Beiträge von Bussfallgott

    Noch als kleine Ergänzung: Ich finde es wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was man beeinflussen kann. Über einen schlechten Schiedsrichter kann ich mich ärgern, aber das wird in der Folge die Entscheidungen nicht besser machen. Stattdessen möchte ich lieber Spieler, die ihre Energie ins Fußballspielen investieren. Das heißt mMn übrigens nicht, dass man emotionslos oder billigend hinnimmt, gefoult oder benachteiligt zu werden- nur müssen die Spieler begreifen, dass die einzig richtige Antwort auf und nicht (gedanklich) neben dem Platz gegeben wird.

    Am Wochenende mit der U12 0-1 verloren, aber unser bestes Saisonspiel abgeliefert. Und vor allem waren die Trainingsinhalte der Woche (Spielverlagerung in die Breite) richtig schön auf dem Platz zu sehen, gegen einen Gegner, der ansonsten unsere Staffel dominiert. Nach dem Spiel beim Abklatschen meinte einer der generischen Jungs fröhlich zu mir "Da haben wir aber echt Glück gehabt..." - hat mich in dem Moment irgendwie wirklich gefreut. Und die Jungs nehmen es nach der ersten Enttäuschung -Chancen waren da- auch gut auf. :)

    Tja... Die Mutter sollte sich einen Termin aussuchen, hat sich aber nie gemeldet. Sehen, um sie darauf anzusprechen tue ich sie auch nicht, aktuell steht auch noch Geld für ein Trikot aus. Das Kind ist nach wie vor dick, kann kaum eine Runde am Stück laufen (das hatte ich neulich im TW Training spaßeshalber angeordnet, weil ich Umbauzeit brauchte und die bei der Kälte mal etwas in Bewegung kommen/bleiben sollten - der andere Keeper hat auf 400m fast 100m Vorsprung herausgelaufen, im normalen Joggingtempo), aber immerhin motiviert dabei- solange es bewegungsvermeidend geht.

    In den Herbstferien habe ich mit der handvoll Kinder, die da waren, trainiert. Den Spieler habe ich aber in dieser Zeit immer nur abseits des Platzes gesehen... ?(

    Also, das ist jetzt nicht empirisch, aber meine Beobachtung ist da eher gegenteilig- idR sind Mädchen den gleichaltrigen Jungs körperlich überlegen, bis bei denen Pubertät und Wachstum einsetzen. Einzige Ausnahme hier die Schnelligkeit. Ich hatte das eben auf die frühere Pubertät zurückgeführt - jetzt würde mich aber mal eine Auflösung interessieren, wie es wirklich ausschaut: Muskelaufbau vs. Entwicklungsvorteil... ;)

    [...]

    Ergänzend würde ich die Möglichkeit einräumen, dass besonders talentierte Spieler, die in altersgleichen Mannschaften unterfordert sind, in ältere Mannschaften -max. 2 Jahre- aufrücken können - wenn der Spieler dies selbst auch möchte und charkaterliche und körperliche Kompatibilität besteht (!). Sicherlich eher Einzel- als Regelfall, aber im Ausbildungssinne sollte eben auch jeder Spieler auf dem Level spielen, dass ihn ausreichend fordert.


    Nach Leistung anstatt nach Jahrgang aufzuteilen endet in der Regel katastrophal. Wie soll denn ein Spieler, der vom Leistungslevel D2 oder D3 spielen müsste in der nächsten Saison im jungen Jahrgang C-Jugend mitspielen - gerade wenn im Drop-Oit-Alter möglciherweise nur noch eine Mannschaft pro Jugend gestellt werden kann..?

    In jüngeren Jugenden kann ich jeden (!!!) Spieler an das Niveau seines Jahrganges heranführen. Sollte dies in irgendeinem Alter nicht mehr gelingen, wird dies auch nicht funktionieren, wenn der betreffende Spieler konstant in zu jungen Jahrgängen "mitgeschleift" wird. Es sei denn, irgendjemand empfindet es als befriedigende Lösung, nur jede zweite Saison Punktspiele spielen zu dürfen und sich permanent mit deutlich Jüngeren zu messen (wobei dann erwartbarerweise der eigene körperliche Vorteil für eine gute fußballerische Entwicklung zusätzlich hemmend wäre)....

