Wenn einfach mal Ende ist ...

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  • Ei gude wie,


    ich weiß nicht ob hier so ein ähnliches Thema schon besteht, habe zumindest nichts gefunden.


    Ich möchte einfach mal ein Thema ansprechen wo ich mir gut vorstellen kann das es denjenigen die davon betroffen sind eher unangenehm ist, da ist nicht sehr einfach ist. Diejenigen die sich nicht betroffen fühlen möchte ich vorweg sagen: seit froh und seht zu das es so bleibt!


    Ich spreche davon wenn ein Trainer zusammenbricht unter der Last die er zu tragen hat. Letztes Jahr im November ist bei mir das "Burn-Out-Syndrom" aufgetreten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt hier in der Hauptverantwortung die C- und B2-Jugend und A-Jugend als Manager da unser Trainer neu ist in der Jugend und ich die Jungs alle kenne.
    Hinzu kam noch so Sachen wie die Homepage und der Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Seelsorger, Mädchen für alles, gute Seele und eben der der immer da ist und den alle kennen. Ich war 6 Tage die Woche jeden Tag mindesten 5 Stunden für die Kids aufm Platz und Sonntags bei den Aktiven waren die Kids dann bei mir. Ich kann nicht sagen das ich das doof gefunden hätte, ich hatte und habe eine sehr starke emotionale Bindung zu den Jungs, zu allen. Später dazu mehr ...


    Daheim habe ich dann an der Homepage geschraubt oder Papierkram erledigt, Sponsoren gesucht und Ideen gesammelt was man mit den Jungs alles so veranstalten könnte, Training geplant, gelernt (vor allem Medizinischen Krempel),sprich es war ein echter Fulltime Job, nicht selten 12-14 Stunden am Ende pro Tag.
    Meine Kids fanden es toll wie sie umsorgt worden sind. Ich kann mit stolz behaupten das mir uns von allen Vereinen hier in der Umgebung deutlich absetzen. Das fängt damit an das alle Jugendmannschaften in den selben Trikots spielen (ja woanders vllt normal, hier aber nicht), das mir eine JSG Hymnde haben (Manowar - Number one), das die Jungs ohne Ende Klamotten für kleines Geld bekommen konnten wo groß und breit "JSG Pohlheim" drauf steht (hab ich dann in der Firma gemacht), das die Jungs Powerade zu jedem Spiel bekommen haben, meine Torjungs musste nie was für Handschuhe bezahlen und haben alle 2 Monate neue bekommen (hatten einen eigenen Sponsor dafür) und das ein Keeper mal 10 Trikots zum aussuchen hatte ist auch nichts neues hier gewesen. Kurz gesagt: Ich bin sicherlich in weiten teilen weit übers Ziel hinausgeschossen am Ende ...


    Ich hab dann irgend wann gemerkt das was nicht stimmte, nämlich als ich auf einmal mit Bauchweh zum Training mit der C bin. Die C-Jugend liegt emotional am stärksten bei mir, eben weil ich mit den Jungs echt ganz ganz unten begonnen habe. Das ganze hatte sich dann immer weiter geführt, ohne das ich es groß gemerkt hatte aber ich wurde zunehmend aggrressiver den Jungs gegenüber, oder den Schiris. Der Knackpunkt war dann wo ich wegen eines falschen Einwurfs vom Platz geflogen bin weil ich dem Schiri an den Kragen wollte!


    Am nächsten Tag mit der C haben die Jungs gemeint das ich mich sehr verändert hätte ... und das tat richtig weh es von den Jungs zu hören. Das war dann auch gleichzeitig das letzte Spiel mit den Jungs, nicht das die Jungs mir nicht die Treue gehalten hätten, ich könnte euch stundenlang Storys erzählen warum ich auf die Jungs so stolz bin, nur eine Sache als Beispiel: Als bei meinem Astra der Motor kaputt war haben die Jungs von der C angefangen Geld zu sammeln für einen neuen Motor ...


