Jugendfußball-Nachwuchskonzept in einem Amateuer-Breitensportverein

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  • Die Frage ist sehr grundsätzlich und lässt sich wohl nicht perfekt beantworten:


    Leitlinien sind sinnvoll, wenn sie vom Inhalt her auch sinnvoll sind. Wie so oft (auch bei Firmen) werden dann Wünsch-Dir-Was-Leitlinien erstellt mit ganz vielen weichen Punkten, die eigentlich nichts aussagen. "Wir wollen zusammen halten" und "Der Spieler an sich muss gefördert werden" und sonstiges bla bla.


    Etwas konkreter, wie von Goodie erwähnt, finde ich dann schon sinnvoll. Z.B. bis zur E-Jugend vor allem einen Ball am Fuß und dann näher erläutert, dass z.B. Konditionstraining (Platzrunden usw.) nicht notwendig sind.

    Möglichst je Altersgruppe extra erwähnt, so konkret wie möglich.


    Leitlinien müssen dann aber auch etwas eingefordert werden. Wenn dann der Trainer F nur Platzrunden laufen lässt, muss der Vorstand ihn auch mal vorsichtig ansprechen. Damit meine ich, dass nicht sofort die gelbe Karte gezeigt wird, sondern dem Trainer freundlich erläutern, was man sich im Verein vorstellt und warum man es sich so vorstellt.

    Man muss sich auch klar sein, dass wahrscheinlich 75 % der Trainer sich die Leitlinien nicht anschauen!!!




    Zum Trainer:

    Gute Trainer muss man nur etwas delegieren und kann sie ansonsten laufen lassen. Also die Rahmenbedingungen (Leitlinien) mitteilen, aber ansonsten laufen lassen.

    Schwache Trainer muss man hingegen "trainieren" und mehr unterstützen. Hier wird es in den meisten Fällen an Zeit fehlen. Aber schön wäre es doch, wenn jemand vom Verein ein Training mit vorbereitet (im Team) und dann gemeinsam durchführt. Und Tipps gibt für zukünftige Trainingseinheiten.



    Das ist wie im Berufsleben. Wenn man die sehr guten Mitarbeiter ständig kontrolliert, werden sie unzufrieden. Schwächere Mitarbeiter hingegen muss man mehr trainieren und mehr helfen.


    Und hier sind Sachen wie DFB-Mobil usw. ganz schön, aber eigentlich nur ein kleiner erster Schritt.

    Gerade neue Papa-Trainer werden doch meistens ins kalte Wasser geschmissen und ohne große Hilfe und laufen gelassen.

    "Die trainieren ja erst nur die ganz Kleinen, da ist es egal". Und später trainieren sie die größeren, aber dann "haben sie ja Erfahrung".

  • Ich halte es auch für sinnvoll die Trainer gut auszubilden bzw. zu begleiten oder halt direkt Trainer zu holen, die es können (also nach aktuellen Maßstäben).

    In Betrieben lässt man ja die Anfänger auch nicht erstmal machen und gibt denen danach Tipps.

    Man hört ja auch oft das Trainer die alles neu lernen müssen, es teilweise besser machen als Trainer die ihr Leben lang Fussball gespielt haben.

  • Ich würde ein Konzept noch etwas höher Ansetzen, also irgendwo zwischen den Vereinszielen und zwischen dem, was hier erwähnt wurde, sich aber wohl überwiegend auf die Art des Trainings bezieht. Nur mal so als Beispiele ohne Rangfolge und Anspruch auf Vollständigkeit

    z.B.

    - möglichst alle Trainer sollten eine Lizenz haben. (Also entweder anwerben und/oder entsprechend motivieren und unterstüzten, dass die Ausbildung gemacht wird.

    - Gute Bezahlung der Trainer, was wiederum erleichtert lizenzierte zu bekommen.

    - Qualitätssicherung des Trainings durch regelmäßige Trainersitzungen und Beschäftigung eines höher lizenzierten Trainers, der als Coach für die Coaches agieren kann und dann das Trainingskonzept (für das es ja viele Anregungen s.o. gibt) jahrgangsbezogen gemeinsam mit den Trainer festlegt.

    - Einstiegsgruppen für Fußballinteressierte, die eben nicht mehr G oder F Jugend sind. Ich hatte schon div. Probespieler, die ich nicht nehmen konnte, weil sie absolute Anfänger waren, denen ich aber durchaus zugetraut hätte, vielleicht nach einem halben Jahr mitmachen zu können. Nur leider haben wir kein passendes Team im Verein gefunden.

