Beiträge von Constantin

    Direkter Vergleich (den Niederlande mit 5:6 agg. gewonnen hat) zählt bei allen UEFA-Wettbewerben vor der Tordifferenz. Die Europameisterschaft wird rein europäisch ausgetragen, ist also ein Wettbewerb der UEFA.


    Bei der WM-Quali (FIFA Wettbewerb) hättest du Recht, da wäre Deutschland erster.

    Für mich stellt sich die Frage wemgegenüber ich mich als Trainer verantwortlich fühle. Wenn ich mich nur Vereinsinteressen verpflichtet fühle dann ja, macht das auf ersten Blick nicht all zu viel Sinn. Ich bin allerdings kein Freund davon seine Aufgabe als Trainer derart zu reduzieren. Ich möchte auch die Interessen meiner Spieler vertreten. So würde ich einen Jungen, der einen Vereinswechsel angekündigt, auch bis zum Ende der Saison einsetzen. Auch wenn er für die Herrenmannschaft später eher nicht in Frage kommt.

    Ich würde einem Spieler auch zu einem Vereinswechsel raten, wenn das mMn für ihn das beste wäre.


    Anderes Beispiel: Bei uns in der Gegend gibt es einen Regionalligisten, dessen höchste Jugendmannschaft in der Kreisklasse spielt. Die müssten ja eigentlich komplett mit der Jugendarbeit aufhören, kostet ja nur Geld und bringt dabei nichts.


    In gewisser Weise geht es natürlich auch um meine Außenwirkung als Trainer: "Bei mir zählt nur die Leistung, nicht das Aussehen, Hautfarbe, Religion,..., Geschlecht". Klingt im ersten Moment erstmal etwas weit hergeholt, aber überleg mal welche Außenwirkung ein Verein hat, der Spielerinnen nur aufgrund ihres Geschlechts ablehnt (insbesondere im Kleinfledbereich, wo natürlich auch Freundschaften bei der Auswahl der Mannschaft/ des Vereins eine Rolle spielen).


    Dein Argument mit den BFV-NLZs kann ich gar nicht nachvollziehen. Das erklärte Ziel dieser Einrichtungen ist es ja nicht, dass sie Spieler für ihre Herrenmannschaften ausbilden, sondern, dass sie als Schnittstelle in der Talentförderung fungieren. Warum da Mädchen-NLZ nicht auch als Ziel ausgegeben werden können kann ich nicht nachvollziehen. Unsere Damen Nationalmannschaft hat im Moment ja auch Bedarf :huh:.


    Am wichtigsten ist für mich aber das Argument der "Fairness". Wenn ein Mädchen das sportliche Niveau hat um in meiner Mannschaft zu spielen und sie sich aus Mangel an Alternativen dazu entscheidet bei mir spielen zu wollen, dann wird sie selbstverständlich auch die Chance dazu bekommen.

    Jonglieren nimmt mMn im Training eine gewisse Sonderstellung ein. Als Übung ist es nämlich eigentlich ziemlich Fußballunspezifisch (->als konkrete Handlung kommt es im Spiel fast nie vor). Dennoch hat Jonglieren im Training eine Daseinsberechtigung: Im Grundlagenbereich als Schulung der Koordination (Fuß <-> Auge) und des Ballgefühls, bei älteren als Maßnahme zur Erholung zwischen intensiven Übungen oder zur Überbrückung von Pausen. Ich gehe davon aus, dass du dich für den Grundlagenbereich interessierst.


    Das Jonglieren ist eine der wenigen Techniken bei denen ich das Vormachen als solches völlig überflüssig finde, da hier das Erlernen "falscher" Bewegungsabläufe nahezu ausgeschlossen ist (nach differenziellem Lernen gibt es sowas ja eh nicht). Höchstens zu Demonstrationszwecken, damit jedes Kind sieht, was es jetzt tun soll.


    Da Jonglieren nicht gerade einfach ist (besonders für jüngere Kinder) bietet es sich an, das "Dandeln" erstmal vereinfacht einzuführen. Ein Spieler lässt den Ball fallen und versucht, ihn mit dem Fuß wieder in seine Hände zu spielen. Dabei soll der Spieler versuchen sich so wenig wie möglich zu bewegen bzw. dem Ball nicht hinterherlaufen zu müssen. Wenn das gelingt soll das Kind 2,3,4,... Kontakte machen bevor es den Ball wieder fängt. Zur Variation kann auch mit einem Bodenkontakt zwischen jedem Hochhalten gespielt werden. Das Beginnen vom Boden würde ich erst nach einiger Zeit von den Kindern fordern, da es eine hohe Hürde ist, die zu Frustration führen kann.


