Beiträge von Skriwer

    Was ich so gesehen habe, war mir zu allgemein. Da wird es Vorlieben geben, aber wenn in solchen Handbüchern/ Jugendkonzepten einfach nur irgendwelche DFB Richtlinien stehen, kann man es auch sein lassen und die Leute dahin verweisen. Denn wenn da einfach nur z.B. fintieren als Schwerpunkt stehen, habe ich keinerlei Kontrollmöglichkeit. MMn muss da ganz genau stehen was wann gelernt werden soll. Diese Lernziele müssen erfüllbar und kontrollierbar sein und ein Mindestmaß darstellen (d.h. Man greift nicht voraus, wenn die Ziele noch nicht erreicht sind und die Ziele sind auch von unteren Mannschaften zu erreichen. Leistungsteams müssen gesondert betrachtet werden). z.B.

    Im ersten E-Jugend Jahr sind folgende Finten in ihrer Grobform beidbeinig zu erlernen

    - Schussfinte

    - Übersteiger

    - Schere


    Besonders soll darauf geachtet werden, dass die Kinder die Bewegungen zwischen Übersteiger und Schere differenzieren können. Es soll nicht vorkommen, dass ein Spieler bei einer Aufforderung zur Schere das Bein von Innen nach Außen um den Ball bewegt.

    Dass sollte für jede Altersstufe und für alle Trainingsbereiche erstellt werden, am besten gibt man noch zu jedem Bereich eine "Best-Practice" Übung und Spielform dazu, auf die unerfahrene Trainer zurückgreifen können.


    Optimal wäre natürlich die Entwicklung eines Spielmodells, an dem sich die Maßgaben orientieren und das von mindestens der Jugendabteilung getragen wird. Da muss man seinen Verein aber schon echt lieben, wenn man das Erarbeiten und vor allem durchsetzen möchte.

    Jedesmal wird der Kader über E-Mail vermittelt und manch einer ist dann nicht dabei.

    Das geht gar nicht, man sollte bei sowas immer das persönliche Gespräch suchen. Es geht zwar vielleicht nicht um so viel Geld, aber immer noch um Träume von Kindern und Jugendlichen. Wie kommt man nur auf die Idee das Aussortieren per E-Mail zu machen?! Da kann man sich auch nicht mehr mit "Wir müssen ja aussortieren." rausreden.


    Edit: Oder geht's hier um den Spieltagskader?

    Ist schon irgendwie witzig. Gefühlt hört man immer das Gleiche in solchen Interviews:


    Trainer/verantwortliche gerade im System:

    "Wir haben es mit Individuen zu tun. Die Gründe warum Spieler es nicht schaffen sind so vielfältig wie es verschiedene Menschen gibt. Es ist halt Leistungssport. Wenn es an handelnden Personen liegt verhalten die sich wegen systemischer Fehler 'falsch', bei uns wird aber alles supi gemacht und diese Fehler kommen hier nicht an."

    Extrainer, Exverantwortliche:

    "Wir verheizen die Jugendlichen. Es ist kein Wunder, dass so viele den Sprung nicht schaffen, wenn in so jungen Jahren schon so (zu) viel verlangt wird. Mir kann keiner erzählen der gerade im Geschäft ist, dass das nicht scheiße läuft."


    I

    Wenn die Spielerin sich mit ihrer Methode sicher fühlt und auch noch erfolgreich ist, ist das ja erstmal nicht schlecht, aber es macht es auch schwer Veränderungen bzw. Verbesserungen herbeizuführen. Die Spielerin wird wenig Lust haben etwas zu lernen womit sie sich erstmal nicht wohl fühlt. Wenn sie dann auch noch im Training ihre Zweikämpfe gewinnt, weil sie z.B. körperlich überlegen ist oder ihre Mitspielerinnen nicht gut genug Dribbeln können, wird ein Wille zur Veränderung völlig ausbleiben.

    Zum ersten Problem rate ich zu Positionsspielen und Ballhaltespielen in sehr engen (gemessen am Niveau) Räumen. Hier muss die Spielerin die Situationen immer wieder spielerisch lösen. Langfristig wird sich bei entsprechendem Coaching an diese Lösungsmöglichkeit gewöhnt und du wirst einen guten Transfer zum Spiel sehen. Du kannst auch besonders den Wert für das Umschaltspiel in den Vordergrund stellen, wenn du es für angemessen hältst.

