Beiträge von Libra

    Da ist zwischen den Eltern von grundauf schon so eine Konkurrenzstimmung. Da ist kein Miteinander. Nachdem man hoch genug führt, kommt da bei einigen auf einmal eine Großkotzigkeit zum Vorschein, die man einfach nur runterschlucken sollte, damit es nicht zum Streit kommt. Süffisante Kommentare und provokante Bemerkungen, gerade so laut, dass die gegnerischen Eltern es auch hören. Ekelhaft.

    Ich komme gerade direkt von einem U9 FairPlayLiga Kreispokal Spiel. Heute nur als Zuschauer der Mannschaft meines Sohnes und nicht in Trainerfunktion.

    Keine Coachingzonen, die Elternzone wird ignoriert und man positioniert sich ganz einfach auf der anderen Seite des Spielfelder. Und selbstverständlich auch genau am Spielfeldrand. Außerdem steht auch wieder ein Schiedsrichter vom Heimatverein gestellt auf dem Platz, der das Spiel von Anfang bis Ende leitet.

    Sie spielen sehr ruppig und es gibt im Spielverlauf mehrere harte Fouls. Man merkt, dass unsere Jungs mit dieser Spielweise nicht umgehen können. Sie fühlen sich ungerecht behandelt, weil diese Spielweise auch nicht unterbunden wird.

    Die Eltern des Gegners, die direkt an der Außenlinie stehen, kommentieren und schreien ununterbrochen rein. Der Wortschatz einer Mutter beschränkt sich auf "LAUF!!!" Meiner Meinung nach trägt das Verhalten der Eltern erheblich zu der Spielweise der Kinder bei.

    Einer unserer Spieler bekommt einen Querschläger direkt ins Gesicht. Unser Spieler liegt weinend am Boden. Der gegnerische Trainer brüllt: "Spielt weiter! Spielt weiter! Sollen die den doch da runterziehen!" Gegen Ende des Spiels ruft er: "Ich habs euch doch gesagt! Wir hauen die heute weg!" Außerdem fordert er seine Spieler immer wieder laut und offen zum Zeitspiel auf.


    Ich habe mir heute vorgenommen, mich komplett zurückzuhalten. Ist mir erstaunlicherweise auch gelungen. Ich werde nun mal wieder an die Staffelleitung melden und am Ende wieder feststellen, dass nichts passiert...

    In den letzten Trainings habe ich mit meinen Spielern viel versucht, was Überzahlspiel und Deckungsschatten angeht. Ich habe vier Spieler in der Mannschaft, die das ganze richtig gut umsetzen können. Sie lassen in Überzahl den Ball gut laufen, bewegen sich in die freien Räume und bilden ganz von allein Dreiecke. Dann habe ich einige Spieler, die es nicht so gut umsetzen können, die aber bemüht wirken.

    Nun zu meinem Problem :


    Ich habe drei Spieler im Team, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie zwar wissen wie man es richtig macht, es aber aus Faulheit nicht umsetzen. Sie stehen auf einer Stelle und warten auf den Ball. Keine Bewegung, keine Körperspannung und die Hände in den Jackenärmeln. Ich halte das Spiel immer wieder an und frage, wo man sich jetzt besser positionieren könnte, um einen Pass zu empfangen und dem Mitspieler eine Anspielstation zu bieten. Sie wissen es dann auch immer, aber sie setzen es einfach nicht um! Es ist teilweise zum verrückt werden! Diese Spieler schaffen es keine 15 Sekunden den Ball in den eigenen Reihen zu halten, wenn sie 3vs1 spielen! Ich würde mich nicht so darüber ärgern, wenn ich den Eindruck hätte, dass sie es einfach vom Kopf her nicht umsetzen können. Es sieht für mich wie gesagt so aus, als wenn sie es könnten, aber nicht wollen. Ich weiß nicht was ich machen kann, damit sie sich endlich mal mehr bewegen und sich frei laufen.

