Frustabbau-Thread

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  • Erlebnis am WE:


    Trainer einer G2 instruiert das ganze Spiel über seine Spieler, brüllt, fuchtelt wild herum und ist stinkig, wenn der finale Pass zu spät kommt, ein anderer freut sich über ein Eigentor des Gegners und zur Krönung wird der 9-jährige Spielbegleiter (der sollte den kleinen Kickern nur helfen, wenn der Ball im Aus war (das bekommen die ja teilweise noch gar nicht mit)) angeraunzt, warum er nicht pfeift... und zwar so, dass der total verschüchtert den Platz verlässt...


    Das ist nicht meine Fußballwelt da draußen...

  • ... Heftig. Da muß ja schon bei den Minis Erfolgsdruck ohne Ende herrschen. WEnns nicht so traurig wäre könnte man über solche

    lachen... Bleibt einem aber im Halse stecken...

    Auch schön:

    Im HF am We gewannen wir 2-0. Gegner hatte keine Chance zu verzeichnen. Waren etwas überfordert. Nachher ging ich an der Kabine vorbei, wo 2 Trainer den Kindern in wahnwitziger Lautstärke -erklärten- das Sie das Spiel nicht hätten zu verlieren brauchen. Ein einfaches -die anderen waren heute nunmal besser, kopf hoch- hätte es auch getan. Die müssen ja schon vor dem Spiel Angst haben zu verlieren, weil eine Kabinenpredigt droht, bei der Sie hören, das Sie versagt haben.

    Das ist nicht meine Fußballwelt da draußen...

    ... das denke ich mir in so momenten auch

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Wir waren am WE auch bei einem Hallenturnier. Leider haben sich wieder kurzfristig Kinder krank gemeldet, so dass wir ohne Auswechselmöglichkeit gespielt haben. Die Kinder mussten also ganz schön rennen. :) Die Kinder konnten sich von Spiel zu Spiel steigern aber gegen durchgängig stärkere Gegner fand das Spiel in der Regel vor unserem Tor statt.

    In keinem Spiel kamen die Kinder unter die Räder (das war nicht immer so) aber es gelang leider auch kein eigenes Tor.


    Der Frust kam dann eher aus Richtung eines Vaters. Er fordert ein Spiel, bei dem hinten zwei Kinder stehen bleiben und der Rest möglichst offensiv spielen soll, "damit wir auch mal Tore schießen". Mein Mann hat ihn entgeistert angeschaut und gefragt, ob ein 1:20 echt besser wäre als ein 0:2. Antwort: "die Kinder müssen auch mal Erfolgserlebnisse haben."

    Ja, am Ende haben die Kinder geheult aber mal ehrlich? Das finde ich gar nicht schlecht. Bisher haben die Kinder nämlich bis auf wenige Ausnahmen null Ehrgeiz an den Tag gelegt. Wenn sich das so ändert, dann :thumbup:.

    Zumal wir unser letztes FS vor zwei Wochen deutlich gewonnen haben - nur war da Prinz Charming mit seinem Sohn nicht zugegen.


    Wofür macht man das eigentlich? Um dem Erfolgsstreben der Eltern zu dienen?

    Und ich frage mich, warum mich der Typ eigentlich so aufregt. Er sollte mir eigentlich reichlich egal sein. Das ist auch der, der beim Training immer mal wieder reinquatscht.

    Soll er doch einen Verein für sein Kind suchen, welches sein Erfolgsdenken bedient. Ich kenne genug Kollegen.

    *aaarghhhh* Ist doch wahr... die können sich erstmal alle an meinem Sohn orientieren. Der hängt sich bei jedem Spiel voll rein, wirft sich in die Zweikämpfe und versucht schon seine Mitspieler anzuspielen. Er ist vorne, hinten, überall und ist dabei schneller als alle anderen. Wer sich so reinhängt darf meinetwegen auch Ansprüche stellen! Das sind bisher in der Truppe genau 3 Kinder!

  • Goodie ja die lieben Eltern. Gut finde ich die Eltern, die immer ankommen, wenn der Sohn 1,2 mal schwer gepatzt hat, was nicht schlimm ist und ich auch nicht thematisiere(höchstens hilfestellung im Einzelgespräch), und die dann sagen: In dem Spiel waren aber ALLE schlecht.

