Beiträge von Coach1976

    Nicht direkt auf die Frage bezogen, aber passend zum Thema:

    Ich durfte vor kurzem mein erstes U15 Spiel (Gruppe) seit vielen Jahren verfolgen.
    Es spielten zwei eher schwache Teams mit jeweils ca. 40% Altjahrgang und 60% Jungjahrgang.
    Gespielt wurde auf Großfeld (Abmessungen vermutlich auch eher an der oberen Grenze) mit 11 gg 11
    Fazit: unterirdisch

    Das lag sicherlich zum Teil an den nicht vorhandenen individuellen und mannschaftlichen Fähigkeiten beider Teams, ich vermute aber in der untersten Liga ist im ländlichen Bereich schwerlich mehr zu erwarten. (tut hier aber auch nichts zur Sache).
    In erster Linie war für mich die Tatsache, dass 11 gegen 11 auf großem Feld gespielt wurde das Problem.
    Die großen Tore, wurden von den - gar nicht mal so großen - Torhütern im großen und ganzen gut beherrscht und es gab nicht die klassischen Weitschuss-Bogenlampen-Tore, die man in solchen Konstellationen ja gerne anstrebt.
    Die weiten Pass- und Laufwege führten dazu, dass man eher das Gefühl hatte auf einem Leichtathletik-Wettkampf zu sein als beim Fußball.
    Überlegt man, dass die größten Herausforderungen der Spieler im Fußball derzeit der extrem hohe Raum-Zeit- und Gegnerdruck sind, frage ich mich, ob es nicht absolut kontraproduktiv ist wenn man die Kinder in einer der wichtigsten Entwicklungsphasen (Goldenes Lernalter) auf ein Feld schickt, das gemessen an ihrer Körpergröße völlig überdimensioniert ist. Spätestens hier sorgt man dafür, dass die wachstumsretardierten Spieler Gefahr laufen durchs Raster zu fallen. Und hier geht es mir nicht nur um die Spitzenförderung, sondern auch für die "kleinwüchsigen" Breitensportler, die in diesem Alter evtl. die Lust verlieren, weil sie gegen die um 2 Köpfe größeren Frühentwickler keine Chance mehr haben - bessere Technik oder höhere Spielintelligenz hin oder her.

    Mit Verlängerung der Zeit auf dem Kompaktfeld in die U14/U15 hinein würde das Jugendspiel sich viel mehr an das angleichen was wir als Fans und Zuschauer aus dem TV oder Stadion kennen: Tempo, Dynamik, Zweikämpfe
    Der zu frühe Wechsel aufs Großfeld fördert aber genau das Gegenteil von dem was wir den Jungs in den ersten Jahren beim Funino und Kleinfeldfußball beibringen möchten.
    In dem Spiel, das ich beobachtet habe war das Mittel der Wahl bevorzugt der lange Ball auf den schnellen Stürmer, oder die Einzelaktion mit langen Sprint mit Ball (das Wort Dribbling wäre für die Spielsituation nicht angebracht), der dann auf und davon stürmt, weil in dieser Altersklasse mit der zugehörigen körperlichen Heterogenität eine Kompakte Defensivordnung schwer realisierbar ist.

    Ich selbst hatte als Kind noch das Vergnügen bereits ab der D-Jugend (U12) auf dem Großfeld mit 11 gg 11 zu starten.
    Habe mir damals nichts dabei gedacht und auch keine Ahnung wie gut / schlecht die Spiele meiner Teams damals von außen ausgesehen haben... Aber mit der Erfahrung, die ich jetzt als Zuschauer gemacht habe sehe ich den Wechsel selbst in der C-Jugend als zu früh.

    Ich finde nichts schlimmes daran, dass der BFV den Vereinen die letzte Entscheidung überlässt ob gespielt oder trainiert wird oder nicht.

    Wir Trainer und verantwortlich sind (hoffentlich) alle erwachsen genug und ausreichend intelligent im dem Rahmen, den die Corona-Ampel gibt, sinnvoll abzuwägen, was zu tun ist.

    Das sollte natürlich immer auch in Absprache mit dem jeweiligen Gegner erfolgen.

    Unglücklich ist sicher die Problematik die Saison geordnet durchzuziehen. Die sehe ich aber im Moment als nachrangig. Entscheidend ist für mich aktuell, dass die Kids da wo es geht so lange wie möglich spielen und trainieren und da wo es nicht geht, eben nicht...