    Beim zweiten Problem ist es am besten, wenn du gute Dribbler hast. Zweikämpfe verlieren ist der beste Lehrer. Hier bräuchtest du dann nur immer wieder den Vorschlag bringen es doch anders zu versuchen. Sonst helfen nur viel Geduld und stetiges Loben bei Fortschritten.

    Man muss hier aber zwischen den Positionen unterscheiden. Handelt es sich um Innenverteidigerinnen kommt es eher selten zu Situationen bei denen man Anlaufen, rückwärtig Tempo aufnehmen, ran schieben etc. muss. Es steht eher das Abfangen von Pässen und verhindern des Drehens der Stürmer im Vordergrund. Meist befindet man sich in Zonen, in denen man sehr aggressiv auf den Ball gehen muss um einen Abschluss oder gefährlichen pass zu verhindern. Wie wird denn verteidigt?

    Dieses Hochpushen bringt kurzfristig massive Erfolge. Langfristig natürlich Blödsinn.

    Aber der kurzfristige Erfolg ist das gefährliche...

    Warum ist das langfristig Blödsinn?

    Ich würde argumentieren, dass eine hohe Spiel- und Trainingsintensität für die langfristige Entwicklung sehr gut sind. Es wird sich einfach an eine hohe Spielintensität gewöhnt und so langsam die Messlatte verschoben. Die Kinder erreichen ein Niveau (körperlich und vor allem geistig) auf dem sie einfach mehr abrufen können.

    Naja, der Titel sagt ja nichts darüber aus und wer liest heutzutage denn noch mehr als den Titel? ;-)


    Ich habe übrigens gerade noch das beste Argument gegen Hallenfußball gefunden. Das diesjährige Finale des FreewayCups zwischen Dortmund und Köln. Wer 15 Minuten Zeit hat kann sich das ja mal anschauen... es ist gebolze auf höchstem Niveau




    So ein Blödsinn. Es gibt genug Weltklassespieler zu deren Kernkompetenz nicht das Dribbling gehört.

    Hier ist vielleicht ein bisschen die Übersetzung schuld, denn er meint wohl nicht das Dribbling, im Sinne des 1 gegen 1, sondern eher eine Pressingresistenz, also das sog. ballhaltende Dribbling. Ohne Pressingresistenz wird man wirklich kein Spitzenspieler.

    Der Wille der Mädels sei nicht zu unterschätzen .

    Würde es im einen begabten Jungen gehen , sähe die Sache ganz anders aus .

    Ne auch nur Jungs mit dem Willen setzten sich durch. Wer nicht will hat auch kein Talent.


    Eventuell kommt das Erwachen, was man eigentlich tun muss, etwas später, da die allgemeine Infrastruktur besser ist und dadurch anfängliche Hürden (besonders auch für die Eltern) etwas niedriger sind.

    War es denn wirklich nötig das Turnier so zu gewinnen? Ich verstehe dein verhalten nicht, lass die Jungs doch einfach spielen und kümmer dich nicht um Dinge wie den "stärksten Konkurrenten" , dann kommt auch dieses "Problem" nie wieder vor.

    Fintieren ist so eine Sache. Es gibt Spielerinnen die fintieren viel und auch unter druck und dann gibt es Spieler die werden die gelernten Finten nie anwenden. Zum Deppen musst du dich jedoch nicht machen, entweder du lässt eine Spielerin eine Finte vormachen (es wird schon eine geben die eine Schere/Übersteiger/Zidane kann) oder du machst sie selber vor, nur halt langsam. Niemanden wird es stören wenn du einen Zeitlupenübersteiger hinlegst um die Bewegung zu verdeutlichen.


    Ich baue fintieren bei mir mit ins Koordinationstraining und vor allem in die Erwärmung mit ein.

    Die Erwärmung ist der einzige Teil bei dem ich öfter auch auf statische Übungen zurückgreife und eine Erwärmung mache ich ja jedes Training.

    Wenn du in jedem Training eine Finte mit in die Erwärmung einbaust, praktisch zum Beispiel als Koordinationsübung eines parcours, werden deine Spielerinnen die Bewegungen irgendwann gut drauf haben. Um sie dann aber auch im Spiel zu sehen (bei Spielerinnen die nicht von alleine Finten ausprobieren) musst du das fintieren in Spielformen immer wieder einfordern und als individualtaktisches Mittel trainieren.

    Die körperliche Nachteile sah er erstmal als nicht so gravierend an und meinte das er das durch seine Schnelligkeit [...]

