Spieler fällt deutlich ab.

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  • Ich habe jetzt schon seit einigen Tagen ein sehr mulmiges und schlechtes Gefühl bei unserer Mannschaft, bzw. Einen Spieler.


    Wir sind keine gute, Aber mittlerweile nach 1.5 Jahren auch keine schlechte Mannschaft mehr. Eigentlich sind seit dem Anfang alle Spieler zusammen geblieben, einer ist gegangen, zwei kamen hinzu.

    Das Niveau ist relativ ausgeglichen würde ich sagen, gerade in diesem Alter haben wir bei jedem Spieler mindestens eine ,,Fähigkeit" die er sehr gut ausüben kann.


    Bei dem einen Spieler ist halt das Problem, dass er sich A.) überhaupt nicht entwickelt hat und m.M.n. auch nicht die athletischen Fähigkeiten mitbringt.

    Er ist jetzt kein dicker Paul und der Wille ist auch ab / zu zu erkennen, aber es reicht einfach nicht.


    Nicht falsch verstehen, ich möchte ihn im F Jahrgang nicht aussortieren, aber da wir aufgrund einer guten Hinrunde stark eingestuft worden sind, sehen leider selbst die Mitspieler das derjenige im Spiel gnadenlos überfordert ist.

    Ich kann die übrigen Spieler derzeit ruhig halten, aber bei normalen Situationen im Training (5-2 auf ein Tor, mit Kontertoren) fällt er leider nur noch "negativ" ab.


    Ich mag ihn, auch seine Eltern, aber sie scheinen nicht zu realisieren, wie groß der Unterschied ist.

    Was soll ich machen?


    Wie gesagt, rausschmeißen ist in diesem Alter keine Option, allerdings ist Spielpraxis im Spielbetrieb (Testspiele auf jeden Fall!) schwierig, Da wir dann faktisch gesehen einer weniger sind und gleichzeitig langsam immer mehr die Motivation bei den anderen sinkt im Spiel oder auch bei Übungen.

    (wenn die Aktionen von ihm nicht klappen.)


    Vielleicht gehört das auch in den Frust-Thread, aber ich bin da ziemlich ratlos.

  • 4 Beispiele habe ich für dich aus meiner eigenen MAnnschaft


    1. Null Talent ---> "beinahe" Überflieger

    Ich habe einen Jungen in deR Mannschaft, der spielt seit den Bambinis. Er war bei den jüngeren F-lingen in der Hinrunde eigentilich "fehl am Platz". Sehr klein. Kein Selbstvertrauen. Wusste auf dem Feld gar nichts anzufangen....wusste nicht wohin er laufen sollte etc. etc. etc.

    Der Junge hatte Fußballerisch eigentlich nichts vorzuweisen, ABER der Junge wollte, er wollte unbedingt und hat sich immer reingeworfen. Technisch ist er aktuell für sein alter gut würd eich sagen, durch seinen Willen macht er das aber mit wett und ist ein kleiner "Führungsspieler" geworden


    2. zwei linke Füße ---> auf der richtigen "Position" absolut dabei

    der junge hat eigentlich zwei linke Füße. Das Dußballerishce Talent, ist gar nicht vorhanden. Spielverständnis auch nicht. Wenn ich ihn als Stürmer einsetze haben wir einen spieler weniger, in der Abwehr macht er seine Sache eigentlich relativ gut und in der letzten Zeit auch immer immer besser. Zweikämpfe werden angenommen und in schweren SPielen hat er auch schon sehr überrascht.


    3. kein Talent, sehr klein, versteht im Training fast keine Übung ---> Kampfmaschine

    der Junge ist sehr schwierig, ein sehr lieber Kerl mit wenig Talent und sehr klein. Ihm haber ich auch schon ein paar Mal erklärt, das wir wenn er nicht mitmacht, dass wir dann ein Spieler weniger auf dem Feld haben. Sein großes Manko ist ein sehr geringes Selbstvertrauen. Das er sich aber jetzt immer mehr erarbeitet hat und auf dem Feld rackert er bis zum umfallen. springt in jeden Zweikmapf und tut alles um den Ball zu bekommen.