    Am Ende kann man da sehen, ob ein verwertbares Tabellenbild rauskommt oder ob die Saison eher für die Tonne war.

    Die Kinder sollten Suchvorgänge dieser schwierigen Phase spielen. Spaß haben und dich entwickeln.

    Wir Trainer sollten von Spiel zu Spiel denken

    (hat das Forum eigentlich ein Phrasenschwein😉), dabei auch gerne das Ziel haben Ergebnisse zu erzielen (für jedes Spiel isoliert gesehen). Aber wie jetzt die Tabelle ausschaut und wie es um Auf-/Abstieg der Jugendteams steht sollte gerade einfach nicht von Bedeutung sein.

    Losgelöst von Löw sehe ich in vielen Bereichen schlicht ein Qualitätsproblem.

    IV: selbst Süle in Topform ist bestenfalls internationale Klasse und Lichtjahre von Weltklasse entfernt. Von Rüdiger, Ginter und Tah müssen wir hier gar nicht erst sprechen.

    Trotzdem sind sie - Boateng und Hummels ausgenommen- das beste was Deutschland auf der Position aktuell zu bieten hat.

    AV: einzige Lösung: Kimmich 2x Klonen. Dann könnte er links, rechts und in der Mitte spielen.

    Ich will aber hier die Hoffnung nicht aufgeben, dass Klostermann und Halstenberg und vielleicht Kehrer und Henrichs doch noch einen Schub machen in dieser Saison.
    Schulz konnte das eine Gute Jahr in Hoffenheim nicht wieder bestätigen und hat m.E. zu große technische Mängel

    Den Hype um Goosens kann ich nicht teilen. Klar ist es eine tolle Leistung ohne NLZ das erreicht zu haben was er geschafft hat. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass man ihm die Ausbildungsmängel auch in jeder Aktion ansieht.

    Mittelfeld ist für mich hinten wie vorne ok. Wobei ich Zweifel habe, ob Brand und Draxler irgendwann noch die Kurve bekommen.

    Sturm: ...

    Nicht besetzt! Ich sehe im Moment aber auch keinen, der das in der Zukunft erfüllen könnte.

    Hier hat man beim DFB und in den Vereinen in der Vergangenheit ganz klar gepennt!

    Ich stimme auch Hansi Flick zu, dass Werner und Gnabry keine Stürmer sind. Werner noch eher als Gnabry.

    In dem Zusammenhang verstehe ich das Lob für beide nach dem Spiel am Dienstag auch nicht.

    In meinen Augen war das von beiden mehr als dürftig was sie angeboten haben.

    Passt zur Aussage von Larius, dass die Gegner offensiv deutlich zielstrebiger und strukturierter wirken. Bei uns ist da im Moment meistens der Zufall Regisseur...

    Zu Löw: aus ihm werde ich nicht schlau.

    Aus den og Umständen die Zeit von 2010-2014 aufleben lassen ist illusorisch. Seine nach außen getragene Bocklosigkeit liefert aber dem ein oder anderen der Jungs, die im Moment weit vom Anspruch an einen deutschen Nationalspieler entfernt sind schon au 😉 ein Alibi.

    Weil eines ist klar: den Rückstand in der 1 zu1 Qualität auf z.B. Frankreich und England kann man nur ansatzweise durch Kollektiv und Leidenschaft kompensieren.

    Und davon habe ich in den letzten Spielen „0“ gesehen.

    In Bayern, zumindest bei uns im Kreis, erfolgt bis inkl. U11 die Einteilung der Gruppen ausschließlich nach regionalen Kriterien, bzw. werden die Teams, die 2 Mannschaften je Jahrgang melden zusammengefasst. Was das für extrem starke oder schwache Teams bedeutet kann sich jeder denken.

    Wir haben in den letzten Jahren angefragt, ob wir in die etwas entferntere Gruppe dürfen, weil dort im städtischen Raum das spielerische Niveau der Mannschaften höher ist. Das wäre sowohl für die Entwicklung unserer Jungs als auch die Mannschaften in unserem näheren Umkreis sicher die bessere Lösung gewesen. Dieses Jahr wurde das für die U11 abgelehnt, weil die Auswärtsteams, die dann zu uns kommen müssten, 25-35 km Anfahrt hätten.
    w

    Wir hätten die Strecke aus sportlicher Sicht gerne alle zwei Wochen in Kauf genommen.


