Dribbler oder Passmaschine?

  • Immer wieder aktuell das Thema,

    bei einem Turnier wieder gesehen :

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    Eine Mannschaft hatte die "Passmaschine", dieses Kind fiel durch hohe Ballsicherheit auf und lenkte das Spiel seiner Mannschaft mit erstaunlicher Übersicht.

    Viele seiner Pässe fanden den stürmer und es wurde immer gefährlich vorne.

    Seine Schwierigkeiten hatte der Spieler im Dribbling, so er es denn mal suchte (eher selten) und in der Schnelligkeit.

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    Der "Dribbler" war sehr auffällig in seinen Aktionen, bestach durch gute Technik, Schnelligkeit, nahm es wieder und wieder mit zwei bis drei Gegnern gleichzeitig auf und war zudem sehr torgefährlich und Abschlussstark.

    Seine Schwierigkeiten hatte der Spieler teilweise in der Übersicht, manchmal fehlte einfach der letzte (bessere) Pass auf den Mitspieler (Egoismus?)

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    Um es komplett zu machen, gibt es auch noch den Typ "Tormaschine".

    Dieser Spieler steht tatsächlich vor dem gegnerischen Tor rum, beteiligt sich wenig bis gar nicht an der abwehrarbeit, ist lauffaul.

    Er wartete auf den Pass oder auf den Abstauber, seine Chancen nutzte er dafür nahezu 100 Prozentig.

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    Nun spreche ich hier vom alten Jahrgang F Jugend,

    Wie sind nun diese Spielertypen zu trainieren?

    Ich denke, dass ich dem Dribbler eher das pPassspiel beibringen kann als der Passmaschine das dribbeln.

    Den faulen stürmer kann ich wohl zum kämpfen und laufen bewegen, aber wie schaffe ich das alles, ohne dass sie jeweils ihre eigentliche Stärke verlieren bzw sich dort nicht weiterentwickeln?

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    Ich meine, dass das Passspiel eh erst ab E jugend aufwärts richtig trainiert werden sollte aber ich habe schon einige F Mannschaften gesehen, die sich passend über das ganze Feld bewegten.

    Ist das nun erstrebenswert?

    Mir fehlte da bei aller Schönheit des Spiels einfach auch der Dribbler, der für spektakuläre Aktionen sorgt und so auch Spiele allein entscheiden kann.

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    Ich für meinen Teil würde in diesem Alter wohl den Dribbler bevorzugen bzw bin über jeden dribbler in meinem Team froh.

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    Geht euch das ähnlich?

    Habt ihr Erfahrungen, Tipps, wie man mit den einzelnen Spielertypen umgeht?

    Gruß erstmal.

  • Zitat

    Eine Mannschaft hatte die "Passmaschine", dieses Kind fiel durch hohe Ballsicherheit auf und lenkte das Spiel seiner Mannschaft mit erstaunlicher Übersicht.

    In einer F-Mannschaft beobachtet?



    Fordern und Förden von Passspiel ist in der F nicht dran. Natürlich bietet gutes Passspiel ein einfaches Erfolgsrezept. Deshalb gibt es ja auch nicht wenige Trainer, die ihre Mannschaften gezielt zum Passen anhalten, verbunden mit einem entsprechend (relativ) starrem Positionspiel.


    Man gewöhnt den Kindern aber dadurch falsche Verhaltensmuster an. Z.B. häufig zu beobachten (habe ich heute wieder ganz oft gesehen), der zu schnell gespielte Direktpass (etwa beim Doppelpass). Es geht aber nicht um Passspiel um des Passspiels willen oder Direktspiels um des Direktspiels willen, sondern um kluges und überlegtes Agieren, um Souveränität im Umgang mit Ball und Spiel.


    Solches gutes Passspiel sieht man bei F-Kindern selten bis nie. Es handelt sich um ein ausgesprochenes Talentmerkmal, weil es große Souveränität im Umgang mit dem Ball voraussetzt. Das kann kein Fokus in der Trainingsarbeit sein, weil man solche Kinder in der Regel nicht hat (und wenn man sie hat, dann hat man immer noch genügend andere).