    4. Nichts ---> immer noch nichts

    Hatte kein Talent und es hat sich auch nicht wirklich die Entwicklung eingstellt. Versteht die meisten Übungen auch nicht. Versucht keine Tipps umzusetzen die ich gebe und nimmt am Spielgeschehen (auch bei Funino) eher durch die Präsenz teil, als durch Aktionen.

    Ich habe wenig Hoffnung, dass da so eine Entwicklung kommt wie bei den ersten drei.


    Was will ich dir sagen? Folgdene Aspekte

    1. Warum kommt nichts ? Körperliche defizite, Motivation oder alles?

    2. Gibt es (wie du auch schon bei den anderen sagst) etwas das du rauskitzeln kannst. Wille? Verteidiger? etc?

    3. Faktor Zeit? Lass ihm noch was zeit und schau wie er sich selber entwickelt.


    Ich lasse bei mir alle weiterhin mitmachen und wir verscuehn uns auch ständig zu verbessern.

    Meine Aufgabe als Trainer ist es die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass auch Nummer 4 zu dem bestmöglichen Spieler im Rahmen seiner Möglichkeiten werden kann.

    Es frustriert mich häufig, ja. Es frustriert auch die anderen Kinder, ja.

    Es interessiert die Eltern des Kindes eher nicht, nein.


    Aber alles das gehört dazu. Mein PRinzip ist: Jedes Kind darf Fußball spielen und hat auch das recht darauf. Es muss es nur selber wollen.

    und alle 4 Kinder kommen regelmäßig und gerne zum Training, anscheinend haben sie irgendwie spaß....

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Kleeblatt, ich nehme an, ihr seid keine Leistungsmannschaft? Das heißt, dieser Junge ist angemeldet und dann muss du ihn integrieren.


    Ansonsten musst du das entsprechend kommunizieren, dass ihr eine Leistungsmannschaft seid, die gewisse Anforderungen voraussetzt und dass, wenn diese nicht gegeben sind, ein Kind sich eben einen anderen Verein suchen muss.


    Wenn ein Kind regelmäßig zum Training kommt, aber sich nicht entwickelt, wäre das für mich eine Anfrage an mein Training. Normalerweise sollte gutes Training auch Früchte zeitigen.


    Wir haben bei uns auch einen "dicken Paule", bei dem aber tolle Fortschritte zu sehen sind. Für uns ist gerade die Entwicklung dieses Spielers der Maßstab für die Qualität unseres Trainings.

    "There is only one ball, so you need to have it." (J. Cruyff)

  • Powerzwergenpapa Ich würde jetzt nicht gleich so weit gehen und das ganze Training hinterfragen.

    Was Kleeblatt macht, ist doch richtig : er fragt erst, was er mit dem jungen machen kann. Damit es besser wird.


    Und ich kenne auch die Situation, wo wegen einzelner antifussballer, das ganze Team die Lust verliert. Damit muss man lernen umzugehen.

    Das ein Rauswurf im Breitensport nogo ist, ist klar.

    In allen diesen Fällen, die ich bisher kennengelernt habe, ist jedoch eines immer gleich - und das schreibt Kleeblatt auch : die Eltern erkennenen gar nicht, die klaffende Lücke. Nicht mal wenn man sie direkt damit konfrontiert. Das wird dann weggelächelt oder so.

    Noch nie hat eine Mama oder ein Papa zu mir gesagt:" da hast recht, er ist echt weit weg von den anderen."


    Auch keine Lösung in meinem Sinne, ist, den jungen innerhalb des Vereins in ein anderes Team zu stecken - zumindest nicht, wenn er nicht von selbst möchte. Oder erst später, wenn nichts anderes hilft. Denn abschieben ist genauso oberflächlich bequem wie Rauswurf.


    Also gewöhnt dran mit ihm zu spielen. Und wenn du sagst ihr könnt jetzt in die F, dann gilt das umso mehr. Er gehört dazu und wahrscheinlich macht er innerhalb der nächsten zwei F Jahre einen Sprung.