    Ich bin da ganz bei Let1612. Bis inkl. U13 braucht es keine Ligen mit Hin-/Rückrunde und Auf-/Abstieg. Eine Turnierplattform, die der Verband zur Verfügung stellt mit Leistungsvergleichen von 4-6 Teams jede Woche oder 14-tätig wäre vollkommen ausreichend. Falsche Einteilungen oder Einschätzungen könnten so kurzfristig ausgeglichen werden. Jeder findet Gegner auf Augenhöhe und kann sich auch mal bewusst mit stärkeren oder schwächeren messen.

    Dafür sind ggf. die Entfernungen etwas größer aber wenn es dafür 5:5 statt 10:0 oder 0:10 ausgeht, sind hoffentlich die meisten Trainer und auch Eltern bereit 30 Minuten länger im Auto zu sitzen.

    In Zeiten wo wir immer wieder fehlenden Respekt beklagen sind verbale Entgleisungen genauso zu bewerten wie harte Fouls.

    Beim Foul kann es sogar noch sein, dass man zum Ball wollte aber einfach aufgrund falscher Einschätzung der Situation ein bis zwei Schritte zu spät kam.

    Die Beleidigung mit dem o.g. Ausdruck lässt bei D-Jugendlichen aber schon drauf schließen, dass der Junge genau wusste was er da sagt.
    Ob es fünf Spiele sein müssen kann man diskutieren, aber drei bis vier sind das Minimum für sowas...

    Andererseits bekommt Neymar für einen Schlag auf den Hinterkopf nur zwei Spiele Sperre.

    Was ist das für ein Signal an Amateure und Kinder? Selbstjustiz lohnt sich, die Konsequenzen sind überschaubar?
    Selbst wenn er tatsächlich rassistisch beleidigt wurde, - was dann auf Jeden Fall eine längere Sperre nach sich ziehen muss als die Aktion von Neymar selbst - erwarte ich von einem Profi, dass er in der Situation seinem Ärger maximal verbal Luft macht und nicht körperlich, und die Beleidigung durch den Gegner nachträglich zur Anzeige bringt. Heutzutage lässt sich das im Profifußball per Videoaufzeichnung nachvollziehen und konsequent bestrafen.


    Sorry für den Exkurs. Fazit zu deinem Spieler:
    wenn nicht in der D-Jugend Respektlosigkeiten konsequent bestraft werden, wann wollen wir damit anfangen? Bis zur E genügt es, wenn der Trainer den Spieler vom Platz nimmt und bis zum Ende nicht mehr einsetzt, ggf. beim nächsten Spiel auch noch draußen lässt. Ab D finde ich die 5 Spiele in dem Fall vollkommen in Ordnung.

    Ich drücke die Daumen, dass Dein Spieler daraus lernt und ihm sowas nie wieder passiert.

    Wenn man sich aktiv um einen Spieler bemühen will, dann halte ich es nur für fair, dass zuvor (!) der aktuelle Verein des Spielers schriftlich über die anstehende Kontaktaufnahme informiert wird. Ich denke, dass die Mehrheit der Trainer genau das auch möchte, wenn ein Spieler aus den eigenen Reihen angesprochen wird. Bei Nichteinhaltung der Kommunikationsweise sollte der handelnde Trainer gesperrt werden. Ich sehe keinen anderen Weg.

    Das setzt aber voraus, dass der kontaktierte Verein entweder die Anfrage neutral / ergebnisoffen and den Spieler bzw. die Eltern weitergibt oder die direkte Kontaktaufnahme ermöglicht indem er den Kontakt vermittelt.


    Das Ansprechen „hintenrum“ durch Vereine ist i.d.R. ja nur Ergebnis dessen, dass der aktuelle Verein versucht die Kontaktaufnahme zu blockieren bzw. dem Spieler den Wechsel durch negative Beeinflussung auszureden. Besser wäre, wenn aktueller Verein und interessierter Verein dem Spieler jeweils aufzeigen welche positiven Aspekte sie bieten können und die Entscheidung trifft der Spieler mit seinen Eltern.


    Grundsätzlich halte ich aktives Ansprechen von Spielern durch Vereine vor dem Übergang zur D-Jugend sowieso für absolut fehl am Platz.
    Wobei in den unteren Altersklassen die Initiative vermutlich zu mehr als 90% immer von den Eltern kommt.

    Versteh ich nicht. Jüngere und Gleichaltrige vorzuführen ist also in Ordnung?

