Beiträge von Follkao

    Was soll es da groß an Lösungen geben ?

    Bei 95 Prozent der Vereine zumindest in den Kreisen in meiner Umgebung gibt es bis in die hohe Jugend nur Vatertrainer.
    Und dann will man die noch damit fremdbestimmen in dem man ihnen vorschreibt wie die Eintteilung und größe ihrer Kader sein soll ?

    Ich glaube nicht das das die Realität in den meisten Vereinen ist...

    ...und dann entscheidet jeder, wie er will. Der F-Vater so, der E-Vater anders, der D-Vater wieder komplett anders usw.
    Am Ende weiß keiner mehr, wofür dieser Verein eigentlich steht.
    Für die Jugendleitung kann es durchaus mehrere Lösungen geben: Z.B. Zusammenarbeit mit anderen Vereinen (evtl. auch nur auf Mannschaftsebene), Spitzenausgleich zwischen Altersgruppen, Meldung anderer Mannschaftsgrößen und noch reichlich mehr.

    Man muss da manchmal kreativer sein, als es ein Trainer alleine sein kann...

    Lies meinen Beitrag nochmals. Ich habe nicht geschrieben, dass Du unbegrenzt Spieler aufnehmen sollst, sondern dass es Aufgabe der Jugendleitung ist, Lösungen zu finden.

    Aufnahmestopp und unbegrenzte Aufnahme sind in solchen Fällen nicht die einzigen Lösungen.

    Aber dann ist es doch Aufgabe einer Jugendleitung, nach Lösungen zu suchen - nicht Aufgabe eines Trainers. Wenn die Jugendleitung sich auf Anraten der Trainer zu einem Aufnahmestop entscheidet, sei es so. Die Entscheidung muss aber die Jugendleitung treffen.

    Die Gefahr besteht einfach, dass Mädchen bei gleichaltrigen Jungs, in den Leistungsmannschaften, sich nur schwer durchsetzen bzw. mit halten können.

    Wenn sie zu den "letzten" 20% des Kaders gehören, ist das sicherlich so. Für Jungs, die zu den "letzten" 20% gehören, gilt das aber genauso.

    Entweder sie werden dann auf Positionen eingesetzt (oftmals in der Verteidigung) wo sie gerade so mit halten können, diese dann aber nicht den eigentlichen spielerischen Qualitäten entsprechen und die Weiterentwicklung wenig oder gar nicht statt findet.

    Ich sehe das exakt so wie Kröte . Niemand wird (erst recht nicht im leistungsbezogenen Bereich) einen Spieler, der gerade so mithalten kann, defensiv einsetzen.

    Oder die Mädchen werden in die Leistungsschwächeren Jungsmannschaften (2. oder 3.) abgeschoben, die oftmals keine qualifizierten Trainer haben...

    Wenn die 1. Mannschaft mit einem Spieler / einer Spielerin stärker ist als ohne ihn/sie, wird kaum ein Trainer auf ihn/sie verzichten. Selbstverständlich sind die letzten 20% der 1. Mannschaft und die ersten 20% der 2. Mannschaft oft auf einem vergleichbaren Level. Die Zugehörigkeit zu welcher Mannschaft ist dann attraktiver? Erste sitzen oder zweite spielen?
    Den Begriff "abgeschoben" finde ich übrigens sehr despektierlich.Wird in unteren Mannschaften kein Fußball gespielt?

    Unsere Tochter ist in eine Leistungsorientierte Mädchenmannschaft gewechselt, die in einer (schwächeren) Juniorenliga spielt.

    Finde diese Mischung, starke Mädchenmannschaft die gegen Jungs spielt, mittlerweile besser.

    In unserer Region handhabt ein Verein das auch so. Die spielen dann mit dieser Mannschaft in der untersten C-Junioren-Klasse. Ein Teil dieser Mädels könnte durchaus auch ein oder zwei Klassen höher in einer Juniorenmannschaft spielen. Viele sind andererseits aber auch in dieser Klasse überfordert.