    Du kannst das eigentlich vernachlässigen. Den Dein Problem ist ja nicht dieser Junge, sondern dass die anderen deswegen nörgeln! Würden die anderen einfach spielen, wäre doch alles gut. Dieses Problem musst du lösen! Denn diese Haltung komnt wieder, sobald der nächste schwächere dann erkannt wurde, wenn der erste weg ist etc..

  • Vorab, da es anscheinend falsch verstanden worden ist, wir spielen F-alt und kommen dann im Sommer in die E.

    Da sollte es dann langsam mit dem Blümchen pflücken vorbei sein. (Hat jetzt nichts mit diesem Spieler zu tun, aber solch einen Kandidaten haben wir auch.)

    Damit meine ich, dass man in der E.Jugend schon langsam einen gesunden Ehrgeiz der Spieler und als Mannschaft einfordern darf. Die Zeit wird weniger. (Gewagte Aussage hier, ich weiß.)


    Goncare

    Natürlich, diese Fälle kenne ich auch. Er ist halt eher "Typ 4".

    Man muss dazu sagen, dass er dieses Jahr auch ziemlich lange gefehlt hat, dadurch fehlt im die so dringend benötigte Trainingspraxis.
    Ich kann derzeit leider nicht erkennen, wo ich ihn einsetzen könnte um etwas heraus zu kitzeln.

    Gefühlt würde ich sagen, dass dieses Fussball spielen, für ihn etwas "normales im Alltag" geworden ist, wie das zur Schule gehen. Wille ist manchmal da, der Spaß auch.


    Powerzwergenpapa

    Er spielt ja schon seit zwei Jahren in der Mannschaft, länger als ich Trainer bin.. Er war schon damals einer der Schwächsten, immerhin lässt er sich nicht mehr wegdrängeln, wenn man ihn anstachelt mal mehr Wille zu zeigen.

    Ich hinterfrage immer mein Training und anhand der Eindrücke und Trainingsbeteiligung aller denke ich, dass unser Training ein breit gefächertes Angebot ist.

    Wie gesagt, eigentlich bei jedem Spieler sehe ich eine (mind.) Fähigkeit, die sich schon sehr gut entwickelt hat, bei ihm müsste ich alles einzeln trainieren. (Und Übungen machen, die alle anderen langweilen.)


    Wir haben ihm sogar einmal ein Einzeltrainings angeboten. Er kam nicht. Stattdessen kam derjenige, der eine 100% Trainingsbeteiligung hat..(Siehe Vergleich mit der Schule.)


    Ersatzbank

    Stimme dir in der Thematik absolut zu. ;)

    Allerdings wie oben beschrieben, wir kommen jetzt im Sommer aus dem F-Bereich. Und diesem hat er eben nicht die nötigen Schritte machen können. Ich dachte auch schon, dass er langsam die Lust verliert, aber ich denke das Schul(e)-Vergleich oben passt ganz gut zu diesem Jungen.

    Das mit dem Nörgeln unterbinde ich ja aktuell noch ,,recht erfolgreich."

  • Da möchte ich mal kurz eingrätschen.

    Damit meine ich, dass man in der E.Jugend schon langsam einen gesunden Ehrgeiz der Spieler und als Mannschaft einfordern darf. Die Zeit wird weniger. (Gewagte Aussage hier, ich weiß.)

    Ok kannst du das auch begründen? Warum ist das so?

    Die Aussage ist hier eigentlich nur gewagt wenn dahinter nichts steckt.

    Wir haben ihm sogar einmal ein Einzeltrainings angeboten. Er kam nicht.


    Wollte er das denn? Das muss ich sagen finde ich in der F etwas übertrieben.

    Und diesem hat er eben nicht die nötigen Schritte machen können

    Was waren diese Schritte und wofür waren sie nötig?


    Seid ihr nun eine Leistungsmannschaft oder nicht? Deiner Beschreibung nach ja eher nicht, aber ich muss von dem was du sagst schon davon ausgehen, dass du (und vermutlich einige Eltern) sich das wünschen. Eventuell musst du einfach mal überprüfen ob die Ausrichtung des Vereins und besonders deines Teams zu deinen eigenen Vorstellungen passen. Wenn nicht musst du evtl. den nächsten Schritt tun (z.B. in einen Leistungsverein wechseln) um zukünftige Frustration und Spaßverlust deinerseits zu verhindern.

