Beiträge von ruffy85

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    Es nervt total, dass manche Eltern immer noch mit Belohnungen für Tore ihre Kinder motivieren wollen. Sei es nun der Euro pro Tor oder 30 Minuten Zocken.


    Die Kinder spielen nicht mehr im Sinne der Mannschaft und sind mit dem Kopf nur noch bei der möglichen Belohnung und vergessen alles andere, was zum Mannschaftssport Fußball dazu gehört.


    Einsicht der Eltern? Fehlanzeige.


    Und was passierte heute? Das "1 Euro" Kind schoss kein Tor und wurde noch kritisiert. Perfekte Motivation für nächste Woche *Ironie*.

    An dieser Stelle möchte ich den Verbandsjugendausschuss (VJA) des Hamburger Fußballverbandes (HFV) ausdrücklich loben.


    Ganz unkompliziert und offen wurde die Idee der Harmonisierung der Spielformen im Kinderfußball, orientiert an der 3 gegen 3 Liga Köln, angenommen und als zusätzliches Angebot zum Pflichtspielbetrieb der U8 genehmigt.


    Auf freiwilliger Basis können interessierte Mannschaften in diesem Frühjahr/ Sommer bis zu sieben (!) zusätzliche Spielrunden eigenverantwortlich organisieren im Spielformen-Mix 3vs3 & 3+TW.


    Hoffentlich folgen weitere Verbände Vorbildern wie Köln und Hamburg im Kinderfußball.

    Wir bekommen eine bestimmte Anzahl Bälle von der Jugendabteilung für unsere Mannschaften gestellt. Reichen diese nicht aus (jedes Kind ein Ball), wird aus der Mannschaftskasse zugekauft.


    Spezialbälle sind in der Eigenverantwortung jeder Mannschaft und selbst zu beschaffen.


    Gehen Vereinsbälle verloren, sind diese 1:1 zu ersetzen. Gehen diese Bälle kaputt, werden sie kostenfrei getauscht.


    In meinen drei Mannschaften bringen wir die Bälle zum Training und den Spielrunden mit. Bis jetzt sind in drei Jahren nur 4-5 Bälle von 40+ weggekommen.


    Eigene Bälle hatten wir mal ausprobiert, das führte jedoch zu Streit unter den Kindern.

    let1612

    Das wüsste ich auch gerne. Ich werde mal versuchen meinen Ansprechpartner im HSV KPT Ost darauf anzusprechen.


    Diese Perspektivteams wählen ab der U9 Kinder aus, das müssten bei 4 KPT insgesamt etwa 80-100 Kinder ab derzeit Jg. 2015 sein, die durch Scouting / Spielbeobachtung zu dem KPT Training alle drei Wochen eingeladen werden.


    KPT Ost trainiert direkt nach meinen Mannschaften auf dem gleichen Platz.


    Was der Mehrwert in einer strukturstarken "Region" sein soll, erschließt sich mir bis jetzt noch nicht.

    Dass Kinder heute eher unter Bewegungsmangel leiden als noch 20-30 Jahren liegt am zunehmend strukturiertem Alltag (Stichwort Verinselung).


    Organisierte Sportangebote sollten daher diese Veränderung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen reflektieren und ihren Teil dazu beitragen, dass täglich min. 60 Minuten aktive und abwechslungsreiche Bewegung jedem Kind ermöglicht werden.


    Muss das Fußball sein? Ich sage nein. Muss das mehr 2x Training / Woche für eine Sportart sein? Ich sage nein.


    Sollten Sportarten im Grundschulalter auf ihre Eigenheiten fokussieren? Ich sage, wer errät es?!, nein.


    Es gilt viel mehr die Kinder zu motivieren / begeistern sich täglich zu bewegen und ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern, damit "keine Lust" (innerer Schweinehund) möglichst nicht zum Vorschein kommt.


