Beiträge von Bussfallgott

    Nun, für Außenstehende ist das immer recht schwer zu bewerten- Fakt ist, dass die Kadersituation mit 24 Spielern für zwei Neunermannschaften in meinen Augen untragbar ist.


    Habt ihr bei euch im Verein keine Vorgaben wonach z.B. nach Geburtsjahrgängen aufgeteilt wird? Kinder in Mannschaften zu "zwingen" ist natürlich supoptimal, auf der anderen Seite kenne ich auch die z.T. absurden Wunschvorstellungen einiger Spieler bzw. Eltern. Da soll dann in einer jüngeren Mannschaft mittrainiert werden, für die keine altersbedingt keine Spielberechtigung besteht, weil dort ja alle Freunde sind, oder umgekehrt... Letztendlich hat die Einteilung das Ziel, allen Kindern ausbildungstechnisch bestmöglich gerecht zu werden und Perspektiven in einer Struktur anzubieten, die der Verein realistisch tragen kann.


    Wenn persönliche Probleme zwischen Spielern und Trainern bestehen, müsste man nun wissen, woran genau es liegt. Ist ein runder Tisch mit allen Beteiligten absolut ausgeschlossen..?

    Danke für den Input- ihr fasst meine Probleme ganz gut zusammen... xP


    Noch einmal zur ergänzenden Erläuterung: Das Gespräch soll mit Eltern und dem Spieler stattfinden, weil für mich eben auch ein wesentlicher Punkt die Selbstwahrnehmung/Selbstbewusstsein ist (Der Junge bezeichnet sich selbst als "fett"- keiner aus der Mannschaft macht das). Ich weiß eben auch nicht genau woran es liegt, aber die bisherigen Trainer sagen alle, dass er tendenziell eher weiter zunimmt- trotz des (vorgeblich?) ordentlichen Lebensstils. Und zum Thema Fortnite hatte meine Co-Trainerin einmal am Spielfeldrand das Gespräch gesucht- da kam dann unter andertem die Aussage, dass das Erziehungssache sei (sicher grundsätzlich richtig) und manche Kinder eben mehr oder weniger spielen- für die Mutter seien aber mal drei Stunden den Tag gar kein Problem. Das Kind ist 11.


    Ich möchte halt weder belehren noch mich über meine Kompetenz einmischen, allerdings sehr wohl sensibilisieren (auch gerne den Jungen selbst) und eben soweit möglich helfen.

    Hallo zusammen,


    in unserer U12 haben wir einen Spieler, der ein sehr guter Fußballer ist (Balltechnik, Abschluss, Torwart), aber athletisch ... Defizite hat. Er ist auffällig zu dick und aus den Gesprächen mit den letztjährigen Trainern geht hervor, dass die Tendenz hier auch eher ansteigend ist.

    Die Folgen sind, dass er im Trainingsspiel (und erst recht auf dem D-Jugendfeld) gerade 5 Minuten durchhält und danach nur noch im Tor spielen kann/will. Das Selbstwertgefühl ist natürlich auch entsprechend.


    Deswegen hatte ich mich ein paar Mal per Mail mit den Eltern ausgetauscht- laut deren Aussage hat das Kind einen Ernährungsplan, soll aber auf Anraten des Kinderarztes keine Diät machen, sondern das Gewicht halten um dann "auszuwachsen". Weiterhin fährt er mit dem Fahrrad zur Schule, hat 2-3 Fußball/Woche, 3-4 Mal Schulsport (erscheint mir aus eigener Erfahrung etwas hochgegriffen..?) und ist in seiner Freizeit gerne und auch mehrmals die Woche skaten.

    Unserer Kentniss nach kommen dazu allerdings auch recht viele Stunden Fortnite. Als meine Cotrainerin die Mutter darauf angesprochen hatte, nahm diese das eher so mittelmäßig auf...