    Dann sage ich meistens nur, das Fehler im Fußball passieren und Niederlagen dazugehören. Beim Loben geht das immer einseitiger bei dieser Art von Eltern ;-)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Der Frust kam dann eher aus Richtung eines Vaters. Er fordert ein Spiel, bei dem hinten zwei Kinder stehen bleiben und der Rest möglichst offensiv spielen soll, "damit wir auch mal Tore schießen". Mein Mann hat ihn entgeistert angeschaut und gefragt, ob ein 1:20 echt besser wäre als ein 0:2. Antwort: "die Kinder müssen auch mal Erfolgserlebnisse haben."

    Na super... besagter Daddy hat für heute um ein Gespräch gebeten und durchblicken lassen, dass er ins Trainergeschehen aktiv einsteigen möchte. Weder ich noch mein Mann wollen das. Was nun?

    Auf der einen Seite werden an allen Ecken und Enden Trainer gesucht... Aber wir sind zu zweit + einen Schülerpraktikanten (Helfer) und das passt für uns so.

    Mit ihm im Team würden Welten aufeinander prallen...



    btw. unser Kleiner hat am WE im Altjahrgang ausgeholfen (ein Jahr älter) und da konnte man "heiße-Kartoffel-Fußball" sehen. "Pässe" ohne Sinn und Verstand, Hauptsache schnell weg mit dem Ball.

  • Mit der Taktischen Ausrichtung immer 2 fest hinten stehen zu haben, könnte er doch ein echter gewinn für euch sein ;-)

    Ernsthaft. Da gibt es doch nichts zu überlegen. Wenn euer Verein Lizenz bezahlt, dann schickt Ihn erst mal dahin und

    dann könnt Ihr weitersehen. Da lernt er vllt. 2,3 Grundbegriffe oder die Entwicklungspyramide. Ansonsten eben sagen, das es wohl nicht passt, da Ihr Fußballer entwickeln wollt und keine Erfolge durch nicht altersgerechtes Training/Spiel.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Die diplomatische Ablehnung ist, dass ihr nicht (noch mehr?) Eltern im Trainerteam haben wollt, das immer zu Problemen führt, ihr sein Engagement aber toll findet und es im Verein immer Bedarf an engagierten Trainern gibt, z.B. in Team X oder Y (mit Jugendleitung absprechen was passen würde). Da legt sich die Begeisterung vermutlich sehr schnell.

  • ich bin für klare Kante.

    Würde ihm sofort deutlich machen, dass es in diesem Team nicht möglich ist!

    Undiplomatisch ? Mir wurst!!!


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Schließe mich in diesem Fall der Meinung von Trainer E an. Bevor ich ihn ablehne oder klare Kante zeige, würde mich zuallererst interessieren ob er belehrbar oder unbelehrbar ist! Ich habe natürlich mitgelesen und kennen seinen Ansatz soweit, aber ob er nun mitmachen will, weil er sich öffnen und mehr mit dem Thema beschäftigen mag, um zu lernen, oder ob er mitmachen mag, um euch mal so richtig zu zeigen, dass er es als Coach voll drauf hat, kann ich bisher nicht ableiten.

  • Nur als Denkanstoß...

    Als ich mich dazu entschlossen habe die G-Jugend meines Sohnes zu übernehmen tat ich das aus zwei Gründen.

    1. Ging mir das Gebrülle meines Vorgängers auf den Sack. Ich wollte das viel kindgerechter machen.

    2. Wollte ich den Kindern einen vernünftigen Spielaufbau von hintenraus beibringen.


    Das kindgerecht und Spielaufbau in der G nicht zusammen passen habe ich sehr schnell festgestellt.

    Was ich damit sagen will.

    Als Papa habe ich nur zugesehen. Viele Vorstellungen aus dem Erwachsenenfußball in meine Pläne einfließen lassen.

    Je mehr ich mich aber damit beschäftigt hatte, musste ich feststellen das ich das so nicht machen kann.

    Ich hatte ein gutes halbes Jahr zwischen offen ausgesprochenem Wunsch das zu machen und meinem tatsächlichen Start.

    Da hat sich sehr viel verändert.

    Spätestens mit der C-Lizenz ca. 3 Monate nach Beginn meiner Tätigkeit war ich dann auf "Linie" KiFu

    Du wirst ihn besser einschätzen können, als alle anderen hier.

    Aber vielleicht ist bei Ihm ja auch so ein Prozeß möglich?

