Beiträge von Strznievski

    - Wie gestaltet ihr das Training, dass Kinder möglichst viel mitnehmen?

    Ganz allgemein - nicht nur bei dieser Altersklasse - sollte jede Trainingseinheit irgendein Lernziel haben. Diese Ziel kann technischer-, taktischer-, oder athletischer Natur sein. Idealerweise werden alle 3 Komponenten gleichzeitig abtgedeckt (Stichwort Spielformen!!!). Weiters sollte sich jede Übungs- und Spielform einer Einheit im Schwerpunkt ergänzen. Dabei gibt es mehrere Zugänge wie z.B. "vom Einfachen zum Schweren". Mein Zugang (oder besser gesagt jener von Horst Wein) ist der, mit einem Spiel zu beginnen und dabei zu beobachten an welchen Stellschrauben es zu drehen gilt. Danach in einer Übungsform diese "Fehler" behandeln und abschließen wieder zu spielen.

    - Welche Übungen macht ihr hauptsächlich?

    Spielformen (SSGs in allen erdenklichen Formen) im Schwierigkeitsgrad dem Können der Spieler angepasst.

    - Nutzt ihr feste Trainingspläne?

    Wenn du damit fertig gestaltete Trainingspläne meinst, lautet die Antwort: Als Anfänger sehr häufig, mit steigender Erfahrung immer weniger. Allerdings gibt es Tip-Top Trainingspläne zu allen erdenklichen Schwerpunkten.

    - Auf welchen Dinge achtet ihr in der Altersklasse?

    Keine Stehzeiten, viel Spielen, wenig Kritik, jeder einen Ball, Kinder probieren lassen, Fehler zulassen, Mut fördern, Eltern mit ins Boot holen.

    Gibt es gute Lektüre nach der man das Training gestalten kann?

    Ja, zuhauf. Wenn es genau ein Buch sein müsste, dass ich empfehlen kann, dann ist es Horst Weins "Spielintelligenz im Fußball kindgemäß trainieren".

    Eigentlich gibts da keine zweite Meinung ;). Die ideale Uhr für den Trainingsalltag ist die gute, alte Casio FW91.


    Vorteile:


    1. Extrem billig (ca 10€)

    2. Extrem leicht (Ich bin eigentlich kein Uhrenträger und empfinde große, klobige Uhren extrem störend.)

    4. Extrem robust und wasserdicht (habe meine schon etliche Jahre im Betrieb und sie trotzt Schweiß, Matsch, Regen...)

    5. Stoppuhr-Funktion

    6. Man kann sie auf der Hand tragen, was meiner Meinung nach praktischer ist, wennn man z.B. in einer Spielform mal selbst auch mitspielt.

    7. Wow-Faktor (Auf diese Uhr haben mich tatsächlich schon mehrere Personen angesprochen 8))

    8. Sollte man kurzfristig Untertützung brauchen ruft man damit einfach K.I.T.T. herbei.



    P.S.: Handy geht meiner Meinung nach gar nicht.

    Was gehört zu dem Begriff "Coaching" alles dazu?


    Für mich ist coaching die Fähigkeit Wissen (also die von Sir Alex angesprochen Fachkompetenz) verständlich und transparent zu vermitteln.


    Ich möchte Sir Alex auf keinen Fall widersprechen. Die Aussage, das Fachkompetenz die Basis darstells, gefällt mir sehr gut. Oft scheitert es auch schon daran. Es ist nämlich gar nicht so einfach, einen Fehler zu erkennen, zu analysieren um ihn dann auszumerzen. Ich vermute aber mal, dass es Felix571 um die "richtige" Vermittlung entsprechender Fachkompetenz, also die Kommunikation zwischen Trainer und Spieler geht.


    Das ist ein verdammt weitläufiges, aber interessantes Thema. Da gehört alles dazu was Kommunikation betrifft.


    Führen, Mimik, Gestik, Rhetorik, Didaktik.


