Beiträge von Follkao

    1. Körpergröße.


    Es gab genau einen Spieler der ca. 1,75m war, alle anderen Gardemaß oder darüber.

    Dafür musst Du Dir gar nicht ein A-Jugend Bundesligaspiel ansehen. Eine ähnliche Verteilung findest Du oft schon in der B-Jugend auf Kreis- und Bezirksebene. Das liegt aber auch daran, dass die Menschen einfach größer werden.
    Trotzdem gebe ich Dir Recht, dass viele NLZ körperlich starke Spieler bevorzugen. Deutlicher wird das vermutlich, wenn Du Dir die Geburtsdaten der Spieler ansiehst. Ich vermute mal. dass Du Dir HSV gg. Werder angesehen hast. 50% des HSV-U19-Kaders sind im ersten Quartal geboren... Werder veröffentlicht die Geburtsdaten nicht auf der Website.

    2. Grundschnelligkeit.

    Absolutes Muss, immer alles mit Top-Speed und über 90 Minuten.

    Das ist so. Du hast Dir ein Spiel auf höchstem U19-Niveau angesehen. Tempo und Taktik sind die wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Spielklassen im Fußball.

    3. Verrückte Eltern

    Wenn man sich die Kennzeichen der Autos anschaut, dann wird einem erst bewusst was diese Spieler wöchentlich auf sich nehmen.

    Das ganze Familienleben hat nur noch einen Mittelpunkt.

    Na ja... U19 auf höchstem Niveau... Je älter, desto größer der Umkreis, in dem die Vereine suchen. Ich finde es viel erschreckender, wenn ich in der U11 Kinder sehe, die über 100 km zum Training haben.

    Kleine Randnotiz: Von den ca. 40 Spielern die dabei waren, hat genau 1 einen Profivertrag erhalten....

    Von den 40 waren sicherlich ca. die Hälfte jüngerer Jahrgang.
    Wenn es HSV gg. Werder war, spielte einer aber auch in der Startelf des Profiteams...
    Aber abgesehen davon: Ganz realistisch betrachtet haben wir unter Einbeziehung der Drittligisten 56 Mannschaften in D, bei denen man als Vollprofi Fußball spielen kann. Grob über den Daumen geschätzt gibt es also 1.200 - 1.400 Profis mit reellen Einsatzchancen. Wieviele Plätze werden da pro Jahr frei? 150 vielleicht...? Das nur mal, um zu zeigen, wie die Chancen auf einen Profivertrag so stehen...
    Trotzdem ist der Traum für diese Jungs ja noch nicht ausgeträumt. Einerseits haben wir erst November und andererseits haben beide Vereine eine U23 (Werder sogar -noch- in der 3. Liga). Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass einige dieser Jungs (evtl. über den Umweg U23) noch bei Zweit- oder Drittligisten landen.
    Und wenn nicht: Ober- und Regionalliga sind ja nu auch keine Würstchenligen. Geld kann ma da auch ganz ordetlich verdienen. Wenn man sein Studium mit Fußball in der 4. oder 5. Klasse verdienen kann, ist das doch auch nicht schlecht. Andere gehen kellnern oder schleppen irgendwo im Lager Kisten...

    Mein Fazit:

    Ich muss vorsichtiger werden, bei der Talentbeurteilung für die Eltern.

    Oder vielleicht immer mit dem Hinweis, Mama und Papa sind nicht groß, könnte sein das dies später mal ein Problem wird.

    Zweite Möglichkeit: das Kind ist ein Topdribbler, allerdings nur der zweitschnellste im Team. Auch da könnte es schwierig werden.

    Ich denke, wir alle sollten beim Thema Talentbeurteilung nicht den Profibereich im Kopf haben. Wenn wir ein bis zwei Nummern kleiner denken, bleiben wir in unserem Kompetenzbereich.
    Nach 10 Jahren im Kleinfeldbereich, kann ich halbwegs beurteilen, wer Chancen auf den U12-Stützpunkt hat und wer vermutlich eine Anfrage vom benachbarten NLZ bekommt. Mehr nicht. Alles, was darüber hinausgeht, ist für die meisten von uns Kaffeesatzleserei.

