Beiträge von Coach1976

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    Auch das macht Sinn und ist bisher ja auch schon in Ansätzen so gelaufen. B-Lizenz Eignungstest konnte übersprungen werden, ein bekannter von mir (bis vor 3 Jahren noch Bundesliga-Profi) durfte sogar direkt mit der Elite Jugend-Lizenz beginnen (warum auch immer). Ich habe auch kein Problem damit, wenn ein 38-Jähriger Profi ein Jahr nach seiner Karriere bei der Lizenz bevorzugt wird. Wenn er in den letzten 20 Jahren in dem Bereich unterwegs war, hat er genug erlebt, was ihn zu einem besseren Trainer macht und ihm bessere Voraussetzungen gibt. Wenn man allerdings ein paar Jahre zurückgeht und ein paar Ligen tiefer, dann habe ich das Verständnis leider nicht mehr, dennoch ist das so geregelt. Es wird auch salopp gesagt der Oberliga-Spieler, der in den 90ern dort zwei Saisons gespielt hat, anderen Bewerbern vorgezogen, die es vielleicht nur bis zur Landesliga geschafft haben.


    Diese Regelungen machen Sinn, aber so sind so pauschalisiert zusammengefasst, dass auch genügend Leute bevorzugt werden, die sich da "durchmogeln" können. Dass bestimmte Spielklassen Punkte geben und jeder am Ende nur an seiner nackten Punktzahl gemessen wird, ist schwierig.

    Da gebe ich Dir vollkommen Recht, und muss zugeben, dass mich in die Materie sicher nicht so tief eingelesen habe wie Du.
    Bevorzugte Behandlung passt in meinen Augen wirklich nur für "echte" Profis und die spielen in Deutschland für mich in den ersten drei Ligen (Sorry an alle Fans der Regionalligen West und Südwest). Das Punktesystem könnte sich gerne danach aufbauen wie viele Jahre man in welcher dieser 3 Ligen gespielt hat. Genauso gehört es für mich dazu, dass das Punktekonto sich wieder reduziert je länger die Zeitspanne zwischen dem Karriereende und der Bewerbung für die Lizenz ist. Ein Jahr Sabbatical würde ich jedem zugestehen, aber dann sollte man schon loslegen.
    Viele Unis gehen ja mittlerweile weg von der reinen Notenbeurteilung und ersetzen / ergänzen diese durch ein Interview in dem man sich persönlich ein Bild vom Bewerber macht, mit dem man Nachteile in den Unterlagen / Voraussetzungen ausgleichen, genauso aber Vorteile verlieren kann.
    Auch so etwas könnte ich mir hier gut vorstellen, fürchte aber, dass die Kompetenz der verschiedenen Lehrgangsleiter hier unter Umständen an Grenzen stößt.

    Charles De Goal hat weiter oben ja eher angesprochen, dass man eine Lizenz oberhalb der B+ (also A aufwärts) nur noch machen kann, wenn man in älteren NLZ-Mannschaften, höherklassigen U19-Mannschaften oder höherklassigen Amateurmannschaften etc. Trainer oder Co-Trainer ist bzw. war.
    Das finde ich aber gar nicht verwerflich, weil die Lizenzen sind ja nicht nur da, damit sie gesammelt werden und man eine neue Urkunde im Schrank hat, sondern dass sie auch da zum Einsatz kommen wo sie hinpassen. Und wer auf Dauer nur bis U19 auf Kreis- oder Bezirksebene arbeiten möchte, der ist vermutlich mit der Elite-Jugend bzw. B+ bestens ausgestattet bzw. bereits überqualifiziert. Wer darüber hinaus möchte, der muss wohl oder übel auch die Grenzen seiner Lizenz ausloten und aus der Komfortzone Jugendtrainer im Heimatverein raus.
    Mit Elite-Jugend bzw. B+ deckt man bereits ein wirklich breites Spektrum an Trainerwissen ab um im gehobenen Jugendbereich fast alles zu trainieren, was man möchte. Die Forderung zum Erwerb einer höheren Lizenz bereits höher trainiert zu haben hilft ja auch dem zukünftigen Trainer erst mal zu hinterfragen, ob das überhaupt seine Welt ist.
    Auch der erleichterte Einstieg für ehemalige Profis ist meiner Meinung nach nicht verwerflich. Die müssen ohne jeden Zweifel vieles in Punkto Pädagogik und Psychologie lernen und werden sich dies in den A-Lehrgängen und ggf. beim Fußballlehrer auch alles erarbeiten müssen. Aber die haben im Laufe ihrer Laufbahn in der Regel schon zig Trainer und Trainingsübungen erlebt, von denen unsereins nur träumen kann. Dementsprechend sind sie sportlich mit Sicherheit so gut präpariert, dass für sie der Weg über C und B, den wir gehen müssen nicht nötig ist.

    Egal ob Leistungs- oder Breitensport, ein Trainer dessen Erfolg darauf aufbaut, dass ausschließlich die 11 stärksten Spieler zum Einsatz kommen und die anderen nur 5-10 Minuten bekommen hat im Vorfeld in Kaderzusammenstellung und der Ausbildung der Spieler so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

    Natürlich hat man im Leistungsbereich irgendwann eine Stammelf, die normalerweise in der Mehrzahl der Spiele startet, das wird aber auf Dauer speziell im Herbst / Winter mit Krankheit, Verletzungen etc. nicht genügen.

    Selbst wenn ich einen sehr zuverlässigen Kader habe, benötige ich im Leistungsbereich mindestens 16 eher 18 Spieler, die ich jederzeit bedenkenlos in den Wettkampf werfen kann ohne dass ich Angst haben muss abgeschossen zu werden.
    Es gibt selbstverständlich in jedem Team Top-Spieler und eine bestmögliche Startelf. Wer aber ausschließlich auf diese setzt, weil er denkt mit anderen Spieler nicht erfolgreich sein zu können denkt a) zu kurz und macht b) seinen Job als Trainer total unterirdisch.

    Trotzdem finde ich die von Goodie und derZUliebeTrainer geforderte "Revolte" der Unzufriedenen fehl am Platz.

