Dribbler oder Passmaschine?

  • Ich finde die Frage ob und wie es geht eigentlich sehr uninteressant.

    Warum sollte ich den Passspiel spielen lassen? Was ist der Vorteil den ich dadurch in der fußballerischen Entwiklung erlange?


    Zum Video:


    Pass 1: Sinnlos

    Pass 2: Sinnlos

    Pass 3: Tolle Ballkontrolle, sehr guter Pass.

    Pass 4: schwer aus der Perspektive zu sehen, aber er müsste eigentlich selber das Tor machen anstatt nochmal abzuspielen. Der Spieler hat Probleme im Dribbling und kommt deswegen nicht schnell genug richtung Tor. (Ich bin es gewöhnt Kinder auf Kunstrasen spielen zu sehen, da ist es evtl auch einfacher).

    Man könnte natürlich den Kindern unterstellen sie wollten den Verteidiger mit Pass 1 und 2 rauslocken, aber so ein kognitive Leistung umöchte ich so kleinen Kindern nicht zuschreiben. Die Kinder probieren sich halt aus und das ist ja grundsätzlich gut.

    Es sieht in der tat nicht Passgedrillt aus und ich finde es ok, aber man sieht schon das du viel Wert auf das Passspiel legst oder liege ich da falsch? Die einzig wirkliche Kritik die ich an dem Video habe ist, dass es nicht meiner Optimalvorstellung von Kinderfußball entspricht.

  • Pass 4: schwer aus der Perspektive zu sehen, aber er müsste eigentlich selber das Tor machen anstatt nochmal abzuspielen.

    Wenn ich die Markierungen am Rand richtig deute, ist er noch nicht in der Abschlusszone. Genau dieser Pass in den Raum ist es, den Du beim Funino immer wieder siehst. Denn dadurch, dass nur aus dieser Zone Tore geschossen werden dürfen, entwickelt sich das Verständnis für den Pass in den Raum.

  • Wenn ich die Markierungen am Rand richtig deute, ist er noch nicht in der Abschlusszone. Genau dieser Pass in den Raum ist es, den Du beim Funino immer wieder siehst. Denn dadurch, dass nur aus dieser Zone Tore geschossen werden dürfen, entwickelt sich das Verständnis für den Pass in den Raum.

    Der Spieler hat Probleme im Dribbling und kommt deswegen nicht schnell genug richtung Tor.

  • Ich finde die Frage ob und wie es geht eigentlich sehr uninteressant.

    Pass 4: schwer aus der Perspektive zu sehen, aber er müsste eigentlich selber das Tor machen anstatt nochmal abzuspielen. Der Spieler hat Probleme im Dribbling und kommt deswegen nicht schnell genug richtung Tor.

    Die Kinder probieren sich halt aus und das ist ja grundsätzlich gut.

    Er ist noch nicht in der Schußzone. Daher hat er die richtige Entscheidung getroffen.

    Was du richtig erkannt hast, ist das er Probleme im Dribbling hat. Gerade raumübergreifendes Dribbling ist bei Ihm ein Thema.

    Er führt den Ball immer sehr eng. Kommt damit aber logischerweise nicht so schnell voran.


    Ich lege Wert auf eine bewußte Entscheidung. Das kann ein Pass, Schuß oder ein Dribbling sein.

  • Die enge Ballführung ist tatsächlich gut auch wenn es in der Situation evtl angebracht wäre etwas weiter zu Dribbeln.

    Er dribbelt jedoch mit der Innenseite und kann deswegen nicht das Tempo aufnehmen. Würde er den Spann oder Außenrist verwenden hätte er mehr Kontrolle und könnte schneller dribbeln. Ich weiß jetzt nicht inwieweit man sowas aber schon gezielt Trainieren sollte.

    Nicht wegen dem Gebrülle, mir ist das Spiel zu passiv. Ich hab’s lieber wenn die Kids richtig Rambazamba machen, anstatt so zögerlich zu spielen. Dabei können sie dann auch gerne mal den Ball verlieren. Ich will das der erste Spieler in hohen Tempo den Raum andribbelt, dann kann er immer noch Passen. Wenn der Mitspieler den Ball haben will muss er sich anbieten, und zwar nicht hinten, sondern in Richtung Tor. Ich glaube einfach, dass man den Kindern von klein auf eine hohe Intensität antrainieren sollte. Aber das ist dann ein anderes Thema.

  • Ich hab’s lieber wenn die Kids richtig Rambazamba machen, anstatt so zögerlich zu spielen.