    Genauso wenig kann das Dribbling Fokus in der Trainingsarbeit im Basisbereich sein. Natürlich kann man "Dribblings" im F-Bereich häufig beobachten. Das hat aber mit Souveränität oft nichts zu tun, sondern resultiert im Gegenteil i.d.R. aus dem fehlenden Vermögen zur Spielübersicht. Trainingsfokus sind Ballgefühl, Technik und Zweikampf- Das sind auch die Elemente, die das Spiel im F-Bereich wesentlich kennzeichnen.

  • Ja, der Trainingsfokus ist mir bekannt in der F.

    Und sicher ist der oben beschriebene Spieler (Passmaschine) eher selten in der F anzutreffen.

    Aber es gibt sie nun mal und deshalb meine Frage, wie mit den einzelnen Typen umgehen bzw welcher Typ wird es später schwerer oder auch einfacher haben, seine Defizite aufzuarbeiten?

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    Ich las mal davon, daß die Dribbler "aussterben" und eben nur noch die Passmaschinen ausgebildet werden.

    Eben diese Dribbler, die auch mal unverhoffte Dinge tun und so Spiele entscheiden können, sind Mangelware geworden.

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    Das Passspiel lässt sich dem Dribbler später immer noch beibringen,

    dem anderen jedoch später das Dribbling beizubringen, das soll erheblich schwieriger sein, wenn dies nicht von Anfang an gemacht wurde.

  • Die Dribbler, Passspieler und Torschützen fördert man im F-Bereich gleich. Durch einen globalen Trainingsansatz. Wir bringen alles bei!

    Der Spieler der in der F schon eine klasse Übersicht hat wird darin nicht eingeschränkt, sondern es werden alternative Lösungsmöglichkeiten angeboten. Genauso geht es dem überragenden Dribbler oder dem Spieler der sich nur vor dem gegnerischen Tor verschanzt und einnetzen will.

    Wir spielen mit unserer F dann Spielformen wie Funino oder ähnliches. Der Teufel steckt hier wieder im Detail!

    Wie coache ich?! Wir müssen den Kindern zeigen wie Fußball funktioniert ohne sie in ihrer Kreativität einzuschränken.

    Du musst dein Coaching auf den einzelnen Spieler individuell anpassen!

    Der eine muss gesagt bekommen das er mehr dribbeln soll, der andere brauch mal eine "Schelle" , weil er zu wenig abspielt.

    Dabei musst du natürlich immer positiv bleiben.

    Meine Devise ist es, dass in jungen Jahrgängen nicht genug gedribbelt werden kann.

    Meine Dribbler kriegen nur zu hörten: "Wer wäre denn anspielbar gewesen?" oder "Wer stand denn noch frei?"

    Können sie diese Frage beantworten, bin ich voll und ganz zufrieden da sie Mitspieler zwar wahrgenommen haben, sich aber für ein Dribbling entschieden haben. Das ist wichtig.

    Die Spieler die zu viel Passen müssen sich von mir anhören: "Versuch es doch mal alleine!" oder "Wenn du 10m vor dem gegnerischen Tor bist haust du das Ding gefälligst ein!"

    Spieler müssen sich im richtigen Moment für die richtige Lösung entscheiden. Ein Pass ist dabei immer einfacher als ein 1 gegen 1 aber manchmal eben nicht die richtige Entscheidung. Das Wichtigste ist aber, dass die Kinder Entscheidungen treffen können und da muss man erst einmal hinkommen.

  • Ja, funino machen wir auch.

    Da kriegt man tatsächlich alle unter einen Hut. Das gefällt mir sehr gut.

    Ansonsten bin ich deiner Meinung, ich frage den dribbler auch nach anderen Lösungen im Anschluss und ermutige den Passspieler zum Dribbling.

