Spieler fällt deutlich ab.

  • In der Realität konzentrieren sich viele Trainer im Breitensportverein bereits in den jüngsten Jahrgängen darauf, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen.

    Denn die Kinder und Eltern wollen ja gewinnen.


    Allem, was hier auf unserer TT-Insel geschrieben wird zum Trotz, kann ich das im Blick auf die zwei Kreise, die ich gut kenne, voll und ganz bestätigen. Wir sind bei uns im Kreis das einzige (sic!) F-Team, bei dem konsequent alle Kinder spielen und auch unsere Mini-Messis regelmäßig ausgewechselt werden.


    Die Regel ist, dass von 6 Feldspielern vier bis fünf durchspielen und auf ein bis zwei Positionen (oft ist es die Schlussreihe) wird regelmäßig (also mehrfach pro Spiel, so dass alle mal spielen dürfen) durchgewechselt. Ich halte das aus verschiedenen Gründen für völlig falsch, ist aber genau so regelmäßig zu beobachten.

  • Einen Spieler auf ein Turnier mitzunehmen, aber nicht spielen zu lassen, würde ich nicht machen, das dann nachfragen kommen, ist abzusehen und auch unabhängig vom Leistungsstand für das Kind kaum zu verstehen. Alles andere kann ich nachvollziehen.

    Wie Kleeblatt schrieb ist es schwer, die anderen nicht zu verlieren, wenn fred nun mal gefühlt jede Übung torpediert.

    Ich habe das nun 3 Jahre moderieren können, mittlerweile kommen (auch weil nun die D jugend mit dabei ist) aber doch einige

    Unmutäußerungen. Wenn ich wählen lasse, ist er eben immer letzter und das Team dann nicht gerade erfreut, auch wenn keiner was sagt. (Ich lasse jetzt erstmals zum Ende der E wählen, da ich auch mal schauen will, wer- wen auswählt, vorher habe ich das eben immer anders gelöst, weil ich genau diesen frust vermeiden wollte -ich weiß auf dem bolzplatz ist das auch nicht anders!)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Die Regel ist, dass von 6 Feldspielern vier bis fünf durchspielen und auf ein bis zwei Positionen (oft ist es die Schlussreihe) wird regelmäßig (also mehrfach pro Spiel, so dass alle mal spielen dürfen) durchgewechselt. Ich halte das aus verschiedenen Gründen für völlig falsch, ist aber genau so regelmäßig zu beobachten.

    Das habe ich auch früher exakt so (FALSCH) praktiziert. Warum weiß ich gar nicht. Gar nicht um zu gewinnen unbedingt, denn ich habe auch schwache bei engen spielen eingewechselt. Aber eben 2,3 Leute immer durchspielen lassen. Total bescheuert... ZUm Glück kam die Erkenntnis relativ schnell, das es schwachsinn ist.

    Heute ist es so, das einer schonmal durchspielt, wenn ich aufgrund mal wieder kurzfristiger Absagen auf einmal nur noch mit einem oder zwei Auswechselspielern dastehe. Das ist dann aber der -LEichtathlet- mit der größten Kondition.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Lass nicht wählen, viel besser ist's wenn du einfach sagst: "So Jungs, macht mal 2 gleich große Teams". Dabei erfährst du viel über die Gruppendynamik, ohne dass jemand immer als letztes gewählt wird". Es ist auch viel näher am Geschehen des Bolzplatzes dran, denn da wird auch nicht gewählt, sondern entschieden und kurz diskutiert. Der einzige Nachteil ist, dass es evtl. etwas länger dauern könnte, die Teams sind auch eigentlich immer unterschiedlich.


    @"Powerzwergenpapa" Mir bricht das immer das Herz. Ich hatte neulich ein Freundschaftsspiel gegen eine leistungsschwächere Mannschaft eines sonnst Leistungsstarken Vereins. Der Gegner hatte für eine 7+1 D-Jugend 14 Spieler dabei. Zwei feste Torhüter. Rate mal wie lange der zweite Torhüter gespielt hat. 4 Minuten, als sie klar vorne lagen. Er hat auch nicht auf dem Feld gespielt. Die einzige Aufgabe, die er hatte war den anderen Torhüter warm zu machen. Die 3 schwächeren Spieler durften immerhin so 15 Minuten ran.