    Ich habe in dem Alter noch auch noch nie erlebt, dass Kinder andere aufgrund der Leistung von sich aus ausgrenzen oder nörgeln. Es sind immer die Eltern und Trainern, bei denen sich die Kinder sowas abschauen. Entweder redet Papa beim Abendbrot schlecht über den dicken, Paule, bzw. sie hören bei Gesprächen zwischen Eltern zu, oder die Kinder merken es durch dein Auftreten im Training.

  • Echt einen 9-10 jährigen aussortieren im Breitensportverein. Super!

    Noch ein Verein der in spätestens 4 Jahren keine C Jugend stellen kann. Weil 2-3 zu einem ambitionierteren Verein gewechselt sind und wahrscheinlich die doppelte Anzahl auf dem Altar der falschen Ambitionen des Trainers geopfert wurden.

    Am Ende hat jeder Jahrgang noch 6- 8 Spieler, dann wird versucht den Spielbetrieb über das Norwegermodell zu retten.

    Hier kann ich dem Jugendfussball nur zurufen:,, Weiter so!".

    Aber mit der E Jugend beginnt ja der wirkliche Fussball! Ehrlich?

  • Skriwer

    Im G- und F Jugend Bereich soll und muss man noch sehr viel im Spielerischen Bereich arbeiten, man ist weniger Lehrer/Trainer einer Fussball-Mannschaft, sondern eher Aufpasser/Erzieher.

    In diesem Alter (G-F) wissen die meisten noch nicht wirklich ob Sie wirklich Fussball spielen wollen, oder ob es nicht doch eher von den Eltern aufgezwungen ist. Als Trainer ist man im Training in diesem Bereich dazu verpflichtet, auch viele andere Sportarten mal spielen zu lassen, der Beweglichkeit, aber auch der Vielfalt und dem Spaß zur Liebe.


    Als Beispiel: Als ich angefangen habe, haben wir noch viele Spiele auch ohne Ball gespielt, in den letzten Monaten wurde das immer weniger, da der Ball mehr an Bedeutung gewonnen hat und solche Fang-Spiele unbeliebter geworden sind.

    So auch der Ehrgeiz, den ich der Mehrheit unserer Spieler attestieren würde.

    Nein, wir sind keine Leistungsmannschaft, es ist auch nicht mein Anspruch oder der des Vereins, aber in der E-Jugend hört nach meiner Erfahrung nach das Spielen ohne Ball langsam auf, das Fussball spielen selbst rückt klar in den Vordergrund.


    Wie ich schon erwähnte, bei dem Genannten Spieler habe ich das Gefühl, dass der Fussball für ihn so etwas wie eine Pflicht geworden ist ( Es besteht da kein Druck von den Eltern.), aber so sollte es m.M.n. nicht sein.

    Es sollte Spaß machen, Ehrgeiz da sein sich zu entwickeln (oder einfach ein Tor zu schießen z.B.), dass erkenne ich bei einem Großteil dieser Truppe. Bei ihm nicht.

    Zitat


    Wollte er das denn? Das muss ich sagen finde ich in der F etwas übertrieben.

    Ist es das? Es war einmalig und ich würde wetten, dass es mindestens 10 Kinder angenommen hätten - Die Eltern haben abgesagt, ich habe ihn danach nicht mehr gefragt.


    Ja, vielleicht erwarte ich (zu) viel, das mache ich aber niemanden öffentlich klar.

    Bei uns steht ganz klar der Spaß im Vordergrund, auch wenn ich mich hier ehrgeizig anhören mag.

    Nötige Schritte sind für jemanden der schon seit 2,5 Jahren im Verein spielt, im Training bei einfachsten Übungen mitzuhalten und nicht so deutlich abzufallen.


    Ausgrenzen und Nörgeln würde ich das bei uns auch noch nicht nennen, (von den Eltern vielleicht, aber das habe ich bisher noch nicht mitbekommen.) aber wenn einfachste Aktionen nicht funktionieren, merkt man es sehr wohl an der Körperhaltung der gerade mitspielenden Kinder. Klar einerseits schnell vergessen, aber der nächsten Aktion hört man es auch in der Tonart des Ärgerns.(,,Ach man", Pauul, was machst du" etc.)