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    Ich denke, das ist ein Prozess, der die Kinder noch lange begleitet.

    Letztlich steht allein der Spaß am Fußball für die Kids an erster Stelle, das ist klar.

    Bisher gab es auch keine Probleme oder Beschwerden aber man macht sich halt immer so seine Gedanken ob das alles in die richtige Richtung läuft.

    Die etwas besseren Kinder möchte man fördern, die schwächeren an die anderen heranführen.

    Gerade in einem kleinen Dorfverein nicht immer einfach.

  • "Dribbler", "Passmaschine" – natürlich weiß ich, was du damit meinst und es gibt natürlich solche unterschiedlichen "Typen". Aber es sind doch im Grunde Klischees, die mir dazu auch zu sehr vom Erwachsenenfußball her gedacht scheinen. Da gibt es natürlich "Dribbler" wie Coman oder Schürrle und "Passmaschinen" wie Schweinsteiger oder Kroos. Im Kifu geht es doch noch nicht um solche Spezialisierungen.


    Auf den Kifu bezogen würde ich von drei typischen Fehlermustern sprechen, die in verschiedenen Variationen ständig zu beobachten sind. Das ist jetzt negativ und defizitorientiert formuliert (Fehlermuster), ich weiß. Aber mir geht es zum Einen darum den Enthusiasmus der Begriffe "Dribbelkönig", "Passmaschine" zu relativieren und so (möglicherweise) den Blick des TE etwas zu schärfen. Zum Anderen hat der falsche Fokus aufs Dribbeln, Passen und Toreschießen in der Trainingsarbeit mit diesen Fehlermustern ursächlich zu tun.


    1. typisches Fehlermuster, in vielen Varianten ständig zu beobachten: Der Alibi-Pass.


    Ein Alibi-Pass ist ein nutzloser bzw. sinnfreier Pass. Er geschieht aus der Not heraus, irgendwas mit dem Ball anfangen zu müssen. Ein Alibi-Pass ist nicht nur der quergespielte Direktpass. Oft kann man etwa beobachten, wie die leistungsschwächeren Spieler stets versuchen, den Ball möglichst schnell zu ihrem Mannschafts-Star zu passen. Der wird schon was mit dem Ball anzufangen wissen. Direkt gespielte Pässe sind fast immer Alibi-Pässe. Typisch ist auch der Pass von der Seite aus in den Torraum. Der Ball muss nicht zum eigenen Mitspieler kommen, aber er wird in die gefährliche Zone gespielt und das findet der Trainer ja gut und der Papa auch.


    2. typisches Fehlermuster ist der zu schnelle Torabschluss.


    Hier geht es um einen sinnfreien Torabschluss. Auch das begegnet in ganz vielen verschiedenen Varianten. Zum Beispiel Kinder mit einem ordentlichen Wumms, die einfach mal von der Mittellinie bzw. aus großer Entfernung hart und hoch abziehen. Solche Bälle gehen in der G und F schonmal gerne ins Tor und die Eltern und leider oft genug auch der Trainer sind aus dem Häuschen. Tatsächlich wusste das Kind aber einfach nichts besseres mit dem Ball anzufangen. Oder der Torabschluss aus unmöglicher Position, etwa nach einem schnellen Lauf der Abschluss aus sehr spitzem Winkel. Oder der Versuch eines Torabschluss aus stark bedrängter Position.


    3. typisches Fehlermuster ist das Festlaufen, also kopfloses Drauflos-"Dribbeln". Entweder wird sich in einem Pulk von Gegenspielern festgelaufen oder ins Seitenaus.


