Spieler fällt deutlich ab.

  • Ich frage mich hingegen, ob du ein solches Kind schon mal in deinen Reihen hattest...


    Denn wenn du schon (erfolgreich) mit solchen Kindern gearbeitet hast, dann lass uns teilhaben. Ernsthaft! Wie integriert man diese Kinder, wenn schon ein einfaches Staffelrennen nicht funktioniert? Wenn einfachste Anweisungen nicht verstanden werden und die Übung mal wieder stoppt weil x nicht weiß was er machen soll? Und das auch im 5. Durchlauf nicht klappt. Wenn die Aufforderung, zugucken im Winde verwehen?

  • Ich Frage mich woher ihr herleiten könnt, ob ein Spieler in einem Breitensportverein später in der C Jugend spielt oder nicht.

    Erkennbar daran, dass ein Kind schon in der F überhaupt keine Lust hat.

    Übungen wiederwillig oder gerne auch bewußt falsch macht. (Kein Verständnisproblem). Und das über längerem Zeitraum.

    Da traue ich mir zu sagen, dass dieses Kind keine weiteren 5!!! Jahre dabei bleiben wird.

    Völlig unabhängig von "Talent" oder sonstigem.

    Das hat 0,0 mit Erfolgsdenken zu tun.

    Entweder es kommt von den Eltern die Einsicht, etwas anderes zu suchen wofür Ihr Kind eine Leidenschaft entwickelt. Oder aber diese Kinder werden mit zunehmender Selbständigkeit dem Training fernbleiben.

    Wer macht schon in seiner Freizeit Sachen die er nicht gerne macht?

  • AKjfv weit verbreitet scheint auch die annahme zu sein, das Trainer in der E und F Jugend, die ein Kind jahrelang trainieren,

    keine Ahnung haben, was dieses Kind betrifft, obwohl Sie versuchen, es spielen zu lassen etc. etc.

    Ich maße mir schon an, das bei meinem Beispiel messen zu können, und da ich so ein EXtrembeispiel habe, kann ich auch andere verstehen. Was hat das denn mit Erfolgsdenken zu tun?!?!? Dann würde das Kind eben nie spielen und fertig. DAS wäre Erfolgsdenken.

    Es gibt nunmal auch im rosaroten Breitensport Kinderfußball Kinder die es von Ihren -Anlagen- (damit meine ich auch Motivation etc.etc.) nun mal nicht schaffen werden, das auf Sicht durchzuziehen. Das geht übrigens nicht nur dem Fußball explizit so. Im Gegenteil in anderen

    Sportarten wird das wesentlich schneller deutlich und auch spürbar für die Kinder, dann da bekommen Sie keine WEttkampfzeiten

    wie bei uns.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Das kann ich bestätigen. In anderen Sportarten in unserem Verein nimmt niemand an Wettkämpfen teil, der nicht ein Mindestmaß an regel Verständnis und Spielfähigkeit aufweist.

    Ein solches Beispiel habe ich in meinen Reihen : bei mir spielt er, beim Badminton darf er nicht. Begründung: das Personal in persönlich zu betreuen ist nicht da und weil dauerhaft niemanden der anderen Mitspieler zugemutet werden.

  • AlexD : bei Frust sehe ich das ein. Was aber, wenn es dem Kind Spaß macht und die anderen Sportarten warum auch immer (finanziell, Anfahrtsweg usw.) nicht in Frage kommen?


    Warum denken wir Erwachsene immer an die Zukunft (C-Jugend)? Die Kinder leben in der Gegenwart.

    Und sollte ich hier nicht alle zum Sport auffordern in unserer Gesellschaft (Haltungsschäden, Übergewicht usw.)?


    Wer hat mit seinen Jungs/Mädels schon Basketball, Volleyball oder Tennis gespielt? Oder wer hat sie schon mal mit Leichtathletik oder Radfahren konfrontiert? Vielleicht findet der/die schlechte FußballspielerIn daran Spaß und ihr trainiert danach nur noch die Guten ? - oder fällt das unter Trainingszeit opfern? (vielleicht auch unter Bewegungserfahrung ?)

  • Zur Ausgangslage ein 9-10 Jähriger ohne soziale Auffälligkeiten, aber mit minderer sportlicher Befähigung wird als sportliche Belastung in einem Breitensportverein angesehen.

