Dropout D und C - Jugend; Verhinderung möglich oder mittlerweile normal?

  • Hallo,


    ich habe mir die letzten 10 Jahre unseres Vereins (Dorfverein) angeschaut und die kompletten Spielerzahlen ausgewertet.


    Dabei ergibt sich folgendes Bild:
    Nach der D-Jugend hören ca. 20% der Spieler auf und nach der C-Jugend nochmal 20%. Ab B und A-Jugend gibt es eigentlich nur noch wenige die aufhören.


    Habt Ihr ähnliche Zahlen?


    Meine persönliche Einschätzung, warum:


    1. Seite Fußballerisches Können
    Bis zur E-Jugend ist alles Blumenwiese und ab D-Jugend geht es erstmalig um Leistung
    Nach der C-Jugend, weil das große Spielfeld für manche einfach zu groß ist und hierzu läuferisch, Spielintelligenz usw. fehlt


    2. Seite hat nichts mit Fußball zu tun,
    Schule, Freundin, andere Hobbies....


    Gruß an alle Fußballverrückten.

  • War das schon immer so? Oder verschiebt sich das seit einiger Zeit?
    Wie schon erwähnt hat man zu meiner Zeit noch mit E11 auf 2x5m Tore von 16er zu 16er gespielt und ab der D-Jugend mit 11 Spielern auf die großen Tore. Aufgehört wurde aus meiner Sicht in der B-/A-Jugend (u.a. auch wegen Sonntagmorgens Spielen und dem obigen Punkt 2). Heute verschiebt sich das in Richtung C-Jugend. Wahrscheinlich weil die Jugendlichen früher weiter entwickelt sind als wir früher und vielleicht auch, weil sie früher mit dem Fußball anfangen (2 Jahre G + 2 F+ 2 E+ 2 D sind schon 8 Jahre Fußball bis zur C-Jugend) - ganz zu schweigen von den vielfältigen Alternativen.

  • ich denke das es sich verschiebt, bedingt durch den früheren Beginn. In meiner Zeit hat man mit Fußball frühestens mit 6 Jahren begonnen, heute sind 4 Jahre keine Seltenheit.


    Weiterer Grund für mich, ab D-Jugend wird es oftmals leistungsorientiert. Bis zur D-Jugend ist eigentlich fast immer Blumenwiese.
    Wobei man das Forum oft nicht mit der Wirklichkeit vergleichen kann. Wie sich manche Trainer bei einem Hallenturnier für die Kleinen aufführen, geht für mich gar nicht...


    Ob es das alternativ Programm ist, bin ich mir nicht so sicher. Fragt man bei den entsprechenden Kindern nach, dann wird oftmals gar nichts mehr gemacht. Weder Pfadfinder noch Tennis.


    Früher sollen es keine 20% gewesen sein? Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern. Ich weiß nur, dass im Seniorenbereich nur noch wenig Spieler ankamen. Das haben Vergangenheit und das Jetzt gemeinsam.

  • Ich glaube nicht, dass es ab der D-Jugend keine "Blumenwiese" mehr gibt. Klar gibt es Tabellen, aber am Ende interessiert es niemanden, ob dein Team 1., 5. oder letzter wird. Dass viele Kinder in der C-Jugend aufhören, habe ich so noch nicht wahrgenommen. Ich habe das vor allem bei Jungs erlebt, die 16 und älter werden, da dann das "Feiern" und das Interesse an das andere Geschlecht wächst. Außerdem weiß ich auch nicht wirklich, was "Blumenwiese" bedeuten sollte, denn ich sehe keine E-Jugendmannschaft, die nicht mit dem selben Eifer versucht zu gewinnen, wie eine C-Jugend.


    Ich sehe gerade in der C-Jugend und damit in der Pubertät aber ganz krasse körperliche Unterschiede. Der eine ist schon sehr weit ausgeprägt im körperlichen Wachstum und zum Teil über 1,80 m und der andere eben nicht und locker 3 Köpfe kleiner. Auch wenn der kleine "Zocker" vielleicht wesentlich mehr Talent hat, so wird er immer Probleme haben an dem Riesen vorbei zu kommen. Hinzu kommt dann noch das große Feld, obwohl ich denke, dass der Wechsel in der D-Jugend auf das 9 gegen 9 ein wichtiger und richtiger Schritt war, der dem ganzen etwas entgegenwirkt.


