Beiträge von holzi

    Bei den (zugegeben: wenigen) Hallenturnieren, die wir diese Saison bestritten haben, konnte ich eine recht entspannte Atmosphäre beobachten.

    Das kann ich für unseren 2011er Jahrgang zumindest tendenziell bestätigen. Gestern funinho-Turnier: Turnierleitung macht vor Beginn klar, dass es keine Pokale gibt und man auch keine Platzierungen auszeichnet. Das machte es dann entspannter, vor allem die Eltern auf den Tribünen kamen gar nicht hinterher, weil es so viele Spiele waren und niemand so Recht Interesse an den Ergebnissen hatte (blöd, dass dann trotzdem im Netz die Ergebnisse auftauchten).


    Was allerdings offensichtlich nie aussterben wird, sind die "ehrgeizigen" Trainer am rand. Ich stelle fest, dass es halt jetzt beim funinho die Anweisungen von außen gibt, die zum Erfolg führen. "Ergebniserfolg" wird also immer eine Rolle spielen. Aber das große Gebrüll früherer Jahre gibt es nicht mehr. Läuft jetzt etwas subtiler ab. Die total coolen Trainer, die ihre Kinder einfach machen lassen, gibt es eher selten. Am coolsten war noch der Betreuer des Bundesliga-Teams, welches sich ebenfalls die Ehre gab. Der hat seinen Spielern hin und wieder einen kleinen Tipp gegeben. Aber vielleicht lebt es sich auch einfach entspannter, wenn man eh alles gewinnt :)

    Ich muss da auch mal meinen Senf abgeben.


    Wir sind recht ruhige Betreuer in einer (nun älteren) F-Jugend, unsere Eltern sind die coolsten überhaupt (ruhig). Bei den Spielen gibt es auf Gegnerseite die unterschiedlichsten Eltern- und Trainergemeinschaften. Z. T. geht es sehr laut und gestresst zu wie in dem von Dir Goodie beschriebenen Fall, zum Teil sind es aber auch sehr ruhige Spiele (was dann manchmal einem "Abarbeiten" nahe kommt).


    Gestern abend (17:30 Uhr bei Flutlicht ist für 8-jährige auch mal ein Highlight) war es mal wieder teilweise recht laut (gegnerische Trainer wie auch Eltern). Während des Spiels habe ich mich sehr geärgert über die zum Teil dämlichen Anfeuerungen der gegnerischen Trainer (lautstarke Anrede an Spieler: warum machst Du das??? Warum spielt Ihr heute so schlecht?? Waaaarum??? Breit maachen!!!). Das Spiel war sehr spannend und stand auf des Messers Schneide. Beim Stand von 1:1 ging ein gegnerischer Spieler in unserem Strafraum zu Boden, die gegnerischen Eltern flippten in der Elternzone schier aus. Es gab keinen Strafstoß (Fair Play), die gegnerischen Trainer akzeptierten das. Buhrufe aus der Elternecke. Der Gegner ging danach mit 2 Toren in Führung, die gegnerischen Eltern rasteten aus (diesmal vor Freude!). Ich persönlich kann nicht verhehlen, dass ich das in diesem Moment als total aggressiv empfand. Unsere Kinder waren kurze Zeit verunsichert, das merkte man. Am Ende ging das Spiel aber nur 3:4 verloren. Wir Trainer waren trotz einiger schlafmütziger Fehler unserer Kinder im Ergebnis total zufrieden. Gegen einen starken Gegner war das vollkommen ok. Da es nicht das erste Mal war, dass es laut zuging, finden unsere Kinder das zwar doof, regen sich aber nicht darüber auf.


    Nach dem Spiel kam ein gegnerischer Vater an unserer Kabine vorbei und ich sprach ihn darauf an, dass es ja ganz schön laut war. Er meinte, es war ein tolles Spiel und die (gegnerischen) Eltern würden sich selbst manchmal ärgern, dass sie so engagiert mitgehen. Er war total nett und auch mit den Trainern war es soweit ok.