    Diesbezüglich gibt es unmengen an Literatur und Möglichkeiten Kurse zu belegen. Wenn du Felix571 davon schreibst, dass du zu viel rein rufst (was ist zuviel?), dann ist der erste Schritt ja eh schon getan. Es kommt jetzt natürlich auch darauf an, welches Alter du coacht, aber viel coaching, bedeutet nicht immer schlechtes coaching. Der typische Joystick, sollte aber nur bei der Playstation angewandt werden. Wenn du konkreter bei deiner Fragestellung wirst, kann ich dir vielleicht mehr weiterhelfen.

    Und trotzdem haben wir jetzt bislang alle Spiele (drei Testspiele, Pokalspiel, Ligaspiel) trotz teilweise absurder Überlegenheit verloren.

    Ich gebe dir mal den Tipp, für ein paar Spiele eine Kamera mitlaufen zu lassen. Somit kannst du nach dem Spiel in aller Ruhe beobachten, warum der Gegner mehr Tore als dein Team geschossen hat und selbst Ursachenforschung betreiben. Vor allem wenn du auf die spielerische Linie setzt, können sich da ganz schnell vermeintlich kleine Fehler einschleichen, die bei Ballverlust verheerend sein könnten. Adhoc fällt mir da z.B. mangelnde Absicherung des Sechsers ein. Das fällt (mir zumindest) dann unter dem Spiel gar nicht sonderlich auf, dass der immer wieder zu weit nach vorne mitrückt und durch große Einsatz auch dreimal in höchster Not mit einer Grätsche den Konter unterbindet. Schaut ja unheimlich gut aus, also wird er auch noch gelobt. Beim vierten mal kommt er tzrotz vollem Einsatz zu spät und der Gegner galoppiert in Überzahl auf den Tor zu. Das war jetzt nur ein Beispiel und muss bei dir nicht so ablaufen. Aber lass dich nicht täuschen. Ich habe mir schon oft gedacht, dass wir ganz gut gespielt haben und dann wegen Fehler solcher Art trotzdem verloren haben.

    Der umgekehrte Fall tritt natürlich auch ein.

    Wäre sportlich sehr reizvoll, aber eine Trennung von meinen Jungs (und einem ganz besonders) wäre für mich auch erstmal schmerzhaft - und den allermeisten würde ich damit wohl auch keinen Gefallen tun. Zu dem Zeitpunkt ohnehin nicht.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die mit diesem Dilemma irgendjemand helfen kann. Hör in dich hinein und beantworte dir diese Frage selbst. Der erste Gedanke ist oft der richtige.

    Wie man es nennt ist egal. Und meiner Meinung nach ist sogar wichtig, dass man es nicht verkompliziert. Auf dem Niveau Kreisklasse (Verallgemeinerung) reicht es meistens, dass der IV ordentlich Druck bekommt. Ob der Bogenlauf des Stürmers jetzt richtig umgesetzt wird oder ob er zu schmal oder zu groß gelaufen wird ist meist zweitrangig. Es reicht meist so oder so, damit der IV nervös wird und unsauber abspielt oder den Ball rausschlägt.

    Ich habe hier den umgekehrten Weg gewählt. Also von der "Mannschaftstaktik" (oder einfacher ausgedrückt, alle rücken raus), über Gruppentaktik, zur Individualtaktik (z.b. Bogenlauf). Hat man tatsächlich mal alle dazu bekommen einfach nur mitzuarbeiten ist tatsächlich der Laufweg des Einzelnen eher unwichtig.

    Im Mittelfeldzentrum sollte die Regel gelten, dass sich jeder einen Gegenspieler sucht, den er eng deckt, damit dieser nicht angespielt werden kann. Die beiden ballnahen Außen verhindern kurze Pässe auf den Flügel, die entfernte Seite schiebt rein. Die IV teilen sich auf, einer eng an den Stürmer ran, einer sichert ab. TW ist ebenfalls wachsam für den langen Ball.

    Ich arbeite zusätzlich noch sehr viel mit Deckungsschatten.