    Ich hatte mal einen Spieler, der sozial extrem Auffällig war. Übungen und Spiele wurde aktiv sabotiert und die anderen Spieler geärgert. Als er sich dann bei einem Freundschaftsspiel weigerte die Position zu tauschen (Er wollte auch die zweite Hälfte ins Tor), habe ich ihn in die Umkleide zum Umziehen geschickt. Es ging noch ein bisschen weiter so und ich musste ihn noch glaube ich 2-mal vom Training ausschließen. Einmal hatte er z.B. nachgetreten. Er hat dann den Verein gewechselt und ich glaube dann mit dem Fußball aufgehört. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich einen besseren Einfluss gehabt haben könnte, wenn ich mehr mit dem Spieler geredet hätte und nicht nur mit der Mutter. Heute würde ich den Spieler anders behandeln.


    @"Trainer E" Bei mir Spielen öfter mal die gleichen Spieler durch. Wer immer im Training ist bekommt die Spielzeit. Dass das nun immer die gleichen Spieler sind, die dann natürlich auch noch Leistungsstärker sind kann man sich vielleicht denken. Aber jeder bekommt bei mir mindestens die Hälfte der Spielzeit (meistens mehr), alles andere fände ich Gemein. In einer F und auch E würde ich es aber anders machen und komplett gleich rotieren.

  • Zum Thema Mannschaftssterben


    Dies kann man in allen Sportarten beobachten und dürfte wohl eher dem Zeitgeist als unzulänglichen Kindertrainern geschuldet sein! Zudem gibt es immer mehr Alternativen. "Parcours" ist so ein Beispiel... Zielgruppe 12 Jahre aufwärts.
    Und - ganz entscheidend: Playstation & Co.

    Ein Nachbarsjunge ist ist mit 14 aus dem allgemeinen Sichtfeld verschwunden und kam mit 18 als junger Mann wieder zum Vorschein. Die Jahre dazwischen? Schule und Playsi...

  • Skriwer ab D wird das auch so sein. Da muß ich eh noch viel lernen mit sinniger WEchselei, stellte ich nun bei den ersten beiden Spielen fest...

    das mit dem wählen lassen habe ich schon bewußt gemacht, wie gesagt. Ich habe z.b. 3 D Jugendspieler genommen, die vom Charakter sehr unterschiedlich sind (introvertierter Dribbler, extrovertierter Kämpfer, technischer guter Klassen/Trainingsclown).

    Der introvertierte Dribbler, mit Abstand der Beste aus der D, hat nur nach Wohlfühlfaktor gewählt, fast ausschließlich E Jugendliche.

    Etc...

    Ich wollte einfach mal sehen wie das gelöst wird. Aber Dein Tipp ist gut, werde ich mal machen!!!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Wir haben hier eigentlich einen gegenteiligen Effekt. Es werden immer mehr Mannschaften gemeldet. Bei uns gibt es nur zu wenig Trainer, das Mannschaftssterben scheint wohl ein ländliches Problem zu sein:

    Zitat

    Für 2018 erwartet der Berliner Fußball-Verband (BFV) den nächsten Anfragenrekord. Das hängt vor allem mit der Weltmeisterschaft in Russland zusammen. Nach großen Turnieren, so die Erfahrung, ist das Interesse von Kindern am Fußball besonders groß. Waren es 2013 noch insgesamt 134.641 Jungen und Mädchen unter 18 Jahren, die in den Berliner Vereinen organisiert Fußball spielten, sind es vier Jahre später schon 150.959. Tendenz steigend. Was die Zahl der gemeldeten Mannschaften betrifft, überbietet ohnehin jedes neue Jahr das vorangegangene. In die Saison 2017/18 gingen 2036 Jungen- und Mädchenmannschaften. Bereits 2015, also im Anschluss an die WM in Brasilien, wurde erstmalig die Zahl von 2000 Teams durchbrochen.


    Quelle: Morgenpost

    Viele Spieler werden deshalb auch schon in den ganz jungen Jahrgängen (aus)sortiert, da Leistungsstarke vereine ein Überangebot an Kindern haben. Alternativ (Wenn der Platz da ist) machen die Vereine eben 9-10 G-D-Jugendteams auf und können damit überregionale Großfeldmannschaften finanzieren.

