Beiträge von Coach1976

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    einen Bonustreffer per Elfmeter erzielen kann / darf, dann geht dadurch nicht viel Zeit verloren und das Training wird um einen motivierenden Funfact erweitert.

    mag ja sein, das es ein Funfact ist, da möchte ich Dir nicht widersprechen.

    in einer Spielform mit Spielrichtung, also auf 2 Tore, würde das eine schnelle Spielfortsetzung behindern. gegner ist vielleicht ungeordnet und es kann schnell eröffnet werden etc. etc.

    insgesamt würde mir das viel zuviel Dynamik nehmen, woran dann die u.a. Intensität und die Aufmerksamkeit leiden würde

    Da hast Du natürlich recht. Schnelle Spielfortsetzung nach dem Tor ist deutlich sinnvoller, als Ausbremsen durch einen "künstlich erzeugten" Standard.

    In einer Corona -freien- Saison habe ich in durchschnittlich 24 Spielen für uns 1-2 Elfmeter erlebt (f bis C Jugend). Gegen uns kann ich mich an 2 Elfmeter erinnern in den Jahren. Von daher erschließt sich mir der Sinn nicht.

    Andere Standardsituationen wären, davon ab, das ich Sie es kaum oder gar nicht trainieren lasse, auch immer durch das stets unterschiedliche Spielfeld eingeschränkt.

    Was den reinen Trainingseffekt angeht und die Sinnhaftigkeit Elfmeter zu trainieren will ich Dir gar nicht widersprechen.

    Aber gerade bei Kindern und Jugendlichen bringen Elfmeter im Training ja auch immer einen gewissen Spaßfaktor mit sich. Und wenn bei einem erzielten Tor direkt im Anschluss der Torschütze oder der Spieler des vorletzten Passes (trainiert gleich noch etwas kognitiv) einen Bonustreffer per Elfmeter erzielen kann / darf, dann geht dadurch nicht viel Zeit verloren und das Training wird um einen motivierenden Funfact erweitert.

    Das Tor durch Eckball oder Freistoß bestätigen zu lassen erscheint mir auch schwierig. Da stimme ich obiger Erklärung zu.

    Die Idee mit dem Elfmeter finde ich nicht schlecht. Das geht relativ schnell, "klaut" also keine Spielzeit.
    Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass der Elfer reingeht, d.h. die gute Aktion wird meist nicht durch den misslungenen Standard "gekillt". (Wenn doch: es ist ja nur Training!)

    Somit finde ich die Idee ganz gut immer mal wieder Elfertraining für Spieler und Torhüter ins Spiel einfließen zu lassen...

    Die Intention der Verbände ist vermutlich so wie es Heiner beschreibt.

    Wie so oft wäre auch hier klarer Kommunikation hilfreich.

    Absage / Abbruch der offiziellen Spielrunde, weil das mit Wiederaufnahme des Trainings zu unbestimmtem Zeitpunkt inkl. ausreichender Vorbereitung auf den Punktspielbetrieb zeitlich nicht mehr darstellbar ist.
    (Man muss bedenken, dass außer in Bayern wo teilweise ja nur noch 5-7 Spieltage der Saison 19/20/21 zu spielen sind bei den meisten Verbänden ja noch nicht einmal die Hinrunde 20/21 beendet wurde...)

    Aber: Sobald möglich Freundschaftsspiele, Turniere etc. was alles eben möglich und erlaubt ist...

    Das kommt bei den Statements der Verbände leider überhaupt nicht rüber.

    Was darauf schließen lässt, dass hier viele tatsächlich nur in der Organisation des Verbandsspielbetriebs denken und weniger daran, dass die Menschen (Kinder wie Erwachsene) in erster Linie spielen wollen, unabhängig gegen wen und ob in der Liga oder zum Spaß.

    Dann wünsche ich weiter gute Besserung und viel Glück.