    Jeder unzufriedene Spieler (in dem Altern gerne auch mit Unterstützung der Eltern) kann im direkten Gespräch mit dem Trainer seine Meinung kundtun. Wenn er am Ende 6-8 mal unabhängig voneinander damit konfrontiert wird, kommt er vielleicht schneller zur Vernunft, als wenn eine Horde aufgebrachter Eltern und Spieler auf ihn einquasselt oder er das Gefühl haben muss es wurde hinter seinem Rücken etwas gegen ihn angezettelt.
    Ich zumindest habe sowohl im Berufsleben, als auch in Schule und Sport die Erfahrung gemacht, dass man mehr erreicht, wenn man seine persönlichen Probleme im direkten Gespräch klärt, als wenn sich viele Unzufriedene zusammenschließen und mobil machen...

    Ich kann mich da Constantin nur anschließen.


    Wenn Die Situation sich so darstellt wie Sie beschrieben wird, dann macht der Trainer im Umgang mit seinem Kader sicherlich einiges falsch, egal ob er nun die bestmögliche Stammelf aufstellt oder tatsächlich noch bessere Spieler auf der Bank versauern lässt.
    Die Beurteilung darüber, wer wie gut in seine Startelf passt und wer seiner Meinung nach die stärksten Spieler sind ist ganz allein seine Entscheidung. Wenn er sich ausschließlich auf seine Startelf verlässt und den anderen Spielern nur die letzten 5-10 Minuten an Einsatzzeit gewährt wird er seiner Aufgabe als Trainer sicher nicht gerecht und denkt vermutlich nur an den kurzfristigen Erfolg.
    ABER:
    Jeder Spieler (gerne auch mit den Eltern gemeinsam) hat die Möglichkeit sich im persönlichen Gespräch nach seiner Rolle in der Mannschaft zu erkundigen und seine Unzufriedenheit über die ihm zustehende Spielzeit zu äußern bzw. Gründe dafür zu erfahren.
    Wenn sich die Situation nicht bessert halte ich einen Wechsel im Winter oder spätestens zur neuen Saison für absolut sinnvoll. Bis dahin sollte aber jeder Spieler unabhängig von seinen Einsatzzeiten im Training Vollgas geben - so schwer es vor dem Hintergrund vielleicht auch fallen mag. Wer sich hängen lässt verpasst die Chance z.B. im Falle von Verletzungen doch in die Mannschaft zu bekommen und verliert sportlich vielleicht so sehr den Anspruch, dass man sich nach einem Wechsel auch im neuen Verein schwer tun würde.

    Was in meinen Augen gar nicht geht ist eine gemeinschaftliche Intervention der Unzufriedenen Spieler / Eltern nach dem Motto "Wir gegen die (Stammspieler)". Der Graben, der da zwischen den Mannschaftsteilen und dem Trainer entstehen würde wäre zu groß um ihn wieder zuzuschütten.
    Eine Option (gutes Teamklima vorausgesetzt) könnte noch sein, dass die Ergänzungsspieler ihre Situation und ihre Stimmung dabei ehrlich aber sachlich mal im Mannschaftskreis (ohne Trainer) darstellen. Sollten sie dabei auf Verständnis stoßen könnte die gesamte Mannschaft als Einheit oder der Mannschaftsrat (falls vorhanden) mit dem Trainer über die Verteilung der Einsatzzeiten sprechen.
    Je nach dem wie er drauf ist, könnte er das sogar positiv annehmen.


    Grundsätzlich finde ich den Weg, den der Trainer mit der Verteilung von Spielzeit in seinem Kader geht vollkommen falsch, weil der damit das Ziel eine Mannschaft (die nun mal aus mehr als 11 Spielern besteht) zu entwickeln krachend verfehlt.

    Coach1976

    Es ist auch absolut ok das es eine Stamm 11 gibt .

    Aber die Ersatzbank, die wirklich gleiche Leistung bringen, aufgrund von seiner persönlichen Einstellung nicht spielen zu lassen??!?

    Wir haben 2 Jungs die in dieser Saison nicht 1 Minute gespielt haben.

    Ich hatte bisher nichts mit Fußball zu tun, aber soweit mir bekannt könnte er den Verein ohne Sperre wechseln, da keine Spielzeit gehabt.

    Ich habe ja nicht gesagt, dass ich die Vorgehensweise des Trainers gut finde. Ganz im Gegenteil.

    Ich schließe mich aber auch Constantin an, dass es falsch wäre in Frage zu stellen, ob der Trainer die richtigen Spieler in der Stammelf sieht oder nicht.

    Worauf man ihn aber sehr wohl ansprechen kann ist warum es keine Möglichkeit gibt, dass die Ergänzungsspieler eine faire Chance auf mehr Spielzeit erhalten und auch mal Startspieler sein zu dürfen bzw. was die Spieler tun müssen, um diese Chance zu bekommen.

    Wenn er schlau ist, denkt er darüber nach und ändert etwas, wenn nicht ist ihm eh nicht zu helfen ...

    Ab der U15 ist es im Leistungsbereich sicher nicht unüblich, dass sich eine Stammelf herauskristallisiert, die ein Mehr an Spielzeit bekommt und vermutlich auch in den engen Spielen zum Einsatz kommen wird.

    Aber selbst im höheren Leistungsbereich gelingt es einem vernünftigen Trainer immer wieder zu rotieren bzw. Gelegenheiten zu finden in denen die Ergänzungsspieler mehr als 5 - 10 Minuten zum Einsatz kommen.
    z.B. Spiel ist frühzeitig entschieden (egal ob positiv oder negativ) => früher wechseln
    extrem starker / schwacher Gegner (Unterschiede gibt es auch im Leistungsbereich) => Ergänzungsspiele kommen in die Startelf


    Ich bin mir ziemlich sicher bei Euer Leistungsmannschaft handelt es sich eher um einen ambitionierten Amateurverein als um ein NLZ.
    Dort (in den NLZ) wird nämlich in der Regel so gut es geht versucht allen Spielern ausreichend Spielzeit zu geben (auch wenn es da Stammspieler mit mehr und Ergänzungsspieler mit weniger Zeit gibt)
    Dabei müssten gerade die nicht-NLZ zusehen, dass sie sich einen breiten zufriedenen Kader halten, weil jedes Jahr ja die Gefahr besteht, dass die besten Spieler von NLZ weggeholt werden.