    Ich bin freund einer kombinierten Raum/Manndeckung, wobei die Raumdeckung überwiegt. Alle Spieler bekommen feste Räume zugeteilt. Ein Spieler wird den Kopfballstärksten (wenn nicht bekannt den größten Gegenspieler) in Manndeckung nehmen. Mindestens 2, eher 3 Spieler - hängt davon ab wie viele kleinere und sehr schnelle Spieler ich habe - stellen sich an die Mittelinie. Zwei gehen in die Breite, einer ins Zentrum, dieser Spieler steht etwas näher zum Tor als die anderen beiden.


    Ich würde immer einen zweiten Spieler zur kurzen Ecke holen. Der Schütze wäre immer ein Links oder Rechtsfuß in der Einteilung, dass der Ball zum Tor hingezogen werden kann. Der zweite Spieler hätte jeweils den anderen Fuß als starken Fuß. Holt der Gegner einen oder keinen Spieler raus aus dem Zentrum zur kurzen Ecke. Der eine Gegenspieler wird dann durch simples Blank spielen ausgespielt und geflankt. Hierbei spielt der Eckenschütze den Ball kurz an und hinterläuft dann den angespielten Spieler. Dieser macht dann vom Verhalten des Gegenspielers abhängig, ob er selber geht und flankt oder den Eckenschützen zurück anspielt.

    Schickt der Gegner 2 Spieler raus, verzichten wir auf die kurze Ausführung. Der zweite Spieler bleibt aber kurz stehen. Es hat den Vorteil, dass wir im Vergleich zum normalen "Ball einfach reinflanken" einen Spieler im Zentrum verlieren (der der sich kurz anbietet, der Schütze ist ja eh immer als Schütze da), der Gegner aber 2 Spieler aus dem Zentrum verliert. Im Zentrum ändert sich das Zahlenverhältnis so also um +1 zu unseren Gunsten.

    Klingt sehr vernünftig und deckt sich zum Teil mit meinen Beobachtungen.

    Meiner Meinung nach der komplizierteste Punkt. Den würd ich auch nicht wirklich verallgemeinern, hier müsste man schon sehen, was für Spieler zu r Verfügung stehen. Wichtig: Einen klaren Plan haben! Dieser sollte aber nicht verkompliziert werden und es sollte immer eine Exit-Strategie geben; spricht, was ist zu tun, wenn ich unter massiven Druck bin und nicht weiß wie ich da raus kommen soll (Bsp. im Zweifel: Hoch und Weit bringt Sicherheit ).

    Grundsätzlich würd ich auf gegensätzliche Laufwege setzen von Spielerpärchen setzen. Der vordere Spieler (z.B. Stürmer) kommt entgegen, der hintere (10er) geht in die Tiefe. Ansonsten klare Prinzipien im Aufbau: Aufbau in Überzahl, heißt 2 vs. 1 oder 3 vs. 2 und dann durch Blank spielen ins Mittelfeld dribbeln.

    Gefällt mir auch sehr gut.

    Hier würde ich ganz viel Wert in der Trainingsarbeit drauf legen. Ich würde zu Beginn daran arbeiten, dass nach jedem Ballverlust ab Höhe Mittelkreis und weiter vorne sofort der Ball gejagt wird. Dies würde ich bewusst so einfach halten, auch wenn es nicht immer richtig sein wird. Aber so würde ich dafür sorgen, dass der Impuls zum Gegenpressing (Ball jagen) sich mit jedem Spiel weiter ausprägt. Meist erobert der Gegner den Ball, hat dann aber ja selber eine zufällige Staffelung, die es nicht immer unbedingt ermöglicht sofort einen gewinnbringenden Ball zu spielen, dazu kommen die Technischen Anforderungen beim Spielen und Verarbeiten unter dem Druck der Ball-Jäger.

    Offensiv würde ich Einführen, dass alle nach Ballgewinn mit nach vorne Rennen. Angefangen bei den beiden IV und dem Keeper, die im Tempo rauslaufen und lautstark einfordern, dass alle Spieler rausschieben!

    Glaube auch, dass laienhaftes Gegenpressing auf Kreisklasseniveau mindestens den selben Impact hat als die Kloppsche Herangehensweise im Spitzenfußball.