    Thema Hausaufgaben: Ich finde es grundsätzlich eine gute Idee Kindern "Hausaufgaben" aufzugeben. Da Eigenarbeit nachweislich (auch im schulischen Kontext) aber deutlich weniger effizient ist als Üben unter Anleitung würde ich davon absehen Trainingsinhalte auf Eigentraining zu reduzieren. Gleichzeitig sollte das Jonglieren im Training einen gewissen Rahmen nicht überschreiten. Ich binde es z.B. immer wieder in Abschnitte ein, in denen sowieso jeder Spieler einen Ball am Fuß hat (Klassiker: Dribblingquadrat). Dabei komme ich aber auf kaum mehr als 2-3 Minuten am Stück.

    Ich habe 23 Kinder in meiner U8 und habe die stärkeren zusammen und die wo noch nicht soweit sind zusammen, somit zwei Mannschaften gemeldet. Wenn ich meinem Verein sage das ich unbedingt noch einen oder am besten zwei Trainer brauche, damit das Training Effizienter wird und alle vernünftig trainieren können, wird gesagt: Da unten ist es noch nicht so wichtig, da können auch Mamas trainieren. Nichts gegen Mamas 😂


    Und da sehe ich das Problem. Die Verantwortlichen versteifen sich viel zu sehr auf den Herrenbereich und ältere Jahrgänge, so das die Basis unten total vernachlässigt wird. Das sehe ich nicht nur in meinem Verein, sondern sehr oft in den umliegenden Vereinen auch. Nach meiner Meinung sehen zu viele verantwortliche nur den kurzfristigen Erfolg! Wer weiß wie lange sie ja im Amt sind

    Sprich doch mal Jungs aus den älteren Mannschaften an, ob sie nicht Lust hätten dich zu unterstützen. Besonders die "Alteingesessenen" sind oftmals dazu motiviert als (Co-)Trainer anzufangen.

    Deine Trainertätigkeit in der U19 Landesliga prägt Deine Vorstellungen bei der U9, habe ich das Gefühl. ;)

    Nicht falsch verstehen!

    Ich weiß das Du nur den -Impuls- meinst(beschreibst du ja auch in Klammern), aber wenn ich das Wort -Pressing- höre, in diesem Altersbereich, denke ich an manchen Trainer, der Pressing noch in der U14 schreit, und die Jungs machen irgendwas nach dem Motto : ich laufe mal auf den Ballführenden zu, dann wird der da draußen wohl ruhig sein.... der Trainer könnte auch -Chaos- schreien, das Ergebnis wäre das gleiche.

    Off Topic: Also ich versuche mir schon auch darüber Gedanken zu machen, wo ich irgendwann mal hin möchte. Natürlich wäre es völlig abwegig hier auch nur individualtaktische Aspekte des Gegenpressings zu fordern. Mein Ziel ist es in erster Linie auf das Mindset des Spielers Einfluss zu nehmen (->ich schalte nach Ballverlust bzw. ballfern nicht ab, sondern versuche direkt wieder auf den ball zu kommen). Das geht ja in die selbe Richtung, wie "Alle verteidigen, alle greifen an".


    Grätsche , das ist für mich das Thema "Taktik": dass ich einen Spieler auf dem Spielfeld in Räume und Situationen bringe, wo er seine Stärken für das Team einsetzen kann. Aber wie gesagt, wir reden ja hier über u9.


    Ich frage mich, wie man in diesem Alter so trainieren kann, dass die besonderen Stärken eines Spielers nicht gefördert würden.

    Da gibt es genug Mittel und Wege. Der einfachste Weg wäre, einen Spieler fest ins Tor zu stellen.

    Wir haben einen Jungen bei den Kleinen, der sich dadurch auszeichnet, dass er sehr mutig in Zweikämpfe geht (offensiv, aber im Besonderen defensiv) und dabei ab und zu auch mal unnötig Foul spielt. Von Seiten der Eltern (und der Co-Trainer) heißt es dann, man müsste den Jungen mal unter Kontrolle bekommen. Für mich ist diese "Bissigkeit" aber eigentlich eine Fähigkeit oder ein Mindset welches ich fördern möchte. Es kann ja auch ein Defensivspieler eine Waffe haben. Auf höchstem Niveau sieht man oft Verteidiger, die selbst in aussichtslosen Situationen noch alles reinwerfen und so im Zweifel ein Tor verhindern.

    könntest du das nochmal einfacher erläutern, bin mir nicht sicher ob ich weiß was du meinst.