    Goodie

    Das mit dem Talent sollte eigentlich nur exemplarisch sein. Es ist sozusagen das Extrembeispiel aus meiner Mannschaft.


    Was Skriwer schreibt finde ich gut. Ich versuche auch immer es mir selber klar zu machen, dass ich ja alles unentgeltlich mache und somit niemanden eine Rechenschaft schuldig bin. Trotzdem ist das manchmal nicht so einfach. Man verspürt, wie gesagt, einen gewissen Druck, der durch einige hohe Erwartungshaltungen ausgelöst wird.

    Hallo liebe Trainergemeinde,


    mir geistern seit einiger Zeit viele Gedanken durch den Kopf. Gedanken bezüglich der Sinnhaftigkeit meiner Trainerarbeit. Was ist der Sinn dieser ganzen Stunden, welche ich für die Mannschaft und den Verein opfere? Natürlich werden viele sofort sagen, dass sie es für die Kinder machen und das es ohne Ehrenamt eben nicht geht. Natürlich mach auch ich es für die Kinder. Ich möchte das sie Spaß haben und sich verbessern. Außerdem bekommt man auch eine Menge zurück. Ein gutes Gefühl durch strahlende Kindergesichter unter anderem. Ein bisschen sportlicher Erfolg tut mir als Trainer auch sehr gut, auch wenn es nicht im Vordergrund stehen sollte. Man arbeitet an einem guten Unterbau für den Herrenbereich. Aber ist das wirklich so?


    Ich schaue mich bei Kollegen im Landkreis um und sehe, dass Vereinstreue nichts mehr wert ist. Kinder wechseln hin und her, meist getrieben von ehrgeizigen Eltern, die sich die große Karriere erhoffen. Ich sehe in unserem Landkreis Mannschaften, die komplett "ausgeräubert" werden. Die Kinder wechseln zum ambitionierten Verein, weil man sich dort bessere Chancen verspricht. Ganze Jahrgänge müssen abgemeldet werden, die über Jahre trainiert und aufgebaut wurden. Die paar untalentierteren Spieler, die übrig bleiben, schließen sich mit dem Nachbarverein zu einer SG zusammen, die auch noch ein paar Spieler über haben, die der große Verein nicht wollte. Die Trainer stehen im Prinzip vor einem Scherbenhaufen. Sie haben Kindern über Jahre alles bestmöglich vermittelt und beigebracht, damit sich ein anderer Verein am Ende mit seiner guten Jugendarbeit und hochklassigen Ligateilnahmen schmücken kann. Ich rede hier nicht mal von 13 oder 14 Jährigen. Ich rede von Kindern im Alter von 9 Jahren aufwärts.

    Geht es hier eigentlich noch um den Spaß am Sport? Muss denn wirklich immer alles dafür getan werden, um zukünftige Profis zu produzieren?


    Eltern sind Egoisten. Das ist sicher nicht neu, doch ich finde es nimmt neue Ausmaße an. Ich persönlich komme mir teilweise vor wie ein Dienstleister. Nur das ich nicht als solcher bezahlt werde. Wenn der Papa einer meiner besten Spieler mein Training beobachtet, dann nur deshalb, um zu schauen, ob es auch gut genug ist und den Ansprüchen genügt. Ich weiß ganz genau, dass dieser Spieler nur auf der Durchreise ist und nicht sehr lange bei uns spielen wird. Er ist ganz offensichtich zu Höherem berufen. Ich mache meinen "Job" in dieser Altersklasse anscheinend gut genug, so das ich ihn eine Zeit lang begleiten darf, bevor er dann zum größeren Verein wechselt. Mit 9 Jahren wird dieser Spieler in eine Stützpunktmannschaft für 12 Jährige "eingeschleust", dessen Training im Winter auch regelmäßig meinem Training vorgezogen werden soll (fällt auf den selben Wochentag). Schließlich könne man sich diese "Chance nicht entgehen lassen". Soviel dazu.

