3 monatige Sperre nach Vereinswechsel - weil der bisherige Verein nicht über ein Probetraining im Voraus informiert wurde

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  • Nur mal ein paar Fakten:

    - es handelt sich um TSG Hofherrnweiler (U15 - Bezirksstaffel) und VfR Aalen (U15 - Landesstaffel) - eine Liga Unterschied

    - beide Vereine haben große Kader

    - die 1. Mannschaft vom VfR Aalen spielt Regionalliga und die der TSG Hofherrnweiler spielt Verbandsliga Württemberg - zwei Ligen Unterschied

    - der VfR Aalen spielt mit der U17 Verbandsliga (u.a. mit FC Heidenheim II) und mit der U19 Oberliga BaWü. Die TSG Hofherrnweiler spielt mit der U17 (Bezirksstaffel) und U19 (Landesstaffel)

    - die Sportanlagen sind ca. 2,5 km auseinander


    Und jetzt soll das ganze mit einem kurzfristigen Probetraining über die Bühne gegangen sein - das glaube ich nicht. Und wenn es so wäre, wäre es aus meiner Sicht eher ein unprofessionelles Verhalten auf Seiten des VfR Aalen als auf Seiten der TSG Hofherrnweiler.


    Ich schaffe es in einem Dorfclub einem Kind ca. 3 Schnuppertrainings (Probetrainings) zu bieten, um sich für oder gegen den Verein/Mannschaft zu entscheiden (und ja, auch zu Corona-Zeiten) - und auch um mir ein Bild von dem Kind zu machen. Und bei einem ambitionierten Verein wie dem VfR Aalen will der Trainer das nach einem Training beurteilen, dass das Kind fußballerisch (das traue ich ihm noch zu) und menschlich (das traue ich ihm nicht zu) in den Kader passt. Meistens muss ja ein Kind dafür weichen - und auch für das hat man als Trainer eine Fürsorge. Von daher zweifel ich den Ablauf stark an.


    Und selbst wenn es so war, könnte es gute Gründe geben, den Spieler erst einmal zu sperren - z.B. Wechselaktivitäten zwischen den Vereinen in anderen Altersklassen mit problematischen Hintergründen oder vereinseigene Sportartikel (z.B. Trainingsanzug u.a.).

  • Aus dem Leben eines Dorfklubs:

    Es sind oftmals nicht die Kinder/Jugendlichen, die auf die Idee kommen den Verein zu wechseln.


    Trainer:

    - beim D-Jugend Freundschaftsspiel werden Eltern von einem Trainer einer nicht-beteiligten Mannschaft angesprochen und bekommen sein Kärtchen mit der Einladung zum Probetraining

    - Eltern eines C-Jugend-Spielers bekommen eine WhatsApp mit der Einladung zum Probetraining

    (meine Erlebnisse in den letzten 14 Tagen)


    Scouts (nach dem Motto die NLZs machen es auch so).

    - siehe Link


    Eltern


    Kinder und Jugendliche, die sich verbessern oder mit ihrem Freund zusammen spielen wollen und deshalb den Verein wechseln, sind eher die Ausnahme (nimmt mit zunehmendem Alter zu, nicht aber so stark wie die letztendlich durchgeführten Wechsel).

  • Aus dem Leben eines Dorfklubs:


    Und hier auch mal eine reale Geschichte ...


    Der Dorfclub fragt wie in jedem Jahr vor den Ferien, wer in der neuen Saison weiterspielt und wer nicht. Der Verein vertritt die Auffassung, dass jeder Spieler dort spielen soll, wo er möchte. Allerdings besteht er darauf, dass die Saison zu Ende gespielt wird und ein Wechsel nicht während der Saison stattfindet.


    Ergebnis der Abfrage in einer E-Jugend. Ein Spieler hört auf mit Fußball, möchte etwas anderes ausprobieren. Alle andere spielen weiter.


    Eine Woche vor den Ferien kommen dann sieben Abmeldungen. Der eine Junge, der nun doch weiter Fußball spielt, aber in einem anderen Verein. Außerdem sechs weitere Jungs, die von dem einen Jungen überredet wurden, mit ihm zu wechseln.