    Vielleicht bringt genau dieser Rückschlag das entscheidende Puzzleteil an Lebenserfahrung, um dann im letzten U19 Jahr richtig durchzustarten und den entscheidenden Schritt zu gehen.

    Ich drücke die Daumen...

    Ich durfte schon erfahren, wie schwer es ist als vernünftiger Trainer (das nehme ich jetzt für mich einfach mal in Anspruch) in einem Verein mit einigermaßen vernünftigen Menschen dafür zu sorgen, dass alle sich an die Regeln halten und nicht nach dem ersten gut gelaufenen Training wieder der alte Schlendrian einkehrt. Darum kann ich mir vorstellen, wie weniger vernünftig eingestellte Zeitgenossen hier agieren.

    Am Ende brauchts wohl den "Pandemie-Trainer-Führerschein", so wie ein "Kindertrainer-Führerschein" manchmal eben auch wünschenswert wäre...

    Vermutlich ist Training, ja sogar Spielbetrieb im Freien (ohne Zuschauer!) eher unbedenklich. - immer dann wenn sich vernünftige Menschen, um die Organisation kümmern und ALLE beteiligten (inkl. Eltern und Kindern) dahinter stehen und dafür sorge tragen, dass alle Regeln eingehalten werden und keine unnötigen Kontaktsituationen provoziert werden.

    Dazu gehört:

    Verzicht auf Kabinen, konsequente Ablehnung von Fahrgemeinschaften, ÖPNV nur wo unbedingt nötig und unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen

    Problem: die Zahl derer, die sich über Lockerungen freut, aber gleichzeitig bereit ist die damit verbundenen Regeln dann umso konsequenter einzuhalten ist in der Minderzahl.
    Nach dem letzten Lockdown hatte ich drei Jungs, deren Mütter sofort wieder eine Fahrgemeinschaft organisiert haben (was eigentlich vorbildlich ist). Darauf angesprochen, dass das Hygienekonzept das nicht zulässt war die Antwort: "ich kann mein Kind nicht zweimal die Woche zum Training fahren, so schlimm ist das doch nicht wenn die Jungs zusammenfahren, dann kommt er halt nur dann wenn ich Zeit habe." Nach meiner Antwort, dass mir das in der aktuellen Situation lieber ist als die Fahrgemeinschaft, kamen die drei Jungs in der Folgewoche mit dem Fahrrad. => wie viele Trainer hätten die Antwort der Mutter akzeptiert, oder die Situation einfach stillschweigend übersehen?
    Das gleiche Unverständnis haben wir kassiert, als wir bei einem der wenigen Spiele, die stattfinden konnten Zuschauertrauben aufgelöst haben und einen Großvater, der sich nicht in die Anwesenheitsliste eintragen wollte nicht aufs Sportgelände gelassen haben.

    Leider muss die Politik heutzutage alle Regeln auf den dümmst möglichen Anwender auslegen.

    Dementsprechend ärgere ich mich auch über die Probleme, die die Regelungen für den Fußball bedeuten, noch mehr aber über die Ignoranten, die dafür sorgen, dass es leider so sein muss wie es ist.

    Von der Lösung halte ich ehrlich gesagt wenig bis gar nichts.

    Die Jungs in der E-Jugend sind sicher weniger koordiniert und kontrolliert in der Art und Weise wie sie in Zweikämpfe gehen als gleichaltrige. Entscheidend für die funktionierende Integration ist, dass ein gezieltes stufenweises aufbauen der kompletten Leistungsfähigkeit, Stabilität und dadurch die Wiederherstellung der Spielfähigkeit erfolgt.
    Zu dem was Charles De Goal weiter oben vorschlägt ist eigentlich gar nicht viel hinzuzufügen.

