"Corona-Langzeitschäden" im Fußball

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  • Es gibt ja momentan durchaus die Perspektive, dass zumindest nach Ostern wieder ein gewisses Maß an Normalität einkehrt und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Lockdowns ziemlich gering ist (insbesondere aufgrund der Mittlerweile doch recht hohen Impfbereitschaft).


    Aber wie denkt Ihr wird sich die Corona-Pandemie mit ihren durchaus anspruchsvollen letzten 12 Monaten auf die Entwicklung des Jugendfussball auswirken wird. Ich meine damit eher sekundär einen möglichen Mitgliederschwund (der mich zugegebenermaßen wohl eher nicht betrifft), sondern eher die Auswirkungen auf die konkrete sportliche Entwicklung der Kinder/Jugendlichen. Man hat im Sommer schon einiges beobachten können, was imo auf die Zeit des Lockdowns zurückzuführen war. Bspw. einige überraschend, positive/negative Entwicklungen von Mannschaften, teilw. extrem viele Tore, oft mangelnde Konstanz (besonders bei meiner Mannschaft:/). Aber auch im Konkreten sind bspw. bei deutlich mehr Spielern als sonst individualtaktische Schwächen sichtbar geworden oder solche, die trotz starker Leistungen vor dem Lockdown, lange mit Corona-Speck zu kämpfen hatten.


    Ich hab mal nachgerechnet. Sollten wir im April wieder trainieren können, haben die Spieler 12 Monaten gerade mal 2 bis 5,5 Monate (Bayern) reguläres Training gehabt. Insbesondere beim unteren Spektrum kann ich mir kaum vorstellen, dass dies keine langfristigen sportlichen Auswirkungen haben sollte. Wie seht Ihr das? Hattet Ihr konkrete Beobachtungen, die Eurer Meinung auf die lange(n) Pause(n) zurückzufahren waren? Was glaubt Ihr, wie sich Corona sportlich in den unterschiedlichen Altersstufen langfristig auswirken wird?

  • Ich denke das hängt massiv vom Alter ab.

    Bei einer F oder E wird man, vorausgesetzt alle kommen wieder, nach ein paar Wochen den alten Status wieder erreichten.

    Interessant wird es, wie schnell die verpassten Inhalte nachgeholt werden können.

    Das letzte D-Jugendjahr vor dem Großfeld zu verpassen ist eine ziemliche Bürde...

    Die Kinder verpassen eine sehr prägendes Jahr und müssen dann noch in kürzester Zeit die Umstellung auf das Großfeld meistern.

    Gibt einfacher Aufgaben.

    Das Niveau wird erstmal deutlich sinken. Aber da es wahrscheinlich für alle gilt wird es nicht so eklatant auffallen.

    Extrem auffallen würde es vermutlich, wenn es gegen Berliner Kinder geht. Da würde man die 4-5 Monate sicher merken.

  • Eine höhere Impfbereitschaft bringt leider nichts, wenn die Politik leider komplett versagt. Das Herr Spahn noch im Amt ist, empfinde ich als Affront gegen die eigene Bevölkerung. Die Impfungen laufen schon lächerlich langsam an, weder ist ausreichend Impfstoff vorhanden, zumindest mal nicht in dem Maße wie es möglich gewesen wäre, die EU hat ja lieber verzichtet, noch wird der wenig vorhandene Impfstoff sinnvoll koordiniert, deswegen wird selbst der vorhandene Impfstoff ja noch nicht einmal sinnvoll verwendet.


    Ostern ist der früheste (!) realistische Zeitpunkt, dass wird dann aber noch nicht Fussball betreffen. Selbst wenn wir wieder dran sind, vermutlich nur mit abgesprecktem Training.


    Die aktuelle Saison ist zu 95% tot. Quoitientenregelung macht diesmal kein Sinn, dafür wurde noch zu wenig gespielt. Es läuft dann also diesmal wirklich eine eine Verlängerung der Saison hinaus - ähnlich wie diese Saison in Bayern. Wird dann lustig, weil in Bayern die Saison dann über 2 bis 3 Jahre ging, da kicken dann möglicherweise 15 Jährige noch auf D-Jugend 9er Feld.