    Er ist zahlendes Mitglied, besteht keine andere Mannschaft im Verein, in der er am Training und Wettkampf teilnehmen kann hat er das Anrecht in die Trainingsgruppe völlig integriert zu werden. Das ist auch die eigentliche Aufgabe eines Breitensportverein.

    Wer glaubt einschätzen zu können, welcher F Jugendlicher in 4-6 Jahren ein ordentlicher bis guter Fussballer im Breitensportverein sein wird, wird sich später über die eigene Fehlerquote wundern.

  • Vorschlag? In der F Jugend und davon reden wir ja. 60-70 Prozent sollten individuelle Förderung ausmachen.

    Hier ist eine innere Differenzierung eigentlich unproblematisch. Spieler verstehen die Übung nicht.

    In einer F Jugend sollte eine Erklärung einer Übung nicht länger als 30-45 Sekunden dauern.

    Natürlich kann es auch danach zu Missverständnissen führen. Aber in 50 Prozent aller Fälle liegt es an der Sprache der Trainer. Erwachsene haben einen anderen Erwartungshorizont. Begriffe sind verständlich. Aber für die Kinder meist nicht.

    Schwachsinn wie geht kurz, macht das Spiel breit, lass dich fallen hört man ständig. Aber verstehen die Kinder wirklich was die Trainer meinen. Eher nicht.

    Aber wer meint es gäbe in den jüngeren Jahrgängen eine Berechtigung für sportlichen Darwinismus sollte bei allen Problemen mit Kinder mit ADHS, sozialen Problemen usw. bei einem leistungsorientierten Verein anheuern.

  • Na, ich glaube wenn ich zu einem Kind sage, " Lauf zum roten Hütchen, berühre es mit der Hand und komm dann zurück", ist das weder Fussi Jargon, noch unverständlich, noch dauert die Erklärung zu lang. Aber solche Kinder habe ich 4 vielleicht sogar mehr, die das erst beim dritten Mal schaffen.

  • Und sollen sie deswegen am Besten mit dem Fußball aufhören?

    Ich glaube im entscheidenden Punkt sind alle hier einer Meinung. Die Jungs sollen spielen und haben das Recht auch gefördert zu werden.

    Wenn es hier darum ginge, die Jungs einfach nur mitlaufen zu lassen, hätten wir hier keine Diskussion.

    Jeder Trainer hier wäre sicher in der Lage zu übersehen wenn der Spieler die Übungen falsch macht, ihn im Spiel mitlaufen zu lassen und seine Fehler zu übersehen.

    Nur hat jeder hier einen höheren Anspruch an sich und sein Training, deshalb wird hier über solche Jungs diskutiert und nicht weil es das Ziel ist sie so schnell wir möglich abzuschieben.

  • Problem ist für mich nicht dass einige nicht verstehen was sie machen sollen bei der Übung, ich erkläre es auch gerne 2 oder 3 mal, ABER der Leistungsunterschied ist für mich das Problem.


    Ich suche mir richtig geile Übungen aus, die aber nicht ausgeführt werden können, weil ein paar Jungs leider keinen Pass 3 Meter zum Partner bringen, da es einfach an der Technik fehlt. Was mache ich mit so einem Spieler...

  • Aus meiner Sicht ist der Umgang mit heterogenen Teams eine Riesenherausforderung, das sieht man ja auch an den Postings hier. Das gilt sowohl dann, wenn Spieler nach oben raus gucken als auch dann, wenn sie nach unten abfallen, wie hier diskutiert. Ein Patentrezept kenne ich nicht. Wenn man es kann, dann ist es sinnvoll, die Spieler in unterschiedliche Teams einzusortieren. Da würde ich ab der E auch weniger Rücksicht auf Geburtsjahre nehmen, als vielmehr die Jungs und Mädels strikt nach Leistungsvermögen einteilen. Aber das ist eine Sache, die sich der Verein überlegen muss.


    Wenn man aber nur ein Team hat, dann ist die einzige Möglichkeit, die Spieler in den Übungen möglichst nach Leistungsstand aufzuteilen und ggf. die Übungen anzupassen. Das ist aber immer eine Notlösung. Besonders für die Spieler, die dann mit dem Schwachen in der Gruppe landen, ist das demotivierend, das muss man als Trainer auffangen. Und man darf nicht den Fehler machen, die Einteilung immer gleich zu wählen. Dabei läuft man auch immer Gefahr, dass man überproportional Zeit und Energie in die schwächsten Spieler investiert, was den guten gegenüber nicht gerecht ist.