    Wichtig: in Spielsituationen geht es erst, wenn alle anderen Bewegungsabläufe mit und ohne Ball mit passivem und teilaktivem Gegner stabil und Schmerzfrei laufen. Gerade nach einer Knieverletzung ist ja der Zweikampf an sich gar nicht der Große Risikofaktor, sondern die permanenten Richtungs-, Tempo-, und Belastungswechsel, die für Fußballer charakteristisch sind.

    Im Zweikampf an sich geht selten ein Knie kaputt, es sei den als Folge der verlorenen Kontrolle über den eigenen Körper im Rahmen des Zweikampfes.

    Statt mit Jüngeren die Zweikämpfe zu üben, würde ich da sogar eher einen Erwachsenen vorschlagen, der bewusst darauf achtet, dass die Intensität zur aktuellen Leistungsfähigkeit des Kindes passt und gezielt reagieren kann. Bei jüngeren Kindern gewinnt der Spieltrieb schnell die Oberhand gegenüber der Zurückhaltung.
    Ratsam ist wie immer die richtige Dosis des Trainings. Nur weil der erste Zweikampf gut ging sollten nicht gleich 90 Minuten Vollgastraining folgen. Ich bin bei eigenen Verletzungen immer gut damit gefahren 5-15 Minuten (je nach Schwierigkeit und Intensität) eine bestimmte Belastungsform zu trainieren, dann während der Regeneration darauf zu achten wie der verletzte Körperteil (und der Rest) darauf reagiert und dann das Ganze noch 2-3 mal zu Wiederholen. Zu früh zu viel führt in der Regel zu Rückschlägen, oder Verletzungen an anderer Stelle. Bei mir kamen abgesehen von Prellungen die ersten Verletzungen (Muskeln, Gelenke) allerdings auch erst Ende C- bzw. Anfang B-Jugend. Ob sich der Körper eines 11-13-jährigen hier anders verhält und ggf. früher wieder Vollgas geben kann weiß ich auch nicht.

    Wenn jetzt jemand schreibt, er solle "nur zu 50% in den Zweikampf" gehen, dann melde ich mich ab.

    ganz so verkehrt ist die Aussage ja gar nicht.
    Es ist nur so, dass nicht der Spieler mit "nur 50%" in den Zweikampf gehen soll, sondern dass er nur 50%-ige oder besser noch geringere Zweikämpfe ausführen soll. Das geht natürlich nicht in echten Spielsituationen, sondern nach einem von Charles De Goal oben sehr schön beschriebenen Stufenplan zur Heranführung und irgendwann in ausgesuchten Situationen mit Teilaktivem Gegner...

    Sicher hast Du die überall. Bei uns, wo ich beides kenne, Fußball als Trainer und Basketball als interessierter Vater mit gutem Kontakt zu den Trainern ist es aber schon so, dass beim Basketball der Anteil derer, die körperlich und geistig voll dabei sind größer ist.
    Meine Theorie nach wie vor:
    Fußball einigermaßen spielen zu können ist im Vergleich zum Basketball vergleichsweise, deswegen ist der Einstieg im Fußball leichter (hinzu kommt natürlich noch der Popularitätsfaktor). Es richtig gut zu können ist dagegen im Fußball deutlich schwerer.

    Viele haben dann einfach nicht die Motivation über die erste Stufe hinauszukommen.

    Genauso interessant ist folgende Aussage aus dem gleichen Artikel:

    "Vielleicht ist es besonders, dass ich es immer wieder und wieder tue. Jeder gute Offensivspieler kennt Spielzüge, die gefährlich für den Gegner sind, aber sind vielleicht nicht stark genug, ihn 50 Mal zu machen. Vielleicht verliert man den Ball 49 Mal. Fußball ist ein Spiel voller Fehler. Man muss es wieder und wieder versuchen. Und beim 51. Mal gelingt dir dann das Tor, weil ein Verteidiger den Fehler macht. Es so zu betrachten ist logischer, als dass ich ein angeborenes Talent hätte."

    In Bayern zählt meines Wissens nach die Inzidenz im Landkreis. Diese muss drei Tage stabil unter oder über eine Grenze liegen, damit die entsprechende Stuft greift.