    Was hier teilweise abläuft ist schon nicht mehr ok, aber das ist ein anderes Thema.

  • Schwer zu sagen, es kommt auf den Verein an, aber Spielvereinigungen sind eher die Ausnahme. Wir sind ein normal großer Verein und stellen meist 4 Mannschaften in jeder Altersklasse bis einschließlich D. Wir haben kein Problem 3 C-Jugenden zu bilden. In der B haben wir noch immer 2 Teams und in der A hängt es vom Jahrgang ab. Manchmal nur 1 Team manchmal 2. Hier haben wir das Problem das leistungsschwache B-Jugendliche eigentlich keinen Platz mehr im Verein haben nach dem wechsel in die A.

    Wenn man Sich die A-Jugend raussucht gibt es in der Bezirksliga 5- Staffeln mit je 10 Teams, in der Landesliga 2 Staffeln mit je 13 Teams und in der Verbandsliga spielen 14 Teams. Wir kommen also auf ca. 90 regional Spielende A-Jugend Teams und dazu noch ein paar überregionale (Empor, Hertha 03, Viktoria 89 etc.)

    In der B-Jugend sieht es etwas anders aus. In der Kreisliga wurde zur Rückrunde eine Staffel gestrichen und es verbleiben 5 Staffeln mit 10-11 Teams. Dazu kommen 4 Bezirksliga Staffeln (ca. 11 Teams), 2 Landesliga Staffeln (13 Teams) und 13 Verbandsligisten. In der B haben wir nach Ablauf der Saison also ca. 135 regionale Teams gehabt.

    Schwund ist also da und manche Mannschaften wurden abgemeldet, aber noch kann von einem Mannschaftssterben nicht die Rede sein.

  • Bei uns ist das eher ein Trainerproblem. Wir könnten nächstes Jahr locker 2 DJugend Mannschaften melden, aber in der D2

    fehlt ein 2ter Trainer, da die Trainerin krankheitsbedingt leider oft ausfällt, was bei dieser Art von Krankheit auch vorhersehbar für die Saison ist.

    Im unteren Bereich haben wir mehrere E und F und G Mannschaften und brauchen bis dato keine JSG

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Vielleicht ist wirklich der Zeitgeist Schuld. Wenn die heutige Elterngeneration Kurse für Englisch und vielleicht sogar vielleicht für Chinesisch für 3 Jährige bucht. Und hier deutlich direkt oder indirekt bei 9-10 Jährigen von Leistungswillen, Leistungsbereitschaft, Konkurrenzfähigkeit gesprochen wird entspricht dies mehr der Ellenbogengesellschaft der Erwachsenen, als der Philosophie des Kinderfussballs im Grundlagenbereich.

    Jeder hat Angst bald nicht mehr mitzukommen. Kann ich verstehen, ging mir am Anfang ähnlich.

    Aber ein entschleunigtes Grundlagentraining, indem der Spass am Erlernen neuer und der Verbesserung der bereits erlernten Bewegungen steht.

    Nach meiner Auffassung und Erfahrung bilden diejenigen die auf festen Stamm und Positionen setzen und fast ausschließlich auf bestehende Qualitäten setzen nämlich langfristig ziemlichen Ausschuss aus. Kenne einige Teams die in der F Jugend und am Anfang der E Jugend fast unschlagbar wären. Später als Spieler und Mannschaft total untergingen.

  • Nach meiner Auffassung und Erfahrung bilden diejenigen die auf festen Stamm und Positionen setzen und fast ausschließlich auf bestehende Qualitäten setzen nämlich langfristig ziemlichen Ausschuss aus. Kenne einige Teams die in der F Jugend und am Anfang der E Jugend fast unschlagbar wären. Später als Spieler und Mannschaft total untergingen.

    Die Erfahrung habe ich auch gemacht. (Und mache Sie nun mit meiner D).

    Das reicht bis Altjahrgang E.

