Beiträge von WolfgangL

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    Ich habe zeitweise mit gelber und roter Karte gearbeitet:

    Bei Fehlverhalten der Spieler habe ich den entsprechenden Spieler benannt und "Warnung" gerufen.

    Bei weiterem Fehlverhalten: gelbe Karte - 5 Minuten aussetzen

    Bei weiterem Fehlverhalten: rote Karte - sofortiges Ausscheiden aus dem Training


    Bis zur roten Karte habe ich es genau 2 mal anwenden müssen.

    Eine Dreier-Abwehr bei einer ohnehin schwachen Mannschaft fände ich ziemlich tödlich. Dafür müsste nämlich das defensive Mittelfeld aktiv in die Abwehrrolle gehen, wenn es nötig ist - und das klappt meistens nicht. Ich - ebenfalls über Jahre mit einer eher schwachen Mannschaft - habe fast immer mit einer Vierer-Kette gespielt. Dann hat man wenigstens ein bisschen die Hoffnung, dass der Gegner nicht einfach durchläuft und man nicht 0:15 abserviert wird.


    Taktische Verbesserungen sind in dem Alter noch recht schwierig, da fehlt einfach das Spielverständnis. Man kann die Abwehrleistung aber durch gezielte Übungen steigern, insbesondere durch das wiederholte Üben des Verschiebens. Wenn die Mannschaft das mal wirklich begriffen hat, wird es auch einfacher. Wichtig ist hierbei auch, dass der Abwehrchef (einer der Innenverteidiger) lautstark das Verschieben befiehlt. Das funktioniert erfahrungsgemäß am Anfang kaum, aber mit regelmäßigem Üben kann man da einiges erreichen. (Verlieren wird man dann zwar meistens doch, aber eben nur 1:2 oder 0:2).

    Hallo,


    da wir diese Saison keine B-Jugend anbieten können, spielen mehrere unserer Spieler in einem anderen Verein mit Zweitspielrecht.


    Nun hat mich einer dieser Spieler gefragt, wie es ist, wenn er außerhalb der üblichen Wechselzeiten zu einem anderen (dritten) Verein wechseln will. Wer muss dann zustimmen: unser Verein oder der Verein, bei dem er mit Zweitspielrecht spielt?

    Erstens: nach Körpergröße. Gerade, wenn man sehr kleine und sehr große Spieler hat, hat man ohnehin oft nur noch geringe Auswahl, wer welches Shirt hat.

    Zweitens: die Torjäger bekommen jedes Mal eine neue Nummer. Dann kann sich der Gegner nicht darauf einstellen, dass die "9" immer die Tore schießt (funktioniert aber natürlich nur, wenn man die Namen der Spieler nicht ohnehin im Internet veröffentlicht).

    Ansonsten: einfach Zufall.

    Wenn Du einen ausreichend großen Kader hast, dann kannst Du diesen Spielern natürlich auch die Pistole auf die Brust setzen. Da muss dann einfach auch eine klare Ansage kommen, dass Du eine bestimmte Menge an Trainings erwartest und Du auch nur nach Leistung in den Spielen einsetzt.

    Nach meinen Erfahrungen der letzten Zeit suchen viele normale Vereine (also nicht die Leistungsvereine) geradezu verzweifelt nach Trainern und nehmen so gut wie jeden. Ein Trainerkollege von mir wollte sich umorientieren und hätte sofort in 3-4 Vereinen Mannschaften übernehmen können. Insofern würde ich einfach bei den nächstgelegenen Vereinen anrufen und nachfragen. Oftmals kann es dann auch sein, dass man erst mal als Co-Trainer eingesetzt wird. Aber das ist ja nicht das Schlechteste.

    Ich würde auch immer das Gespräch mit dem Trainer suchen. Denn die Wahrnehmung durch den Spieler selbst oder die Eltern kann sich fundamental von dem des Trainers unterscheiden.


    Ich fürchte aber, dass er einfach "überhaupt nichts" kann, wenn er praktisch nie eingesetzt wird. Ich hatte auch Spieler, die bei einem Einsatz so schlecht waren, dass man effektiv mit einem Spieler weniger gespielt hat. Oder noch schlimmer, wenn der schlechte Spieler auch noch ständig Fehler gemacht hat. Ich habe mich trotzdem darum bemüht, diese Spieler einzusetzen, aber meist halt dann in der zweiten Hälfte, wenn wir entweder schon klar gewonnen oder klar verloren hatten. Mit einem sehr schwachen Spieler habe ich mich auch darauf geeinigt, dass er gerne weiter mit trainieren kann, aber sein Können für ein Spiel einfach nicht ausreicht. Das hat er akzeptiert und letztlich fröhlich weiter trainiert.

