Beiträge von Trainer91

    Mein Problem in diesem Fall ist, dass einerseits somit 5 Plätze des Jungsstützpunkts durch Mädchen belegt werden und gleichzeitig der Mädchenstützpunkt extrem geschwächt wird. Wenn man im Stützpunkt unterfordert ist und völlig heraussticht wäre mmn der Wechsel in ein NLZ der nächste logische Schritt und nicht der Wechsel in das Fördersystems des anderen Geschlechts, was ja zwei der Mädchen bereits machen.

    Aber werden die Mädchenförderstrukturen wie Mädchenstützpunkte etc. nicht durch so ein Verhalten untergraben?

    Jedes halbwegs talentierte Mädchen spielt mittlerweile in einer Jungsmannschaft mit der Begründung, dass es in der Mädchenmannschaft keine gleichwertigen Spielerinnnen gibt.

    Kann es ja auch gar nicht, wenn wie gesagt jedes Mädchen das zweimal den Ball hochalten kann in eine Jungsmannschaft wechselt. Hier beisst sich irgendwie die Katz in den Schwanz. Erstrebenswert wäre es natürlich, wenn es irgendwann optimale Förderung für Mädchen geben würde, ohne dass sie in Jungsmannschaften spielen müssen. Aber ich habe den Eindruck, dass hierfür auch nichts getan wird.

    Dein Argument mit den BFV-NLZs kann ich gar nicht nachvollziehen. Das erklärte Ziel dieser Einrichtungen ist es ja nicht, dass sie Spieler für ihre Herrenmannschaften ausbilden, sondern, dass sie als Schnittstelle in der Talentförderung fungieren. Warum da Mädchen-NLZ nicht auch als Ziel ausgegeben werden können kann ich nicht nachvollziehen. Unsere Damen Nationalmannschaft hat im Moment ja auch Bedarf :huh:.


    Am wichtigsten ist für mich aber das Argument der "Fairness". Wenn ein Mädchen das sportliche Niveau hat um in meiner Mannschaft zu spielen und sie sich aus Mangel an Alternativen dazu entscheidet bei mir spielen zu wollen, dann wird sie selbstverständlich auch die Chance dazu bekommen.

    Du hast Recht, das Beispiel mit den BFV-NLZ ist maximal falsch gewählt. Da diese Vereine vom Verband stark beeinflusst werden, sollen hier sowohl männliche als auch weibliche Leistungsträger gefördert werden um in späteren Auswahlmannschaften eingesetzt zu werden.


    Ich frage mich bei den bestehenden Strukturen in denen weibliche Talente gleichzeitig in Mädchenmannschaften, Jungsmannschaften, Mädchen-Stützpunkten, Jungs-Stützpunkten etc. etc. sind, ob es nicht sinnvoller wäre daraufhinzuarbeiten, eine Förderungsstruktur zu etablieren, bei denen Mädchen nicht mehr mit Jungs zusammenspielen "müssen" um optimal gefördert zu werden. Sprich flächendeckende Förderung für Mädchen, inklusive attraktive Ligensysteme mit qualitativ höherwertigen Mädchen-Mannschaften.

    Kennen wir uns ?


    Es gibt soviele Antworten in Bezug darauf, warum Mädchen In Jungsmannscgaften spielen sollten .

    Da gibt es hiervon Forum alte Beiträge und man kann das auch googeln .

    Darf ich dann fragen warum du auf meine Frage überhaupt "antwortest" wenn du eh nichts zu sagen hast?


    Und das wir uns kennen denke ich eher nicht. Daher meine Frage über deine Funktion. Eine Soccermum reagiert auf solche Fragen natürlich emotional aufgeladen, um nicht zu sagen getriggert, anders als etwa ein Trainer...

    Nicht wirklich dein Ernst ??

    Oh wie schlimm Hilfe da ist ein Mädchen !!👭👭👭👭👭

    Das ist jetzt dermaßen aus den Zeiten mit den Kaffeeservice , dass ich schon lachen muss .

    Hier im Forum sind sehr viele kompetente auch männliche Trainer , die Jungsmannschaften trainieren und aus vielen Beiträgen Kannst du dir die Antwort erlesen .😜

    Google mal z.b . Dafina Redzepi

    Eine unglaublich hilfreiche Antwort von dir...

    Eine weitere provokante Frage von mir: bist du überhaupt Trainerin oder ähnliches?


    Da kann ich mit der Antwort von MightyReds schon deutlich mehr anfangen. Wenn es im Umkreis einfach keine Mädelsmannschaft gibt, spielen die Mädels bei den Jungs, das macht für mich Sinn!