    Fazit: Fußball oder Sport überhaupt lebt auch von "Mitfiebern", "Mitgehen" und "nicht nett sein". Und auch lautstarke Trainer müssen ja - selbst wenn sie nicht kinderfußballgerechte und dämliche Anweisungen geben - nicht durchweg Vollidioten sein. Mich haben die Gegentreffer und der unnötige Rückstand extrem geärgert und deshalb hat mich natürlich in dem Moment auch das gegnerische Gejohle maßlos geärgert. Ist aber eher mein Problem.

    Bennoah

    Das Wichtigste ist doch in der Tat, dass Dein Sohn Spaß hat, dabei bleibt und Ihr noch einige Zeit als Duo gemeinsam Zeit verbringen könnt.


    Ich habe vor 3 1/2 Jahren Bambini übernommen, weil mein Sohn unbedingt Fußball spielen sollte (das war mein Wunsch). Ich war zwei Jahre lang sehr unsicher,ob er Lust hat und in den letzten Bambinimonaten wurde eigentlich klar, dass er eigentlich keine Lust hat, Fußball zu spielen. Ich hätte notfalls - ein bisschen aus Pflichtgefühl - auch ohne ihn die Kinder in der F übernommen (und habe mir sozusagen familiär das okay geholt).


    Aber wie durch ein Wunder hat er seit letztem Sommer in der F-Jugend angefangen, Spaß zu finden. Eigentlich war es eher Zufall in den Sommerferien, wie er selbst sagt.


    Wie Dein Sohn ist er in einer großen Zahl von wirklich richtig gut entwickelten Kinder eher in der 2. Hälfte anzusiedeln. Wir haben bestimmt 4 oder 5, die locker in Leistungsteams mithalten können und auch angefragt wurden.


    Aber weil sich unsere Kinder nach dem hier vertretenen KiFu entwickeln können, ist alles megaentspannt. Es haben sich Freundschaften entwickelt und die meisten Eltern sind glücklich, keinen Leistungsstress zu haben.


    Mein Sohn hat gestern tatsächlich sein erstes Tor geschossen (gehört eigentlich in den Freude-Thread) und ich denke, er entwickelt langsam richtig Spaß. Er ist kein Überflieger, aber es passt schon. Wir haben etwa 20 - 25 Kinder Jahrgang 2011 und wenn wir nach Leistung einteilen würden, hätten wir ab Sommer eine richtig gute Mannschaft und eine zumindest passable Mannschaft (in der dann mein Sohn spielen würde). Wollen wir das in der F so aufteilen? Ich denke Nein. Wir werden sie von Woche zu Woche etwa gleich aufteilen und sie machen lassen. In der F ist es meines Erachtens Schwachsinn, nach Leistung einzuteilen.


    Zurück zum Thema Talente. Wir haben sehr sehr gut entwickelte Kinder. Aber ich bin mir sicher,dass man in der jungen F keine Aussage treffen kann über die Entwicklung der Kinder,außer dass sie aktuell gute, sehr gute oder aber auch aktuell schwächere Fußballer sind. Warum ist das eigentlich so wichtig, einschätzen zu wollen, wie sich Kinder fußballerisch zukünftig entwickeln werden?

    Mein Tipp wäre: Bleibt solchen Turnieren und auch dem Spielbetrieb fern und nutzt die Zeit mit den Kindern sinnvoll. Selbst FUNiño ist hier nicht zielführend.

    Dem kann ich nur zustimmen. Wenn Turnierbetrieb, dann nur mit der Einstellung von A(ni)mateur


    Bei Kindern des Jahrgangs 2013 wird man doch kaum Kinder dabei haben, die "Fußball spielen". Wenn die Teilnahme an Turnieren eine reine Zusatzmöglichkeit ist, damit die Kinder sich sportlich/spielerisch betätigen können, ist es - mit entsprechenden Rahmenbedingungen - natürlich auch nicht schädlich. Aber steht der Vorteil in einem gesunden Verhältnis zum Aufwand? Frustriert man damit nicht auch ein wenig die Elternschaft, die ja möglicherweise auch erkennt, dass die Kinder überfordert sind?