    Ich hab dann in der Woche danach eine JSG Versammlung einberufen wo ich die Situation erklärt habe und ich kann euch sagen das war ein harter Tag. Selbst die Jungs aus der A haben angefangen zu heulen, von der C möchte ich mal nicht sprechen, denkt es euch.


    Ich musste dann sofort alles abbrechen, die Kontakte einfach alles weil es bei mir schon sehr weit fortgeschritten war im Krankheitsbild.
    Ich muss seit dem auch jeden Tag Tabletten nehmen die mich künstlich auf einem brauchbaren Level halten und das wohl nun für immer aber okay ...
    Nur die ganze Sache hat einen Haken, ich konnte nicht mehr mit den Jungs aber noch weniger ohne die! Ich bin ein Loch gefallen das unendlich tief war. Die Mutter von meinem Keeper in der C hatte sich dann sehr um mich gekümmert, wofür ich ihr auch sehr dankbar bin weil ohne wäre ich nie wieder auf die Beine gekommen! (Für nicht wissende: Das Burn-Out-Syndrom endet unter umständen im suizied).


    Besagte Tabletten machen es möglich das ich heute wieder auf Sparflamme mit der B2 arbeiten kann aber definitv nicht mehr so wie früher. Im verlauf von dem ganzen verliert man die Fähigkeit zu entspannen, deswegen muss ich heute viel mehr Abstand nehmen von allem. Ohne den Fussball würde gar nichts gehen, mein Therapeut hat mir auch geraten vorsichtig bei der Sache zu bleiben.
    Den Kontakt zur C habe ich mehr oder weniger gehalten. Ich bin bei den Spielen dabei wenn ich kann und rede als mal kurz mit den Jungs. Ich kann aber auch hier nur wieder respekt an die kleenen zollen das die so verantwortungsvoll mit der Sache umgehen und mich oft genug einbremsen ... die Tatsache das ich den neuen Trainer von denen jedes mal am liebsten eine rein hauen würde hat damit aber nix zu tun, das ist ein anderes Thema.


    Warum schreib ich das alles ... nun mir ist bewusst das ich sicher nicht der einzigste Mensch auf der Welt bin der sich so liebevoll um seine Jungs kümmert ... und ich möchte einfach mal denen die es nötig haben, vor Augen halten was alles passieren kann. Ich habe lang nicht alles geschildert das sprengt den Rahmen.


    Einen richtigen Schlusssatz fällt mir eben nicht ein drum beende ich diesen Beitrag mit dem Motto unsrer JSG


    "Wir sind geboren um die Nummer Eins zu werden" (Manowar - Number one)


    In diesem Sinne ...


    Daniel

  • Hi, ich möchte Dir meinen allerhöchsten Respekt aussprechen, dass Du den Mut hast, mit Deinem Problem so offen und sozial gemeint umgehst.


    Hier einen Rat zu geben, kann ich nicht, darum hast Du ja auch nicht gebeten. Ich dachte nach Deinen Zeilen an jemanden, der sagte mal, dass oft die sozial Denkenden oft ein -manchmal selbstzerstörendes- Helfersyndrom haben. Im weiteren sagte dieses ehemalige Mitglied eines Vorstandes zu mir, dass man gerade im Ehrenamt aufpassen muß, dass man sozusagen systembedingt sich nicht den Arm abreissen lassen soll, wenn man nur den kleinen Finger geben wollte. Ich glaube, dass Dir das passiert ist, ....wie auch immer, Respekt.


    Ich habe einige Kollegen, denen ist das gleiche passiert auf einer anderen Ebene, ....es werden immer mehr, ....vielleicht gehöre ich auch mal dazu, wer weiss. Wichtig ist, dass Du Dich nicht zurückziehst und auf die Menschen weiterhin zugehst und dich nicht verschließt. Dann würde es gefährlich. Hierzu gehört vertrauen.


    Ich wünsche Dir alle Kraft und bleib uns und deinen Mitmenschen erhalten, ...nur denk auch mal an Dich. Ich könnte auch sagen, ....scheisse, es trifft immer die Falschen, sorry.


