Beiträge von Sir Alex

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    Hier aber nochmal die Frage:

    Was zählt denn als Profi?

    Jemand, der einmal einen Profivertrag bekommen hat, nach 2 Jahren aber im Amateurlager verschunden ist?

    Vlt weil man diese Masse an localplayern und U23 Auffüllern mit Profivertrag stetig austauscht?

    Wäre das dann besser, weil höhere Anzahl, als weniger Spieler, die weniger ausselektiert werden und auf deutlich mehr Profieinsätze kommen?


    Das habe ich bewusst als Frage formuliert, ich weiß es nicht.

    Ich will nur aufzeigen, dass auch solche Daten genau gelesen werden müssen, um dann sinnvolle Wertungen vollziehen zu können.


    Und nein, ich sehe Deutschlands Ausbildung nicht als perfekt an, ganz sicher nicht, aber dieser idR unsinnige Populismus und Permanentkritik, die finde ich blöd.

    Im Sport, wie in anderen Bereichen, wie zB Politik.

    Protestwähler, Populisten, "Immerdagegen"-Menschen hat Deutschland zu viele. Damit bekommt man halt einfach die Schulterklopfer und kann sich profilieren.

    Hilft aber der im Sinne der Verbesserung nahe Null.

    Es gibt hierzu dezidierte Stimmen und Studien.

    zB Werden unsere jungen Talente falsch gefördert? Neue Studie zeigt: Spitzenkönner entwickeln sich anders als gedacht

    Google mal Pro. Dr. Arne Güllich. Hoch interessant sind die Podcasts, in denen er Rede und Antwort stand. Da gibt es einige.

    Na gerade den bzw. dessen Aussagen kann man ja schon sehr sinnvoll sehr kritisch sehen und als Populismus einsortieren.

    Wissenschaftlicher Hintergrund hin oder her.


    "Nur einer von 1000 wird Profi" als Kritik ist ja alleine schon der Beweis.

    Ohne diesen Diskurs neu aufrollen zu wollen, nur das :" Nur einer aus tausenden wird Professor, nur einer aus Hundertausenden Richter am Bundesverfassungsgericht".

    Hat aber keine Aussagekraft bezüglich der Bildung, es sind einfach ganz oben nur begrentzte Plätze vorhanden, weil weit mehr Menschen das Studium absolvieren oder gar die Schullaufbahn beginnen.

    Zahlenwerk dazu, welche Länder wie viele Spieler in den Profibereich rausbringen, kann ich in dem Artikel nicht finden leider.

    (Dazu müsste das ja auch alle nichtdeutschen Spieler inkludieren in Deutschland, analog in den anderen Ländern. - da wäre schon die erste Frage ob es ein grundsätzliches Problem ist oder eines, was die für das eigene Land spielberechtigten Spieler betrifft.)


    Und was genau wäre in den Profifussball gebracht?

    Ein Kurzeinsatz mal in Liga 3 bei uns, also in den eigenen Profifussball? Oder zählt es auch, wenn aus Deutschland jemand in Sloweniens Profifussball ankommt zB? In England zB geht Profifussball bis Liga 4 oder 5.

    Oder was genau zählt wie?

    Und Italien? Da würden mich zb wirklich mal Daten interessieren, denn deren Nationalmannschaft ist ja seit Jahren stark in der Kritik und das ist ja ganz sicher eine Topliga.

    etc.


    Ich will gar nicht aussagen, dass in Deutschland alles perfekt sei.

    Nicht einmal verneinen, dass es zb in Frankreich klar besser läuft - die haben btw ja auch mehr Platz für Talente, weil die eher exportieren, da die Liga nicht so finanzstark ist, wie D, Spa, E oder Italien. Aber die machen sicherlich auch anderes super.


    Ich will nur aussagen, dass ich solche Aussagen immer sehr populistisch finde und ein Diskurs dazu erst Recht völlig sinnfrei ist, wenn man da nicht ausgiebiege Datenmengen hat, klare Bewertungsmaßstäbe (wie gesagt, was genau zählt als in den Profibereich gebracht), über welchen Zeitraum reden wir? (Belgien hatte ein paar gute Jahrgänge in Folge, aber das war eher Zufall/Glück, denn es hält ja nicht an. etc.

    Ein Diskurs, so wie er dann von Krösche oder hier im Forum oder am Stammtisch geführt wird, der kann dann nur populistisch werden.

    Ein Sahra Wagenknecht Populismus hilft niemandem, abgesehen vom Kritiker selbst.

    Sorry, aber was will man da dann konstruktiv diskutieren?


    Etwas schlecht zu reden, das ist einfach, in jedem Bereich, egal ob Sport oder Politik.