    Aber im Allgemeinen hast du im letzten Absatz natürlich recht, als Trainer sollte man aufpassen, sich nicht allzu viel Gedanken und Sorgen zu machen und nicht jede Emotion und Frust an sich ran zulassen.


    AKjfv

    Schön das du meine Beiträge aufmerksam gelesen hast, denn ein ,,Rauswerfen" ist wie erwähnt keine Option.

  • Guten Morgen


    Zitat


    Ich habe in dem Alter noch auch noch nie erlebt, dass Kinder andere aufgrund der Leistung von sich aus ausgrenzen oder nörgeln


    Doch, das gibt es. Hab selbst in meiner U9 einen Spieler, bei dem es sehr ähnlich ist wie bei Kleeblatt, und obwohl ich und mein Co und auch die Eltern versuchen, dem entgegen zu wirken, mittlerweile kommt es öfter mal vor, dass die anderen während der Spiele motzen, weil er z.B. keinen Schritt läuft. Im Spiel und im Training können wir ja versuchen es zu unterbinden, aber es geht jetzt auch schon in der Schule und so los.


    Er hat es zugegeben nicht unbedingt einfach. Wir sind kein Leistungsverein, allerdings hat er das "Pech", dass gut 90 Prozent der Mannschaft ziemlich ehrgeizig ist (sofern man das in dem Alter schon sagen kann). Und natürlich checken die, dass sie bei den Spielen mit einem Spieler weniger auf dem Feld stehen, wenn er spielt. Ich bzw wir würden niemals auf die Idee kommen zu sagen, er darf nicht mehr kommen, nur um da keine falschen Reaktionen hier hervor zu rufen. Allerdings stellen wir uns langsam die Frage, ob da nicht irgendwann auch die Eltern in der Pflicht sind. Ich für meinen Teil würde zumindest überlegen ob es für meinen Sohn das Richtige ist, wenn jedes Spiel und jedes Training so an ihm vorbei läuft

  • AlexD : was würdest du überlegen? Und vor allem wie würdest du handeln? Und warum?


    Müssen wir im Breitensportverein auch "Sozialprojekte" unterstützen? Darf man die "Sozialprojekte" vom Spielbetrieb ausschließen? (Für mich ist ein "Sozialprojekt" ein Spieler oder Spielerin, der/die Gemeinschaft der Mannschaft sucht ohne große Aussicht auf eine Fußball-Karriere).

  • ich würd überlegen, ob Fußball der passende Sport für mein Kind ist. Und ich würd zusammen mit ihm andere Möglichkeiten suchen beziehungsweise ihm die Gelegenheit geben, sich andere Sportarten anzusehen. Hab ich bei meinem ältesten Sohn auch gemacht, nachdem der zwei Jahre lang versuchte, im Fußball Fuß zu fassen, das einzige was sich dabei allerdings entwickelte sein Frust war. Und er hatte tolle Trainer, es war eine klasse Mannschaft - trotzdem sah er in den Spielen kaum einen Ball.


    Dem Jungen in meiner Mannschaft geht es auch so. Er ist ein lieber Bub, immer gut gelaunt und freundlich. Aber ich bin davon überzeugt, dass Fussball nicht unbedingt für ihn gemacht ist.

  • Ich stelle mir ja die selbe Frage wie Sir Alex wegen der Eltern, die dann in der Pflicht sind, den Kind doch mal andere Angebote zu machen. Football, Rugby, Basketball wenn der Junge unbedingt Teamsport machen will. Aber ich Hader mit diesem Ansatz, dass wir tatsächlich Sozialprojekte sein müssen, nur weil Vereine eine wichtige soziale Rolle in der Gesellschaft haben. Ich bezweifle das stark. Klar - fließende Grenzen.


    Und auch ich bin der Meinung, dass es Ausgrenzungsgenörgel innerhalb der Jungs eines F Teams sehr wohl gibt. Und zwar auch völlig ohne Elterneinfluss, denn ich sehe, wie sich so etwas innerhalb einer Übung während des Trainings entwickelt.