    Und noch etwas: Man wird als Trainer angesichts frustrierender Turniererlebnisse versucht sein, in das Spiel der Kinder einzugreifen, um gegebenenfalls die Ergebnisse freundlicher zu gestalten. Ob das der Entwicklung zuträglich ist? Schwierig....


    Auf strenge Positionen solltest Du - auch wenn es schwer fällt - noch einige Jahre verzichten;)

    Powerzwergenpapa

    Die Ansage "Kopf hoch" mit anderen Anweisungen gleichzustellen halte ich für falsch.

    Sie soll doch lediglich dem Spieler dazu animieren sich mit seiner Umgebung zu befassen und ihm nicht die Entscheidung abnehmen.

    Ich - Betreuer einer jungen F-Jugend - ertappe mich selbst hin und wieder (selten) dabei, "Kopf hoch" oder ähnliches zu sagen. Es ist schon so, dass man damit erreichen möchte, dass ein individuell starker Spieler andere Lösungen sucht als sich durchzuspielen. Es ist einfach so, dass sich Spieler sehr viel zutrauen und dabei den Ball verlieren, oder dass man als Betreuer möchte, dass sie Mitspieler oder freie Räume wahrnehmen. Es ist mitunter extrem, wie solche Kinder ein Spiel dominieren.


    Und trotzdem stimme ich Powerzwergenpapa zu, dass man alle Kinder einfach machen lassen sollte und sie animieren sollte, ihre eigenen Lösungen zu finden. So entwickeln sich unterschiedlichste Spielertypen mit ganz unterschiedlichen Stärken.


    Dass trotzdem alle Kinder die gleichen Inhalte lernen, erreicht man über das Training.

    Dass Kinder nie den Ball hergeben wollen, ist eine sehr weitgehende Formulierung.


    Ich denke, Powerzwergenpapa ist der Auffassung, dass Kinder in jungen Jahren den Gedanken haben sollten, den Ball zu haben und damit etwas anfangen zu wollen. Erstes Ausbildungsziel sollte doch sein, dass die Kinder sich gut bewegen (ist natürlich jetzt sehr pauschal) und mit dem Ball etwas anfangen können. Das fängt bei der Ballannahme oder auch Ballaufnahme an und beinhaltet dann den Umgang mit dem Ball. Das kann alles sein, aber je länger und je besser ein Kind etwas mit dem Ball anfangen kann, umso besser. Das in Verbindung mit der Verbesserung von Beweglichkeit, koordinativen Fähigkeiten, Schnelligkeit ist ein sportlicher Inhalt in den ersten Jahren und da gehört meines Erachtens die F-Jugend eindeutig dazu.


    Wenn ich meine Bambini (2011) sehe, und das sind pro Training immer 15 - 20 Kinder, dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ab Sommer andere Inhalte auf dem Programm stehen. Damit will ich auf keinen Fall behaupten, dass die Kinder nicht schon überwiegend gut unterwegs sind (im Gegenteil: ein Kind, welches ich zwar entwicklungstechnisch im 1. Drittel ansiedeln würde, aber nicht als bestentwickeltes Kind bezeichnen würde, wechselt trotz aller diskutierten Bedenken zum hiesigen Bundesligisten, bei einem andere könnte das passieren). Aber zum einen benötigen andere Kinder noch erhebliche Zeit, um das erste Ausbildungsziel zu absolvieren, und zum anderen ist es so, dass die gut entwickelten Kinder es lieben, den Ball zu haben, zu dribbeln und Tore zu schießen.


    Und ja, ich sehe bei nahezu keinem Kind das große Bedürfnis, den Ball an einen Mitspieler abzugeben und wenn, dann nur, weil es in der Tat Angst haben muss, den Ball zu verlieren. Dieses Kind lobe ich nicht, sondern versuche, es zu motivieren, selbst etwas mit dem Ball anzufangen. Wirklich tolle Pässe, bei denen erkennbar ist, dass der Abspieler einen Vorteil für das Spiel sieht, gibt es mittlerweile schon auch.