    Meiner Erfahrung nach bekommen die Kinder die rotatorischen Wechsel nach jedem Tor recht schnell sehr gut hin.

    Ich finde sehr interessant, wie einige Kinder diesen Wechsel schnell zum Umschalten nutzen. Die stellen sich mit einem Ball bereit und gehen sofort volles Rohr ins Tempodribbling.

    Ich glaube, dass alles was spieltaktisch instruiert wird ...mist ist.


    Ich bin überzeugt, das die 97 Prozent der Fussballkinder dieser Altersklasse in diesem Alter auch nicht über Stimmulierung hier dazu gebracht werden können.

    Das hat nichts mit instruieren zu tun.
    Wenn Du im Training viel 1:1 machst, muss nunmal auch immer einer den defensiven Part spielen. Obwohl man natürlich die speziellen individualtaktischen Aspekte in der F-Jugend weglässt, wird den pfiffigen Kindern dennoch klar, dass es besser ist, das 1:1 möglichst weit weg vom eigenen Tor zu suchen. Und daraus resultiert Zustellen in Gegners Hälfte.
    Ich finde das gar nicht verwerflich. Wichtig ist, dass man daraus wieder lernt. Das hohe Zustellen hat ja auch Gefahren und Nachteile, wenn man mit einem langen Ball ausgehebelt wird.
    Wichtig: Hohes Zustellen im Kinderfußball muss keine Instruktion des Trainers sein. Es kann auch ein Lerneffekt aus dem altersgerechten Training des 1 gg. 1 sein.

    Natürlich kann zustellen und Manndeckung irgendwann ein Thema sein, für mich und mein Team kam das eben überraschend.(früh)

    Grundsätzlich sehe ich hohes Zustellen als normales, kindgerechtes Verhalten an. Wer in der G/F/E altergerecht trainiert, provoziert damit sogar das hohe Zustellen. Ist das 1 gg. 1 regelmäßiges Trainingsthema, werden pfiffige Kinder bald erkennen, wie sie ihre Ausgangsposition im 1 gg. 1 verbessern.

    Zustellen ist für mich Pressing.

    Pressing ist strukturiert und aufeinander abgestimmt. Natürlich können das F/E-Kinder nicht.
    Hohes Zustellen ist evtl. sogar das Ergebnis altersgerechten Trainings.

    Ich verbiete meinen G Jugend Torhütern den Ball lang nach vorne zu hauen. Man darf nur den Ball hinlegen und passen oder zu einem Mitspieler rollen.

    Du beraubst sie damit einer Option. Wenn Du (evtl. soger erfolgversprechende) Optionen durch Anweisungen oder gar Verbote ausschließt, verhinderst Du langfristig die Entwicklung von Spielintelligenz.


    In F und E ist die Vermittlung einfacher taktischer Tipps ein explizites Ausbildungsthema. Wie man auf hohes Zustellen (ohne Mittellinienregel und ohne Abseits) reagieren kann, ist ein einfacher taktischer Tipp, auf den die Kinder bei geschickter Fragestellung selbst kommen. Wenn eine Mannschaft dann mit ein paar langen Bälle ihre Tore macht und der Gegner nicht durch "einfache taktische Tipps" darauf reagiert, sagt der Gegner oft "die spielen ja nur lange Bälle". Aber genau diese Bälle provoziere ich ja mit hohem Zustellen.
    Genauso kommen die Kinder auf die Lösung bei Gegnern, die permanent jeden Ball lang spielen. Ein paar gezielte Fragen reichen schon.