    Zwei Beobachtungen aus der letzten Zeit:

    Was bei uns und anderen Vereinen unserer Stadt extrem zugenommen hat, ist das kurzfristige Wechseln des Vereins durch Spieler. Sobald einem Spieler etwas nicht passt oder er meint, zu gut für seinen bisherigen Verein zu sein, - zack, von einem Tag auf den anderen wird gewechselt. Dass man einfach mal bis zur Ende der Saison beim Verein bleiben kann oder wenigstens bis zur Winterpause, scheint inzwischen unbekannt zu sein. Ich finde das sehr problematisch, weil man so einfach keinen verlässlichen Kader mehr hat. Gerade wenn es wirklich die besseren Spieler sind oder wenn es um wichtige Positionen geht.


    Eine andere sehr unschöne Sache: Letztes Wochenende hatten wir Spiel gegen einen Dorfverein, der für seine Eltern/Zuschauer durchaus berüchtigt ist. Sobald unsere Mannschaft durch die gegnerische Abwehr durchbrach, kam von diesen sofort und sehr lautstark: "Abseits!"

    Als ich dann mal meinte, dass das doch beim besten Willen kein Abseits war, drehte sich von denen einer zu mir um und grinste: "Na klar was das kein Abseits. Aber schreien müssen wir doch." Was ist das denn für eine Einstellung?

    Auf unserem neuen Kunstrasenplatz haben wir keinerlei Bewässerung mehr und auch absolut null Schatten - egal zu welcher Tageszeit. Was mich besonders ärgert: Man hat bei der Neugestaltung des Platzes die bisherigen schattenspendenden "Häuschen" für die Auswechselspieler abgebaut und durch durchsichtige(!) Plastikhäuschen ersetzt. Und das natürlich am Norden des Platzes, damit die Sonne auch so richtig draufbrennt. Damit hängt es einfach vom Wetter, insbesondere auch vom Wind, ab, wie erträglich das Training und die Spiele sind. Ich habe bei heißen Temperaturen Wasser in einem Kübel mit Schwämmen und in Sprühflaschen dabei. Neben der Reduzierung der Trainingsintensität ist das das Einzige, was ich tun kann.

    Was bei dieser Diskussion oft übersieht: Über viele Jahre ist der Fußball weltweit ein anderer geworden. Früher machten vergleichsweise wenige Länder, in denen systematisch Fußball trainiert und gefördert wurde, die Spitzengruppe der Nationalmannschaften aus. In den letzten Jahrzehnten haben hier aber viele Länder aufgeholt, die man früher nie auf dem Schirm hatte. Und das wird auch noch so weiter gehen, wenn ich z.b. die Entwicklung in China oder Arabien sehe. Anders ausgedrückt: die Konkurrenz ist einfach deutlich größer geworden und damit sinkt einfach schon statistisch die Wahrscheinlichkeit für die bisherigen Top-Mannschaften weiterhin zu den besten zu gehören.

    Die Vergleiche sind schon sehr interessant.

    Meinen Verein interessiert es z.B. null, ob die Trainer eine Lizenz haben. Moment, nein, es interessiert sie, weil es bei uns im Kreisverband einen finanziellen Bonus für lizensierte Trainer gibt. Aber das geht dann so: "Will jemand nen Trainerschein machen? Dann gibt es mehr Kohle für uns. - Nein? - Okay, dann nicht."

    Bei zwei anderen Vereinen habe ich jetzt festgestellt, dass man dort grundsätzlich nur lizensierte Trainer nutzt. Wer ohne Lizenz kommt, wird angehalten und vom Verein bezahlt, dass er seine Lizenz macht.


    Bei anderen Vereinen gibt es grundsätzlich mindestens 2, besser noch 3 Trainer pro Mannschaft. Bei uns: egal. Hauptsache, der Trainingsbetrieb läuft irgendwie und wenn nur dann ein Trainer auf dem Platz steht.

    Ich erzähle jetzt mal noch ein bisschen aus unserem Verein, um zu zeigen, wie man es NICHT machen sollte:


    Wir hatten einen vierköpfigen Vorstand. Von diesen hat schon vor Jahren ein wirklich Aktiver aufgehört - eine Nachwahl gab es nicht. Von den drei verbleibenden ist eine die Schatzmeisterin, die sich auch nur um diesen Bereich kümmert. Dann haben wir einen Vorsitzenden, der eine große Klappe hat, aber nichts macht. Und dann den dritten, der tatsächlich alles organisiert hat. Also ein einziger vom Vorstand war im sportlichen Bereich aktiv. Klar, dass da einiges liegen blieb und bleibt.


    In unserem Verein gab es zufälligerweise ein supergutes Team, das dann in der Landesliga spielte. Der große Stolz des Vereins. Damit fingen aber die Probleme an. Denn damit das Team so super bleibt, konnte man ja nicht jeden Hinz und Kunz aufnehmen. Spielern, die doch dazu kamen, wurde schnell klar gemacht, dass sie nie spielen würden und überhaupt froh sein durften, im Training dabei zu sein. Und schieden sehr schnell wieder aus. Ergebnis: dieses Team - heute ist es die B-Jugend - wurde aufgrund der nicht zu vermeidenden Abgänge personell immer kleiner. Zuletzt wurde dann eine Spielgemeinschaft mit einem Leistungsverein gemacht, die aber dazu führte, dass die verbleibenden guten Spieler unseres Vereins nach und nach zum Leistungsverein abwanderten. Und plötzlich war die Mannschaft einfach weg - alle abgewandert.