    - Athletik / Stabi / Schnelligkeitstraining durch dafür geeignete Trainer.

    - und und und

  • In meinem Verein gibt es auch ein Jugendkonzept, ich erfuhr erst vor kurzem davon. Es ist einige Seiten lang und liest sich überwiegend wie eine Zusammenfassung diverser DFB Lehrbücher für Kinder- und Jugendfußball.


    Lege ich meine Beobachtungen von "Trainer-Kollegen" über das Jugendkonzept, so stelle ich in verschiedenen Altersklassen fest, dass das Konzept entweder nicht bekannt ist oder nicht gelebt wird.


    Ich denke daher, dass ein solches Jugendkonzept regelmäßig von einer wechselnde Gruppe an Trainern fortgeschrieben werden muss und das Rückmeldung von den Trainer einfließt, damit sich die überwiegende Mehrheit mit dem gemeinsamen Konzept identifiziert und es lebt.

  • Ehrlich gesagt, lese ich zum ersten Mal, dass Vereine ein Konzept haben sollen. Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Breitensportvereinen ist, aber wir sind froh, wenn wir in jedem Jahr genügend Spieler für die Teams zusammen bekommen und als Krönung dann auch genug Trainer (irgendwelche Trainer letztlich). Was bringt es mir in einem solchen Verein, noch ein Konzept zu schreiben, wenn das im Zweifel eh niemand groß interessiert. Das interessiert mich an die Corona-Konzepte, die jeder Verein aufstellen musste und die dann am Schwarzen Brett verstaubt sind.

    Entscheidend dürfte es sein, dass der Vorstand schlicht mal auf seine Trainer zugeht und diese ggf. an der Hand nimmt, was Trainingsaufbau und Verhalten angeht.

  • Ehrlich gesagt, lese ich zum ersten Mal, dass Vereine ein Konzept haben sollen. Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Breitensportvereinen ist, aber wir sind froh, wenn wir in jedem Jahr genügend Spieler für die Teams zusammen bekommen und als Krönung dann auch genug Trainer (irgendwelche Trainer letztlich). Was bringt es mir in einem solchen Verein, noch ein Konzept zu schreiben, wenn das im Zweifel eh niemand groß interessiert. Das interessiert mich an die Corona-Konzepte, die jeder Verein aufstellen musste und die dann am Schwarzen Brett verstaubt sind.

    Entscheidend dürfte es sein, dass der Vorstand schlicht mal auf seine Trainer zugeht und diese ggf. an der Hand nimmt, was Trainingsaufbau und Verhalten angeht.


    Wenn von 5 "irgendwelchen" Trainern, 3 sich an ein Konzept halten, ist es besser, als ganz ohne Konzept und jeder macht sein komplett eigenes Ding.


    Ein Konzept schließt ja nicht aus, dass jemand (ich nenne es Mentor, der Vorstand muss es letzten Endes ja nicht unbedingt sein) die unerfahrenen Trainer an die Hand nimmt.

    Im Gegenteil, ein Konzept beantwortet evtl sogar die eine oder andere Frage zusätzlich, ohne dass der unerfahrene Trainer zwangsläufig jemanden an der Hand braucht. Ich hätte mir definitiv gewünscht, dass mich jemand in der Anfangsphase begleitet.


    Wir haben im übrigen gewisse niedergeschriebene Leitlinien im Verein (Dorfverein) die uns im Vereinsalltag gut begleiten.

    Und trotzdem ist es natürlich so, dass man händeringend nach Trainern suchen muss um alle Jahrgänge ausreichend zu besetzen. Nichts desto trotz haben wir Trainer und Mitglieder schon "entfernt", die sich überhaupt nicht daran halten wollten.

  • Ehrlich gesagt, lese ich zum ersten Mal, dass Vereine ein Konzept haben sollen. Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Breitensportvereinen ist, aber wir sind froh, wenn wir in jedem Jahr genügend Spieler für die Teams zusammen bekommen und als Krönung dann auch genug Trainer (irgendwelche Trainer letztlich).

    Kann oder könnte, vielleicht sollte, sicherlich nicht muss. Aber die Situation die Du beschreibst, schreit doch gerade nach einem Konzept. Nicht nach einem, wo einem Spielformen für 3:3 mit Seitenanspieler, Felderwechsel oder neutralem Anspieler nahe gelegt werden und einem gesagt wird, dass Rundenlaufen nicht mehr zeitgemäß ist.