    Aktuell 101: d.h. kein Training

    Unter 100 wäre mit Kindern unter 14 Kontaktfreier Sport möglich.


    Ich habe irgendwo auch mal gelesen, dass unter 35 Sport mit Kontakt bei negativem Schnelltest möglich wäre, finde dazu aber im BFV-Leitfaden nichts.

    Ich halte es aber auch für ziemlich unrealistisch, dass Eltern Ihre Kinder zum Test schicken, damit die Trainieren können.

    Andererseits ließe sich das nach den Osterferien vielleicht mit den Selbsttests kombinieren, die die Kinder 3x pro Woche in der Schule machen können.

    Das Problem kenne ich.

    Eine Ursache ist sicher das angewiesen sein auf Väter, die das i.d.R ab der U7 beginnen und zum Ende der U11 spätesten aber am Ende der U13 "verbraucht" sind (befinde mich aktuell auch in diesem Prozess), eine andere Schwierigkeit liegt aber auch in den Mannschaftsgrößen. Ich habe bei uns am Ort den Vergleich mit Basketball und Tennis.

    Es ist für tatsächlich ein riesiger Unterschied, ob man 5 (Tennis), 10 Basketball oder bis zu 20 Kids trainiert.

    Hinzu kommt, dass man als Trainer bei allem Ehrenamt und Gemeinschaftssinn letztendlich doch den Anspruch hat, dass am Ende auch etwas zurückkommt in Form von Motivation, sportlicher Entwicklung und Ernsthaftigkeit.
    Da habe ich festgestellt, dass im Tennis (vermutlich auch wegen des finanziellen Aufwands) jeder Teilnehmer voll bei der Sache ist. Im Basketball sind von 10 mindestens 9 mit Ehrgeiz und Bock dabei. Beim Fußball selbst in höheren Altersklassen ist die Quote oft nur knapp über 50%. Ich spreche hier jetzt aber gar nicht davon Profis zu züchten, oder Titel zu gewinnen. Es geht nur um den Ehrgeiz und die Motivation den Sport den man betreibt auf einem vernünftigen Niveau zu beherrschen und als Team sozial aber auch sportlich gut zu performen.

    Diese Konstellation macht es vielen Trainern, denen es um mehr geht als die Kameradschaft zu fördern im Fußball schwerer als in anderen Sportarten.

    Gestern Abend beim ersten EM-Spiel der U21 René Adler als Co-Kommentator.
    Zum Thema Experten beim Fußball im TV kann man zurecht geteilter Meinung sein.

    Es gibt solche und solche.

    Steffen Freund bei RTL (trotz Trainerausbildung) kommt immer sehr über die pathetische Schiene (Mentalität, Kopf... etc.). Technisch taktisch ist wenig dabei. Ähnlich empfinde ich Mertesacker beim ZDF.
    Schweinsteiger erzählt gefühlt immer das gleiche und im Endeffekt nichts.

    Broich fand ich vorher sehr gut, aber immer ein bisschen zu wissenschaftlich, so dass man sich manchmal anstrengen musste ihm zu folgen.
    Adler hat mir gestern sehr gut gefallen. Er war sehr unaufdringlich, fachspezifisch, aber mit einfachen Erklärungen.

    Mein Sohn durfte die erste Halbzeit mit ansehen und ich konnte ihm richtig ansehen, wie beim ein oder anderen Kommentar von René Adler die Rädchen im Gehirn gearbeitet haben um zu verstehen was er meint und sich gleichzeitig an Dinge erinnert, die er auch im Training ab und zu zu hören bekommt.

    Beispiele:
    1. Torwart spielt einen Seitenwechsel zum Außenverteidiger => "Als Torwart bzw. generell sollte man immer versuchen ca. eineinhalb Meter in den Lauf zu spielen, damit man Tempo aufnehmen kann bzw. das Tempo erhalten bleibt."