    Aber ohne konstruktive und umsetzbaren Ansätzen ist sowas mM nach populistisch und bietet ja gar keine ernsthafte Diskussionsgrundlage.

    Das ist schade, weil verbessern kann man immer etwas.

    Aber so?

    Woran macht er das denn genau fest?

    Und welche anderen Länder machen das besser und warum?


    Habe keine Ahnung, was er gesagt hat, deshalb die Nachfrage.

    Ich gehe mal davon aus, dass er konstruktiv kritisiert hat, andernfalls würde ein Diskurs darüber keinen Sinn machen.

    "Alles ist scheiße" kann ja jeder sagen, wie in der Politik, wo ja viele sogar den populistischen Mist (re-) produzieren, dass unsere Wirtschaft den Nach runter gehe, obwohl wir die Wirtschaftsnation Nummer 3 sind, hinter China und den USA, die weit mehr Einwohner haben.


    Edit:

    Denn, dass unsere Top-Talente im internationale Vergleich (deutlich) schlechter seien, das kann man auch kontrovers diskutieren. Welches Nationalteam hat denn wirklich einen besseren Kader?

    Frankreich, klar. Vlt noch Spanien, England und Portugal, wobei man das auch diskutieren kann, wenn man alle Positionen durchgeht. Aber sonst? Alle anderen haben doch keine bessere individuelle Qualität im Kader - klar, viele haben auch nicht die Masse an Bevölkerung, aber es ging ja um die Toptalente, oder?

    Die Seitenbande ist mM nach murks, schon gar nicht, wenn sie nur auf einer Seite vorhanden ist.


    Bei Rundumbande, also der Bande hinter dem Tor sehe ich das anders. Die kann das Spiel schon sehr positiv beeinflussen, die kann man gut nutzen.


    Ich habe viele Turniere mit Rundumbande gespielt und meine Devise an die Spieler war auch immer, nicht die Seitenbande zu nutzen, den Ball vor der Bande verarbeiten, nicht den Ball zurückprallen lassen und dan verarbeiten zB.

    Die Seitenbande kann man nahezu nie gewinnbringend einsetzten, sie macht alles langsamer und technisch unsauberer.

    Bei der Hintertorbande sieht das aber anders aus. Da kann man auch mal bewusst neben das Tor schießen, über diese Bande bewusst passen, etc. Dort gibt es auch wenig dieser klassischen Bandengerangel. Bringt dir ja nichts, da hast du ja keinen Winkel, willst ja selbst eher von der Bande weg. In der Ecke wird das dann auch schnell abgepfiffen, deshalb ist die auch weniger das Problem. Problematisch ist meiner Erfahrung aus diversen Gründen die Seitenbande, so wir sie genutzt wird und wie dort regeltechnisch gepfiffen wird.

    Hintertorbande Freund, Seitenbande kein Freund.


    Ich sehe die Verletzungsgefahr bei der Bande aber auch und kann das Argument voll nachvollziehen.

    "Eigentlich" darf man ja auch nicht die Arme auf der Bande zum Halten nutzen - so war es jedenfalls mal - eben wegen der Verletzungsgefahr und wenn man das erlaubt, dann kommt es an der Bande zwangsläufig permanent zu dem klassische "Gerangel" an der Bande. Wurde aber früher nie so gepfiffen, nirgends und das war es definitiv mal so in den Regeln verankert. Bzw. habe das genau einmal erlebt und da wurde dann viel abgepfiffen, weil die Spieler das gewohnt waren, dass sie das machen durften. Hand auf der Bande, Freistoß für den Gegner.

    Wie das aktuell ist, keine Ahnung, gepfiffen wird es jedenfalls noch immer nie, vlt aber inzwischen auch regelkonform. Ist ja auch egal, wie die Regel ist, wenn die Auslegung eh immer so ist.


    Bei der Torgröße sehe ich allerdings das kleine Tor schon sehr problematisch. Extrem in der D-Jugend, aber auch stark in der E-Jugend. Selbst in der U9. Verstärkt beim 5+1, dem ich eh nichts abgewinnen kann.

    Denn spielen da annähernd gleich starke Mannschaften gegeneinander, dann kann man das Tor gut verteidigen. Dann ist mauern und kontern wesentlich erfolgversprechender, als aktiven Fussball spielen zu lassen. Das kann es im Sinne der Ausbildung mM nach nicht sein.

    Ist so wie 5Metertore in der U13, wenn man 11gg11 spielt.


    Und die Spielzeit ist ein Problem. Wenn es keine Rundumbande gibt, dazu kleine Tore, dann sind 10 Minuten Spielzeit halt nichts. Da wird dann nicht das aktive Fussballspielen belohnt, da geht es um stabile Defensive und kontern. Jedenfalls bezogen auf das Ergebnis und machen wir uns nichts vor, das wird vielen nicht egal sein.