    Alternative wäre sonst nur noch eine komplette Annulierung.


    Der erste Lockdown war für Fussballer wohl wie ein Kreuzbandriss in der Entwicklung, dieser wird wie ein Kreuzbandriss mit anschließendem Schienbeinbruch sein.


    Erst einmal gehe von einem massiven Verlust an Spielern aus, die man nicht mehr reaktiven kann, insbesondere im unteren Breitensportbereich, zweite, dritte Mannschaften etc. - hier wird es bei einer Fortsetzung (wie gesagt, gehe eigentlich nicht von aus) erst einmal Chaos aufgrund von Mannschaftsabmeldungen geben. Mal sehen ob die Verbände zumindest so kulant sind und nicht noch versuchen davon finanziell zu profitieren. Bei einem Neustart im Sommer, würde es wohl schlicht weniger Teams geben, kleinere Ligen oder gar Zusammenlegungen von Ligen bis zu ganzen Kreisen.


    Zu hoffen ist, dann man langfristig einige dieser ,,verlorenen'' Spieler wieder zurückgewinnen kann.



    Grundsätzlich erwarte ich massive Fitnessprobleme über die meisten Altersklassen. Das wird sich natürlich wieder aufholen lassen. Für Herren und ältere Jugendteams (A/B Jugend) sehe ich den Schade noch in Grenzen, da wird einiges taktischer Natur nachzuholen sein, dass ist aber möglich.


    Bei kleinen Kids sehe ich motorische/koordinative Probleme auf uns zukommen, ich bin mir nicht sicher inwiefern man die aufholen kann, dass wird sich erst langfristig zeigen.


    Die Jahrgänge 2008 und 2009 trifft es am härtesten (teilweise auch 2007), die aktuelle D-Jugend, dass eigentlich goldene Lehrnalter. Zum Großteil einfach mal ausgefallen. Hier erwarte ich stärkere Defizite (im Vergleich zu vorherigen Jahrgängen) im technischen Bereich, in Sachen Spielverständnis, aber vor allem im Bereich von Individual und ersten Gruppentaktischen Dingen. Ich denke für die Jungs und Mädels wird der Sprung auf's 11er Feld noch schwieriger wie er sowieso schon ist, einziger ,,Vorteil'', der 2007er Jahrgang konnte sich eigentlich auch noch nicht wirklich an das 11er Feld gewöhnen.


    Würde mich aber nicht wundern, wenn das insbesondere im höheren Leistungsbereich ,,verlorene'' Jahrgänge werden, die doch deutlich weniger Spieler in den Profi-Bereich bringen und sportlich auf U-Nationalteam Ebene eher schwach abschneiden.

  • Erst einmal gehe von einem massiven Verlust an Spielern aus, die man nicht mehr reaktiven kann, insbesondere im unteren Breitensportbereich, zweite, dritte Mannschaften etc.

    HansMcMans Den Punkt habe ich jetzt schon des Öfteren gehört und ich frage mich ernsthaft, was die Gründe dafür sein können? Mein Fokus liegt schon seit längerer Zeit nicht mehr auf dem Seniorenfußball, daher habe ich aktuell keinen engen Kontakt zu einem Team und kenne dort auch die Stimmung nicht. Haben die Spieler aufgrund der langen Pause schlicht die Lust verloren? Hat man diese Tendenzen bereits nach dem ersten Lockdown bei den Senioren gemerkt?


    Ich muss sagen, ich freue mich total darauf, wenn es irgendwann mit dem Kinderfußball wieder los geht. Daran, dass wir dann vielleicht nicht mehr alle Kids an Bord haben, habe ich bis jetzt noch keinen einzigen Gedanken verloren. Ich hoffe, ich bin da nicht zu naiv.