    2. "Wenn der 6er überspielt ist muss die Kette sich fallen lassen um Zeit fürs Verteidigen zu gewinnen. Wenn jetzt einer zu schnell herausrückt, ist das Risiko zu groß das Lücken entstehen."

    3. "Der Außenspieler bietet den Lauf in die Tiefe hinter die Abwehrkette an. Der Pass durch die Schnittstelle zwischen gegnerischem IV und AV bleibt zwar hängen. Trotzdem ist es richtig und wichtig. Er muss diese Läufe immer wieder machen und anbieten um Anspielmöglichkeiten zu erzeugen. Irgendwann kommt ein Ball durch und wenn es nur einer von zehn ist. Und diese eine gelungene Aktion kann das Spiel entscheiden..."
    Warum steht das hier? Weil ich gestern mal wieder erkannt habe, dass mit Sacherstand und rhetorischem Geschick wie es René Adler hat, vieles im Fußball einfach erklärt werden kann. Man darf aber nicht vergessen, dass das Spiel trotzdem sehr komplex ist, weil einfach wahnsinnig viele Faktoren zusammenspielen.

    Das ist ja auch völlig in Ordnung, dass du das anders siehst. Verschiedene Meinungen und das respektieren dieser, gehört zu einer Demokratie dazu.


    Aus meiner Sicht war das eine völlig Schnapsidee und wäre ein großer Fehler gewesen. Und wenn das jetzt ein Einzelfall gewesen wäre, dann könnte ich dein Argument auch nachvollziehen, aber es ist leider nicht der einzige Fehler der Regierung gewesen in den letzten 13 Monaten.


    Masken? Impfstoff? Kommunikation und Transparenz der Regeln? Könnte noch etwas weiter machen, aber ich denke diese Beispiele zeigen, dass es gut nachvollziehbar ist, wenn Menschen dieser Politik nicht mehr vertrauen. Akzeptieren müssen das die Befürworter dieser Politik aber ohnehin.

    Die demokratische Diskussion in diesem Forum sollte sich aber auf Fußball konzentrieren und da wiederhole ich mich gerne:

    Weder die sicher diskussionswürdige "Feiertagsruhe" vom Montag, sowie deren heutige Rücknahme haben irgendwelche Auswirkungen und Konsequenzen für Themen, die in diesem Forum behandelt werden...

    Die Auswirkungen auf Kinder-/Jugend-/Amateur-Fußball sind durch die neue Information von heute Mittag übrigens gleich "null"

    Deshalb gibt es gar keinen Grund das Thema hier zu behandeln.

    Wenn, dann höchstens unter dem Aspekt, dass sich dadurch die zwischenzeitlich im Raum stehende Absage des BuLi-Spieltages an Ostern erledigt hat.

    Bitte vergesst bei der ganzen Stichtags-Diskussion den RAE, internationale Turniere und Auswahlmannschaften nicht.

    In einer idealen Welt stehen sowohl im Leistungsbereich als auch im Breitensport die Entwicklung des einzelnen Spielers im Vordergrund und nicht der Mannschafts- /Turniererfolg einer Mannschaft.

    Dementsprechend würden im Leistungsbereich Spieler gemäß ihres biologischen, motorischen, geistigen und spielerischen Entwicklungsstands in einer Mannschaft eingesetzt, die zu ihnen passt und deren Altersspanne sich fließend in einer Bandbreite von 2-3 Jahren bewegen kann.

    Im Breitensport, kann das wenn es für das Kind passt natürlich genauso stattfinden, wobei hier die soziale (Gruppen-) Komponenten aber auch noch mit reinspielt und dementsprechend die Teameinteilung nach Schulklassen-Logik besser passt als nach Geburtsjahren.

    Die perfekte Lösung gibt es aber sicher nicht und in einer perfekten Welt leben wir erst recht nicht....