    Aus eingangs genannten Gründen, möchte ich da jetzt nicht mehr näher ins Detail gehen. Vielleicht noch ein paar Worte zu den Themen, die sich daraus ableiten:


    1. Formation > Die sollte so gewählt werden, dass ich den Gegner auch wirklich unter Druck setzen kann. Ist auch immer ein wenig abhängig vom Gegner, ich habe aber keine Scheu, z.B. gegen einen Stürmer in einer 2-4-4 Pressingformation anzutreten.


    2. Offensivphase > Wie schaut das eigene Verhalten in Ballbesitz aus?


    3. Umschaltverhalten


    4. Standards. Ich bin überzeugt, dass man mit ein paar einstudierten Standardvarianten auf unterklassigem Niveau einen immensen Vorteil erzielen kann. Auch hier gilt wieder den Gegner so weit wie möglich aus seiner Komfortzone zu holen.


    Einen Grundgedanken diesbezüglich kann ich noch preis geben, weil mir eigentlich relativ egal ist, wie der Gegner darauf reagiert, bzw ich immer darauf reagieren kann.


    Bei Eckball gegen uns, sind meine Spieler z.B. angehalten zu dritt vorne zu bleiben. Erstens werden dadurch mindestens 3, meistens aber 4 gegnerische Spieler gebunden und können somit nicht am eigen Offensivspiel teilnehmen. Außerdem eröffnet einem das tolle Kontermöglichkeiten.

    Setze den Gegner (vor allem die schwachen Spieler) PERMANENT unter Druck!


    Jetzt stellen sich mir mehrere Fragen:


    Wo setze ich den Gegner unter Druck?


    a. Ich habe die Möglichkeit mich hinten einzuigeln > Abwehrpressing!

    b. Radikales Angriffspressing!

    c. So ein bisschen von beidem > Mittelfeldpressing


    Welche Vorteile erziele ich daraus bei Ballgewinn?


    a. Obwohl der Ball relativ weit vom gegnerischen Tor entfernt erobert wird, tun sich teilweise extreme Räume auf, die man dann bespielen kann. Problem an der Sache ist nur, dass die meisten Teams nicht versuchen Überzahl im Angriff herzustellen, sondern sich meistens auf die individuelle Klasse ihrer Legionäre verlassen und dadurch oft einfach "hinten stehen bleiben". Somit kann das gegen manche Vereine zielführend sein, gegen die meisten sicher nicht.


    b. Diese Option bietet gleich mehrere Vorteile. Erstens erobere ich den Ball in unmittelbarer Tornähe und kann praktisch immer Gefahr ausstrahlen. Es verfügen nur wenige Vereine über wirklich spielstarke und pressingresistente Verteidiger. Also denke ich mir, sollte der Gegner dort angeborhrt werden, wo er am Fehleranfälligsten ist. Außerdem verhindere ich dadurch, dass die spielstarken Spieler scharfgeschalten werden.


    c. War anfangs meine Lieblingsoption, weil es scheinbar beide Vorteile miteinander vereint. Allerdings musste ich feststellen, dass eine klare, unmissverständliche Vorgabe (Wir greifen mit Pauken und Trompeten an!, oder Wir verteidigen mit Mann und Maus!) für den Kreisklassekicker viel einfacher umzusetzen ist. Mit "wir pressen wenn Bedingung a erfüllt ist und lassen uns sofort wieder Fall wenn Faktor B in Kraft tritt", wird das meiner Erfahrung nach nix.


    Wo liegen die Gefahren?


    a. Dadurch, dass ich die gegnerischen Verteidiger nicht unter Druck setze, kann selbst der technisch schwächste Spieler der Liga, den Ball mitnehmen, in aller Ruhe schauen und den Ball zum nächsten (besseren) Spieler spielen. Landet der Ball dann bei einen der Ausnahmekönner, wirds gefährlich, weil so einer dann ganz einfach mindestens eine Klasse stärker ist, als die Spieler in den eigenen Reihen.


    b. Die größte Gefahr, sehe ich hier in den Abstimmungsproblemen innerhalb der Mannschaftsteile (oder in meinen Kommunikationsfähigkeiten). Während der Stürmer unmitiviert anläuft, pennt der Mittelfeldspieler und es tun sich Räume auf. Außerdem ist es schwer, die exakte Höhe zu finden (unterschiedliche Platzgrößen). Somit kann ein Verteidiger unter Umständen einen langen Ball hinter die Abwehrreihe spielen (immer gefährlich!).


    c. Erstens, dass die Abwehrspieler zu "feige" nachrücken und Räume offen lassen. Zweitens der lange Ball hinter die Abwehr.