    Meine Beschreibung war, das muss ich zugeben, auch ziemlich krumm.


    Die Ausbildung im Fußball (insbesondere im Grundlagenbereich) ist sehr auf das vermitteln von Basistechniken fokussiert. Im Prinzip kann ich aber fast jedem Spieler, wenn ich ausreichend Zeit bekomme, diese Basistechniken vermitteln. Mir geht es hier eher darum, wie ich Spieler in Situationen bekomme in denen ihre individuellen Besonderheiten in hohem Maße gefördert werden. Das kann, muss aber nicht notwendigerweise das 1 gg 1 sein, wie ich oben bereits versucht habe deutlich zu machen.

    Im o.g. Beispiel ging es mir um die Fähigkeit unter sehr hohem Gegnerdruck in tornahen Zonen gute Entscheidungen zu treffen. Man könnte das "Torinstikt" nennen. Es kann aber sicher auch um andere Fähigkeiten gehen. Antizipationsfähigkeit, Handlungsschnelligkeit, etc.

    Ich habe überlegt, ob man bspw. eine Torschussform machen könnte, in der der Abschluss gezwungenermaßen aus der Drehung (also quasi mit Rücken zum Tor) erfolgt.

    Wie der Titel schon sagt, Spieler, die in entscheidenden Situationen den Unterschied machen (Tore erzielen/ermöglichen/verhindern)

    Bei einer U9 empfinde ich die direkte Zuordnung z.b. FÜR MICH, schon als Entscheidungshemmer, d.h. die erst Entscheidung(oder Verhalten) ist vorgegeben und beeinflußt (hemmt) weitere freie Entscheidung.

    Vom Grundgedanken würde ich auch keinen -einzelnen- Unterschiedsspieler fördern wollen, sondern die kristallisieren sich durchs Training heraus.

    Jeder sollte schnellstmöglich Entscheidungen treffen können. Im Training bedeutet das hohen kognitiven Anspruch, und Spielformen,

    die auch Ballferne Spieler in die Entscheidungsfindung (Antizipation)einbeziehen. (zb. Spielrichtungswechsel nach Farben), sodaß ich eine hohe Aufmerksamkeit schaffe. (geistiges abschalten verhindern)

    Die direkte Zuordnung hatte für mich den Vorteil, dass ich so auch einen Gegenpressing-Impuls ("Wenn ich den Ball verliere, will ich ihn sofort wieder haben"). Aber klar, hätte ich den Eindruck gehabt, dass es die Kids überfordert, dann hätte ich das wieder raus genommen.


    Er wollte nur was kluges schreiben, so zu sagen Fussballgreta :/;(



    Ich schreib dazu mal nichts. Nur eine Bitte: Wenn du nichts beizutragen hast, dann lass doch bitte die Finger von der Tastatur.

    Neben meinem Engagement als Co-Trainer einer U19-Landesliga, bin ich diese Saison auch für das Training des starken U9-Jahrgangs in unserem Verein zuständig (bevor einer Mitleid hat: Ich habe hier insgesamt 4 Co-Trainer, weswegen sich der Aufwand hier in Grenzen hält).

    Dabei beobachte ich seit Jahren, dass Basis-Fertigkeiten wie (isolierte) Technik oder das beherrschen von Individualtaktik im Zweifel auf hohem Niveau eher limitierende Faktoren sind (bzw. deren Fehlen) als dass sie einen Spieler tatsächlich unverzichtbar machen würden.


    Beispiel:

    Ein Innenverteidiger, der das 1 gegen 1 im Rücken (defensiv) perfekt beherrscht wird sicher selten mal einen Fehler machen, kommt aber aufgrund mangelnder Antizipationsfähigkeit selten in die Vorverteidigung und kann somit selten mal einen Ball erobern. Oder der Stürmer, der durch seine Laufwege und sein Tempo immer wieder in gefährliche Situationen kommt, allerdings nicht in der Lage ist, aus anspruchsvollen Situationen Torabschlüsse zu generieren.