    Leider laden bei Turnieren die Veranstalter mM nach zu viele Teams ein, damit man viele Menschen in der Halle hat, um beim Verkauf für die Kasse zu sammeln und hat dann kurze Spielzeiten.


    Wenn immer der Vergleich zum Futsal oder der HallenfussballWM kommt und dort ja ohne Bande und auf Handballtore gespielt wird, dann muss man auch die Spielzeit auf diese Länge ziehen.

    Denn die spielen da nicht nur 10 Minuten und das womöglich gar brutto, um den Spielplan im Lot zu halten.

    Das mit dem Training leiten, das sehe ich nicht als Problem. Irgendwo als Co einzusteigen, da sollte es viele Optionen geben. Auch dann, wenn du nicht bei jedem Training dabei sein kannst/willst.


    Das mit dem Spiel coachen, sehe ich schon problematischer. Gerade, wenn du eben neu bist und eh nicht regelmäßig dabei bist.

    Jedenfalls in den meisten Altersklassen. Besonders, wenn du das als Vertretung machen sillst, also nicht in der Form, dass der Chef sich nur mal ein Spiel eher rausnimmt.

    Aus verschiedenen Gründen.


    Ein vlt passender Vorschlag:

    Ich kenne einige, mich eingeschlossen, die haben angefangen, die Fussball AG einer Grundschule zu leiten. Da ist oft Bedarf, weil Lehrer das nicht mehr machen wollen, da es nicht mehr als Schulstunde betrachtet/bezahlt wird.

    Das machen nahezu überall, Studenten oä, teilweise sogar der Hausmeister.

    Ist idR einmal die Woche und eh weit mehr Spielen, als alles andere. Da schult man aber, wie man eine Kindergruppe "im Griff" hat.

    Und einen Wettkampf hat man da auch kaum, vlt mal ein Hallenturnier oder ein Sommerturnier im Kreis/Bezierk.

    Warum auf die Tribüne zu den Eltern setzten, wahrscheinlich jedes Kind neben seinen Eltern, also mitnchten als Team zusammen?

    Ich habe die Aufsicht über die Junges während des Turniers und wir setzten uns als Team irgendwo, wo Platz ist gemeinsam hin.

    Dass da auf dem Weg und mal zwischendurch auch die Eltern auf ne Minute vorbeikommen, ja gut, ist dann halt so.


    Bei den Eltern zu sitzen bringt ja noch das gewichtige Problem, dass diese dann häufig mit ihren Kindern deren individuelle Leistung besprechen, über andere Spieler und deren vereindliche Minderleistung sprechen und "im besten Fall" ihren Spross auch noch genau erklären, was er im nächsten Spiel wie zu machen hat.

    Das gilt es ja grundsätzlich zu vermeiden und das ist relativ einfach zu bewerkstelligen, wenn man mit dem Team zusammen sich einen Platz sucht, der eben nicht direkt bei den Eltern ist.

    Disziplin ist so eine Sache. Bei Hallenturnieren hat sich der Quatsch fast immer im Rahnem gehalten. Bei ner U15 bin ich mit einem Vater aneinander geraten weil ich über 20m seinen Sohn angebrüllt habe, er soll sich benehmen. Als er dann den Fußabbruck auf der Türe gesehen hat, wurde es ruhiger.

    Was ist Strafe? Ich spreche da eher von Konsequenzen: wer sich daneben benimmt, verwirkt bei mir sein Spielrecht für einige Zeit, das zieht meistens.

    Das ist eh ein wichtiger Punkt.

    Strafen soll und darf es nicht geben, ausschließlich Konsequenzen.

    Und ja, das ist ein Unterschied - eine Konsequenz erfolgt immer zeitlich unmittelbar und bezogen auf das Fehlverhalten.

    Wärend eines Turniers sind die Kinder nicht bei ihren Eltern, sondern werden von uns betreut. Das inkludiert auch die Verflegung. Wir sitzen zusammen irgendwo - da reicht dann ja auch ein Trainer/Betreuer beim Team.

    Ist die Pause zu lang, dann kann man mit den Kindern auch draußen nen bisschen jonglieren oder was anderes machen.


    Aber, wenn jemand furzt, dann ist das mM nach nun wirklich keine Kosequenz wert.

    Da reicht ein: " muss das wirklich sein?".

    Wer will schon gegängelt werden oder nur dann akzeptiert werden, wenn er sich in jeder Sekunde so verhält, dass es anderen gefällt?

    Davon ab, helfen zu viele "unbedeutene" Regeln, samt Sanktionen so gar nicht dabei, dass sich Kinder an die wichtigen Regeln halten.