    Ich habe ein gemeinsames Gespräch mit Eltern und Kind angeboten, bei dem wir besprechen, wie wir im Rahmen des Fußballtrainings helfen und unterstützen können (und um eventuell auch mal andere Bereiche vorsichtig abzuklopfen, wobei diese nun in der letzten Schilderung ja zumindest positiv dargestellt wurden).

    Aktuell ist der Plan, dass der Spieler zu den regulären zwei einheiten/Woche noch separates TW-Training erhält. Außerdem gibt es bei uns im Verein Bestrebungen ein Fördertraining anzubieten (sowohl für Förderfälle als auch besonders talentierte, was in diesem Fall sogar beides zutrifft).


    Hat jemand Ideen wie sich dieses Gespräch sinnvoll strukturieren lässt? Wie man mal vorsichtig den Lebensstil abklären und ggf. hinterfragen kann ohne dass dies als negative Einmischung wahrgenommen wird? Und am dringendsten natürlich für uns: Wie können wir dem Kind am sinnvollsten im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen? (2x Training/Woche, + TW-Training (mache ich ggf. selbst), + Einzeltraining, sofern da vom Verein schon etwas angeleiert ist)


    Danke für euer Feedback!

    Danke für die Vorschläge. :)


    Eltern einspannen möchte ich aus dem Grund nicht, da wir die Mannschaft neu trainieren und die Kommunikation erfahrungsbedingt komplett auf unsere Trainingsapp easy2coach umgestellt haben- keine Parallelkommunikation mit jedem Einzelnen über Email, WhatsApp, Anrufe mehr (außer im Notfall)... Da sich das jedoch noch einpendeln muss, es sich mitunter generell, besonders jedoch in den Sommerferien schwierig genug gestaltet Elternfeedback zu bekommen und dann auch immer die gleichen paar Engagierten dabei sind und sich alle anderen schön heraushalten, möchte ich es möglichst einfach halten. Prinzipiell wäre Versorgung natürlich ein Elternhilfejob. ;)


    Dass jeder etwas mitbringt ist auf jeden Fall eine Variante. Ich werde morgen noch einmal bei unserem Bäcker anfragen, der hat belegte Sandwiches und "Burger" im Angebot- ob so etwas auch für 15 Leute vorbestellbar wäre.

    Hallo zusammen,


    am kommenden Sonntag veranstalte ich mit meiner neuen U12 einen Trainingstag auf der vereinseigenen Anlage. Wir haben zwar eine Sportgastronomie am Platz, Sonntag sind dort jedoch die Kapazitäten erschöpft. Die Eltern der Spieler möchte ich jetzt ungerne spontan mit ins Boot holen und ich oder meine Co-Trainerin werden sicher nicht nebenbei für 10-14 Kiddies vorkochen. Geld -im Rahmen- ist dank gut gefüllter Mannschaftskasse nicht das Problem.


    Hat jemand eine gute Idee parat?


    Mein Notfallplan wäre Pizza bestellen, aber das wäre unter dem sportlichen Aspekt der Veranstaltung auch nicht unbedingt optimal... :D

    Wie es manchmal läuft... Auch wenn ich ob der Umstände eigentlich nicht sonderlich gefrustet war- hier einmal eine Zusammenfassung unseres letzten Spieles getreu dem Motto "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß"...


    Spiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe (im Pokal 1:2 verloren, Hinspiel 0:0, bei der HKM 0:0 aber in der Gruppe auf Platz 2 verwiesen). 14 Spieler im Kader, einer kommt nicht, da sein Bus einen Unfall hatte (nur Blechschaden, aber Polizei und volles Programm). Die ersten zehn Minuten spielen wir gut, das Spiel geht hin und her ohne gefährliche Strafraumszenen. Dann verlieren wir den Zugriff, insbesondere Kommunikation und Abstände im Zentrum sind fatal- folgerichtig gibt es zwei Gegentore. Auch zwei Auswechselungen bringen zunächst nur geringfügig neuen Input. in der 27. Minute verletzt sich unser TW bei einer Parade am Handgelenk und muss sofort runter, unser zweiter Keeper geht in den Kasten womit wir gleichzeitig unseren spielstarken Sechser verlieren. Nichtsdestotrotz: Fünf Minuten vor der Halbzeit fangen wir uns und erzielen aus vier schnellen Umschaltaktionen zwei Tore. Mit 2-2 geht's in die Pause.