    In solchen Fällen ruft unser JL den JL des anderen Vereins an und erzählt ihm, dass die Spieler von sich aus kommen und wir keine Abwerbung betreiben.
    So kommt man dann auch mal ins Gespräch und der JL erfährt, warum seine Spieler unzufrieden sind.
    Es ist immer besser, offensiv damit umzugehen als zu warten, bis die Gerüchteküche im anderen Verein brodelt und Stimmung gemacht wird.

    Wie geschrieben, am ende sprechen wir über Gewinn Maximierung im KiFU und hier gibt es für mich Grenzen.

    Genau das ist der Punkt.
    Man kann die Kosten der Preise auf 10 - 15 € pro Mannschaft senken. Das funktioniert. Und dieses Geld habe ich mit 1 - 2 Kannen Kaffee wieder verdient. Vereinsinterne Jungschiris bekomme ich für 20 - 25 € pro Turnier + Essen/Trinken.

    In 80 - 100 km Entfernung handhabt man das mit den Startgeldern anders als bei uns. Viele von denen kommen gerne zu Turnieren bei uns. Die stecken das Geld lieber in den Tank als in die Startgelder. Wenn die nach einer Stunde Fahrt bei uns ankommen, frühstücken die Eltern erstmal, sodass die ihren Pokal über Kaffe und Brötchen schon bezahlt haben, bevor die Kinder sich umgezogen haben.

    In unserer Region sind Startgelder vollkommen unüblich. Wenn Einladungen mit Stargeld kommen, werden die bei uns sofort rausgefiltert.
    Ich habe noch nie ein Turnier ausgerichtet, bei dem am Ende nicht ein Betrag >100€ übrig war - und das ohne Startgeld.
    Über das Startgeld, die Preise zu rechtfertigen, finde ich deshalb unverschämt. Als Preis pro Mannschaft einen Ball in der passenden Größe/Gewicht auszugeben, kommt übrigens immer gut an und ist sehr klar kalkulierbar.
    Der einzige Grund, der Startgelder rechtfertigt, wäre für mich, dass der ausrichtende Verein eine Hallenmiete zahlen müsste, die über die Cafeteria nicht refinanzierbar ist.

    nur will ich auch das er 10-15 Minuten seine Schwächen verbessert

    Habe die letzten Male gezielt 10-15 min An seinem Antritt trainiert bis er selbst gesagt hat „das reicht jetzt“ 😆 Ziel ist es ihn so gut wie möglich zu fördern ohne das druck auf ihn aufgebaut wird.

    Natürlich will ich das der kleine neben dem Spaß am Fußball auch eine gewisse Förderung hat.

    Hab mal irgendwo gehört gehabt das man nicht viel rausholen kann was die Schnelligkeit angeht da das meist an der Veranlagung liegt (war selbst auch langsam wie ne Schnecke 😝) .

    Er ist 6. Ich habe bei den Zitaten Bauchschmerzen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen Erstklässler, der im Garten oder auf dem Fußballplatz Sondertraining mit Papa hat, um gezielt an seinen Schwächen zu arbeiten.

    Ich habe immer ein schlechtes Gefühl, wenn den Eltern meiner Spieler der Fußball zu wichtig ist. In der Vergangenheit habe ich auch einige Beispiele gesehen, bei denen der Schuss später nach hinten losgegangen ist.
    Es ist für Euch beide toll, Zeit zusammen zu verbringen. Es ist auch toll für Euch, zusammen zu spielen. Aber lass für Deinen 6-jährigen Sohn doch Fußball weiter ein Spiel sein, bei dem man nicht an seinen Schwächen arbeiten muss.
    Kein seriöser Trainer in dieser Altersklasse würden einem Kind seine "Schwächen" präsentieren und durch Übungen daran arbeiten. Ein seriöser Trainer in dieser Altersklasse würde Spielformen kreieren, die ein gewünschtes Verhalten provozieren. Niermals würde dieser Trainer einem 6-Jährigen aber sagen, er wäre zu langsam.
    An Eurer Stelle würde ich mir verschiedene unrunde Bälle (z.B. Reflexball oder Football) besorgen und damit ganz normal Fußball spielen. Das ist lustig, macht Spaß und hat mit dem bekannten Fußball recht wenig zu tun.

