Beiträge von Follkao

    Es gibt natürlich verschiedene Gründe, weshalb Kinder ein solches Verhalten zeigen. Kann auch Charaktersache sein...
    Grundsätzlich wurden Dir ja schon Spielformen empfohlen, bei denen man sich nicht verstecken kann. Heißt als 1:1, 2:2 bis maximal 3:3. Wenn Du bei diesen Konstellationen für verschiedene Über- und Unterzahlsituationen sorgst, kannst Du das noch verstärken.
    Falls Du auch in Übungsformen arbeiten willst, nimm welche, die eine Anschlussaktion erfordern, z.B. nach einem offensiven Pass oder Dribbling muss ich direkt in einen defensiven Zweikampf.
    Z.B. etwas in der Art:
    https://www.soccerdrills.de/tr…bungen/doppelangriff/975/

    https://www.soccerdrills.de/tr…uebungen/gefaengnis/1050/

    1 gegen 1 auf vier Tore mit Umschalten

    Nach meiner Erfahrung brauchen diese Kinder viel positives, aufmunterndes Coaching im Training.

    SG-Nr8

    Im gesamten Bezirk Weser-Ems? Natürlich nicht. In der Grafschaft Bentheim spielt die E-Jugend mit Abseits. An der Nordseeküste war es bis vor einigen Jahren auch noch so. Wie es da aktuell aussieht, weiß ich allerdings nicht.

    Hier in der Gegend gibt es eins der größten Jugendturniere Norddeutschlands. Ist für F- und G-Jugend und für alle Mannschaften ein Pflichttermin! Also jede im Spielbetrieb gemeldete Mannschaft MUSS daran teilnehmen.
    Im Spielbetrieb wird bei uns FPL gespielt - seit ein paar Jahrfen auch endlich ohne Tabellen. Bei diesem Turnier ist das anders. Da gibt´s ne Vorrunde, ne Hauptrunde uswusf. Am Montag gibt´s 'nen großen Bericht in der Zeitung; hat also durchaus große öffentlilche Beachtung.
    Von den Trainern hört man vor diesem Turnier Sprüche wie "Endlich geht´s mal um was." Einige machen sogar spezielle Vorbereitungen auf das Turnier... Ja, wir reden tatsächlich von F und G...

    CoachingZone

    Bennoah

    Gilt für Euch beide, deshalb gemeinsame Antwort. Bei der Einteilung der Mannschaften muss man im Kopf haben, wie man sie melden kann.

    Ist bei Euch Jahrgangsmeldung (U6, U7, U8, U9), könnt Ihr keine "schwächeren" Älteren bei den Jüngeren spielen lassen. Damit macht Ihr die gesamte Mannschaft älter und die Jüngeren müssen die Suppe auslöffeln. Da geht´s dann nur umgekehrt.
    Könnt Ihr Meldung nach eigener Einschätzung der Spielstärke machen, ist alles möglich. Natürlich gehen manche Vereine mit dieser Möglichkeit auch verantwortungslos um...
    Wenn eine Betreuung beider Mannschaften im Pflichtspielbetrieb möglich ist, würde ich anstreben, beide zu melden. Freundschaftsspiele unter der Woche sind schon eine besondere Herausforderung. Ich mache z.B. keine FSP unter der Woche, da wir auch so schon genügen "englische Wochen" haben.

    Wenn ich schneller bin als meine Gegenspieler und durchkomme, mich aber dann ein halbes Dutzend Male im Spiel am 5. Gegenspieler festlaufe, dann muss doch die Frage erlaubt sein, warum ich nicht doch vielleicht einen Blick nach außen riskiere und meinen freistehenden Mitspieler anspiele.

    Wer am 5. Gegenspieler hängenbleibt, hat vorher 4 hinter sich gelassen. Eine Offensivzweikampfquote von 80% ist ein genialer Wert. Du siehst, man kann überall das Positive sehen. Diesen Spieler mache ich mit dem Kommando "Spiiiiiieeeeeel" nicht besser. Ich mache ihn besser, indem ich ihn in die Lage versetze, den Kopf hochzunehmen. Denn meistens gehen diese Kinder mit gesenktem Kpf ins Dribbling. Ich habe aktuell auch so einen Kandidaten. Wird noch ein paar Monate dauern - aber dann wird er seine Dribblings für die Mannschaft einsetzen können. Auf keinen Fall darf man ihm diese Dribblings verbieten. PSG hat übrigens nicht 222 Mio für Neymar bezahlt, weil er so ein gutes Passspiel hat...

    Gibt es für einen Verein plausible Gründe so zu entscheiden ??

    Ein plausibler Grund sind schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit mit ähnlichen Konstellationen. Die Verantwortlichen befürchten, dass sie sich auf die Zusage der Eltern nicht über eine komplette Saison (also auch bei sportlichem Misserfolg) verlassen können.