    In der Pause bittet mich einer der Eingewechselten, ihn zunächst auf der Bank zu lassen, weil sein Rücken Probleme macht. Wir stellen also noch einmal um, haben nun alle Optionen von der Bank ausgeschöpft. Motivation und Stimmung sind trotzdem gut. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff geht unser IV ins Laufduell mit dem gegnerischen Stürmer, beide ziehen im Rahmen. Eigentlich ein handelsüblicher Zweikampf, aber der junge Schiedsrichter pfeift Strafstoß. In meinen Augen eine klare Fehlentscheidung, obendrein gibt es -glücklicherweise nur- gelb. Jedenfalls verwandelt der Gegenspieler trocken. Wir stürmen wütend gegenan- und kassieren zu allem Überfluss durch einen langen Ball in die Schnittstelle drei Minuten später das 2-4. Nach dem Gegentor lässt sich einer meiner Spieler wegen Kopfschmerzen auswechseln- der angeschlagene Ersatzmann probiert's also noch einmal. Das Spiel wird nun etwas fahrig. Wir finden keinen rechten Zugriff, aber der Gegner kommt auch nicht ins letzte Drittel. Mein Verletzter auf dem Platz (normalerweise ein schneller Stürmer und unser Topscorer mit 12 Treffern in 14 Spielen) geht mehr, als dass er läuft. Als er anfängt, sich zwischen den Aktionen den Rücken zu halten, nehme ich ihn runter. Wir spielen zu zehnt zu Ende, mein Kopfschmerzler sitzt im Schatten mit einem Kühlpack auf der Stirn und kann auch nicht mehr. Der Gegner bleibt vollzählig. Wir gehen volles Risiko und der Kampfgeist meiner Truppe ist beeindruckend. Natürlich entstehen zunehmend Räume, aber die Kommunikation ist wesentlich stärker als in den schwachen zwanzig Minuten in der ersten Hälfte. Defensiv haben wir fast jeden Ball, bloß zu selten schaffen wir es, den dann über mehr als zwei Stationen laufen zu lassen. Damit machen wir es uns natürlich zusätzlich schwer. Grund dafür mag auch der Rasen gewesen sein- dieser hat schon eine Halbserie Football und Fußball hinter sich (!) und staubt wie in einem schlechten Actionfilm. Zehn Minuten vor Schluss haben wir dann Glück: Bei einem Pressschlag im gegnerischen Strafraum gibt es erneut Elfmeter. Möglicherweise eine Konzessionsentscheidung des -abgesehen von diesen zwei Elfmetern wirklich nicht schlechten- Schiedsrichters. Unser einhundertprozentig sicherer Schütze tritt an. Im Training am Vortag haben wir zum Ende ein Fun-Elfmeterschießen gemacht, im Tor der Keeper unserer 2. Herren. Mein Spieler (C-Jugend) hat acht Mal getroffen und einen an den Pfosten gesetzt. Obwohl der Torwart nachher durchaus in seiner Ehre angefixt war. Nun, lange Geschichte, kurzes Ergebniss: Der Boden ist im anderen 16er so schlecht, dass der SR die elf Meter abschreiten muss, weil keine Markierung im Sand zu erkennen ist. Unser Elferprofi tritt in den Boden und der gegnerische Keeper pariert den demtentsprechend unplatzierten, hüpfenden Ball. Fünf Minuten später und die gleiche Zeit vor Schluss kassieren wir dann völlig entkräftet ~zu 10. bei gefühlt 30° im Schatten~ das 2-5, der Entstand.