    Abschließend möchte ich Dir aufrichtig mit auf Deinen Weg geben, in der Bibel zu lesen, hört sich komisch an, ich weiss, ...aber es kann helfen. Gruß Andre

  • Hallo,


    habe bis vor kurzer Zeit auch zuviel gemacht und das Gott sei Dank rechtzeitig realisiert!


    Habe ...
    ... E-Jugend trainert (jetztige D-Jgd.)
    ... F-Jugend trainiert
    ... bei der G-Jugend ab und zu geholfen
    ... als 2.Vorsitzender unserer JSG dem 1. Vorsitzenden die komplette Arbeit abgenommen
    ... die Öffentlichkeitsarbeit für unsere JSG gemacht
    ... die Homepage unserer JSG gestaltet
    ... Jugendleiter der Fußballabteilung meines Stammvereins
    ... Vorsitz im Festausschuss für unser Jubiläum


    Ich denke ich habe rechtzeitig die Reissleine gezogen, da ich gemerkt habe das geht nicht mehr!


    Jetzt kümmere ich mich nur noch um...
    ... meine D-Jugend - 2x Training + 1 Spiel und was man sonst noch so macht
    ... das Amt des 2.Vorsitzenden - Habe die Arbeit neu verteilt, hab ich weniger zu tun
    ... das Amt als Jugendleiter - werd ich im Sommer niederlegen, bis da ist auch nichts mehr zu tun
    ... unsere Homepage - ist fertig und muss nur gelegentlich ein bisschen geändert werden


    Ich denke wer sich nicht rechtzeitig eingesteht das er zuviel macht kann schlimm enden!
    Also wie Daniel schon meint, macht mal die Augen auf und prüft, ob ihr nicht auch zuviel macht!


    Gruß,
    Michael

    Fußball-Power

  • Ich habe Deinen Bericht mit großer Betroffenheit gelesen und mich teilweise wiedererkannt. Trainiere auch zwei Mannschaften (D- und E-Jugend) und bin noch sportlicher Leiter für 15 Jugendmannschaften. Werde aber auch häufig mit Sachen konfrontiert, die den organisatorischen Bereich. Und dann erledige ich sie, weil sie sonst wahrscheinlich nicht erledigt würden. Manchmal habe ich mich auch schon hinterfragt, ob das richtig ist, was ich mir zumute. Zumal es schon Auswirkungen auf den Beruf hat (z. B. nach einer langen Nacht für den Verein morgens erschöpft ins Büro ...)


    Deine Worte bestärken mich eigentlich, diese Situation zu ändern.


    Dir wünsche ich alles Gute!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Erstmal großen Respekt von mir für deine Leistungen im Verein! Schade dass es dir dadurch nicht so gut geht, aber bei der Masse an Aufgaben ist das auch verständlich. Ich hoffe, dass es dir bald besser geht.


    Ich bin zur Zeit nur Trainer von einer E1 Jugend und ich finde mir reicht das auch vollkommen. Wurde schonmal gefragt, ob ich nicht im Vorstand tätig werden möchte, was ich aber direkt abgelehnt habe. Ich finde durch zu viele Aufgaben leiden alle Aufgaben, da man sich nicht auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Außerdem muss man immer noch bedenken: es ist ein Ehrenamt, also eine Tätigkeit, die kein Brot auf den Tisch bringt. Das Berufsleben und sonstige Leben sollte von diesem Ehrenamt nicht bzw. nur im geringen Maße beeinflusst werden.

  • Außerdem muss man immer noch bedenken: es ist ein Ehrenamt, also eine Tätigkeit, die kein Brot auf den Tisch bringt. Das Berufsleben und sonstige Leben sollte von diesem Ehrenamt nicht bzw. nur im geringen Maße beeinflusst werden.