    Ist es also wirklich so, dass der Ball dann in der F zirkulieren soll? Mit viel Fantasie könnte ich mir das für einen älteren Jahrgang vorstellen. Aber wenn ich manche E-Jugenden sehe, denke ich, auch da sollten andere Schwerpunkte gesetzt werden.

    Aus einer homepage eines lokalen Vereins kopiert:


    "Fußball spielen macht Spaß!

    Auf dem ……. waren heute die U6-Mannschaften vom ….. und der …. zu Gast. Unsere Gäste bildeten auch jeweils zwei Teams und spielten gegen unsere U6 und U5 jeweils zwei Spiele. Dabei viel es unseren Kindern der U6 wesentlich leichter heute zu bestehen als unserer U5. Man merkte unseren "Großen" schon an, dass sie in Spielen vorher, dass "Lehrgeld" gezahlt haben, was heute besonders in den beiden ersten Partien unsere ganz Kleinen bezahlen durften. Trotzdem hat es allen Kindern Spaß gemacht, was ja das wichtigste ist. Und alle Kinder freuen sich schon auf das nächste Mal!"


    Wenn eine U5-Mannschaft (also 4-jährige) Lehrgeld bezahlen kann, dann müssen wir nicht mehr diskutieren, ob F-Jugendliche mit Niederlagen zurechtkommen.

    Es ist wirklich bedauerlich, dass es bei vielen immer um was gehen muss. Denn Kindern genügt in der Regel der Wettkampf an sich. Wobei ich onkel1978 auch recht geben muss : bei uns wollen die Kinder ab F alt auch keine Medaillen mehr, wenn jeder das selbe bekommt. Das schnallen die. Aber, hey, ohne Medaillen und ohne Startgeld ist genauso ok. Weniger Arbeit, der selbe Spaß. Aber den Schritt hin zu unterschiedlich großen pokalen sehe ich darin nicht begründet.

    Ich würde sagen, dass sich sogar meine Bambini von Medaillen nicht mehr beeindrucken lassen, weil sie die massenhaft zu Hause haben. Vor ein paar Jahren kam mal die pädagogische Idee auf, dass doch die Kinder traurig sind, wenn andere Kinder Medaillen bekommen. Seither bekommen alle Kinder Medaillen. Nunja, man muss nicht jede "pädagogisch" wertvolle Idee aufgreifen. Das Ende vom Lied ist, dass nun halt jedes Kind teilnahmslos die Medaille entgegennimmt. Kann man sich schenken.


    Ich bin aber auch kein erklärter Gegner von Turnieren, wo Plätze bis einschließlich goldene Ananas ausgespielt werden. Wenn man ein Team hat, welches grundsätzlich gut mithalten kann, ist das doch egal. Wenn nicht, würde ich mir solche Turniere aus "Ego-Gründen" nicht antun. Wichtig ist ansonsten doch nur, dass wir als Betreuer auch bei "Champions-League-Turnieren" stark bleiben und uns das Gewinnenwollen nicht von anderen Zielen/Aufgaben abhalten darf (alle spielen, kein sinnloses Kommentieren, kein Verlangen von Zielen, die nicht zur Altersklasse gehören usw. usw.). Wenn wir Betreuer das hinbekommen, ist doch alles gut, auch wenn wir nicht den großen Pokal bekommen. Die Kinder schauen in aller Regel auf uns Betreuer und was wir machen, ist immer richtig und gut. Wenn wir sagen, Pokal ist nicht wichtig, die vergammeln im Vereinszimmer usw. usw. haben die gar keine Lust auf die ach so tollen Pokale :);)


    Ich denke mir, dass sich das dann mit zunehmendem Alter verschieben wird.

    Powerzwergenpapa

    So wie Du es beschreibst, wünsche ich mir die Entwicklung meiner jetzigen 2011er in der kommenden Spielzeit. Klasse Darstellung, sehr konsequent.


    Ich könnte mir aber als Kehrseite der Medaille sehr gut vorstellen, dass Eure Kinder von großen Vereinen “entdeckt“ werden?