    Ich verstehe den Hintergrund hier nicht.

    Eine Auswahlmannschaft trainiert doch nicht 3x pro Woche.

    Normalerweise ist die Auswahl ein Zusatzangebot zum Verein (und keine entweder oder) bei dem sich die besten Spieler aus den Vereinen einer Region (un-) regelmäßig zum Training, zu Lehrgängen oder Turnieren / Leistungsvergleichen mit anderen Auswahlmannschaften treffen. die Auswahl ist dabei eine übergeordnete Fördermaßnahme vom Verband, die zusätzlich zum Verein gemacht wird und sich in den Trainings- und Spielbetrieb der Vereine fügt. Klar kann es mal Terminkonflikte geben, aber dass ein Spieler sich grundsätzlich zwischen Verein und Auswahl entscheiden muss ist so (zumindest in Deutschland) nicht üblich.

    Stammt dein Beispiel vielleicht aus einem Nachbarland, und ist eher mit einem Vereinswechsel als mit einer Auswahlberufung zu vergleichen?

    Für die C-Jugend habe ich noch keine Idee (hat die vielleicht jemand von euch?). Wir haben zwar die Meldeliga, die führt zu 3 Klassen (Kreisliga, Kreisklasse, Gruppe). Wir haben für Gruppe gemeldet. Ich bin z.B. skeptisch ob mehrere Abstufungen die Spielrunde ausgeglichener gestalten würden. Meine Überlegung wäre, ein Jahr später auf das Großfeld und die großen Tore zu wechseln und erst im 2. Jahr C-Jugend Großfeld zu spielen - passen evtl. die Größenverhältnisse wieder besser.

    Ich könnte mir auch eine Übergangslösung zwischen Kompakt- und Großfeld vorstellen:
    Kompaktfeld mit großen Toren. Geht natürlich nur, wenn der Verein große bewegliche Tore hat, und davon ist oft nur eines fürs TW-Training vorhanden.
    Der ein oder andere U13 Torwart stellt aufgrund von Größe und Qualität im Kleinfeldtor manchmal schon ein unüberwindbares Hindernis dar, das würde sich in der C-Jugend beim beibehalten der Tore noch verstärken. Mit größeren Toren bei nach wie vor verkleinertem Spielfeld ergeben sich verengte Räume und wieder mehr Chancen für Abschlussaktionen. Meine Beobachtung in der C-Jugend war meist, dass nicht die Tore das Problem darstellen, sondern eher, das große Spielfeld, dass die Jungs naturgemäß noch nicht vernünftig abdecken können. Es ergibt sich dann oft wieder das Bild, dass man aus der F-Jugend schon kannte, der große, kräftige Spieler der im ungünstigsten Fall auch noch schnell ist entscheidet mit Einzelaktionen die Spiele. Die Fußballerische Qualität, die man bis zur U13 aufgebaut hat geht wieder verloren...
    Gegen Deinen Ansatz im zweiten C-Jugendjahr aufs Großfeld zu wechseln spricht die Tatsache, dass genau ab diesem Alter kaum noch Jahrgangsmannschaften existieren (NLZ und Leistungsvereine ausgenommen)
    Denkbar wäre auch: Kompaktfeld mit großen Toren über die gesamte Breite und dafür mit 9 oder sogar 10 Feldspielern.
    Durch das Wegfallen der beiden 16er verdichtet sich das Geschehen, es gibt mehr 1gg1 mehr Abschlüsse und die Gefahr, dass ein schneller Konterstürmer jedes Mal à la "Forrest Gump" von der Mittellinie in Richtung gegnerisches Tor läuft wird auch reduziert.

    Ich muss mich da leider meinem Vorredner anschließen.

    Man kann in dieser Altersklasse sicher mit Leistungsorientierung anfangen und die Spieler zu homogenen Einheiten zusammenfassen, wobei auch nichts dagegen spricht in der E noch heterogen zu arbeiten und sich eher am KiFu zu orientieren.

    Aber selbst wenn man sich so orientiert ist es ein absolutes NoGo die "Topmannschaft" (was heißt das in dem Alter schon) so über alles zu stellen, dass deren Spieler die weniger starken aus ihrem Team verdrängen und deren Spielzeit einnehmen.

    Ich würde an Deiner Stelle ganz sachlich das Gespräch suchen und erklären, dass Du die Spielzeit innerhalb Deiner Mannschaft gerecht verteilst und mit deinem Kader hervorragen klar kommst. Wenn Dir Spieler fehlen sollten kommst Du gerne auf das Angebot zurück und fragst nach, ob jemand aus der E1 unterstützen kann.
    Sollte der andere Trainer bzw. Verein bei seinem Standpunkt bleiben würde ich den Job zur Verfügung stellen und sie sollen jemanden suchen, der bereit ist ihr Konzept mitzutragen.

    Falls Du selbst ein Kind in der Mannschaft hast und es gibt vernünftige Alternativen in der Umgebung, dann wechsle mit ihm den Verein.

    Zur Überbrückung kannst Du ihn ja bis zur Winterpause noch in der E3 trainieren und spielen lassen bzw. wenn Du das was da geplant ist offen den Eltern Deiner E2 kommunizierst, dann wirst Du vermutlich ein paar Unterstützer finden, die gleich mitgehen.


    P.S.: man könnte natürlich auch 2 Kinder aus der E1 fest in die E2 geben und dafür 2-3 aus der E2 fest in die E3, dann wären alle Teams gleichmäßig besetzt und die Spielzeiten leichter zu verteilen.
    bzw. könnte man auch extrem denken und man meldet 4 Teams (3*9 Spieler, 1x10)

    Die drei Trainingsgruppen können dann ja sogar bleiben, man benötigt nur noch einen weitern Betreuer für das 4. Team am Spieltag.