    Mit ein, zwei Attributen auf jeder -Position- kann man da viel -steuern-. Wird das Feld größer und das Spiel schneller ist es dann vorbei mit der Herrlichkeit. Der Reflexmonstertorwart ist dann genauso die Hälfte wert, wie der nach vorne-Klopper in der Abwehr.

    Die Erkenntnis des Stürmers das man die Ballan/und mitnahme braucht, wenn der Ball hoch kommt und man zeit und gegnerdruck hat, ist dann relativ spät, bis zur E hatte man Zeit und Raum, da man ja immer vorn (im Abseits) warten konnte...

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Aber jeder bekommt bei mir mindestens die Hälfte der Spielzeit (meistens mehr), alles andere fände ich Gemein. In einer F und auch E würde ich es aber anders machen und komplett gleich rotieren.

    Warum unterscheidest du zwischen D und E? Warum in der E komplett rotieren?

    Ich habe diese Saison einen Altjahrgang E. Meine "Leistungsträger" sind immer da, egal welches Wetter, egal ob Schnupfen, geben immer 100 %. Mit Leistungsträger meine ich die, auf die ich mich voll verlassen kann, unabhängig von ihren fußballerischen Fahigkeiten.

    Dann gibt es diejenigen, die zwar fast immer da sind, aber eher dabei als mittendrin sind. Sprich: wenn die Übung klappt ok, wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Und wenn es anfängt weh zu tun (Kondition) ist plötzlich der Schnürsenkel auf und geht nicht zu.

    Schließlich die zum Glück kleinste Gruppe: wenn nichts weiter anliegt, dann komme ich zum Training.

    In der Altersklasse meiner Mannschaft entscheiden die Kinder schon überwiegend selbst über ihr Hobby, nicht mehr die Eltern. Warum soll ich dann die Kinder gleichbehandeln, wenn für sie der Sport/ die Mannschaft einen unterschiedlichen Stellenwert hat?

  • Warum soll ich dann die Kinder gleichbehandeln, wenn für sie der Sport/ die Mannschaft einen unterschiedlichen Stellenwert hat?

    Da kann eben schon bei so unterschiedlichen Erwartungen der Kinder schon Frust entstehen. Ich habe jetzt mit einem Trainer gesprochen der 15 Jahre lang bei uns Jugendtrainer war(Ende der Saison hört er auf). Der war sehr desillusioniert. Ein feiner Kerl und guter Trainer (damals B Lizenz inhaber, hat er aber verfallen lassen:rolleyes:). Genau aus dem Grund der auch oben beschrieben wird. Der hat extra immer für die schwächeren Übungs/Spielformen entworfen. Und oft waren dann die, für die es gedacht war, einfach ohne absage nicht da. oder die oma hatte geburtstag. Der sagte mir dann einen ähnlichen Satz wie oben. Konzentrier Dich auf die, die wollen. Nicht auf die, die nicht wollen. Die die Wollen können es oder lernen es irgendwann. Die, die nicht wollen, können es garantiert niemals.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)


  • Das die Anzahl der Mannschaft abnimmt ist völlig logisch und unabhängig von der Qualität der Kinder, Trainer etc. der Fall - letzteres kann dies maximal noch verschärfen. Deutschland hat die 2.niedrigste Geburtenrate auf der Welt (Österreich ist glaube ich auch nicht viel besser...), es gibt schlicht und ergreifend weniger Kinder, dass wird in Zukunft noch schlimmer. Dazu der größere Druck/Stress in der Schule, moderne Medien etc.


    Gut, nichts desto trotz wird geschätzte 3/4 der Jungs zum Fußball geschickt (zumindest erst einmal...), dass dabei auch völlig ungeeignete Kinder sind, ist doch ebenso nur logisch. Ist auch nicht schlimm, die haben dafür anderen stärken! Und da wären wir beim Punkt, ich sehe mittlerweile eher die moralische Verpflichtung darin, den Kindern die Chance zu geben (oder den Hinweis) diese andere Stärke zu suchen, als ihr (un)glück beim Fußball zu suchen!


