TW auswählen - welche Kriterien

  • In der F hatte ich meinen Sohn im Tor, ,oder auch andere die Spaß dran hatten. Ab E Jugend sind 2 Kandidaten übrig geblieben wobei mein Sohn nun lieber draußen spielt und ein anderer eben lieber im Tor spielen würde. Die Grundbegriffe sollten

    die Kids vermittelt kriegen, Korbgriff, Kreuzgriff Auftaktschritt etc... Lernen die sehr schnell und gibt Sicherheit.

    Kann das entsprechend umgesetzt werden, ist eine Vorraussetzung für das TW-Spiel da.

    Ab der E sollte ein gewisses Niveau da sein. Damit meine ich keine Übertorhüter, sondern solche die eine gewisse (Selbst)Sicherheit ausstrahlen. Dabei kann man als Trainer ja mithelfen.

    Ab E sollte das mit ALTERSGERECHTEM TW-Training etwas verfeinert werden. Haben diese Jungs dann Spaß dran, werden es gute Torhüter.

    Konzentrationsfähigkeit ist ein wichtiger Punkt, außerdem sollten Sie mitspielen können (torspieler eben, wie es heute so schön heißt)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Bis D müssen bei mir alle ins Tor und alle bekommen das gleiche "Torwarttraining" (Koordination am Ball), ab D Jugend Schicke ich die die wollen zum Torwarttraining, aber wenn Andere immer noch ins Tor wollen dürfen sie auch. Sofern sie keine Vollausfälle sind.

    Zur Zeit ist mein bester "Stürmer" auch mein bester Torhüter, obwohl 2 andere Kinder schon ein halbes Jahr Torwarttraining haben. Das wird aber daran liegen, dass er sowieso der koordinativ (und technisch) stärkste Spieler ist.


  • Im Training müssen alle mal ins Tor. Im Abschlussspiel wird alle paar Minuten der TW gewechselt.


    In Spielen haben Lust und Laune der Kinder ein höheres Gewicht. Aber die TW-Position ist nicht festgelegt, sondern wechselt spätestens zur Hälfte eines Turniers.

  • Ich habe einen Jungen in Team, der sowohl den Mund aufbringt, als auch rechtzeitig aus den Tor raus kommt wenn er sich alleine dem Angreifer stellen muss und auch den Angriff vorantreibt und das Team von hinten lenkt. gleichzeitig ist er im Feld am Ball so fokussiert und stur, das er das Team meist schwächt, obwohl er einer der stärksten ist. Dabei ist er immer super entspannt und so Charakterfest, das er oft über seine Fehler lacht.

    Aktuell wechsle ich zwar permanent die Torspieler, aber vor meinem inneren Auge habe ich ihn längst auf diese Torspieler Position festgenagelt. :-)

    Das weiss nur niemand und ich würde mich sehr freuen, wenn er irgendwann Mal Tw wird. ich sehr in ihm ein absolutes Talent. so eine Mixtur von Meier, Kahn und Neuer.

  • Eine Festlegung auf die Torwartposition und Herausnahme aus dem allgemeinen Trainingsalltag zwecks Torwarttraining ist vor der C Jugend eigentlich Quatsch. Zum einen lässt sich im Normalfall das Längenwachstum eines Kindes noch garnicht absehen und ein Torwart unter 1,85 ist später eher selten( Ausnahmen bestätigen die Regel) Zum anderen sieht man später die totalen fußballerischen Mängel. Ein guter Torwart sollte mindestens bis und in der C auch im Feld problemlos mitspielen können. Spielt er bereits ab der D Jugend fest im Tor, hat er in manchen Spielen 10 oder weniger Aktionen mit dem Ball. Ab der B Jugend sollte man diesen Torwart eher nicht mehr anspielen. Leider in den unteren und mittleren Klassen Alltag und bei den Senioren kommen diese Spieler fast nie an.

  • AKjfv bezgl. der spielerischen Qualität gebe ich Dir recht. TW Training sollte das -normale- Training auch nicht ersetzen, sondern

    zusätzlich, bzw. 1 mal die Woche sein. Dann kann es durchaus auch in der D einen oder 2 Torhüter geben, die sich abwechseln.