    Als Trainer sehe ich es daher als eine besondere Aufgabe an, das Gleichgewicht in der Trainingsgestaltung zu finden, d.h. den Jungs Handlungsoptionen für das große Feld zu geben, aber auf der anderen Seite auch weiter, wie im Kleinfeldfußball viel Wert auf Kleinfeldspiele zu spielen, in dem vor allem auch eine gute Technik und Spielübersicht gefordert wird! So hältst du einen Großteil deiner Spieler bei Laune.
    Ich denke nämlich, dass viele Trainer dort den Fehler machen und sagen, so jetzt spielen wir auf großem Feld, da gibt es keine "Blumenwiese" mehr und wir müssen ordentlich Kondition und Schnelligkeit bolzen.

  • Ich denke nicht das es den einen Grund gibt! Zusätzlich denke ich auch nicht das es früher gänzlich anders war.


    Ich selbst habe in der Jugend ab F bis zu den Herren gespielt und kann mich an einige Erinnern die mal ein paar Jahre gespielt haben und dann wieder weg waren. Obwohl ich heute nicht weiß ob die nun anderes gemacht haben, umgezogen sind oder anderes.


    Was ich hier feststelle ist das gerade im Bereich der E und D Jugend sehr viel anderes Auswirkungen auf die Kinder hat. So kommen viele Termine z.B. hinsichtlich Kommunion, es geht genau in diesem Alter um den Schulübertritt was durchaus auch in vielen Häusern Druck erzeugt. Mit den neuen Schulen brechen auch alte Gruppen auseinander und es finden sich neue Freunde. Zusätzlich kommt natürlich dann auch das Thema Computer und Sozial Media ins Spiel was viele Kinder generell davon abhält das Haus zu verlassen. Ich stehe auch von zu hause mit jedem im Kontakt.
    All das trifft zusätzlich in der D-Jugend auch noch auch eine einsetzende Pubertät.


    An sich sind die meisten Themen für sich allein sicherlich kein Grund. Wenn ich aber alles zusammen in 2 vielleicht drei Jahre packe sind das jede Menge Aufgaben, Termine, Druck, Anforderungen und Veränderungen für ein Kind von 8-12 Jahren. Und ganz am Ende stehe wir und fragen uns warum heute mehr Kinder den Sport aufgeben. Liegt es vielleicht an uns?


    Natürlich gab es viele dieser Dinge auch früher. Allerdings habe ich das Gefühl das z.B. der Schulübertritt in unserer Zeit zuhause (in der Masse) entspannter gesehen wurde. Gleichzeitig gab es bei uns auch noch die Chance später zu Wechseln was heute deutlich erschwert ist. Gleichzeitig blieben in unserer Zeit Freundschaften in der Nachbarschaft trotz unterschiedlicher schulen viel enger als es heute scheint. Wir waren ja auch nachmittags daheim und heute haben viele Hausaufgabenbetreuung usw.
    In Summe sehe ich auch sportliche Gründe und (vielleicht) auch eine Abneigung gegen Herausforderungen bei vielen. Liebe melde ich mein Kind ab!


    Aber festzuhalten bleibt, den EINEN Grund wird man wohl nicht festmachen können.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Dieser private Aspekt trifft schon so zu.


    Trotzdem glaube ich, dass es die Aufgabe des Trainers sein muss die Attraktivität so hoch zu halten, dass diese Gedanken insbesondere bei den Kindern nicht entstehen und diese geht in meinen Augen nach dem Kleinfeldfußball zum Teil verloren. Fakt ist doch, dass ich Sachen, die mir Spaß machen nicht so sehr als Belastung erachte und dafür gerne meine Freizeit opfere.

  • Weiterer Grund für mich, ab D-Jugend wird es oftmals leistungsorientiert.

    Von welcher Leistung sprichst du? Leistungsorientiert heißt doch, dass man konkrete Ziele damit verbindet. Diese Ziele werden allenfalls durch Ligazugehörigkeit und Tabellenrang beeinflußt, können jedoch selbst nicht als Merkmale dienen, sondern lediglich aus konzeptionellen Vorgaben und entsprechender Leistungsanalyse einzelner Spieler?