    Kann ich das mit meinen Spielern umsetzen, bzw. wollen meine Spieler das überhaupt?


    Ein ganz entscheidender Faktor im Amateurfußball ist es (natürlich nur bis zu einem gewissen Grad), auch so spielen zu lassen, wie die Spieler spielen wollen. Jemand, der etwas tut, weil er es machen will, wird immer intensiver arbeiten, als jemand, der es machen muss!


    a. Auf diese Möglichkeit, greife ich nur äußerst selten zurück, weil die Spieler einfach keinen Bock darauf haben, manchmal minutenlang von links nach rechts und wieder zurück zu verschieben.


    b. Um wirklich kontrolliertes Mittelfeldpressing mit situativen Pressingauslösern zu spielen, müssten mehrere Bedingunen erfüllt sein. Ich habe fast immer alle Spieler am Training zur Verfügung (geht bei mir nicht > Schichtarbeiter) und ein paar Spieler im Team die das kennen (können) und die anderen Spieler mit Kommandos führen (habe ich zu wenig)


    c. Ich traue mich mal sagen, dass 9 von 10 Spielern die aktive Rolle (Ball jagen) wesentlich lieber ist, als die passive Rolle (verschieben). Umsetzbar ist Angriffspressing in meinen Augen dann, wenn ich junge, hungrige, schnelle und ausdauernde Spieler habe.


    Jetzt gilt es sich Gedanken zu machen und Vor- sowie Nachteile gegeneindander aufzuwiegen. Im meinem Fall, fällt mir die Entscheidung relativ leicht und ich würde in den meisten Fällen, das bedingungslose Angriffspressing vorziehen. Dies muss aber jeder Trainer für sich entscheiden und vom eigenen Team abhängig machen.


    (Dieses war der zweite Streich. Als nächstes muss ich mir überlegen, wie ich die Vorteile maximieren und die Nachteile minimieren kann).

    Ich wage mich mal daran, meine grundlegenden Überlegungen zu Papier (bzw auf den Bildschirm) zu bringen, ohne dabei allzu sehr ins Detail zu gehen, da ich hier leider nicht ganz anonym schreiben kann und ich nicht will, dass diese Informationen gegen mein Team verwendet werden.


    Die Gretchenfrage meiner Meinung nach, lautet:


    In welcher Situation fühlt sich der gemeine Kreisklassespieler (der Einfachheit halber nenne ich mal alle unterklassigen Spieler so) so richtig unwohl?


    Die Antwort darauf, lautet eindeutig: Wenn er weder Zeit noch Raum hat!


    Ich wage mal die gewagte These, dass nahezu jeder Kreisklassespieler einen halbwegs geraden Pass spielen kann, solange er genügend Zeit dazu hat. Setzt man ihn allerdings unter Zeit- und Raumdruck, trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Spieler, die den Ball unter Druck behaupten und sinnvoll verarbeiten können, reduziert sich entweder auf die Legionäre, oder auf die rar gesähten Talente.


    Das bedeutet für mich, dass der erste Grundgedanke (oder für die Hobbyguardiolas das oberste Defensivprinzip ;)) folgendermaßen lauten sollte:


    Setze den Gegner (vor allem die schwachen Spieler) PERMANENT unter Druck!


    ... und zwar unabhängig davon, ob der Gegner insgesamt etwas besser, oder schwächer einzuordnen ist.


    Diese erste Erkenntnis klingt zunächst etwas nichtssagend, ist aber unheimlich wichtig für die weiteren Überlegungen die auf dieser ersten Grundidee aufbauen.