    Letzteres ist mir das wichtige und das gelingt mir, indem ich auch mal 5e grade sein lasse, jedes Kind er selbst sein lasse. Und da kann man trotzdem sagen, dass man das nicht toll findet.


    Edit:

    Und ja, da bin ich bei einem Vorschreiber. Handy hat beim Turnier nichts verloren. Das hat kein Kind in den Pausen in der Hand.

    Latinl : ja, Bayernliga ist die 2. höchste Klasse in der C-Jugend. Und ja, höhere Ligen bedeuten auch Zulauf von Außen. Wenn ich allerdings keinen einzigen von der U8 in die U15 bringe, dann mache ich entweder etwas falsch oder ich kann mir die U8 gleich "schenken". Wenn ich mir dann ansehe, was zur U11 und U13 geholt wird und zur U14/15 findet wieder ein Kaderaustausch statt, dann ist das nicht ausbildungsorientiert (für mich nachhaltig), sondern ergebnisorientiert. Und das zieht sich dann bis in den Kinderfußball - zumindest der Denkansatz bei den Trainern. Das hilft nur leider den Kindern nicht.

    Nachhaltigkeit kann ich da nirgends finden - außer vielleicht beim Ligaerhalt.

    Das Ergebnis sehen die Vereine in 5-10 Jahren (nur das interessiert heute noch keinen ;) )

    Klar, die U8 macht idR keinen Sinn, aus einer U8 wird kaum einer in der U17 oder weiter ankommen.

    Vor allem, wenn es sich um kleinere Städte handelt.

    Das ist denen mM nach auch klar.


    Das gilt für U9 oder U11 ähnlich, vlt nicht so extrem.

    Aber wo willst du anfangen, denn man darf ein paar Punkte nicht vergessen:

    - Selbst wenn es sich nur um einen Spieler handelt, den man optimal ausbilden will, dann lohnt sich das für den Verein schon. 1-2 pro Jahrgang zu den Profis und alles rentiert sich.

    Und die meisten der Nationalspieler der letzten 20 Jahre, waren schon herausragend in der U11 oder gar U9. Der Umkehrschluss ist natürlich nicht zutreffend, dass jeder herausragende in dem Alter auch oben ankam.

    - Der Umkreis wird immer größer, dh heißt aber nicht nur für den eigenen Verein, sondern auch für Konkurenten.

    Wenn man mit der U15 oder U17 zB erst anfängt, dann werden die meisten der Augsburger "Supertalente" schon in München, Ingolstadt oder Ulm, vlt gar Stuttgart.

    Denn die allermeisten Spieler und/Eltern bleiben bei so einem Talent nicht bis zur U15 in ihrem "Dorfverein". Die wechseln dann eben mit 10 zu anderen selektierten Teams oder gar anderen NLZs.


    Ich will nicht sagen, dass ich eine U9 oder gar U8 als sinnvoll ansehe. Im Gegenteil sogar. U8 eh auf keinen Fall.

    Aber es ist nicht immer so einfach und einseitig, wie man meint.


    In einem Vakuum, wo auf 1000qm Umkreis kein Konkurrent zu finden ist, da würde jeder Verein sicherlich Dinge anders handhaben, als in Ballungsgebieten.


    Und da habe ich noch nicht inkludiert, dass es ja auch Werbung für den Verein ist, wenn auch schon junge Spieler im Umkreis Augsburgs diesen Verein, bzw. dessen Mannschaften zB als Gegner kennenlernen, am besten als sympatisch und gut, weil man ja Fans für die Zukunft gewinnen will.

    Sehe ich genauso. Bei 5+1 braucht man sogar weniger Wechsler, als bei 4+1, weil da kaum mal jemand müde wird.

    Wenn man 4+1 richtig spielt, dann ist das schon intensiv, gerade vorne. Da kann man dann alle 2-3 Minuten vorne wechseln, weil die Spieler ko sind.

    Bei 5+1 sind 3 Wechsler mM nach eigentlich schon zu viel.

    Bei 4+1 sind 3 Wechsel (3 Spieler hinten, 4 vorne) ideal, aber auch zwei Blöcke ok.


    Ich hatte mal ein großes 5+1 Turnier auf einer Reise, wo ich irgendwann wegen Krankheit (heftiger Durchfall schon zu Turnierbeginn) und Verletzung irgendwann recht früh nur noch einen "halben" Wechselspieler hatte, eigentlich keinen. War kein Problem für die Spieler, wir haben am Ende sogar gewonnen. Und das, obwohl das Niveau maximal war.