    Nach längerer Beobachtung hie im Forum habe ich die Vermutung, dass über 90% aller Trainer, die von sich behaupten leistungsorientiert zu trainieren gar nicht wissen, um was es überhaupt geht. Allerdings begründen sie ihre Entscheidungen damit: " ... weil wir ja leistungsorientiert arbeiten ..."


    Vermutlich begündet sich ein Teil des Drop-Out in der D-Jugend daraus, als dass man nach eigenem Ermessen und deshalb ohne Kenntnisse einer altersgerechten Trainerarbeit selbst der Verursacher eines massenhaften Dropout ist, weil bereits in einer frühen Findungsphase ein nicht nachvollziehbarer Druck auf die Kinder ausgeübt wird und dabei der Spaß leicht verloren gehen kann.


    Man kann alles das, was im Zeitraum der D-Jugend erlernbar ist, sehr gut ohne Erzeugung eines Leistungsdrucks vermitteln. Nach vielen Jahren der Erfahrung würde ich sogar sagen, es funktioniert weitaus besser in einem angstfreien Umfeld, weil hier erst gar keine Angst vor Fehlern erzeugt wird. Alles, was hierbei entsteht ist eine freiwillig erbrachte Leistung, zu deren Entfaltung ihr günstige Rahmenbedingungen geschaffen habt.


    Streicht also "Leistung" aus dem Kinderfussball, wenn ihr Leistungsfussball für den anderen Altersbereich damit meint!

  • Trotzdem glaube ich, dass es die Aufgabe des Trainers sein muss die Attraktivität so hoch zu halten, dass diese Gedanken insbesondere bei den Kindern nicht entstehen und diese geht in meinen Augen nach dem Kleinfeldfußball zum Teil verloren. Fakt ist doch, dass ich Sachen, die mir Spaß machen nicht so sehr als Belastung erachte und dafür gerne meine Freizeit opfere.

    Hier stimme ich die 100% zu. Weshalb auch immer wieder schreibe das ich es sogar als eine meiner Hauptaufgaben als Kinder- und Jugendtrainer sehe den Spaß an unserem Sport und der Bewegung hoch zu halten und wo es geht zu fördern. Unabhängig von der "Erfolgstrainer" Diskussion sind wir alle gefordert den Kindern diesen Spaß, als Grundlage für weiteres Sporttreiben, mitzugeben. wenn uns das gelingt können wir die "theoretischen Zukünftigen" Dropout-Raten verringern, ganz klar. Ob wir jedoch ein Niveau von vor 20 Jahren erreichen können ist aufgrund der vielseitigen und unterschiedlichen hier genannten Gründe in Frage zu stellen.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Ich glaube nicht, dass es ab der D-Jugend keine "Blumenwiese" mehr gibt. Klar gibt es Tabellen, aber am Ende interessiert es niemanden, ob dein Team 1., 5. oder letzter wird.

    Hm, also du meinst das es niemanden interessiert ob man selbst als Spieler bzw das eigene Team 1. oder 5. wird ? Dann liegst du aber falsch. Ab der D-Jugend wird schon Kreispokal gespielt. Auch gibt es schon Auf und Abstiege.


    Möchte mal gerne den Spieler sehen, der am letzten Spieltag durch eine Niederlage nicht den Aufstieg schafft. Der wird bestimmt nicht sagen: trainer, alles gut, Hauptsache wir hatten Spaß. oder im kreispokal Finale verloren,,,,, egal wir hatten aber spaß.

  • Möchte mal gerne den Spieler sehen, der am letzten Spieltag durch eine Niederlage nicht den Aufstieg schafft. Der wird bestimmt nicht sagen: trainer, alles gut, Hauptsache wir hatten Spaß. oder im kreispokal Finale verloren,,,,, egal wir hatten aber spaß.

    Kommt drauf an: wenn der Trainer dafür gesorgt hat, dass sie dabei Spaß hatten, dann wird das in einem Zusammenhang mit dem Titel gesehen. War man aber froh, den Trainer endlich los zu sein, dann wird auch der Titel schnell in Vergessenheit geraten.


    So ein Titel ist für den Einzelnen ohnehin schwer zu fassen, weil ihn ja die Mannschaft erreicht hat und der Pokal in dem Vereinsheim steht. Auch die Spieler trennen sich danach in unterschiedliche Mannschaften. Was bleibt davon noch zur neuen Saison hin?