    Ich denke, man kann von einem E-Jugend-Spieler erwarten, dass er weiß, was eine Zusage ist. Und wenn nicht, dann kann man es von den Eltern erwarten. Da fragt man sich, wie die Erziehung heutzutage abläuft. Welche Werte werden zu Hause vermittelt? Ist heutzutage nicht mehr ein Wort ein Wort?


    Dass heutzutage auch kein Gespräch mehr gesucht wird, sondern die Abmeldungen einfach im Briefkasten liegen ... das hat man ja schon seit einigen Jahren so.


    Traurig, traurig ... von daher bin ich in gewissen Fällen eindeutig dafür, dass der Verein seine Zustimmung zum Vereinswechsel verweigert (übrigens nimmt der Verband die Sperre vor, nicht der Verein ... ich weiß, für manche ist das Haarspalterei).


    Meines Erachtens muss das ganze Vereinswechselprozedere auf den Prüfstand.

  • Ich kann seit gerade auch ein Lied davon singen und sehe leider Parallelen zu der Geschichte:


    Zwei Jungs aus unserer U15 wechseln in diesem Sommer zu einem Drittligisten. Beide ohne vorherige Absprache oder angemeldetes Probetraining kurz vor Fristende mit einer Abmeldung vor der Tür unserer Geschäftsstelle. Das ist jedenfalls schonmal total daneben.

    Wir können jetzt mit Ach und Krach eine mittelmäßige C-Jugend stellen, während der Drittligist nun schon 4 Spieler aus unserem Jahrgang im Kader hat und drei C-Jugenden meldet.


    Heute dann der Anruf von deren Jugendleiter: 300€ insgesamt, mehr können wir nicht machen. Im FLVW stehen uns für beide Spieler jeweils über 1000€ Ausbildungsentschädigung zu. Ich glaube, bei Spielern, die aus der Kreisliga in die Verbandsliga wechseln, haben wir als Verein schon etwas richtig gemacht und sehen das als Anerkennung und Lob für unsere gute Jugendarbeit an.


    Die Spieler werden die Freigabe nur bekommen, wenn der aufnehmende Verein das zahlt. Nicht umsonst sind diese Aufwandsentschädigungen so festgelegt. Der aufnehmende Verein kann dann entscheiden, ob die Spieler ihnen das wert sind oder wie sie ihnen beibringen, dass sie nicht bereit sind, diese Summe zu zahlen und sie drei Monate kein Spiel machen können.


    Jeder kann da spielen, wo er will. Aber wenn sich größere Vereine überall bedienen, um auch den 70. Spieler in dem Jahrgang zu bekommen, während andere gerade mal 15 haben, sollen sie auch dafür gerade stehen. Oder lieber selbst vernünftige Spieler ausbilden. Das ist explizit keine Sache zwischen Spielern und Verein, sondern zwischen zwei Vereinen.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Wir beharren ab der D-Jugend seit zwei Jahren auch auf die Ausbildungsentschädigung die der FLVW vorgibt.

    Sehe da nichts verwerfliches. Die Regeln sind allen Vereinen bekannt.

    Immerhin haben wir die Spieler bis zur D-Jugend im Maximalfall schon 6 Jahre betreut. Wenn ihnen dann die Bezirksliga nicht ausreicht, sollen sie gerne wechseln. Aber als kleiner finanzschwacher Verein ohne Großsponsor sind wir auf das Geld dann aber auch angewiesen, um weiterhin die Qualität in der Ausbildung halten zu können.

    Gibt in der Umgebung nämlich viele Vereine die sich unterhalb der D-Jugend nur um Masse und nicht um Qualität kümmern und ab der D-Jugend sich massiv Mannschaften zusammen suchen.

  • Charles De Goal Ich weiß nicht, wie es in dem Teil Deutschlands aussieht, wo Du Trainer bist, in Niedersachsen kenne ich keinen Verein vom Niveau - ich sag mal vereinfacht - "eins unter NLZ", der in der C und älter 70 Spieler in einem Jahrgang hat: Absolut typisch ist nur ein Team pro Jahrgang, also eine U14, U15, U16 usw..