    Ich weiß, insbesondere im Jugend- und auch Kinderbereich wird oft die Spielekonsole als härteste Konkurrenz zum Vereinsfußball genannt. Von den Eltern habe ich jedoch viele Rückmeldungen bekommen, dass die Kinder ihnen zu Hause die Bude auseinander nehmen, da ihnen das Austoben in Training und Spiel fehlt. Allein das ist hoffentlich Antrieb genug, irgendwann wieder mit Fußballschuhen frittenheiß auf dem Platz zu stehen. :/

  • Wird dann lustig, weil in Bayern die Saison dann über 2 bis 3 Jahre ging, da kicken dann möglicherweise 15 Jährige noch auf D-Jugend 9er Feld.

    Das kann nicht passieren. Die Jugendlichen sind ganz normal einen Jahrgang weiter gegangen.

    Richtig. Die Saison in Bayern wurde nur bei den Herren fortgesetzt. Bei den Junioren wurde vernünftigerweise abgebrochen.


  • Wie es genau im Herrenbereich ist weiß ich nicht, sind eher Vermutung. Ich denke in jüngeren Altersklassen, E-Jugend und jünger wird das eher weniger ein Problem, aufgrund des von dir genannten Bewegungsdrangs. Bei unserer D3 sind aber zB nach dem ersten Lockdown knapp die Hälfte der Spieler weggefallen. Selbst bei meiner D1 sehe ich jetzt das die Motivation doch ziemlich im Keller ist, hoffentlich schlägt das wieder um, wenn man irgendwann mal wieder raus darf.


    Ich denke aber gerade bei unteren Teams verliert man viele Spieler, die sich an die ,,Trägheit'' gewöhnt haben und nicht mehr wiederkommen. Zumindest vorerst nicht.

  • Richtig. Die Saison in Bayern wurde nur bei den Herren fortgesetzt. Bei den Junioren wurde vernünftigerweise abgebrochen.

    Okay, dass wusste ich nicht. Entschuldigt meinen Fehler.

    Nicht ganz richtig. Juniorinnensaison und Damensaison ist auch nicht abgebrochen worden.

    Ich glaube ausbildungstechnisch war der Lockdown nicht ganz so schlimm. Eventuell sogar ganz gut, da alle kreativ werden mussten um ein Training zu machen, das kann vielleicht sogar langfristig nützlich sein.

  • Ich befürchte, dass sich die aktuelle Phase noch negativer auswirken wird, als die Unterbrechung im Frühjahr.

    Im Frühjahr durfte nach gut 3 Monaten Unterbrechung zumindest mit Kleingruppentraining begonnen werden. Zum Zeitpunkt des Wiederbeginns war auch klar, dass einige Wochen später reguläre Punktspiele stattfinden sollten (unabhängig ob nun Saisonunterbrechung oder Neustart). Es bestand somit ein Ziel, worauf hin traininert werden konnte.

    Die Erfahrungen aus der 1. Phase waren, dass eine sehr breite Differenzierung stattfand. Ich vergleiche es mal mit Goretzka und Süle: der eine kam als durchtrainierter Muskelberg zurück, der andere mit Übergewicht, obwohl beide wahrscheinlich die gleichen Rahmenbedingungen hatten.

    Im Kinderbereich gab es kaum Kinder die gänzlich aufgehört hatten. Ein Teil der Kinder hatte aber in den 3 Monaten gar nix sportliches gemacht, ein Teil wenigstens etwas (z.B. Radtouren, Wanderungen) und ein (kleiner) Teil hatte tatsächlich versucht regelmäßig Sport zu treiben (Läufe, Stabis, Eigentraining). Online-Training wurde nur in ganz wenigen Vereinen angeboten. Die Folgen waren, dass die Schere zwischen starken und schwachen Kindern noch weiter auseinander ging. Übergewicht, fehlende Geschwindigkeit und natürlich auch technische Mängel waren bei einer Vielzahl der Kinder schon auffällig. Bitter war die Zeit natürlich für Kinder im goldenen Lernalter, diese Entwicklungsphase kommt halt nicht zurück.