    Sollte es bei einer Mannschaft mal eng werden hilft eine der anderen aus (vorausgesetzt bei Euch gibt es keine Festspielregel) und wie oben schon erwähnt kommt man in der E auf mal locker mit nur einem oder ohne Ersatzspieler aus.
    PPS:
    mich stört schon die grundsätzliche Zuteilung in Leistungsklasse und Kreisklasse in der E-Jugend
    Bei uns gibt es in der E nur die Gruppenebene ohne Aufstiegsrecht mit dementsprechend Freundschaftsspielcharakter. Die meisten Trainer vereinbaren sogar untereinander weiter nach Fairplay-Liga-Regeln (ohne Schiedsrichter) zu spielen.
    Ambitionierte Teams machen zusätzlich Freundschaftsspiele gegen andere ambitionierte Teams oder melden Ihre E1 bereits als D-Jugend in der Gruppe oder Kreisklasse (in seltenen Fällen sogar Kreisliga an) wovon ich aber nicht sonderlich viel halte.

    Durch diese Ligeneinteilung fördert Euer Verband das hinterwäldlerischen Denken Eures Vorstands ja noch, weil dieser sich schließlich nur an den vom Verband vorgegebenen Rahmen orientiert.

    Unabhängig davon, wie die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt ist, ist jeder Trainer für seine Mannschaft verantwortlich und muss innerhalb der Mannschaft für ausreichende und ausgewogene Spielzeit aller Spieler sorgen.

    Dass man sich innerhalb des Vereins mal hilft, wenn Spieler fehlen versteht sich von selbst, aber dann wird der Trainer der aufnehmenden Mannschaft aktiv und nicht der der Spieler "übrig" hat.
    Wenn der E1 Trainer seinen Spielern nicht genug Spielzeit im Rahmen der Verbandsrunde geben kann (was bei einem 14er Kader nicht verwundert, wenn er nur motivierte leistungsorientierte Spieler hat), soll er diese durch Freundschaftsspiele aufstocken. Den Spieler der zweiten Mannschaft Spielzeit vorzuenthalten, damit die Spieler von "oben" spielen können geht gar nicht!
    Besser Wäre die Idee der 4 Mannschaften. Selbst wenn Ihr "nur" 36 - 40 Spieler habt, reicht das meistens aus. In der E kann man ein Spiel auch mal ohne Ersatzspieler durchziehen und falls erforderlich müsste das ein oder andere Spiel so gelegt werden, dass jemand aus einer anderen Mannschaft aushelfen kann. So kämen letztendlich alle sogar auf mehr Spielzeit.

    Zum Thema festspielen:
    bei uns in Bayern hat die E-Jugend trotz Verbandsrunde einen reinen Freundschaftsspielbetrieb. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, glaube aber, dass es hier sowas wie festspielen gar nicht gibt und halt diese Regelung in der E-Jugend auf für absolut unsinnig.

    Sinn der Lizenzstufen ist ja nicht zwangsweise was man damit trainieren darf, sondern wie man damit trainieren kann.

    Dementsprechend bieten die "+" Stufen für den der mehr Zeit investieren kann und will etwas mehr Input und Hintergrund.

    Wir müssen uns manchmal etwas von der starren denke, dass man etwas tut um eine bestimmte Hierarchiestufe auf der Leiter zu erreichen lösen. Beim Lernen und der Qualifikation geht es doch in erster Linie darum Fähigkeiten zu erlangen und (hoffentlich) erst in zweiter Linie darum diese soweit oben wie möglich auszuüben...

    ich sehe das auch so. der Beitrag ist mit der schärfe so richtig. Ich finde es nicht überzogen. Es zeigt das sich da was fehl entwickelte

    Ich gebe Dir recht, dass der Beitrag in der Schärfe absolut in Ordnung ist, weil es diese Fälle definitiv in dieser extremen Ausprägung gibt.
    Was mir daran aber nicht gefällt ist das pauschalisierende, dass dem außenstehenden Zuschauer suggeriert, dass es überall und immer so ist.
    Was hätte dagegen gesprochen zumindest 5 Minuten des Beitrags dafür zu verwenden, dass man zeigt wo und wie es gut läuft und auch zufriedene Kinder und Eltern zu Wort kommen zu lassen. Die gibt es nämlich auch.

    Ich finde Charles De Goal hat bei der ganzen Diskussion doch nur den Fehler gemacht dem Gegner zunächst zu unterstellen, dass er den Spieler absichtlich verletzt hat und aufgrund der Vorgeschichte bewusst wieder das Schlüsselbein in "Angriff" nahm.

    Mit der nachfolgenden Relativierung seiner Sicht hat er das doch ausreichend geklärt.

    Billigend eine Verletzung in Kauf nehmen ist aber trotzdem nochmal etwas anderes, als vorsätzlich verletzten zu wollen.


    Beides gehört sich nicht, klar, aber es ist trotzdem ein Unterschied.

    Ja, du hast recht. Ich war im Moment des Beitrags natürlich auch emotional geleitet, was ich normalerweise vermeiden möchte. Vorsatz hätte ja wirklich die Intention des letztlichen erneuten Bruchs, mit so einer Intention schubst kein 16-Jähriger. Billigend in Kauf nehmen mit dem Hintergedanken, dass der ja vor kurzem was hatte, trifft es wahrscheinlich eher....

    Nach den Konsequenzen, die das Spiel für den Jungen hatte kann man - nach dem Motto: "hinterher ist man schlauer" - natürlich einräumen, dass man im Vorfeld der Partie die ein oder andere Entscheidung anders hätte treffen können:
    => Erstes Spiel nach langer Verletzung ausgerechnet gegen die Ex-Mannschaft, die auch noch körperlich überlegen, aber spielerisch unterlegen ist

    ABER: selbst wenn das Team von Charles De Goal tatsächlich überheblich aufgetreten sein sollte, weil sie den älteren Gegner so dominiert haben und selbst wenn der betroffene Spieler vielleicht seinen Beitrag dazu geleistet hätte, rechtfertigt das doch nicht, dass jemand aus Frust einen Gegner absichtlich abräumt und damit billigend eine Verletzung in Kauf nimmt.

    Wo also soll das was er geschrieben hat denn sonst stehen als im Frustabbau-Thread.

    let1612 ich bin vollkommen bei Dir, dass mit richtigem Training mehr zu erreichen ist als durch reine Selektion. Das Problem ist aber, dass wir heute doch schon Probleme haben überhaupt ausreichend Trainer für die breite Basis zu finden, geschweige denn solche, die es auch noch gut machen könne und vor allem wollen.