    Vielleicht liegt es auch an mir, aber ich verspüre einen gewissen Druck. Einen Druck den Anforderungen einiger Eltern gerecht werden zu müssen. Ich möchte den Kindern immer gutes Training bieten und sie besser machen. Das ist mein persönlicher Anspruch. Aber dürfen Eltern Ansprüche an einen ehrenamtlichen Trainer stellen?


    Am Ende kann man niemanden vorschreiben zu bleiben. Vereinswechsel sind jetzt auch nichts ungewöhnliches. Aber ist es nicht frustrierend, dass am Ende oft andere die Lorbeeren ernten sollen? Das man nur als Mittel zum Zweck gesehen wird? Die ganzen Auseinandersetzungen wegen zu wenig Spielzeit, falscher Positionen, zu laschem oder falschem Training...wofür?


    Habt ihr solche Gedanken auch? Vielleicht können wir diesen Thread dafür nutzen, solche Gedanken aufzuschreiben und darüber zu diskutieren.


    Gruß!

    Moin Moin,


    meine Mannschaft ist zur neuen Saison eine U10 E-Jugend. Neben einigen Änderungen (Spielzeit, Spielfeldgröße, Schiedsrichter...), kommt es für die Mannschaft zu einer großen Umstellung, es wird nämlich mit Abseits gespielt.

    Kennt ihr gute Übungen, mit denen ich die Kinder zur neue Saison gut auf diese Regel vorbereiten kann?


    MfG!

    Erwartet hätte ich Einsicht. Ich hätte erwartet und mir gewünscht, dass der Vater so viel Anstand und Mumm besitzt, sich für sein Verhalten klipp und klar zu entschuldigen. So habe ich es auch zur Sprache gebracht. Passiert ist es nicht.


    Für die Zukunft würde ich mir natürlich in erster Linie wünschen, dass solch ein Verhalten einfach nicht mehr vorkommt. Sollte es doch vorkommen, wünsche ich mir den Mut so konsequent zu sein, wie Du es beschreibst. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich mir die Reaktionen der anderen Eltern insgesamt nicht sehr verständnisvoll vorstelle, wenn ich in so einem Moment das Kind auswechsel und in die Kabine schicke. Tränen wären dann sicher auch vorprogrammiert. Das Kind direkt zu den eigenen Eltern schicken, um sie um Ruhe zu bitten, wäre vielleicht auch noch eine Möglichkeit.

    Der Vorstand hat sich schon klar positioniert und hinter mir gestanden. Beim Gespräch selber hat sich niemand der anderen Eltern bei diesem Thema zu Wort gemeldet. Da haben schon vorher Gespräche stattgefunden, die auch alle nicht gefruchtet haben.


    Die ganze Körpersprache dieses Vaters war mir gegenüber von Anfang an auf Abwehr. Sein ganzes Statement klang auswendig gelernt und beinhaltete keine entschuldigenden Worte. Das war einfach kein offenes Gespräch, bei dem man sich wieder annähern konnte.

    Es gab mittlerweile ein Gespräch...


    Außer viel Selbstlob, was man doch für ein engagierter Vater sei und wie gut man doch sonst mit den Kindern auskommen würde, gab es leider wenig. Das Geschehene wurde runtergespielt und als emotional überreagiert abgetan. Kein Wort der entschuldigung. Nach dem Motto: Nach so langer Zeit des guten benehmens, darf so ein "emotionaler Ausbruch" mal sein. Sehr... Sehr... enttäuschend.

    Hallo ullmiii, viele werden Dir sicher sagen, dass die Mutter recht hat. In diesem Alter gibt es nun mal neben dem Fussball wichtigere Dinge. Ich persönlich würde es auch blöd finden, wenn ich sowieso schon nicht genug Spieler habe und jemand dann auch noch wegen zwei Stunden früher im Freibad fernbleibt. Fussball ist nun mal ein Mannschaftssport und da muss man sich zumindest an den Spieltagen auf die Leute verlassen können. Wenn Du wirklich noch Spieler in der Hinterhand hast, die darauf brennen zu spielen, dann nehm die auf jeden Fall mit! Warum den Platz für jemanden reservieren, der am Ende vielleicht doch nicht kommt, weil etwas anderes wichtiger ist.