    Aber 5+1 ist halt wenig intensiv, da ist Eingespieltheit mehr wert, als Frische. Bei 4+1 wäre das undenkbar gewesen, da haben bei solchen Turnieren die Teams, wo der Trainer nur wechselt, wenn der Spielstand klar ist idR auf Dauer keine Chance das Turnier zu gewinnen. Die sind gegen Ende des Turniers dann spätestens Mitte der Spiele mausetot.

    Nimm nur 7 Feldspieler und einen TW mit.

    Dann wechselst du 3 hinten stetig durch und 4 vorne. Alle 2-3 Minuten cirka. Vorne ist viel anstrengender, intensiver, deshalb ein Spieler mehr.


    Spielzeit soll lohnend sein. Wer kommt denn gerne irgendwo zu einem Turnier, wo man eh schon viel Wartezeit hat, um dann nur 2-4 Minuten in Summe spielen zu dürfen.

    Analog zu Spielen auf dem Feld kann ich das nicht nachvollziehen, warum man so (zu) viele Spielerinnen mitnimmt.


    Da setzte ich doch lieber mal ein WE aus, spiele dann aber lohnend, wenn ich dabei bin.

    Und das Aussetzen ist auch maximal bem ersten Mal ein Problem, weil es ungewohnt ist. Wenn jeder erkennt, dass jeder mal aussetzt, dann ist das kein Problem mehr.

    Natürlich kann man nach Trainingsbeteiligung und vlt auch Leistung Spielerinnen unterschiedlich oft pausieren lassen, aber erstens sollte jeder auch mal pausieren und zweitens jeder auch lohnend Spielzeit bekommen, der dabei ist.

    Ich behaupte, dass in der G-Jugend, auch in der F-Jugend jeder Übersteiger oä dem Selbstzweck dient, es kein fintieren des Gegenspielers ist.

    Selbst in der E und D-Jugend ist das noch die Regel.


    Eine Finte erfüllt keinen Zeck, wenn man damit nicht den Gegnenspieler täuscht. Im Gegenteil, dann kostet sie sogar Zeit, weil man ohne Finte schneller vorwärts kommen würde.

    Wenn jemand einen Strecksprung macht oder sich kurz auf den Po setzt beim Dribbling, dann würde das jeder hier genauso werten.


    Und in der G-Jugend schafft es (nahezu) kein Spieler, einen Übersteiger oder ähnliches so auszuführen, dass man den Gegenspieler wirklich täuscht, fintiert.

    Denn nur die Bewegung mit dem Unterkörper ist noch kein fintieren.

    Das mag in der G-Jugen klappen, aber das liegt daran, dass es eben auch ohne Finte klappen würde, vorbei zu kommen.


    Ich finde es auch zb im Hallenfussball so speziell, wie die Mase der Trainer eine sogannte Auftaktfinte fordert, wenn sich ein Spieler von Gegner lösen soll. Dabei ist das idR immer nor das Bein in die andere Richtugn rausstellen, der Oberkörper, die Arme machen die Bewegung gar nicht mit. Das täuscht niemanden.

    Eine richtige Finte impliziert immer, dass man die Bewegung auch durchziehen könnte in die Richtung in die man fintiert, wenn der Gegenspieler nicht reagiert.

    Und das ist idR nicht der Fall.


    Elementar ist das 1gg1 definitiv, ich bin ein Verfechter davon.

    Aber zielgerichtet, spielnah und eben richtig.

    Die Körperfinte muss man wirklich gut beherrschen, das ist elemenatar. Und wenn man das kann, dann kann man auch Übersteiger und co. schnell und vor allem richtig (also mit echter Täuschung, dem ganzen Körper) erlernen.

    Ob man diese Finten dann wirklich braucht, einsetzt, das ist dann die zweite Frage.


    Aber es gibt ja nicht umsonst die Weisheit, lieber 1-2 Finten richtig beherrschen, als 10 verschiedene, die dafür aber nicht gut.



    Ich war/bin ein starker 1gg1 Spieler, gute Körpertäuschung, sehr guter Antritt. Da reichten mir immer die Körper- und die Pass-/schussfinte, um auf wirklich ordentlichem Niveau ein sehr guter 1gg1 Spieler zu sein.

    Im Studium habe ich dann im Handball erlebt/erfahren, dass ich beim Fintieren aber eben den ganzen Körper mitnehme, weshalb meine Finten so gut sind. Da hat mich im ersten Semester der Dozent gelobt, als ich auf ihn zu und ihn fintiert habe mir einer reinen Körperfinte auf ihn zukommend. Habe das damals nicht verstanden, was daran so besonders war, das kam erst später, retrospektiv, als ich tiefer drin in der Lehre und im Trainerdasein war und erkannt habe, dass es eben vor allem um die Bewegung des ganzen Körpers plus der Arme geht, was ein Fintieren dann funktional, gar gut macht.