    Die Zusammenfassung in lokale / regionale Leistungsgruppen kann vielleicht auch dazu dienen, dass man Trainer und Spieler mit gleichen Zielen besser zusammenbringt.
    Der daraus resultierende Konflikt zwischen Breiten- und Leistungssport und die Auswirkung auf die Vereine sind mir dabei durchaus bewusst und gefallen mir auch nicht wirklich.

    Die Länder, die in den letzten Jahren die stabilste Talententwicklung hatten (Spanien, Frankreich, Niederlande, Belgien, England) unterscheidet aber eines am deutlichsten von unserem (eher föderal geprägten) Vereinssystem.
    Spieler werden früher nach Leistung zusammengefasst (ich nenne es bewusst nicht selektiert) und trainieren und spielen häufiger und regelmäßiger in diesen starken Gruppen.

    Diese regionaleren Leistungsgruppen hätten nebenbei noch den Charme, dass die Entfernungen zu den Spielen nicht 100-200 km betragen wie in den NLZ-Ligen sondern der Spielbetrieb ggf. in einem Umkreis von 50-75 km stattfinden kann.

    Warum immer den Verein wechseln. Wieso nicht einfach einen NLZ Auswahl bilden von den beteiligten Förderkader und gegen das andere NLZ Förderkader Team spielen. Vielleicht alle Monate mal ein Spiel oder so.

    Ich kapiere nicht wieso man da immer den Basisvereinen die Spieler entziehen muss ?! Um eine Talentförderung zu implementieren.

    Entscheidend für die Talententwicklung sind regelmäßige Trainings und Spiele mit ähnlich starken und engagierten Spielern. Da reicht das Stützpunkt Training 1x pro Woche einfach nicht, wenn man die anderen beiden Trainings + Spiel in einer heterogenen Mannschaft im Heimatverein absolviert, wo Mitspieler den Ball immer noch mit der Sohle stoppen und der Pass zum Mitspieler mit Vollspann oder Pike gespielt wird.

    Bitte nicht falsch verstehen: ich finde Spaßfußball im Dorf- / Hobbyverein oder wo auch immer großartig und wichtig und es ist auch vollkommen OK, wenn Teams heterogen zusammengesetzt sind und der hochveranlagte Techniker mit seinem grobmotorischen Kumpel kickt.
    ABER: es gibt Spieler, die wollen ab einem gewissen Alter ihr Hobby auf bestmöglichem Niveau ausüben und haben auch genug Talent daran zu arbeiten, auch wenn sie vielleicht keine kommenden Nationalspieler sind.

    Von diesen Jungs gibt es deutlich mehr, als die Kader der NLZ aufnehmen können.

    Den Vorschlag von Goodie Vereine zu mehreren "Leistungsteams" zusammenzufassen finde ich sehr gut, sofern er beinhaltet, dass aus dieser Zusammenfassung wirklich Mannschaften entstehen, die gemeinsam Trainieren und Spielen. Ich wäre allerdings eher bei 5-6 Vereinen als bei 3 (hängt aber sicher auch von der Größe der Vereine und der Region ab).

    Im ersten Schritt wirkt das sicher als ob den Vereinen die Spieler geklaut werden.

    Ich sehe darin aber eine Chance, dass Spieler da abgeholt werden können wo sie stehen und von Ihrer individuellen Basis weg gefördert werden können. Vielleicht hält das langfristig mehr Jugendliche beim Fußball als das heute der Fall ist (Stichwort Drop-Out), weil die stärkeren nicht das Gefühl haben zu stagnieren und die schwächeren den Spaß behalten, weil sie nicht jede Woche frustriert feststellen müssen, dass alle anderen viel besser sind als sie.

    Malikinho
    ganz allgemein ist es leider so, dass - wie der Begriff schon sagt - die Selektion immer dazu führt, dass man eine Entscheidung für bzw. gegen einzelne Spieler trifft. Vermutlich hast Du recht, dass bei sehr vielen Entscheidungen die körperlichen Attribute mehr Gewicht bekommen, und deshalb bei engen Entscheidungen der größere, stärkere Spieler gegenüber dem kleineren (manchmal auch zu Unrecht) den Vorzug erhält. Wie du auch schon schreibst ist es aber entgegen der Aussage von beobachter_1000 nicht so, dass Spieler, die technisch deutlich schwächer sind als andere oder gar nichts draufhaben nur wegen ihrer Größe vorgezogen werden.
    Für mich läge die beste Option in Bezug auf Talentförderung darin, dass man die Basis für diese verbreitert.

    Das kann entweder geschehen, indem jedes NLZ eine zweite Jahrgangsmannschaft einführt, die auf dem gleichen Niveau trainiert wie die "erste", oder aus den Stützpunkten werden regionale Leistungszentren, die feste Mannschaften haben und genauso wie die NLZ 3x pro Woche trainieren und auch an einem Wettbewerb (NLZ-Runde oder Stützpunktrunde - normale Runde macht vermutlich keinen Sinn) teilnehmen.

    Problem bei meinem Vorschlag: der Basis (Breitensport-/ Dorfverein) gehen noch mehr gute Spieler verloren.

    Außerdem kosten beide Varianten natürlich zusätzliches Geld, das DFL, DFB und Vereine aufbringen müssten.
    Letztendlich muss jeder Spieler (mit den Eltern) für sich entscheiden, welchen Weg er gehen möchte (NLZ, ambitionierter Verein + Stützpunkt oder Dorfverein + Stützpunkt ...) und dabei berücksichtigen welche Wege ihm offenstehen.


    Zum Thema Marco Reus und erwartete Spielpraxis in der U17 beim BVB:
    hier sollten in den NLZ tatsächlich durchgängig Jahrgangsmannschaften (auch eine U18) existieren. Außerdem sollte für jeden gesunden Spieler im NLZ bis inkl. U19 eine Mindestspielzeit je Woche festgelegt werden, um jedem ausreichend Spielpraxis zu garantieren. Bei allem Aufwand für Training etc. und Entbehrungen in der Freizeit, die das NLZ von den Jugendlichen einfordert sollten diese im Gegenzug jede Woche die Möglichkeit haben ausreichend lange zum Einsatz zu kommen. In U12-U14 wird in Bayern bei den NLZ ja schon in dritteln gespielt, damit dies ermöglicht werden kann.
    Dafür landen wir dann wieder an einer Reform der Wettbewerbe ohne Auf-/ Abstieg im Jugendbereich...