    Gruß Libra

    Das ganze hat vom Vorstand den Hintergedanken, dass den entsprechenden Eltern deutlich wird, dass sie im Unrecht sind. Mich haben nach dem Vorfall nämlich einige Eltern angerufen und beigestanden. Wenn bei diesem Gespräch also deutlich wird, dass die allermeisten Eltern hinter mir stehen und dieses Verhalten genauso verurteilen, dann kommt eventuell die Einsicht. Dann kann sich niemand mehr etwas schönreden.

    luibo


    Ja, mein eigener Sohn spielt auch in dieser Mannschaft. Ich trainiere die Jungs jetzt schon seit der U7. Dort sogar erst noch zwei Jahre, bis es in die U8 ging. Jetzt im Sommer würde es in die U10 gehen. Es war eigentlich immer ziemlich harmonisch. Klar gab es hier und da mal verschiedene Ansichten. Aber was jetzt gerade passiert, ist unter aller Kanone. Wir haben uns mittlerweile zu einer richtig guten, spielstarken Mannschaft gemausert. Vielleicht sind damit die Ansprüche gestiegen?


    Goodie


    Nein, die Eltern stehen weit weg vom Spielfeld. So auch bei diesem Spiel. Du kannst Dir also vorstellen, wie laut der Vater gewesen sein muss, dass ich es trotz der Entfernung gehört habe.


    Seit heute Abend gibt es einen neuen Stand. Es wird ein Gespräch mit allen Eltern, dem Vorstand und den Trainern stattfinden.

    Es tut gut eure Meinungen hier zu lesen. An einem bestimmten Punkt fragt man sich manchmal : Ist das jetzt wirklich so schlimm oder steigere ich mich da in etwas hinein. Anscheinend seht ihr es genauso wie ich.

    Das Kind spielt, solange nicht bis der Vater sich entschuldigt oder das Gespräch sucht mit dir. Man hätte die Regeln schon vorher festlegen müssen, wie sich die Eltern der eigenen Mannschaft zu verhalten haben.

    So eine Maßnahme halte ich für schwierig. Das Kind fur das Verhalten der Eltern zu bestrafen wäre schon hart und würde mir nicht leicht fallen.

    An die Maßnahme ihn vom Sportplatz zu verbannen, dachte ich auch schon. Dafür müsste ich mal checken, was der Verein dazu sagt. Egal wie diese Sache nun ausgeht, bin ich nicht sicher, wie es in Zukunft weitergehen soll. Ich sehe aufgrund der Uneinsichtigkeit keine Basis mehr.

    Hallo,


    ich würde diesen Thread gerne dazu nutzen, sich über Eltern am Spielfeldrand auszutauschen. Ich denke, über dieses Thema gibt es regelmäßig etwas zu berichten. Ich möchte mit meinem ersten Post den Anfang machen, denn ich habe in dieser Hinsicht am letzten Wochenende den Tiefpunkt meines Trainer Daseins erlebt...


    Ich hatte mit meiner U9 ein Auswärtsspiel gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga. In der ersten Halbzeit passte wirklich alles zusammen, so das wir, wenn auch mit etwas Glück, 4:0 in Führung gingen. In der Halbzeit sagte ich meinen Spielern, dass keiner denken solle, wir hätten schon gewonnen. Anfang der zweiten Halbzeit bekamen wir das erste Gegentor und es stand 4:1. Es ging danach wie folgt weiter : 5:1, 5:2, 6:2, 6:3, 6:4. Wie ihr seht, kam der Gegner am Ende nochmal etwas heran.