    Auf jeden Fall Koordination. Werde ich ja nicht müde zu betonen. Aber kommt in meinen Augen i. d. R. zu kurz.

    Richtig, aber bitte nicht isoliert, sondern spielerisch. Allgemein: Stelle die Kids immer wieder vor neue Aufgaben und gib ihnen die Möglichkeit, selbstständig Lösungen zu finden. Je vielfältiger die Bewegungsformen, desto besser. Natürlich darf trotzdem ein guter Teil Fußball dabei sein... ;)

    So, ich fange mal mit meinem eigenen SR-Ärger an, damit ich den Tenor des Threads treffe... ;)

    Vorletztes Spiel meiner D2 beim Stand von 0-1 fünf Minuten vor Schluss: Unser Spieler erobert sich mit einer fairen Grätsche am Mittelkreis den Ball, der Schiri lässt weiterlaufen. Drei meiner Spieler rennen mit Ball auf einen Verteidiger und den Torwart zu. Jetzt protestiert der Gegner lautstark und mit deutlicher Verzögerung pfeift der Schiedsrichter. Nicht nur, dass die Entscheidung eindeutig falsch war, vor allem wollte der SR zunächst offenkundig nicht pfeifen....... Das Spiel ging 0-1 verloren, die Enttäuschung war trotz ansprechender Leistung gegen einen Altjahrgang entsprechend.


    Und nun zu den erlittenen Ungerechtigkeiten des TE. Auch wenn ich mir sicher bin, dass du tatsächlich empfindest, dass die Heimschiedsrichter eher zugunsten ihres Vereines pfeifen, gilt es sich in dieser Hinsicht ausgesprochen kritisch zu hinterfragen. Schließlich sehen wir nicht nur Dinge durch unsere Brille, sondern nehmen vor allem hoch selektiv wahr. Ich bin der Überzeugung, bei einem knappen Spiel ist jeder Trainer der Meinung, dass die 50:50 Entscheidungen eher gegen die eigene Mannschaft getroffen wurden. Bestes Beispiel ist die allseits bekannte Unterstellung des "Bayern-Dusels" - nicht nur wird bei den Bayern immer so lange nachgespielt, bis sie treffen (empirisch widerlegt), auch pfeifen Schiedsrichter tendenziell eher für die einflussreichen Münchner (empirisch nicht belegbar)... ;)


    Regelverstöße sind eine andere Sache. Hier bin ich jedoch einhundertprozentig davon überzeugt, dass diese ein Schiedsrichter niemals (!) wissentlich begeht. Denn indem ich nicht nur per Tatsachenentscheidung falsch liege, sondern wider besseren Wissens eine Regel falsch anwende, mache ich mich angreifbar. Wird hier Protest eingelegt, ist das ein grund für das Sportgericht, Spiele wiederholen zu lassen. Von der konkreten Außenwirkung am Platz ganz zu schweigen. Dinge, wie diese merkwürdige Vorteilsauslegung (ob Ausrede oder tatsächliche Wahrnehmung) erlebt man tatsächlich immer einmal wieder, idR bei jüngeren Schiedsrichtern. Wobei natürlich auch Veteranen vor Blackouts nicht gefeiht sind. Vorsatz zu unterstellen ist immer gefährlich, das müsste dann schon belegbar sein.