    Für meine 8-10 2008er (künftige B-Jugend) wurde mir vom Vorstand lapidar erklärt, dass es für sie keine Mannschaft gebe - sie sollten sich abmelden. Auf Nachfrage: sie hätten mit allen Vereinen im Umkreis gesprochen, niemand wäre an einer Spielgemeinschaft interessiert. Das konnte ich kaum glauben und hängte mich selbst ans Telefon. Und siehe da: alle Vereine, die angeblich kein Interesse hatten, hatten noch nie von unseren Problemen gehört und letztlich ergab sich auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit für die nächste Saison. Es war einfach so, dass sich niemand vom Vorstand gekümmert hatte und man mich dann knallhart angelogen hatte.


    Ähnliches Problem in der zukünftigen C-Jugend: Ich hatte frühzeitig mitgeteilt, dass ich nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehen würde. Wenige Tage vor dem Ende der Meldefrist kam dann vom Verein, dass man trotz intensiver Suche noch keinen Trainer gefunden habe und auch die C-Jugend auflösen wolle. Auch das konnte ich nicht glauben, denn ich wusste, dass ein anderer Trainer sein Interesse bekundet hatte. Und bei einer Abfrage im Trainerchat kam innerhalb von wenigen Stunden die Antwort, dass ein Spieler der Herren auch mitmachen würde. Auch hier stellte sich heraus, dass der Vorstand schlicht gar nichts unternommen hatte, um einen neuen Trainer zu finden. Hätte ich mich nicht um beide Mannschaften selbst gekümmert, hätten wir beide verloren und damit der Verein ein Drittel unseres Jugendbereichs.

    In manchen Verbänden kann man bei Einspruch und/oder Verhandlung nach einen Spiel Sperre oder 10 Tagen erstmal wieder spielen bis die Verhandlung war.

    Eben damit man nicht schon länger ausgesetzt hat, als das Sportgericht irgendwann per Sperre festsetzt.


    Zwei rote Karten in einem Spiel? Was war denn los?

    Hitziges Spiel, bescheidener Schiedsrichter…

    Bescheidener Schiedsrichter. Leider. Normalerweise sind meine Jungs lammfromm und haben immer die Fairnesstabelle angeführt. Aber ein schlechter Schiedsrichter, der Mist pfeift und vollkommen überzogen reagiert, hat das Spiel total kaputt gemacht. So was habe ich noch nie erlebt. In einem Spiel mehr Karten kassiert als in vier Jahren davor zusammen.

    Es liegt wie bei vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten ganz wesentlich an dem Verein, ob man dauerhaft weitermachen wird. Insbesondere: fühle ich mich gesehen, fühle ich mich unterstützt?


    Ich höre gerade nach mehrjähriger Tätigkeit bei meinem Verein auf, weil ich genau diese Fragen verneinen muss. Der Verein in Form des Vorstands, interessiert sich null für mich und meine Mannschaft. In den Jahren, die ich tätig war, ist niemals ein Mitglied des Vorstands mal im Training oder im Spiel vorbeigekommen und hat sich das angeschaut. Ich bin nie gefragt worden, wie es läuft und ob ich Unterstützung brauche. Selbst als ich beim Vorstand aktiv meldete, dass ich wegen gesundheitlicher Probleme Unterstützung brauchte, kam keinerlei Reaktion. Es gab so gut wie nie Trainerbesprechungen oder gar sowas wie eine Weihnachtsfeier.


    Und wie schon oben geschrieben: der Vorstand hat dann im Verein seine Kumpels, die aktiv nie mitmachen, aber bei den Mitgliederversammlungen plötzlich in größerer Zahl auftauchen und den bisherigen Vorstand in seinem Amt bestätigen.

    Wir haben aktuell dasselbe Problem, auch weil mehrere Trainer gleichzeitig aufhören werden. Ich sehe hier aber im Vergleich mit anderen Vereinen das Hauptproblem beim eigenen Vorstand, der einfach zu wenig unternimmt, um Trainer zu bekommen. Man wartet einfach ab und hofft, dass die Trainer durch göttliche Fügung schon plötzlich erscheinen werden. Und wenn nicht, wird einfach die Mannschaft aufgelöst. Genau das droht uns jetzt bei einer Mannschaft. Das passt dann zur sonstigen "Betreuung" der Trainer, die man auch ansonsten nicht unterstützt, nicht betreut etc. -was dann eben auch gerade dazu führt, dass die Trainer irgendwann die Schnauze voll haben und aufhören.


    Bei anderen Vereinen in derselben Situation habe ich festgestellt, dass hier viel intensiver für und mit den Trainern gearbeitet wird. Da gibt es regelmäßige Besprechungen, Unterstützung, Ansprechpartner, ein aktives Vereinsleben. Da fühlt man sich als Trainer gesehen und gewertschätzt. Und diese Vereine haben dann auch wesentlich weniger Probleme, die Trainer zu halten und neue zu gewinnen.