    Übersteiger und co ist in der G- oder F-jugend nicht mehr als Bewegungsschulung. Und so sollte man es auch sehen und einsetzten mM.

    Wirklich schlimm finde ich, wenn Übersteiger gelobt werden, die keinen Zeck erfüllen, den Gegenspieler nicht täuschen und nur Zeit kosten. Das ist dann Selbstzweck, das wird dann nur wegen des Lobes gemacht - Lob für den Spieler und auch der Trainer will das Lob für die Ausbildung, versucht dies so für alle sichtbar zu machen. So sehe ich das.

    Losgelöst von dem Alter:


    Eine Finte ist immer schlecht, wenn sie nur dem Selbstzweck dient.

    Wenn man durch die Finte Zeit/Tempo verliert, obwohl man mit einer Tempoverschärfung vorbei kommt, dann wäre die Finte mM nach sogar falsch.


    Dazu kommt, dass eine Finte vor allem dann wirkt, wenn der Tempowechsel drin ist und man den Gegenspieler wirklich täuscht.

    Dafür muss der gesamte Körper - also auch und vor allem der Oberkörper und die Arme - die Bewegung mitmachen. Alles andere ist brotlose Bein-/Fußakrobatik.


    Man muss deshalb als Spieler die Körper- und die Pass-/Schussfinte beherrschen. Diese aber wirklich gut. Das reicht vollkommen, bzw. das ist schwer.

    Messi btw. nutzt nur diese beiden Finten, Ballack tat dies auch.


    Und wenn man diese beiden Finten wirklich beherrscht, dann bekommt man Übersteiger und co auch schnell hin.


    Was ich sagen will, verschwende nicht unfassbar viel Zeit, damit die G-Jugendspieler die Bewegungsabfolge der Beine bei komplexeren Finten hinbekommen, mit der sie aber niemanden täuschen können, weil sie den Körper gar nicht mitnehmen.

    Sieht vlt toll aus, die B-Note stimmt, aber dient dem Selbstzweck und ist verschenke Zeit, die man anders besser nutzen könnte.

    Für die allgemeine Bewegungschulung oder Koordination kann man sowas mal einbauen, aber erstens mal und zweitens muss man sich bewusst werden, was eine gute, also wirksame Finte ausmacht.



    Und (sehr) gute Technik beinhaltet mM nach vor allem Ballverarbeitung (dass man mit dem zweiten Kontakt jede Anschlusshandlung - Schuß, Abspiel, Dribbling - durchführen kann, dass man den Ball in die Bewegung, weg vom Gegenspieler verarbietet, etc.), scharfes Passspiel, dazu in den offenen Fuß, gute schußtechnik.

    Das können G-Jugendlicher logischerweise noch nicht, ich will damit nur den Fokus darauf richten, dass Technik ungleich Finten ist.

    Fast eher das Gegenteil, ohne Finten (also abgesehen von Körper und Schußfinte) kann man ein Weltklassespieler sein, ohne sehr gute Ballverarbeitung auf gar keinen Fall.

    Niveau und Qualität der Technik im Fussball wird bestimmt durch Zeit-und Gegnerdruck. Das sind die Parameter, die zwischen den Ligen und im Alter unterscheiden. Auf langsamsten Tempo und ohne Gegnerdruck kann irgendwann jeder einen Übersteiger oder was auch immer.

    Wir haben uns übrigens schon einmal zu einer WM gezittert und wurden anschließend Weltmeister. !989 gegen Wales - anschließend waren wir der beste Gruppenzweite aus den 4er Gruppen (siehe wikipedia). Damals gab es allerdings 13 Plätze für Europäer. Heute sind es 16.

    Wir haben auch mehrmals auf Malta mit Ach und Krach und einem Tor Differenz gewonnen. Schon 1974, direkt nach dem WM-Sieg in der EM-Quali. Zuhause gab es Kantersiege.

    Auch gegen Albanien kann ich mich an so einige schlimme Spiele erinnern.

    Und auf Zypern hat schon zur WM 70 Gerd Müller erst in der 93igsten Minute das 1:0 erzielt.


    Ja, wir haben da auch oft rumgewurschtelt - bei Turnieren ja auch, wenn man an 82 oder 86 zB denkt - aber man hat dann doch immer gewonnen.

    Wir hatten bis vor wenigen Jahren genau eine einzige Niederlage in WM-Qualispielen. Müsste zur WM 86 gewesen sein, gar zuhause gegen Portugal.



    Was ich sagen will, diese Mär, dass es keine kleinen mehr gäbe und früher war alles besser, die ist Quatsch, da kann man sich einzelne Spiele raussuchen, aber das ist und bleibt kein hinreichender Beweis.