    Das Konzept der Förderligen sieht vor, dass Leistungsmannschaften gleicher Altersgruppen gegeneinander spielen. Dadurch sollen Spiele auf Augenhöhe stattfinden. Finde ich grundsätzlich gut. Sehe aber wie @let1612immer noch den Nachteil, dass im Groß- oder Kompaktfeld Zu wenig Spielzeit und Action für den einzelnen herausspringt. Die Idee der „TwinGames“ aus dem Interview mit Thomas Krücken gefällt mir deutlich besser.

    Wir standen zum Saisonwechsel für unseren Sohn (2010) vor der Entscheidung Heimatverein oder NLZ, da sich 3 NLZ + ein ambitionierter Oberligaverein mit NLZ-angelehnter Jugendarbeit gemeldet haben (Initiative kam von den Vereinen, nicht von uns).

    Wir haben uns dazu entschieden, zumindest die kommende Saison noch im Heimatverein in der U11 mit gelegentlichen Trainings in der U13 zu bleiben.

    Neben dem Zeit- und Fahraufwand (Entfernung je nach Verein ca. 30, 50 bzw. 60 km einfach) parallel zum Übertritt ans Gymnasium, war es mir wichtig, dass er weiter auf kleinem Raum gegen gleichaltrige Gegner spielen kann und nicht jeden Samstag von 12-13 jährigen die Knochen poliert bekommt, weil die irgendwann (verständlicherweise) keine Lust mehr haben sich regelmäßig von 10 jährigen tunneln oder anderweitig her-spielen zu lassen.

    Ob mit der Entscheidung eine Chance verbaut wurde, oder eher eine positive Entwicklung gefördert werden wir erst irgendwann später wissen, bzw. nie endgültig überprüfen können.

    Papatrainer83 : Interview mit Thomas Krücken (VFB Stuttgart)

    Sehr interessantes Interview.
    Die Ansätze die Thomas Krücken v.a. bezgl. Spielfeldgrößen und Spielerzahl bis perspektivisch inkl U14 vorschlägt klingen interessant und absolut sinnvoll.

    Die BFV-NLZ hier in Unterfranken gehen da aktuell leider einen anderen Weg der eher gegensätzlich läuft.

    Hier wird z.T. schon in der U10 auf Kompaktfeld gespielt und die Jungs messen sich dann mit Gegnern in der U13 Gruppe d.h. nächste Saison spielen 2011er gegen 2008er.

    U11 spielt dann U13 Kreisklasse oder Kreisliga, U12 in der U13 Beziksoberliga.

    Ab U13 geht es dann oft schon aufs Großfeld.


    ich bin grundsätzlich auch der Meinung, dass es für starke bzw. gut entwickelte Kids besser ist sich auch mit stärkeren Gegnern zu messen. Das muss aber nicht gleichzeitig bedeuten, dass die Gegner 2-3 Jahre älter sind.

    2-3-1 oder 3-3
    Abhängig von Tagesform und Neigungen / Fähigkeiten der Spieler.

    Das „System“ dient eigentlich nur der Organisation der Defensive. Die Spieler sortieren sich nach Ballverlust - sofern sie kein sofortiges „Gegenpressing“ machen wollen in der Formation. Dadurch passen die Abstände und man wird nicht so leicht ausgeguckt...

    Im Ballbesitz gilt für alle: anspielbar sein und freie anspielbare Räume besetzen. Das funktioniert trotz vorheriger Skepsis bei den Jungs (U10 bzw. U11; bei der U10 war das auch in der U9 schon so...) sehr gut und tatsächlich selbstständig...

    Die Verteidiger bieten sich logischerweise eher hintern und die Stürmer eher vorne an...

    Trainiert wird das ganze gar nicht.

    Kurze Visualisierung in der Kabine mit Trinkflaschen oder Schuhen genügt, damit alle wissen wie der grobe Rahmen sein soll....

    Sorry für die Fachbegriffe aus der Erwachsenenwelt. Die dienen nur zur Beschreibung hier im Forum und werden gegenüber den Kids natürlich so nicht verwendet!

    Alles soweit richtig. Verständnisfrage. früher Ballgewinn, was hat das jetzt mit langen Bällen zu tun?

    ist ja nicht zwingend mit dem -langen ball- in zusammenhang zu bringen. oder verstehe ich das falsch?

    Da hast Du natürlich vollkommen recht.

    Trotzdem bin ich bei Robin Dutt, dass ein System a la RB Leipzig für die Profis vollkommen ok ist, in der Ausbildung aber nichts verloren hat...