    B-Jugend
    Schiri pfeift indirekten Freistoß im Strafraum, weil der Torwart bei einem langen Ball "Lass" gerufen hatte. Alle finden diese Entscheidung albern - auch die begünstigte Mannschaft und spielt den Freistoß deshalb ins Toraus.

    Sieh es mal aus der Sicht eines 7-9 Jährigen.
    Der Trainer hat vermittelt, dass es das Ziel des Spiels ist, (gemeinsam) Tore zu schießen und zu verhindern. Und nun soll eine erfolgreiche Variante des Tore-schießens trotzdem nicht gut sein?
    Das Verhalten ist vollkommen altersgerecht. Und wer trifft, hat Recht.
    Natürlich kann man in der F-Jugend aus spitzem Winkel Tore schießen. Entweder haut man den Ball unter´s Dach (was dann schon wieder erhöhte Anforderungen sind) oder der Torwart macht sich so schmal, dass man dran vorbeischießen kann.
    Grundsätzlich meine ich, dass man den Kindern selbst erarbeitete und funktionierende Lösungen nicht austreiben sollte. Natürlich klappt diese Variante in der E-Jugend seltener und in der D-Jugend kaum noch. Deine Aufgabe als Trainer ist es deshalb, ihnen (auch jetzt schon) Techniken und Individualtaktiken zu vermitteln, mit denen sie dann neue Lösungen finden.

    Was die Weischüsse angeht, würde ich unterscheiden, ob es blindes Draufgebolze ist oder eine realistische Chance zum Torschuss besteht.

    Ein fairer Dialog ist als Schiedsrichter immer "gern" gesehen.

    Mir kommt da eine Sache oft zu kurz:
    "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus."
    Es gibt Trainer/Spieler/Zuschauer/Funktionäre, die Schiris unangemessen angehen.
    Es gibt aber auch Schiris, die durch Arroganz und Unnahbarkeit alle Beteiligten auf die Palme bringen können.
    Mag sein, dass man Arroganz und Unnahbarkeit als Schutzschild benutzt. Schiris, die sich auf einen freundlichen Dialog mit den Beteiligten einlassen, machen sich meines Erachtens das Leben gleich selbst leichter. Auch, wenn sie mal danebenliegen.
    Ja - wir haben zu wenige Schiris. Und deswegen sollte man die wenigen, die wir haben, nicht vergraulen. Das sollte auf der anderen Seite aber nicht dazu missbraucht werden, sich alles rauszunehmen.

    Aber es ging mir hier auch nicht um den Punkt der Ergebnisverbesserung, sondern die Spielintelligenz.

    Mein Beispiel mit dem Navi kannst Du ganz gut auf dieses Thema übertragen. Wenn das Navi mir den Weg zeigt, heißt das noch lange nicht, dass ich ihn das nächste Mal ohne Navi finde. Das Navi zeigt mir funktionierende Wege - aber nicht immer den besten und erst recht nicht den einzigen Weg.
    Im Kleinfeldbereich sehe ich es als unsere Aufgabe an, den Kindern einen Bauchladen voller Lösungsmöglichkeiten für unterschiedliche Spielsituationen zu vermitteln. Aus diesen Lösungsmöglichkeiten wählen die Kinder je nach Situation aus. Ja, oft wählen sie aus Erwachsenensicht falsch. Manche benutzen auch nicht alle Fächer in ihrem Bauchladen.
    Ich gebe mal ein Beispiel, das mir aus unserem letzten Spiel noch vor Augen ist:
    Ballführender bekommt Druck von drei Gegenspielern, hat aber die Möglichkeit einen Mitspieler anzuspielen. Da würde jeder Erwachsene von außen sagen "spiel den an". Stattdessen löste er sich per Zidane-Finte aus der Drucksituation und hatte damit zwei Anspielstationen. Nein, das ist kein Mini-Messi. Ich habe mir gerade deswegen ein Loch in den Bauch gefreut. Er hatte aus eigenem Antrieb eine funktionierende Lösung gefunden hatte, die garantiert kein Erwachsener gesehen hatte.
    Diese Kreativität verhinderst Du mit den Anweisungen.