    Auch als Trainer ist es allenfalls ein kurzer Moment der Freude, dann schon bald gilt es sich mit dem neuen Kader auf die kommende Saison vorzubereiten.


    Ob und was davon in Erinnerung bleibt ist ungewiß? Haben in dieser Saison Spaß und Erfolg die Waage gehalten, wird man sich gern erinnern. Ist man froh, den Trainer endlich losgeworden zu sein, dann wird vermutlich das als persönlicher Erfolg gewertet werden. Allerdings gibt es in dieser breiten Range jede Menge an Einzelpunkten, die positiv oder negativ gewesen sein könnten. Hier lohnt vermutlich für den Trainer eine Analyse, was man besser machen kann? Denn der Erfolg in der Vergangenheit beruht ja auch aus dem Versagen der Gegner und garantiert deshalb noch lange nicht die Wiederholbarkeit, wenn man aus eigenen Fehlern nichts lernt.

  • Das Thema ist in unserer Familie hochaktuell, daher schreibe ich hier mal was dazu. Es belastet uns auch. Unser Sohn spielt seit 2,5 Jahren Leistungsfussball. Es gab immer mal Höhen und Tiefen. Jetzt hat er nach 2 Jahren mal wieder eine Krise und grübelt darüber nach in seinen alten Verein zurück zu gehen. Die Probleme sind momentan: Er fühlt sich wie 2. Wahl, meint dass er nicht gebraucht wird und will seine Freizeit genießen...Die jetzige Mannschaft ist auseinander gedriftet und kein Team mehr, seine Motivation hat daher nachgelassen. In letzter Zeit hat er sich mit seinen alten Klassenkameraden zum Bolzen getroffen und wieder Sehnsucht bekommen. Da ihm seine "alten Jungs" das Gefühl geben, dass er wichtig ist. Das ist natürlich gut für sein Ego. Auch der Trainer der Heimmannschaft hat ihn und uns schon oft angesprochen, wann er denn wieder kommt. Wir wollen der Mannschaft aber keine "falsche Hoffnung" machen. Daher haben wir jetzt noch eine Bedenkzeit von 4 Wochen gegeben um nichts zu überstürzen. Alle Pro und Contra's haben wir schon ausdiskutiert. Seine aktuelle Mannschaft ist in die Landesliga aufgestiegen und es läuft dort bombenmäßig. Seine alte Mannschaft spielt Kreisliga. Sportlich gesehen wäre ein Wechsel zur Kreisliga natürlich ein Rückschritt für ihn und ich denke, ein "Zurück" gäbe es dann später nicht mehr. Wir sind aber auch keine Eltern die dem Sohn ihren Willen aufzwängen, daher muss er auch lernen, selber Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben. Diese ganze Story hatten wir 2015 schon mal und da hat er sich durchgekämpft und ist im Leistungsverein geblieben. Da wollte er schon komplett Fußball hinschmeißen (siehe meine vorherigen Beiträge) Aber einfach wird diese jetzige Entscheidung nicht sein. Die derzeitigen Trainer wissen natürlich nicht, dass er diese Wechselgedanken hat und wir würden gemeinsam vor dem Wechsel das Gespräch suchen. Was würdet ihr raten?

  • Weiterer Grund für mich, ab D-Jugend wird es oftmals leistungsorientiert.

    Das sehe ich anders...


    könnte man zwei Mannschaften mal von der G bis zur D parallel verfolgen, welche sehr unterschiedlich geführt wurden vergleichen, gäbe es im Bezug auf das Zitat möglicherweise einen Unterschied.


    Nehmen wir an, Team A wird von einem wissenden mitfühlenden herzlichen und nicht erfolgsdenkenden Trainer geführt der nicht ergebnisorientiert begeisternden und interessanten bis spassigen Kifu anbietet


    und


    vergleicht dieses Team mit Team B ...welches ebenfalls von der G bis zur D mit einem Trainer besetzt war, der genau das Gegenteil tat.


    Welches Team hat die größeren Abgänge
    Welcher Verein hat weiter oben stärkere Teams
    Welcher Verein spielt höher
    und und und.