    Aus meiner Sicht ist das ein starkes Argument für die Bildung von großen Vereinen bzw. JSG. Das Thema entschärft sich massiv, wenn man 2 oder 3 Mannschaften pro Altersklasse hat. Mit nur einem Team kann man den Kindern sportlich kaum gerecht werden, da spätestens ab der E-Jugend die Unterschiede eklatant werden.


    Grüße

    Oliver

  • Ich teile meine angeschafft seit Ende der Hallensaison unter in zwei Gruppen.

    Jetzt habe ich das Problem, dass die stärkeren zwar gut versorgt sind, aber jetzt leidet eben immer ein Teil der zweiten Reihe. Aber das ist ohnehin schon ein Fortschritt.

    Mein Problem dabei : ich habe im Moment eigentlich keinen Co. Deshalb muss ich immer die Schwächeren trainieren weil die sonst keiner kontrollieren kann und die besseren werden von einem drei Jahre älteren großen Bruder trainiert der eigentlich Tennis spielt aber meinte, er würde gerne! So ist das für die besseren natürlich auch nicht die wirklich gute Förderung...

    Ich möchte echt heulen, wenn ich sehe, was bei uns immer anders läuft als man denkt.

  • Na wie man ein Kind vergrault oder rauswirft, ist wohl jedem geläufig. Schade, dass das permanent von einigen unterstellt wird ohne konstruktive Vorschläge beizusteuern.

    Den Jungen, den ich bei dieser Fragestellung vor Augen habe, trainiere ich seit einem Jahr nicht mehr, wobei er immer noch dabei ist. (Soviel zum Thema vergraulen!)


    Ich bin mal in mich gegangen, wie ich das seinerzeit eigentlich genau angestellt hatte... (Ich nenne ihn mal Fred)


    Eigentlich habe ich Fred wann immer es ging in den Überhang genommen. Sollte eine Übung in Dreiergruppen laufen, so gab es eine Vierergruppe... Sobald Fred den Ball hatte (und ihn jedesmal verstolpert hatte), haben die drei restlichen einen zweiten Ball bekommen und die Übung einfach weitergemacht bis er wieder da war.

    Übungen im 1:1 z.B. Wettlaufspiele um den Ball mit Torschuss hab ich einfach so laufen lassen. So hatten auch die schwächeren immer Erfolgserlebnisse.

    Bei Aufgaben über mehrere Anspielstationen habe ich mit einem Ball neben Fred gestanden und nach seinem Versuch ggf. einen neuen Ball für die anderen ins Spiel gebracht.


    Bei seinem ersten Einsatz im Spiel hat er vor lauter Eifer einen Gegenspieler umgetreten. Da Fred recht groß ist, kam der Trainer der anderen auf ihn zugestürmt und beschimpfte ihn. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren. Ich habe dem Kollegen ein paar Takte gesagt und den Jungen erstmal runter genommen. Der ist dann in Tränen ausgebrochen, weil es ihm so leid tat, einem anderen Kind weh getan zu haben.

    Aber auch nach dem Erlebnis kam er weiter zum Training...


    Ich lebe eh nach dem Motto: behandle die Kinder gut, vielleicht wird einer davon mal dein Altenpfleger. =)



    Kleeblatt ich glaube, viele Trainer haben schon das Gefühl mit nur 5 Feldspieler zu spielen, wenn sie die schwächeren einwechseln und häufig ist es ja auch so. Wenn man einen Fred hat, steht der auch noch im Weg rum oder greift sogar die Mitspieler aktiv an weil er auch mal an den Ball will. Da muss man dann wohl einfach durch. Da sehe ich eigentlich keine Alternative. Ich würde ihn vorne links in den Sturm stellen. Augen zu und durch.


    In dem Zusammenhang:
    ich selber hatte mir mit 10 Jahren in den Kopf gesetzt, Tennis zu spielen und meine Eltern haben das erlaubt. Ich hatte dann ein halbes Jahr Unterricht und habe den Ball auch ab und zu getroffen. Das klassische Untalent (wobei das bei mir auf einen Sehfehler zurückzuführen ist). Der Trainer ist dann zu meinen Eltern gegangen und hat gebeten, ihn zu erlösen. Ich würde auch in zwei weiteren Jahren den Ball nur zufällig treffen. Recht hatte er.