    Frage : Würdet ihr die Mannschaften zusammenlegen ? Wenn das bedeutet ,dass ein Trainer für den Rest der Saison die 6 besten Spieler verliert .

    Haltet ihr es für sinnvoll im Interesse des Vereins alles für den Erfolg der einen Mannschaft zu machen ?

    Ich hätte die Mannschaften gleich zu Saisonbeginn leistungshomogen zusammengestellt. Beide Mannschaften hätte ich dann in für sie passenden Staffeln gemeldet.
    Im Laufe der Saison die Mannschaftszusammenstellungen zu wechseln, ist problematisch. Das würde ich nur im Notfall machen und für die Folgejahre daraus lernen.

    In der zweiten Halbzeit habe ich meinen Jungs ganz bewusst auch viel von außen vorgegeben. Sie haben die Hälfte mit 7:1 gewonnen. Kinder waren happy. Eltern fanden teilweise, dass es die beste Halbzeit überhaupt war. Gute Spielzüge etc. Offensichtlich kann die Steuerung von außen starke Wirkung zeigen.

    Dass eine Mannschaft 2 komplett unterschiedliche Halbzeiten spielt, kommt häufig vor, ohne dass der Trainer sein Coaching verändert. Du suchst nach Belegen dafür, dass zurückhaltendes Coaching Spielintelligenz fördert. Gibt es denn Belege dafür, dass Dein steuerndes Coaching für die Ergebnisverbesserung verantwortlich war? Viele Trainer überschätzen ihren Einfluss beim Spiel. Unser Einfluss auf die fußballerische Ausbildung ist während der 2 x 90 Min Training deutlich größer.

    Warum sollte ich meine Kids also gegen die "Brüllaffen" verlieren lassen, wenn es keine konkreten Anhaltspunkte gibt, dass sie durch die eigenen Entscheidungen schneller/besser lernen?

    Niemand behauptet, dass sie durch eigene Entscheidungen schneller lernen. Aber sie lernen nachhaltiger. Ähnliche Ertfahrungen machen wir doch alle in unterschiedlichen Lebensbereichen. Seit mir mein Navi sagt, wo ich herfahren soll, muss ich mich auf längere Fahrten in unbekannte Gegenden nicht mehr nennenswert vorbereiten. Früher war das anders. Da wurden vorher Straßenkarten und Stadtpläne gewälzt. Das hatte aber auch den Effekt, dass man sich damit befasst hatte und die Strecke war auch noch Jahre später präsent.
    Ähnliche Beispiele wirst Du im beruflichen Umfeld finden. Erarbeiten ist nachhaltiger als vorgesetzt bekommen.

    Ich habe zwar den Punkt vernommen, dass selbstständig Gelerntes länger erhalten bleibt, aber ist dies bei einer Handlung, welche man immer wieder durchführt überhaupt relevant?

    Diese Frage vestehe ich nicht. Du hast auf dem Fußballplatz immer wieder unterschiedliche Spielsituationen. Die Kunst ist es doch, für jede Spielsituation eine funktionierende Lösung zu finden. Ich schreibe bewusst nicht, dass "die richtige" Lösung gefunden werden soll. Es gibt nämlich meistens mehr als eine richtige Lösung.
    Irgendwann landen Deine Kinder im 11er Fußball. Dann kann es ein Ziel sein, mehr als ein System zu beherrschen. Warum solltest Du ihnen heute wiederkehrende Muster beibringen?

    Konntest Du Unterschiede bei den älteren Jahrgängen feststellen? Oder seit ihr noch nicht soweit, dass man das sehen kann bzw. lässt es sich nicht vergleich, da eh jedes Kind anders ist?

