Beiträge von Constantin

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    Jeder (gut geführte) Verein sollte die Kosten für alle Lizenzen übernehmen.

    Ehrlich gesagt finde ich es nie Aufgabe der Eltern über die Aufstellung zu sprechen. In gut geführten sportlich ambitionierten Vereinen gibt es Entwicklungsgespräche. Man kann sicherlich auch außerhalb dieser Gespräche mit den Trainern sprechen, aber eben nur über das eigene Kind. Warum die anderen Spieler nicht im Training sind wurde auch nicht geklärt, eventuell trainieren sie ja zusätzlich in einer höheren Jugend mit und dies ist so abgesprochen? Man darf ja nicht immer nur vom Schlechtesten ausgehen, diese Schilderung hier ist mir etwas zu einseitig.

    So meinte ich das im Grundsatz eigentlich schon. Dass Diskutieren ist in einer U10 Breitensportmannschaft genauso daneben.


    Im Leistungssport kommt aber noch dazu, dass man sich hier im Zweifel ins eigene Bein schießt.


    Wenn die Spieler da mit dem Trainer das Gespräch suchen, gar kein Problem. Das muss man als Trainer in diesem Altersbereich abkönnen und da muss man dann auch in der Lage sein, seine Entscheidungen/sein Vorgehen zu erklären.


    Aber alles andere was Du vorschlägst finde ich nicht nur gänzlich unpassend, sondern langfristig auch äußerst schädlich fürs eigene Kind. Wenn sowas bei mir passieren würde, dann würde der Spieler, dessen Eltern sowas "anzetteln" nicht mehr lange in der Mannschaft spielen. Auf dem Niveau, über das wir hier reden, gibt es genug Spieler, die gerne in der Mannschaft dabei wären, dass man auf Einzelne nicht angewiesen ist.


    Im Konkreten: Kümmert Euch als Eltern nur um die Interessen Eurer eigenen Kinder. Wenn sie nicht spielen, kann man mit dem Trainer das Gespräch suchen, auch von Seiten der Eltern - das ist natürlich legitim. Wenn die anderen Jungs nicht spielen dürfen, dann werden die früher oder später den Verein verlassen. Aber es ist die Verantwortung des Trainers alle Spieler "bei Laune" zu halten und sportlich weiterzuentwickeln (!). Wenn ihm das nicht gelingt und nach der Saison viele Spieler den Verein verlassen, dann wird das auch negativ auf den Trainer zurückfallen. Aber es ist nicht Aufgabe der Eltern, ihn davor zu schützen, sondern Aufgabe des Vereins, das zu steuern.


    Wenn jemand total unzufrieden ist, dann kann derjenige ohne Probleme zum Winter wechseln. Selbst bei 6 Monaten Sperre, wäre der Spieler zur Rückserie wieder spielberechtigt.

    Genau so ist es. Leistungssport !

    Mit dem Trainer kann man da leider nicht wirklich reden. Ganz am Anfang der Saison hat’s ein Vater versucht, mit dem Ergebnis das der Sohn seine Klamotten abgeben dürfe und nicht mehr zum Training sollte

    In der U15 Verbandsliga (Vermutung...bei 150km Anfahrt?) ist es aber auch ehrlicherweise nicht die Aufgabe der Eltern mit dem Trainer über die Aufstellung zu reden. Wenn überhaupt, dann über die Belange des eigenen Kindes, aber selbst da finde ich den Weg über den Jungen selber sinnvoller.


    Aber dem Trainer zu erklären, dass er die falschen Spieler aufstellt, davon würde ich auf dem Niveau ganz dringend abraten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der nämlich überzeugt davon ist, sportlich richtig zu handeln. Bestimmte Argumente sind dann für den sportlichen Laien auch nicht immer ganz nachzuvollziehen.

    Der Stürmer läuft den ZIV frontal an, die beiden Flügelspieler jeweils die Halbverteidiger (ballnah). Der ballferne Flügel versucht nach Einrücken eine (flache) Verlagerung auf den entfernten Außenverteidiger zu verhindern.


    Der eigene Außenverteidiger läuft den gegnerischen Außenspieler an. Im Zentrum herrscht Gleich- oder Überzahl. Hier kann mannorientiert verteidigt werden. Wenn durch Einrücken des ballfernen Flügels Überzahl erreicht werden kann, sollte ein freier Spieler (normalerweise der ballferne 6er) als freier Spieler vor der Kette absichern.

    Fortsetzung folgt wahrscheinlich...