    Hab ich ja so auch nicht gesagt. Ich habe geschrieben: Wenn man 2-3 Kinder hat, die es können sieht man Doppelpässe.


    Jetzt an Ende der Saison, vorallem wenn man gegen ältere spielt ist das jedenfalls keine Seltenheit mehr.

    Da hatte ich Dich mit dem Satz


    "Für mich steht fest: es gibt bei den 2010ern aus fast allen Kategorien Kinder. Fummler ebenso wie welche, die schon sinnvoll abspielen."


    wohl falsch verstanden. Klar gibt es Teams, wo mehrere Kinder des Jahrgangs 2010 "miteinander spielen". Bei uns wäre das ohne massive Beeinflussung durch uns und entsprechendes Zeitinvestment in Trainingseinheiten nicht möglich.

    Ich selbst betreue in unserem Verein einen 2011er Jahrgang, am Freitag habe ich ein Training der 2010er unseres Vereins beobachtet, die auf einem Feld funinho spielten und auf einem anderen Feld ein Trainingsspiel gegen 2011er eines "leistungsorientierten" Vereins bestritten. Mit meinen 2011ern hatten wir am Wochenende zwei Turniere, wobei wir unsere Kinder in zwei Teams aufteilten.


    Ich kann also für das Wochenende sozusagen von allen 2010ern und 2011ern berichten.


    Ich möchte Powerzwergenpapa nahezu 100 % beipflichten. Es gibt einen Spieler von ca. 3o Kindern unseres Vereins aus den Jahrgängen 2010 und 2011, der mehrfach sinnvoll im Sinne eines Passpiels abgespielt hat. Das ist ein Junge des Jahrgangs 2011, der sozusagen schon als Baby von seinen älteren Brüdern zum Passpiel motiviert/genötigt/gezwungen wurde (bei den Brüdern wollen wir mal nicht so kritisch sein, da sie die "DFB-Altermerkmale" nicht kennen müssen). Er ist eine Ausnahme.


    Ansonsten ergaben sich bei 2010ern und 2011ern durchaus mal Abspiele oder - wie ich meine - Zufälle, die wie "Passspiel" aussahen; aber in den allermeisten Fällen versuchten die Kinder, sich "durchzutanken". Je mehr Zug zum Tor und je schneller umso besser. Wie schon Ersatzbank treffend formulierte befinden sich die Kinder gerade in einer Phase, wo sie nicht mehr Opfer des Balls sind, sondern etwas damit anfangen wollen und können (Zug zum Tor, Erkennen, wo Platz ist, Berücksichtigung, wo Tor steht usw.). Und auch beim funinho der 2010er war es in aller Regel ein Solo oder schlicht Schnelligkeit, was zum Torerfolg führt.


    Das, was Goodie meint, dass man schon einige Kinder im Jahrgang 2010 hat, die sinnvoll abspielen, kann ich so für uns nicht bestätigen.


    Hast Du nicht die Befürchtung, dass Eltern auf Dich zukommen und Dich - weil es so schön war - bitten, mal wieder so zu spielen, dass man gewinnt?;)


    Finde Deine Herangehensweise aber genau richtig!! Wir lassen auch unsere Bambini durchgehend frei spielen und bitten höchstens mal darum, dass einer der Schnelleren auch mal nach hinten schaut. Die Kinder entwickeln sich sensationell und spielen auch Stressturniere ohne Probleme. Wichtig ist tatsächlich, dass sie auf dem Platz das tun dürfen, was sie wollen. Dass die Mannschaft gewinnt, die mehr Tore schießt, als sie erhält, haben alle gut verstanden.


    Entscheidend ist meines Erachtens in jungen Jahren nicht, ob der Gegner mit festgelegten Positionen oder festen Verteidigern spielt. Das ist nahezu unerheblich. Schwächere Kinder, die Verteidiger sind, haben gegen unsere besten Kinder wenig Chancen (was nichts mit unserem Training zu tun hat, sondern mit den Kindern). Passspiel spielt sowieso keine Rolle.