    Ich bin der E-Jugendtrainer.

    Dieses Thema kann unmöglich auf Trainerebene geklärt werden. Ihr beide habt verständlicherweise unterschiedliche Interessen. Da muss jemand ins Boot, der das große Ganze im Blick habt. Auch eine Spielgemeinschaft ist nichts, was die Trainer ins Rollen bringen. Ihr müsst den Jugendleiter in die Pflicht nehmen.

    Da ich jedes Jahr eine andere Mannschaft trainiere, kenne ich das Problem von beiden Seiten.

    Der wichtigste Punkt ist, aus den Köpfen zu bekommen, dass ein zweistelliges Ergebnis im Kleinfeldbereich ungewöhnlich hoch ist. Auf keinen Fall darf man das Ergebnis mit den "gewohnten" Ergebnissen aus dem 11er Fußball vergleichen. Eine deutlich überlegene Mannschaft gewinnt auf dem Großfeld vielleicht 3 oder 4 zu 0. Auf dem Kleinfeld dürfte eine vergleichbare Überlegenheit zu einem 10 bis 15 zu 0 führen. Der Faktor (von mir geschätzt, keine wissenschaftliche Analyse) mag irgendwo zwischen 3 und 5 liegen. Das muss man den Eltern erklären.

    Zu den schon genannten Maßnahmen: Manchmal laufen sie auch einfach ins Leere... Wir haben vor Jahren mal in einem solchen Fall vereinbart, dass der Gegner zwei mehr auf´s Feld stellt und wir unseren stärksten (und kleinsten) Feldspieler ins Tor stellen. Ziel war, dass die ein Tor schießen. Und dann fliegt dieser Zweg durch´s Tor, kratzt den Ball aus dem Winkel und grinst mich stolz an.

    Aber letztlich müssen wir auch ehrlich sein: bei den Kindern ist eigentlich auch ein 4:0 dich eher wie ein Unentschieden zu bewerten. Wenn ein Team in der G, F oder E stärker ist als der Gegner, dann fallen Tore einfach im 2-3 Min-Takt. Insofern ist für mich auch ein 5:0 nach 2*25 Min echt keine wirkliche Niederlage.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Im Kleinfeldbereich sind 5 Tore nicht viel. Die Felder und Mannschaften sind so klein, WEIL viele Tore fallen sollen. Das ist so gewollt. Leider legen viele Trainer (und auch Eltern) im Kleinfeldbereich die gleichen Ergebnismaßstäbe wie im Großfeldbereich an. Das ist aber kompletter Blödsinn.
    Kürzlich musste ich Zeuge werden, wie ein Trainer seiner E-Jugend eine Standpauke wegen schon wieder (!) 5 Gegentoren gehalten hat.

    Nach 10 Jahren auf dem Kleinfeld kann ich mich an genau ein 0:0 erinnern. Und das stammt aus einer Zeit als wir mit der E noch 7+1 auf Halbfeld gespielt haben.

    Auf Kreis- und Bezirksebene können die für den Juniorinnenfußball zuständigen Ausschüsse beschließen,

    Und die können das sogar unterschiedlich beschließen.
    Bei uns war es bis vor Kurzem so, dass das auf Bezirksebene möglich war - auf Kreisebene aber nicht. C-Jugend-Bezirksliga war also möglich; D-Jugend-Kreisliga war nicht möglich.
    Das Thema ist bei den Kreisjugendausschüssen nicht unumstritten. Deshalb hat man da auch teils recht komplexe Kompromisse geschlossen.
    Also unbedingt sehr gewissenhaft prüfen (lassen).

    Wie melden sich die Kinder den bei dir ab?

    Persönlich (bei geplanten Dingen, z.B. Klassenfahrten), telefonisch und selten per WhatAapp.
    Natürlich klappt das nicht bei allen Eltern gleichgut. Hängt halt davon ab, was sie ihren Kindern zutrauen.
    Schön sind die Momente, wenn ein Elternteil das Kind in der WhatsAppgruppe der Etern für heute abmeldet und man antwortet "Alles klar - Dein Sohn hat sich schon vor zwei Wochen für heute abgemeldet." Da sieht man dann, dass das manch 10/11-Jähriger besser auf dem Schirm hat als die Eltern...

    Das in dem Moment, in der ich eine solche Strafe ausspreche, ich den Falschen bestrafe ist oder sollte jedem Trainer bewusst sein.

    ...und deswegen ist es sinnlos. F-Jugend-Kinder werden nicht selbst ihre Termine auf dem Schirm haben.
    Du bestrafst jemanden, der nicht gekommen ist damit, dass er jetzt (erstmal) nicht kommen darf. Manche Eltern sind dafür vielleicht sogar dankbar...