    Ich denke hier gilt die alte Plattitüde 'Der Erfolg gibt ihnen Recht', denn es ist einTor gefallen. Leider verfallen wir Trainer immer wieder dem Irrglauben wir müssten alles immer nach Schema F machen. Dadurch werden Dinge die wir ja eigentlich gerne sehen wollen zum Selbstzweck. Genauso wie viele Trainer Passspiel als Selbstzweck betreiben. Dabei verlieren wir häufig das aus den Augen was unser Lieblingsspiel eigentlich ausmacht: Tore schießen. Und wie kommen wir dahin? Ballbesitz erlangen und dann die Gegner ausspielen, egal wie.

    Eigentlich sollte unsere Maxime sein, dass wir im Training das nötige Handwerkszeug mitgeben dass sich jedes Kind aus jeder erdenklichen Situation lösen kann, sofern es denn die richtige, auf die Spielsituation passende Entscheidung trifft. Dass wir uns auf einem Niveau, auch vom Alter her, bewegen, das es uns unmöglich macht Kinder zu trainieren die letztenendes immer das Richtige tun ist natürlich utopisch. Aber das ist der Maßstab an dem wir uns eigentlich messen müssten: Wie viele Tore machen wir und zu wie vielen davon haben wir beigetragen indem wir dem Spieler die Möglichkeit geben es selber richtig zu machen?



    PS:Es wäre evtl ne Fragestellung zum Thema 'Was kann man alles in Frage stellen?': Warum loben wir unsere Spieler in Situationen die offensichtlich nicht gelungen waren? 'Gute Idee' (...zum Gegner zu spielen) 'Gut platziert' (...aber an den Pfosten gesemmelt) 'Gut gesehen' (...nur deine Füße wollten wieder nicht mitspielen)

    Gut ist doch eigentlich nur ein Ballgewinn oder ein Tor. Mehr hilft uns nicht dabei zu gewinnen, oder?

  • (...)

    PS:Es wäre evtl ne Fragestellung zum Thema 'Was kann man alles in Frage stellen?': Warum loben wir unsere Spieler in Situationen die offensichtlich nicht gelungen waren? 'Gute Idee' (...zum Gegner zu spielen) 'Gut platziert' (...aber an den Pfosten gesemmelt) 'Gut gesehen' (...nur deine Füße wollten wieder nicht mitspielen)

    Gut ist doch eigentlich nur ein Ballgewinn oder ein Tor. Mehr hilft uns nicht dabei zu gewinnen, oder?

    Das hängt meines Erachtens von den Fähigkeiten des Trainers ab.

    Es gibt Misslungene Aktionen, die zwar hübsch ausschauen, im Grunde aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren.

    Auf der anderen Seite können auch eventuell gutr Aktionen, einfach durch widrige Umstände scheitert.


    Bei ersteren macht es ja durchaus Sinn die Spieler für die Aktion zu loben. Allerdings liegt es hier am Trainer diese zu erkennen.


    Auch wenig erfolgsversprechende Aktionen können unter entsprechenden Unständen von Erfolg gekrönt sein. Solche Aktionen durch Lob zu verstärken "weil sie ja erfolgreich waren" wäre kontraproduktiv. Auch das muss ich als Trainer natürlich erkennen und dementsprechend bewerten können.

  • Ich gehe bei fast allem mit 16er , aber finde eben nicht, dass der Erfolg recht gibt.

    Der Erfolg gibt nur recht, wenn der Erfolg das ausgegebene Ziel ist. Im Kinder und Jugendfußball steht jedoch die Entwicklung von möglichst guten Spielern im Vordergrund. Am Ende behält der recht, der im Schnitt bessere Spieler entwickelt hat. Das kann man jedoch nur sehr schlecht messen.

    Davon ausgehend sind auch insbesondere Aktionen zu fördern die vom Ansatz her gut sind (z.B. ein versuchter Schnittstellenpass der Abgefangen wurde), aber noch nicht funktionieren. Man will die Kinder Ermutigen es weiter zu versuchen bis sie die für sich optimale Lösung gefunden haben, bzw. bis es endlich Klappt.

    Dann ist der nächste Entwicklungsschritt getan.

  • Was wir im Video sehen, ist die völlig normale Entwicklung der Kinder in der Altersstufe 5-9 Jahre, wenn sie Funino spielen und sich das Fußballspielen und die Lösungen selbst erarbeiten dürfen. Das Spielfeld und der verfügbare Platz geben dass genau so her, wie wir es sehen. und auch das langsamere ist eben den Lernen geschuldet. Das wird von alleine schneller, wenn mehr Erfahrung und Sicherheit dazu kommen. Anfangs dribbeln dir kleinen nur. Dann kommt die Stufe wo sie erkennen, dass es dabei oft zu Gegentoren kommt und sie beginnen denn Kopf einzuschalten. und dann kommt auch das Tempo. Dabei darf man nie vergessen, das Funino so intensiv ist, daß ein hohes Rambazamba-Tempo über ein gesamtes Festival aufrecht zu erhalten völlig unmöglich ist. die Kinder müssen mit ihrem Kräften Haushalten. die körperliche Leistung ist vergleichbar mit dem Eishockey, nur ohne Blockwechsel alle 2 Minuten.