    Auch wenn ich Deine Argumente verstehen kann (sie aber nicht teile, für mich ist ein 13-jähriges Kind beim Übergang zu C immernoch ein Kid und nicht etwas, worüber sich zwei Vereine einigen müssen), aber:


    Der immer wieder zu hörende Hinweis "müssen die großen Vereine eben selbst besser ausbilden" ist doch aber auch nicht zielführend. Es ist doch absolut unrealistisch, daß aus beispielsweise zwei oder gar drei Teams pro Jahrgang in der E/F 20 Spieler hervorgehen, die in der älteren C Regionalliga oder eins tiefer spielen können? Da kann die Ausbildung so gut sein, wie sie will. Wie soll das also gehen? Schon gar nicht, wenn man nicht schon ganz früh anfängt, nur die (vermeintich) besseren Spieler zu nehmen. Ich kenne z.B. einen Verein ganz gut, mit dem ich aber nichts zu tun habe, der diese Kriterien erfüllt (Männer spielen hoch, C bis A auch), der in der Nähe einer Großstadt ist und in dem bei den 12-jährigen und jüngeren die Jungs aus der unmittelbaren Umgebung spielen. (Schon allein aus praktischen Gründen, weil nicht so leicht erreichbar.) Von denen spielen dann in der U15 nicht mehr viele. Machen die deshalb schlechte Nachwuchsarbeit? Meines Wissens nicht. Die bilden die weniger talentierten genauso gut aus wie jeder andere Verein (wahrscheinlich sogar besser, weil das Niveau der Trainer im Schnitt höher ist.) Was sollen die also Deiner Meinung nach machen? Die einzige Alternative zum "Bedienen" bei anderen Vereinen ab der C wäre in der Zukunft nur noch Kreiiga oder maximal eins höher zu spielen. Dann kann man die Spieklassen in der ugend auch gleich ganz abschaffen. Aus meiner Sicht trifft Ähnliches auf mehr oder weniger jeden Verein der oben genannten Kategorie zu, nur das viele halt noch deutlich eher mit dem "Scouten" anfangen. Wenn das besser ist?

  • Charles De Goal Ich weiß nicht, wie es in dem Teil Deutschlands aussieht, wo Du Trainer bist, in Niedersachsen kenne ich keinen Verein vom Niveau - ich sag mal vereinfacht - "eins unter NLZ", der in der C und älter 70 Spieler in einem Jahrgang hat: Absolut typisch ist nur ein Team pro Jahrgang, also eine U14, U15, U16 usw..

    Entschuldige, das war falsch formuliert. Nicht 70 Spieler eines Jahrgangs, sondern einer Altersklasse. Der Verein stellt jeweils drei C-, B- und A-Jugenden, darunter sind es 4-5 Teams pro Altersklasse (damit sind es ca. 30-40 Spieler pro Jahrgang). Muss das sein, wenn die umliegenden Vereine schon JSGs sind und es selbst da schon knapp wird? Bei uns spielen in speziell diesem Verein 4 Spieler aus diesem einen Jahrgang.

    Auch wenn ich Deine Argumente verstehen kann (sie aber nicht teile, für mich ist ein 13-jähriges Kind beim Übergang zu C immernoch ein Kid und nicht etwas, worüber sich zwei Vereine einigen müssen), aber:

    Es geht hier in meinem Fall aber um zwei C-Jugendliche, die innerhalb dieser Saison noch 15 werden. Sobald ein Spieler die Entscheidung trifft "ich möchte es in der Verbandsliga versuchen und meinen alten Verein verlassen", trifft er für mich keine Kinder-Entscheidungen mehr. Und wenn ein Verein sagt, dass er von der Jugendarbeit anderer profitieren möchte, weil er selbst nicht die Spieler dieser Qualität ausgebildet hat, sollte er den Aufwand, den der abgebende Verein dafür investiert hat, finanziell kompensieren. Ein Kind wird nicht als "Ware" bezeichnet, sondern die Ausbildung als Dienstleistung, die der aufnehmende Verein in Anspruch nimmt.


    Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, seit 8 Jahren (seit der F-Jugend) ehrenamtlich junge Spieler zu formen, drei- bis viermal in der Woche Training anzubieten, mich um wirklich alles zu kümmern (Freundschaftsspiele, Events neben dem Platz) und dann sagt ein größerer Verein "toll, den und den und den nehmen wir jetzt zu uns, viel Spaß weiterhin mit deinen verbliebenen 12 Spielern".

    Der immer wieder zu hörende Hinweis "müssen die großen Vereine eben selbst besser ausbilden" ist doch aber auch nicht zielführend. Es ist doch absolut unrealistisch, daß aus beispielsweise zwei oder gar drei Teams pro Jahrgang in der E/F 20 Spieler hervorgehen, die in der älteren C Regionalliga oder eins tiefer spielen können? Da kann die Ausbildung so gut sein, wie sie will. Wie soll das also gehen? Schon gar nicht, wenn man nicht schon ganz früh anfängt, nur die (vermeintich) besseren Spieler zu nehmen. Ich kenne z.B. einen Verein ganz gut, mit dem ich aber nichts zu tun habe, der diese Kriterien erfüllt (Männer spielen hoch, C bis A auch), der in der Nähe einer Großstadt ist und in dem bei den 12-jährigen und jüngeren die Jungs aus der unmittelbaren Umgebung spielen. (Schon allein aus praktischen Gründen, weil nicht so leicht erreichbar.) Von denen spielen dann in der U15 nicht mehr viele. Machen die deshalb schlechte Nachwuchsarbeit? Meines Wissens nicht. Die bilden die weniger talentierten genauso gut aus wie jeder andere Verein (wahrscheinlich sogar besser, weil das Niveau der Trainer im Schnitt höher ist.) Was sollen die also Deiner Meinung nach machen? Die einzige Alternative zum "Bedienen" bei anderen Vereinen ab der C wäre in der Zukunft nur noch Kreiiga oder maximal eins höher zu spielen. Dann kann man die Spieklassen in der ugend auch gleich ganz abschaffen. Aus meiner Sicht trifft Ähnliches auf mehr oder weniger jeden Verein der oben genannten Kategorie zu, nur das viele halt noch deutlich eher mit dem "Scouten" anfangen. Wenn das besser ist?

    Da vertrete ich eine andere Meinung. Wenns nicht reicht, muss man sich vielleicht eingestehen, dass man nicht so hoch spielen kann. Warum muss es diese Schere geben? Weil jeder der geilste und beste sein will und am höchsten spielen will. Dafür werden ständig Spieler hin- und hergeschoben und in diesem "Konzept" werden Spieler tatsächlich wie eine Ware behandelt. Ich habe genug Gespräche von Trainern (auch aus diesem Verein) gehört, nach denen ich mich gefragt habe, ob sie noch alle Tassen im Schrank haben.


    Nochmal: Es geht hier um einen Kreisliga B-Verein, an dem sich andere Vereine massenhaft bedienen, sodass inzwischen 4 Altersklassen Probleme haben, den Kader zu füllen. Wir leisten gute Arbeit, aber wenn dann die Verbandsliga anruft, sind die Spieler eben weg. Dennoch haben wir Trainer in diese Spieler Zeit und Energie gesteckt, als Anerkennung MUSS das für den Verein kompensiert werden.


    Solange es diese Aufwandsentschädigungen gibt, ist es mit Sicherheit nicht verwerflich, sich daran zu orientieren oder sie einzufordern. Sonst kann man bald alle kleinen Vereine zumachen und die großen Vereine unter sich spielen lassen. Damit schafft sich der Jugendfußball nur leider selbst ab.