    Hier die Fortsetzung (und hoffentlich das Ende der Geschichte): Wir haben heute 3 Punkte am grünen Tisch bekommen, die uns natürlich auf dem Rasen lieber gewesen wären. Aber es hat sich herausgestellt, dass die Vermutung richtig war: Das Spiel sollte verlegt werden und Corona war da ein willkommener (aber nicht zulässiger) Grund. Es gab dann natürlich keine Nachweise und der Staffelleiter hat die Wertung vorgenommen. Wäre ja auch noch schöner, wenn man damit durchgekommen wäre.

    Versüßt mir ein bisschen den Tag gerade zu hören, dass man mit solchen Aktionen nicht ungestraft davon kommt.

    Dann müssen sich halt die beiden Trainer jeweils eine Halbzeit hinstellen und pfeiffen. Ein Spiel wegen fehlendem Schiedsrichter (in dem Bereich in dem es keine angesetzten gibt) abzusagen, wäre schon etwas strange.

    Mit 10 gegen 0 (oder eher 11 gegen 0) ist gemeint, dass man Abläufe mit dem Ball (eher selten auch gegen den Ball) nicht mit Gegenspielern, sondern statischen Hindernissen, wie z.B. Freistoßmännchen, trainiert. Das ist z.B. sinnvoll um den Spielern konkrete taktische Abläufe im Sinne einer Trockenübung nahe zu bringen. Damit das wirklich sinnvoll ist, ist Voraussetzung, dass der Trainer wirklich eine sehr genaue Vorstellung der Details hat, die er von seinen Spielern sehen möchte. Das 11 gegen 0 ist in seiner Idee also sehr trainerzentriert und dementsprechend auch sehr stark vom Coaching abhängig.


    Das ist allerdings weder Stoff der C-Lizenz, noch für Deine Altersklasse relevant. Selbst im Leistungssport hat sowas vor der U15/U16 nichts verloren, im Breitensport mMn in keiner Altersstufe.

    Ich habe genau gegenteilige Erfahrungen gemacht. Je höher der Trainer gespielt hat (und entsprechend je kürzer der Weg in das jeweilige Amt war), desto weniger Substanz hatte das Coaching.


    1.Zone (links) 6gg2

    2.Zone 3gg3

    3.Zone 3gg1


    In der ersten Zone müssen die Spieler (je nach Feldgröße und konkreter Spielerzahl) z.B. 4 Pässe erreichen. Danach ist es das Ziel, den Ball in Zone 3 zu spielen. Gewollt ist natürlich die Zuhilfenahme der Spieler in Zone 2, um ein realistisches Defensivverhalten zu erzwingen, sollte es allerdings auch erlaubt sein direkt zu verlagern. Nachrücken in Zone 2 ist für die Spieler grundsätzlich erlaubt. Das braucht auch im Prinzip keine Beschränkung, weil in den seltensten Fällen mehr als 2 Stationen in dieser Zone möglich sind.

    Nach einer Verlagerung wird entsprechend aufgefüllt und C spielt in Zone 3 gegen B.


    Im Prinzip hast Du im Zentrum die Anforderung an die Spieler zu erkennen, ob sie einen Gegner im Rücken haben oder die Möglichkeit aufzudrehen. Realistischerweise werden die Spieler in der Konstellation oben, meistens den Klatschball wählen (welchem meist auch eine gute Freilaufbewegung vorausgehen muss), aber das kann man schon so steuern, dass sich die Häufigkeiten verändern (bspw. indem man im Zentrum einen Verteidiger rausnimmt).

    Ich verstehe leider den Sinn nicht, warum man das nun differenzieren muss. Muss jetzt jeder kleinere Spieler zentraler Mittelfeldspieler werden? Warum nimmt man bestimmte Positionen raus, um den Durchschnitt zu verfälschen? Damit es in eine bestimmte Argumentation passt?


    Fakt ist: es sind mehr Profis 1,84 als 1,76. Klar sind mehr zentrale Mittelfeldspieler kleiner als 1,84 als größer. Aber die machen theoretisch auch nur ein Elftel der Profis aus. Das tut sich dann in keine Richtung etwas.


    Wenn ein Spieler klein ist, fallen für ihn ja offenbar schonmal einige Positionen raus. Dann ist doch gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit geringer, dass man Profi wird oder höherklassig spielt.

    Ich gehe bei Deiner Argumentationskette nicht ganz mit, Du sagst


    Zeigt: man muss eher überdurchschnittlich groß sein, um Profi zu werden. Wenn die Prognose ist, dass jemand deutlich kleiner ist und bleibt, dann wird es schwierig, Profi zu werden.

    und begründest dies damit, dass der durchschnittliche Bundesligaprofi größer als die Normalbevölkerung ist. De facto kannst Du das aber auch umdrehen: Es gibt Positionen, da findest Du in der absoluten Weltspitze nur Spieler die (teilweise deutlich) kleiner als 184 sind. Ist jetzt etwas anekdotisch, aber: Kante (168!), Kimmich, De Bruyne, Jorginho, Bernardo Silva, Gündogan, Sabitzer sind alle ≤180cm.