    Und ist es mal nicht Fußball, dann ist das okay. Meist wollen die Eltern ihre Kinder beim Fußball sehen anstatt andere Sportarten ausprobieren zu lassen. Und das führt zu den beschriebenen Problemen dieses Fadens.

    golfstrom

    Stimme dir zu, jedes Kind muss die Möglichkeit bekommen, an Wettspielen teilzunehmen. Dank der neuen Spielformen, so sie denn konsequent ungesetzt werden, besteht die Meldehürde nicht mehr.


    Ehrgeiz ist, so denke ich, nicht die Ursache, sondern ein Verstärker von ergebnisoroentiertem Denken und Handeln im Kinderfußball.


    Ich bin auch ehrgeizig, ich möchte jedem Kind eine bestmögliche Entwicklung ermöglichen. Auch mein gesamtes Trainerteam. Und wir möchten auch den Ehrgeiz gewinnen zu wollen, in den Kindern wecken. Gewinnen müssen hingegen, das muss kein Kind.


    Auch die "heute Bock, Morgen kein Bock" Gruppe wird immer zu allen Spielen ihrer Mannschaft eingeladen. Jedes Kind bekommt möglichst gleich viel Spielzeit.


    Und selbst wenn ein Kind wenig Freude am Fußball entwickelt, dafür aber beim Sport an sich bleibt, ist das ein großer Erfolg in der heutigen Zeit. Und hierfür sollten wir ehrgeizig arbeiten.


    Und manchmal überraschen die "schwankend Bock" Kinder auch. Plötzlich haben sie Fußball für sich entdeckt und zeigen ein Können, dass man nicht erwartet hätte. Und sie sind regelmäßig dabei und können in Team 1 oder Team 2 mitspielen.


    Ein Erfolg für das Kind und den geduldigen Erwachsenen, der durchaus mit den Eltern offen darüber sprach, aber das Kind niemals benachteiligte.

    Auch in meiner U8 Gruppe ist es ähnlich gelagert. Die intrinsisch motivierten Kinder, die auch neben dem Training Fußball spielen und sehr ehrgeizig sind, bilden die stärkste Gruppe (1. Mannschaft mit 12 Kindern).


    Darauf folgt eine ähnlich große Gruppe zuverlässiger Kinder, die regelmäßig beim Training dabei ist, aber noch weniger ehrgeizig und neben dem Training motiviert ist.


    Und dann gibt es eine größere Gruppe Kinder, die die 3. Mannschaft bilden, maximal halbwegs regelmäßig am Training teilnehmen, nur eine geringe Eigenmotivation zeigen und gerne auch mal keine Lust auf Fußball haben.


    Und in dieser 3. Gruppe fällt es manchmal schwer 3 bis 5 Kinder von fast 20 für einen Spieltag zusammenzubekommen.


    Gruppe 1 & 2 immer 90%+ Zusage, 0% keine Lust.

    Bis zur U11 sehe ich das als Trainer echt entspannt.


    Mein Trainerteam und ich, wir können in aktuell 3 U8 Teams jedem Kind ein Spielangebot machen. Wir wissen, dass unentschuldigtes Fehlen häufiger an den Eltern als an den Kindern liegt. Keine Lust zählt bei uns als unentschuldigtes Fehlen.


    Was zeigt sich in den letzten etwa 3 Jahren, die wir die etwa 35 Kinder betreuen und trainieren dürfen?


    Intrinsisch motivierte Kinder entwickeln sich besser als extrinsisch motivierte Kinder. Selbst dann, wenn sie nur 1x pro Woche im Training sind. Polysportivität verbessert die sportliche Entwicklung mehr als ein weiteres Training pro Woche, insbesondere Tennis, Tanzen und Karate/Judo. Die Entwicklung von Ehrgeiz ist wichtig, kann aber auch bei später Entwicklung zu Frust führen.


    Keine Lust bei einigen Kindern lag zuletzt an mangelndem Ehrgeiz - vollkommen okay in dem Alter -, zu hohem Druck der Eltern und Rückstand gegenüber der restlichen Gruppe - Kinder können hässlich zueinander sein und wir kriegen nicht alles mit.