    Und wenn der aufnehmende Verein das nicht zahlen will, müssen sie eben ihren neuen Spielern erklären, warum sie nicht die übliche Entschädigung zahlen wollen und warum sie drei Monate auf die Spieler verzichten wollen. Wenn dann noch die Eltern ins Boot geholt werden und uns als abgebenden Verein der schwarze Peter zugeschoben wird, obwohl wir nach Jugendspielordnung handeln, dann ist der Jugendfußball für mich gestorben.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Kann ich alles verstehen, die von Dir geschilderte Situation ist auch extremer, als das meiste, was ich so kenne. Ich hab auch nichts prinzipiell gegen Aufwandsentschädigungen (nur in dem von mir geschilderten Fall auf der vorangegangenen Seite fand ich es eher dreist.) Nur bei dem "wenn es nicht reicht, dann muß man es sich eingestehen und kann eben nicht so hoch spielen" bin ich komplett anderer Meinung. "Auf natürliche Weise" reicht es bei keinem Verein. Also aus der eigenen E/F. Und ich halte es für legitim und sinnvoll, daß es für sehr talentierte Spieler auch außerhalb von NLZs (da ist es übrigens dasselbe, nur eine Stufe höher), die Möglichkeit gibt überregional auf hohem Niveau Fußball zu spielen. Also daß ab der C da eine Schere aufgeht. Und die Jungs haben da auch Bock drauf. Auch mein großer, durch den ich vor 10 Jahren zum Jugendfußball und mittlerweile zur Vereinsarbeit gekommen bin. Der hätte keine Lust in seinem alten Verein in der zweituntertsten Liga zu spielen. Auch wenn er dort noch Freunde hat und jedes Jahr zum Vereinsfest geht.

  • Warum muss es diese Schere geben? Weil jeder der geilste und beste sein will und am höchsten spielen will. Dafür werden ständig Spieler hin- und hergeschoben und in diesem "Konzept" werden Spieler tatsächlich wie eine Ware behandelt. Ich habe genug Gespräche von Trainern (auch aus diesem Verein) gehört, nach denen ich mich gefragt habe, ob sie noch alle Tassen im Schrank haben.

    Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. Spieler der A-C Jugend sind keine Kinder mehr und wollen ggf. eben selber auch mehr. Es macht doch auch auf Dauer keinen Spaß, mit viel schlechteren Mitspielern zu spielen.

    Das geilste ist doch, mit gleich guten Mitspielern in der Liga zu zocken, die zu einem passt. (nicht zu hoch, nicht zu niedrig). Und dann muss es sich eben sortieren.


    Und wenn man eine gewisse Ligazugehörigkeit erreicht hat, dann lockt das auch Spieler anderer Vereine.


    Wenn man das verhindern will (durch welche Maßnahmen auch immer) damit die kleinen Vereine nicht ausbluten, muss man entweder die Ligen komplett abschaffen (oder auf zwei Ebenen begrenzen) oder man behindert die Spieler künstlich in ihrer Entwicklung.


    Ich finde es auch für ein Mannschaftsgefüge schlecht, wenn 1-2 Spieler über den Dingen schweben. Dann werden die meisten Ballkontakte bei diesen Spielern landen und der Rest rennt dumm neben her. Dann gewinnt der Verein vielleicht die Spiele aber die restlichen Spieler werden sich irgendwann fragen, warum sie dafür sonntags morgens aus dem Bett gekrochen sind. Und ja, Jugendliche ab 12 schneiden das sehr wohl mit. Ist da nicht die Gefahr eines Drop outs viel größer, als wenn man die 1-2 ziehen lässt?

  • Wo kann ich denn sehen, wie viel Aufwandsentschädigung fällig wäre ?

    Das gilt auch für Mädchen, oder ?

    Mein Große ist 15 und spielt seit sieben Jahren beim selben Verein, meine Kleine seit 9 Jahren auch in diesem Verein.

    Wenn eine der beiden wechseln würde, was stünde dem abgebenden Verein zu ?


    (Hessischer Fussballverband)

  • Erneut: Ich finde das System falsch, aber das geht zu weit, das nun grundsätzlich zu diskutieren.