    Kleeblatt danke, ich habe die Situation tatsächlich altersbezogen falsch einsortiert.

    Ich bleibe jedoch bei dem oben geschriebenen. Ich denke sogar, auch im Hinblick darauf, dass ihr jetzt mit Tabellen spielt, halte die Situation einfach aus. Es ist ein halbes Jahr - lasse dich zur Rückrunde Schwächer einteilen und in Folgejahr soll der Bube jungjahrgan spielen. Dann kannst du ihn vielleicht in die D und C retten.

  • Kleeblatt Ich gehe nach dem Gelesenen davon aus, dass es sich bei euch um eine normale Breitensportmannschaft handelt.

    Diese spiegelt in der Regel die volle Bandbreite vom Kreisligamessi bis zum Antifußballer wider.

    Es ist somit völlig klar, dass ein Spieler nun mal der Schwächste im Team sein muss. Sehr oft verlaufen die Entwicklungen auch nicht linear, sondern eher stufenförmig, d.h. Entwicklungssprung, dann Konsoliderung und verbleiben auf dem Stand, bis zum nächsten Sprung. Somit ist es auch nicht ungewöhnlich, dass ein Spieler auch mal eine Weile nicht weiterkommt. Gerade wenn andere Spieler sich deutlich schneller entwickeln, fallen kleine Entwicklungen beim schwachen Spieler kaum auf.

    Schließlich bin ich auch der Meinung, nicht jedes Kind im Breitensport zu einem Fußballer machen zu können. Es gibt viele Faktoren, einige wurden schon genannt, warum ein Kind selbst bei gutem Training nicht weiter kommt.


    Das angesprochene Einzeltraing würde aus meiner Sicht nur etwas bringen, wenn vorher herausgearbeitet wurde, warum das Kind offensichtlich nicht weiterkommt. Ist fehlender Antrieb, dann wird Einzeltraining nichts bringen. Auch bei fehlendem Spielverständnis bringt Einzeltraining m.M.n. nichts.


    Kinder haben ein gutes Gespür dafür, ob einer guten Kicken kann oder nicht. Lernen sie bsp. im Urlaub neue Kinder kennen, sieht man bald, dass die Starken gern die Bälle zu den anderen Starken spielen und die Schwächeren nur die Mannschaft auffüllen. Gerade im Breitensport geht es aber perspektivisch darum, die Mannschaften aufzufüllen. Die 1-2 Talente, die in fast jeder Truppe schlummern, sind häufig spätestens ab der C, häufig sogar schon früher, weg. Was bleibt ist der "Rest". Und dieser Rest muss so groß sein, dass spielfähige Mannschaften für die 11er Teams übrig bleiben.

    Diese Erkenntnis tut vielleicht einigen Trainern weh, die im Nachwuchsbereich Erfolge feiern wollen und eben auf ihre besten 6/7/8 Spieler setzen.


    Bezüglich der Wahrnehmung der Eltern kommt es aus meiner Sicht darauf an, ob die Eltern ein gewisses Maß an Fußballsachverstand mitbringen. Aktuell habe ich einen Vater, der selbst viele Jahre auf höherem Kreisniveau gespielt hat. Der sieht ganz genau, dass sein Sohn der technisch schwächste Spieler der Mannschaft ist. Das hat er mir auch schon mehrfach gesagt. Andererseits eine Mutter, die überhaupt nicht bemerkt, dass ihr Sohn völlig ohne Ehrgeiz und Siegeswillen spielt. Sie selbst lebt ihm das teilweise sogar vor, wundert sich aber dann, wenn ihr Sohn häufig weniger spielt, als die übrigen Spieler.

  • Ich bin da gerade extrem gespalten.

    Meine Truppe kann man gut in 3 Teile einteilen.

    1. Gruppe: Kinder die für den Fußball brennen. Ob Sonne, ob Regen, ob Schnee.

    Die wollen immer.

    Zum Teil technisch schon recht weit. Zum Teil körperlich ausgeprägte Attribute. Zum Teil schon mit sehr gutem Spielverständnis.