    Was das tendenzielle Pfeifen für den Heimverein angeht: Meiner Erfahrung nach ist eher das Gegenteil der Fall. Gerade junge Schiedsrichter pfeifen, um sich eben nicht dem Vorwurf der Vorteilsnahme ausgesetzt zu sehen, eher einmal gegen das "eigene" Team. Natürlich gibt es auch hier Situationen wo es schwerer fällt, eine Entscheidung gegen bekannte Spieler/Freunde/Geschwister/eigene Trainer usw. zu treffen. Als Schiedsrichter mit eben dieser Aufgabe hat man aber auf dem Platz in der Regel eine Art Gerechtigkeitsempfinden, dass sich negativ wie folgt äußern kann - man pfeift eher 1) für den Underdog, 2) gegen den eigenen Verein oder 3) ausgleichend (Konzessionsentscheidungen). Wer dieses Empfinden nicht hat, ist auch kein geeigneter Spielleiter. Und hier wären wir beim entscheidenden Punkt:


    Was für Schiedsrichter leiten die Spiele..? Mit welcher Ausbildung und Erfahrung?


    Bei uns im Kreis muss für E- und D-Jugend der Heimverein den Schiedsrichter stellen. Je nach Struktur stehen dort bestenfalls ausgebildete Jungschiedsrichter oder motivierte Nachwuchsspieler zur Verfügung, die von erfahreneren Referees begleitet und betreut werden. Das ist selten genug der Fall, weil es einfach kaum jemanden gibt der die (undankbare?) Aufgabe des SR übernehmen möchte. Also pfeifen alternativ Vereinsveteranen (Trainer, alte SR, Betreuer), die das schon seit Jahrzehnten machen. Nur leider in der Regel auch immer noch genau wie vor 30 Jahren pfeifen, da gehen Regeländerungen und co. bisweilen einmal unter. Gibt es hiervon auch niemanden, der Zeit hat, wird überall rumgefragt. Das kann dann auf ein Elternteil, Geschwister, den Platzwart oder Würstchenverkäufer hinauslaufen. Bestenfalls hatten diese schon einmal Erfahrungen mit der Sportart Fußball. Oder, die schlimmste Variante: Da der Verein keinen Schiedsrichter stellen kann, kümmert sich der Trainer eine halbe Stunde vor Anstoß darum. Mit variierenden Ergebnissen - es pfeift 1) kein Schiedsrichter (freiwilliges Fairplay mit wechslehaftem Erfolg), 2) ein Elternteil der Heimmannschaft (der Gast ist unzufrieden), 3) ein Elternteil der Gastmannschaft (Heim ist unzufrieden) oder 4) der (Co)Trainer selbst (aua!). Die verfügbare Qualität ist also in der Regel überschaubar.


    Und diese grauenhafte Struktur dürfte mit Sicherheit einer der Gründe für die Häufigkeit von SR-Fehlern im Jugendbereich sein. Vielleicht ist es aber auch die Undankbarkeit des Jobs, bei dem einen am Ende alle Vorwürfe machen und Parteilichkeit unterstellen. Oder Blindheit. Oder Inkompetenz. Oder allgemeines Im-Leben-Gescheitert-Sein.


    Oh, nebenbei ist die ganze Nummer nicht so einfach, auch -und manchmal gerade- bei den Jüngeren. Wer ein- bis zweimal selbst gepfiffen hat, meckert statistisch 94,367 % weniger... 8o


    Abschließend nur als Anmerkung: ich kann allen Frust verstehen und habe mich auch schon unwahrscheinlich über Schiedsrichter geärgert, sei es aufgrund des persönlichen Umgangs oder der (Nicht)Leistung auf dem Feld. Aber für meine Mannschaft ist das Thema Schiedsrichter tabu, wir kümmern uns um das, was wir beeinflussen können. Und oft genug halte ich mich selbst auch daran.... ;)

    Nun, für Außenstehende ist das immer recht schwer zu bewerten- Fakt ist, dass die Kadersituation mit 24 Spielern für zwei Neunermannschaften in meinen Augen untragbar ist.


    Habt ihr bei euch im Verein keine Vorgaben wonach z.B. nach Geburtsjahrgängen aufgeteilt wird? Kinder in Mannschaften zu "zwingen" ist natürlich supoptimal, auf der anderen Seite kenne ich auch die z.T. absurden Wunschvorstellungen einiger Spieler bzw. Eltern. Da soll dann in einer jüngeren Mannschaft mittrainiert werden, für die keine altersbedingt keine Spielberechtigung besteht, weil dort ja alle Freunde sind, oder umgekehrt... Letztendlich hat die Einteilung das Ziel, allen Kindern ausbildungstechnisch bestmöglich gerecht zu werden und Perspektiven in einer Struktur anzubieten, die der Verein realistisch tragen kann.