    Man kann den Bogen unter Umständen sogar noch weiter spannen. Welche Vorstellung vom Fußball bekommen junge Spieler, wenn sie bei den Profis größtenteils nur noch diese Überfallsysteme sehen und wie aufgeschlossen stehen sie dann den Ausbildern gegenüber, die ein technisch geprägtes Aufbauspiel lehren möchten um den Kids ein möglist komplettes Rüstzeug mit auf den Weg zu geben?

    ... vielleicht taugt das bei meiner U11 als Ausrede. Die bevorzugt, trotz aller Bemühungen meinerseits leider auch das schnelle direkte und vertikale Spiel nach vorne.

    Mangels Technik fehlt leider oft die nötige Präzision...

    Hätte ich das Interview mit Robin Dutt gelesen bevor ich meinen Beitrag geschrieben habe, hätte ich mir diesen sparen können?

    ... Aussagen decken sich 1:1...

    ... wer lesen kann und das auch tut ist klar im Vorteil.

    Darum klemmt es aktuell auch in der Ausbildung in D.

    Das System an sich (pressen und ab die Post) hat im Erwachsenenfußball absolut seine Berechtigung und seinen Erfolg, hat aber in der Ausbildung junger Spieler oder noch schlimmer von Kindern nichts verloren.

    Das Prinzip ist so trivial, dass man es einem gut ausgebildeten 19-20 jährigen wahrscheinlich innerhalb von 3-4 Monaten eintrichtern kann.

    Damit es funktioniert müssen die Spieler sehr schnell und trotzdem technisch stark sein. - speziell im Umschaltspiel mit aggressivem Anlaufen ist der erste Kontakt elementar.

    Wenn ich in der Jugend aber schon den Focus auf anlaufen und lange Bälle lege, dann kommt die Technik sicher zu kurz...

    Aus einem Spieler, der Speed hat und mit Ballbesitz-/ Aufbauspiel groß geworden ist lässt sich ohne weiteres ein sehr guter Pressingspieler machen. Der umgekehrte Weg ist verdammt schwer bis unmöglich...

    Entscheidend ist hier wohl die Philosophie des Vereins.

    Wenn man ab der D-Jugend leistungs- und ergebnisorientiert unterwegs sein möchte, dann sollten die stärksten Spieler in der 1 und die schwächeren in der 2 spielen.

    Alternativ kann man weiter nach Jahrgängen trennen, wenn die Anzahl der Spieler das hergibt.

    Dritte Möglichkeit: aus der Historie gewachsene gemischte Teams leistungsunabhängig zusammen lassen, weil die Kinder schon immer so zusammen gespielt haben.

    Meiner Meinung nach haben alle drei Varianten ihre Berechtigung. Der Verein muss aber hier die mittel- bis langfristige Richtung vorgeben.

    Ich persönlich finde, dass es ab der D-Jugend durchaus eine Überlegung wert ist, sich langsam von der dritten Variante zu verabschieden...

    Im Eingangspost wird gefragt, wie man lernen kann ein Spiel zu lesen.

    Dazu ist es sicher sinnvoll viele Spiele anderer Mannschaften als Außenstehender zu analysieren und zu beobachten.

    Der isolierte Fokus auf die reine Spielbeobachtung ohne als Coach eingreifen zu müssen, ohne emotionale Bindung zum Spiel, ohne sich zu ärgern, welche falschen Annahmen man im Vorfeld hatte und zu welchem Spielverlauf diese nun geführt haben führt dazu, dass ich mich auf das konzentrieren kann was ich sehe und meine Schlüsse daraus ziehen kann.

    Das Ganze dann „unter Druck“ im Spiel der eigenen Mannschaft umzusetzen ist ein Lern- und Erfahrungsprozess, für den ich aber meine Werkzeuge benötige.

    Die Spieler lernen Finten, Passen etc. auch zuerst mal isoliert und anschließend mit immer höherem Zeit- und Gegnerdruck. Warum soll das für den Trainer nicht gelten.

    Somit gebe ich Coach31 dahingehend recht, dass Erfahrung eine große Rolle spielt.

    Trotzdem bin ich überzeugt:

    ein Trainer, der viele Spiele auf verschiedenen Leistungsniveaus beobachtet und dabei vielleicht auch noch seine Lehren aus dem Verhalten der Trainerkollegen dort zieht kommt schneller und qualitativ besser zum Ziel, als wenn er darauf hofft, dass die Weisheit im Lauf der Jahre die er mit seinen eigenen Teams verbringt über ihn kommt.