  • Ich habe ihm gesagt, dass wir uns über alles unterhalten können, Grundlage aber das Ausbildungskonzept des DFBs ist.

    Mein Mann hat den C-Schein, ich den Kifu-Teamleiter.


    Na ja, ich höre mir das nachher an und dann sehen wir weiter.


    Was uns die Sache echt erschwert ist, dass man Woche für Woche diese Teams sieht, wo zwei Ausputzer hinten stehen bleiben (müssen) und diese Teams haben dadurch große (Ergebnis)Vorteile haben.

    Die Teams gewinnen aber vorallem weil sie laufstärker und fleißiger sind - zum Teil eben auch durch sehr "engagierte" Trainer nach vorne gepusht. Unsere Kinder sind in Summe zu gemütlich. Viele Kinder kommen nur, weil es nett ist, nicht weil sie für den Fußball brennen. Wenn sie den Ball verlieren, dann isser halt weg... Die spielen dann auch noch Tennis, Hockey, Gitarre oder Harfe... (ok, letztes wohl eher nicht)

  • Na super... besagter Daddy hat für heute um ein Gespräch gebeten und durchblicken lassen, dass er ins Trainergeschehen aktiv einsteigen möchte. Weder ich noch mein Mann wollen das. Was nun?

    Auf der einen Seite werden an allen Ecken und Enden Trainer gesucht... Aber wir sind zu zweit + einen Schülerpraktikanten (Helfer) und das passt für uns so.

    Mit ihm im Team würden Welten aufeinander prallen...

    btw. unser Kleiner hat am WE im Altjahrgang ausgeholfen (ein Jahr älter) und da konnte man "heiße-Kartoffel-Fußball" sehen. "Pässe" ohne Sinn und Verstand, Hauptsache schnell weg mit dem Ball.

    Mein Einstieg in den KiFu verlief ähnlich wie der von luibo. In erster Linie wollte ich die chaotischen Organisationen und das Chaos im Training besser handhaben. Nach wenigen einheiten mit meinem damaligen Kollegen hatte ich ein ganz anderes Bild vom KiFu und kam es wie es kam.


    Natürlich kennt ihr den Herren am besten. Und ob es eine (wenn auch kleine) Wellenlänge gibt auf der man sich austauschen kann könnt nur ihr entscheiden. Aber ich würde das Angebot sich einzubringen nicht einfach so ausschlagen.


    Macht klar das es für euch keinen Fußball gibt in dem zwei Spieler nur auf ihren Einsatz warten und wie ihr euch die auch die weitere Ausbildung der Kinder vorstellt. Im besten Fall deckt sich das ja auch mit der Arbeit in den weiteren Altersklassen und ihr erhaltet hier ungefragt Beistand aus dem Verein. Stichwort durchgängiges Konzept oder aufbauende Arbeit in den Altersklassen.

    Aber hört euch auch an was seine Gedanken sind. Vielleicht liegt die Wahrheit ja doch in der Mitte, ob nun eher auf eurer oder seiner wird sich zeigen. Fragt wie er das umsetzten möchte ohne das eben jenes "Warten auf den Ball" dabei herauskommt.


    Ein Kompromiss war in meinem Fall das ich ein Training planen und halten durfte und beim bzw. nach dem nächsten Spiel sollten die Veränderungen bewertet werden. Geplant hatte ich wie ein BuLi-Trainer, aber umsetzten konnte ich nicht mal die Hälfte davon. Wie Kinder eben so sind. Und hier war mir dann auch das Ergbnis im Spiel schon klar. Genau fast gar nichts hatte sich verändert.


    Außer mein Blick auf die Arbeit eines Trainers und den KiFu im allgemeinen.


    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Dass Fußball ein Bewegungs- und Mannschaftssport ist, vermitteln wir schon den Kleinsten. Wer sich nicht bewegen will, obwohl er es könnte, kriegt eine aufmunternde Belehrung außerhalb des Spielfeldes. Ich denke, das ist im Kinderfußball zulässig und nötig. Ball verlieren ist natürlich ausdrücklich erlaubt, aber zu versuchen, ihn wieder zu bekommen, auch.


    Es gibt in der Tat Kinder, denen das (scheinbar) egal ist. Da muss man halt herausfinden, ob sie den Fußball als Sport auch mögen.