    Wenn persönliche Probleme zwischen Spielern und Trainern bestehen, müsste man nun wissen, woran genau es liegt. Ist ein runder Tisch mit allen Beteiligten absolut ausgeschlossen..?

    Danke für den Input- ihr fasst meine Probleme ganz gut zusammen... xP


    Noch einmal zur ergänzenden Erläuterung: Das Gespräch soll mit Eltern und dem Spieler stattfinden, weil für mich eben auch ein wesentlicher Punkt die Selbstwahrnehmung/Selbstbewusstsein ist (Der Junge bezeichnet sich selbst als "fett"- keiner aus der Mannschaft macht das). Ich weiß eben auch nicht genau woran es liegt, aber die bisherigen Trainer sagen alle, dass er tendenziell eher weiter zunimmt- trotz des (vorgeblich?) ordentlichen Lebensstils. Und zum Thema Fortnite hatte meine Co-Trainerin einmal am Spielfeldrand das Gespräch gesucht- da kam dann unter andertem die Aussage, dass das Erziehungssache sei (sicher grundsätzlich richtig) und manche Kinder eben mehr oder weniger spielen- für die Mutter seien aber mal drei Stunden den Tag gar kein Problem. Das Kind ist 11.


    Ich möchte halt weder belehren noch mich über meine Kompetenz einmischen, allerdings sehr wohl sensibilisieren (auch gerne den Jungen selbst) und eben soweit möglich helfen.

    Hallo zusammen,


    in unserer U12 haben wir einen Spieler, der ein sehr guter Fußballer ist (Balltechnik, Abschluss, Torwart), aber athletisch ... Defizite hat. Er ist auffällig zu dick und aus den Gesprächen mit den letztjährigen Trainern geht hervor, dass die Tendenz hier auch eher ansteigend ist.

    Die Folgen sind, dass er im Trainingsspiel (und erst recht auf dem D-Jugendfeld) gerade 5 Minuten durchhält und danach nur noch im Tor spielen kann/will. Das Selbstwertgefühl ist natürlich auch entsprechend.


    Deswegen hatte ich mich ein paar Mal per Mail mit den Eltern ausgetauscht- laut deren Aussage hat das Kind einen Ernährungsplan, soll aber auf Anraten des Kinderarztes keine Diät machen, sondern das Gewicht halten um dann "auszuwachsen". Weiterhin fährt er mit dem Fahrrad zur Schule, hat 2-3 Fußball/Woche, 3-4 Mal Schulsport (erscheint mir aus eigener Erfahrung etwas hochgegriffen..?) und ist in seiner Freizeit gerne und auch mehrmals die Woche skaten.

    Unserer Kentniss nach kommen dazu allerdings auch recht viele Stunden Fortnite. Als meine Cotrainerin die Mutter darauf angesprochen hatte, nahm diese das eher so mittelmäßig auf...


    Ich habe ein gemeinsames Gespräch mit Eltern und Kind angeboten, bei dem wir besprechen, wie wir im Rahmen des Fußballtrainings helfen und unterstützen können (und um eventuell auch mal andere Bereiche vorsichtig abzuklopfen, wobei diese nun in der letzten Schilderung ja zumindest positiv dargestellt wurden).

    Aktuell ist der Plan, dass der Spieler zu den regulären zwei einheiten/Woche noch separates TW-Training erhält. Außerdem gibt es bei uns im Verein Bestrebungen ein Fördertraining anzubieten (sowohl für Förderfälle als auch besonders talentierte, was in diesem Fall sogar beides zutrifft).


    Hat jemand Ideen wie sich dieses Gespräch sinnvoll strukturieren lässt? Wie man mal vorsichtig den Lebensstil abklären und ggf. hinterfragen kann ohne dass dies als negative Einmischung wahrgenommen wird? Und am dringendsten natürlich für uns: Wie können wir dem Kind am sinnvollsten im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen? (2x Training/Woche, + TW-Training (mache ich ggf. selbst), + Einzeltraining, sofern da vom Verein schon etwas angeleiert ist)


    Danke für euer Feedback!