    Nach dem Spiel habe ich meine Truppe erst einmal für den Kampf und Charakter in so einem Pechspiel gelobt. Drei Verletzte, ein Platz wie die Steppe nachdem Dschingis Khans Horde dort durchgezogen ist, Pech mit dem Schiedsrichter und unserem eigenem Vermögen... Tja. Hat man mal.


    Oh, und unser Keeper hat sich das Handgelenk gebrochen und fällt für sechs Wochen bzw. den Rest der Saison aus. :(

    Wenn wir uns schon so herrlichlich subjektive Einzelerfahrungen um die Ohren klatschen, hier meine zum "betreuten Kicken":


    Eine Mannschaft von der E bis in die C2 vom gleichen Trainergespann trainiert, welches von Fußball nicht wirklich eine Ahnung hatte. Engagiert, gut mit den Kids, aber eben auch maximales laissez-faire im Training. Das Resultat war dann, dass in der ersten Kreisliga* Saison in der C-Jugend jedes Spiel klar verloren wurde, oft zweistellig. In der nächsten Saison haben mein Co und ich die Mannschaft übernommen (und sind in der KKLA Dritter geworden, für die Ergebnisfans ;). Meine Erfahrungen aus erster Hand:


    - Ambitionierte Spieler wechseln den Verein. Das tut nicht nur der Jugendsaubildung und den Ergebnissen weh, sondern sprengt auch immer wieder das Mannschaftsgefüge, denn Leistungsträger sind idR auch in der sozialen Hierarchie tonangebend.

    - Spieler verlieren den Spaß am Fußball. Niederlagen zum einen, aber auch, dass z.B. jedes Training zum Abschluss einfach eine Dreiviertelstunde gebolzt wird, während Trainer und Spieler munter am Rand nebenbei schnacken, gefällt erstaunlicherweise auf die Dauer niemandem- nicht einmal den größten Spaßfußballern. Nicht jeder möchte eine "fußballerische Ausbildung" erhalten, aber jeder Spieler möchte ein abwechslungsreiches, dann und wann forderndes Training mit Erfolgserlebnissen. Idealerweise dann auch im Spiel (und zwar nicht nur, weil man Kreisklasse Z gemeldet hat).

    Wir hatten im Sommer außergewöhnlich viele Abgänge, die sich in anderen Sportarten umgesehen haben, und dieser interne Drop-Out lässt sich sehr gut auf die verkorkste Saison zurückführen.

    - Die psychische Negativspirale ist immens. Diese Spieler geben auf dem Platz schneller auf, gehen negativer miteinander um (Schuldzuweisungen) und bleiben definitiv um Längen unter ihren fußballerischen Möglichkeiten. Beobachtet im direkten Vergleich alter/junger Jahrgang. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass dies -so wie ein positives Erlebnis des Sportes die psychosoziale Entwicklung stützt- auch weitergreifende Auswirkungen auf die Charakterentwicklung haben kann. In jedem Fall wird auch hier Potenzial verschenkt.

    Wir haben im ersten Jahr mit dieser Truppe unwahrscheinlich viel in puncto Einstellung, positiver Kommunikation, Selbstvertrauen (und Technik) nacharbeiten müssen- und trotzdem längst nicht genug geschafft.


    * Meiner Ansicht bzw. dem Leistungsniveau hier im Norden nach kann jeder Spieler, der ein- bis zweimal die Woche vernünftig trainiert wird problemlos Kresiliga spielen.



    Wenn der Ansatz tatsächlich "bloß 'n bisschen Bolzen" ist, kann man das natürlich schon machen. Nur ist dann für mich fraglich, wozu es den Verein oder überhaupt Trainer braucht... :)



    Noch einmal, jeder frewiliige (Vater)Trainer in Ehren und sicherlich kann man sagen, besser Kicken mit Betreuung als gar kein Fußballangebot. Aber wer nicht bestrebt ist, den Kindern bestmöglich gerecht zu werden (als Trainer, Fußballabteilungsleiter, whatever), der ist eben falsch auf seinem Posten. Und zwar in jeglichem Bereich der Pädagogik.