    Ich denke, dass es Sinn macht, sich darüber Gedanken zu machen, wie man bereits früh durch Trainingsgestaltung solche "Unterschied-Spieler" fördern kann. Ein Ansatz von mir war zum Beispiel folgender:


    Ich habe auf zwei E-Feld-Tore 3gg3 (+TW) spielen lassen und vorgegeben, dass jeder Verteidiger versuchen soll, sich zu jedem Zeitpunkt einem direkten Gegenspieler zuzuordnen und ihn in Manndeckung zu nehmen. Durch sehr enge Spielfeldmaße und mein Coaching habe ich versucht diese Spielform sehr hektisch zu gestalten, sodass die Spieler mit Ball immer wieder in Situationen gebracht wurden in denen keine klaren Entscheidungen möglich waren und sich die Spieler oftmals gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen mussten. Bei guten Aktionen wurden die Spieler allerdings meistens direkt mit einem Tor belohnt. So hat man auch sehr hohe Anforderungen an die Handlungsschnelligkeit.


    Das wäre jetzt mal (beispielhaft) ein Ansatz von mir gewesen. Jetzt würde mich interessieren, ob Ihr in eurer Trainingsarbeit Ideen oder Konzepte (evtl. auch im kompletten Verein?) um die Entwicklung von "spielentscheider" Qualitäten zu fördern.

    Ich glaube, dass hier deine Kommunikation eine sehr wichtige Rolle spielt. Auf der einen Seite natürlich deine Vorbildfunktion (wie rede ichEüber Spieler, Gegner, Schiri etc.), auf der anderen Seite aber auch im Umgang mit der Spielerin. Ich habe zugegebenermaßen außschließlich Erfahrung mit Jungs im Leistungsbereich, allerdings denke ich, dass es grundsätzlich wichtig seine Missbilligung überheblichen Verhaltens deutlich zu machen.

    Wenn ein Spieler nach dem Spiel der Meinung sei, seine Spieler für ein (schlechtes) Ergebnis verantwortlich machen zu können, dann bekommt er schonmal von mir einen Spruch gedrückt, dass er selber nicht viel besser gespielt. Das dann auch mal vor der ganzen Mannschaft.


    So ein Wechsel aus einer Höherklassigen in eine niedrigklassige Mannschaft ist oftmals mit gewissen Problemen verbunden. Manche Spieler haben das Gefühl, durch ihre Erfahrung auf höherem Niveau, eine Sonderstellung zu genießen. Besonders, wenn es davor schon mit der Demut nicht weit her war. Hier ist es mMn wichtig eben diese Sonderstellung nicht auch noch zu fördern. Wer bspw. nicht pünktlich beim Treffpunkt ist "schmort" dann halt erstmal auf der Bank...auch wenn er/sie ein Leistungsträger ist.

    Coach31 , ich kenne dich nicht und kann daher auch nicht einschätzen, ob du ein guter oder ein schlechter Trainer bist. Aber ich finde deine Posts hier extrem arrogant und herablassend. In diesem Thread sind mehrere Trainer aktiv die in ihrer Laufbahn als Trainer minimum Junioren-Landesliga stehen haben, aber trotzdem habe ich bei keinem den Eindruck, dass da das Bedürfnis da ist, das irgendwem unter die Nase zu reiben.


    Ich fände es sicher sehr spannend, wenn du deine langjährigen Erfahrungen aus dem Leistungsbereich mit uns teilen würdest, aber leider hast du bis jetzt nichts der gleichen getan. Anstatt, dass du anderen Trainern im Forum konkret Hilfestellung gibst, beteiligst du dich entweder oberflächlich an Diskussionen (vgl. Funino-Thema) oder machst dich über Trainerkollegen lustig, weil bei ihnen im Gegensatz zu dir noch nicht alles rund läuft. Lachst du deine Spieler aus, wenn bei ihnen etwas nicht funktioniert?


    Zugegebenermaßen bin ich jetzt auch nicht der Älteste. Dennoch habe ich in meiner Erziehung bestimmte Werte mitbekommen, die meinen Umgang mit anderen Menschen bestimmen. Bei dir scheint das nicht ganz der Fall zu sein bzw. gehst du im Schutze der Anonymität mit Trainerkollegen anders um als im wahren Leben...zumindest hoffe ich das. Aber was weiß ich schon...komme ja aus Bayern.


    Von diesem Schw***vergleich wer mal in welcher Liga Trainer war würde ich versuchen Abstand zu nehmen. Tim Walter ist letzte Saison ohne ein Spiel Profi-Erfahrung (weder als Spieler noch als Trainer) zu Holstein Kiel gekommen. Und hat wohl das maximal mögliche aus dem Kader geholt.


    Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Lizenz stellt sich mir zumindest bei einem engagierten Trainer nicht. Ich bin absolut geil darauf mich weiterzubilden und ein besserer Trainer zu werden. Und da nehme ich jede Gelegenheit, die sich zeitlich und vom aufwand realisieren lässt. Das hindert mich selbstverständlich nicht daran auch auf dem Platz meine Erfahrungen zu sammeln. Otto Rehhagel hat gesagt: "Es gibt keine jungen und alten Spieler, nur gute und schlechte." Ich glaube das gilt auch für Trainer.