    Wir haben von U8-U11 als Grundgerüst Jahrgangsmannschaften. Darüber, lässt es die Demografie dann auch nicht mehr zu bzw. wäre ich in der U13 ganz klarer Befürworter eine nach Leistung erstellen U13/1, U13/2 etc. unabhängig vom Geburtsjahr.

    Im Kleinfeld haben wir es jetzt so geregelt, dass die F-Jugend hauptsächlich Funino spielt und die Kids dann immer unterschiedlich gemischt werden. Mal drei starke zusammen, mal ein gemischtes Trio aus stärkeren und weniger starken ...
    Auch bei den 5er und 7er Spielen wird mal innerhalb der Jahrgänge gespielt mal Jahrgangsübergreifend, immer (sofern bekannt) orientiert an der Stärke des jeweiligen Gegners / Spielpartners. Dazu war innerhalb der Abteilung viel Überzeugungsarbeit inkl. Trennung von einem sehr ehrgeizigen Vatertrainer nötig. Ein abschließendes Urteil über den Erfolg ist aufgrund der unter- bzw. abgebrochenen Spielzeit leider noch nicht möglich, aber die ersten Eindrücke waren sehr positiv.
    In der E-Jugend konnten wir drei Mannschaften bilden, die sich wie folgt aufteilen:
    U11: stärkste Spieler des Jahrgangs 2010
    U10: stärkste Spieler des Jahrgangs 2011
    U10/11: gemischte Mannschaft aus den schwächeren (nicht schwachen!) Spielern beider Jahrgänge
    Die drei Mannschaften trainieren am denselben Tagen, aber in drei verschiedenen Gruppen mit separaten Trainern, wobei immer wieder gegenseitig ausgeholfen wird...
    Die Entscheidung wurde so getroffen, weil die Entwicklungsstände der Kinder einfach dazu eingeladen haben es so zu machen und wir dadurch dafür sorgen können, dass die Kinder ein ihrem Leistungsstand entsprechend forderndes Training haben und niemand unter- zw. überfordert wird. Diese Aufteilung ist aber nicht in Stein gemeißelt und kann im nächsten Jahr mit anderen Kindern wieder anders aussehen. (ein starres Jugendkonzept hätte damit vermutlich Probleme, das was wir tun funktioniert aber natürlich auch nur, wenn man innerhalb des Trainerteams und mit den Eltern offen spricht und Hintergründe und die Ziele, die man verfolgt erläutert)
    In der U10 sind sicher auch 1-2 Spieler, die locker in der U11 mithalten könnten, die haben wir aber bewusst bei Ihren gleichaltrigen Kollegen gelassen. Bezüglich Gruppeneinteilung haben wir aktiv Kontakt zum Verband gesucht um jeder Mannschaft entsprechende Gegner zu ermöglichen.U10 spiel lokal gegen gemischte 2010er/11er-Mannschaften kleiner Vereine. Dementsprechend haben sie meist enge Spiele und werden spielerisch und körperlich gefordert.
    U11 spiel gegen 2010er Teams größerer Vereine aus der Umgebung, die in der Regel etwas schwächer sind, zweistellige Ergebnisse vermeiden wir durch Provokationsregeln wie Tore nur von innerhalb oder Außerhalb des Torraums, bestimmte Spieler sollen ab einem bestimmten Spielstand nicht mehr selbst abschließen, sondern für andere vorbereiten, verstärkte Rotation. Die geplanten überregionalen Leistungsvergleiche um zu sehen wo die Jungs wirklich stehen konnten coronabedingt leider nicht stattfinden.
    U10/11 spielt als zweite Mannschaft der U11 meist gegen 2011er Teams und hält da gut mit.