    Beim Volleyball hatte ich einen Fred, der jedes Jahr in der E-Jugend blieb. Als ich ihn bekam, hätte er C spielen müssen. Ich habe ihn zu den Spieltagen mitgenommen, die anderen Trainer gefragt ob ich ihn einsetzen dürfte und nach einem kurzen Blick auf den Jungen beim Einspielen bekam ich IMMER das ok. Nach einem weiteren Jahr ohne jegliche Fortschritte hab ich ihn angesprochen und gefragt, ob ihm nichts anderes einfiele... Eigentlich hatte er nur auf diesen Schubs gewartet, weil er sehr pflichtbewusst war. Er hat zum Segeln gewechselt. :thumbup:

  • Ich finde es auch erstaunlich, das hier von Problemen berichtet wird, wie man kindern integrieren möchte, die wohl den Trainingsbetrieb zumindest -aufhalten-, und vielfältige Fehlerquellen benannt werden, die aber gar nicht vorhanden sind.

    Selektiv vorgehen möchte doch gar keiner, sonst wären diese Kinder nicht mehr beim Training. Es liegt aber eben NICHT immer am Trainer, wenn ein Kind nunmal vom Bewegungstalent über die Aufmerksamkeit bis hin zu jeglichem Ballgefühl so ziemlich alles vermissen lässt und auch nicht gewillt ist, das aufzuholen.(trotz permanenter Hilfestellungen). Im Gegenteil ist hier anscheinend der Trainer so empathisch, das er versucht, das nicht die Kinder genau diesen aufziehen. Und das passiert normalerweise recht schnell.

    Wenn von 12, 13 kindern alle die Spielformen evtl. Korrekturübungen verstehen und einer nicht, liegt es auch in den seltensten Fällen an der Ansprache der Trainer. Ein training auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterzubrechen, damit -Fred- Basistechniken erlernt, wird dann 11,12 anderen nicht gerecht. Eine Lösung dazu habe ich hier nun noch nicht gehört.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • In den letzten 10 Jahren hat sich die Anzahl der A Junioren Mannschaften in unserem Kreis " halbiert".

    Dafür gibt es sicherlich viele Gründe. Aber Fakt ist, es kommen einfach nicht genug Kinder in den höheren Jahrgängen an, obwohl die Bambimannschaften voll sind. Für die Kinder ist das Kleinfeld Segen, aber auch Fluch. In der Realität konzentrieren sich viele Trainer im Breitensportverein bereits in den jüngsten Jahrgängen darauf, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen.

    Denn die Kinder und Eltern wollen ja gewinnen. Der Fokus wird also auf die 10- 11 Kinder gelegt, welche bereits körperlich und mental weiter entwickelt sind. Der Rest wird mitgeschleppt, geduldet oder bereits mehr oder weniger vergrault.

    In der D Jugend kommt dann spätestens das böse Erwachen, denn die besseren Spieler sind abgewandert, 2-3 haben sich ein anderes Hobby gesucht und diejenigen denen das Gefühl vermittelt wurde, sie würden nicht gebraucht haben sowieso aufgehört.

    Es ist keine Seltenheit das von 15 Bambinis nur 5 in der D Jugend ankommen. Und dann wird eine JFV oder JSG gegründet.

    Wodurch in Regel jedoch die effektiven Zahlen der Spielerinnen und Spieler nochmal verringert werden.

    Vor nicht allzu langer Zeit wurde die C Jugend als die maßgebliche Schnittstelle angesehen, in der Zwischenzeit stellen bereits viel weniger Vereine eine C Jugend als vor 10 Jahren.

    Nun wird mit dem Norweger Modell versucht den Spielbetrieb in den kleineren Vereinen zu retten.


    Ich freu mich schon auf den Schock, wenn das Mannschaftssterben den Aktivenbereich erreicht.


    Kurzer Nachtrag: Natürlich gibt es Kinder bei denen abzusehen ist, sie wären in der freiwilligen Feuerwehr oder in der Musikschule besser aufgehoben. Aber in einem Breitensportverein gibt es auch die moralische Verpflichtung jeden mitzunehmen.


    Vielleicht ist das oben genannte Problem ja ein ländliches und auf unseren Kreis beschränkt. Was ich jedoch nicht glaube.