  • luibo ,


    ich habe mir dein Video jetzt nochmal in Ruhe angeschaut. Wie schon in einem früheren Video zum Thema eines anderen Users macht es auch hier den Eindruck, dass Team weiß in diesem Spiel sehr stark überlegen war. Es wirkt auf mich so, dass da zwei Kids richtig Lust auf Fußball haben und die andern schauen ihnen dabei zu bzw. stehen da so'n bisschen Spalier.


    Ich will das nicht schlecht reden. Die Kids haben Spaß am Fußball, das sieht man. So soll es sein.


    Die Frage ist halt, wie aussagekräftig dieses Vid in Bezug auf die Passspiel-Fähigkeiten von F-Kindern ist. Da wäre ich sehr zurückhaltend.

  • Powerzwergenpapa

    Das Tor in dem Video war der 2-2 Ausgleichtreffer.

    Das Spiel endete 2-2 Remis.

    Von stark überlegen will ich da nicht reden ;):P

    Klar wird das Tor begünstigt, durch taktische Fehler der verteidigenden Mannschaft.

    Der äußere Spieler lässt sich in die Mitte locken. Das die beiden das so geplant haben glaube ich nicht. Aber sie haben die Situation erkannt und genutzt.

    Und die Passfähigkeit der Kinder wird denke ich im letzten Pass deutlich.

    Der Passgeber bekommt Druck (für nen F-ling) von hinten und von seitlich vorne nähert sich ein zweiter.

    Der Torschütze läuft prima durch und korrigiert kurz vor dem Abspiel seine Position nochmal.

    Der Passspieler hat den Überblick und bekommt den Abspielmoment, die Richtung und die Passgeschwindigkeit perfekt zusammen.

    Was will man mehr?

  • Von stark überlegen will ich da nicht reden

    Hört sich nicht so an. Aber ich habe das Spiel nicht gesehen.


    Ändert aber für mich nichts: Ich würde im F-Bereich (zumindest Jungjahrgang) keine Trainingszeit für Passspiel verschwenden. Ich würde das im Spiel auch nicht fordern. Im Gegenteil, denke ich, es ist wichtig die Kinder beim zu schnellen Passspiel zu bremsen. Anhalten zur Ballannahme und zum überlegten Spiel. Direktspiel versuchen zu unterbinden.

  • http://funino.gschichten.com/2…nd-die-regeln-des-spiels/


    Ich muss ehrlich sagen, dass das eine tolle Sache ist. Ich würde sogar tendenziell sagen, dass es gut wäre, so die Liga und die Turniere abzuhalten. Dazu noch die Zuschauer und Trainer mind. 15 Meter weg stellen (FPL) und dann ist das meiner Ansicht nach das, was ich propagiere.


    Da ist alles drin...nichts muss, alles kann. Jeder kann das abrufen was ER kann, man lernt....man produziert spannend in wettkampfform das, was wichtig ist und zwar ohne Druck, alles am Straßenfussball angelehnt. Versteckte Provokationsregeln...alle werden gefordert ohne Überforderung.


    Da ist alle drin! Prima!!!


    Unbewusst habe ich dann einen Teil Funino trainiert...da ich das 3 gegen Null ala Horstwein auf zirka 15 Arten habe in dem selben Feld spielen lassen, um Spielintelligenz zu fördern....in der D.

  • Powerzwergenpapa Irgendwie geht es doch um Funino. Ich glaube kaum das luibo auch nur eine Sekunde Trainingszeit verschwendet um Passspiel zu trainieren. er fordert auch nichts, sondern die Kids finden eigene Lösungen. Warum sollte man Passpiel unterbinden?!?!? Die Ballannahme lernen Sie ohnehin -im Spiel- und auch über die Korrekturübungen.

    Er könnte hier bestimmt auch ein Video zum Dribbling etc. einstellen. Der Weg die Kids eigene Lösungen finden zu lassen und da nicht ständig zu instruieren ist m.e. genau der richtige.

  • Ich verstehe die Diskussion bzgl. Passspiel und dem Training hier nicht.

    G, F und E Jugendspieler sind Egomanen und wollen den Ball nicht hergeben.

    Kinder in dem Alter können 5-10 Meter weit gucken und denken, der Rest rauscht so durch.