    Ich denke,


    a) für mich steht das Ergebnis fest


    b) Der Satz im obigen Zitat ist falsch. Richtig ist, dass die meisten Trainer da "unten" mit falschem Anspruch, falschem Denken, oft falschem Training dafür bereits ab der G dafür mitverantwortlich sind, das Spieler sofort bis versetzt später aufhören. Genau das ist nicht selten, sondern gefühlt durch 80 Prozent der Trainerschaft forciert!!!


    Dabei schauen Vereine zu, statt ein geschütztes überwachtes Konzept einzuführen, welches genau das verhindert.


    Man schaut zu, wie der Trainer xy sein Ego befriedigt und einen Magath imitiert. Die Rechnung zahlen die "Opfer" und der Verein selbst....nur unbemerkt und meist zeitlich versetzt.


    Dieses stellt EINEN Punkt in diesem Thema da, den ich hiermit beleuchtet habe. Gr. Andre

  • Nabend allerseits,
    ich kann generell nichts sagen zu diesem Thema. Nur meine Erfahrungen mit meinem Sohn. Die Frage des drop outs hat sich nie gestellt, da die Rahmenbedingungen eigentlich immer gestimmt haben, oder zumindest so gut, dass der spass am fussball in jungen Jahren nicht verloren ging.
    Dazu kommt die stetige persönliche Weiterentwickluing. Wenn man es mit einem 400 M Lauf vergleicht sind die ersten 250 M die gefährliochsten, da dort die meisten wohl irgendwann aufhören, sei es wegen fehlendem können, oder fehlenden sprotlichen anreizen. Ab der U15/16 in einemj NLZ werden die von Vereinsseite aussichtsreichsten kandidaten mit Verträgen ausgestattet und es wird wieder pertsönlich somit der Rücken freigehalten, bzgl. externer konkurrenz oder jährlichem Aussieben. So kann sich der spieler auf den Sport fokussieren. konsole etc. was soll das bei zweimaligem Training in der woche für eine Rolle spielen?
    Mein Sohn hat eine sehr hohe Belastung, Schule, Verein, Landesauswahl, DFB-Lehrgänge...aber am freien sonntag geht er mit Kumpels auf den Bolzplatz kicken, oder eben FIFA 17,oder lernen))). Er vermisst nichts, er kennt es nicht anders und in 150 M Entfernung winkt die Zielflagge für 3 % aller NLZ Spieler...ist wenig aber erreichbar.


    MFG
    DTV

  • In unseren Breitengraden sind die Trainer ab der C-Jugend einfach zunehmend schlecht. Bis zur D haben es jetzt viele kapiert und bieten zumindest halbwegs vernünftiges Kindertraining an. Zumindest die schlimmsten Misshandlungen, wie Runden laufen oder Medizinbälle sieht man nicht mehr. Ab der C-Jugend laufen die Quäler aber wieder frei rum. Mit veralteten brutalen Methoden wird den Jugendlichen der Spaß am Sport genommen. Auch C/B/A-Jugend-Training ist kein reduziertes Erwachsenen-Training! Schon gar nicht eins von 1982.
    In diesem Bereich wird aber viel zu wenig Aufklärung getrieben und die Verantwortlichen schauen zu.Dazu kommen noch alle oben genannten Faktoren, wobei ich aber die Umstellung aufs Großfeld besonders bei kleineren Spielern für sehr demotivierend halte.

  • Also auch zu meiner Jugendzeit hatten die Vereine maximal halb so viele C-jugendmannschaften, wie D-Jugendmannschaften. Und damals wurde auch in der D-Jugend noch 11g11 gespielt.