  • Was für ein komischer Tag...

    ich muss etwas ausholen... Vor Karneval haben wir mit den Kindern besprochen, dass wir künftig mit einer Abwehr- und einer Sturmreihe spielen wollen. Leider ergab sich bis heute keine Gelegenheit, das auch in die Tat umzusetzen. (Trainingsausfall, Hallentraining in kleiner Keksdose...) Heute hatten wir ein FS und ich dachte mir, egal, ich ziehe das jetzt durch.
    Also haben wir die Kinder eingeteilt und losgeschickt. Bei jedem Wechsel habe ich mit jedem Kind gesprochen, erklärt und gezeigt. Aufm Feld haben wir dann immer wieder die Kinder angesprochen, gefragt, welche Position sie haben und ob sie richtig stehen. Für den ersten Versuch waren wir sehr zufrieden. Natürlich gibts noch viel zu tun aber auf Nachfrage nach dem Spiel sagten die Kinder, dass das so leichter gewesen wäre... Erfolgreich war es auch noch, wir haben das Spiel gewonnen - davon war aber auszugehen.

    Schon in der Halbzeit kam besagter Vater zu mir und lobte mich auf einmal. Ich war erstmal erstaunt und dachte ok, der will vielleicht auch das folgende Gespräch positiv vorbereiten. Nach dem Spiel war er aber immer noch total gut drauf und er sagte, das sei super gewesen. Und mit dem Spiel hätte sich das Gespräch im Grunde schon erledigt.


    Ihm war es wohl hauptsächlich um ein Spielsystem gegangen (was er ja sehr wohl als Zuschauer bei den Gegnern gesehen hatte) und hatte nicht mitbekommen, dass das schon im Gange war.


    Auch unsere Einflussnahme von außen hatte ihm gut gefallen.


    Wer hätte damit heute morgen gerechnet... :saint:

  • Ich gehe davon aus, dass die Aufstellung die Schwächeren fördert. Diese gibt vor allem den schwächeren konkrete Aufgaben. Ohne konkrete Aufgaben gehen diese beim 7vs7 unter und stehen hilflos auf dem Platz. Zumindest wenn man wie bei uns 2 sehr starke dominierende Spieler hat.


    Die Aufstellung macht aus dem 7vs7 nämlich zwei 3vs3 + Torwart.


    Mein Praxistest steht noch aus, bin in der gleichen Phase wie Goodie. Ich bin auch vorsichtiger damit geworden Aufstellungen und Positionen grundsätzlich zu verteufeln, wie ich das zu Beginn nach meinem Horst Wein Selbststudium getan habe. Ich will um Gotteswillen keine Ausputzer oder ähnliches, das Thema muss man sehr feinfühlig angehen und die Kinder müssen es selbst erarbeiten.


    Wir spielen im 7vs7. Das kann ich auch nicht ändern. Ohne jegliche Struktur ist das 7vs7 für die Schwächeren keine Förderung und kein Spaß.


    Soweit meine Hypothese, ich bin gespannt was Goodie die nächsten Monate so schreibt und wie es sich bei uns entwickelt :)

  • Wir spielen im 7vs7. Das kann ich auch nicht ändern. Ohne jegliche Struktur ist das 7vs7 für die Schwächeren keine Förderung und kein Spaß.

    Absolut richtig. Für einen schwächeren Spieler kann die konkrete Aufgabe einen Zweikampf zu gewinnen, eine lösbare Herausforderung darstellen, während er sich unter "du musst immer angreifen und verteidigen" nichts vorstellen kann und überfordert ist.


    Man darf dabei nur nicht vergessen, den schwachen Spieler auf diese eine Aufgabe zu reduzieren. Im nächsten Spiel muss er schon wieder andere bzw. zusätzliche Aufgaben haben. Der Ausputzer der hinten wartet ist im Kifu absolut fehl am Platz und stellt nebenbei für schlaue Mannschaften auch kein Hindernis dar.

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)

  • Sorry Abwehrreihe und eine Sturmreihe. Ich hoffe ihr habt das gegenüber den Kindern nicht so benannt.

    Strukturen zu entwickeln ist sicherlich bei den älteren Jahrgängen im Grundlagenbereich sinnvoll und auch notwendig.

    Eine begriffliche Einteilung Trennung der Aufgaben der Spieler ist jedoch kontraproduktiv für ihre weitere Entwicklung.

    Dieser Einwurf klingt zwar möglicherweise nach Wortklauberei, aber in der Praxis ist im Breitensport in fast allen älteren Jahrgängen eine totale Passivität der Abwehrreihen in der Offensive und der Offensive in der Verteidigung zu beobachten.