    So sieht es aus. Auch von mir die besten Genesungswünsche. Ohne Leute wie Dich und viele andere hier sicher auch läuft einfach nichts, Leute, die sich zum Wohle anderer einbringen, einfach weil es ihnen Freude bereitet. Das Problem ist nur, dass es von den meisten dankbar (von manchen auch ohne Dank :rolleyes: ) aufgenommen wird, aber keiner auf Dich aufpasst, ob es nicht zuviel wird, was man da von Dir abruft. Es ist eine Gabe, an bestimmten Stellen auch einfach man "Nein" zu sagen, auch wenn man vielleicht manchmal das Gefühl hat, man selbst würde es besser machen können. Bis man merkt, dass es einfach zu viel ist, was man sich da aufgebürdet hat, ist es evt. schon zu spät, im günstigsten Fall leidet einfach die Qualität der eigenen Arbeit, in einem Fall wie dem Deinen leidet die Gesundheit.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • Ich finde es gut das dieses Thema mal auf den Tisch kommt.


    Es wird immer die Macher und die Menschen geben, die lieber mitnehmen. Bemerkenswert was aus Machern werden kann, die letztlich von den Aufgaben bzw. der Situation, von innen, immer mehr aufgefressen/ausgehölt werden. Schade, das Menschen diesen bemerkenswerten Machern immer mehr aufbürden, anstatt sie zu entlasten.


    Letztlich reden wir hier über ein Hobby. Einsatz und Ertrag sollten immer in einem vertretbarem Rahmen stehen. Mich jedenfalls stimmt eine solche Entwicklung sehr nachdenktlich. Ich persönlich stelle mir immer die Frage, ob mich etwas krank macht. Dies kann im privaten Bereich (Ehe, Arbeit etc.), aber auch innerhalb meiner Hobbys sein. Bisher habe ich immer die Reißleine gezogen, wenn mich entsprechende Situation soweit gebracht haben, das erheblich Krankeitssymtome vorhanden waren. Dazu muss man natürlich ständig selbst in sich reinhorchen und offen und ehrlich mit sich selbst umgehen. Reißleine bedeutet nicht immer gleich alles stehen und liegen zu lassen, sondern das eigentlich Problem zu erkennen und alles erforderlich zu aktivieren (Therapeuten, Gespräche, Balast abwerfen, sich auf ein normales Maß reduzieren, Ausgleiche schaffen, sich selbst durch aktiven Sport auspowern etc.), bevor man selbst explodiert/implodiert.


    Das was der Erstautor hier erreichen wollte, das sich hier jeder mal selbst hinterfragt, hat er zumindest bei mir erreicht. Danke dafür und weiterhin viel Glück auf dem Weg zur Besserung.

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Zunächst wünsche ich Dir alles gute und dass Du Dich gesundheitlich so stabilisierst, dass Du wieder alles normal machen kannst.


    Ich hatte vor kurzem einen Trainerkollegen, mit dem ich früher in der Jugend zusammengespielt hatte, getroffen, der mir auch darüber berichtete, dass er am Burn-Out-Syndrom litt. Bei ihm waren es aber nicht unbedingt fußballerische Gründe. Trotzdem kann es jeden treffen.


    Da ich auch sehr sehr viel für meinen Verein tue, hatte ich auch in der Vergangenheit Phasen, an denen es mir einfach zuviel wurde. Ich habe gemerkt, dass ich überlastet bin und habe daher Aufgaben abgegeben. Ich habe mir auch vorgenommen, dass ich ganz speziell für mich einen Ausgleich finden muss.


    Dazu gehört für mich regelmäßiges Joggen, das sowohl für das körperliche Befinden als auch für den Geist bei mir total entspannend wirkt. Zudem habe ich mir vorgenommen, auch andere Dinge, die nichts mit Fußball zu tun haben, zu unternehmen. Dazu gehört auch, dass ich an bestimmten Tagen bewußt den Fußballplatz meide, weil als Verantwortlicher wird man sonst immer mit allen möglichen Dingen konfrontiert. Wichtig für mich ist auch, bewußt Pausen zu machen. Dafür gehört für mich als Trainer auch eine vierwöchige trainingsfreie Zeit im Sommer. In dieser Zeit bin ich dann auch im Urlaub und habe in dieser Zeit kein Handy dabei, um nicht abgelenkt zu werden.