    Da kommt halt die Pubertät, andere Interesse geraten in den Mittelpunkt und manch einer hört (temporär) aus. Wäre ich nicht relativ talentiert gewesen, dann hätte ich womoglich auch eine temporäre Delle in meiner Laufbahn gehabt, um mehr Zeit für andere Dinge zu haben.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Das Thema ist in unserer Familie hochaktuell, daher schreibe ich hier mal was dazu. Es belastet uns auch. Unser Sohn spielt seit 2,5 Jahren Leistungsfussball. Es gab immer mal Höhen und Tiefen. Jetzt hat er nach 2 Jahren mal wieder eine Krise und grübelt darüber nach in seinen alten Verein zurück zu gehen. Die Probleme sind momentan: Er fühlt sich wie 2. Wahl, meint dass er nicht gebraucht wird und will seine Freizeit genießen...Die jetzige Mannschaft ist auseinander gedriftet und kein Team mehr, seine Motivation hat daher nachgelassen. In letzter Zeit hat er sich mit seinen alten Klassenkameraden zum Bolzen getroffen und wieder Sehnsucht bekommen. Da ihm seine "alten Jungs" das Gefühl geben, dass er wichtig ist. Das ist natürlich gut für sein Ego. Auch der Trainer der Heimmannschaft hat ihn und uns schon oft angesprochen, wann er denn wieder kommt. Wir wollen der Mannschaft aber keine "falsche Hoffnung" machen. Daher haben wir jetzt noch eine Bedenkzeit von 4 Wochen gegeben um nichts zu überstürzen. Alle Pro und Contra's haben wir schon ausdiskutiert. Seine aktuelle Mannschaft ist in die Landesliga aufgestiegen und es läuft dort bombenmäßig. Seine alte Mannschaft spielt Kreisliga. Sportlich gesehen wäre ein Wechsel zur Kreisliga natürlich ein Rückschritt für ihn und ich denke, ein "Zurück" gäbe es dann später nicht mehr. Wir sind aber auch keine Eltern die dem Sohn ihren Willen aufzwängen, daher muss er auch lernen, selber Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben. Diese ganze Story hatten wir 2015 schon mal und da hat er sich durchgekämpft und ist im Leistungsverein geblieben. Da wollte er schon komplett Fußball hinschmeißen (siehe meine vorherigen Beiträge) Aber einfach wird diese jetzige Entscheidung nicht sein. Die derzeitigen Trainer wissen natürlich nicht, dass er diese Wechselgedanken hat und wir würden gemeinsam vor dem Wechsel das Gespräch suchen. Was würdet ihr raten?

    Hi Fussballvirus,
    ich habe es jetzt nicht geprüft, aber ich prognostiziere mal, dein Sohn ist jetzt irgendwie C-Jugend, geht demnächst vielleicht in die B.


    wenn mich einer derer fragen würde, die uns in Richtung höherklassig verlassen haben, ob sie wieder zu uns zurückkommen können, sage ich natürlich "ja". Die Entscheidung schätze ich auch keinesfalls endgültig ein, es ist eben nur ein Rückschritt, der aber zumindest in Richtung Landesliga auch wieder aufholbar ist, vielleicht dann mit einem Zwischenschritt im Bezirk, aber so dolle ist Landesliga nun auch wieder nicht, und in der A+B haben diese Vereine massiv Probleme mit Auslandsjahr und Ausbildungs/Studienbeginn und Dropouts. Ich kann bei unserem Abgängern, also die, die jetzt höherklassig spielen, in der A+B bei einigen zumindest eine zunehmende Unlust auf die Leistungsschiene erkennen. Originalton ist: "Bei Euch ist jedenfalls Spaß!". Ich kann aber auch bei vielen im Kreisbereich diese Unlust kennenlernen. Und das hat erstaunlicherweise nicht unbedingt was mit der Trainerqualität zu tun. Die ist dann gerne das i-Tüpfelchen, aber nicht Ursache.


    Um Dir einfach nur Hinweise für die Entscheidungsfindung zu geben, denn entscheiden muss euer Sohn das ja am Ende selbst:
    - Es ist auch wichtig, wie in der Kreismannschaft die weitere Mannschaftsplanung ist.
    - Wie ist die Trainerbesetzung (wegen des i-Tüpfelchens)
    - Wie ist der Aufwand für ándere Dinge des Lebens.


    Freundin, Tanzkurs oder einfach nur schulische Belastung werfen natürlich etliche auch im Kreisbereich aus der Bahn, und dann bricht dort auch mal der Spielbetrieb zusammen, denn von unten hat man nix mehr zum Nachführen, im Leistungsbereich gibt es natürlich zweite und dritte Mannschaften. Und ausreichend Trainer mit Ausbildung. Dort ist also der Betrieb auf höherem Niveau gesichert. Im Kreisbereich steht man dann gerne mal mit 8 Nasen beim Training oder mit 10 Mann am Spieltag.