    Ich habe mal gesehen, wie ein Spieler, der vorher einige rüde Fouls von seinem Gegenspieler einstecken musste, für ein freundliches "Verp... Dich!" nach vorheriger Provokation glatt rot gesehen hat.
    Mindestsperre für Beleidigung sind drei Spiele.
    Was wird dieser Spieler daraus gelernt haben? Ich hätte gelernt, beim nächsten Mal den Mund zu halten und das durch gezielte Fouls im Zweikampf zu klären. Aber ist das der Effekt, den persönliche Strafen haben sollen?

    Im Jugendfußball gibt es das Mittel der Zeitstrafe. Und meines Erachtens sind genau das die Fälle, wo sie angebracht ist. Erst wenn der Spieler sich während der Zeitstrafe nicht abgekühlt hat und genauso weiter macht, ist rot angebracht.

    Kids mit intrinsischer Motivation z.b. finde ich evtl. Sympathischer.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich möchte da aber gar nicht vom Sypathie sprechen - eher davon, dass diese Spieler einem Trainer Spaß machen.

    Abgesehen davon, gibt es Eltern, die gerne "schleimen" beim Auswahl-/Stützpunkttrainer und auch deswegen werden dann Kinder bevorzugt. Ist bei uns im Verband definitiv so, hab ich schon selbst mitbekommen. Klar kommen dann Kinder, deren Leistung einfach stimmt, auch ohne Geschleime weiter, aber es kommen dann eben auch welche weiter, die sonst evtl. aussortiert würden.

    D.h., dass sich am Ende Leistung immer durchsetzt. Mag sein, dass die letzten 20% des Kaders nach anderen Gesichtspunkten besetzt werden. Aber wie erstrebenswert ist es, zu diesen 20% zu gehören?

    Ihr schreibt ja alle, ja ja, die Spielform ausgebildeten das sieht man ganz klar, dass die spielformausgebildet sind. Aber sind die auch viel besser im Vergleich zu denen die auch Übungsorientiert trainiert haben? Dass ist doch das Entscheidene mitunter bei einer Leistungstruppe. Gibt es iwas, was das belegen würde. Also ein richtig konkretes Beispiel?


    Lg

    Mit wissenschaftlichen Studien kann ich nicht dienen. Aber mit persönlichen Beobachtungen.
    Der krasseste Unterschied zwischen den beiden Spielergruppen liegt für mich im Verhalten nach einer eigenen Aktion. Für den Übungsform-Spieler ist die Situation nach der eigenen Aktion zunächst vorbei. Er braucht eine "Schaltzeit", um in die nächste Situation zu kommen.
    Für den Spielform-Spieler ist die Situation mit der eigenen Aktion nicht vorbei.
    Der eine schaltet nach der eigenen Aktion (kurz) ab - der andere nicht.

    ich schreibe es gibt keine idealtechnik für alle gleich. Die gibt es aber mit Sicherheit für jeden Individuell. Und ein paar Sachen find ich sind auch gesetzt. Wenn ich einen flachen Pass mit der Innenseite spielen will, versuche ich den Ball

    Möglichst mittig/mittig zu treffen mit Standbein in Spielrichtung im Optimalfall.

    Fußballfachlich stimme ich Dir da vollkommen zu. Aber welches Verhalten ist im Spiel sinnvoller: Ich nehme wahr, dass ich unter Gegnerdruck gerate und spiele deshalb schnell einen technisch unsauberen Pass, der aber ankommt? Oder ich nehme den Gegnerdruck nicht wahr, nehme mir die Zeit für den technisch einwandfreien Pass, für den es dann aber zu spät ist?

    Ich gehe jetzt in die 6. Saison mit deutlich spielformorientiertem Training. Bei 100% bin ich nicht - eher bei ca. 80%.
    All diese Erfahrungen von Trainer E habe ich auch gemacht.
    Wenn ich Spieler aus unterschiedlichen Mannschaften übernehme, sehe ich sehr schnell, wer bisher einen hohen Anteil an Spielformen genossen hat.