    Ich finde diese Diskussion, ob NLZ „lohnt“ oder nicht dreht sich im Kreis.

    Wenn das Ziel ausschließlich lautet: Profi werden, dann lohnt es sich zu 99% nicht.

    Das Ziel kann aber auch sein: das, was man am liebsten tut in maximaler Ausprägung ausleben und die damit verbundenen Erlebnisse und Erfahrungen aufsaugen und mitnehmen,

    Wichtig ist hier in erster Linie, dass die Eltern dem Kind keine Flausen in den Kopf setzten und eher Begleiter als Antreiber sind. Sollte der Spaß irgendwann verloren gehen, ist ein Ausstieg kein Drama und die Zeit Vorher war nicht umsonst, sondern trotzdem wertvoll.

    Wenn sich Sinn und Unsinn der NLZ-Zeit aber von Anfang an nur auf das Ziel Profifußball ausrichtet, sollte man die Finger davon lassen.

    Ich habe mich mit dem Buch mittlerweile auch gut arrangiert.

    Nachdem ich es fertig gelesen habe dient es immer noch als Nachschlagewerk für meine U11 bzw. gelegentlich U13 (als Vertretungscoach). Gerade bei der U13, die seit der Bambini eher „klassisches Training“ mit 7gg7 oder mehr als Abschlussspiel gewohnt sind zeigt sich

    a) was in den Jahren davor nicht vermittelt wurde

    b) was man mit entsprechenden Methoden auch später noch aufholen kann, wenn man die Kids fordert. Speziell Aktivität und Aufmerksamkeit sind in den kleinen Spielfirmen auch bei den Jungs deutlich höher als am Samstag im regulären Spiel.

    ... das gehört aber eher in den Diskussions-Thread zum Thema von Hr. Lochmann.

    Meine ursprüngliche Frage zielte eher darauf an ob es einfachere, weniger umfangreiche „Werke“ über die weinschen Ansätze gibt. Ich hätte zum einen Verwendung zum missionieren bei mir im Verein, zum anderen würde mancher, der das Thema aktuell kategorisch ablehnt vielleicht doch bereit sein sich mal damit zu befassen.

    Absolute Zustimmung.

    Ehrlicherweise muss man dann aber auch den Kollegen, die Funino gegenüber Skeptisch sind zugestehen, dass das Buch von H. Wein alles andere als die ideale Einstiegslektüre ist. Ich muss zugeben, dass ich - trotz vollkommener Offenheit und Begeisterung für das Thema und Funino als Trainingsschwerpunkt - mit so manchem Kapitel zu kämpfen hatte, was teilweise der Hinführung an die Themen und auch am Schreib-/ Sprachstil lag.

    Kennt jemand eine „seichtere“, komprimierte Alternative zu „Spielinteligenz ...“?

    Den Standpunkt, dass Funino als ausschließliche Wettkampfform ab F-Jugend nicht das non-plus-Ultra sein muss kann ich nachvollziehen. Daraus ergibt sich aber kein Widerspruch zum BFV-Konzept.

    Hier wird vorgeschlagen mit 3:3 auf vier Minitore zu starten und ab U8(?) spätestens U9 ist 4+1 auf Handballtore vorgesehen. (für mich ist das größte Problem die Investion in die Handballtore. ggf würden hier die im Forum schon mal vorgestellten Torverkleinerungen helfen.) Ich finde, richtig ausgelegt und umgesetzt ist der Vorschlag sehr nah an dem was den Kids Fußball mit Spaß, Nähe zum „echten“ Fußball und Entwicklung durch viele Ballkontakte geben kann.

    Nicht zu verachten die einfachere Möglichkeit Teams homogener zusammenzustellen und ggf. In Abstimmung mit dem „Gegner“ den Kindern Spiele auf Augenhöhe zu ermöglichen. 4+1 ermöglicht außerdem vielen kleineren Vereinen Teams ohne Spielgemeinschaften zu stellen oder einfacher eine zweite oder dritte ins Rennen zu schicken.

    ...

    und ich bin überzeugt, dass die kleinere Spielerzahl im „Wettkampf“ - egal ob 3:3 oder 4+1 viele Trainer überzeugt auch im Training verstärkt auf kleine Spielformen zu setzen bzw. Kinder und Eltern vom Sinn des ganzen zu überzeugen.

    Denn klar ist: egal wie am Samstag gespielt wird, 6+1 oder mehr hat bis inkl. U11 im Training nichts zu suchen, außer beim Spaßkick zum Saisonabschluss.