Die Zukunft des deutschen Fußball Teil 2

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  • Aufgrund er neuesten Untersuchungen des DFB und der Veröffentlichung in der

    Frankfurter Allgemeinen Zeitung

    https://www.faz.net/aktuell/sp…m-nachwuchs-17078373.html


    Wir hatten das Thema schon einmal:

    Die Zukunf des deutschen Fußballs


    dort hat TW-Trainer und einige andere genau die Dinge aufgezählt, die in den Nachwuchsleitungszentren und im DFB völlig falsch laufen.

    Mal schauen ob sich jetzt die Ausbildung im Fußball kindgerechter entwickelt.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Leider hinter einer Paywall

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Die Seite ist zurzeit öffentlich zugänglich.

    Ich habe die FAZ nicht abonniert. Evtl. müsstest Du die Einstellungen in deinem Browser ändern.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Ok, bei mir ist es jetzt auch hinter einer Paywall.

    Hier die Überschrift.


    In einer vertraulichen, schonungslosen Analyse von DFB und DFL wird der Niedergang der deutschen Nachwuchsarbeit im Fußball beschrieben und begründet. Und ein „Projekt Zukunft“ entwickelt – doch der Weg zurück an die Spitze ist weit.


    Es geht in dem Artikel:

    Um Ergebnisfussball in den NLZ soll reduziert oder sogar ganz abgeschafft werden. Der RAE (Alterseffekt) soll verschwinden.

    Die Staffeln sollen nicht mehr um Ab- u. Aufstieg kämpfen.

    Die Taktik soll reduziert werden. Die Indiviuelle Ausbildung soll in den Vordergrund rücken.

    Die Pädagogik soll einen viel höheren Stellenwert bekommen.


    Leider habe ich jetzt nicht alle Punkte behalten.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Ich konnte den Artikeln noch lesen bevor die Paywall zugeschlagen hat.


    Zunächst mal fand ich den Artikel selbst gut recherchiert und ansprechend geschrieben.
    Inhaltlich geht es noch etwas weiter als die zuletzt schon durchgesickerten Ansätze die Bundesligen für U17 + U19 abzuschaffen.
    Vielmehr ist wie Dirk Coerverfan oben schon andeutet im Rahmen des "Projekt Zukunft" vorgesehen, die Leistungszentren ab U14 komplett aus dem Wettbewerbsspielbetrieb zu nehmen und nur noch auf Basis von Leistungsvergleichen und Turnierwochenenden untereinander spielen zu lassen.
    Für mich liest sich das außerdem so, dass der Spielplan an sich entzerrt werden soll, so dass zum Einen Konzentrationen von Spielen an den Turnierwochenenden liegen, dafür aber auch mehr freie Wochenende für die Kids möglich sein sollen (freie Interpretation von mir!)

    Klingt für mich Grundsätzlich sehr vernünftig. Im Umkehrschluss bedeutet das bei uns in Bayern, dass Spieler sofern sie zur U12 in ein NLZ kommen bis inkl. U19 keinen wirklichen Wettbewerb (Tabellenfußball) haben. In Bayern spielen U12/13/14 bereits in einer NLZ-Förderliga, ab U15 kehren sie wieder in die Verbandswettbewerbe zurück.
    Ich persönlich habe damit kein Problem, finde das sogar sehr gut.


    Die Frage ist, wie die Verbindung zwischen NLZ-Betrieb und Breitensport bzw. ambitioniertem Jugendfußball gehalten werden kann. Es gilt schließlich auch Spieler die es im NLZ trotz der neuen Ansätze nicht packen aufzufangen und im Fußball zu halten, genauso wie weiterhin der Weg für Spätstarter möglich sein muss, erst ab der U15 oder später in den Leistungsfußball zu kommen.

    Ich hatte an anderer Stelle schon mal angeregt für alle Jugendklassen die Meisterschaften und Pokale abzuschaffen und auf eine Vernetzungsplattform für Freundschaftsspiele und Turniere zu setzen, über die Vereine regelmäßig Leistungsvergleiche (Freundschaftsspiele oder wie immer man es nennen möchte) miteinander ausmachen können.

    Ziel sollte immer sein, möglichst jede Woche (oder im Falle von Turnierformen z.B. alle 2) sich mit Teams auf ähnlichem Niveau zu messen. Sinnlose Kantersiege oder Schlappen würden so vermieden und die Ausbildung / Entwicklung aller Spieler wäre gemäß ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit möglich.

  • :thumbup: deckt sich inhaltlich fast mit dem FAZ-Artikel, der vielleicht noch etwas mehr drumherum erzählt.