    Ich erzähle euch diesen Ablauf nur deswegen, weil aufgrund dieses Spiels, ein Elternteil an diesem Tag komplett die Fassung verlor. Ich habe unter unseren Eltern zwei Parteien, die regelmäßig ermahnt werden müssen, weil sie zu laut werden und Anweisungen geben. Absprache und Regel ist ganz klar, dass Eltern anfeuern dürfen und sonst nichts. Außerdem machen diese beiden Parteien bei den anderen Eltern regelmäßig Stimmung gegen mich. Natürlich nicht in meinem Beisein, aber ihr wisst ja wie das ist und wie solche Sachen zu einem gelangen. Es geht dabei hauptsächlich um meine ruhige Art an der Seitenlinie. Ich weiß allerdings von anderen Eltern, dass gerade diese ruhige Art von ihnen wiederum sehr geschätzt wird.

    Nach dem 6:3 stellte ich fest, dass ein Spielervater sich auf einen unserer Abwehrspieler eingeschossen hatte. Er schrie ihn von außen an, er solle doch endlich mal laufen. Andere Eltern redeten schon auf ihn ein, er solle doch bitte endlich ruhig sein und sich benehmen. Ich hörte dann, wie er schrie "Dann soll er (damit war ich gemeint) endlich sein Maul aufmachen". Daraufhin rief ich zur Seite unserer Eltern "Bitte Ruhe da drüben!" . Der besagte Vater schrie mich an "Dann mach doch endlich mal dein Maul auf!". Einige unserer Eltern waren sichtlich geschockt. Einer Mutter war es so unangenehm, dass sie ca. 15 Meter Abstand zur Eltern Gruppe nahm.

    Eigentlich wollte ich den Vater nach dem Spiel zur Rede stellen, aber der war schon weg. Beim nächsten Training rechnete ich mit einer Aussprache oder zumindest einer Entschuldigung. Wieder verschwand er ohne ein Wort nach dem Training. Inzwischen habe ich über andere Eltern erfahren, dass er sich keiner Schuld bewusst ist und sich auch nicht entschuldigen wird. Ein Gespräch, welches ich gemeinsam mit ihm und dem Vorstand führen möchte, tut er vor anderen Eltern als "Kindergarten" ab.

    Ich empfinde das alles als sehr respektlos. Ich weiß nicht, wie ich so jemanden weiter gegenübertreten soll. Er selbst tut so, als wäre nichts gewesen und sitzt beim letzten Spiel wieder lachend und Späße machend am Spielfeldrand.


    Wie bewertet ihr solch ein Verhalten? Was würdet ihr unternehmen?


    MfG

    Ich habe immer eine kleine Kühltasche dabei. Dort sind zwei Kühlakkus und zwei Gelkissen drin. Dann trenne ich die Kühltasche räumlich mit mit einem Handtuch ab, um oben drin noch einen Frischhaltebeutel mit Pflastern unterzubringen. Hat bis jetzt immer gereicht.

    Heute geht es zum nächsten entscheidenden Auswärtsspiel. Wieder ohne den besten Angreifer, weil dieser dem Training einer anderen Sportart nachgeht. Habe auch erst heute Mittag davon erfahren. Ich bin einigermaßen enttäuscht.

    Ich möchte dieses Thema noch einmal beleben, weil sich ein Verein aus unserem Landkreis, nun mit einem offenen Brief an den DFB und an den NFV gewandt hat. Lest selbst...


    CELLE. Unlautere Abwerbepraxis, Erfolgsdruck und Unfairness im Umgang mit jungen Fußballern – das kann aus Sicht des ESV Fortuna so nicht weitergehen. „Wenn inzwischen Spieler aus der U9 von Eltern oder Trainern niedergemacht werden, weil sie nur den zweiten und nicht ersten Platz belegen, läuft etwas schief“, so ESV-Jugendtrainer Martin Cordua gegenüber CELLEHEUTE. In einem offenen Brief wendet sich der Vorstandan alle Celler Vereine, den DFB, NFV sowie Verantwortliche im Celler Jugendfußball. Der Brief bei uns, wie gewohnt ungekürzt und unkommentiert:

    „Liebe Sportsfreunde,
    nach unserem Empfinden als Trainer und Vereinsverantwortliche für den Kinder- und Jugendfußball beim ESV Fortuna Celle hat sich die allgemeine Stimmungslage im sportlichen Miteinander hier im Kreis Celle in den letzten Monaten und vor allen in den letzten Wochen deutlich verschlechtert.

