisten verloren. Meine Kids waren völlig von der Rolle. Die 2 Finalisten hatten die lautesten Brüllaffen als Trainer (und ich dachte immer, ich coache zuviel und zu laut:/) Mindestens einer davon hat eine Lizenz. Darüber hinaus hat er auch auch eine private Fußballschule :baby:

  • Wo sind deiner Meinung nach bei den beiden zitierten Punkten Grenzen zu ziehen? Wo siehst du z. b. Unterschiede nach Altersklassen? Wann ist man zu wenig coach und zuviel Kumpel?a


    Hi !

    Meiner Meinung nach vor allem dann, wenn es um das thema "Grenzen setzen" geht und komunikation zwischen Coach und Spieler.


    Je älter die Jungs sind, desto deutlicher muss klar sein, wer der "chef" ist und wer der Azubi ist. Dies alles so verpackt, so das es zu einem selbst passt und man sich nicht unnötig verstellen sollte. Jungs ab und in der Pupertät haben einen sehr guten riecher, bei wem sie was machen können und bei wem nicht. Sie bewegen sich stehts im ihnen vorgegebenen Rahmen,.....Und Grenzen werden sowieso ständig aufs neue ausgelotet. Und wer hier "kumpel" sein möchte,.... hat verloren.







    Bei den kleinen 6-11... geht noch viel über "Papa für alles" sein. Da wird hier gedrückt, dort getadelt, hier ermutigt ,dort mal böse geschaut, hier mal kurz laut geworden. Bei den bambinis sollte der grundstein gelegt werden, damit es spätere Trainer leichter haben.


    Wenn alles durch das Elternhaus torpediert wird,... ist natürlich alles für die Katz...


    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • In meiner Selbstreflexion kommt mehr und mehr der Gedanke, dass Kumpel sein auch bei jüngeren nicht so gut ist. Meine 5-10-jährigen wissen nämlich auch sehr gut wie sie am besten immer auf der Grenze tänzeln. Deswegen die Nachfrage.

    Auch vor dem Hintergrund der Eltern.

    Andererseits sind wir alle in einem Verein. in unserer Freizeit. Sollte man da nicht grundsätzlich auch bei älteren immer auch Kumpel sein?... Wahrscheinlich ist es müßig, ich über diese Frage den Kopf zu zerbrechen, weil es viel zu viele Unterschiede überall gibt. Mentalitäten, Teams und und und.

    Muss wohl jeder selbst wissen was wo am besten passt. Für mich wird (in anlehnung an einen nachbarthread) nächste Saison (F2) Disziplin über Spaß/Ausbildung/Ergebnis gesetzt.

  • Ein schmaler Grad.

    Bei mir war es in der F-Jugend noch eindeutig der Kumpel-Typ, die nächsten Monate werde ich definitiv etwas anders angehen. Die Frage ist nur, inwiefern die Kinder jetzt in der E auf diesen Sinneswandel reagieren werden.

    Aber diese zu langen Pausen zwischen den Übungen gehen mir auf die Nerven.

  • Ich glaube, das ist eine Typfrage und man sollte mit pauschalen Antworten aufpassen (insbesondere im Internet, wo man das Gegenüber persönlich gar nicht einschätzen kann). Ich bin z.B. nicht der autoritäre "Chef-Typ". Wann immer ich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen versucht habe, so zu tun, als wäre ich das, sind mir die Gruppen entglitten.


    Ich glaube, Klarheit ist wichtig. Kinder haben ein feines Gespür für Unsicherheit.

  • Ich glaube, Klarheit ist wichtig.

    Klarheit auch gegenüber sich selbst. Das gilt auch für Regeln. Denn natürlich gibt es Regeln, über die man nicht diskutieren muss. Aber es gibt da ja auch einen Graubereich.


    Da hilft es nichts, danach zu schauen, wie andere das machen. Denn wenn ich da nicht mit Überzeugung hinter stehe, werden das auch die Kids nicht akzeptieren. Ich muss herausfinden, was mir wichtig ist. Das werden die Kinder meiner Erfahrung nach dann auch akzeptieren.

  • Ich sehe da eine große Herausforderung insbesondere für die Vater-Trainer, die Ihr Jahrgangsteam über viele Jahre betreuen. 2-3 Jahre wären m. E. genug. Danach kann man immer schwerer Neues vermitteln und die Disziplin zu erhalten, wird auch immer aufwendiger. Selbst in der Grundschule hat ein(e) LehrerIn eine Klasse maximal für 2 Jahre.

    MIt anderen Worten, der Trainer muss in dieser Zeit eine Entwicklung vom Kumpel zum Chef durchlaufen. Schwierig"!

  • EnterTrainer : als Mutter/Vater wirst du dein Kind nur sehr selten in der Grundschule unterrichten. Das Beispiel ist für mich deshalb unglücklich. Weiterhin wird das Kind in der Grundschule von jemand "professionell" bzw. auf gleichem Ausbildungsstand (oder auf dem Weg dort hin) übernommen - das ist aus meiner Sicht beim Fußball oft nicht gegeben.


    Ich habe meine Mannschaft (2010er) nun seit Januar 2015 und habe immer noch viel Neues zum Vermitteln :), sogar noch auf Jahre hinaus (ob ich das machen werde, weiß ich noch nicht ;)) - hätte in den Freude-Thread gehört.


    OK, was ärgert mich? Die Eltern wissen, dass ich die nächste Saison weiter mache (und sind damit zufrieden) und sie fragen mich schon zur übernächsten.

  • EnterTrainer : als Mutter/Vater wirst du dein Kind nur sehr selten in der Grundschule unterrichten. Das Beispiel ist für mich deshalb unglücklich. Weiterhin wird das Kind in der Grundschule von jemand "professionell" bzw. auf gleichem Ausbildungsstand (oder auf dem Weg dort hin) übernommen - das ist aus meiner Sicht beim Fußball oft nicht gegeben.

    also hier sind die Grundschullehrer vier Jahre in einer Klasse. Veränderungen gibts nur selten (Schwangerschaft) ;)

    Na ja, wenn der Vergleich mit den Lehrern nicht passt - unsere Trainerkollegen in der Bundesliga haben im Schnitt eine wesentlich kürzere Verweildauer in den Vereinen:).


    Aber im Ernst: Ich habe schon ähnlich wie Kleeblatt das Gefühl, dass ich mich zur Erhaltung der Disziplin nach mehr als 4 Jahren langsam vom Kumpel zum Chef weiterentwickeln muss. Ein sinnvolles und attraktives Training zu gestalten wird auch immer aufwendiger. Darüber hinaus bringt jeder Trainer seine eigenen Vorstellungen von Fußball mit, die er dann weitervermittelt. Alternative Akzente könnten m.E. der Entwicklung "meiner Jungs" gut tun, aber das bleibt aufgrund des Trainermangels bei uns bis auf Weiteres Theorie. Selbst für einen Co-Trainer reicht es bei uns nicht.