    Vor kurzem hörte ich in einer D1 die Antwort " Ich verteidige nicht mit, ich bin doch Stürmer!"

    Daher ist die Philosophie "Alle verteidigen und alle greifen an", kein Ausschluss von Strukturen, oder einer räumlichen Aufteilung, sondern erfordert das bereits vorhandene erforderliche rudimentäre Spielverständnis der Kinder. Durch Strukturen alleine werde ich dies nicht erreichen. Zu Recht wurde eingewendet, gegen halbwegs ausgebildete Mannschaften, sind die zwei tiefstehenden Abräumer völlig nutzlos, was übrigens auch für langes Gekicke gilt.

    Deutlich: Gruppentaktische Massnahmen durch die Trainer, werden kurzfristig vielleicht eine geringe Ergebniskosmetik bringen, können scheinbare Defizite in der individuellen Ausbildung jedoch nicht kompensieren.

  • AKjfv

    Dein Einwand gefällt mir sehr gut. Ich habe meine Truppe vor rund 2 Jahren mit einer klaren Einteilung nach Abwehr und Angriff übernommen. Wie sie es eben von den Trainern vor mir gelernt haben. Mit dem von dir beschriebenen Ergebnis. Hinten steht die Abwehr und vorne der Sturm.


    Also habe ich damals die Bezeichnungen geändert. Wir teilten das Spiel einfach in "wir haben den Ball" und "wir müssen uns den Ball holen" auf. Für jede Situation gab nun klare aufgaben.


    Wir haben den Ball:

    Angriffsreihe eins ist weiter vorne und geht auch bis zur Torauslinie. Die Angriffslinie zwei geht so weit mit nach vorne dass Sie immer noch aufs Tor schießen kann und ist somit für "herausgeschlagene" Bälle zuständig.


    Wir müssen uns den Ball holen:

    Beschützer-reihe eins (=Angriffsreihe zwei) steht näher am eigenen Tor und achtet auch auf die vordersten Spieler des Gegners. Beschützer-Reihe zwei (=Angriffsreihe eins) ist für die Bereiche zwischen der Mittelline und unserem Strafraum zuständig.


    Und ja, mir ist heute auch ganz bewusst das dies schon sehr nahe an Gruppentaktik, usw. ist. Gerade bei den kleinsten war es mir aber wichtig die Grundaufgaben bei Ballbesitz und in der Verteidigung auf ein für Kinder verständliches Muster herunter zu brechen. Jeder hat somit zwei Grundaufgaben Ball erobern und Angreifen. Die Grenzen der Reihen verliefen dann in den Spielen ja immer variabel. Wichtig war aber das jeder Spieler in beiden Grundsituationen eine Aufgabe hatte. Also kein hinten oder vorne stehen und warten.


    Das Ergebnis war es toll zu beobachten alle sind selbst haute in der E-Jugend noch immer beteiligt. Ich habe derzeit sogar das "Problem" das wir eher zu viel hinten aushelfen wollen als es für das spiel nach Balleroberung gut ist. Da hat es dre Trainer wohl in der Vergangenheit etwas zu gut gemeint! 8)


    Einfache "neue" Begriffe und Benennungen können bei den Kindern sehr viel bewirken. Vor allem da die bekannten Bezeichnungen sehr oft bereits mit fixen Rollen und einem festen Verständnis belegt sind, woher Sie auch immer kommen.



    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Sehe ich nicht so.

    Ich habe mein Coaching mittlerweile stark eingeschränkt, aber wenn ich aktiv werde, "investiere" ich komplett in die Laufarbeit der hinteren Reihen.

    Ich versuche das Wort und die Bedeutung " Aktivität" zu vermitteln und werde das ddemnächst auch mit kurzen Abwechslungen forcieren.


    Da gibt es kein "hinten" stehen bleiben, das sollte man ab F-alt schon vermitteln.

  • Genau das habe ich ja beschrieben. Es gibt nur gemeinsames angreifen und gemeinsames Verteidigen. Das heißt aber nicht das bei jedem Angriff sechs Spieler im gegnerischen Strafraum stehen müssen.


    Wobei der Abstand "von dem aus noch aufs Tor geschossen werden kann" bei F-lingen meist nicht weit hinter der Strafraum grenze ist.


    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)