    Natürlich gibt es kein einfaches Konzept um jeden hier genannten Problemfall zu erfassen. Meine Intention ist lediglich davor zu warnen Kinder viel zu schnell fallen zu lassen. Denn am Ende des Tages werden sie vielleicht noch gebraucht.

    Im Kinder - und Jugendbereich wird zu häufig auf den den Ist- Zustand abgestellt. Hier haben sich scheinbar Breitensportvereine den leistungsorientierten Vereinen angepasst und deren Argumentation übernommen.

  • ich glaube, viele Trainer haben schon das Gefühl mit nur 5 Feldspieler zu spielen, wenn sie die schwächeren einwechseln und häufig ist es ja auch so. Wenn man einen Fred hat, steht der auch noch im Weg rum oder greift sogar die Mitspieler aktiv an weil er auch mal an den Ball will. Da muss man dann wohl einfach durch. Da sehe ich eigentlich keine Alternative. Ich würde ihn vorne links in den Sturm stellen. Augen zu und durch.

    So löse ich das meistens auch. Nach meinen Beobachtungen ergeben sich zwei Entwicklungen. Entweder das Kind entwickelt sich einigermaßen und spielt zumindest so weit mit, dass es die anderen nicht behindert oder es entwickelt sich nicht, wird von den anderen Kindern gemieden (fußballerisch), bekommt nie einen Ball und verliert irgendwann die Lust.

    Ich hatte im vergangenen Jahr auch so einen Kandidaten. Er hatte im Bambini-Alter mal ein paar Monate mittrainiert, war dann aber vom damaligen Trainer mangels Talent vergrault worden. Der Junge ist relativ sensibel und hat die laute Ansprache damals nicht gut gefunden.

    Nun kam er im letzten Jahr zu mir zum Training. Ein Freund fragte, ob er mittrainieren dürfe. Durfte er. Für mich war es natürlich nicht einfach, ihn zu intergrieren. Die meisten Jungs spielen seit 3-4 Jahren zusammen. Für ihn war alles neu. Jede Standartübung musste ausführlich, meist mehrfach, erklärt werden. Nach zwei Trainings fragte er, wann er denn endlich mitspielen dürfe. Ich sagte ihm, er müsse erst mal in den Verein eintreten und dann bräuchte er einen Pass. Vorher sollte er aber erst einmal regelmäßig zum Training kommen (jeder Pass kostet Geld und wir haben im Verein einige Karteileichen, für die ein Pass beschafft wurde, die aber nie gespielt haben). Er kam dann ziemlich regelmäßig zum Training. Körperlich war er dabei anwesend. Wenn er eine Übung nicht verstand und das kam häufig vor, blödelte er aber lieber umher, als nochmal nachzufragen. Ich ging dazu über, bei der jeder Übung zu fragen, ob er es verstanden hat. In der Regel nicht. Und die Übungen waren weder kompliziert, noch verwendete ich komplizierte Begriffe. Der Junge ist an sich nicht dumm, nur hat er aus meiner Sicht überhaupt keinen Bezug zum Sport im Allegemeinen und zum Fußball im Speziellen. Ich frage bei neuen Kindern immer, ob sie manchmal im TV Spiele sehen. Machte er natürlich nicht.

    Nach ein paar Wochen bekam er dann seinen Spielerpass. Und es folgte die Frage, wann er denn ein Trikot bekommt. Beim nächsten Spiel sagte ich. Das nächste Spiel gab es nur nie. Weil er entweder kurz vorher krank wurde oder am Spieltag etwas anderes vor hatte. Dabei waren auch solche wichtigen Termine wie eine Wanderung mit seinen Eltern. Die Trainingsbeteiligung lies auch deutlich nach.

    Bei einem Hallenturnier tauchte er dann tatsächlich auf, bekam sein Trikot, ich setzte ihn aber nicht ein. Ich erklärte ihm, dass die Kinder spielen, die regelmäßig trainieren. Es war zudem das einzige Turnier, wo ich nach Leistung aufgestellt habe (wurde vorher kommuniziert).

    Nach dem Turnier hörte ich von anderen Spielern, dass er unzufrieden war, weil er nicht gespielt habe. Ich hatte gehofft, dass in ihm so etwas wie Ehrgeiz erwacht war. Zumindest defensiv waren bei ihm so ein paar Ansätze erkennbar, die etwas Hoffnung in mir aufkommen lies. Vom Niveau her war er etwa mit dem Durchschnitt unsere jüngeren F-Junioren vergleichbar.