    Es gab schon immer auch miese Spiele, aber Deutschland hat dann doch nahezu nie verloren, idR auch gewonnen.


    Das war zwischen 2016 und 2022 nicht der Fall.

    Und das lag vor allem an uns selbst, ich sage an den beiden Übungsleitern, deren Spielweise und Kaderzusammenstellung/Aufstellung.

    Schon beim Kaiser wurden nicht die besten 11 Einzelspieler aufgestellt, die besten 22 Spieler zum Turnier nominiert.

    Wenn sich N11 Spieler nicht mehr Mühen müssen, weil sie eh immer spielen bzw andere eh nur Reserve sind, dann wird das oft nicht reichen. Heute nicht, aber eben auch nicht vor 20 oder 40 Jahren.


    Bei Tuchel in England scheint selbst ein Bellingham nicht gesetzt. Das führte zu einer der souveränsten Qualis, die man abliefern kann. Und vlt auch dazu, dass Bellingham nicht über den Platz stolziert, wie beim Turnier, sondern wirklich ackert, rennt, kämpft.

    Denn tun das alle Spieler der großen 8-10 Nationen auch wirklich, dann sind das die besten Teams, dann werden die idR die Spiele gewinnen, nicht immer glanzvoll, eventuell auch mal unschön, aber eben erfolgreich in Summe.


    In Nagelsmann habe ich da weit mehr Vertrauen, als in die beiden davor.

    Er hat eine klare Spielidee und er stellt nicht nur nach Namen auf.

    Ich gehe von einem Sieg gegen die Slowakei aus, vlt nicht glanzvoll, aber einsatzfreudig und auch nicht unverdient.

    Ich bin da bei dir.


    Eine Weltmeisterschaft zu spielen, das ist halt das größte für die meisten Spieler. Diese gar zu gewinnen für jeden Fussballer mit weitem Abstand das erstrebenswerteste Ziel.


    Fans von den Vereinen, denken ja oft, dass der CL-Titel und vlt sogar die Vereinsmeisterschaft das prämare Ziel seien oder wenigstens auf einer Ebene. Das ist aber nicht so. Ich behaupte, mehrfache CL-Sieger würden alle Titel hergeben für einen WM-Titel.


    Und deshalb entscheiden sich jene, die die realistische Option - früh in ihrer Laufbahn - sehen, bei einer der Top10 Nationen eine Rolle zu spielen, sich dann meist für diese Top10 Option, denn nur da kann man den WM-Titel holen.

    Scheint diese Chance nicht so klar, dann nimmt man das Heimatland, denn dann spielt man sehr wahrscheinlich zumindest mal eine WM.Gerade außerhalb Europas ist die Quali dann ja einfacher, weil die Konkurrenz da nicht so groß ist, auf die man in der Quali trifft.


    Neben dem emotionalen Wert der WM spielt, wie du sagt, auch die monetäre Chance eine Rolle. Zwei wirklich gute WM-Spiele erhöhen den eigenen Marktwert idR do signifkikant, damit eben auch das zukünftige Salär, das kann man im Vereinsfussball kaum annähernd in so kurzer Zeit schaffen.

    Ältere erinnern sich an Skuchravi oder vor gar nicht so langer Zeit an James Rodriguez.

    2-3 gute WM-Spiele haben sie aus 08/15 Spielern im europäischen Vereinsfussball in kleineren Ligen/Vereinen zu dem heißesten Eisen des sommers gemacht und ihnen - glaube beiden noch während der WM - einen sehr, sehr lukrativen Vertrag beschert, den sie mit den Leistungen der kommenden Jahre nicht mehr rechtfertigen konnten bzw. durch diese alleine so auch nie bekommen hätten. James sicherlich noch einmal ein Lever über Skuchravi, aber dennoch verdeutlicht es den Wert, den man durch ein paar gute Spiele bei einer WM erreichen kann.

    Gibt da noch diverse andere Beispiele, die beiden fallen mir da nur sofort ein, weil ich beide gar nicht kannte vor den Turnieren, absolut bömische Dörfer für mich waren, obwohl ich damals weit mehr Vereinsfussball verfolgt habe, als ich es heute tue.



    Edit:

    Ich finde es btw auch immer amüsant, wenn viele Fans fordern, man solle die Spieler nicht für Länderspiele oä abstellen, weil diese ihr Geld ja beim Verein bekämen.

    Dabei wird halt vergessen, dass die spieler dann erstens diesen Verein gar nicht wählen würden und zweitens der Verein auch massiv davon profitiert, wenn eigene Spieler eine strake WM spielen. Nicht nur steigert das dessen Marktwert und eventuelle Ablösesumme, so man ihn denn verkaufen will, es steigert auch die Marke, Bekanntheit und Beliebtheit des Klubs in Bezug auf Merchandising, etc. wenn man einem der bedeutenden WM-Akteure in seinen Reihen hat.