    So wie es ist: Ich sehe nicht ein, warum man auf eine Ausbildungsentschädigung verzichten sollte, wenn die Ausbildung tatsächlich Geld gekostet hat (das hat sie in der Regel, und wenn es nur ehrenamtlicher Einsatz war) und wenn der aufnehmende Verein seinen Seniorenspielern Geld bezahlt.


    Du zahlst einem Seniorenspieler pro Monat mehrere hundert oder tausend Euro, aber willst mit mir um 500 Euro Ausbildungsentschädigung feilschen für den Jugendspieler, den ihr haben wollt? Ich denke nicht.


    Edit:

    Ein Erstligist hier zahlt ohne zu feilschen die Beträge, die in der Tabelle stehen, wenn er einen Spieler von uns holt. Ein anderer, der sogar reicher ist, versucht zu feilschen. Zweit-, Dritt- und Viertligisten wollen alle feilschen.

  • ...


    Wenn man das verhindern will (durch welche Maßnahmen auch immer) damit die kleinen Vereine nicht ausbluten, muss man entweder die Ligen komplett abschaffen (oder auf zwei Ebenen begrenzen) oder man behindert die Spieler künstlich in ihrer Entwicklung.


    Ich finde es auch für ein Mannschaftsgefüge schlecht, wenn 1-2 Spieler über den Dingen schweben. Dann werden die meisten Ballkontakte bei diesen Spielern landen und der Rest rennt dumm neben her. Dann gewinnt der Verein vielleicht die Spiele aber die restlichen Spieler werden sich irgendwann fragen, warum sie dafür sonntags morgens aus dem Bett gekrochen sind. Und ja, Jugendliche ab 12 schneiden das sehr wohl mit. Ist da nicht die Gefahr eines Drop outs viel größer, als wenn man die 1-2 ziehen lässt?

    Selbst wenn man die Ligen abschafft lässt sich nicht verhindern, dass Leistungsstarke Spieler gerne mit Leistungsstarken Spielern zusammenspielen möchten. Das ist auch alles OK und gut so, weil es für die Entwicklung der besser ist (sowohl bei den stärkeren als auch bei den schwächeren). Ab einem gewissen Alter (U13 aufwärts?) ist es dann aber auch vollkommen legitim, wenn der Verein eine Kompensation in Form einer Ausbildungsvergütung erhält.

  • Nur bei dem "wenn es nicht reicht, dann muß man es sich eingestehen und kann eben nicht so hoch spielen" bin ich komplett anderer Meinung. "Auf natürliche Weise" reicht es bei keinem Verein. Also aus der eigenen E/F. Und ich halte es für legitim und sinnvoll, daß es für sehr talentierte Spieler auch außerhalb von NLZs (da ist es übrigens dasselbe, nur eine Stufe höher), die Möglichkeit gibt überregional auf hohem Niveau Fußball zu spielen.

    Das Niveau ist doch durch dieses System selbst geschaffen worden. Warum wollen diese Vereine sich denn auf Biegen und Brechen verstärken, um mitzuhalten? Weil andere Vereine sich auch verstärkt haben, um mitzuhalten.

    Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. Spieler der A-C Jugend sind keine Kinder mehr und wollen ggf. eben selber auch mehr. Es macht doch auch auf Dauer keinen Spaß, mit viel schlechteren Mitspielern zu spielen.

    Das geilste ist doch, mit gleich guten Mitspielern in der Liga zu zocken, die zu einem passt. (nicht zu hoch, nicht zu niedrig). Und dann muss es sich eben sortieren.

    Ja, der Meinung bin ich absolut. Niemandem sollen Steine in den Weg gelegt werden und jeder soll natürlich da spielen, wo es ihm Spaß macht und wo er es "probieren" will. Mit Spielern will ich keinen Streit anfangen und sie auch nicht vergraulen (außer, sie verhalten sich respektlos gegenüber Verein, Trainer und Mannschaft wie im Ausgangspost).