    Aber schon nach einem, wie die Mangelsituation an Spielern und Trainern beseitigt werden könnte. Sonst geht es halt immer so weiter. Irgendwie immer so weiter machen ist sicherlich der Standardfall. Offen gesagt auch bei uns. Aber ich hätte da schon ein paar Ideen. Siehe z.B. meinen Post oben!. Und heute gibt es Internet mit Faceboobk, Instagram. Da eröffnen sich doch auch für die Spielergewinnung oder Trainergewinnung theoretisch auch Möglichkeiten.

  • Sonst geht es halt immer so weiter. Irgendwie immer so weiter machen ist sicherlich der Standardfall

    Das ist tatsächlich das Motto bei mir im Verein.
    Ich finde es tatsächlich schade, weil wir ein super geiles Gelände haben, mit 2 Kunstrasenplätzen 1 Rasenplatz und ein Rasenplatz für Junioren.

    Ich hatte da einige Gespräche mit den Verantwortlichen in meinem Verein aber die stellen sich stur. "nicht umsetzbar" "nötige konsequenzen, wenn wer nicht mit zieht, kann man sich nicht leisten" und "wir sind ein breitensportverein"...
    Ich hab es aufgegeben und wegen einem sehr guten angebot entschieden im Sommer zu wechseln. Ab dann bin ich bei einem Verein der mit meinen persönlichen Ambitionen gut zusammen passt.

  • ich zitiere mich mal selber

    Würde man hier mal einen Cut machen, einen Sonderbeitrag Trikots über alle Mitglieder erheben und noch kaufen was fehlt, dann könnte man pro Jugend einen Trikotsatz haben und von Jahr zu Jahr weiterreichen. Das ist unterm Strich viel billiger!

    ich bin gestern mit diesem Vorschlag an den Jugendvorstand herangetreten. Sie freuen sich über diesen Vorschlag und ich soll das eigenverantwortlich vorantreiben.

    Kleinteilig, überschaubar, hilfreich...


    Ich bin gespannt, ob es entsprechende Mitarbeit der Trainerkollegen gibt. Erstmal gilt es, alle verfügbaren Trikotsätze einzusammeln, zu sichten und zu katalogisieren...

  • Wir wollen diesen Schritt wahrscheinlich auch gehen.. Allerdings graut es mir etwas vor der Bestandsaufnahme und vorallem davor am Ende alle Trainer und Teams im Boot zu haben. Jeder hat da momentan doch so seine eigene Taktik und findet die natürlich auch am besten (jeder Spieler hat sein eigenes Trikot vs. der gesamte Satz bleibt immer zusammen).. Aber wir werden sehen 😎 das selbe wollen wir jetzt übrigens mit dem Thema Bälle angehen.. Auch hier wurde in Vergangenheit zu viel selbst gewurschtelt...

  • Sowas würde ich aber ehrlich gesagt auch nicht extra regeln. Zumindest mir erschließt sich nicht, warum eine der beiden Lösungen, der Anderen deutlich überlegen wäre. Wenn ich dann da eine Regel aufstelle, dann muss ich aufpassen, dass ich die Akzeptanz des Konzepts nicht durch Nebenkriegsschauplätze verspiele.


  • Ich verstehe nicht, warum man alle Trikots einsammeln sollte.

    Bei uns im Verein werden Trikots grundsätzlich weitergegeben, wenn eine Mannschaft aufrückt.

    In diesem Zusammenhang kann man ja die Trainer fragen, ob Trikots vorhanden sind und ob sie soweit noch in Ordnung sind. Vielleicht kann man sich die Trikots dann auch einmal kurz angucken, ob alles OK ist.


    Das System mit Beiträgen finde ich aber interessant.


    Aber es gibt auch beim anderen System, die Trainer kümmern sich, auch Vorteile:

    - Wir haben echte einige Trainer, die sehr engagiert sind und jedes Jahr neue Trikots/Trainingsanzüge von einem Sponsor besorgen, der Verein zahlt dann einen Anteil dazu.

    - Diese Trikots stehen dann später grundsätzlich anderen Teams zur Verfügung. Ich persönlich mag nicht rumfragen, aber ich bekomme dann zur neuen Saison 1-2 Jahre alte Trikots, die grundsätzlich noch Top sind.

    Wenn sich nur noch einer kümmert, gibt man ganz schön viele Netzwerke auf, die die Trainer eventuell haben.

  • Oft kommen die Sponsoren von Trikots ja aus dem Elternbereich.

    Das Problem in vielen Vereinen ist ja, dass die meisten Trainer, Eltern und Sponsoren nur die Mannschaft ihrer eigenen Schützlinge mit Trikots ausstatten möchte.