    Diese drei Fehlermuster habe ich beim Hallenturnier dieses Wochenendes wieder ständig beobachtet und es war interessant zu sehen, wie bei Teams, deren Trainer besonders viel Druck ausgeübt haben, diese Fehler besonders häuften


    Um den Bogen zum Thema des Threads zu schlagen: Der falsche Fokus aufs Dribbeln, Passen und Toreschießen provoziert diese typischen Fehlermuster. Dribbel-Läufe, Pass-Spiel, Torschüsse sind gewissermaßen nur Nebenprodukte einer soliden fußballerischen Basis. Diese zielt darauf ab, dass die Kinder jenseits von Dribbeln, Passen, Toreschießen mit dem Ball etwas anzufangen wissen. Die Kinder sollen fußballerische Souveränität lernen. Solche Souveränität kann dann im Nebenprodukt dazu führen, dass ein Kind mit einem genialen Pass die komplette gegnerische Abwehr ausspielt oder mit einem Solo-Lauf Räume nutzt bzw. aus bedrängter Situation heraus Räume schafft oder dass ein Kind eine Lücke für einen überlegten, platzierten Torabschluss ausnutzt. Aber aus solcher fußballerischer Souveränität heraus ist ein Kind in der Lage, auch einfach mit dem Ball etwas für sich anfangen zu können, ohne gleich kopflos losrennen, losschießen oder wegpassen zu müssen. Stattdessen kann sich ein so souveränes Kind in Ruhe die Zeit und den Überblick verschaffen, um zu einer im Blick auf das Spiel sinnvollen Entscheidung kommen zu können.

  • Mich treiben ähnliche Gedanken um...


    ich habe einige total kopfgesteuerte Kinder in meinen Reihen. Sie bekommen den Ball, sind frei, haben Platz. Was machen diese Kinder? Bleiben stehen(!) und warten auf den Gegenspieler, um dann mit einer tänzerischen Einlage an ihm vorbei kommen zu wollen. Dass das immer weniger gelingt, führt bestenfalls zur Verwunderung, nicht zu geändertem Verhalten.

    Einer der Kinder dribbelt einer Ballerina gleich, leichtfüßig, elegant und ohne Sinn und Verstand. Meist kommt ein abgezockter Gegenspieler und schießt ihm den Ball einfach weg.

    Andere scheinen exakt in dem Moment, wo sie den Ball bekommen, aufzuwachen. Sie starten eine Orientierungsphase, gucken und analysieren. Man kann sie fast denken hören und zack, Ball beim Gegenspieler.

    Zwei stehen ständig im Weg oder laufen exakt hinter einen Gegenspieler, Arm immer oben, "hier, hier"-rufend. Sie attackieren eigene Mitspieler, stehen im Passweg und eigentlich immer falsch.


    Legt sich das von alleine wenn sie älter und erfahrener werden oder sollte man da gezielt eingreifen?

    Handlungsschnell ohne Hektik... ein lustiges Spannungsfeld :saint:


    Beim Hallentraining frieren wir jetzt ab und zu da Spiel ein um mit den Kindern zu erarbeiten, was die bessere Lösung gewesen wäre... bei den ganz auffälligen, einfachen Szenen, etwa wenn einer den Ball erobert hat und in Richtung Tor läuft und die beiden anderen bleiben hinten stehen...

  • Stattdessen kann sich ein so souveränes Kind in Ruhe die Zeit und den Überblick verschaffen, um zu einer im Blick auf das Spiel sinnvollen Entscheidung kommen zu können.

    In dem Zusammenhang hab ich meinen 9 Jährigen mal befragt. Er meinte: "Mama, am besten weiß man doch bevor der Ball kommt, was man machen kann." Beobachtet man ihn, dann hat er wirklich die Zeit sich vor der Ballannahme kurz zu orientieren.
    Kann man das schulen oder ist das Talent?

  • Wenn es festgefahrene Verhaltensmuster sind, hat man viel Arbeit.


    Denn man muss ja dann den Weg finden, die Kinder davon zu überzeugen, dass ein bestimmtes Verhalten geändert werden soll. Und dann müssten sie ja noch die Alternativen kennenlernen und anwenden.