    Ich habe noch nie ein Kind nach Hause weggeschickt, dass ärgert mich mittlerweile schon fast, keinem dieser ,,Freds'' hat man einen Gefallen damit getan, sie durchzuschleppen. Den anderen Kindern erst recht nicht. Diese Jungs sammeln keinerlei Erfolgserlebnisse und werden von (einem Teil der) anderen ab dem E-Jugend Alter schlicht und ergreifend gemobbt - nicht einmal unbedingt beim Training, sondern in der Schule. Aufgrund des extrem (daraus resultierenden) geringen Selbstvertrauens, werden die auch oftmals auf den weiterführenden Schulen Außenseiter.


    Spätestens im D oder C Jugend Alter erkennen dann 99% der ,,Freds'' - selbst wenn sie anerkannt waren im Team und immer Spielzeit erhielten - das Fußball nicht ihre Domäne ist, von alleine! Es ist also völlig Wumpe ob man sie mitmachen lässt oder nicht, die überleben nicht im Fußball bis zur A-Jugend. Deswegen muss ich deiner Argumentation eindeutig widersprechen. Insgesamt hat man den ,,Freds'' so nur Zeit geklaut in der sie sich ein passenderes Hobby hätten suchen können, möglicherweise noch ihr Selbstbewusstsein fürs ganze Leben zerstört (oder zerstören lassen) und den restlichen Kids auch noch eine bessere Entwicklungschance genommen, weil man immer die Übungen nach unten angepasst hat für ,,Fred'' (oder mehrere ,,Freds'').


    Leider vergraulen diese ,,Freds'' nicht selten auch noch die anderen Kids, damit meine ich nicht nur die 1-2 die sich irgendwann eh einen Leistungsklub suchen, sondern auch die 3-5 dahinter, die eigentlich im Kreisliga-Klub gut aufgehoben sind!


    Bei uns in der Gegend (ebenso ländliches Gebiet!) gibt es eigentlich noch 4 Arten von Mannschaften im höheren Jugendbereich :


    1.Mannschaften aus Leistungsklubs

    2.Mannschaften aus (Zahlenmäßig) Großen-Klubs, die 2-3 Mannschaften hatten (zumindest bis zur D-Jugend) und somit selektieren konnten.

    3.Mannschaften die das Glück hatten relativ homogen zu sein (schon vom reinen Spielertalent).

    4.Mannschaften bei denen die ,,Freds'' rauskomplimentiert wurden.


    Die Mannschaften mit (vielen) ,,Freds'' hingegen sind ab der D-Jugend, spätestens ab der C-Jugend von der Bildfläche verschwunden. Teilweise weil die ,,Freds'' es irgendwann eingesehen haben und aufhörten oder teilweise weil die anderen Kinder gewechselt sind, nicht nur zum Mannschaft nr.1 sondern auch zu nr. 2-4!



    Erschwerend kommt noch hinzu, dass diese ,,Freds'' oftmals (aber nicht immer!) auch noch genau die Kinder sind, welche die niedrigste Anwesenheit beim Training haben und dann aber am meisten Unsinn machen.

  • Warum unterscheidest du zwischen D und E? Warum in der E komplett rotieren?

    Ich habe diese Saison einen Altjahrgang E. Meine "Leistungsträger" sind immer da, egal welches Wetter, egal ob Schnupfen, geben immer 100 %. Mit Leistungsträger meine ich die, auf die ich mich voll verlassen kann, unabhängig von ihren fußballerischen Fahigkeiten.

    Dann gibt es diejenigen, die zwar fast immer da sind, aber eher dabei als mittendrin sind. Sprich: wenn die Übung klappt ok, wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Und wenn es anfängt weh zu tun (Kondition) ist plötzlich der Schnürsenkel auf und geht nicht zu.

    Schließlich die zum Glück kleinste Gruppe: wenn nichts weiter anliegt, dann komme ich zum Training.

    In der Altersklasse meiner Mannschaft entscheiden die Kinder schon überwiegend selbst über ihr Hobby, nicht mehr die Eltern. Warum soll ich dann die Kinder gleichbehandeln, wenn für sie der Sport/ die Mannschaft einen unterschiedlichen Stellenwert hat?