  • Der Beitrag hat mich zutiefst betroffen und ich konnte mich in einigen Punkten wiedererkennen. Erst ein mal auch die besten Genesungswünsche von mir.


    Ich selber bürde mir immer wieder, bewusst oder unbewusst, neue Aufgabe im Verein auf. Bis vor kurzem hatte ich noch die Einstellung: Ich mach es, bevor es gar keiner macht. Diese habe ich zum Glück abgelegt. Ich bin im Jugendvorstand unseres Vereins, koordiniere die Turniere und kümmerte mich um weitere Veranstaltungen im Verein. Meine eigene Mannschaft habe ich selbstverständlich auch, für die ich immer wieder versuche, alles mögliche zu erreichen (Sponsoren, außersportliche Aktivitäten, kostenlose Spinningstunden, eigenes Turnier, Abschlussfahrt). Auch ich habe gemerkt, dass ich die Aufgaben und vor allem die Probleme immer wieder mit nach Hause nehme und diese mich auch während der Arbeitszeit betreffen. Der Knackpunkt war, dass meine Ausbildung unter all den "ehrenamtlichan" Aufgaben litt. Daraufhin habe ich eine ganze Menge anders gesehen und alles kritisch betrachtet Auch ich habe es Gott sei Dank geschafft rechtzeitig die Reißleine im Verein zu ziehen und habe in einer sehr emotionalen Rede im Kreise der Trainersitzung die Probleme angesprochen. Dazu sei zu sagen, dass sich bei uns im Verein wie in fast jedem anderen "alle" um eine Zusatzarbeit reißen. Ich habe es wenigstens geschafft, dass sich zwei Leute danach sich bereit erklärten mir etwas von der Arbeit abzunehmen, so dass ich mich jetzt nur noch auf meine Mannschaft und die Turniere konzentrieren muss.
    Durch einen Leserbrief in der Vereinszeitung habe ich relativ viele Probleme der Ehrenamtler niedergeschrieben (nicht auf mich bezogen) und dadurch viele Leute zum Nachdenken annimiert, dass man nicht immer alles als selbstverständlich ansehen soll. Und siehe da, bei mir erkundigten sich Leute, ob es noch Aufgabn gibt im Verein.


    Mal sehen, was daraus wird...

    Captain's word is law!

  • Ein eshr heikles Thema, das gerne unter den Teppich gekehrt wird. Ich wünsche dir hiermit ebenfalls gute Erholung und hoffe, dass du mit der Zeit wieder voll dabei bist.


    Ich selbst habe derzeit nur den Assistenzjob bei den B und A Junioren, amte als Schiedsrichter und oirganisiere die Schiris für die Kleinfeldgruppen (D bis F). Wenn ich noch Zeit finde, helfe ich beim Verein mit, wo ich kann. Aber ich achte stets darauf, dass ich mich nicht überlaste damit.


    Dass man sich selbst meistens mehr zutraut als man aushalten kann, ist eine alte Krankheit. Man denkt auch immer wieder, dass andere unzuverlässig sind und nur er selbst alles richtig macht. Das haben wir im Verein schon einem Vorstandsmitglied versucht, beizubringen. wir mussten ihn jedoch beinahe mit Gewalt dazu zwingen, dass er einige Ämter abgibt und sich selbst damit so entlasten kann. Ich fürchte fast, er wäre mit der Zeit in ein Loch gefallen, wenn er weiterhin alles ausgeübt hätte.

    Wer gewinnen will, muss zuerst verlieren lernen!
    Die Kombination Trainer/Schiri ist noch sehr witzig... :D =) :]

  • Klasse Daniel das du damit auch an die "öffentlichkeit" gegangen bist, habe dir ja schon öfter gesagt es tuht gut über Probleme zu reden und wir haben jan Tage lang mehrere Stunden drüber geredet.


    Naja kann hier ja nicht viel sagen habe dir das meiste ja schon so über ICQ gesagt.