    Die von beobachter_1000 so hoch gelobten Systeme aus der Schweiz, Frankreich, Spanien, England und auch aus den Niederlanden, sind in jedem Fall deutlich weniger vereins- und breitensportbasiert als das in Deutschland der Fall ist.

    Da werden Talente von Profivereinen oder regionalen Leistungszentren frühzeitig entdeckt und gefördert. In den meisten Fällen ist das dann aber im Vergleich zum deutschen Vereinsfußball ein "Full-time-Job" mit viel mehr Training, und relativ enger Bindung an die Leistungsorientierte Förderung.

    Das deutsch Vereinssystem mit dem ihm eigenen Kirchturmdenken passt da sicher nicht rein.

    Denkbar wäre in meine Augen ein mehrstufiges Konzept:
    Stufe 1: U6 - U11:
    Vereinsfußball, Kinderfußball
    Spaß an der Bewegung, Grundlagenausbildung, Fußballspiel mit Freunden

    Stufe 2: U12 - U16

    Talentförderung auf breiter Basis (NLZ, regionale / lokale DFB-Leistungszentren)

    selektierte Teams, Training mit hoher Regelmäßigkeit und Qualität und Intensität
    Leistungsvergleiche zwischen den LZ
    => für die, die kein Interesse an Talentförderung haben bzw. bei denen es offensichtlich nicht reicht läuft natürlich parallel der Breitensport im Verein weiter.

    Stufe 3: ab U17

    Leistungssport oder Breitensport

    die besten bleiben im NLZ, dort gibt es nach wie vor Jahrgangsmannschaften (U17/U18/U19), um die Förderbasis breiter zu halten als heute

    die Spieler, die es nicht in die U17 geschafft haben wechseln zurück in den Breiten- bzw, gehobenen Amateursport


    letztendlich ist es nicht viel anders als aktuell auch schon, mit dem Unterschied, dass die Förderbasis im Bereich U12-U16 deutlich breiter wird und Spieler mit Potential in dieser Altersspanne dem klassischen Vereinsmodell verloren gehen, ggf. aber später wieder zurückkehren. Am Ende kostet alles deutlich mehr Geld als heute und würde die Vereine vorübergehend in jedem Fall Mitglieder kosten. Woran ich definitiv nicht glaube, dass es etwas hilft Gelder in den Breitensport umzuleiten um dort die Trainer zu bezahlen, die die Kinder im goldenen Lernalter trainieren.

    Gerade in dem Alter ist es entscheidend, dass die Kids möglichst regelmäßig mit gleichstarken Spielern auf hohem Niveau trainieren, und das spricht nun mal für das Zusammenfassen der Talente in festen Teams.

    Mit dem alleinigen Ziel den Breitensport zu stärken tut man ohne jeden Zweifel etwas sehr sinnvolles für die Gesellschaft und vielleicht bekommt man für die N11 auch den ein oder anderen Klose oder Gosens mehr als zuvor, das Ziel die Talentförderung in der Spitze zu verbessern und mehr Top-Talente auszubilden lässt sich damit aber nicht erreichen.

    Coach1976 das heißt dann für mich, das jeder bei Dir die gleichen Chancen hatte ob Klein Groß usw. Es wurde nach Leistung gesichtet und nicht nach Körper usw. Ich denke so muss es auch sein.

    Es wurde ein Gesamtpaket gesichtet.

    Es hätte sicherlich jede Menge körperlich starker Spieler gegeben, die die 4 kleineren in Zweikämpfen vor Schwierigkeiten stellen, aber das Spiel besteht ja nicht nur aus Zweikämpfen.

    Genauso wären da sicher auch noch viele andere Spieler mit guter Technik gutem Auge und Passspiel, die aber vielleicht zu langsam, körperlich zu schwach etc. im Vergleich zu denen sind die genommen wurden.

    Am Ende hat der Trainer eine Mannschaft gesichtet, die zusammen trainieren und spielen kann und nicht ausschließlich die individuell besten Talente, die im Umkreis zu finden waren. Dementsprechend versteht es sich von selbst, dass diese Truppe nicht so die nächsten 6-7 Jahre zusammenspielen wird.
    Aktuell bin ich von der Mannschaft sportlich und charakterlich begeistert. Die Stimmung zwischen den Jungs, den Trainern und auch den Eltern ist besser als zuvor im Heimatverein. Daran erkennt man auch was ein gemeinsamer Nenner (Begeisterung für Fußball) bewirken kann. Im Heimatverein haben viele halt einfach mitgespielt weil das Angebot halt da war, und weil die Anderen auch dabei sind. Die Leidenschaft und Hingabe für das Spiel waren aber bei weitem nicht so gefestigt wie jetzt bei den NLZ-Jungs.
    Die gute Stimmung wird sich sicher spätestens wenn es in Richtung Saisonende geht und mancher sich Gedanken macht ob und wie es weitergeht relativieren, aber im Moment macht es wirklich rundherum Spaß.


    Um aber nochmal auf die Ausgangsfrage von beobachter_1000 zu kommen.