    Moment, der Junge ist schnell und ihm werden konstant Körperliche defizite unterstellt? Ist er sehr klein und hat seine Schnelligkeit nicht gezeigt? Bei sowas versteh ich die Welt nicht mehr, Schnelligkeit ist das (körperliche) Talentmerkmal Nummer Eins. Breit wird man noch mit 20, schnell nicht. Vermutlich wurde er aber einfach nur immer mit älteren Spielern verglichen (wie du ja auch schreibst), was eher auf eine zweifelhafte Einstellung der Trainer schließen lässt.

    Naja, dein Bericht klingt auf jedenfall interessan und ich freuhe mich auf Mehr.

    Da habt ihr nicht wirklich ne chance, da alle Fristen vermutlich verstichen sind. Die Sperre (persönliche Strafe) gilt üblicherweise für Spiele für die der Spieler auch spielberechtigt ist und da er diese Strafe noch nicht abgesessen hat, müsst ihr das jetzt aussitzen. Es kann natürlich auch noch Ausnahmen geben, sonnst wären wir ja nicht in Deutschland. Es wäre gut wenn du so genau wie möglich angeben könntest um welche Verbände (je nach verband sogar Kreise) es sich handelt und wie alt der betroffene Spieler ist.

    Grüße

    Charles De Goal

    Mach dir keinen Kopf, du kannst ja vorher nicht wissen wie die sich verhalten. Während des Turniers kann man nicht viel machen finde ich, außer evtl. mit den Trainern reden während sie Spielfrei haben. Obwohl ich ein Argument zum Ausschluss auch nachvollziehen kann, da vorher klar kommuniziert war, dass es sich um ein D3-Turnier handelt und nicht um ein Turnier auf dem D1 Ersatzspieler auch mal spielen dürfen. Ich stelle das mal als unverschämte Behauptung auf, weil ich mir gut vorstellen kann, dass solche Trainer auch Spieler haben die fast nie spielen.

    Auf jeden Fall würde ich ihnen sagen, dass so ein verhalten nicht okay ist und das sie sich nicht für solche Turniere melden sollen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.

    Dann kommen die bei mir auf meine Liste von Schreihälsen und Idioten und werden einfach nie wieder zu einem Turnier von mir eingeladen.

    Am meisten habe ich mich immer über Vereinspullis oder Winterjacken gefreut. Die benutuze ich vermutlich das ganze Jahr (solange es Kalt ist) und ich komme nie dazu mir sowas zu kaufen. Bei uns ist es so, dass man die leider nicht vom Verein bekommt, aber die Sachen halt schon schnell kaputt gehen wenn man sie bei jedem Training trägt.


    Wenn ichs mir aussuchen könnte, hätte ich jedoch am liebsten Eltern, die die komplette Organisation von Mannschaftsfahrt und Turnieren übernehmen. ;-)

    Hier nochmal eine kleine Übung die ich sehr gut fand um die Kids aufs Training einzustimmen. Sie braucht jedoch eventuell etwas Anlaufzeit, da sie ziemlich Komplex ist.



    Schießen aus allen Lagen als Staffel:



    Aufbau: Es werden 2 Minitore gegenüber aufgestellt und dazwischen Hütchentore Aufgebaut. Dabei sollte man auf viele Verschiedene Positionen zu den Toren achten. Um das Feld werden 6 Starthütchen aufgebaut (Hier: Orange). Die Abstände sollten so gewählt sein, das man gut in dem Feld Passen kann.


    Die Mannschaft in 2-4 Teams einteilen und jedem Team ein festes Tor zuordnen. Sie dürfen nur auf ihrem Tor treffen. Je mehr Teams, desto intensiver (da weniger Spieler pro Team) und schwieriger. Um es etwas zu vereinfachen kann man einfach mehr Tore aufstellen, damit jedem Team nur ein Tor zugeordnet wird

    Wenn man will kann man natürlich auch Jugendtore oder normale Tore nehmen (je nach Alter) und jeweils einen Torhüter reinstellen. Die Torhüter sollten dann aber schon warm sein, denn ich glaube es wird sehr anstrengend für sie.