    Entscheidend ist, ob der jeweilige Gegner gute Kinder in seinen eigenen Reihen hat, die zudem schon länger (zusammen)spielen. Gegen diese Mannschaften, wo zudem immer nur die Besten spielen (und bestenfalls ein "Quotenpaul"), verliert man halt. Auch hoch. Kein Problem.

    In F und E langt doch zumindest im Grundsatz, was Fantomas oben geschrieben hat. Auch da steht doch die individuelle Entwicklung (mit leiser Heranführung an Individualtaktik) im Vordergrund...

    Dass Fußball ein Bewegungs- und Mannschaftssport ist, vermitteln wir schon den Kleinsten. Wer sich nicht bewegen will, obwohl er es könnte, kriegt eine aufmunternde Belehrung außerhalb des Spielfeldes. Ich denke, das ist im Kinderfußball zulässig und nötig. Ball verlieren ist natürlich ausdrücklich erlaubt, aber zu versuchen, ihn wieder zu bekommen, auch.


    Es gibt in der Tat Kinder, denen das (scheinbar) egal ist. Da muss man halt herausfinden, ob sie den Fußball als Sport auch mögen.

    Skriwer

    Wie man halt passen und schießen unterscheidet. Ein Pass zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Ball beim Mitspieler oder in seiner Nähe so ankommt, dass der Mitspieler ihn verarbeiten kann (egal, ob sinnvoll oder nicht). Bei einem Schuss ist das nicht beabsichtigt. In diesem Sinne können einige ältere Babini passen, vielleicht auch nur zufällig. Bei vielen Bambini ist die Unterscheidung in der Tat nicht erkennbar, was aber völlig ok ist...

    Der Hinweis, jeweils zu hinterfragen, warum ein Pass gespielt wurde, ist sicherlich sehr gut.


    Bei dem Turnier gestern gab es ein paar Zuspiele, durch die ein Spieler den Ball weg von der Traube zu einem (derzeit) unbedrängten Spieler brachte, was ja denke ich schon ok ist. Und es gab eine Situation, wo sich ein Mitspieler hinter zwei oder drei Gegnern Richtung Tor in den freien Raum bewegte und der Zuspieler an diesen Gegnern den Ball vorbei in den Lauf spielte. Aber das (sowohl seitens des sich freilaufenden Spieler wie auch seitens des Passggebers) war ein singuläres Ereignis, so dass ich von Zufall ausgehen möchte. Freilaufen ist ansonsten bislang kein Thema, weil ja noch kein Zuspiel zu erwarten ist.

    Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,


    wir haben mit unseren Bambini nach der Herbstturnierrunde im Winter einige Hallenturniere bestritten. Da wir recht viele Kinder im Jahrgang 2011 haben (17), konnten wir die Kinder schön aufteilen. Alle hatten - soweit gesund und interessiert - ausreichend und nahezu gleiche Spielanteile. Obwohl es teilweise laut und hektisch zuging und Ergebnisse sehr wohl eine Rolle spielten, haben unsere Kinder das sehr gut gemeistert. Aufgrund der jeweils ausgewogenen Mischung unserer Mannschaft konnten sie durchweg gut mithalten. Die Verbandsturniere waren so organisiert, dass man auf etwa gleich starke Teams traf. Alles in allem sind wir überaus zufrieden mit der Entwicklung.


    Mir ist gestern bei einem Turnier (wie auch schon bei Tunieren zuvor, wenn auch nicht so stark) aufgefallen, dass die Kinder anfangen , sich den Ball zuspielen. Das sind überwiegend keine Zuspiele, die Situationsvorteile bringen, aber hin und wieder sind die sogar richtig gut (in die Tiefe, kein Witz). Wir Betreuer sind Befürworter der Idee, dass über allem die persönliche individuelle Entwicklung der Kinder mit Ball am Fuß (dribbelnd und schießend) steht. Im Training unterbrechen wir bei sinnfreiem Passspiel des Öfteren und motivieren die Kinder dazu, selbst mit dem Ball nach vorne zu gehen, zu dribbeln usw...