    Es wurde nach einem Paket von aktuell vorhandenen Fähigkeiten (Technik, Schnelligkeit, Motorik, kognitive Fähigkeiten, körperliche Voraussetzungen => dazu gehört auch die Größe) gesichtet und versucht zu erahnen welches Entwicklungspotential die Jungs bei diesen Fähigkeiten noch haben könnten. Die aktuellen Fähigkeiten sind offensichtlich und relativ leicht zu beurteilen, der zweite Teil ist größtenteils Glückssache.
    Da wurde sicher ein Spieler genommen, weil er technisch, motorisch und kognitiv so stark war, dass er seine körperlichen Nachteile dadurch kompensieren konnte. Ein anderer (großer) ist jetzt nicht der Dribbelkönig, aber hat eine gute Übersicht und ist deshalb und wegen der Größe so zweikampfstark, dass es echt sehr schwer ist an ihm vorbeizukommen. Außerdem hilft sein Passspiel im Spielaufbau. Er hat sich deshalb gegen technisch stärkere Spieler durchgesetzt. Einer der Stürmer hat noch offensichtliche Probleme bei der Ballannahme, im Dribbling und auch beim Blick für die Mitspieler. Dafür ist er aber dermaßen Reaktions- und Antrittsschnell, dass es die vorherigen Schwächen überkompensiert, wenn man ihn auf die Reise schickt. Ich bin mir sicher dem Trainer ist das schon bei der Sichtung aufgefallen und er wird mit dem Jungen eben daran arbeiten, dass er seine Bälle auch im hohen Tempo verarbeiten kann und im richtigen Moment auch mal den Mitspieler sucht. Er wird das Ziel haben jeden Spieler im Gesamtpaket zu verbessern, indem die Stärken weiter gestärkt, aber eben auch die Schwächen jedes einzelnen reduziert werden.

    Und ich bin überzeugt, (und weiß das auch als Teilnehmer an der Stützpunktsichtung), dass die Bewertungskriterien sich bei der Stützpunktsichtung nicht großartig von denen am NLZ unterscheiden. Es geht immer um ein Gesamtpaket und nicht ausschließlich um ein KO-Kriterium (wie beim Basketball, wo man bei einer erwarteten "Endgröße" von unter 1,85 gar nicht auf die Liste kommen kann).

    Dass man dann später im NLZ mit 3+x Trainings pro Woche im Normalfall deutlich mehr entwickeln kann als 1x pro Woche am Stützpunkt liegt auf der Hand.
    Meinen Sohn würde ich in Sachen Gesamtpaket aktuell bei den Top 3-5 in der Mannschaft einordnen. Trotzdem ist uns genauso bewusst, dass das kein Freilos für die nächste Saison oder x Jahre NLZ ist. Dazu ist die individuelle Entwicklung einfach viel zu wenig planbar und es gibt (zum Glück) viel zu viele Jungs und Mädels die richtig Lust und Talent haben auf hohem Niveau Fußball zu spielen.

    Deswegen: Egal ob Stützpunkt, NLZ, ambitionierter Leistungsverein: Jedes Kind das Spaß dabei hat Fußball zu spielen und darüber hinaus gerne die Grenzen seines Leistungsniveaus kennen lernen möchte, soll das versuchen, so lange es den Aufwand dafür nicht als Belastung empfindet und die Zeit genießen in der es mit starken Mitspielern und Trainern zusammenarbeiten darf. Egal wie lange es geht, die Zeit ist nie verschwendet, so lange man es mit Freude tut.

    Allen Eltern und Fachleuten drum herum würde ich raten:

    Manchmal hilft es, denen, die etwas tun und Zeit in die sportliche Ausbildung der Kinder stecken (egal auf welchem Niveau) zu vertrauen, dass diese ihr Bestes geben.

    Seit dem obigen Beitrag von Sir Alex finden sich eigentlich nur Antworten, die seine Aussage, dass in der Diskussion um Größe / Technik leider völlig undifferenziert polarisiert wird, belegen.

    Ich finde die Diskussion verliert dadurch extrem an Qualität...


    Ich bin mal in Gedanken das neue Team meines Sohnes (U12-NLZ) durchgegangen.

    3 Spieler sind überdurchschnittlich groß (einer davon ist Torwart)

    2 Spieler sind deutlich kleiner als der Durchschnitt , 2 weitere etwas kleiner.

    Der Rest bewegt sich in dem Rahmen, den man für die Altersgruppe als "normalgroß" bezeichnen kann.

    Ich bin mir sicher, dass die Größe der Eltern nicht als Sichtungskriterium genommen wurde, es ist aber tatsächlich so, dass sich deren Größenverhältnisse exakt in dem Bereich einordnen wie die dazugehörigen Kinder oben.

    Weitere "Talentmerkmale":

    SPEED: es sind einige extrem schnelle Spieler dabei, viele überdurchschnittlich schnelle, aber auch ein par normale

    richtig "langsame" Spieler sind definitiv nicht dabei.
    TECHNIK: alle Jungs (inkl. Torhüter) sind in den Basistechniken fit. Gute Ball-An-/ -Mitnahme, ordentliches Dribbling mit und ohne Finten, Sauberes Passspiel mit der passenden Technik zur erforderlichen Situation, ein paar (meiner Meinung nach zu wenige) sind beidfüßig. Beim Torschuss fehlt vielen noch die richtige Balance aus Kraft und Präzision, beides bekommen nur wenige hin

    MOTORIK: ein Junge (Turner, Trampolinspringer, Parcoursfreak) sticht extrem heraus. Zwei Spieler (von den großen) wirken für mein Empfinden eher steif, der Rest ist gut bis überdurchschnittlich

    SPIELVERSTÄNDNIS: aktuell wirken alle noch ein bisschen wie Bolzplatzjungs, die einfach nur spielen wollen. Taktisches Verständnis ist vorhanden, Positionsspiel defensiv dafür, dass die Jungs komplett neu zusammengewürfelt wurden sehr gut, im Ballbesitz ist Luft nach oben in allen Bereichen (Freilaufverhalten, Positionsspiel, Blick für den Mitspieler und rechtzeitiges Abspiel).

    Der Großteil agiert auch unter Gegnerdruck selbstbewusst und kann sich behaupten, Vororientierung ist Altersgemäß vorhanden aber selbstverständlich noch ausbaufähig.
    Die Jungs machen aber alle den Eindruck, dass sie das was ihnen von den Trainern vorgegeben wird umsetzen wollen und auch können, von daher ist Entwicklung sicher möglich.


    FAZIT: in der Mannschaft ist kein Spieler von dem man sagen würde: der hat da nichts zu suchen und ist vollkomme zu unrecht gesichtet worden, aber auch kein Überflieger, der alle überstrahlt und sich schon mal einen vernünftigen Berater suchen sollte. ;)Das Team würde mit 100%iger Sicherheit jede U12 Jahrgangsmannschaft im Umkreis von 75km deutlich schlagen und auch gegen die meisten U13 Teams in diesem Umkreis gewinnen bzw. zumindest gut mithalten können.