    Im Erwachsenenbereich waren meine Beobachtungen, dass schon mehr Spieler aufgehört haben. Familie, Job etc. gewannen einen deutlich höheren Stellenwert. In einigen mir bekannten Fällen wurde zwar nicht direkt aufgehört, die Spieler wollen aber zukünftig nur noch aushelfen und nicht mehr jede Woche auf dem Platz stehen. Auch bei den Erwachsenen hat ein Teil in der Unterbrechung gar nichts gemacht. Und so sahen die dann auch aus... Es gab auch Mannschaften, die haben im Juni kein Kleingruppentraining gemacht, sondern sind gleich in die Sommerpause bis Anfang/Mitte Juli gegangen.

    Die aktuelle Phase dauert in manchen Regionen schon 3 Monate, ohne das absehbar ist, wann es wieder los geht. Wenn hier von Ostern gesprochen wird, heißt das Anfang April, also wäre die Pause über 5 Monate. Es fehlt ein konkreter Starttermin, der sicher auch für Motivation sorgen würde. Bislang sind mir schon einige Spieler im Erwachsenbereich bekannt, die entweder aufhören oder in niedrigere Klassen gehen werden, weil dort der Aufwand geringer ist.

    Auch aus dem Schiedsrichterwesen höre ich ebenfalls, dass sich viele mit dem Gedanken tragen, aufzuhören oder zumindest kürzer zu treten.

    Für den Kinderbereich kann ich es momentan noch nicht richtig einschätzen. Ich denke, die Folgen wird man erst sehen, wenn es wieder los geht. Ich vermute aber eine ähnliche Entwicklung wie im Frühjahr. Der dicke Paule wird nicht aufhören, sondern weiter mit seinen Freunden kicken. Er wird halt nur noch etwas dicker sein. Die intrinsisch motivierten Talente werden sicher zumindest joggen gewesen sein und die extrinsisch durch die Väter motivierten Kinder werden sicher auch in der Coronapause zum Training gezwungen worden sein. ;) Bei den leistungsorientierten Mannschaften läuft auch wesentlich mehr Online-Training als im Frühjahr.

    Ich bin echt froh, dass gegenwärtig zumindest Schlitten gefahren bzw. Ski gelaufen werden kann. Denn so haben die Kinder zumindest die Möglichkeit sich zu bewegen. Dass es "verlorene" Jahrgänge werden glaube ich nicht, aber ich denke es wird in der Spitze deutlich weniger Kinder geben, weil die Basis an guten Kindern geringer wird.

    Den Wechsel von Klein- auf Großfeld sehe ich nicht als vordergründiges Problem. Es ist sicher nicht schön, aber es ist handhabbar. Ich selbst bin als Spieler auch direkt vom Klein- auf Großfeld gewechselt und bis vor 2-3 Jahren wurde hier auf Kreisebene in der U12/U13 ohnehin noch im Kleinfeld gespielt.

    Hinsichtlich der Anzahl der Mannschaften gab es hier in der ländlichen Region ohnehin Rückgänge in den vergangenen Jahren. Die Anzahl der 2. Mannschaften wird mglw. weiter zurück gehen, die Anzahl der Spielgemeinschaften zunehmen. Wie in anderen Bereichen auch (z.B. Kneipensterben) wird Corona eine ohnehin eingetretene Entwicklung noch verstärken.