    Mehr als 3 Spieler werden nicht wahr genommen.

    Hier setzt Funino an: 3 Spieler, kleines Spielfeld, wenn ich abgebe wird meistens ein Tor erzielt, weil ein 2. Tor da ist.

    Funino hilft also, als einem 1:1 bzw. dann im Laufe des Dribblings 1:6 Spieler mit entsprechendem Ballverlust einen Spieler zu entwickeln, der ins 1:1 geht und beim 1:2 abgibt.

    Wenn das erreicht ist, dann ist viel gewonnen.

  • Leider wird im Kinder und Jugendfußball zu Lasten anderer Trainingsinhalten viel zu oft Passspiel außerhalb von Spielformen trainiert. Leider führt das schematische Einüben von angeblich spielorientierten Laufwegen incl. Passspiel ins Niegendwo.

    Vor den Herbstferien bei einer F Jugend eine Übung zum Flanken in den 16ner mitangesehen. Mit Hütchen und Laufwegen, die hat wahrscheinlich Sepp Cramer in seinem Buch gehabt.

    Gehört eigentlich in den Frustabbau Bereich.

    Leider sind die meisten Jugendlichen im Breitensport trotzdem nicht in der Lage beidfüßig einen Ball anzunehmen und weiterzuleiten. Hier müssen wir Trainer uns an die Nase packen! An den Kindern liegt es nämlich nicht. Sondern an dem vorgesetzten und abverlangten langweiligen Unsinn.

  • Ich wollte nochmal darauf aufmerksam machen, dass man Passspiel und Zusammenspiel klar trennen sollte, wenn man diese Thematik diskutiert.

    Die reine Passstechnik zu schulen, ist etwas anderes, als das Zusammenspiel zu fördern/fordern.


    Bei dem gezeigten Funinovideo sprechen hier alle vom Zusammenspiel. KDiskutiert wurde hier nur, ob es richtig war den Pass zu spielen (und ob es erfolgreich war.)

    Die ersten beiden Pässe zB also hin zum Außen und zurück zu Nr.2 da kann man so einiges konstruktiv kritisieren, auch wenn beide Pässe angekommen sind.

    Das beide Pässe weder Raum noch Zeitvorteil brachten, das wurde hingegen von jemandem richtigerweise angemerkt. (Der frühe Pass nach außen ohne jeden Gegnerdruck ist dabei ja grundsätzlich nicht die beste Wahl, der Ball in der Mitte eröffnet wesentlich mehr Handlungsoptionen)


    Ich würde erstmal anfangen, das Passspiel, also die reine Technik zu schulen, zu coachen. Und das muss man losgelöst davon machen, ob der Ball sein Ziel erreichte oder nicht. Und das zu erkennen und das dann richtig zu coachen, das können die wenigesten. Da trennt sich doch deutlich die Spreu vom Weizen. Das wäre zB etwas, bezüglich des Themenstrangenes, was wir Trainer bewirken können in den jungen Jahren. Und da unterscheidet sich die Qualität des Passspiels aller Spieler bei einem wirklich guten Trainer doch erheblich von den Spielern der meisten anderen Trainer.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

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    Ich würde erstmal anfangen, das Passspiel, also die reine Technik zu schulen, zu coachen. Und das muss man losgelöst davon machen, ob der Ball sein Ziel erreichte oder nicht. Und das zu erkennen und das dann richtig zu coachen, das können die wenigesten. Da trennt sich doch deutlich die Spreu vom Weizen. Das wäre zB etwas, bezüglich des Themenstrangenes, was wir Trainer bewirken können in den jungen Jahren. Und da unterscheidet sich die Qualität des Passspiels aller Spieler bei einem wirklich guten Trainer doch erheblich von den Spielern der meisten anderen Trainer.

    In der F sollen die Kinder die unterschiedlichen Pass-Techniken den Kinder vorstellen, so dass diese sie kennengelernt haben (Ausbildungspyramide DFB). So halte ich es auch. Das Thema Zusammenspiel folgt in höheren Altersklassen.

    Ich frage mich jedoch wie weit ich dabei gehen darf. Denn grundsätzlich glaube ich, dass falsche Technik sich tatsächlich später nur noch schwer korrigieren lässt. Gerade die Körperstellung zum Ball und vor allem der Druck machen mir da sorgen und ich würde macnhe Kinder am liebsten in die Muckibude schicken, denn die Brauchen im zarten alter von 8 bis 9 Jahren 7 Schritte Anlauf, damit ein 5 Meter Pass nicht nach 3 Metern ausrollt und liegen bleibt. Ganz abgesehen davon, dass manchmal der Ball gefühlt im 90° Winkel von der geplanten Linie abweicht.