    Unsere fleißigen, intrinsisch motivierten Kinder spielen nahezu jeden (!) Tag in den Pausen und nach der Schule Fußball - der Bolzplatz lebt. Sie sind dadurch spielintelligenter, besser am Ball und insgesamt wesentlich sportlicher. Üben sie einen zweiten Sport aus, haben sie einen uneinholbaren Vorsprung gegenüber Kindern, die nur Vereinsfußball spielen.


    Als Vater erlebe ich, wie mein Sohn aktuell 2x Karate und 1x Fußball trainiert. Er spielt aber jeden Tag Fußball mit Freunden und "Fremden". Im Karate, dass er seit 6 Monaten ausübt, ist er sehr ehrgeizig und schließt schnell auf und jagt einen Gürtel nach dem anderen. Im Fußball gehört er zu den Top 3 unserer 3 Teams.


    Demnächst will er ein Instrument erlernen. Noch kriegt er halbwegs Zeit mit seinen Freunden unter einem Hut. Aber das wird sich ändern. Und dann wird es spannend, wo er seine Priorität setzen wird. Er und nicht ich als sein Vater oder Fußballtrainer.


    Also, arbeitet mehr an den Eltern der "keine Lust" Kinder als an den Kindern selbst. Und ermöglicht aucz diesen Kindern die Teilnahme, um die Möglichkeit zu erhalten, dass sie sich für Fußball begeistern.

    Wir haben einen Satz 2-21 und einen 2-11.


    Wir haben die Nummern den Teams & Kindern zugeordnet. Wenn mal ein Kind nicht dabei ist, bekommt ein Nachrücker die Nummer.


    1. Mannschaft 2-11, 2. Mannschaft 12-21, 3. Mannschaft 2-11. Passend dazu die nummerierten Flaschen.

    Ich störe mich sehr daran, dass "Perspektivteams" für Kinder im Grundschulalter aufgebaut werden.


    Eine realistische und ehrliche Kommunikation ist hier sehr wichtig, damit Eltern nicht einen Floh im Ohr bekommen und die Bodenhaftung verlieren.


    Denn mal ehrlich, wer kann bei so jungen Kindern schon sagen, ob sie tatsächlich überdurchschnittlich begabt sind und irgendwann vielleicht zu den 5-6 von ursprünglich 100 gehören.


    Und was ist der Mehrwert an einem dritten Training, wenn es um Grundlagen geht. Was sollte eine Auswahl, die alle 3-4 Wochen trainiert hier verbessern?


    Ich denke, das Risiko die Persönlichkeit der Kinder zu versauen ist größer als der theoretische Mehrwert für die fußballerische Ausbildung der Kinder.


    Wenn Kinder mit 12 für Auswahlen interessant sind, werden sie auch dann noch mit Kusshand genommen. Egal, wo sie spielen und welche Stationen sie bis dahin durchlaufen haben.


    Und manche entdecken ihren späteren Sport erst mit 16 und werden dennoch Profi.


    Ich bin daher fest davon überzeugt, dass das aktive Ansprechen von Kindern unter 12 "verboten" gehört. Sowohl für Vereinswechsel als auch für Auswahlen.


    Kinder / Familien, die aus eigenem Antrieb wechseln, sollen das auch tun. Dafür gibt's zahlreiche gute Gründe.


    Doch sportliche Gründe sollten es im wettbewerbslosen Kinderfußball nicht sein.


    Da passt ein KPT, welches eine Vorauswahl für das spätere NLZ trifft, irgendwie überhaupt nicht.

    Bin mal gespannt, wann beide Bücher da sind und was ich damit dann anfangen kann.

    "Notfalls" wird noch das Buch von Horst Wein "hinterhergeschoben", wie ich aber in mehreren "Rezensionen" lesen konnte, wird das buch von Staack als Weiterführung von Horst Wein gesehen, dementsprechend wurden alles wichtige aufgenommen und "weiterentwickelt".

    Du kannst dich über kickplan (discord) auch direkt an Thomas wenden und mit ihm schnacken. Ist ein ganz netter.