    Ich muss euch aber auch noch kurz eine geschiochte erzählen:


    Daniel Wohnt in Hessen und ich in NRW (Dortmund), naja das ist bis nun nichts schlimmes, aber er ist zwei Tage hintereinander Extra nach Dortmund gekommen um mich bei meinem Torhüter zu unterstützen und um mir Tips zu geben..... Das war echt der Hammer und hätte ich sonst von NIEMANDEM erwartet, aber wer Daniel kennt der weiß das er zu dem steht was er sagt.


    Nico.

    "Trainer werden ist nicht schwer - Trainer sein dagegen sehr!"


    Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.


    Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.


    © madd!! 2011. Alle Rechte vorbehalten. Kein Verwenden, Zitieren und Kritisieren ohne Erlaubnis. :P

  • Auch von mir die besten Wünsche.


    Ich denke,da Du so offen darüber sprechen kannst , ist Dir schon bewußt ,dass dies eine Krankheit ist.


    Leider , bitte nicht falsch verstehen liebe Männer , kehren die meisten männlichen Bewohner dieses Planeten psychische Probleme unter den Teppichfußboden,denken , es betreffen diese Probleme nur Frauen.


    Und merken selber nicht ,wie schwer sie betroffen sind.


    Solche Menschen wie Du können oft nie nein sagen und deshalb werden die Aufgaben immer mehr. Man will es ja auch ordentlich machen ,deshalb noch mehr und weil sich keiner findet ,dann noch viel mehr.


    Ich habe gestaunt,was Du alles auf die Beine gestellt hast und wie Du dies alles hinbekommen hast.


    Ich wünsche Dir das Du dein richtiges Maß für den Fußball bekommst,denn er scheint schon sehr wichtig für Dich zu sein.


    Und mit Freude dies auch wieder genießen kannst.


    Gruß Andrea


  • Wünsche dir Alles erdenklich Gute und finde es klasse, dass du so offen und ehrlich über deine Situation berichten kannst.
    Ich glaube auch solche Schattenseiten des Ehrenamts müssen zur Sprache gebracht werden. Denn jeder von uns, der hier unterwegs ist, steckt eine gewisse Zeit in diesen Trainer-Job und möglicherweise weit darüber hinaus. Und wie bcefferen treffend sagte, man muss immer mal wieder in sich rein horchen und auch Signale, die Familie, Freunde und Bekannte senden wahrnehmen, damit es so weit wie leider bei mrdunkee nicht kommt. Aber auch ein gewissenhafter Vorstand sollte so eine Situation eigentlich verhindern, wenn eine Person so viel auf sich vereinigt. Es ist zwar schön und nützlich für den Verein aber nur solange diese Person dafür zur Verfügung steht.

  • Danke für dieses Thema,habe damals auch unter dem Burn Out Syndrom gelitten,Autogenes Training ,und eine Auszeit von 10 Jahren !! Heute gebe ich selbst Kurse in Autogenem Training,und merke wie selbst Jungendliche unter Stress leiden daher meine Bitte-Fussball ist nur ein Spiel, und Vereinsarbeit soll Hobby sein denkt daran .Bevor die Frage kommt wie alt ist der denn ? Ich bin noch 52 und Fussball hat mich mein Leben lang begleitet.

    Nimm Dir Zeit für Deine Freunde,sonst nimmt die Zeit Dir deine Freunde

  • Hallöchen,


    erstmal Danke für alle antworten. Mit solch einer Reaktion habe ich nicht gerechnet.


    Das zeigt aber wohl leider recht deutlich das es ein allgemeines Problem ist. Das man als Trainer eh immer am Rade des Kollaps steht ist ja nichts neues, aber spätestens seit dem Herzinfakt von Ottmar Hitzfeld ist es keine Sache mehr die nur die "kleinen" betreffen kann.