    Die WM ist auch für die Masse der Welt das größte, so viele Menschen erreicht/"influended" man anders im Fussball nicht einmal anähernd.

    Mir ist zufällig dieses Video und die Aussage Kramers (Sammers) Zuteil geworden und da ich nicht weiß, wo es am besten Passt, mache ich mal ein neuen Thread auf.


    In vielen Themen kam es ja schon dazu, dass mancher meint, dass man Zusammenspiel oder gar direktes Spiel relativ früh erlernen sollte.

    Oder dass Spieler oder Sohn x ja gut im Zusammenspiel bzw. im Positionsspiel sei und man ja verschiedene Typen bräuchte, sich dann aber wundert/beschwert, dass der Spieler bei Trainern von NLZs nicht so positiv wahrgenommen wird.

    Genauso, wie die Tatsache, dass das Team ja oft ganz gut aussieht bzw. deren Fussball - "wie bei den großen".


    Aber dieses "Wegspielen" (ich finde den Begriff meist passender) füht eben dann dazu, dass die Ballkontrolle, die Ballan-und Mitnahme, echte 1gg1 Situationen, etc. nicht wirklich unter Zeit-und Gegnerdruck, also spielnah geschult werden.

    Und das ist so wichtig. Das macht im Herrenbereich den Großteil des Niveauunterschiedes zwischen den Ligen aus.

    Je älter man wird, je höher das Niveau wird, desto größer der Zeit-und Gegnerdruck. Da muss man dann selbst sehr gut in der Ballkontrolle im 1gg1 sein.

    Sonst kommt man gar nicht mehr zu dem fälschlich gelobten Pass-/Zusammenspiel.

    In F- oder E-Jugend geht das noch leicht, da gibt es meist quasi keinen echten Gegnerdruck. Und man kann mit Zusammenspiel deshalb relativ viel erreichen, wenn der Gegner nicht klar besser ist. Das kehrt sich mit den Jahren dann aber ins Gegenteil.


    Hier der Clip, scheinbar im Interview nach dem CL-Spiel gestern:

    Seht ihr Vitinha auch als Vorbild für andere junge Spieler? #UCL#PrimeVideo

    Ich danke euch vielmals. Ich nehme für mich mit, dass ich mich vom Gedanken löse, es allen Recht machen zu wollen.


    Ihr habt mir wirklich sehr geholfen. Ihr seid Klasse

    Das ist mm die wichtigste Erkenntinis. Man kann es nie allen Recht machen, egal wie optimal man auch agiert.

    Man sollte also auch gar nicht danach streben, es allen Recht zu machen, sondern es versuchen gut zu machen.

    Wenn man es den ewigen Nörglern unbedingt Recht machen will, dann klappt das a eh nie und b passiert es schnell, dass man Dinge dann doch nicht so macht, wie man wirklich will und so c andere Spieler/Eltern, die nicht nörgeln quasi benachteiligt werden.

    Und die Nörgler werden eh immer nörgeln und ggffs eh irgendwann gehen, egal, was du auch machst.


    Sei immer offen in der Analyse, aber mache es dann so, wie du es fr richtig hälst.

    Wem das nicht passt, der muss ja nicht dabei sein.


    und noch zwei Anmerkungen zu Gesprächen mit Eltern:

    - niemals dann, wenn diese es akut wollen - also direkt nach dem Spiel oder so - immer nach Absprache ein paar Tage später, zB vor/nach dem nächsten Training.

    - Über Spielzeit oder Position diskutiere ich nicht mit den Eltern. Grundsätzlich nicht. Mit den Kindern direkt, das ist was anderes, aber auch nicht permanent.


    Edit:

    Und was ist eigentlich immer genau mit Übungen gemeint?

    Ich bin ein klarer Verfechter von Spielformen - das ist viel spielnaher, als Übungen.

    Klingt zwar so, als ob du das auch viel machst, das wäre ein konstruktiver Ansatz um Dinge aus dem Training ins Spiel zu transportieren: Spielnah trainieren, Spielformen.

    Für Zweikämpfverhalten zB sehr kleine Spielfelder, auch mal mehr als 3gg3 oder 4gg4 und wenn nötig Provokationsregeln, zb kein direktes Passspiel.

    Und viel Spielformen im 1gg1, da muss man Zweikämpfe bestreiten, da man nicht passen kann.

    3gg3 auf zu großem Feld ist da idR kontraproduktiv, da kommt es vlt kaum zu echten Zweikämpfen.