    Andere Vereine, die aus welchen Gründen auch immer höherklassigen Fußball anbieten wollen/können und damit auf die Vereine aus der Umgebung angewiesen sind, sollten allerdings die offenbar gute Ausbildung honorieren. Es geht dabei um Respekt und Anerkennung der Arbeit, die Vereine ehrenamtlich in die Jugendspieler stecken.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Und wenn der aufnehmende Verein das nicht zahlen will, müssen sie eben ihren neuen Spielern erklären, warum sie nicht die übliche Entschädigung zahlen wollen und warum sie drei Monate auf die Spieler verzichten wollen. Wenn dann noch die Eltern ins Boot geholt werden und uns als abgebenden Verein der schwarze Peter zugeschoben wird, obwohl wir nach Jugendspielordnung handeln, dann ist der Jugendfußball für mich gestorben.

    Wie Chris bin ich nicht für das aktuelle System. Aber es ist wie es ist. Und hier schließe ich mich dir an Charles De Goal . Ganz einfach, wenn ich einen Spieler von Verein xy hole. Dann weiß ich, wenn ich mich mit ihm beschäftige, wie lange er dort spielt. Ich weiß wo meine eigene Erste spielt. Demnach weiß ich auch, wie teuer die Aufwandsentschädigung ist.

    Entweder ist der Spieler so gut, dass er mir diese wert ist. Dann versuche ich ihn zu holen und zahle, oder halt nicht. Aber dann ist es nur fair ihn zu holen. Der "abgebende" Verein besteht schließlich nur auf seinem Recht.

    Für mich geht es hier darum, dass der neue Verein seinen Versprechungen an den Spieler nun auch Taten folgen lässt und zeigt, dass er tatsächlich "viel wert" ist.

    Erneut: Ich finde das System falsch, aber das geht zu weit, das nun grundsätzlich zu diskutieren.


    So wie es ist: Ich sehe nicht ein, warum man auf eine Ausbildungsentschädigung verzichten sollte, wenn die Ausbildung tatsächlich Geld gekostet hat (das hat sie in der Regel, und wenn es nur ehrenamtlicher Einsatz war) und wenn der aufnehmende Verein seinen Seniorenspielern Geld bezahlt.


    Du zahlst einem Seniorenspieler pro Monat mehrere hundert oder tausend Euro, aber willst mit mir um 500 Euro Ausbildungsentschädigung feilschen für den Jugendspieler, den ihr haben wollt? Ich denke nicht.


    Edit:

    Ein Erstligist hier zahlt ohne zu feilschen die Beträge, die in der Tabelle stehen, wenn er einen Spieler von uns holt. Ein anderer, der sogar reicher ist, versucht zu feilschen. Zweit-, Dritt- und Viertligisten wollen alle feilschen.

    Ist bei uns genau so. Es gibt Bundesligisten die zahlen anstandslos. Es gibt aber auch Viertligisten, die Planen gefühlt in der letzten Juni Woche ihre Kader (nicht aktuell, sondern in normalen - nicht Corona - Zeiten). Dann werden Jungs angesprochen, trainieren dort teils ohne Genehmigung und teilen am 26.06. mit, dass sie wechseln.

    Sorry, aber da kann der Verein ja nicht erwarten, dass bei der Aufwandsentschädigung verhandelt wird. Sie ist ja schon niedriger als bei einem Erstligist, also hat der Verband festgelegt welche Summe für einen Viertligisten angemessen ist.

    Selbst wenn man die Ligen abschafft lässt sich nicht verhindern, dass Leistungsstarke Spieler gerne mit Leistungsstarken Spielern zusammenspielen möchten. Das ist auch alles OK und gut so, weil es für die Entwicklung der besser ist (sowohl bei den stärkeren als auch bei den schwächeren). Ab einem gewissen Alter (U13 aufwärts?) ist es dann aber auch vollkommen legitim, wenn der Verein eine Kompensation in Form einer Ausbildungsvergütung erhält.

    Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. Spieler der A-C Jugend sind keine Kinder mehr und wollen ggf. eben selber auch mehr. Es macht doch auch auf Dauer keinen Spaß, mit viel schlechteren Mitspielern zu spielen.