    Nach dem Hallenturnier ging jedoch seine Trainingsbeteiligung noch weiter zurück. Vor Turnieren, die er spielen sollte, kamen regelmäßig absagen. Nach und nach sagte er aber nicht mal mehr ab. Er kam einfach nicht mehr. Auf Nachfrage vor Spielen, war er entweder immer krank oder eben anderweitig beschäftigt. Den Eltern war es wohl ganz recht, weil sie ihn dann nicht umher fahren mussten.

    Ein Mitspieler sagte mir dann, er habe ihm in der Schule erzählt, dass er keine Lust mehr habe. Zu mir gab es weder von ihm, noch von seinen Eltern eine Aussage. Der Mitgliedsbeitrag ist bis heute nicht bezahlt.


    Habe ich mich nun dem Jungen gegenüber fair verhalten? Ich denke ja. Ich wurde ihm gegenüber nie laut. Er hätte auch seine Spielzeit bekommen, wäre er da gewesen. Bei dem einen Turnier stand für mich an erster Stelle, meine Stärksten auch mal zu belohnen. Ich habe zwei richtig gute Jungs, die immer wie blöd für das Team ackern und auch die Schwächeren mit durchziehen. Das wurde von den Kindern und Eltern, die schon länger dabei sind, auch so akzeptiert.

    Die fehlende Motivation und Konzentration des Jungen beim Training lag sicher zum Teil auch mit an einer Art Überforderung. Ehrlich gesagt war mir im Training wichtiger, meine Durchschnittskicker weiterzubringen, als mich intensiver um den Jungen zu kümmern. So bekam er teilweise Einzelaufgaben, trainierte aber überwiegend schon mit der Gruppe. Die Spieler versuchten ihn schon zu integrieren, merkten aber natürlich, dass ein Anspiel auf ihn fast gleichbedeutend mit einem Ballverlust war.

    Die Option, ihn in eine andere Mannschaft zu schieben, bestand nur theoretisch. Der Trainer dort hätte ihn aufgrund seiner Fähigkeiten nicht nehmen wollen bzw. hätte er ihn nicht eingesetzt. Ein Training bei den F-Junioren hätte er definitiv nicht mitgemacht.

    So endete das Kapitel Fußball für den Jungen.

  • Schöne Beiträge die hier in der Zwischenzeit geschrieben worden sind.


    Übungen drastisch herunterzubrechen, damit Fred es auch versteht und ausüben kann, ist in meinen Augen keine Lösung, ich möchte ja alle Spieler entwickeln und das gelingt mir nicht mit einer Übung, die der "Vorletzte" auch schon mit Leichtigkeit ausüben kann.


    ,,Mein" Fred wird definitiv bei uns weiterhin spielen dürfen, der Einsatz den ich ihm gegenüber entgegenbringe, wird sich aber drastisch reduzieren.

    Dafür ist das Spagat mir zu heiß, im gleichen Atemzug die 12 anderen Willigen zu vernachlässigen und Angst haben zu müssen, dass die Team-Motivation aufgrund eines Spielers negativ entwickelt.


    Das Problem, der Nachhaltigkeit und der älteren Teams, kann ich von AKjfv durchaus verstehen, aber Argumente dagegen, mit aller Macht wirklich jeden mitzunehmen, wurden ja schon erläutert.

    Wenn Fred tatsächlich weder Wille noch Talent mitbringt, die Entwicklung aller anderen eher entschleunigt, sehe ich es nicht ein, bei ihm die Zeit zu investieren, die auf Kosten anderer, auch nichts bringen wird.

    Breitensport-Gedanken sind in der Theorie schön und gut, aber alles ist in der Praxis auf diverser hier genannter Erfahrungen nicht umzusetzen.

    Da sollten dann ein paar User auch mal die Scheuklappe absetzen, jeder Verein, jede Mannschaft, jeder Spieler ist anders.


    Ich denke die Geschichte vom User über mir, ist da gut exemplarisch, Übungen erklären, gerne, aber mehr Zeit investieren?

    Nein, die Entwicklung aller im Team sollte im Fokus stehen. (und der Spaß ;) )