    Prinzipiell ist das Problem: "Wir spielen uns zu wenig Torchancen heraus" zu vage formuliert um dir tatsächlich konkrete Hilfestellung geben zu können.


    Sinnvoll wäre es mal zu erfahren, wie du zu dieser Einschätzung überhaupt kommst? Woran machst du fest, dass euer Problem das Herausspielen von Torchancen und nicht z.B. die Spieleröffnung (die ja auch zum Tore erzielen notwendig ist)?


    Dann könntest du weiterführend noch ausführen, wie die Trainingsgestaltung bei dir aussieht. Was trainierst du und was forderst du von deinen Spielern in den Trainingseinheiten ein.


    Prinzipiell würde ich Taktiker_95 recht geben. Die Trainingsinhalte im Aufbaubereich sind sehr allgemein. Ziel muss es nicht sein deine Schwerpunkte so zu wählen, dass sie zu dem von dir erkannten Problem passen, sondern stattdessen das Training allgemein auf ein höheres Niveau (-> Intensität, Kontaktzahl, Spielnähe etc.) zu heben

    Ich sehe das so wie Coach31 . Ich handhabe es zwar selber anders (in der Uni kann bei mir nicht ständig das Telefon klingeln...), aber wenn Troete das so hanhaben will, dann ist das auf jeden Fall legitim. Auch im Amateurbereich.

    Btw. sehe ich das auch nicht abhängig vom jeweiligen Niveau auf dem gespielt wird. Erziehung zur Zuverlässigkeit hängt für mich eher an den Konsequenzen, die ein (unentschuldigtes) Fehlen für den Spieler hat. Ich finde es ist eine sehr komische Zusammenarbeit mit dem Spieler, wenn ich ständig davon ausgehe, dass meine Spieler mich anlügen und ich dann versuchen muss sie zu "ertappen". Die meisten hochklassigen Teams, die ich kenne benutzen Organiser-Apps. Das ist für alle am einfachsten.


    Unentschuldigtes Fehlen (und als solches wertest du das ja) ist schon ein ziemlich heftiger Verstoß in einer Fußballmannschaft. Dementsprechend solltest du künftig auch dahinter sein, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Eine Möglichkeit wäre es bei einem Elternabend zukünftige Konsequenzen für (einmaliges!) unentschuldigtes Fehlen anzukündigen, um entsprechend Transparenz zu schaffen. Diese müssen 1. spürbar (evtl. Ausschluß vom Spiel/Training) und 2. für alle gültig sein.
    Du musst vorhersehbar bleiben. Du sagst, dass dieser Missstand bereits seit mehreren Jahren besteht. Jetzt unangekündigt mit Strafen zu kommen, wirkt willkürlich. Wenn du einen für alle gültigen, neuen Rahmen schaffst, dann kannst du die Konsequenzen auch besser durchsetzen

    Vorschlag für ein Abschlussspiel:


    Um spielgemäß umschalten zu können, muss ja auch Raum da sein, der bespielt werden kann. Ich würde zusätzlich zur 7-Sekunden-Regel noch vorgeben, dass die angreifende Mannschaft bei Torerzielung mit allen Spielern in der gegnerischen Hälfte sein muss. Je nach dem wie es läuft, kann diese Regel für die ersten X Sekunden nach Ballgewinn aufgehoben werden, um das Kontern zu erleichtern.


    Um das noch etwas "heftiger" zu machen, kann man das Spielfeld auch dritteln und beim Angriff im letzten Drittel spielen. Hab ich aber selber noch nie gemacht. Der Schwerpunkt wäre hier wohl mehr auf dem Auflösen des Gegenpressings.


    Zu deiner Hauptspielform:


    Ich würde mir überlegen, ob ich das ganze im nächsten Schritt noch erweitern will. Im Wettspiel habt ihr meist noch eigene Stürmer (bzw. Zehner und Stürmer) vor dem Ball und der Gegner hat ja auch noch seine Restverteidigung. Dementsprechend werden die Überzahlsituationen weniger klar. Evtl. muss man die Spieler aus dem Rondo teilweise herausnehmen (einzelne Spieler müssen z.B. erst um ein Zielhütchen sprinten bevor sie dabei sind), da sonst das Kontern zu schwer wird.