    Misstrauen und überzogenes Konkurrenzdenken in Verbindung mit egoistischem Verdrängungswettbewerb sind an die Stelle von sportlich fairem Wettstreit getreten. Wir alle kennen die Problematik, Jahr für Jahr wettbewerbsfähige Mannschaften in jeder Altersklasse zu melden. Oft ist es schwierig, eine ausreichende Zahl an Kindern zusammenzubekommen. Viele Vereine sind gezwungen, über Spielgemeinschaften und Zusammenlegung verschiedener Jahrgänge den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

    Umso glücklicher sind wir doch alle, wenn es uns gelingt, durch kontinuierliche, oft langjährige Jugendarbeit, einzelne Teams zu formen, die überdurchschnittlichen Erfolg haben. Dieser Erfolg ist natürlich häufig abhängig von wenigen, besonders talentierten Spielern. So sind wir doch dann alle besonders betroffen und frustriert, wenn diese herausragenden Talente sich anderen Vereinen anschließen und die zurückgelassenen Mannschaften einen deutlichen Qualitätsverlust hinnehmen müssen, an dem sie unter Umständen zerbrechen.

    Diese Zu- und Abwanderungen kennen wir alle. Sie sind oftmals nicht steuerbar und in der Regel Einzelfälle, wenn Spieler und oft eben auch die Eltern das subjektive Gefühl haben, in einer anderen Mannschaft besser aufgehoben zu sein. Neben der Wechselwilligkeit von „normal-talentierten“ Kindern, die oft motiviert ist von persönlichen Bekanntschaften, Fahrtwegen oder anderen Gründen, zeigen sich in einzelnen Jahrgängen jedoch gezielte Zuströme zu den besonders erfolgreichen Mannschaften, die so eine zusätzliche Verstärkung von „Außen“ erfahren und so sehr schnell konkurrenzlos stark auf Kreisniveau werden.

    Grundsätzlich müssen wir uns alle darüber im klaren sein, dass eine derartige Konzentration von höher qualifizierten Spielern letztendlich nicht aufzuhalten ist und natürlich auch im Sinne der zunehmend propagierten Talentförderung dazu beiträgt, dass sich besondere Talente auch im Trainingsalltag und noch vielmehr in den dann erreichten höheren Spielklassen auf einem verdichteten Niveau messen müssen und so weiterentwickeln.

    Bisher jedoch hatte man den Eindruck, dass diese besonderen „Kaderschmieden“ potentiell in jedem unserer Vereine entstehen können, wenn es die Umstände so wollen, dass solide organisierte Vereinsstrukturen, fachkompetente Trainer, engagierte Elternschaft und natürlich fußballbesessene Kinder zusammentreffen. Diese besonderen Jahrgänge sind der Lohn für oft jahrelange Arbeit, der den gesamten Verein mit Stolz und Freude erfüllt. Leider ist nun eine Situation eingetreten, die die diesbezüglich bisher bestehende Ausgeglichenheit zwischen den Vereinen stark gefährdet.

    Es ist zweifellos anzuerkennen, wenn ein Verein über viele Jahre hinweg eine derartig hervorragende Jugendarbeit leistet, dass die einzelnen Jahrgangsmannschaften die besten Teams des Kreises, später des Bezirkes werden und unter Umständen auf höchstem Jugendniveau in Niedersachsen spielen.


    Wir sehen neidlos ein, dass derartige Erfolge ein besonders Maß an Qualität auf allen fachlichen und organisatorischen Bereichen erfordert und können durchaus damit umgehen, wenn sich ein derartig erfolgreicher Verein als Aushängeschild des Celler Jugendfußballs positioniert.