    Gib doch bitte, so einem verpeilten Trainer wie mir, einen anderen Lösungsvorschlag.

    Den obwohl ich in zwei vorangegangen Gesprächen mit Kind und Elternteil auf eine pünktliche Absage hingewiesen habe, wurde erneut kurz vorm Spiel abgesagt. Nicht krankheitsbedingt, sondern erneut wegen anderen terminlichen Verpflichtungen.

    Daher habe ich die Nichtberücksichtigung für kommende Spiele, die ich im zweiten Gespräch angedroht habe, letztlich auch durchgezogen.

    Wusste das Kind davon? Letzten Endes wissen wir alle, dass diese Kinder vermutlich nicht (mehr) lange Fußball spielen werden. Der Aufwand steigt - das Interesse der Eltern sinkt. Aber sanktionieren kannst Du das auf diese Art und Weise erst in einem Alter, in dem die Kinder dafür selbst verantwortlich sind. Anfangen, die Verantwortung nach und nach auf die Kinder zu übertragen, kann man in der E-Jugend.

    Soll ich ein viertes, fünftes, usw. Gespräch führen in der Hoffnung das sich was ändert?

    Das habe ich in der F-Jugend bereits erfolglos hinter mir.

    Das heißt, dass es sich bei Dir um eine E-Jugend handelt? In diesem Alter können sie sich selbst abmelden. Klappt bei mir seit Jahren. Das senkt die Abmeldequote ungemein.

    Ein Kind dafür zu bestrafen, dass seine Eltern ihren Terminkalender nicht auf dem Schirm haben, geht gar nicht.
    Das Kind kann absolut nichts dafür und muss die Suppe jetzt auslöffeln. Druck über das Kind auf die Eltern zu machen, zeigt eigentlich nur, wie verpeilt man eigentlich ist. Natürlich ist mir bewusst, dass das ein erfolgversprechender Weg ist - es ist aber schon sehr hilf- und ideenlos.
    Ein Gespräch über Zuverlässigkeit zu führen, mag o.k. sein. VOR Saisonbeginn den Eltern (z.B. bei einem Elternabend) zu erklären, was man von ihnen erwartet, ist ein Gebot der Höflichkeit.

    Gast22222 Eine Frage wäre noch wichtig: Bekommt der Trainer Euch regelmäßig zu sehen? Wenn das nicht der Fall wäre, wäre ein solcher letzter, hilfloser Versuch verständlich.

    Bei uns ist das andersherum. Die ersten 10min verschlafen wir und liegen fast immer zurück. Am Aufwärmenprogramm kann es nicht liegen, da machen wir nichts anderes.

    Dann änder doch mal was. Auch Routine kann dazu führen, nicht mehr auf Touren zu kommen.

    Da ich die Aufstellung des Gegner kenne, würde ich gern darauf reagieren. Nur leider bin ich so gar kein Taktikfuchs. Ich schwanke zwischen 2-3-1 und 3-2-1.

    Du brauchst auch kein Taktikfuchs zu sein. Die Grundformation wird im Kleinfeldfußball oft überbewertet - und mit Taktik hat sie ohnehin wenig zu tun.

    Wir spielen meist im 2-3-1, die Kinder auf wechselnden Positionen.

    Wenn die Kinder tatsächlich wechselnde Positionen spielen, kleben sie ohnehin nicht auf ihrer Position. D.h. Spieler Deiner MF-Reihe lassen sich bei Notwendigkeit ohnehin fallen. Und dann hast Du schon Dein 3-2-1...

    Der Gegner wird im 3-1-2 antreten. Hinten stehen drei dicke Kinder, welche aber recht seriös spielen. In der Mitte ein Spielmacher, guter Durchschnitt. Vorn zwei ganz starke Stürmer, eher klein, schnell und auch technisch stark.

    So eine Grundformation führt ja oft dazu, dass der zentrale Mittelfeldspieler zuguckt, wie die Bälle über seinem Kopf zu den Stürmern fliegen. Wer´s braucht...
    Frag doch mal Deine Spieler, wie man einer solchen Spielweise begegnen kann. Aus meiner Erfahrung kommen die Kinder durchaus von selbst auf die Idee, die langen Bälle verhindern zu wollen. Dafür musst Du Deine Grundformation nicht einmal verändern.

    Das finde ich sehr gut. Ich würde gar einen Schritt weiter gehen und die Unterweisung präventiv veranstalten, noch bevor die Saison beginnt und es zu ersten Problemen kommen kann. Verpflichtend für alle Trainer die in der Fair-Play-Liga aktiv sind.

    Und wer daran nicht teilnimmt, darf den ehrenamtlichen (!) Trainerjob dann nicht ausüben? So wünschenswert das auch wäre: Was man nicht wirkungsvoll sanktionieren kann, kann man auch nicht anordnen.