    Ich glaube vielen ist gar nicht klar , wie wenig Mannschaften es überhaupt bei den Mädchen gibt und dass die Mädchen, die bei den Jungs spielen dort spielen , weil die entweder keine Mannschaft finden oder sie keine ebenbürtigen Spielerinnen finden .

    Ich bin jetzt mal bewusst provokativ, da mich dieses Thema immer wieder beschäftigt:

    Ist ja logisch, dass es keine gescheiten Mädchenmannschaften wenn alle halbwegs guten Mädchen bei den Jungs spielen, oder?

    Ebenso verstehe ich nicht, warum Trainer/Jugendleiter von Jungenmannschaften überhaupt Mädchen aufnehmen? Was ist das Ziel dabei?

    Die Jungsmannschaften haben doch auch den Zweck Spieler für die Herrenmannschaften auszubilden, dies kann bei Mädchen ja schlecht der Fall sein. Selbst Bfv-NLZ haben teilweise Mädchen in ihren Mannschaften. Versuch man sich hier mit weiterentwickelten Mädchen Erfolge zu holen?


    Sind so einige Fragen auf die ich nie so Recht eine Antwort bekommen habe.

    @Fallkao Versuch erst gar nicht deine Ansicht zu erklären. Ich glaube hier fühlt sich einfach jemand durch eine Aussage massivst getriggert...


    Auch als Kind/Jugendlicher kam nie mein Vater/Mutter nur im Ansatz auf die Idee für mich abzusagen. Ist mein Hobby, ich bin dafür verantwortlich die Regeln etc. einzuhalten. Ist eigentlich ganz einfach wenn man die Kinder machen lässt. Manche nehmen Ihren Kindern heutzutage alles gerne ab und berauben sie um die Entwicklungsmöglichkeiten.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Vereine intern zwischen den Mannschaften, aber auch untereinander auf Kreisebene im Kifu viel, viel mehr kooperieren müssten. Dann hätte man m. E. auch diese leidigen Themen nicht. Stattdessen wacht jeder Verein - und ja auch nicht wenige Trainer - mit Argusaugen über "seine" Kinder.

    Stimme dem teilweise zu, wobei ich es auch wichtig finde, dass nach wie vor so etwas wie Konkurrenz/Wettkampf herrscht und hier und da auch mal ein Spruch zwischen den Vereinen oder gegnerischen Mannschaften gedrückt wird. Finde das gehört auch einfach zur Entwicklung von Kindern dazu. Diese ständige Weichgespüle in allen Lebensbereichen bringt mmn. die Kinder nicht wirklich vorran. Es darf ruhig mal geweint, gejubelt und gefeiert werden. Ein Kind darf auch kurzzeitig erleben wie es ist überfordert/unterfordert zu sein.

    Alles natürlich in einem angemessenen Rahmen.

    Ich glaube ehrlich gesagt ohne einen besonderen genetischen, kognitiven, o.ä. Vorteil wird man nie eine "Waffe" haben bzw. ein "Unterschiedsspieler" sein.


    Werner, Sane, Gnabry -> unglaublich hohe Schnelligkeit und Schnellkraft, vermutlich aufgrund eines außergewöhnlich hohen Anteil an Fast-Twitch-Fasern in der Muskelfaserzusammensetzung. Besonders Sane lässt darauf schliessen, da der Vater ebenfalls schon Profi war.


    Klose, Müller etc. -> unglaublicher Ehrgeiz (kognitiver/motivativer Vorteil). Kann man in der Form wahrscheinlich nicht antrainieren/erwerben


    Özil, Kroos etc. -> außergewöhnliches Spielverständnis (kognitiv). Vieles davon wahrscheinlich angeboren, bzw. die Fähigkeit so ein Verständnis zu entwickeln ist angeboren.


    Professionelles Training, dauerhaftes Messen auf höchstem Niveau etc. ist dabei natürlich die Voraussetzung um Profi und Unterschiedsspieler zu werden. Aber manche Kinder könntest du auch tottrainieren und sie würden immernoch Kreisklasse spielen.

    Mein persönliches Fazit ist daher, das es einem leider in die Wiege gelegt ist, ob die Möglichkeit besteht Profi/Unterschiedsspieler zu werden. Das diese Gabe dann nicht jeder umsetzt ist wieder ein anderes Thema...

    Muss Goodie hier zustimmen. Man bedenke wie das ausgesehen hätte wenn heutige Bundesligaspieler in ihren damaligen Dorfvereinen tatsächlich in der Mannschaft ihres Jahrgangs mitgespielt hätten. Da hätten weder Mitspieler, Gegner, noch der Spieler selbst was davon gehabt.