    Liebe Mittrainer,


    für unser Vereinskonzept wollen wir den Ausbildungsstand ein wenig quantifizierbarer machen. Deswegen sollen bestimmte Fertigkeiten nach Altersstufen eingeordnet werden, sodass sich nachvollziehen lässt, was Spieler im Alter XY kennen oder können sollten und dementsprechend die Trainingsziele für einzelne Spieler und Mannschaften angepasst und vor allem aber auch über eine subjektive Einschätzung hinaus nachvollzogen werden können.

    Deswegen geht es hierbei weniger um qualitative Details wie Pass-/Schusshaltung/-schärfe/usw. oder Verhalten im Raum/zum Ball, sondern um Bewegungsabläufe (Finten, Wenden, Körperbewegungen wie Lauf ABC, Movement Preps, ...) o.ä.


    Gibt es dazu einsehbare Konzepte/Ideen?


    Was wären für euch Grundbewegungen bzw. vorteilhafte Finten/Wenden/... für das Erlangen eines großen "Bewegungsschatzes" (Nowak)?


    Danke im Voraus für euren Input! :)

    Ist nur ein deutsches Problem!

    Gibt es in den anderen Ligen nicht!

    Barcelona gegen Liverpool war auch deshalb ein super Spiel, weil es keinen deutschen Schiedsrichter und vor allem keinen deutschen VAR gab!!!

    WM Finale - ein Elfmeter, der nach dem Kriterium "Absicht" und jeglicher logischer Betrachtung der Bewegungsdynamik nie hätte gegeben werden dürfen, dessen Nichtgeben aber laut IFAB Interpretation und argentinischem Schiedsrichter eine klare Fehlentscheidung darstellt.


    In der Bundesliga wird dabei über klare (Dortmund, Bayern) wie klar nicht-klare Situationen gleichermaßen geschimpft.


    Als Schiedsrichter kann dazu nur sagen, dass die aktuelle Schwammigkeit der Regel ("Absicht"!) und geforderte Interpretation anhand von Kriterien ausgesprochen wirklichkeitsfremd ist - kommt dann noch der VAR dazu, der statische Bilder bewertet, bei denen die Hand aus der Bewegung heraus mal mehr, mal weniger am Körper ist, wird es vollends unübersichtlich. Entweder wird in Zukunft wieder die Entwicklung befeuert, dass Verteidiger nur noch mit Händen hinter dem Rücken in den Ball gehen oder es die Handspielauslegung bedarf dringend einer praktikablen Reformation - und zwar keiner weiteren Unkonkretmachung wie zur neuen Saison anstehend...


    Hat mit deutschen SR aber nichts zu tun, das ist IFAB Vorgabe.

    - um das OffTopic zu komplettieren... 8o


    Und dann mein Senf mal in die Runde - wer von den Kritikern hat sich einmal praktisch im Trainingsbetrieb offen (ohne Deklassifizierung als "Nichtfußball") auf Funino eingelassen? Meine Erfahrung aus unserer kompletten Jugendabteilung, diversen Fußballcamps, dem Zweitligisten von nebenan, als Spieler... - durchweg positiv.


    Funino ist nicht die Wahrheit und der neue Fußball. Das soll es auch nicht sein oder werden - es ist ein Teil einer vielseitigen fußballerischen Tätigkeit (in gewissen Altersgruppen auch sinnigerweise im Spielbetrieb). Und es funktioniert.

    Können wir uns darauf einigen- Vatertrainer im negativen Sinne sind Symptome eines strukturellen Problems, das leider in der Realität vielfach beobachtet werden kann? Trainer, die "Erfolg" oder Ideale von 1812 über das Wohl der Kinder stellen, gibt es natürlich aus allen Kategorien, aber (zwangsläufigerweise) seltener dort, wo eine vernünftige Aus- und Weiterbildung gewährleistet wird. Zu wenige ehrenamtliche Eltern erhalten diese Unterstützung.