    Danke für die Vorschläge. :)


    Eltern einspannen möchte ich aus dem Grund nicht, da wir die Mannschaft neu trainieren und die Kommunikation erfahrungsbedingt komplett auf unsere Trainingsapp easy2coach umgestellt haben- keine Parallelkommunikation mit jedem Einzelnen über Email, WhatsApp, Anrufe mehr (außer im Notfall)... Da sich das jedoch noch einpendeln muss, es sich mitunter generell, besonders jedoch in den Sommerferien schwierig genug gestaltet Elternfeedback zu bekommen und dann auch immer die gleichen paar Engagierten dabei sind und sich alle anderen schön heraushalten, möchte ich es möglichst einfach halten. Prinzipiell wäre Versorgung natürlich ein Elternhilfejob. ;)


    Dass jeder etwas mitbringt ist auf jeden Fall eine Variante. Ich werde morgen noch einmal bei unserem Bäcker anfragen, der hat belegte Sandwiches und "Burger" im Angebot- ob so etwas auch für 15 Leute vorbestellbar wäre.

    Hallo zusammen,


    am kommenden Sonntag veranstalte ich mit meiner neuen U12 einen Trainingstag auf der vereinseigenen Anlage. Wir haben zwar eine Sportgastronomie am Platz, Sonntag sind dort jedoch die Kapazitäten erschöpft. Die Eltern der Spieler möchte ich jetzt ungerne spontan mit ins Boot holen und ich oder meine Co-Trainerin werden sicher nicht nebenbei für 10-14 Kiddies vorkochen. Geld -im Rahmen- ist dank gut gefüllter Mannschaftskasse nicht das Problem.


    Hat jemand eine gute Idee parat?


    Mein Notfallplan wäre Pizza bestellen, aber das wäre unter dem sportlichen Aspekt der Veranstaltung auch nicht unbedingt optimal... :D

    Wie es manchmal läuft... Auch wenn ich ob der Umstände eigentlich nicht sonderlich gefrustet war- hier einmal eine Zusammenfassung unseres letzten Spieles getreu dem Motto "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß"...


    Spiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe (im Pokal 1:2 verloren, Hinspiel 0:0, bei der HKM 0:0 aber in der Gruppe auf Platz 2 verwiesen). 14 Spieler im Kader, einer kommt nicht, da sein Bus einen Unfall hatte (nur Blechschaden, aber Polizei und volles Programm). Die ersten zehn Minuten spielen wir gut, das Spiel geht hin und her ohne gefährliche Strafraumszenen. Dann verlieren wir den Zugriff, insbesondere Kommunikation und Abstände im Zentrum sind fatal- folgerichtig gibt es zwei Gegentore. Auch zwei Auswechselungen bringen zunächst nur geringfügig neuen Input. in der 27. Minute verletzt sich unser TW bei einer Parade am Handgelenk und muss sofort runter, unser zweiter Keeper geht in den Kasten womit wir gleichzeitig unseren spielstarken Sechser verlieren. Nichtsdestotrotz: Fünf Minuten vor der Halbzeit fangen wir uns und erzielen aus vier schnellen Umschaltaktionen zwei Tore. Mit 2-2 geht's in die Pause.