    Trotzdem gibt es mit Sicherheit hier im Umkreis immer noch genügend gleichaltrige Jungs, die wenn man sie zusammenpackt und ein Team aufstellt nicht chancenlos gegen die Mannschaft wären. Das betrifft zum einen Spieler, die vom NLZ nach der Sichtung nicht berücksichtigt wurden bzw. welche, die dort gar nicht auf dem Schirm waren, weil nicht bekannt, oder ggf. kein Interesse zu wechseln.


    Trotzdem finde ich den Sichtungsprozess und das Ergebnis vollkommen in Ordnung und jeder in der Mannschaft ist aktuell völlig zurecht dabei. Es ist aber nicht auszuschließen, dass bis zur U19 mindestens die Hälfte vielleicht sogar alle Jungs nicht mehr dabei sein werden. Ich würde dafür aber weder einen schlechten Sichtungsprozess, noch die unmenschlichen Strukturen in der Nachwuchsförderung verantwortlich machen, sondern es IST derzeit einfach so wie es IST.

    Die einzige Lösung ist in meinen Augen, dass die Förderstruktur so breit aufgestellt sein muss, dass jedes Talent, das hochwertige Förderung haben möchte (und zwar regelmäßiger als 1x pro Woche) diese auch bekommt und eben nicht nur ein Kader von 16-18 NLZ-Spielern.

    Das würde dann aber dazu führen, dass noch mehr Spieler in Leistungskadern (bei welchen Vereinen oder Organisationen auch immer) zusammengefasst werden und dem Vereinsleben im Breitensportverein verloren gehen.
    Denn die wichtigste Erfahrung, die ich in den letzten knapp drei Monaten gemacht habe ist, dass wesentlich für die Entwicklung -neben gutem Training- ein homogener Trainingskader, in dem alle gleich viel Bock und gleich viel Ehrgeiz haben Fußball zu spielen und zu lernen ist.

    Es gibt natürlich auch die 1,65 großen Supertechniker, die später Weltfußballer wurden ;)


    Einigen wir uns doch mal darauf: es ist verdammt schwer die richtige Prognose zu treffen. Sowohl im NLZ als auch am Stützpunkt und auch in vielen Vereinen, werden Momentbetrachtungen nach bestem Wissen und Gewissen bewertet und Entscheidungen getroffen. Man bewertet, was jemand aktuell körperlich, technisch und kognitiv kann und versucht Phantasie zu entwickeln was noch dazu kommen oder verloren gehen könnte und fällt dann eine Entscheidung, die man in dem Moment für richtig hält.

    Es gilt dabei aber immer: hinterher sind alle schlauer - ganz besonders die, die vorher keine Meinung hatten und keine Entscheidungen getroffen haben, glänzen hinterher mit den schlauesten Sprüchen...

    Coach1976. Also das kann ich jetzt nicht behaupten, das in der Kreisliga nur schwache Fußballer spielen. Also nicht bei uns. Da gibts kaum Unterschiede zwischen BOL und Kreisliga. Wir haben letztens einen BOL Verein mit 5:0 richtig abgestempelt. Also da wäre ich vorsichtig mit solche Aussagen das in der Kreisliga keine talentierten Spieler sind (in den Hallentunieren waren wir gegen BOL Vereine aus anderen Verbänden und Ligen auch gut unterwegs). Phu das ist schon eine Aussage !

    Meine Erfahrungen hierzu sin das BOL bis Platz 8 bis 4 kaum Unterschiede gibt zu den Kreisliga 1 - 4. In den Leistungscamps konnte ich auch hier KEINE oder kaum Unterschide erkennen. Meistens sind es körperliche Vorteile, die dann aber mit zunehmenden Alter schwinden. Wirkliche Unterschiede sind bei den NLZ Manschaften zu sehen, die eh meist ein Jahrgang tiefer gegen den BOL oder Landesligisten spielen. Aber wie auch hier sind es auch körperliche Sachen aber die NLZ Spieler sind halt dann noch auf einen sehr hohen technischen Niveau.

    Generell wird den STP zuviel von den Eltern erwartet. Das sind Zusatztrainings und die Spieler dort sind talentierte Spieler aber wären sie extrem gute Spieler, hätte sie ein NLZ schon längst gesichtet. Man muss von dem Gedanken weg kommen das diese Spieler im STP die Elitespieler sind. Das ist eben nicht so und den STP und den Trainern dort wird dann zuviel erwartet. Aber!!! es gibt schwarze Schafe die glauben sie sind die nächsten DFB Nationalmannschaftstrainer und labern die Kinder mit irgendwelchen Unsinn voll das hier die Karriere beginnt usw. Und plötzlich kommen Realitäten und dann geht das geweine an, weil die Kinder sowie Eltern glauben - Hier ist die Elite von Deutschland. STP Spieler sind nix anderes wie NLZ Stützpunktspieler. Eine Auswahl an talentierten Spieler auf einen guten technischen Niveau. MEHR NICHT!!!!

    Sorry, da war ich jetzt in meiner Aussage ähnlich pauschal unterwegs wie Du es zumeist bist.

    Bitte streiche einfach die Spielklassen aus meinem letzten Satz.

    Aber es erfordert unabhängig von der Liga in der das Team spielt ein entsprechend qualitativ hohes Trainingsniveau im Verein parallel zum Stützpunkt.
    Dafür sind gute Trainer nötig, die dieses Training anbieten und eine eher leistungsstarke, homogene Mannschaft, mit der diese Training auch sinnvoll umgesetzt werden kann.

    Grundsätzlich schadet es außerdem nicht in einer höheren Liga zu spielen, da die Wahrscheinlichkeit höher ist, auch im Spielbetrieb entsprechend gefordert zu werden...

    Und ich widerspreche Dir nicht, dass es Kreisligisten, manchmal sogar Kreisklassisten gibt, die BOL-Teams schlagen können. Für die Entwicklung der Spieler ist es trotzdem besser, wenn sie höher spielen, weil die Chance, jede Woche von starken Gegnern gefordert zu werden höher ist als in tieferen Ligen.