    EnterTrainer : Dein Kreuzzug gegen Funino ist, genau wie das blinde Verfechten selbigens (was ich hier aber im Forum recht selten beobachte, viele Befürworter sind reflektiert genug um Argumente auszutauschen), als purer (Re)Aktionismus wenig zielführend. Das 3g3/4g4/11g11 ist sicher nicht der Heilige Gral, aber bestimmte Aspekte der Kinderförderung lassen sich damit unbestreitbar besser umsetzen. Wenn über diese kein Konsens besteht, ist weitere Diskussion natürlich müßig.


    Ich sehe viele Möglichkeiten und eine absolute Notwendigkeit, KiFu, Jugendausbildung usw. in Zeiten von gesellschaftlichen Herausforderungen einer "unbewegenderen" Welt (Thema für neue 1-999 Threads ;)) attraktiver und kind- sowie lebensweltgerechter zu gestalten - was genau dazu zählt und wie sich das auf dem Platz gestaltet, bleibt -hoffentlich- weiterhin ein spannendes Thema... 8)

    Nun, Fechter und Coach31 , das sehe ich durchaus anders. Zunächst muss man im Leistungs- bzw. Ergebnisfußball natürlich seine Idee den vorhandenen Gegebenheiten anpassen - der Holzhammer führt wohl nur dann zum Erfolg, wenn auch tatsächlich Wände eingerissen werden sollen. Allerdings mMn in einem durchaus wesentlich geringeren Rahmen als oftmals proklamiert: Dass bspw. bestimmte Vereine in den ersten 3-4 Ligen keinen Ballbesitzfußball spielen "könnten", weil ihnen dafür die individuelle Qualität fehle (wie gerne zitiert), halte ich für ausgemachten Unsinn. Als Beispiel möchte ich gerne Holstein Kiel in den letzten zwei Jahren nehmen, die z.T. mit echten "Rumpelfüßen" einen maximalriskanten Spielaufbau aus der Viererkette mit überwältigendem Erfolg betreiben. Ist hier aber auch nicht unbedingt der Punkt.


    Mit unserem Konzept wollen wir eben genau das erreichen, dass Spieler in den Großfeldmannschaften auf einen überprüfbaren Ausbildungsstand gebracht werden und bestimmte Spielideen, Formationen usw. verinnerlichen, die sich bis in den Herrenbereich fortsetzen. Sicherlich sind in der U15 und U23 unterschiedliche Ansätze gefragt, unabhängig davon ob man nun Erfolg oder Ausbildung präferiert. Allerdings halten wir es für wesentlich, dass übergreifend auf dasselbe Ziel hingearbeitet wird. Coach31 : Deine Kontinuität, die durch unser Konzept gestützt werden soll.


    --


    Um noch einmal inhaltlich zu werden: Es geht weder darum, Direktspiel oder Mehrkontakte zu verbieten, noch soll den Spielern jede (oder überhaupt irgendeine) Situation vorgekaut werden. Die Frage, für die ich mir hier noch ein wenig Input erhoffe, ist, ob es bestimmte Philosophien ( Constantin oder taktische Lösungen) gibt, für die ein klarer Fokus auf eine dieser Varianten angebracht ist, ob dies lediglich implizit vermittelt werden sollte, ob die Spieler maximal entscheidungsfrei lernen sollten, ob es für bestimmte Ausbildungsziele sinnvoll ist, eine/beide/keine Variante verstärkt zu schulen ...? :)


    Vielleicht hat ja noch jemand konkrete Ideen. 8) 

    Also, danke schonmal für den Input- zur Klarstellung:

    Um welche Altersgruppe geht's Euch bei dieser Frage?

    Es geht um unsere Fußballphilosophie im Herrenbereich, auf die im Leistungsbereich konkret und im Aufbaubereich implizit hingearbeitet werden soll. :)


    Im KiFu ergibt Direktspiel natürlich keinen Sinn, wenngleich es für mich hier durchaus zur Technikschulung gehört (prioritätsmäßig nach 999 anderen Dingen).