    Ich halte nicht viel davon, dass man die Chancen Profi zu werden an eine bestimmte Körpergröße knüpft. Ich persönlich glaube auch nicht, dass das so wahnsinnig mit der Wahrscheinlichkeit verknüpft ist Profi zu werden. Eventuell kann man diese Korellation auf bestimmten Positionen sehen. Bei einem Innenverteidiger würde ich Dir mit Sicherheit recht geben, dass da die Chancen ganz eng an der Körpergröße hängen.

    Weder ist eindeutig vorherzusagen, dass die einen aufholen, noch, dass die anderen den Vorsprung behalten

    In dem Moment, in dem sich ein Verein oder Stützpunkt für einen bestimmten Spieler entscheidet, muss alles mit einbezogen werden, was den einen Spieler zum besseren Fußballer macht. Und das kann jawohl nicht ausschließlich die Technik sein.

    Genauso wie technisch schwache große Spieler, die irgendwann eingeholt wurden gibt es auch super Techniker, die mit 19 noch 1,65 groß sind und sich nicht in der Kreisliga B durchsetzen können.

    Ja, die gibt es. Aber da muss man dann auch so ehrlich sein: Da liegt es nicht an der Größe, sondern am Können. Ein Spieler kann mE schon 1,70 sein (bei uns in der Herren-Verbandsliga sind dieses Jahr zwei so Jungs aus der U19 dazu gekommen, die beide direkt Stammspieler geworden sind), aber dann muss der Rest passsen. Das gilt für den 1,90 Hünen aber genauso. Auch der kann auf höchstem Niveau Schwächen in anderen Bereichen nicht mehr kompensieren.

    Das sieht man dann zugegebenermaßen auch oft, dass ein Spieler für technisch stark gehalten wird, nur weil er klein ist. Während eklatante Schwächen in Spielverständnis und Athletik komplett übersehen werden.

    Es gibt natürlich auch die 1,65 großen Supertechniker, die später Weltfußballer wurden ;)

    Davon gibt es in der "Neuzeit" einen und der bestätigt ziemlich klar die Ausnahme. Im Durchschnitt ist der Bundesligaspieler 1,84m groß, somit 4cm (!) über dem Bundesdurchschnitt der Männer. Zeigt: man muss eher überdurchschnittlich groß sein, um Profi zu werden. Wenn die Prognose ist, dass jemand deutlich kleiner ist und bleibt, dann wird es schwierig, Profi zu werden.

    Das kann man denke ich aber schon noch ein wenig differenzieren. Dass z.B. Torwart, Innenverteidiger oder (teilweise) zentrale Stürmer eine gewisse Körergröße mitbringen müssen ist sicher unstrittig. Die Frage ist, ob es diese Differenz zur Durchschnittsbevölkerung immernoch gibt, wenn man diese Positionen aussen vor lässt.

    Denn es gibt hier sicher niemanden, der sagt, dass aus den körperlich schwachen Jungs unbedingt der nächste Jerome Boateng wird, sondern vielleicht eher der 1,76m große zentrale Mittelfeldspieler.

    Selbst 1,84 ist zwar größer als der Durchschnitt, aber auch nicht riesig. Insbesondere wenn man bedenkt, dass jüngere Menschen (denen Profifußballer ja angehören) tendenziell größer werden als ihre Eltern.

    Ich glaube man muss sich auch bewusst machen, welcher Aspekt der Körperlichkeit im Vordergrund steht.

    Wenn man sich aber mal von der reinen Körpergröße wegbewegt und den Fokus auf andere Aspekte legt, sehe ich das schon eindeutiger. Ein ambitionierter Spieler braucht mit Sicherheit (Antritts-)schnelligkeit, viel Muskulatur, einen niedrigen Körperfettanteil und mit Sicherheit auch die Fähigkeit Zweikämpfe zu gewinnen. Aber es reduziert sich ja in der Realität nicht darauf, dass solche Fähigkeiten betrachtet werden. Die Tatsache, dass es in den NLZ so viel mehr Spieler aus Januar und Febraur gibt als in allen anderen Monaten hat dann nichts mehr mit der Perspektive für spätere Höchstleistungen zu tun, sondern ist isoliert mit dem Einsetzen von Wachstum und Pubertät zu begründen.

    Und da muss man dann schon sagen, dass ein System, welches solche Entscheidungsprozesse begüngstigt nicht förderlich für die Talententwicklung ist...aber das ist ein anderes Thema.

    Ich persönlich würde mir als Trainer ganz genau überlegen, ob ich mit so einem Spieler arbeiten möchte.