    Eine ganz persönliche Erfahrung habe ich während der trainingslosen Corona-Zeit gemacht. Wir hatten kleine Videotrainings gemacht, die der Mannschaft dann als Video wieder zur Verfügung gestellt wurden. Ich habe mir davon keinen großen Trainingseffekt versprochen. Es ging nur darum, gemeinsam etwas zu machen, was sich irgendwie nach Fußball anfühlte, obwohl man sich nicht treffen konnte.
    Die Übungen habe ich mir von den zahlreichen Youtube Stars geholt und meiner Mannschaft per Video vorgemacht. Ich fand die schon beim Vormachen stinklangweilig. Mit der entsprechenden Wiederholungsfrequenz wurde es dann noch langweiliger. Habe der Mannschaft später Respekt dafür gezollt, dass sie diesen Kram mitgemacht hat.

    die-trainerin

    Welche Möglichkeiten gibt es denn für Dich?

    Hinschmeißen wäre die einfachste Lösung. Aber das willst Du doch gar nicht.
    Sieh es mal von einer anderen Seite: Wenn diese 23 D-Jugendlichen zuverlässig sind, würde es sogar für zwei Mannschaften (1x7er, 1x9er) reichen (könnt Ihr bei Euch 7er melden?). Entweder sind sie also nicht zuverlässig (dann hast Du mit der Kadergröße kein Problem) oder man wollte dem Konditions-Kollegen keine eigene Mannschaft geben. Das spricht dafür, dass man Eure bisherige Arbeit besser als seine einschätzt. Ich finde die Unterscheidung der Trainerhackordnung zwischen Co und Chef in einem Trainerteam, meistens unwichtig. In Deinem Fall wäre es aber wohl wichtig, sie einzuhalten.
    Wenn ich neue Kollegen bekomme, setze ich mich vor der Saison mit ihnen zur Besprechnung des was/wie/wann zusammen.
    Bezüglich des "Was" mache ich keine Kompromisse; bzgl. des "Wie" nur wenige. Wenn man an der Stelle erkennt, dass man zu weit auseinander liegt, macht die Zusammenarbeit keinen Sinn.

    Der Vorstand schlug jetzt daraufhin vor, eine D1 mit 14 bis 15 Spielern zu gründen und den Rest einmal die Woche von einem Trainerteil trainieren zu lassen.

    Das wirkt wie ein Versuch, die "überschüssigen" Spieler rauszuekeln.


    EnterTrainer

    Werden da irgendwelche alten Rechnungen mit Dir beglichen? Das ist ja mal heftig, wenn man das, was im letzten Jahr praktiziert wurde (Jungjahrgänge in der D1) jetzt auf keinen Fall mehr will. Stattdessen fördert man beim Folgejahrgang den "Verein im Verein".

    Hier ist es auch schwierig ein Gesamt-Konzept zu entwickeln. Um so konkreter es wird, um so schwieriger ist es für die Trainer umzusetzen.

    ...und deswegen wird man ein solches Konzept auch nie bis auf Übungsebene detailliert ausformulieren. Macht auch gar keinen Sinn. Dann wäre es kein Konzept mehr, sondern ein Trainingsplan.

    Beispiel nur der E-Jugend bei uns. Fünf Mannschaften.

    E1: Gute/talentierte Kicker, die hoch motiviert zum Fußball kommen.

    E5: Gute Jungs, die aber Fußballerisch teilweise echt schwach sind.

    E2 - E4 sind irgendwo dazwischen.


    DFB-Übungen überfordern Kinder und Trainer der E5 garantiert.

    Alle 5 Mannschaften können sich durchaus mit denselben Themen beschäftigen. Sie werden es aber auf einem unterschiedlichen Niveau machen. Wenn das Thema beispielsweise offensives 1:1 heißt, wird Eure E1 sicherlich mit mehr Tempo auf einem kleineren Raum arbeiten können. Daraus folgend wird man die Spielformen anders aufbauen. Trotzdem beschäftigen sich E1 und E5 mit dem Thema offensives 1:1 und beide Mannschaften können das mit einem hohen Anteil an Spielformen bearbeiten.