    Die Zuordnung Direktspiel-Konterfußball und Pflichtkontakte-Ballbesitz würde ich so nicht zwangsläufig stützen, das ist oft einfach eher Resultat als Idee. Es geht auch nicht darum, dass JEDE Situation nach der Vorgabe ausgespielt werden soll, manchmal ist in der jeweiligen Szene ja auch eine Methode obligatorisch. Allerdings habe ich mich selbst eben nie detaillierter damit auseinander gesetzt, in Nagelsmann'scher Manier (oder wie unser Ligatrainer ;)) zwei Pflichtkontakte permanent einzufordern - einzig glasklare Direktsituationen ausgenommen. Mein Ausbildungsansatz war immer, den Direktpass als schnellste Alternative zuzulassen und auch implizit -Mut zum Risiko- einzufordern, wo technisch möglich. Wenn das als Angsthasenalternative genutzt wird, wird natürlich gegengecoacht.

    Ich finde jedoch beide Ideen spannend (und übrigens auch -auf eher theoretischer Basis- das andere Extrem des permanenten Direktspieles) und frage mich, ob es bestimmte Vorteile für eine Art der Ausbildung/des Fußballs gibt, ob man das in ein Konzept integrieren kann/sollte usw...


    Offen für Anmerkungen. ^^

    Hallo zusammen,


    bei unserer großen Runde im Verein zur Weiterentwicklung unseres Fußballkonzeptes kam dieses Thema neulich auf, deswegen würde ich hier gerne mal ein paar Ansichten hören. Unser Ligatrainer ist ein absoluter Verfechter der Nagelsmann'schen 2 Pflichtkontakte, gegensätzlich gibt es ja auch Philosophien, die schnelles direktes Spiel präferieren.

    Ich persönlich habe es bisher eigentlich so gehalten, dass ich diese Entscheidung den Spielern frei überlasse und technisch beides, implizit aber eher das schnelle Spiel (im Sinne eines ersten Kontaktes in Zielrichtung) trainiere.


    Natürlich gibt es ganz konkrete Situationen, in denen eine Variante definitiv die bessere Lösung darstellt, jedoch frage ich mich, ob es sinnvoll sein kann sich konzeptionell für eine bestimmte Art des Fußballs hier vom Trainingsschwerpunkt festzulegen. Denn dass bei zwei Kontakten (auch klar empirisch) die Ballkontrolle ausgeprägter ist, ist selbstverständlich- gleichwohl spielen Mannschaften wie Hoffenheim unter dieser Prämisse einen unglaublich schnellen, dynamischen Fußball, auch vielfach mit Aktionen, wo der zweite Kontakt tendenziell riskant (wegen Gegnerdruck) oder unnötig erscheint und trotzdem zum Erfolg führt. Andererseits ist der direkte Pass natürlich schneller und meine Vorgabe im Training lautet technisch idR, wenn es geht auch ruhig direkt zu spielen, im Sinne des Mutes zum Risiko.


    Wie sind da eure Erfahrungen und/oder Gedanken? :)

    Constantin und Follkao : Dann sind wir ja grundsätzlich auf einer Linie. Und, ganz ehrlich, als Trainer und Spieler rege ich mich auch oft genug über Schiedsrichter und/oder Entscheidungen auf, dann kommt es aber auf die Art und Weise an... :)


    Zur Unfehlbarkeit der "Halbgötter in Schwarz" - Sicherlich gibt es Menschen, die sich aus selbstdarstellerischen Gründen für diese Aufgabe interessieren und sich an der Entscheidungsmacht auf dem Platz ergötzen. Ich verabscheue SR mit dieser Motivationslage zutiefst.