    Da das Interesse der Eltern i.d.R. in von den Bambini bis max. inkl. U11 am größten ist, schauen die Teams ab der D-Jugend oft in die Röhre.

    Die kleinen Mannschaften haben dann alles von personalisierten Trikots (jährlich ein neues, weil das alte behalten werdne darf), Trainingsanzug, Sommer-Präsentations-Set, Sportasche, Regenjacke, ggf. sogar einheitliches Outfit für die Trainingseinheiten etc.

    Später wird es schwer Trikots für die älteren Mannschaften zu stellen und im Worst Case wird da sogar an den Bällen fürs Training gespart. Von weiterer Ausstattung will ich gar nicht reden.

    Die zu Beginn verwöhnten Kids werden älter und stellen dann in den höheren Jahrgängen fest, dass die "fetten Jahre" vorbei sind. Das kann auch (nicht der ausschlaggebende) ein Grund für den Drop-Out sein.


    Deshalb finde ich den Ansatz von Goodie die Ressourcen gerecht über den Jugendbereich zu verteilen sehr sinnvoll.

    Die, die sich bisher engagiert haben dürfen und sollen es gerne weiter tun. Die Trikots gehen aber eben in einen Pool, aus dem sich der Jugendbereich bedient und nicht jährlich an die Minis.

  • Die, die sich bisher engagiert haben dürfen und sollen es gerne weiter tun. Die Trikots gehen aber eben in einen Pool, aus dem sich der Jugendbereich bedient und nicht jährlich an die Minis.

    Die muss man ja dann einfach nur überzeugen. Wobei das im Rahmen des möglichen sein sollte.

    Ich finde solche ansätze prinzipiell auch am besten

  • Da das Interesse der Eltern i.d.R. in von den Bambini bis max. inkl. U11 am größten ist, schauen die Teams ab der D-Jugend oft in die Röhre.

    Die kleinen Mannschaften haben dann alles von personalisierten Trikots (jährlich ein neues, weil das alte behalten werdne darf),

    Der erste Schritt ist, dass ich alle Trainer bitte, mir nach der Saison die Trikotsätze zu geben, die sie entbehren können und wollen. Ich setze zunächst klar auf Freiwilligkeit denn die Trikots sind bei uns selbst organisiert und häufig aus der Mannschaftskasse gekauft. Wenn man aber rausgewachsen ist sind sie für das eigentliche Team wertlos und es sollte auch im Interesse des Sponsors sein, dass diese mehr als 2 Jahre genutzt werden. Also erhoffe ich mir, dass die Sätze abgetreten werden. Und wenn es im ersten Jahr nur zwei Trikotsätze sind, dann kann man diese schon weiter geben! Und wer einen Trikotsatz ausm Fundus möchte, soll seinen alten nach Möglichkeit einsammeln und abtreten... Und wenn hier einer halb verschütt oder Schrott ist, joh mei... erstmal mit dem Arbeiten was da ist.


    Nach und nach erhoffe ich mir dann Einsicht bei allen Beteiligten, z. B. keine Namen zu flocken und die Sätze in den Fundus zu geben, wenn sie nicht mehr passen.


    Deshalb finde ich den Ansatz von Goodie die Ressourcen gerecht über den Jugendbereich zu verteilen sehr sinnvoll.

    Die, die sich bisher engagiert haben dürfen und sollen es gerne weiter tun. Die Trikots gehen aber eben in einen Pool, aus dem sich der Jugendbereich bedient und nicht jährlich an die Minis.

    Wenn das gelänge, wäre das aber die Kür deluxe. Im Grunde erspart man sich hoffentlich in den jungen Jahrgängen überhaupt nach Sponsoren fragen zu müssen. Bis zur E sollte eigentlich genug Kram im Umlauf sein.

    Aber dass du einen potentiellen Sponsor bei den Bambinieltern findest, der bereit wäre, auch die B-Jugend auszustatten, glaube ich nicht. das dürfte wohl eher nix werden.

  • Aber dass du einen potentiellen Sponsor bei den Bambinieltern findest, der bereit wäre, auch die B-Jugend auszustatten, glaube ich nicht. das dürfte wohl eher nix werden.

    Man müsste die Bambinieltern halt überzeugen, dass ihr Kind irgendwann auch mal B-Jugend spielen wird und sich freuen würde, wenn einer der 4-5 potentiellen Bambinisponsoren bereit ist auch in den älteren Nachwuchs zu investieren.