    Ablauf:

    Der erste Spieler jedes Teams startet ins Feld und bietet sich so an, dass er den Ball, nach einem Zuspiel, mit dem ersten Kontakt durch ein Hütchentor mitnimmt und mit dem zweiten Kontakt auf das ihm zugeordnete Tor (und evtl. vorgegebener Technik) abschließt. Verplempert der Spieler seinen ersten Kontakt und erfüllt die Aufgabe nicht, muss er den Ball zu seinem Mitspieler zurück passen, der wiederum in den freien Raum ablegt (praktisch ein Doppelpass) und nun darf der Stürmer mit dem ersten Kontakt treffen. Nach dem Torabschluss (Ob Erfolgreich oder nicht ist egal) startet der nächste Spieler sofort ins Feld und bietet sich für ein andersfarbiges Hütchentor an. Der Schütze holt seinen Ball und stellt sich wieder an. Der Durchgang ist beendet nachdem das erste Team durch alle Hütchentore ein Tor erzielt hat. Nun wechseln alle Teams im Uhrzeigersinn das Starthütchen und ein neuer Durchgang beginnt.

    Wertung: Nachdem alle Teams einmal von jedem Starthütchen gestartet sind ist die Staffel vorbei und ein Gewinner muss gekürt werden.

    Jedes erzielte Tor ist ein Punkt, jeder gewonnene Durchgang gibt 5 Punkte. Alternativ hat einfach das Team gewonnen, welches die meisten Durchgänge für sich entscheiden konnte.

    Hinweise:

    Man steht immer unter Zeit und Orientierungsdruck. Es ist deshalb ratsam genau auf die Einhaltung der Regeln zu achten, da sonnst schnell mal auch ausversehen geschummelt werden kann. Besonders durch Spieler die gerne mal abschalten oder zur Faulheit neigen. Schießt z.B. ein Spieler einfach aufs Tor ohne eine der beiden Aufgaben erfüllt zu haben, lasse ich ihn seinen Ball holen, durchs rote Hütchentor dribbeln, dann einen Doppelpass spielen und endlich schießen. Erst dann darf der nächste Spieler starten. Diese Verzögerung bedeutet fast immer den Verlust des Durchgangs und der Spieler bekommt von seinen Teamkollegen mächtig ärger.

    Ist der Ablauf dann erst mal drin, steigt das Tempo immer weiter. Durch das wechseln der Starthütchen, beim gleichbleiben der zugewiesenen Tore, müssen sich die Spieler in jedem Durchgang neu orientieren, müssen den Ball in alle Richtungen mitnehmen und sie sollten dadurch auch beide Füße benutzen. Ist das nicht der Fall kann man explizit die Benutzung verschiedener Füße fordern. z.B. erster Kontakt nur mit Links. etc.


    Manche Spieler werden den Ball umlaufen um mit ihrem starken Fuß zu treffen. Hier kann man dann erklären, dass das immer Zeit kostet und vermieden werden sollte um den Durchgang nicht zu verlieren.

    Andere Spieler werden den Ball komisch und weg vom Tor mitnehmen um nicht ihren schwachen Fuß benutzen zu müssen. Hier kann man wiederum erklären, das Schüsse aus der Drehung weniger erfolgversprechend sind.

    Sollte das alles nichts nützen, direkt Fordern mit neuen Regeln (z.B. Tore nach Ballumlaufen zählen nicht).

    Klar darf man den mit einbeziehen, er darf halt, in der eigenen Hälfte, nur ein mal Angespielt werden und muss fürs weitere Kombinieren aufrücken. Bei Erwachsenen ist das ein großes Risiko, weil die dir halt die Kirsche direkt nach Balleroberung einschenken. Bei Kindern passiert das aber selten, besonders wenn man spielerisch überlegen ist.

    Je nach Qualität der Mannschaft würde ich im 3-1 oder 2-2 den Gegner spiegeln oder im 4-0 spielen.

    Bringen deine Spieler große Dynamik und Spielintelligenz mit, ist ein 4-0 günstig da der Nachteil, keine direkten Anspieler in die Tiefe zu haben, durch Dynamische Läufe und Rotationen ausgeglichen wird und man kommt besonders gegen 2-2 Teams, die mit Manndeckung verteidigen, gut vors Tor. Die entsprechenden Standards findet man leicht im Internet.

    Ein weiterer Risikofaktor ist, dass es nur eine Absicherungslinie gibt. Du musst also Spieler haben, die mutig ins 1 gegen 1 gehen und schnell umschalten.

    Finde ich gut, auch wenn zumindest die Analysen bis jetzt etwas dünne sind.

    Mal sehen wie sich das entwickelt. Ich hoffe ja, dasd dort dann Analyse und Training nicht getrennt betrachtet wird, sondern aus den Analaysen direkte Handlungsanweisungen für Trainer erarbeitet werden.