    Wir hatten in den 2 Jahren F und erste Jahr Eunseren Torhüter (mein Sohn) der hat 90% der Spiele gemacht, weil kein anderer große Lust hatte,

    wenn es der Fall war, hat auch mal ein anderer gespielt. Jetzt sind 2 andere da, und unser (ehemaliger)Torwart ist einer der besseren Feldspieler.

    (Durchs Funino hat er eh immer gespielt im Training wie alle anderen auch). Fußballerisch sollten alle gleich ausgebildet sein.

    Dein Argument mit der B Jugend und der Anspielbarkeit ist 100% richtig. Sehe ich aktuell bei uns im Verein überdeutlich.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • bei mir (Jg 2009) darf ins Tor wer will. Zwingen tu ich allerdings keinen dazu, weder im Training noch in den Spielen. Wirklich darum streiten tun sie sich nicht, von 15 Kindern gibt's 3, die gern im Tor spielen. Die wechseln sich ab, klären aber unter sich wer wann im Tor spielt. Sind auch die 3, die auch als Feldspieler die "besseren" sind.


    Torwarttraining wird im Verein angeboten, wer hingehen will darf, niemand muss. Einer der 3 geht regelmäßig, zusätzlich zu 2 Trainings mit der Mannschaft und eine Einheit Koordinationstraining (von externen Trainern abgehalten). Ich persönlich find es eigentlich zuviel, aber laut seinen Eltern und ihm selbst gehts ihm damit gut

  • Der Torwart ist in unserer Region eigentlich seid der G immer der Selbe Spieler . Die Mannschaften die wir ( E ) aus den Punkt/Pokal /Turnier Spielen kennen haben alle seid Jahren einen festen Torwart. Bei uns steht der Junge im Tor , der in der G schon wesentlich größer war als der Rest der Mannschaft. Bei ihm spielt sicher auch eine Rolle das sein großer Bruder Torwart ist. Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe , hat sich durch Zufall ein anderer Spieler als sehr guter Torwart gezeigt. Der Unterschied ist , das dieser nicht nur ins Tor möchte sondern nach wie vor auch als Feldspieler aktiv sein will. Dieser Spieler hat es geschafft in einen Turnier bester Spieler und im nächsten bester Torwart zu werden. Ich weiß ..... ist nicht Objektiv und hat nichts zu sagen. Ich möchte damit nur sagen , das die Kinder auf mehreren Positionen Erfahrungen haben sollten , um als Torwart auf lange sich erfolgreich zu sein.

  • Schwieriges Thema. In der G Jugend wollen fast alles ins Tor. Ab der F sind es nicht mehr ganz so viele und in der E Jugend habe ich jetzt sogar das Problem dass einige Eltern absolut nicht wollen dass Ihr Kind im Tor steht. Ergebnis des Ganzen, wir haben nur einen "echten" Torwart und einen Spieler wo ich die Eltern beknien muss damit er ins Tor geht wenn der andere krank ist oder nicht kann.

    Mit den Erfahrungswerten von heute, würde ich jeden der Will ins Tor stellen egal was die Eltern sagen oder wie gut er draußen ist.

  • In der F-Jugend habe ich jeden im Tor spielen lassen. Im Ligabetrieb sogar teilweise in der Halbzeit den TW gewechselt, da wir einen sehr kleinen Kader (teilweise 0 Auswechselspieler) hatten und ich so wenigstens einen frischen Spieler für die nächsten 20 Minuten hatte.

    In der E-Jugend habe ich nun 2 Torwarte, weil die anderen nicht mehr wollen. Diese wechseln sich nun Spiel für Spiel ab.

    Sollte ein Spieler unbedingt wollen, würde ich ihn auch spielen lassen, es fragt nur keiner.

    Für die beiden Torwarte biete ich noch vor dem eigentlichen Training ein kleines TW-Training an. (30 Minuten)

    Im Spielertraining kann, bzw. muss jeder mal in Tor. Auch um die eigentlichen Torwarte weiter spielerisch zu fördern. (Abschlussspiel, Torschussübung, etc.)