    Kannst du (oder jemand anders) etwas dazu sagen, ob das rechtlich abgesichert wäre? Mein Jugendleiter sagt bspw., dass es wohl mächtig Ärger geben könnte, weil wir von Seiten des NFV ja eben noch keine Spiele bestreiten dürfen.

    Der NFV hat kein Verbot ausgesprochen, sondern die niedersächsische Landesregierung. Insofern würde es mich wundern, wenn den NFV das überhaupt interessiert.

    Wenn Du in NRW bist, musst Du Dich an NRW-Bestimmungen halten. Wenn Du in Nds bist, an die niedersächsischen.

    Als Trainer musst Du Dich halt fragen, was im vermutlich unwahrscheinlichen Fall einer Infektion, die auf dieses Spiel zurückzuführen wäre, auf Dich zukäme. Kann man Dir in dem Fall Fahrlässigkeit vorwerfen? Keine Ahnung.

    Vorher musste man nicht für seine Grundrechte demonstrieren. Eine Ausgangssperre gab es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr.

    Wir hatten eine Ausgangssperre? Upps... Habe ich gar nicht gemerkt...


    Ich wohne in einer Region Niedersachsens, aus der man mit vertretbarem Aufwand nach NRW fahren kann. Langsam aber sicher startet hier der Testspieltourismus Richtung Süden...


    Wer Neues vom NFV weiß , kann es ja schreiben .

    Ich glaube der NFV würde lieber heute als morgen Kontaktsport erlauben. Die Landesregierung tut's bislang halt nicht.

    Mir geht es nicht um Zusatzförderung, sondern um die bessere "Vermarktung" des Vereinsangebotes und im Ergebnis zu einem höheren Beitrag bei gleichzeitig gleichbleibenden oder sogar höheren Kinderzahlen.

    Upps - sorry - hatte Deinen Beitrag verwechselt.

    Grätsche

    Das nehme ich hier nicht so wahr. Hängt sicherlich auch von vielen Faktoren ab. Gewachsene Orts- oder Stadtteilvereine werden da andere Erfahrungen haben, als Vereine ohne feste regionale Verwurzelung.

    Ich habe kein Problem damit, qualifizierte Mannschaftstrainer ordentlich zu bezahlen. Zusatzförderung für den, der es sich leisten kann und/oder will, erzeugt in einem Mannschaftssport auf Breitensportebene bei mir Bauchschmerzen.

    Goodie

    Normalerweise mache ich ein Training, das zu 80% aus Spielformen besteht. Bei den "Distanzspielformen" gehen mit jetzt langsam die Ideen aus. Generell machen die halt nicht denselben Spaß wie Vollkontaktspielformen.

    Ihr seid in NRW. Das, was bei Euch trainiert werden kann, würde ich gerne trainieren.

    Es wird ein Produkt verkauft, oftmals zu einem recht hohen Preis. Der Kosument bekommt aber das Gefühl geliefert, es sei ein besonderes Privileg dieses Produkt kaufen zu dürfen.

    Im "normalen" Verein bekommt der Konsument ein Prdoukt zu einem günstigen Preis und hat das Gefühl, der Verkäufer muss froh sein, dass ihm sein Produkt abgenommen wird.

    Ich verstehe, was Du meinst.

    Trotzdem: Als Verein verkaufen wir kein Produkt. Wir bieten eine Mitgliedschaft. Ein Mitglied ist kein Kunde. Und deshalb sind die Angebote von Vereinen und Fußballschulen auch nur begrenzt vergleichbar.
    Wer das Produkt "Fußballtraining" kaufen will, soll halt in eine Fußballschule gehen. Wer Teil eines Vereins sein will, geht in einen Verein. Wer aber in einen Verein geht, um dort "billig" das Produkt Fußballtraining zu kaufen, ist da falsch aufgehoben.