    (Das war jetzt mal der erste einleitende Teil. Sobald ich Zeit habe werde ich diesen Beitrag ergänzen.)

    Habe den Threat hier grad wiedergefunden....finde das super spannend und komisch, dass es quasi keine Beiträge gibt :/


    Rückfrage zu folgendem Satz:

    Sind die üblichen Unterschiede gemeint? Also der eine Platz ist 2m länger als der andere (oder auch mal etwas mehr) oder wird teilweise quer in einer Spielfeldhälfte gespielt?

    Tut mir echt leid. Habe den Thread eröffnet und dann vollkommen aus den Augen verloren. Thema finde ich aber auch noch immer höchst interessant. Werde meine Gedanken dazu in den nächsten Tagen mal posten.


    Mit Größenunterschied sind die üblichen Unterschiede gemeint. Allerdings ist die Toleranz bei uns ein wenig mehr als 2m. Würde eher bis zu 15m sagen. Wir spielen aber natürlich, alle Spiele Großfeld.

    Aber über Tipps zu folgenden Situationen würde ich mich freuen:

    Nichterscheinen zum Spiel und Training (ohne Absage)
    Kurzfristige Absage zum Spiel und Training (bis etwa 10 Min vor Beginn)
    Keine Rückmeldungen nach Bitte zur Mithilfe bei Turnieren und co.
    Unregelmäßiges Bringen der Kinder zu Terminen

    Irgendwann mal ist dann der Punkt erreicht, wo nur mehr ein Schuss vor den Bug hilft. Ich selbst hasse das zwar, weil ich Konflikte normalerweise deeskalierend zu lösen versuche, aber kein Trainer hat es notwendig sich von Eltern und/oder Spielern verarschen zu lassen.

    Nichterscheinen zum Spiel und Training hat beim nächsten Spiel und Training Nichtberücksichtigung zur Folge.


    Kurzfristige Absage muss immer einen (driftigen) Grund haben. Da war mir immer Ehrlichkeit wichtig. Ich bin der Meinung, dass jedes Kind auch mal keine Lust haben darf. Kommt das zweimal im Jahr vor ist alles in Ordunung. Ist das jede zweite Woche sollte man das Gespräch suchen, ob nicht ein anderes Hobby geeigneter wäre.

    Mithilfe bei Turnieren ist so eine Sache. Man kann niemanden dazu zwingen. Solche Turniere haben ja aber auch irgendwelche Benefits zur Folge die man dann verwehren könnte.

    Das stimmt so nicht ganz. Viele Eltern haben mir im eigentlichen Sinne gedankt und ich habe mich über jedes einzelne "Danke" sehr gefreut. Bei den Spielern wird man selten das Wort Danke hören, aber wenn man genau hinsieht und hinhört, zeigt sich Dankbarkeit in vielen anderen Formen.

    Die Herangehensweise finde ich ziemlich raffiniert, da der Spieler hier selbst zum Denken und erkennen angeregt wird. Stumpfes Hinweisen löst die Situation, aber die Spieler verlassen sich dann zu sehr darauf. Fragestellungen erfordern Nachdenken und eigenständiges Antworten finden.

    Genau so ist es. Horst Wein sei Dank ;)


    Ich habe das unheimlich gerne bei meiner damaligen U10 angewandt. Die Neulinge die Verteidiger spielten, standen hinten rum, wenn der Ball vorne war. Mein Credo war immer, dass sich jeder Spieler entweder selbst am Ball ist, sich zum Pass anbietet, oder einen etwaigen Gegenangriff absichert. Wenn ein Spieler hinten rum stand, obwohl kein Gegenspieler weit und breit, reichte meist eine kurze Frage wo denn der Gegenspieler sei und der Verteidiger war schon untwerwegs nach vorne.

    Das Kind auf einen Gegenspieler aus dem Rückraum (von hinten) zu warnen etc soltle erlaubt sein

    Natürlich ist das erlaubt. Noch besser fände ich Fragen zu stellen. Z.B.: Wo ist dein Gegenspieler? Gibt es einen Raum, der nicht abgesichert ist? Hast du etwas/jemanden vergessen?