  • JUH1973 , das ist jenseits der Interessen der Kinder ein wichtiges Argument, sich auf die Besetzung der TW-Position nicht zu früh festzulegen.


    Wir haben bei uns einige Kinder, die regelmäßig gerne ins Tor wollen. So ist es optimal.


    Ansonsten würde den TW jedes Spiel (bzw. in der HZ) regelmäßig so wechseln, dass jedes Kind reihum mal im Tor stehen muss.


    Gegenüber den Eltern ist es sehr wichtig, solche Grundsätze transparent zu kommunizieren. Bei findet etwa 2x/Jahr ein Elternabend statt, i.d.R. ist der JL mit dabei, der den Überblick über alle Jugendmannschaften hat und seine Erfahrungen ggf. beisteuern kann.

  • In der G-Jugend hatten wir ca. 15 verschiedenen Torhüter in unseren Spielen.

    Bei Turnieren teilweise jedes Spiel ein neuer Torwart.

    In der F sind davon 4 übrig geblieben die unbedingt wollen.

    Wobei einer im Prinzip nicht dazu in der Lage ist, da er Angst vor dem Ball hat.

    Hier im Kreis sind wechselnde Torhüter aber eher ungewöhnlich. (Wobei wir mehr Funino spielen und das ggf. abschließend nicht beurteilen können).

    Das hat auch schonmal zu Anfeindungen mir ggü. geführt...

    Mein Torwart hat sich im ersten Spiel den Ball beim Abschlag selber ins Tor geworfen. Dadurch haben wir das Spiel verloren.

    Im nächsten Spiel stand ein anderes Kind im Tor. Völlig normal, da ich mit den beiden innerhalb eines Turnieres fast immer rotiere.

    Auf der Tribüne war dann diskutiert, was ich doch für ein unmensch bin das arme Kind so abzustrafen :/

    Meine Eltern haben sich amüsiert.:P

  • Bei uns (F-linge) will einer nicht, zwei gehen rein aber würden sich freiwillig eher nicht melden und der Rest möchte ins Tor, mit sehr unterschiedlichen Fertigkeiten. Wobei ich auch beobachte, dass im Sommer mehr ins Tor wollen als im Winter ;)


    Ich bin zwar prinzipiell der Meinung, jeder darf sich bei allem versuchen und im Training ziehen wir das auf jedenfall durch. Aber wir haben gerade im Tor einige echte Ausfälle.
    Die Kinder werden jedoch älter und schneiden mit, dass sie Spiele verlieren, weil der TW die einfachsten Bällchen nicht festhält und auf der anderen Seite ein TW im Tor steht, der echt alles rausholt, was in der Altersklasse geht. Und da überlege ich, präventiv einzugreifen, bevor das Hauen und Stechen losgeht. Im Training hab ich das nämlich durchaus schon beobachtet, dass der TW im Abschlussspiel wechselt, weil ein Gegentreffer erzielt wurde.


    Auf der anderen Seite haben wir auch hier das Phänomen, dass die besten Feldspieler zumeist auch die besten TW abgeben.


    Den Kreis auf einige Torspieler einzugrenzen (anbieten würden sich bei uns 6 Kinder) finde ich zwar reizvoll aber gibt das nicht auch Ärger? Muss ich mal drüber nachdenken...

  • Hallo!

    Ich glaube das Phänomen "guter Spieler draussen = guter Spieler im Tor" resultiert meiner Beobachtung nach, dass diese Kinder halt teilweise deutlich weiter in Sachen Koordination und den generellen Bewegungen sind.

    Von daher ist es für mich nicht verwunderlich, wenn diese Kinder auch im Tor eine gute Figaur machen.

    Grüße

    Martin

  • Wobei ich auch beobachte, dass im Sommer mehr ins Tor wollen als im Winter

    ... was ja die Frage nahelegt, warum ein Spieler ins Tor möchte. Immer legitim ist: ich möchte ausprobieren (auch zum 13. Mal).


    Es gibt aber auch ...