    Leider jedoch scheinen die Erfolge der Vergangenheit einen hohen Erfolgsdruck aufgebaut zu haben. Nur so ist es zu erklären, dass ein Verein mit herausragender Jugendarbeit die ungeschriebenen Gesetze des Jugendfußballs mit Missachtung straft und dazu übergeht, aggressiv von anderen Vereinen talentierte Spieler abzuwerben. Hierbei wird über jedwedes Maß an positiver Eigendarstellung hinausgeschossen, indem man Eltern suggeriert, eine höherwertige fußballerische Ausbildung sei nur noch in einem bestimmten Verein möglich.

    Hier könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass für entsprechende Elterngespräche Trainer offizielle Positionen nutzen, die sie eigentlich zu einer Vereinsneutralität verpflichten sollten.


    Interessanterweise werden hier gerade diejenigen Jahrgänge beworben und versucht, mit externen Talenten aufzufüllen, die eben gerade nicht durch herausragende sportliche Leistung eine Eigenwerbung für sich betreiben. Damit gibt man sich die Blöße, dass es offensichtlich von der Vereinsführung als inakzeptabel erachtet wird, wenn vereinzelt auch mal andere Vereine Erfolge haben.

    Bei allem Verständnis für erfolgsorientierten Jugendfußball, frühzeitige Talentförderung und Konzentration talentierter Spieler in besondere Trainingsgruppen darf nicht vergessen werden, woraus der Fußball seine Besonderheit und letztendlich auch seinen Erfolg zieht: Aus der Breite der Basis, der allgemeinen Zugänglichkeit zu Mannschaften in allen Vereinen, aus der Chancengleichheit und der Freude am Spiel.

    All` dies wird zerstört, wenn frühzeitig die besten Spieler aus einem großen Einzugsbereich nur noch in einem einzigen Verein spielen und die übrigen Vereine im Mittelmaß versinken. Ohne die reelle Chance auf Teilhabe an sportlichen Erfolgen werden Mannschaften zerbrechen, ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter und engagierte Trainer die Lust verlieren und die Monopolisierung wird mittelfristig dazu führen, dass eben die Talente in der breiten Basis gar nicht mehr den Zugang zum Fußball finden werden.

    Wir haben lange diskutiert, wie wir mit der geschilderten Problematik umgehen wollen. Es besteht die große Gefahr, dass es zu einer zunehmenden Eskalation kommt, wenn auch andere Vereine zunehmend derartig aggressiv in die Akquise neuer Spieler einsteigen. Unserer Meinung nach wäre eine weitere Konfrontation der falsche Weg.

    Wir appellieren an alle Beteiligten, zurückzukehren zu einem vernünftigen Umgang untereinander und mit unserem schönen Hobby Fußball. Es sollte um Freude am Sport und fairen Wettbewerb gehen, stattdessen führt überzogener Ehrgeiz zu Misstrauen und Konkurrenzdenken, das letztendlich zu erhöhtem Druck auf die Spieler und Vereinsverantwortlichen führt.

    Der ESV Fortuna Celle positioniert sich klar gegen diese Entwicklungen. Auch in unserem Verein gibt es erfolgreiche Teams, die immer wieder durch Talente ergänzt werden. Hier handelt es sich jedoch nicht um eine offizielle Vereinsphilosophie der aggressiven Abwerbung, was ja auch unsere bereits vorhandenen Spieler verdrängen würde.

    In diesem Sinne fordern wir die Verantwortlichen auf, den aktuellen Entwicklungen entgegen zu treten und zurückzukehren zu einem entspannten Umgang im Jugendfußball.

    Mit sportlichen Grüßen


    Geschäftsführender Vorstand ESV Fortuna Celle e.V.


    Quelle : CelleHeute.de

    Hört sich ein bisschen so an, als hätten die Trainer nicht die allergrößte Lust die Kinder sinnvoll und mit Freude zu beschäftigen. Sprichst du das an, bist du sicher der Buhmann. Biete dich doch selbst als Trainer an und zeig denen mal wie man es macht ;)