    In der Pause bittet mich einer der Eingewechselten, ihn zunächst auf der Bank zu lassen, weil sein Rücken Probleme macht. Wir stellen also noch einmal um, haben nun alle Optionen von der Bank ausgeschöpft. Motivation und Stimmung sind trotzdem gut. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff geht unser IV ins Laufduell mit dem gegnerischen Stürmer, beide ziehen im Rahmen. Eigentlich ein handelsüblicher Zweikampf, aber der junge Schiedsrichter pfeift Strafstoß. In meinen Augen eine klare Fehlentscheidung, obendrein gibt es -glücklicherweise nur- gelb. Jedenfalls verwandelt der Gegenspieler trocken. Wir stürmen wütend gegenan- und kassieren zu allem Überfluss durch einen langen Ball in die Schnittstelle drei Minuten später das 2-4. Nach dem Gegentor lässt sich einer meiner Spieler wegen Kopfschmerzen auswechseln- der angeschlagene Ersatzmann probiert's also noch einmal. Das Spiel wird nun etwas fahrig. Wir finden keinen rechten Zugriff, aber der Gegner kommt auch nicht ins letzte Drittel. Mein Verletzter auf dem Platz (normalerweise ein schneller Stürmer und unser Topscorer mit 12 Treffern in 14 Spielen) geht mehr, als dass er läuft. Als er anfängt, sich zwischen den Aktionen den Rücken zu halten, nehme ich ihn runter. Wir spielen zu zehnt zu Ende, mein Kopfschmerzler sitzt im Schatten mit einem Kühlpack auf der Stirn und kann auch nicht mehr. Der Gegner bleibt vollzählig. Wir gehen volles Risiko und der Kampfgeist meiner Truppe ist beeindruckend. Natürlich entstehen zunehmend Räume, aber die Kommunikation ist wesentlich stärker als in den schwachen zwanzig Minuten in der ersten Hälfte. Defensiv haben wir fast jeden Ball, bloß zu selten schaffen wir es, den dann über mehr als zwei Stationen laufen zu lassen. Damit machen wir es uns natürlich zusätzlich schwer. Grund dafür mag auch der Rasen gewesen sein- dieser hat schon eine Halbserie Football und Fußball hinter sich (!) und staubt wie in einem schlechten Actionfilm. Zehn Minuten vor Schluss haben wir dann Glück: Bei einem Pressschlag im gegnerischen Strafraum gibt es erneut Elfmeter. Möglicherweise eine Konzessionsentscheidung des -abgesehen von diesen zwei Elfmetern wirklich nicht schlechten- Schiedsrichters. Unser einhundertprozentig sicherer Schütze tritt an. Im Training am Vortag haben wir zum Ende ein Fun-Elfmeterschießen gemacht, im Tor der Keeper unserer 2. Herren. Mein Spieler (C-Jugend) hat acht Mal getroffen und einen an den Pfosten gesetzt. Obwohl der Torwart nachher durchaus in seiner Ehre angefixt war. Nun, lange Geschichte, kurzes Ergebniss: Der Boden ist im anderen 16er so schlecht, dass der SR die elf Meter abschreiten muss, weil keine Markierung im Sand zu erkennen ist. Unser Elferprofi tritt in den Boden und der gegnerische Keeper pariert den demtentsprechend unplatzierten, hüpfenden Ball. Fünf Minuten später und die gleiche Zeit vor Schluss kassieren wir dann völlig entkräftet ~zu 10. bei gefühlt 30° im Schatten~ das 2-5, der Entstand.


    Nach dem Spiel habe ich meine Truppe erst einmal für den Kampf und Charakter in so einem Pechspiel gelobt. Drei Verletzte, ein Platz wie die Steppe nachdem Dschingis Khans Horde dort durchgezogen ist, Pech mit dem Schiedsrichter und unserem eigenem Vermögen... Tja. Hat man mal.


    Oh, und unser Keeper hat sich das Handgelenk gebrochen und fällt für sechs Wochen bzw. den Rest der Saison aus. :(

    Wenn wir uns schon so herrlichlich subjektive Einzelerfahrungen um die Ohren klatschen, hier meine zum "betreuten Kicken":


    Eine Mannschaft von der E bis in die C2 vom gleichen Trainergespann trainiert, welches von Fußball nicht wirklich eine Ahnung hatte. Engagiert, gut mit den Kids, aber eben auch maximales laissez-faire im Training. Das Resultat war dann, dass in der ersten Kreisliga* Saison in der C-Jugend jedes Spiel klar verloren wurde, oft zweistellig. In der nächsten Saison haben mein Co und ich die Mannschaft übernommen (und sind in der KKLA Dritter geworden, für die Ergebnisfans ;). Meine Erfahrungen aus erster Hand:


    - Ambitionierte Spieler wechseln den Verein. Das tut nicht nur der Jugendsaubildung und den Ergebnissen weh, sondern sprengt auch immer wieder das Mannschaftsgefüge, denn Leistungsträger sind idR auch in der sozialen Hierarchie tonangebend.