    - dann muss ich nicht so viel rennen

    - dann ist insgesamt nicht so viel los und ich kann mehr in die Luft gucken

    - dann kann ich mich auf dem Boden wälzen

    - die gepolsterten Klamotten und Handschuhe sind cool

    - ich mag die Zweikämpfe im Feld nicht ( das sind dann die Spieler, die unbedingt ins Tor wollten, sich bei festeren Schüssen aber schnell wegdrehen)

    - ...


    Ich finde, von diesen Motiven kann man dann gegen Mitte/Ende F auch wegkommen. Wenn dann immer noch sechs übrig bleiben, die es alle wollen und dann rotieren, ist es doch super.

  • Ergänzend zu dem was ich oben schrieb, fällt mir zu dem Thema noch die Psyche in Bezug auf Überforderung ein. Mein Sohn ist bei uns der beste Spieler und auch der beste Torspieler. Außerhalb des Vereins und auch im Training will er fast immer im Tor stehen solange wir unter uns sind - und was er rausholt ist mächtig. Es gab vor 1,5 Jahren ein Turnier in dem er mal im Tor stand - und auch rein wollte - und das spiel wurde 5:0 verloren. Das hat ihn so fertig gemacht, es konnte kein Trost helfen. Seitdem ist es unmöglich ihn im Spiel ins Tor zu bekommen. Wobei dieses Erlebnis als Einzelnes noch nicht so gravierend ist, wie die Überforderung die einem U7 Kind bei uns im Verein dieses Jahr angetan wurde, als der Trainer dieses G-Kind als "Stammtorwart" für den Ligabetrieb der F2 hochgezogen hat. Es hieß, man habe keinen anderen (alleine das ist schon sooo krass!). Nun kam es wie es kommen musste: nach drei Spielen ist der Junge nach einem Gegentor weggerannt und hat das Tor verlassen. Er hat es mental nicht verkraftet. Reaktion der Erwachsenen inkl. Trainer: "So was geht gar nicht!". Dann passierte es ein Spiel später wieder - man dreht sich um und das Tor ist leer - der Junge sitzt irgendwo und bockt/heult. Reaktion der Erwachsenen: "Das können wir im Team nicht brauchen", §Er kann doch das Team nicht so hängen lassen" etc. Als voll die krasse Psychonummer zu Lasten des Kindes. Zwischenergebnis: Das Kind wollte nicht mehr Fußballspielen - das war ende Oktober - und ward nicht mehr gesehen. Aktueller Stand: Er war nun bei einem Funinofestival seiner Altersklasse dabei und hatte viel Spaß. Ich hoffe jetzt das er über dieses Trauma hinwegkommt und uns erhalten bleibt.

    Besonders schade: Die Mutter sucht den Fehler auch eher beim Kind. Denn die Trainer machen alles super.


    Was ich damit sagen will: Die Last, die auf den Schultern des Torwartes liegt ist enorm und darf in dem Alter - in dem die Tore noch so riesig für die Kids und die Körper und der Geist noch so wenig fähig sind das alles richtig zu machen - nicht nur auf ein oder 2 Kindern liegen. Das sofortige selbst erkennbare Feedback des Fehlers im Tor, der sofort einen Gegentreffer bedeutet, ist zu heftig. Mit anderen Worten: Wer bis einschließlich E Jugend am Ende der Saison nicht mindeste 9 bis 11 unterschiedliche Kinder im Tor hatte, macht etwas grundlegend falsch.

  • Ersatzbank ich verstehe deinen Einwand.

    Hier ist für mich jedoch die Mannschaft, der Trainer und letztendlich die Eltern gefragt. Es ist leicht auf dem Torwart rumzuhacken, meistens muss der jedoch die Fehler seiner Feldspieler ausbaden.

    Von daher versuche ich durch Reden, Vertrauensspiele und zur Not auch Strafen (Auswechslung für 5 Minuten, Trainingspause, etc.) das Meckern zu unterbinden und das Aufmuntern zu fördern. (mein Fehler, das nächste Mal machst du es besser, etc.)

    Wenn nun mal kein anders Kind ins Tor will und die Torwarte heiß aufs Tor sind, warum soll ich dann 11 einsetzen? Das löst dann doch bei denen die nicht wollen Frust aus.