  • Ich sehe einen "Langzeitschaden" gerade bei mir selbst heranwachsen.
    Im ersten Lockdown waren mein Trainerkollege noch recht aktiv und haben die Jungs immer zu den regulären Trainingsterminen mit Videos aus dem Netz oder selbst gefilmten Vorschlägen animiert etwas zu tun (Fußballtennis, Jonglieren, Dribbelparcours, "Mülltonnenbasketball" etc.)
    Wir haben daraus bewusst keine Challenges gemacht und auch kein Feedback eingefordert, sondern nur angeregt und vorgeschlagen. Dementsprechend haben wir auch keine Ahnung, wieviel davon angenommen und umgesetzt wurde.
    Mangels eigener Smartphones erfolgte die Kommunikation in der U10 natürlich über die Elterngruppe.
    Vorteil vom ersten Lockdown; es wahr Frühjahr, die Jungs waren eh im Freien aktiv und es war natürlich viel leichter Übungen mit dem Ball zu machen.
    Seit dem zweiten Lockdown ist sowohl bei meinem Trainerkollegen als auch mir die Motivation deutlich gesunken. Ein Faktor, der dazu geführt hat ist sicher, dass man als Vater im Lockdown merkt, wieviel Zeit man gewinnt sich bewusst mit dem eigenen Kind zu beschäftigen, wenn man Zeit mit ihm alleine bzw. der Familie verbringt, statt auf dem Trainingsplatz.
    Mein Sohn hatte von November bis Weihnachten 1x pro Woche Individualtraining bei einem Stützpunkttrainer, der das nebenher angeboten hatte. Das habe ich mir manchmal mit angesehen, manchmal aber auch bewusst nicht und währenddessen einen Spaziergang mit Frau und Tochter gemacht. Später als Vater mit dem Sohn über diese Trainingseinheit zu sprechen, war wesentlich angenehmer und einfacher, als sonst nach dem Mannschaftstraining in dem man Vater und Trainer zugleich ist.
    Da ich mich ja ohnehin schon länger mit dem Gedanken befasst habe dass 7 Jahre als Trainer eine lange Zeit sind, hat sich mein Entschluss gefestigt nur noch bis Ende dieser Saison (sofern es noch eine gibt) als Trainer aktiv zu sein und anschließend meinen Sohn als Vater im Fußball zu begleiten.

    Ich kann mir zwar schon vorstellen irgendwann wieder als Trainer im Jugendfußball einzusteigen, aber sicher erst in einigen Jahren, wenn der Fokus in der Freizeitgestaltung weniger auf den Kindern liegt.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es anderen Elterntrainern ähnlich ergeht wie mir.

    Ich als Einzelperson falle hier sicher nicht ins Gewicht, aber in Summe wird da sicherlich auch ein gewisser Anteil an Trainern verloren gehen.

  • Ich sehe es nicht so dramatisch, da sich köperliche Entwicklungen auch manifestieren. Das heißt im Grunde das sich Kinder auch weiter entwickeln in der Zeit. Was Corona forciert ist, das Kinder denn drang nach training vermindert. Aber das kommt eh mit der Pupertät. Ich hatte letztens noch ein Training mit ein paar D Jugend und E Jungend Kinder und war so begeistert welche Tricks und welche intensität an den Tag gelegt wurden. Ich war pers. echt verblüfft wie sich Kinder auch ohne Trainer weiter entwickeln. Das die D Jugend das goldene Alter ist, kann ich nicht mehr bestätigen ... für mich ist die Zeit mit 15 also ... oder besser die zeit wo die Pupertät einsetzt das Zeitalter was Kinder im Tatendrang beeinflußt. Lasst die Kinder einfach Kinder sein. Was wir jedoch sehen werden ist, dass sich Kinder mehr vereinsamen indem sie keine Gruppen mehr haben sich zu messen. Schade.

  • Ich sehe einen "Langzeitschaden" gerade bei mir selbst heranwachsen.
    Im ersten Lockdown waren mein Trainerkollege noch recht aktiv und haben die Jungs immer zu den regulären Trainingsterminen mit Videos aus dem Netz oder selbst gefilmten Vorschlägen animiert etwas zu tun (Fußballtennis, Jonglieren, Dribbelparcours, "Mülltonnenbasketball" etc.)