    Kenne auch ein Beispiel eines heutige 3. Liga- Spielers der im Verein des Nachbardorfs groß wurde und teilweise 3-4 Jahrgänge nach oben gestuft wurde. Anfang D-Jugend ist er dann in ein NLZ gewechselt. Hätte sich dieser Spieler auch so entwickelt, wenn er mit gleichaltrigen gespielt und trainiert hätte?


    Natürlich muss seitens Trainer/JL/usw. eine klare Linie gefahren werden. Aber das schließt sich meiner Meinung nach nicht aus.

    Absolut herausragende Talente entsprechend nach oben schieben, den Rest jahrgangsgemäß spielen lassen. Die Festlegung wer als Top-Talent gilt nehmen JL und Trainer gemeinsam vor und diese Einschätzung würde ich maximal jedes halbe Jahr neu vornehmen. Damit wären die Diskussionen auch relativ schnell geklärt.


    Würde diese Vorgehensweisen den Eltern gegenüber auch immer als fest und unverhandelbar verkaufen. Sobald die auch nur ein wenig merken, dass man davon eventuell abrückt rennen sie einem die Bude ein. Deswegen hart bleiben und seine Philosophie durchziehen.

    Wie Sir Alex sagt ist das Stärken der Stärken hier wohl die nahe liegende Lösung.

    Zusätzlich sollte der Spieler immer wieder dazu ermuntert werden seine Stärke auch einzusetzen. Ein spezifisches Positionstraining zielt in diese Richtung ab (z.b. als ST 5 Abschlüsse nach flachem Zuspiel, 5 nach hohem Zuspiel etc.). Dies kommt aber für eine U9 definitiv zu früh.


    Was du als "Unterschiedsspieler" bezeichnest wird im NLZ/Profibereich als Vorhandensein einer "Waffe" bezeichnet. Sprich der Spieler hat eine herausragende Stärke die ihn von anderen Spielern abhebt.

    Trainer91

    Bei mir war es nicht nur weil er der Kasperl war sondern weil er so viel Potenzial hat und dieses durch sein rumalbern nicht abgerufen hat. Deswegen habe ich ihm Verantwortung umgehängt damit er reift.

    Mittlerweile trainiert er fallweise mit seinen 13 Jahren in der U23 mit und besticht auch dort mit seiner Technik und Schnelligkeit.

    Hat auch ein Vorbereitungsspiel in der U23 bestritten und bekam von allen Seiten großes Lob ausgesprochen. Die Gegner waren sehr erstaunt als ich Ihnen sagte das der Bursch erst 13 Jahre alt ist.

    Ich kann aus der Ferne eben auch schlecht einschätzen wie genau er tatsächlich drauf ist/ drauf war. Zwischen ein bisschen Kasperl sein und das Training massiv und nachhaltig stören liegen ja immernoch Welten. Du wirst schon die richtige Wahl getroffen haben, Ich habe eben einfach einen anderen Ansatz.


    Wenn dieser 13-jährige allerdings bei eurer U23 mithalten kann, dann ist er allerdings im falschen Verein. Wenn es sich bei eurer "U23" nicht um eine Thekentruppe handelt und er tatsächlich mithalten kann, müsste er vom Leistungsniveau her wohl eher in einem NLZ spielen.

    Trainer91 Welche alternative haben wir ? Wahrscheinlich wird sie nicht drauf eingehen , aber es war einen Versuch wert. Die Position des Kapitäns in diesem alter wird meiner Meinung nach überschätzt. Ich sehe es eher als Belohnung für gutes Training .Wirkliche Führungsspieler gibt es wenige in der D. Und wenn .... ist es nicht auch unfair wenn der Sohn /Tochter des Trainers Kapitän ist. ;)


    Meine Hoffnung ist einfach , dass sie zum Training kommt wenn sie merkt das wir auf sie verzichten. Auch wenn es für die Mannschaft Nachteile hat.

    Du hast Recht, versuchen kann man es mal. Aber meiner Erfahrung nach wird sich bei solchen Fällen selten was ändern.

    Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erschrocken wen ihr alle in eurem Team zum Kapitän macht :D

    Im Endeffekt bekommt der mit dem schlimmsten Verhalten die Binde, um zu versuchen dass er/sie sich bessert?

    Bei mir muss der Kapitän immer ein absolutes Vorbild auf und neben dem Platz sein, am besten sollte er natürlich auch Stammspieler sein. Optimalerweise noch dazu eine eher defensive Position spielen, da somit die defensiven Positionen indirekt gewürdigt werden und defensive Spieler seltener egoistische Aktionen auf dem Feld bringen.