    Wenn du die Spielform vergrößerst solltest du darauf achten, dass alle beteiligten Spieler in hohem Tempo nachrücken, um das Gegenpressing im Falle eines Ballverlustes vorzubereiten und nicht in einen "Gegenkonter" zu laufen.

    Der Begriff "Vorbereitung" im Bereich unterhalb der U13 ist mit sehr viel Vorsicht zu genießen. Im Leistungsbereich geht es in dieser Phase neben dem Aufbau gewisser konditioneller Grundlagen auch darum neue Spieler in ein vorhandenes taktisches Konzept zu integrieren. Man hat hier den Vorteil, dass man bei seiner Trainingssteuerung keine Rücksicht auf die Wettkämpfe nehmen muss.


    Welche dieser Effekte haben bei deiner F-Jugend einen ernsthaften Wert? Rücksicht auf Ergebnisse solltest du doch sowieso nie nehmen. Du bereitest dich ja auf nichts vor. Ich vertrete die Auffassung, dass im Grundlagenbereich einfach irgendwann eine Pause vom Training gemacht wird (-> Ferien) und danach geht es weiter als wäre nichts gewesen.


    bin ich der Meinung das Test/Freundschaftsspiele in diesem Jahrgang eigentlich das beste Training sind.

    Da würde mich mal interessieren, wie du zu diesem Schluß kommst. Das beste Training im Grundlagenbereich ist Training. Du hast hier als Trainer den meisten Einfluss auf Anzahl und Qualität der Ballkontakte, sowie die weiteren Rahmenbedingungen. Mit zunehmendem Alter spricht die höhere Intensität für Testspiele, aber genau dieser Effekt ist mMn in jungem Alter noch am wenigsten ausgeprägt. Im Gegenteil kannst du durch eine fordernde Haltung als Trainer, sowie eine entsprechend attraktive Trainingsgestaltung durchaus das Trainingstempo hoch halten.


    Mal zu deinen Beobachtungen: Ich gehe davon aus, dass du in deinem Training das meiste richtig machst. So lässt sich die Verbesserung des Leistungsstandes erklären. Wobei man hier einwenden könnte, dass ich mir als Jugend (!) Trainer ernsthaft Gedanken machen muss, sollte die Leistung meiner Spieler tatsächlich mit voranschreitendem Alter stagnieren.

    Zu der Leistungsdelle nach dem Winter: Wie oft habt ihr denn in dieser Zeit trainiert? Oftmals kann im Winter aufgrund mangelnder Infrastruktur nur noch einmal pro Woche und unter schlechten Bedingungen Training stattfinden. Und das ist, so ehrlich muss man sein, nicht ausreichend um einen vorhandenen, hohen Leistungsstand aufrechtzuerhalten.

    In Deutschland bzw. Europa wird da ohnehin zu wenig differenziert.

    In den USA gibt es den Coach und die Trainer.

    Für mich sind viele "Trainer" eher Übungsleiter. Aber ein richtiger Coach definiert sich nicht hauptsächlich über sein Training oder wird nach diesem bewertet.

    Auch wenn es etwas Off-Topic ist, möchte ich da widersprechen (bzw. würde ich gerne wissen, was deiner Meinung nach deutlich wichtiger ist als das Training.


    Ich kenne "Coaches", die tatsächlich der Meinung sind, dass das Training keinen hohen Stellenwert in ihrer Arbeit als Trainer hat. Es ist nicht zwingend notwendig, dass bei denen das Training nicht besonders gut, aber es kommt doch häufiger vor als bei "Übungsleitern".

    Ich möchte damit nicht sagen, dass es nicht weitere Fähigkeiten gibt, die einen "guten" von einem "schlechten" Trainer unterscheiden. Es ist vielleicht wie beim Spitzenfußballer und der Technik. Auf höchstem Niveau machen andere Fähigkeiten den Unterschied aber ohne geht es einfach nicht.


    Ich glaube nicht, dass es eine wahnsinnig gute Idee ist Konzepte aus den USA zu übernehmen. Auch wenn das sicher nicht der einzige Grund ist, warum die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren kaum Erfolge verzeichnen konnten. Die dort vorherrschenden Sportarten (bes. Football und Baseball) haben deutlich geringe Anforderungen an die Übungsleiter, allein schon deswegen, weil es kaum Probleme gibt eine hohe Spezifität zu erzeugen. Ein Baseball-Spieler macht meist immer das selbe, da ist es für einen Trainer deutlich einfacher ein passendes Training zu entwerfen.