    Ehrlich, ich halte echt nix mehr von diesen Zirkusvorstellungen. Denn sobald diese am Großfeld sind können die nach 20 min nicht mehr laufen. Ich hab unzählige Beispiele wie diese "ANGEHENDEN" "JUWELEN" dieser Spieler dann plötzlich scheiterten. Ich habe eine Studie gelesen, dass sich Lungenvolumen sowie Musuklatur mit 12-13 Jahren anpasst an das Training. Mittlerweile bin ich der Meinung, das die Kids lieber im Schnee toben sollten bis sie nicht mehr können und draußen evtl. mit n Ball im Schee rumbolzen anstatt stupide Trainings abhalten wo sie den Ball im Stand jonglieren oder hin und her hüpfen. Völliger Schwachsinn meiner Meinung... Vorallem sind es Kinder und die sollten die goldene Zeit der Jugend erleben. 0.0002% von diesen "JUWELEN" werden evtl. Profis... dafür vor dem Handy rumhüpfen sehe ich pers. nicht gut. Evtl lieber ne Std. raus gehen .. ;-) (Ist meine persönliche Meinung)

  • Mein Bruder und ich haben uns letzten Herbst ein Netzt für Fußballtennis gekauft (war eine Investition von ca 80€) und ich muss sagen, dass wir nach ein paar wenigen Trainingseinheiten deutlich besser geworden sind, was die Ballannahme und - Verarbeitung angeht.


    Und was mich wirklich überrascht: mein KOPFBALLSPIEL hat sich deutlich verbessert!!

    Früher war ich eine absolute Niete, was das angeht... Mittlerweile traue ich mir da deutlich mehr zu!


    Natürlich leidet die Kondition massiv daran, dass man nicht mehr mit mehreren Leuten über den ganzen Platz tobt, aber die Kondition ist ja wieder schnell aufgebaut! Technik hingegen kann man nie genug trainieren...



    Was die Bewegung aber PSYCHISCH an Vorteilen bringt, muss man hier denke ich nicht sagen!

  • Aus meiner Sicht kommt es immer auf die Alternative an. Wenn ich freitagsabends ein Onlinetraining für die D-Jungs anbiete, dann hole ich da 95% höchstens von Fifa oder Among Us weg ;) Und da wäre dann wahrscheinlich sogar einfaches Hütchendribbling die aus fußballerischer Sicht sinnvollere Beschäftigung. Zwar mit sehr geringen Grenznutzen, aber besser als gar nichts. Onlinetraining gegen eine Stunde toben im Schnee mit den Geschwistern - dann auf jeden Fall der Schnee :D


    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es im Frühjahr dann aussieht. Von zweien der Jungs habe ich seit dem letzten Training im Oktober nichts mehr gehört. Kann mir gut vorstellen, dass die auch nicht mehr wieder auf dem Platz aufschlagen. Mal sehen... Beim Großteil der Jungs und der B-Mädels mache ich mir keine Gedanken.

  • Wenn ich freitagsabends ein Onlinetraining für die D-Jungs anbiete, dann hole ich da 95% höchstens von Fifa oder Among Us weg ;)

    haha, bist du der Trainer meiner Kinder???



    Mit meinen Minikickern ist freilich alles Essig. Da waren wir ja noch in der Findungsphase und starten dann wohl nach Ostern einfach wieder bei Null.


    Unterm Strich mag das Niveau in allen Klassen etwas sinken aber da ja weltweit im Grunde alle betroffen sind, spielt das wohl eine untergeordnete Rolle, oder? Vielleicht gibt es ja sogar einen gegenläufigen Trend, nämlich dass man nach dem monatelangem Nichtstun Lust hat auf Bewegung und Vereine davon profitieren.

    Eine Werbekampagne könnte sicher was bringen...

  • Ich glaube auch, dass vor allem bei den Trainern die Gefahr besteht, dass sie aufhören.


    Zum einen merken die Trainer, dass die gewonnene Freizeit und Terminunabhängigkeit ganz schön sein kann, aber vor allem werden einige Ehefrauen keine Lust haben wieder soviel auf ihre Männer verzichten zu müssen