    Um beim Beispiel zu bleiben, müsste man den Kindern, die hinter andere Kinder laufen, den Deckungsschatten erklären. Schwierig in der F-Jugend! Wenn es nur darum geht, das "hier, hier"-Rufen zu unterbinden: Bei den G-Junioren erklären wir, dass das Rufen 1. aussichtslos ist, 2. dass die Gegenspieler das auch sehen/hören und 3. dass es abgesehen davon auch nervt. Alternativ empfehlen wir, den Arm zu heben:). Hat genausowenig Effekt, nervt aber nicht.


    Was die Dribbler angeht: es dauert sicher ein wenig, bis Kinder erkennen und umsetzen, dass es weitere Optionen gibt. Aber meistens lernen sie es dadurch, dass sie immer wieder scheitern.

  • Goodie so eine Ballerina habe ich auch - kaum am Ball beginnt er Kreisel zu drehen und zu tanzen und dann ist der Ball auch schon weg - dabei ist er ein echt guter Spieler - bzw.: könnte einer sein. Habe ihm im letzten turnier einfach mal gefragt, warum er das so macht und ihm erklärt wie es auf mich wirkt - bin gespannt was er heute im Training zeigt!


    Eine meiner Leitlinien ist grundsätzlich die Orientierung am schwächsten Glied. Das betrifft sowohl Team, als auch Einzelspieler. Da wo die Kinder am schwächsten sind, kann ich am leichtesten am meisten Verbessern. Und je jünger die Kinder sind, desto mehr sind wir im Bereich Grundlagen, wo die breite allgemeine Orientierung der Ausbildung diesen Ansatz unterstützt.


    Interessant finde ich den Ansatz von holzi und die Hintergründe, warum du möchtest, dass die kinder ruhig sind - meine sind so ruhig und kommunizieren so wenig, dass ich genau das, was du untersagst derzeit sogar vehement vordere! - Egal ob der Gegner das hört oder nicht. Wenn einer im deckungsschatten steht, warum sollte denn der Einkickende diesem nicht zurufen "Hannes, lauf dich frei!" oder "Michel klatsch" - bis die Gegner kapieren wer "Hannes" ist, ist das Kind doch schon in den Brunnen gefallen. Ich will, dass das Team miteinander kommuniziert.

  • Goodie schrieb:

    Was machen diese Kinder? Bleiben stehen(!) und warten auf den Gegenspieler, um dann mit einer tänzerischen Einlage an ihm vorbei kommen zu wollen.


    Ist doch okay. Besser als kopflos losrennen (kann man da von "Dribbeln" sprechen?) oder den Ball sinnlos wegpassen bzw.-schießen. In der F geht es darum, bei den Kindern die Fähigkeiten am Ball so zu schulen, dass ein Kind etwas mit dem Ball anzufangen weiß.


    Am Wochenenden habe ich unzählige Situationen erlebt, wo einem der Schweiß auf der Stirn stehen konnte, weil unsere Kinder vor dem eigenen Tor angefangen sind mit dem Ball unter Gegnerdruck zu "fummeln". Aber so soll es sein! Und normalerweise geht das gut, weil unsere Kinder technisch sehr gut geschult werden. Das ist die Basis, auf der die Kinder dann zu einer Entscheidung kommen können, mit dem Ball zu laufen oder einen Pass zu spielen oder einen Torschuss zu probieren. Aber Dribbling, Pass, Torschuss ist eben das zweite. Das erste ist die fußballerische Grundlage, welche die Kinder befähigt, mit dem Ball etwas anfangen und sich in einem Zweikampf durchsetzen zu können. Darum geht es in G und F vorrangig.

  • Goodie schrieb:

    Zwischen Kopflos losrennen und stehenbleiben bis der Gegner da ist, gibts ja noch ne Menge Zwischenlösungen.

    Welche denn?


    Wenn ein Kind den Ball bekommt und erstmal nicht weiß, was zu tun ist, ist der Gegner da. Das ist im Fußball so.