    Unsere Hallenrunde mit 2 gemeldeten Teams war sehr unbefriedigend. Limitierung der Kinder pro Mannschaft, Anzahl Spiele im Zeitfenster, Feldgröße, Torgröße, angepasste Regeln, Mannschaften auf Augenhöhe haben nicht gemeldet, usw.


    Fazit:

    Futsal ab der D-Jugend als zusätzlicher Wettbewerb ist sicher sinnvoll und eine tolle Erfahrung. Im Kinderfußball bis zur E-Jugend überwiegen die Nachteile.


    Wir spielen ab nächster Saison keine Hallenrunde mehr. Bis Anfang Dezember spielen wir auf dem Feld, dann gibt's eine Winterpause bis Mitte Januar.


    Anschließend richten wir eigene Hallenturniere in kleinen Spielformen für unterschiedliche Entwicklungsstände aus und spielen wieder auf dem Feld.


    Eine zweite spielfreie Zeit im Winter ist sicher nicht nachteilig für die Kinder.

    Ich hätte nochmal eine Frage an die Verfechter gleicher Spielzeiten:


    Heißt das, daß die Häufigkeit der Trainingsteilnahme irrelevant ist?


    Wenn das so ist, ab welchem Alter sollte mangelnde Teilnahme am Training bei den Einsatzzeiten berücksichtigt werden?

    In meinen 3 U8 Teams vergeben wir an die 30+ Kinder eine gewisse Anzahl an Startplätzen.


    Kinder mit höherem unentschuldigten oder mehrfachem Fehlen hintereinander (zweiter Sport zählt hierbei nicht) werden bei uns später eingeladen und gehen auch mal leer aus.


    Aber wir wissen auch, dass die wenigsten Kinder wegen "keine Lust" fehlen, sondern wegen ihrer Eltern.


    Ansonsten ist es uns egal, welche Kinder wir in einer Spielrunde oder einem Turnier wir zur Verfügung haben. Sie bekommen ähnliche Spielzeiten - Wechsel nach einem Tor oder spätestens alle 2 Minuten.


    Bis zur U11 werden wir an diesem Vorgehen nichts ändern.

    Was an den Trainingsformen von Wein ist denn veraltet?

    Im Buch "Spielintelligenz im Fußball - kindgerecht trainieren" werden viele eher statische Übungsformen ohne Gegner- oder Zeitdruck gezeigt. Erste Ansätze für Spielformen, wie sie derzeit empfohlen werden, sind durchaus vorhanden. Kognitive und Koordinative Spielformen sind gar nicht enthalten.


    Die Abschnitte Torwart, Fußball-7 & Fußball-8 sind nach aktuellem Stand nicht altersgerecht bis zur E-Jugend (U11).

    Die Trainingsformen von Horst Wein entsprechen größtenteils den 1980er Jahren und sollten so nicht mehr trainiert werden.


    Seine Grundideen wurden inzwischen weiter entwickelt, sind an sich aber immer noch richtig und wichtig.


    Ich empfehle inzwischen das Buch "Der neue Kinderfußball" von Thomas Staack. Fasst seine Praxiserfahrung mit den Grundsätzen von Horst Wein und wissenschaftlichen Erkenntnissen leicht verständlich zusammen und gibt mit dem Bausteinsystem und ca. 100 Spielformen für die G- bis E-Jugend mehr als genug Beispiele für zeitgemäßes Kindertraining.


    Viele weitere Spielformen gibt Niklas Lüdemann in seinem Buch "Kinderfußballtraining". Ebenfalls zeitgemäß.


    Mehr Bücher braucht es aktuell nicht. Dazu noch als Trainer im Verein kostenfrei Advance Football als Videoportal nutzen.

    In welchen Kreisen / Verbänden, wird eigentlich schon D7 und C9 als primäre Spielform gespielt oder ist zumindest in Vorbereitung für 2025?


    Die Landesverbände dürfen bereits diese beiden Spielformen als Wettbewerb mit Auf- und Abstieg ausrichten laut DFB Vorgaben.