    Ich bin schon einige Jahre im Kinderfußball unterwegs. Insofern habe ich auch gesehen, was aus F/E-Mannschaften in der C/B-Jugend wurde. Ein Vergleich ist allerdings schwer, da in der D/C die ersten Spieler auf Wanderschaft gehen und die Mannschaften dann andere Gesichter bekommen. Mit Vergrößerung des Platzes sinkt ohnehin die Anzahl der Brülltrainer. Entweder weil sie von den Vereinen entsorgt werden oder weil sie erkennen, dass es schwer wird, sich auf dem ganzen Platz Gehör zu verschaffen...
    Auch in gesteuerten Mannschaften können sich Talente zu guten Fußballern entwickeln. Verlassen diese Talente dann aber den Verein, haben die verbleibenden durchschnittlich Talentierten oft ein Problem. Da fehlt dann die Kreativität.
    Bei uns in Niedersachsen gibt es ja in der U11 den Sparkassencup als Sichtung für die U12-Stützpunkte. Die Sichter bitten dabei um zurückhaltendes Coaching, weil sie sehen wollen, welche Entscheidungen die Kinder von sich aus treffen. Eigene Entscheidungen zu treffen ist demzufolge ein Talentkriterium. Manch Trainer kann da nicht aus seiner Haut und gibt trotzdem alles vor. Andere beißen sich auf die Zunge und haben hilflose Spieler auf dem Platz.

    Hallo,
    ich möchte im Winter ein Hallenturnier mit meinem Verein veranstalten und habe dazu schon mehrere Vereine dazu eingeladen. Es ist mein erstes Jahr als Trainer und bin daher noch sehr unerfahren was solche Turniere angeht.
    Meine eigentliche Frage ist: sind denn Pokale oder generell Siegerehrungen noch notwendig bzw. zeitgemäß?
    Ihr habt bestimmt mehr Erfahrungen was solche Turniere angeht und könnt mir euren Rat kurz hinterlassen.
    Vielen Dank

    Um welche Altersklasse geht's bei Dir denn eigentlich?

    Jetzt ist die Frauenmannschaft des nächst größten Vereins aufgestiegen. Ab dieser Saison beginnt der Verein mit der Aufstellung von Mädchenmannschaften um den Nachwuchs zu sichern.

    Vielleicht mal abchecken, warum die das tatsächlich machen...
    Bei uns im NFV bekommt man die Zulassung für bestimmte Spielklassen sowohl im Damen- als auch im Herrenbereich nur, wenn man definierte Nachwuchsmannschaften im Spielbetrieb hat.
    Da ist man auch rigoros. Vor einiger Zeit ging ein Fall durch die Presse, in dem einem Verein die Landesliga verwehrt wurde, weil eine notwendige Jugendmannschaft im Laufe der Saison abgemeldet worden war.
    Wenn also dieser Verein mit seinen Damen aufgestiegen ist, kann auch das ein Grund für den plötzlichen Aufbau des Mädchenbereiches sein.
    Ich würde in Deiner Stelle auf jeden Fall klären, ob solche Gründe vorliegen.

    Da ergibt sich halt auch z.B. das Problem der Mitgliedsbeiträge ( bei uns immer noch in Bar , beim Trainer )

    Das ist ja mal so richtig oldschool... Wer eine Großfeldmannschaft trainiert, muss sich also um 20 Mitgliedsbeiträge kümmern...? Unvorstellbar, dass Ihr Trainer da mitspielt.
    Bei uns heißt die Vorgabe nach 2 Wochen schnuppern muss man Mitglied werden.
    Wenn der Verein die Vewaltungsaufgaben in diesem Maße auf die Trainer abschiebt, kann ich Deine Skepsis sogar vestehen.
    Trotzdem: Willst Du den Jungen hinhalten, weil Dir sein Vater nicht passt? Ist das fair?