    Sollte es mit Personal bei einer Mannschaft mal eng werden, helfen wir untereinander aus. v.a. Spieler aus U10 oder U11, die in der Jahrgangsmannschaft eher mitlaufen und sich manchmal hinter den noch stärkeren Mitspielern verstecken tut es manchmal ganz gut, wenn sie in der U10/11 mal eine Führungsrolle übernehmen sollen...
    Das Konzept wurde vom Verein, allen Trainern und den Eltern (mit Ausnahmen) sehr positiv aufgenommen und die Trainings und Spiele, die wir bis November machen konnten haben auch gezeigt, dass es für die Konstellation wohl die beste Entscheidung war, weil sich wirklich jedes Kind in der Mannschaft in der es war gut eingefügt hat und entwickeln konnte.

    Unterstützt wird das sicher durch die Tatsache, dass die drei Gruppen mit je maximal 15 Kindern immer von jeweils mindestens 2 Trainern betreut werden können.

    Ich glaube entscheidend für die Zusammenstellung der Mannschaften ist immer eine Betrachtung des gesamten Umfelds (wie viele Trainer habe ich, wie viele Spieler mit welchem Entwicklungsstand...). Daraus muss man meiner Meinung nach jedes Jahr neu entscheiden wie es am besten funktionieren kann. Denn (da bin ich mit dem Projekt Zukunft des DFB auf einer Linie) entscheidend ist im Nachwuchs nicht die Entwicklung und der Erfolg der Mannschaft, sondern die Entwicklung jedes einzelnen Spielers. Damit das umsetzbar ist, wären allerdings Spielformen ohne Tabellen und Auf-/Abstieg eine große Hilfe.


    Was ich vor dem Hintergrund nicht nachvollziehen kann, ist warum in den meisten NLZ die Jahrgangszuordnung so extrem befolgt und dogmatisch eingehalten wird. Zwar werden die Top-Talente ab der U18 (z.T. schon abU17) regelmäßig hochgezogen, aber im Großen und Ganzen spielen die meisten in dem Jahrgang, in den sie per Geburt gehören.

    Gerade im Leistungsbereich, wo man für jeden Jahrgang eine eigene Mannschaft hat wäre es doch noch viel einfacher Spieler, die biologisch weiter sind einen Jahrgang weiter oben spielen zu lassen oder umgekehrt. Und zwar genau in den Jahrgängen, wo das biologische Spektrum bei den Jungs am breitesten ist nämlich von U13 bis U16.

    Die Weltuntergangsszenarien sind sicher nicht eingetreten und waren sicher auch völlig übertrieben.
    Welcher Sinn aber hinter der Jahrgangseinteilung stecken soll hat sich mir damals wie heute nicht erschlossen.
    In der Schule ist der Rhythmus der Schuljahre einigermaßen an den Stichtag gekoppelt.
    Das war früher im Fußball auch so, dass sich der Stichtag am Saisonverlauf und am Schulrhythmus orientiert hat.
    Der Stichtag für die Jahrgangszuordnung ist natürlich nur eine willkürlich gesetzte Grenze und nicht für alles Gute und Schlechte verantwortlich. Aber gerade deshalb wäre es doch ein leichtes gewesen, die Jahrgänge am Schulrhythmus orientiert zu belassen.
    Ich erlebe es jetzt zum zweiten mal, dass in der U11, wo die ein Teil der Kinder weiter in die Grundschule geht ein anderer Teil sich auf Gymnasium, Real- und Mittelschule verteilt die Bindung zwischen den Jungs verloren geht. Klar bringt das der Wechsel auf die weiterführende Schule ohnehin mit sich, aber ich bin überzeugt davon, dass es für die kleineren Vereine, die froh sind eine Mannschaft stellen zu können anders einfacher wäre.
    Im Leistungsbereich wiederum ist es in meinen Augen völlig egal, an welcher Grenze sich die Jahrgänge orientieren (zumindest National), da die Spieler über kurz oder lang entweder aus allen Himmelsrichtungen kommen bzw. durch den gemeinsamen Hauptfokus ohnehin viel enger am Thema dran sind.