    Da jedoch als Schiedsrichter Souveränität, Austrahlung und Akzeptanz auf dem Platz das Allerwichtigste ist, ist es absolut korrekt und wird dementsprechend auch in der Ausbildung vermittelt, dass in manchen Situationen eine klare, autoritäre und unwidersprüchlich kommunizierte Entscheidung rangmäßig vor der richtigen Wahrnehmung und Bewertung einer Situation steht. Mit zunehmender Erfahrung lerne ich dann, selbstbewusster zu kommunizieren, Dialoge zu führen ohne an Autorität einzubüßen und auch ehrlich gegenüber Spielern zu sein. Als gestandener SR kann ich sagen "Ja, das könnte Abseits gewesen sein, weil ich es aber nicht zu 100% sehen konnte, muss ich das Tor zählen lassen." Mach das mal als junger Schiedsrichter beim ersten Herrenspiel, was vielleicht ohnehin noch etwas schwierig ist.....

    Kleine Beispiele für das Erlangen von Akzeptanz auf dem Spielfeld: Klare erste Pfiffe. Bei den Eingangssituationen präsent sein und mit 100%iger Körpersprache bis Overacting auch klare Situationen entscheiden (auch hier natürlich nicht immer, das ist ein ganz schwieriger Lern- und Abwägeprozess). Je nach Spiel und Spielwillen frühe Karten oder großzügiges Laufenlassen, dann aber konsequent. Die sogenannte "Einstiegskarte" ist immens wichtig. Kommunikation und Omnipräsenz am Anfang- ein etwas ruppiger Zweikampf, aber kein Foul, die Spieler behakeln sich in der Folge noch ein bisschen, heißt: Entweder klarer Pfiff und Ansprache (kleinlich) oder anzeigen und weiterlaufen lassen und laut über den Platz "Weiter geht's!"/"Ich seh das!"/... . Präsenz. Als junger Schiedsrichter bist du froh, wenn du Laufwege und Regeln halbwegs auf der Reihe hast, dann denk mal an alle diese Kleinigkeiten, die dem Rest am und auf dem Platz vermitteln, der weiß schon, was er tut...


    Mir ist es als SR lieber, ich pfeife mit 100% Autorität schlecht, als dass ich eigentlich in jeder Situation die sachlich richtige Entscheidung treffe und trotzdem vier Spieler auf mich zustürmen und diskutieren und reklamieren. Mit der Erfahrung wird dann beides besser, aber die wahrgenommene Arroganz ist ganz häufig schlicht und einfach (leider notwendiger!!!) Selbstschutz.


    Würden alle Spieler und Trainer fair mit den Schiedsrichtern umgehen, kann man sich sicherlich hinstellen und sagen "Jungs, ich bin auch neu, ihr macht Fehler, ich mache Fehler, ist dann so..." und der ein oder andere mag auch in jungen Jahren diese außergewöhnliche kommunikative Kompetenz haben. Zu oft kann man dies leider nicht so machen.

    Bei uns (SHFV) ist ebenfalls 14 das Mindestalter, jüngere Teilnehmer brauchen eine Sondergenehmigung - was aber der Erfahrung nach in keinem Fall je ein Problem war. Im Zweifelsfall einfach mal den zuständigen KSO fragen oder über den vereinseigenen Schiri-Obmann anfragen lassen.


    Die Prüfung zum DFB-Schiedsrichter darf man übrigens erst mit 16 Jahren ablegen (respektive wird der Status erst dann anerkannt), bis dahin bleibt man Anwärter/Jung-SR.


    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Alter von 12 Jahren zum Einstieg in den meisten Fällen in Ordnung ist, wenn man dann die jüngeren Jugenden (idR ≤ E) pfeift. Schön und notwendig, wenn man vom Verein hierbei die entsprechende Unterstützung bekommt. Gerade Maßnahmen wie z.B. Tandemschiedsrichter oder auch nur ein Betreuer, der bei den ersten Spielen am Rand steht und unterstützt, sind ausgesprochen hilfreich. Letztendlich hängt es stark von der persönlichen Reife und Einstellung an, jegliche Altersgrenze ist -wie überall- hochgradig individuell variierbar. :)