    Ich unterscheide nicht streng nach E und D sondern mache das vom Entwicklungsstand der Kinder abhängig. Es ist vielmehr ein Richtwert. Viele Jungjahrgang E-Jugendlich haben nach meiner Erfahrung noch nicht die mentalen Kapazitäten zu Verstehen warum mehr Trainingsbeteiligung auch mehr Spielbeteiligung bedeuten könnte. Sie empfinden so etwas oft als ungerecht. Zumal das abkapseln von den Eltern erst wirklich in der D beginnt. Wenn ein Spieler komplett von der Willkür der Eltern abhängig ist ob er zum Training kommt oder nicht wäre es unfair ihn im Spiel zu benachteiligen obwohl er nichts dafür kann. Da unterscheiden sich unsere Erfahrungen wohl, bei mir sind fast alle in der E noch sehr abhängig von ihren Eltern gewesen.


    Dazu kommt noch das es immer schwierig ist grundlegende Dinge innerhalb der Saison zu ändern. Habe ich am Anfang des Altjahrgangs E noch komplett rotiert und merke aber das es langsam nötig oder möglich wird auf Aufstellung nach Trainingsbeteiligung umzustellen, werde ich das in der laufenden Saison nicht ändern. Ich mache dann am Anfang der neuen Saison einen Elternabend und gebe die neue Ausrichtung bekannt. So kann ich Missverständnissen und unnötigen Konflikten aus dem Weg gehen.

  • Zum Massensterben. In Hessen sind in den Ballungszentren die Zahlen relativ konstant. Im ländlichen Raum hat der Schwund jedoch ziemlich ernste Folgen. Im Vergleich zum Vorjahr 756 Jugendteams weniger. In einem Nachbarkreis kommen auf 40 Seniorenteams 10 A Jugendmannschaften.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von AKjfv () aus folgendem Grund: Bayern hatte von 2016 zu 2017 sogar einen Schwund von 1007 Mannschaften. Niedersachen von 416 Jugendmannschaften. Hier fast 5% innerhalb eines Jahres. Hamburg und Berlin sind dagegen konstant. Scheinbar ein Problem welches verstärkt auf dem flachen Land Auftritt.

  • Da unterscheiden sich unsere Erfahrungen wohl, bei mir sind fast alle in der E noch sehr abhängig von ihren Eltern gewesen.

    Scheint so. Hier auf dem Land kommen die meisten Kinder spätestens ab der U 10 mit dem Rad zum Sportplatz.

    Viele Jungjahrgang E-Jugendlich haben nach meiner Erfahrung noch nicht die mentalen Kapazitäten zu Verstehen warum mehr Trainingsbeteiligung auch mehr Spielbeteiligung bedeuten könnte. Sie empfinden so etwas oft als ungerecht.

    Nach meinen Erfahrungen empfinden es die Kinder, die immer da sind, als ungerecht, wenn andere (in ihren Augen) kommen können und trotzdem genauso lange spielen wie sie. O-Ton eines damals 9-jährigen: "wenn x zum Spiel kommen kann, dann kann er auch trainieren. " Werde ich nicht mehr vergessen diesen Satz.

    Dazu kommt noch das es immer schwierig ist grundlegende Dinge innerhalb der Saison zu ändern.

    Das ist richtig. Allerdings kann man gravierende Situationen auch nicht einfach bis zum Saisonende laufen lassen. Bsp. Trainingsbeteiligung. Ich finde die Winterpause immer sehr passend, um Anpassungen vorzunehmen. Z.B. habe ich mal die Trainingstage umgestellt, weil es bei mir beruflich nicht anders ging. Gab da zwar auch geteilte Reaktionen, aber die Konsequenz es laufen zu lassen wäre gewesen, dass nur noch einmal Training gewesen wäre.

  • Zum Massensterben. In Hessen sind in den Ballungszentren die Zahlen relativ konstant. Im ländlichen Raum hat der Schwund jedoch ziemlich ernste Folgen. Im Vergleich zum Vorjahr 756 Jugendteams weniger. In einem Nachbarkreis kommen auf 40 Seniorenteams 10 A Jugendmannschaften.


    Wie gesagt, die geringe Geburtenquote hat ihre Folgen. Großstädte können das noch abfangen durch die hohe Zuwanderung. Davon ,,profitiert'' der ländliche Raum halt gar nicht.


    Im Osten der Nation sieht es vermutlich noch schlechter aus.