    Das sind 6-7 Kinder.

    2. Gruppe: Einfach noch nicht so weit wie die anderen. Ob technisch, körperlich oder im Kopf. Aber mit Eifer dabei.

    Diese Kinder werden von den anderen vorbehaltlos akzeptiert. Eher wird versucht Ihnen zu helfen.

    Nochmal 6-7 Kinder.

    3. Gruppe: Da wird es schwierig. Kinder, die scheinbar keinen Bock haben. Sich dazu extrem schwierig in Gruppen intergrieren lassen.

    Meist Kinder die wenige bis keine Grenzen kennen und in Ihrem Umfeld auch zumeist Ihren Willen durchsetzen.

    Läuft es nicht nach deren Nase wird gebockt. Oder man ist in Spielen und Abschlußspielen gerne Inaktiv.

    Da beginnen die anderen Kinder langsam zu rebellieren.

    Wären 3-4 Kinder

    Ich verwende für diese 3-4 Kinder einen riesen Anteil meiner Zeit. Und im Prinzip weiß ich jetzt schon, dass diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in einer Großfeldmannschaft sehen werde.

    Diese Zeit geht den Kindern der anderen beiden "Gruppen" verloren.

    Und das sowohl beim Training, als auch bei der Spielzeit im Spiel.

    Diese Kinder haben bei mir das gleiche Recht auf Spielzeit.

    Nur ab wann haben die Kinder auch eine Pflicht?

    Nämlich sich in eine Gruppe einzuordnen und innerhalb eines Trainings oder eines Spiels das Maximale abzurufen.

    Das Maximale kann Tagesformabhängig natürlich total schwanken.

    Aber es muss erkennbar sein, dass das Kind überhaupt will.

    Ab wann kann ich das fordern?

    Und ich meine nicht, dass die Kinder ab und an mal unkonzentriert sind.


  • Wenn Kinder keine Lust auf Fußball erkennen lassen, würde ich für sie auch keine Zeit verschwenden.


    Das ist wie gerade von mir in einem anderen Thread schon bemerkt bei Spielen: Wenn ein Kind im Spiel erkennbar keinen Bock hat und nur unbeteiligt herumsteht, dann wird es ausgewechselt. Es spielen nur die Kinder und es können auch nur die Kinder gefördert werden, die Lust auf Fußball haben. Die aber auch alle, selbstverständlich auch der vermeintlich talentfreie "dicke Paule".


    Aber ein Kind, das erkennbar keinen Spaß hat, durchzuschleppen, macht keinen Sinn.

  • Der Wille ist ausschlaggebend.

    Untalentiert oder retardiert alleine ist kein thema. Auch Auffälligkeiten in Verhalten machen erst auf anderen Ebenen sorgen.

    Aber wer offensichtlich keinen Bock hat, wird von mir auch nur toleriert, aber nicht gefördert. Die Zeit gebe ich den anderen.

  • Das ist eine sehr gute Betrachtung! Bei den Erwachsenen ist das einfach: in einem Mannschaftssport gehört voller Einsatz und teamangepasstes Können dazu, sonst kann man sich eine andere (Hobby)Truppe suchen.

    Beim Kifu gibts keine Hobbytruppen. Alle werden schon total früh in einen Wettkampfmodus geschickt und beim Fußball sollen dann auch immer alle mitmachen, weil es ja um Spielerlebnis geht.


    Ab wann kann/sollte man also die Schraube anziehen?


    Gehen wir davon aus, dass es ab der D-Jugend die erste ernste Staffeleinteilung gibt (Kreisklasse, Leistungsklasse) dann kann man wohl davon ausgehen, dass man sich ab der E-Jugend darauf vorbereiten sollte, oder?

    Echt einen 9-10 jährigen aussortieren im Breitensportverein. Super!

    Noch ein Verein der in spätestens 4 Jahren keine C Jugend stellen kann. Weil 2-3 zu einem ambitionierteren Verein gewechselt sind und wahrscheinlich die doppelte Anzahl auf dem Altar der falschen Ambitionen des Trainers geopfert wurden.