    - Spieler verlieren den Spaß am Fußball. Niederlagen zum einen, aber auch, dass z.B. jedes Training zum Abschluss einfach eine Dreiviertelstunde gebolzt wird, während Trainer und Spieler munter am Rand nebenbei schnacken, gefällt erstaunlicherweise auf die Dauer niemandem- nicht einmal den größten Spaßfußballern. Nicht jeder möchte eine "fußballerische Ausbildung" erhalten, aber jeder Spieler möchte ein abwechslungsreiches, dann und wann forderndes Training mit Erfolgserlebnissen. Idealerweise dann auch im Spiel (und zwar nicht nur, weil man Kreisklasse Z gemeldet hat).

    Wir hatten im Sommer außergewöhnlich viele Abgänge, die sich in anderen Sportarten umgesehen haben, und dieser interne Drop-Out lässt sich sehr gut auf die verkorkste Saison zurückführen.

    - Die psychische Negativspirale ist immens. Diese Spieler geben auf dem Platz schneller auf, gehen negativer miteinander um (Schuldzuweisungen) und bleiben definitiv um Längen unter ihren fußballerischen Möglichkeiten. Beobachtet im direkten Vergleich alter/junger Jahrgang. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass dies -so wie ein positives Erlebnis des Sportes die psychosoziale Entwicklung stützt- auch weitergreifende Auswirkungen auf die Charakterentwicklung haben kann. In jedem Fall wird auch hier Potenzial verschenkt.

    Wir haben im ersten Jahr mit dieser Truppe unwahrscheinlich viel in puncto Einstellung, positiver Kommunikation, Selbstvertrauen (und Technik) nacharbeiten müssen- und trotzdem längst nicht genug geschafft.


    * Meiner Ansicht bzw. dem Leistungsniveau hier im Norden nach kann jeder Spieler, der ein- bis zweimal die Woche vernünftig trainiert wird problemlos Kresiliga spielen.



    Wenn der Ansatz tatsächlich "bloß 'n bisschen Bolzen" ist, kann man das natürlich schon machen. Nur ist dann für mich fraglich, wozu es den Verein oder überhaupt Trainer braucht... :)



    Noch einmal, jeder frewiliige (Vater)Trainer in Ehren und sicherlich kann man sagen, besser Kicken mit Betreuung als gar kein Fußballangebot. Aber wer nicht bestrebt ist, den Kindern bestmöglich gerecht zu werden (als Trainer, Fußballabteilungsleiter, whatever), der ist eben falsch auf seinem Posten. Und zwar in jeglichem Bereich der Pädagogik.

    Liebe Mittrainer,


    für unser Vereinskonzept wollen wir den Ausbildungsstand ein wenig quantifizierbarer machen. Deswegen sollen bestimmte Fertigkeiten nach Altersstufen eingeordnet werden, sodass sich nachvollziehen lässt, was Spieler im Alter XY kennen oder können sollten und dementsprechend die Trainingsziele für einzelne Spieler und Mannschaften angepasst und vor allem aber auch über eine subjektive Einschätzung hinaus nachvollzogen werden können.

    Deswegen geht es hierbei weniger um qualitative Details wie Pass-/Schusshaltung/-schärfe/usw. oder Verhalten im Raum/zum Ball, sondern um Bewegungsabläufe (Finten, Wenden, Körperbewegungen wie Lauf ABC, Movement Preps, ...) o.ä.


    Gibt es dazu einsehbare Konzepte/Ideen?


    Was wären für euch Grundbewegungen bzw. vorteilhafte Finten/Wenden/... für das Erlangen eines großen "Bewegungsschatzes" (Nowak)?


    Danke im Voraus für euren Input! :)