    Natürlich dem Alter und dem Entwicklungsstand entsprechend. Fragen deshalb, weil sich dadurch früher oder später dieses Verhalten von selbst einstellt. Hinweise würde ich deshalb vermeiden, weil sich dann manche Spieler drauf verlassen von dir sowieso daran "erinnert" zu werden.

    Ohne das Handeln der "Angreifer" in Schutz nehmen zu wollen, möchte ich darauf hinweisen, dass Mobbing wiederholtes und regelmäßiges Schikanieren ist.


    In diesem Fall handelt es sich (so weit ich das beurteilen kann) um einen völlig unangebrachten Blödsinn im Kopf von Jugendlichen. Gerade in diesem Alter ist ja alles was mit Körper und Nacktheit zu tun hat spannend, ekelerregend und unheimlich lustig zu gleich.


    Ich würde versuchen, dass richtige Mittelmaß zu finden. Weder überbewerten noch bagatellisieren. So wie Trainer E es oben gut beschrieben hat, gehört so etwas aufgearbeitet, ohne die Betroffenen bloß zu stellen.

    Wie im "Tagebuch Kreisliga" Thread angekündigt ( Tagebuch Kreisliga U17 ) würde ich hier gerne eine eigene Diskussion eröffnen in der mögliche Strategien, Formationen, Taktiken, Pressingzonen usw auf "niedrigem" Niveau besprochen werden.


    Meine Referenz ist die 2.Klasse in Österreich (niedrigste Spielklasse(8. Spielklasse)). Ich weiß leider nicht genau, wie sich unsere 2.Klasse mit der Kreisliga in Deutschland vergleichen lässt. Dazu möchte ich ein paar "Daten" bekannt geben um das eventuell Richtung in Relation stellen zu können.


    Mittlerweile spielt fast jedes Team mit mindestens 2 Legionären (meist Ausländer die nur zum Spieltag erscheinen, früher höherklassig gespielt haben und dabei je nach Können 75 bis 300€ pro Spiel kassieren). Diese Legionäre besetzen meistens die Zentrale Achse (ZM, ST und bei drittem IV oder TW).


    Die restlichen Spieler trainieren teilweise recht ambitioniert (je nach Verein 2 bis 3mal pro Woche) und "verdienen" ein Taschengeld nebenbei (geringes Fixum und/oder geringe Punkteprämie). Trainiert werden sie dabei von Trainern aller "Ausbildungsstufen". In unserer Liga ist vom Quereinsteiger (ehemaliger Spieler) bis zum A-Lizenz Trainer alles zu finden.


    Die Spielfelder selbst sind von der Größe und Qualität sehr unterschiedlich.


    Ich glaube, dass ziemlich viele von euch Erfahrungen in ähnlichen Situationen (z.B. U17 mit drei herausragenden Spielern würde auf das Selbe hinauslaufen) gemacht haben. Ich halte mich mal anfangs ganz bewusst mit meinen Erfahrungen zurück und würde gerne wissen, mit welchen Herangehensweisen ihr erfolgreich wart, was nicht funktioniert hat und welche interessante Beobachtungen ihr gemacht habt.

    Vorschlag zur Güte:


    Wir belassen es in diesem Thread dabei und lassen Taktiker_95 sein Tagebuch weiter führen und ich mache in den nächsten Tagen einen eigenen Thread (Thema Angriffspressing/MF Pressing vs spielschwache Gegner).


    Coach31 Ich nehme dann auch Bezug auf deine Aussagen von #124. Würde mich freuen, wenn wir uns da noch ein bisschen fetzen (im positiven Sinne) könnten. Ich glaube, dass ich da für mich einen großen Mehrwert rausholen kann. Leider habe ich jetzt keine Zeit mehr.


    Bis bald

    Wichtig ist, dass man Sätze so ließt und so versteht, wie sie da stehen und nichts hineininterpretiert.