    Im Grunde sind ja gerade die Trainer, die sich über ihre Fähigkeiten als Vermittler von Inhalten definieren diejenigen, die besonders erfolgreich sind (-> Thomas Tuchel; [Jürgen Klopp]; Julian Nagelsmann; Pep Guardiola).


    Um hier mal den Bogen zum ursprünglichen Thema zu spannen:

    Ob ich jetzt Banalitäten coache oder taktische Inhalte hängt auch davon ab, wie weit meine Mannschaft bereits ist. Du hast geschrieben, dass du "deine ballfernen Spieler [anweist] mit Tempo nach hinten zu arbeiten". Das ist für mich etwas, was ich mir im Training erarbeiten muss. Da müssen die Spieler natürlich körperlich und geistig auf der Höhe sein und natürlich gibt es Mannschaften bei denen es notwendig ist das einzufordern. Aber letzten Endes möchte ich (durch mein Training) an einen Punkt kommen, an dem das ein Automatismus ist.


    Es geht beim "Lesen" eines Spiels in erster Linie darum, dass ich klare Vorstellungen habe, was ich als Trainer in dieser Situation von meinem Spieler sehen will und, was ich von ihm (aufgrund von Alter, Spielklasse etc.) erwarten kann. Ich hatte mal einen (Interims-) Trainer, der mich als Spieler für ein Spiel gecoacht hat. In dieser Partie (ich war Außenverteidiger) sah mein Flügelspieler eine relativ frühe rote Karte. Da der Trainer (warum auch immer, war zugegeben sein einziges Spiel mit der Mannschaft) verzichtete darauf entsprechend umzustellen, sodass ich eine sehr komplizierte Halbzeit auf meiner Seite. In der Halbzeit erklärte mir der Trainer, dass ich endlich mal meine Seite zubekommen solle.


    Dass ich absolut nicht in der Lage war, teilweise doppelte Unterzahlsituationen zu verteidigen, war ihm tatsächlich einfach entgangen. Er hatte keine konkrete Vorstellung wie die Mannschaft verteidigen soll und konnte mir dementsprechend nicht sachdienlich helfen.


    Je konkreter meine Vorstellung davon, wie meine Mannschaft spielen soll, umso einfacher ist es zu erkennen, wo genau es auf dem Platz hakt. Und dann spielt es auch keine Rolle, ob ich als Trainer eher aktiver oder eher passiver bin. Das kann ich dann abhängig vom einzelnen Spieler und seinen Bedürfnissen oder einfach meiner eigenen Vorstellung als Trainer. Glaubwürdig muss ich da ja zu jedem Zeitpunkt bleiben.

    BFV-NLZ sind, zur Erklärung, nicht ansatzweise mit echten NLZ zu vergleichen.


    Es gibt einzelne NLZ in den randgebieten Bayerns, die vom Leistungsniveau her sogar von ambitionierten Vereinen aus Ballungsgebieten (die selber keine BFV-NLZ sind) meilenweit entfernt sind. Da die Auswahl der Vereine willkürlich bzw. nach örtlichen Gesichtspunkten erfolgt auch finanziell weniger gut aufgestellt.


    Bei richtigen Profi-NLZ sieht es meist natürlich ganz anders aus.

    Gegenpressing findet, das muss ich mir bewusst machen, über das komplette Feld hinweg statt. D.h. für mich, dass auch mein ballfernster Spieler versuchen muss möglichst schnell Zuordnung zum gefährlichsten Gegenspieler zu finden. Ein gutes Beispiel dafür ist mMn Deutschland gg Mexiko Hummels' Wegrutschen beim 0:1. Außerdem war Hummels' Abstand zu seinem Gegenspieler vor dieser Aktion zu groß.


    Das heißt dann, wenn man einen Schritt zurück geht, natürlich auch, dass ich bereits im Ballbesitz meine Position an einen möglichen Ballverlust anpasse. Der Abstand zu meinem Gegenspieler darf nicht zu groß sein und ich muss jederzeit in der Lage sein sofort Zugriff zu erzeugen. Insbesondere gilt das für deine Verteidiger.


    Dementsprechend komme ich zur Restfeldsicherung. Du hast ja geschrieben, dass deine Verteidiger beim Vorrücken auf die Zahlenverhältnisse achten sollen. Ich denke, dass auch meine Struktur hierbei eine wichtige Rolle spielt. Ob du in einem 2-2 oder 3-1 (->ballferner AV, beide IV, ferne 6) sicherst ist im Prinzip erst einmal egal bzw. hängt von deiner Philosophie ab. Wichtig ist, dass die absichernden Spieler das Zentrum halten. Spannend wird es hier mMn wenn dein IV andribbelt. Denn hier müssen entweder die beiden anderen Aufbauspieler (bei sit. 3er-Kette) mit einrücken oder ein zentraler Spieler muss die Lücke hinter dem IV füllen.