    Die Alternative ist, von dem Kind irgendeine Dummheit zu fordern. Also entweder den Ball (und die Verantwortung) an den nächstbesten Spieler, der anspielbar ist, abzugeben oder den Ball einfach wegzuschießen oder mit dem Ball blöd in Richtung gegnerisches Tor draufloszurennen. Da sprechen zwar manche dann von "Pass-Spiel" oder "Dribbling", aber das ist einfach so nicht sinnvoll.


    Bei unseren Spielern (junge F) kann immer mehr beobachten, dass sie auch unter Gegnerdruck technisch in der Lage sind, den Ball zu behaupten, um zu einer überlegten Entscheidung zu kommen. Aber das ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern das ist die Frucht dessen, dass wir da immer und immer wieder mit den Kindern dran arbeiten.

  • Ich rede hier nicht über 2 Sekunden.

    TW hat den Ball, der Gegner erwartet einen hohen Ball und zieht sich sehr weit zurück. Der TW rollt den Ball jedoch zum freistehenden Kind X. (Trainer freut sich über die kluge Spieleröffnung). X steht da mit dem Ball und grübelt. Der Gegenspieler stand etwa an der Mittellinie macht einen Schritt auf ihn zu und stockt , weil X keine Bewegung ausführt. Dann macht der Gegenspieler wieder 1-2 Schritte, irritiert ob der Nichtaktion von X. Dann läuft er X an und erobert locker den Ball. Gegen einen stehenden X ist das ja auch nicht sonderlich schwer. Die ganze Aktion hat wirklich lange gedauert. X hätte natürlich mit dem Ball ein paar Schritte machen können, auch langsam. Er hatte Platz, war unbedrängt.

    In diesem FS gab es diese Szene insgesamt vier mal, drei mal hab ich zugeschaut. Beim vierten mal hab ich X angespitzt: los, auf geht's! Und was passiert? Er dribbelt los und kommt aus der Bewegung heraus locker am Gegenspieler vorbei!
    Dennoch zeigt X beim Abschlussspiel im Training das gleiche Verhalten (stehenbleiben, so ne Art Schockstarre), auch nach einer ganzen Einheit mit Schwerpunkt 1:1

  • Leute, warum muss man sich immer rechtfertigen.

    Wenn ihr doch alle ach soooo tolle Trainer seit, dann macht eure mega lizenz und verklagt alle Vereine bzw bitte auch die Profivereine und sämtliche fussballschulen auf diesen Planeten.


    Erzählt euren Mist mal in die großen Vereine, die lachen euch alle aus. Macht ihr ruhig weiter mit euren fangen spielen und gudi gudi.

    Nur weil ihr euren spielern nicht lernt wie man sich in der f-jugend frei läuft oder ein pass spielt, dann ist das euer problem, aber doch keins von uns die das machen. Und redet nicht alles immer gut was ihr mit eure fangspiele etc macht.

    Wenn ich sehe, das eine F-Jugend (AJ) nach Niederlagen extrem weint und der trainer dann sagt, ach ist doch nicht schlimm...da müsste man den trainer direkt eine ohrlasche geben.

  • onkel1978 kennst du die Volksweisheit "Betroffene Hunde bellen"? Es muss sich in einem Diskussionsforum wie diesem doch niemand rechtfertigen.

    Ich lese deine Beiträge immer fleißig und verstehe schon, worauf du hinaus willst.

    Leider ist meine Wahrnehmung auf dem Platz so, dass ich schon glaube zu erkennen wer in deinem und wer eher in meinem Fußball-Weltbild lebt. Und ich stellte für mich eben immer wieder fest, dass in meiner Variante mehr Spaß und weniger Tränen, mehr Fairness und weniger aggressive Lautstärke ihren Platz haben. Deswegen denke ich, es ist ein guter Weg, den ich gehe. und darum diskutiere ich gerne mit anderen, wie dir, in der Hoffnung diesem Weg zu verbreiten. du tust das selbe dich anders herum auch. Schade, das du zwar bemerkst, dass mehr und mehr Trainer es anders sehen als du, aber deine Reaktion ist mMn falsch: du solltest dich eher öffnen, als so zu poltern.