    Das geilste ist doch, mit gleich guten Mitspielern in der Liga zu zocken, die zu einem passt. (nicht zu hoch, nicht zu niedrig). Und dann muss es sich eben sortieren.

    Auch diesen beiden Aussagen stimme ich zu. Ist doch klar, dass die starken Spieler, die Ehrgeiz haben, nach höherem streben. Mal angenommen die Rahmenbedingungen in zwei Vereinen sind exakt gleich. Gleicher Trainer, gleiche Liga, gleiche Infrastruktur etc. aber Verein x hat bessere Mitspieler als Verein y. Meiner Meinung nach wird man in Verein x besser gefördert. Deine Mitspieler sind im Training auch deine Gegenspieler. Trainer das 1 vs. 1 gegen einen Spieler, der dir deutlich unterlegen ist oder gegen einen gleichstarken. Wo erzielst du bessere Ergebnisse?

    Verbessere deinen Torschuss...was ist besser, wenn der TW gut ist und du dich anstrengen muss oder wenn eh jeder Schuss ein Treffer ist?


    Es ist in meinen Augen legitim den Verein zu wechseln. Es gibt verschiedenste Gründe, nicht nur sportliche.

    Aber je nachdem wie man sich selber verhält wird sich auch der Verein verhalten - schwarze Schafe gibt es natürlich überall. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Vereine sich die Spieler untereinander frei geben, wenn man es schriftlich vereinbart, dass der Spieler auch wieder ohne Sperre zurück kann. Geht ein U13 Spieler ins NLZ, bedeutet es ja nicht, dass er dort bis zur U19 spielt. Wird er nach der U15 "aussortiert", kann er dann ohne Sperre wieder zurück. Auch wenn er aussortiert hat er da grundsätzlich keinen Anspruch drauf. Eine Ausbildungsentschädigung könnte trotzdem verlangt werden - mal unabhängig von Moral und Anstand.

    Aber es hängt einfach davon ab, dass sich alle Seiten sauber verhalten. Macht eine Seite Mist, endet es meist unschön.

  • Wir kommen aber ein bisschen von Thema ab, oder?


    Hier ging es ja zunächst nicht um Freigabe gegen Entschädigung, sondern um einen Fall, wo die Freigabe grundsätzlich verweigert wird und kann.


    Klar, vlt. ist das nur der Start derVerhandlung, falls aber nicht, ist das doch etwas ganz spezielles.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Wir kommen aber ein bisschen von Thema ab, oder?


    Hier ging es ja zunächst nicht um Freigabe gegen Entschädigung, sondern um einen Fall, wo die Freigabe grundsätzlich verweigert wird und kann.


    Klar, vlt. ist das nur der Start derVerhandlung, falls aber nicht, ist das doch etwas ganz spezielles.

    Stimmt, wenn das wirklich so ist, ist das natürlich eine Regel, die echt Mist ist! Muss man klar so sagen, es wäre nicht richtig, wenn der abgebende Verein pauschal immer für eine Sperre sorgen könnte, gegen die man keinerlei handhabe hätte.


    Aber in diesem Einzelfall vertrete ich als Jugendtrainer die Auffassung, dass der Verein konsequent handelt und auf ein Fehlverhalten von Spieler und Elternseite (auch Seite neuer Verein) reagiert. Auf gut Deutsch gesagt würde ich mich veraxxxt fühlen. Mag sein, dass die Regeln die Abmeldung bis 30.6. ohne vorherige Rücksprache/Absprache etc. erlauben. Eine saubere Lösung wurde da aber überhaupt nicht gewählt. Selber unsauber spielen und sich beschweren, dass der Gegner unsauber spielt....passt nicht

  • Das steht in der Jugendordnung des Hessischen Fußballverbands

    Satzung & Ordnungen | hfv-online.de


    Was dem abgebenden Verein zusteht hängt von der Ligazugehörigkeit der 1. Seniorenmannschaft ab, als zweites spielt die Dauer der Vereinszugehörigkeit der Kinder mit hinein.


    Ich hänge dir den Ausschnitt als Bild an diesen Post 😉