    Es geht ja nicht drum, dass jemand gezielt bei einer Mannschaft, bei der er von Mannschaft und Trainer überzeugt ist, ein Probetraining zu machen. Hier geht es ausschließlich um die maximal hohe Spielklasse. Da muss ich mir als Trainer schon bewusst machen, dass solche Jungs niemals zu Leistungsträgern werden können. Denn sobald sie (vielleicht durch sportliche Weiterentwicklung) zu den besseren Spielern gehören, suchen sie sich schon den nächsten Verein, der eine Liga höher spielt.

    keine Einsatz-oder Startelf Garantie

    Just my two Cents: Die wird er niemals in einem ambitionierten Verein bekommen. Selbst wenn er (aus Sicht des Trainers) der mit Abstand beste Spieler wäre. Wenn ein Trainer das zu mir sagen würde, dann fände ich ihn sofort unglaubwürdig, weil das das Leistungsprinzip ausser Kraft setzen würde.

    Finde die Idee echt cool, hab aber eine Frage zur Organisation.


    Die Spieler suchen sich ja alle jemand anderen zu dem sie laufen. Würde das nicht in der Konsequenz dazu führen, dass immer alle auf einem Haufen stehen? Weil A läuft zu B, B läuft zu C und C zu D -> Alle stehen bei D und niemand weiß genau wer jetzt zu wem gelaufen ist.

    Oder hab ich da ein falsches Bild bzw. wie hast Du das gelöst?

    Einen Spieler zu einem Testspiel mitzunehmen um ihn dann 10 MInuten spielen zu lassen ist jetzt auch nicht unbedingt die feine englische Art...


    Aber mal im Allgemeinen ist hier schon so ein bisschen eine komische Einstellung wahrzunehmen: Da sollen "Entscheidungen forciert werden", man will sich nur um "die eigenen Spieler kümmern" und Spieler werden in "ihrer Loyalität beeinträchtigt".


    Ich weiß ja nicht wies Euch geht, aber ich bin nicht deswegen Trainer, weil ich meinen Verein so toll finde und ich deswegen Vereinsinteressen über alles stelle. Ich arbeite gerne mit Jugendlichen, weil ich so langfristig auf ihre persönliche Entwicklung Einfluss nehmen kann und so (hoffentlich) einen positiven Einfluss auf ihr weiteres Leben zu haben.

    Und ganz ehrlich finde ich, dass Eure Aussagen (ohne Euch persönlich zu kennen) irgendwie andere Interessen in den Mittelpunkt zu rücken scheinen.

    Ich meine klar, ist man als Trainer enttäuscht, wenn man von einem Probetraining nichts erzählt bekommt...aber wenn ich mir hier so anschaue, welche Reaktionen da von Euch kommen: Ich hätte Euch auch nichts von meinem Probetraining erzählt.

    Vertrauen ist halt immer so eine Sache. Wenn ich als Spieler das Gefühl habe, der Trainer hat immer mein bestes Interesse im Sinn, dann erzähle ich ihm mehr, als wenn ich davon ausgehen muss, dass es für mich Nachteile hat.


    Ich habe es oben schonmal geschrieben: Wenn ich will, dass der Spieler bei mir bleibt, zeige ich ihm das auch so. Dann führe ich entsprechende Gespräche und dann biege ich im Zweifel auch mal Regeln so um, dass der Spieler doch beim Testspiel zu ausreichend Spielzeit kommt. Wie ich mit dem Jungen umgehe sehen ja dann auch die anderen Jungs. Im normalfall kennen sich die Spieler auch privat untereinander. Was denkst Du welches Licht es auf Dich wirft, wenn Du mit dem besten Kumpel so umgehst?

    Sehe ich genauso.


    Ich hatte dieses Jahr auch einen Spieler, der bei einem "höherklassigen" Verein (höchste Jugendliga) ein Probetraining hatte. Das war (im Gegensatz zu Deinem Fall) mit mir abgesprochen, aber an einem Trainingstag war er trotzdem beim anderen Verein.


    Es gab dann zwei Gespräche mit dem Spieler und eins mit dem Vater, bei denen ich ganz offen erklärt habe, was mMn für und gegen den Wechsel spricht. Natürlich hat man eine gewisse Brille auf, aber am Ende ist hier glaube ich Ehrlichkeit das Wichtigste.


    Am Ende hat sich der Junge dafür entschieden zu bleiben, obwohl der andere Verein ihm zugesagt hatte.


    Wenn Du also ernsthaft ein Interesse daran hast den Jungen zu behalten (oder irgendwann wiederzubekommen) gehe so fair wie möglich mit ihm um.

    Man sollte keine verbrannte Erde hinterlassen.