    Nur weil du einen Gedanken hast, heißt das noch lange nicht, dass du ihn verständlich weitergibst. Auf konkrete Fragen von meiner Seite nimmst du dann aber keinen Bezug. Wenn ich zB folgende Aussage von dir wortwörtlich hernehme muss ich sagen, dass sie so einfach nicht korrekt ist.

    Dazu haben die beiden IV im Zentrum keine Absicherung.


    Das stimmt einfach nicht. Genauso wenig wie es stimmt, dass ich bei einer Dreierkette Absicherung hab und Viererkette nicht.

    Mir geht es hier nicht darum, ist die Dreierkette oder die Viererkette besser oder was steht in einem Buch wie sie, im Idealfall, funktioniert.

    Mir auch nicht. Aber grundsätzlich zu sagen, dass Dreierkette funktioniert und Viererkette nicht, obwohl die Abläufe die selben sind, nämlich die des ballorientierten Verteidigens, ist für mich vollkommen unlogisch. Unabhängig davon, ob ich sie lehrbuchmäßig ausführe oder nicht.

    Sondern ich schreibe hier meine Erfahrungen rein, die ich über all die Jahre gemacht und gesehen habe.

    Wenn jemand das anders sieht, dann soll er das und er kann machen was er will,

    aber einfach sagen: Nee, Angriffspressing klappt ohnehin nicht... Ist, sorry, einfach eine unqualifizierte Aussage. Weil es einfach falsch ist.

    Und zu sagen Viererkette funktioniert sowieso nicht, Mittelfeldpressing funktioniert sowieso nicht ist qualifiziert?

    Außerdem habe ich begründet, warum ich Angriffspressing gegen spielschwache Gegner (nicht die die versuchen flach aufzubauen, sondern diejenigen die sowieso hoch abschlagen) nicht spielen würde. Wenn jemand das anders sieht, dann soll er das und er kann machen was er will. (Ich liebe solche Totschlagargumente, die jede fruchtbare Konversation zu Nichte machen).

    Ich sage jetzt nicht, dass du das so sagst, aber du erzählst auch was von: Aber dann sind doch nicht so viele Spieler hinter dem Ball und die guten Jungs vom Gegner bekommen den Ball ja dann... Usw


    Der andere Kollege sagt: Nee, das klappt nicht, weil die Hälfte des Teams nicht aufrückt usw.

    So sieht deine Argumentation aus? "Ich sage nicht dass du das sagst, aber du sagst."


    Wie gesagt, nicht zu arrogant oder engstirnig an die Sache ran gehen.

    Das ist eines meiner großen Probleme, wo ich mich selbst immer wieder an der Nase nehmen muss. Das ist aber allgemein ein Problem bei Trainern. Vmtl weil jeder seine Idee vom Fußball auch ein Stück weit verteidigt.


    Sowohl Angriffspressing, als auch MF Pressing haben seine Daseinsberechtigung (oder von mir aus auch Abwehrpressing). Wenn ich mir aber Gedanken machen warum Angriffspressing gegen Mannschaften die den Ball sowieso hoch abschlagen (auch ohne Druck) nicht sinnvoll ist und du diese Gedanken mit "das sind meine Erfahrungen friss oder stirb" abtust, frage ich mich, wer von uns beiden der engstirnigere ist. Um das nochmal zu verdeutlichen: Ich bin absolut nicht gegen Angriffspressing. Ich hätte auch gerne noch ein paar Argumente von dir gehört die dafür sprechen. Nur dass es deine Erfahrungen sind hilft mir nicht weiter.


    Auch ich und "der andere Kollege" (wie du ihn nennst) haben bereits Erfahrungen gemacht und dir geschildert. Nur weil sie sich von deinen Erfahrungen unterscheiden bedeutet das noch lange nicht, dass sie weniger Wert sind.

    Apropos meine Frau:


    Meine Frau ist Meisterschaftsreferentin und somit für die Einteilung der Spiele und die Einhaltung der Rahmenbedingungen in unserem Bezirk für den Kinderfußball zuständig. Sie hat das Lied bei der gestrigen Sitzung dem restlichen Vorstand vorgespielt. Kam gut an. Tantiemen überweist dann der Fußballverband.