    Will sagen, die Verlässlichkeit des Trainings/Spielbetriebs ist auch wichtig. Leider gibt es kaum Vereine, die den guten Spagat hinbekommen, denn um eine Kreismannschaft Motivationsmäßig und Leistungsbereitschaftsmäßig in der Waage zu halten, gehört viel Knowhow in Menschenführung dazu. Das ist sehr sehr personenabhängig. Im Leistungsbereich dagegen läuft man halt Gefahr, einfach überfordert zu werden, Druck auf die Trainer wegen Klassenerhalt oder Aufstieg sorgen für Ungerechtigkeiten und in dem Alter spielen neben Neuorientierungen und Wechselhaftigkeit auch Freundschaften eine große Rolle. Am Wochenende ist immer Party. Mit den Freunden! Dazu kommt die nicht vorhandene Mobilität und "Gewalt über den eigenen Kalender" der Spieler. Das muss ja nicht bei Eurem Sohn zutreffen, aber im Kreisbereich kann das eben andere treffen, was dann schnell zu schlechter Beteiligung führt.


    Fazit: Ich würde als wichtig einstufen, wie die Organisation und die Teamharmonie in eurem Heimatverein ist. Auch würde ich gar nicht so sehr auf "Endgültigkeit" schauen, wenn der Fussball der Sport ist und bleibt, kann man auch wieder wechseln, vielleicht nicht zu dem Landesligisten, sondern in den Bezirk, aber dann halt um des Sportes willen. Vielleicht muss diese Erkenntnis den Spieler auch erst mal erleuchten.

  • Jetzt hat er nach 2 Jahren mal wieder eine Krise und grübelt darüber nach in seinen alten Verein zurück zu gehen.


    Die jetzige Mannschaft ist auseinander gedriftet und kein Team mehr, seine Motivation hat daher nachgelassen.


    In letzter Zeit hat er sich mit seinen alten Klassenkameraden zum Bolzen getroffen und wieder Sehnsucht bekommen.


    Diese ganze Story hatten wir 2015 schon mal und da hat er sich durchgekämpft und ist im Leistungsverein geblieben. Da wollte er schon komplett Fußball hinschmeißen (siehe meine vorherigen Beiträge)

    Ich hab mal ein paar Zitate aus Deinem Text zusammengestellt. Bist Du sicher, dass Dein Sohn im Leistungsfußball richtig aufgehoben ist? Könnte es sein, dass ihm andere Dinge im Fußball wichtiger sind, als möglichst hoch zu spielen? Ich hab mal Deine Berichte von 2015/2016 überflogen. Dauerhaft wohlgefühlt hat er sich offensichtlich nie - und das in einem Alter, in dem ihm abseits des Fußballs noch 1.000 andere Dinge durch den Kopf gehen.

  • Dropout in anderen Sportarten?
    Ich mag mich gerade nicht auf die Suche machen, aber in dem Alter in dem der Dropout im Fussball immer diskutiert wird passiert ja wirklich viel im Leben der Jugendlichen. Mädchen/Schule/Beruf/Abnabelung etc.
    Ich fände das Thema eigentlich nur dann wirklich in dem Maße wie es im Fussball diskutiert wird, wenn es in den anderen Sporten nicht auftritt.


    Dabei ist mir bewusst, dass "eigentlich " alle Kinder irgendwie mit Fussball anfangen. Es ist halt ziemlich naheliegend, dass wenn ein 2-jähriger gerade herumstolpert er irgendwann aus verehen gegen einen Ball rennt. Dann lachen alle und sagen er wird mal Fussballer. Zack 2 Jahre später ist er Bambini. Fussballvereine sind meist billiger als hockey oder baskatball oder segeln oder reiten oder schwimmen ... einen Ball und einen Wiese gibt es überall.
    Ich sagte zu meinen Kindern nie wenn wir einen Ausflug machen "hey, nehmt eure Hockeyschläger und Helme mit in den Wald", sondern ich werfe einfach einen kleinen Ball mit in den Rucksack und los geht's. Auch in der Schule wenn wir früher Wandertag hatten war einfach immer ein Fußball dabei. Tore gibt es überall, Badmintonnetze sind da schon eher rar.


    Und dann gibt es noch Sportarten wie Volleyball wo eigentlich für 5 Jährige noch gar kein Mannschaftsbetrieb geboten wird (oder liege ich da falsch?).


    Mich würde hier wirklich mal einen Gegenüberstellung der unterschiedlichen Mannschaftssportarten interessieren, ob es überhaupt einen Wert hat über den Dropout zu reden oder ihn einfach zu akzeptieren.