    Solche Clowns die das Training stören oder gar nicht erst zum Training aber dann zum Spiel kommen wären bei mir nach wenige Wochen weg. Habe da wohl einfach eine andere Herangehensweise.

    Dann teile ich mal meine Erfahrungen. Ich spreche bei meinen Erfahrungen von einem NLZ eines 1. Ligisten aus Süddeutschland.


    Typisch ist nach meiner Wahrnehmung der Wechsel nach der U15, also zur U16.

    Ja, das ist so der Klassiker. Nach der U15 Oberliga Saison werden gerade bei den Kooperationsvereinen dort die besten gerne abgefischt. Diese werden beim Übergang zur U17 (Junioren-Bundesliga) aber fast genauso schnell wieder aussortiert und mit nationalen und zum Teil auch internationalen Talenten (aus Österreich, Schweiz, Frankreich, Tschechien etc.) ersetzt.


    Ablöse bzw. Ausbildungsentschädigung beim Wechsel trägt der aufnehmende Verein.

    Kenn ich auch so


    Unterbringung und Verpflegung im Internat trägt der Verein.

    Teils, Teils. Die Toptalente müssen gar nichts zahlen und gehen mit einem Plus raus. Die mittelmäßigen Talente (diese werden gerne mal statt im Internat, in Gastfamilien untergebracht) müssen von ihrem Lohn teilweise was für das Essen und die Gastfamilie zahlen.


    Der Jugendspieler erhält einen Fördervertrag mit einer Mindestentlohnung von 250€ pro Monat (ist von der DFL so vorgeschrieben). Höhere Beträge kann man mit dem Verein aushandeln.

    Ein Großteil aber nicht alle Spieler ab der U16 bekommen einen Fördervertrag, der 3. Torwart etc. gehen gerne mal leer aus. Der Fördervertrag dient vor allem dazu bei einem Wechsel zu einem anderen Buli-NLZ eine Ablöse verlangen zu können. Lohn siehe Antwort oben.


    Die Eltern tragen die Kosten für die Fahrten zwischen Heimatwohnort und Internat. Hier kann man je nach Verein auch eine anteilige Kostenübernahme verhandeln. Das ist der Hauptkostenblock! In unserem Fall 200 km Entfernung einfach, ca. 50 Fahrten hin und rück im Jahr sind 20 Tsd. km im Jahr! Mal 0,30 € pro km sind 6000€ pro Jahr. Und mit den 30 Cent pro km kommt man vermutlich nicht hin.

    Das kenne ich auch so. Wobei manchen Spielern auch mal Fahrten in die Heimat etc. gezahlt werden. Bei internationalen Talenten auch ins Ausland.


    Manche Dinge werden doppelt benötigt, einmal im Internat und einmal weiterhin zuhause (Möbel, Zahnbürste, Computer, Kleidung), weil man die nicht ständig hin und her schleppen will. Einrichtung im Internat war bei uns knapp 2000€. Wir hätten auch Möbel gestellt bekommen, unser Sohn wollte aber lieber selbst einige Sachen aussuchen.

    Möbel werden in der Regel gestellt. Der Rest wird halt nach eigenem ermessen gekauft.

    noch vergessen: Ausrüstung wird gestellt für Spiel und Training. Selbst kaufen müssen die Spieler oder deren Eltern die Fußballschuhe und Schienbeinschoner. Bei den Schuhen braucht unser Junge drei Paare, Stollen, Nocken und Halle. Wer da nicht immer ins unterste Regal greift, hat da schnell nochmal 500 Euro pro Jahr auf der Rechnung.

    Kenne ich anders. In dem von mir beschriebenen Verein bekam jeder neben der Trainingskleidung auch 2-3 paar Fußballschuhe pro Jahr vom Verein gestellt. Schienbeinschoner wurden nicht gestellt, aber sind denke ich zu verkraften.

    Das ist das A und O. Wenn man hier im Forum von Problemen bei der Mannschaftseinteilung liest, haben diese Fälle immer eins gemeinsam: Es gibt keine klaren Regeln/Vorgaben seitens der Jugendleitung.

    Sehe ich genauso. Hier muss der Verein einfach klare Vorgaben machen und die dann durchziehen. Wenn die Eltern/Trainer/Spieler wissen, dass der Verein eine klare Linie durchzieht wird es weniger Widerstand geben. Nach dem Motto "Das wurde hier bei uns schon immer so gemacht...".