    In einem Turnier sind Einwirkungsmöglichkeiten nicht so da. Deshalb wurde es bei dem gestrigen Turnier zusehends mehr "Passspiel". Nun sind (Gott sei Dank?) Winterferien. Wir wollen die Kinder danach wieder vermehrt zu eigenen Aktionen mit Ball motivieren. Und dann wird es zur Glaubensfrage kommen: sollen wir das Passspiel "abtrainieren"? Klar werden wir ihnen mitteilen, dass blinde Pässe nicht so toll und in die Mitte des eigenen Feldes überdies gefährlich sind. Aber sollen wir grundsätzlich Zuspiele untersagen? Auch wenn gestern der Sinn überwiegend nicht erkennbar war, so zeigt es doch, dass die Kinder andere Wege des Spiels für sich entdecken. Und wäre es nicht richtig, sie machen zu lassen und selbst erkennen lassen, dass manche Zuspiele unklug und gefährlich sind, andere Zuspiele aber schon ok? Ich war fast geneigt, manchmal reinzubrüllen, dass sie endlich aufhören sollen zu passen. Das habe ich natürlich gelassen wie überhaupt die Turniere gut gezeigt haben, dass man sich nahezu jedes "Hineinrufen" sparen kann. Kurioserweise zeigte sich, dass die Zuspiele mit der Zeit etwas "sicherer" wurden.


    Wir werden wie immer einen gesunden "Mittelweg" finden, aber Eure Meinung würde uns interessieren.

    Wenn es festgefahrene Verhaltensmuster sind, hat man viel Arbeit.


    Denn man muss ja dann den Weg finden, die Kinder davon zu überzeugen, dass ein bestimmtes Verhalten geändert werden soll. Und dann müssten sie ja noch die Alternativen kennenlernen und anwenden.


    Um beim Beispiel zu bleiben, müsste man den Kindern, die hinter andere Kinder laufen, den Deckungsschatten erklären. Schwierig in der F-Jugend! Wenn es nur darum geht, das "hier, hier"-Rufen zu unterbinden: Bei den G-Junioren erklären wir, dass das Rufen 1. aussichtslos ist, 2. dass die Gegenspieler das auch sehen/hören und 3. dass es abgesehen davon auch nervt. Alternativ empfehlen wir, den Arm zu heben:). Hat genausowenig Effekt, nervt aber nicht.


    Was die Dribbler angeht: es dauert sicher ein wenig, bis Kinder erkennen und umsetzen, dass es weitere Optionen gibt. Aber meistens lernen sie es dadurch, dass sie immer wieder scheitern.

    Heute beim Hallenspieltag kam ein Vater einer gegnerischen Mannschaft zu mir. Er sprach mich beim warm machen an, ob ich nicht mal seinen Sohn beobachten könne. Er würde wohl mit seinem Sohn wechseln wollen, weil er als Vater und ehemaliger Sportler höhere Ansprüche habe. Sein Sohn würde in seinem jetzigen Team zu den "Leistungsträgern" zählen.

    Ich habe ihm gesagt er solle nicht vergessen, dass es sich hier um F-Jugendliche handle. Der Leistungsgedanke und das Siegen stehe noch nicht im Vordergrund, sondern das erlernen grundsätzlicher, fussballerischer Dinge. Er gab mir recht, sagte aber zum Schluß noch einmal, dass ich ja mal einen Blick auf ihn werfen könne.

    Ich habe den Vater nach dem Spieltag nicht wieder gesprochen. Auch noch nicht erlebt sowas...

    Es gibt gute Gründe, über einen Mannschaftswechsel nachzudenken. Aber dass ein Kind in einer schwächeren Mannschaft spielt, ist definitiv kein Grund.


    Ich finde es erstmal gut, dass Libra im Rahmen eines Turniers den "gehobenen Ansprüchen" eines Vaters skeptisch gegenübersteht. Die Bitte, sich ein Kind "anzuschauen", und die Umstände der Kontaktaufnahme (Turnier, wahrscheinlich gerade verlorenes Spiel und der mal wieder angewachsene Unmut des Vaters) sagen eigentlich alles...