    Und ja es ist auch richtig das ich zu der Sorte Mensch gehöre die nur schwer "NEIN" sagen kann. Die C hatte ich damals übernommen weil mir die Jungs so leid getan haben. Keiner wollte sich um die kümmern, es war auch echt eine Katastrophe wie die gespielt haben. Da ist schon sehr viel Kraft reingeflossen von mir um aus den Jungs was brauchbares zu machen ....
    Dann hatte ich dieses Jahr die B2 ins Leben gerufen um den Jungs die aus der C raus gekommen sind eine Mannschaft zu bieten. Dass das nicht gut gehen kann wusste ich von Anfang an eigentlich aber ich wollte es nicht einsehen.
    Die A-Jugend konnte ich auch nicht im Stich lassen da die Jungs zum Teil schon seit der E-Jugend bei mir sind/waren....


    Es ist aber ein typischen Symptom des Burn-Outs das man sich immer mehr in eine Sache rein steigert und vollkommen den Bezug zur Realität verliert. Deswegen hat es durch aus seine Vorteile wenn man Hinweise anderer aufnimmt, was leider nicht immer möglich ist denn durch den Realitätsverlust ignoriert man sowas einfach. Sehr viele Menschen haben mir immer wieder gesagt: Daniel übertreibs nicht so und schalt auch mal ab ... und meine Reaktion war nur ein grinsen oder manchmal nicht mal das. Ich hab mich am Ende gefühlt wie die Titanic, groß und unsinkbar und dann kam eben mein Eisberg.


    Der Tag wo mein Arzt meinte das es fünf vor zwölf wäre und eben hier eine Grenze gezogen werden muss war für mich die Hölle. Wies im Leben so ist kommt dann auch noch einiges zusammen wie das im Radio von Juli "geile Zeit" lief! (Ja ich weiß es war ne geile Zeit, hey es tut mir leid ... es ist vorbei ...). Da geht einem so viel durch den Kopf ... alles was man erlebt hat. Die schönen Zeiten und aber auch das was einen belastet, wie die beiden Situationen letztes Jahr wo ich nen Notarzt rufen musste weil die Jungs sehr schwer verletzt waren....
    Und dann kommt der Moment wo man es den Kids sagen muss, und den anderen im Verein. Ich war sehr überrascht welche Welle es ausgelöst hatte, das am Abend meines damaligen Abschieds so viele Menschen da waren. Spieler (aktuell und ehemalige), Eltern, der Vereinsvorstand und sogar Menschen von anderen Vereinen. Ich weiß nicht wie ich beschreiben soll was es für ein Gefühl ist wenn man den Menschen die einen seit Jahren begleitet haben sagen muss das man von heute auf morgen nicht mehr da ist. Nicht weil man weg zieht, oder wegen sonst etwas man greifen oder begreifen kann. Nein, man kommt nicht mehr weil sich alles in einem weigert zu kommen, weil die Welt einen erschlägt, weil man auf einmal hasst was man doch liebt.


    Die erste Zeit danach war alles andere als einfach, ich mein ich hatte ja so gesehen keine alternativen zum Fussball. Es war sein sehr komisches Gefühl für mich von der Arbeit zu kommen und nicht gleich wieder zum Fussball zu fahren sondern einfach mal das TV anmachen und Simpsons gucken. Ich hätte es nicht für möglich gehalten aber ich habe gemerkt das sich meine Seele in ne Hängematte gepackt hatte und sich hat baumeln lassen.


    Wie ich ja schon mal geschrieben hatte ging es aber nicht lange gut. Ich hatte dann noch mal ne Abschiedsfeier mit der C gemacht und es danach auch echt sein gelassen mich um den Fussball zu kümmern. In der JSG ging es seit dem drunter und drüber, auch krass wenn man so merkt welche Rolle man eigentlich hatte.


    Ich hab dann wieder alte Hobbys von früher in Angriff genommen. Schallplatten sammeln, an meinem Astra basteln, quer durch Deutschland fahren für irgend welche Fussballspiele (Gruß nach Lotte).
    Aber vor allem hab ich mir irgend wann die Frage gestellt: War es das wert?
    Ich denke ja, weil ich genau weiß wie glücklich meine Kids mit mir zusammen waren. Ich bin stolz drauf das ich zum Teil drei Generationen einer Familie bei mir im Fussballtraining hatte.