    Ich finde, es gibt immer einen Denkfehler: Die echten Nixkönner, also die mit großem Abstand zum Vorletzten, kommen nämlich auch nicht in der C-Jugend an. Dass man einen normalen Blümchenpflücker mitzieht falls es keine internen Lösungen (2. Mannschaft o.ä,) gibt, ist wohl klar. Aber es gibt Kinder, die scheitern an der Anweisung: "lauf zum roten Hütchen, berühr es mit einer Hand und komm zurück." Wie willste so ein Kind in einen ollen Staffellauf integrieren? Das "betroffene" Team muss gar nicht erst antreten.

    Und wird man den anderen 14 gerecht, wenn man soviel Energie einsetzt, wie nötig wäre, dieses Kind etwas voran zu bringen?

    Die Trainer meines Großen versuchen, ein solches Kind zu integrieren. Seit einem Jahr ist einer der Co-Trainer immerwieder nur mit diesem Jungen beschäftigt.



    Ich vergleiche das immer mit einem Orchester. Es darf freilich jeder zum Musikunterricht aber erst wenn man ein gewisses Niveau hat, darf man auch beim Orchester mitspielen. Bei einem teuren Bezahlangebot wird das klaglos akzeptiert.


    Ich glaube, eine altersübergreifende Gruppe ohne Teilnahme am Wettkampfspiel, würde so manchen Kindern gut tun. Einfach zocken, ohne Druck. Ein Ball, zwei Tore, eine Aufsicht, zwei Stunden Zeit und auf gehts. Das könnte dann die dritte Einheit sein, während die anderen im Wettkampfgeschehen stecken.

    Als ob man allen Kindern einen Gefallen tut, wenn man sie in ein Trikot steckt und die Lautstärke aufm Platz entsprechend einschüchternd ist!

  • So ist das. die Blümchenpflücker und nicht willigen kommen ohnehin nicht in der C Jugend an.

    Morgen habe ich E Jugendspiel. Absage von einem Elternteil: M. hat bis 15.00h Schule. Das schaffen wir nicht. Er kommt nicht.

    Treffen ist um 17h. Heimspiel!!!! Und das ist genau so ein Spieler.

    Und so einen Spieler ziehe ich jedes Training in der älteren E mit durch. Versuche die stärksten dazu zu packen, in Spielformen.

    Er ist dann quasi eine -lebende Provokationsregel-. Macht es nämlich seinen Mannschaftskollegen schwerer.


    Ich hätte da die Notbremse schon in der F ziehen müssen. Da waren wir Einlaufkinder bei Bayer LEverkusen. M. hatte keine Lust darauf.

    Da hatte er Samstag was besseres vor....

    Und NEIN, er wird weder ausgegrenzt noch sonstwas bei uns. Er fühlt sich im Training ja auch wohl.


    Im Spiel sage ich Ihm(Und ich instruiere sonst NULL): M. mach doch wenigstens 2 Schritte zum Ball. Macht er dann auch.

    2 Schritte. Dann ärgere ich mich oft, das ich nicht 3 gerufen habe^^

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich Frage mich woher ihr herleiten könnt, ob ein Spieler in einem Breitensportverein später in der C Jugend spielt oder nicht.

    Bei einem durchschnittlichen Breitensportverein sprechen wir von Kreisklasse in der C Jugend. Dies könnte ihr bei einem F Jugendlichen schon einschätzen. Aber scheinbar bei Trainern in der F und E Jugend ein häufig wahrzunehmendes Talent.

    Ich Frage mich ob es daran liegt das in den betreffenden Jahrgängen auch der Breitensportverein mit einem willigen und ehrgeizigen Kader gegen die Platzhirsche Erfolge haben kann. Nachher sind die besten Spieler bei den besseren Vereinen und die breite Basis für den kurzen von Spielern und Eltern gewollte Erfolg geschrumpft. Wen man aufmerksam zuhört ist das fehlende Talent der zurückgesetzten Spieler und der Erfolgsdruck der Spieler und Eltern der Grund.

    Talent ist für die C Jugend Kreisklasse jedoch nicht wirklich ein Ausschlusskriterium.

    Übrigens brauch man für eine CJugend ca 16-20 Kinder.