    Die wichtige Tiefenstaffelung der 6er hast du ja bereits erwähnt.


    Die Art wie ich meine Torchancen herausspiele hat auch einen Einfluss auf die Wirksamkeit des GGP. Bei Flanken ist das absichern des Rückraums (->zweiter Ball) von zentraler Bedeutung.

    Prinzipiell gilt: Kurze Pässe bekommt man einfacher zurück, lange (flache) Pässe sind im Gegenpressing meist schwieriger, weil der Passgeber nicht sofort Druck ausüben kann.


    Man könnte jetzt einen ziemlichen Roman dazu schreiben, es gibt aber im Internet Bücher und Videos zu dem Thema. Ich kann dir als PN mal schreiben was ich dazu kenne. Meld dich einfach, wenn du Interesse hast.



    1.) Der Ball in die Tiefe wird meistens nicht funktionieren, weil (sollte dein Gegner im Raum verteidigen) noch mindestens der LAM und wahrscheinlich auch noch ein 6er im Weg stehen. Außerdem ist der Ball extrem lange unterwegs.


    2.) Hast du schonmal darüber nachgedacht den Außenspieler als Breitengeber agieren zu lassen und den AV einrücken zu lassen.

    Im Großen und Ganzen denke ich, dass du schon einen ziemlich guten Plan hast wie du vorgehen möchtest. Ein paar Dinge sind mir beim Lesen allerdings aufgefallen.


    Eigener Ballbesitz: Ein 3-5-2 mit deinem Kader ist finde ich etwas mutig. Besonders in der Dafensive bist du ja eher sparsam besetzt. Bin ich gespannt, ob du es schaffst das auch umzusetzen


    Hast du dir eigentlich schon Gedanken gemacht, wie du dein Gegenpressing absichern willst? Ein erfolgreiches Gegenpressing wird ja bereits im Übergangsspiel vorbereitet. Eigene Angriffe müssen durch kluges Positionsspiel abgesichert werden. Insbesondere, weil du ja recht mutig mit dem IV andribbeln lässt.


    Hast du eigentlich die passenden Stürmer um Flankenbälle zu schlagen? Flanken als solche sind ja eher wenig gefährliche Varianten einen Angriff abzuschließen. Speziell wenn du, wie du ja sagst, eigentlich die Qualität hast deutlich gefährlicher in den Strafraum zu kommen. Hast du schon eingeplant die Strafraumbesetzung zu trainieren.


    Das Hauptproblem bei den Rotationen am Flügel sehe ich gar nicht do sehr darin, dass sie zu stark vorgegeben sind, sondern eher darin, dass sie euren Bedürfnissen gar nicht so wirklich entsprechen.

    Du hast geschrieben, dass du davon ausgehst, dass deine Gegner hauptsächlich im Abwehr-/bzw. tiefen Mittelfeldpressing gegen ruch agieren werden. Gegen solche Mannschaften finde ich diese Variante nicht immer ideal. Im Prinzip ist der Ball auf den Außenstürmer meist nicht so gefährlich, weil du zwar zwischen die Linien kommst, die Optionen für einen Schnittstellenball eher limitiert sind. Bei einem Chipball auf den AV hast du gegen einen tiefstehenden Gegner eher das Problem, dass der zu bespielende Raum hinter der Kette relativ knapp ist.


    Versteh mich nicht falsch, ich mag diese Variante eigentlich sehr gerne, besonders gegen Mannschaften die etwas höher verteidigen. Außerdem hast du bei deinem Ansatz relativ oft Bälle, gegen die du relativ gut ins Gegenpressing kommen wirst.

    Ich würde mur nichtsdestotrotz Gedanken machen, wie ich zusätzlich meine Flügelspieler in 1 gg 1 Situationen bringen kann, wenn der Gegner tiefsteht. Besonders, da du da ja anscheinend recht viel Qualität hast.

    Und das frustriert dich? ISt es nicht gut, wenn die Liga ausgeglichen ist und jeder die Chance hat gute Spiele abzuliefern und auch mal zu gewinnen?

    Was dazu kommt, dass es noch nie eine Mannschaft in dieser Liga gab (zumindest seit ich es im Blick habe), die mit so vielen Punkten absteigen wird wie dieses Jahr. Ist mir schon klar...den letzten beißen die Hunde.