    Was das Alter angeht: ich bin jetzt 27. Die einen meinen jung, ich fühl mich allerdings schon recht alt! :D
    Die ganze Sache hat auch auswirkungen auf meinen Beruf, bin eigentlich Elektriker aber da ich nun massive Probleme habe Stress zu bewältigen und zu verarbeiten sieht es so aus das ich diesen Beruf an den Nagel hängen kann/muss.
    Wenn man sowas alles vorher wüste könnte man einiges anders machen nur frag ich mich auch was ich weg lassen könnte ohne das Gefühl zu haben einen Fehler zu machen ... aber ich denke das sind Sachen die man echt in einer Therapie auferbeiten muss.


    Ich möchte auch noch anmerken das ich wirklich recht lange gebraucht habe bis ich über dieses Thema sprechen konnte und es wird auch noch viel Zeit vergehen bis ich auch wirklich ehrlich mir gegenüber sein kann.


    Abschließend kann und möchte ich noch los werden das es jedem zu Wünschen ist das er, egal in welcher Situation, immer Rückendeckung bekommt von der Seite wo man es braucht.


    In diesem Sinne ...


    Daniel

  • Lieber Daniel


    Ich möchte mein Respekt Dir gegenüber ganz klar kommunizieren. Was Du für die Junioren oder noch besser "deine Jungs" geleistet hast ist einfach der Hammer. Sponsorensuche usw. Einfach unmöglich diese irgendwie zu würdigen. Es würde 1 Milliarde Euro nicht reichen. Aber so wie ich es gelesen habe; Bist Du eher der Typ der einen "Danke schön!" doppelt und dreifach Freude gibt. Die Andere Seite macht mir natürlich Angst, da auch ich ein sehr engagierter Fussballtrainer bin.


    Aus deinem schreiben habe ich eins gelernt: "Delegieren." Ich habe gelernt, dass es nötig ist in einem Verein eine klare Struktur zu haben wo lieber eine Person mehr eingesetzt wird als eine weniger. Diese Struktur soll eine klare Aufbauorganisation sein mit klaren Funktionen für jeden. Somit hat jede/r seinen Job und man muss sich als engagierte Vereinsperson keine Sorgen um Andere Arbeiten machen, da es ja Eine/r macht der ganz klar in einer Struktur eingebunden ist.


    Nun zu Dir: Ich wünsche Dir gute Besserung. Ich hoffe, dass Du früher oder später Deine Wünsche realisieren kannst. Ich bin mir sicher dass Du den richtigen Weg aus diesen Loch findest. Ausserdem möchte ich mich bei Dir für Deine Offenheit bedanken. Du hast mir aber sicher auch viele Anderen hier im Forum, vieles beigebracht. Dafür; Danke, Danke und nochmals Danke...


    Liebe Grüsse Pietro

    Einmal editiert, zuletzt von TRPietro ()

  • Auch von mir - Respekt zu deinem outing!


    Bedauerlicher Weise ist aber auch so, dass wenn man viele(zuviele) Sachen auf einmal macht, dann keine Sache mehr richtig Gut macht! Mir erging es ähnlich wie dir. Hatte mir dann mal eine 3 Monatige Auszeit genommen - habe dabei sogar den Kontakt zu meinem Verein abgebrochen, einen Strich gezogen und mich dann wieder auf das wensentliche konzentriert!


    Gute Besserung

    Ich bin nicht Alt, ich bin ein Klassiker!

  • hi daniel


    auch von mir alle gesundheit für deine zukunft!
    respekt für deine ausführungen und dein outing.
    mann, mann, raten kann ich dir nicht, denn auf dem gebiet kenne ich mich nicht aus und es ist ja von aussen betrachtet sowieso einfach zu sagen "warum hast du das denn alles nur gemacht?" also lasse ich das mal.


    was du auch tust und wie schwer es auch fällt, deine gesundheit geht vor, auch vor der schönsten NEBENSACHE der welt.