    Ich würde mir wünschen, dass die Reform nicht an den Toren der NLZ aufhört.

    Was für die positive Entwicklung von Top-Talenten, die jeden Tag Bock auf Fußball haben gut ist, muss eigentlich auch im Breitensport helfen, Kinder und Jugendlich mit mehr Spaß und weniger Druck zu entwickeln und diese damit länger im Sport und im Verein zu halten.


    Betrachtet man allerdings die Vorbehalte und die Ignoranz, die zumindest in unserem Bezirk zu Funino bzw. den Veränderungen im Kinderfußball bei Verbandsvertretern als auch Vereinen herrschen, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich in die Richtung etwas tun wird.


    Da hat es ein relativ geschlossenes System wie die DFL bzw. der relativ kleine Kreis der Leistungszentren leichter. Die machen einfach Ihr Ding und kehren dem Verbandsspielbetrieb den Rücken.

    Und kein Spieler wird sagen, ich gehe lieber zu einem Verein, der Regionalliga was weiß ich wo spielt, weil mich das mehr reizt als andauernd immer nur diese Freundschaftsspiele...

  • Trainero

    Vielen Dank, in dem Kickerbericht sind schon sehr viele Punkte angesprochen.

    Außerdem ging es auch um die Elternarbeit, Entfernungen, Freizeit usw.

    Für mich persönlich sehr wichtig.

    Endlich wird der Ergebnisdruck von den Spielern und den Trainern genommen.

    Ich finde es völlig verrückt, dass von den besten Fußballern eines Jahrganges, die wir in Deutschland haben, einige auf der Ersatzbank versauern müssen, nur weil das Ergebnis wichtiger als die Ausbildung ist.

    Dann fangen auch schon NLZ-Trainer mit umfangreichen Gruppen- und Mannschaftstaktiken in der C- und B-Jugend an.

    Das muss einfach mal ein Ende haben.

    Wenn sich jetzt auch noch der DFB und die Leistungszentren ein wenig an Twente Enschede orientieren, dann wird auch den Spieler ein wenig vom Druck genommen.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Dann fangen auch schon NLZ-Trainer mit umfangreichen Gruppen- und Mannschaftstaktiken in der C- und B-Jugend an.

    Das muss einfach mal ein Ende haben.

    Was genau ist daran falsch?


    Ich denke, wenn es auf das Großfeld geht, sind Grundlagen in allen gruppentaktischen Bereichen notwendig.


    Natürlich werden dann einige Grundlagen vertieft, je nachdem was der Trainer, der Verein oder die Mannschaft vorgeben oder ermöglichen. Ich bin zwar nicht im NLZ, aber selbst im Breitensport gehe ich alle Pressingformen und Abwehrformationen im Training durch. Und ich teste auch alles in den Spielen, aber auf eins kann ich mich ja irgendwie auch festlegen. Und ich erwarte auch, dass die Spieler das verstehen, Fachbegriffe kennen und das umsetzen können. Fehler sind aber natürlich nicht verboten, es ist ein Lernprozess.


    Und ich behaupte außerdem, dass Gruppentaktiken extrem viel Spaß machen können, wenn man sie ohne Druck und spielerisch einstudiert. Vor allem fördern sie das Gruppengefühl.


    Gegenfrage: Wann sollen sonst die Grundsteine für z.B. Pressing gelegt werden? Schadet es einem C- oder B-Jugendlichen, wenn er bereits 3 Jahre früher den Gegenspieler in die Mitte lenken kann oder richtig in der Kette verschiebt? Was ist falsch, wenn eine C-Jugend bewusst flach in den Strafraum kombinieren kann oder bewusst das Spiel über den Flügel sucht, weil sie einen Kopfballstarken Stürmer haben? Das durchzuführen benötigt nunmal Gruppen- und Mannschaftstaktiken, warum sollen die nicht Inhalte des Trainings sein?

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Ich weiß gar nicht, wo ich bei diesem Thread anfangen soll mitzudiskutieren und welche Intention hinter dem Thread liegt:

    - soll es hier um Kinder-, Jugendfußball oder den Übergang zu den Erwachsenen gehen?

    - soll es hier um Breiten- oder Leistungsfußball gehen? (bei den Erwachsenen wird auch zwischen Profi- und Amateurligen unterschieden)

    - soll es hier um den DFB (bzw. die Landesverbände) oder NLZs gehen?

    - welches Gesamtkonzept diskutieren wir hier?


    Wenn ich hier z.B. von Dirk Coerverfan lese: "Ich finde es völlig verrückt, dass von den besten Fußballern eines Jahrganges, die wir in Deutschland haben, einige auf der Ersatzbank versauern müssen, nur weil das Ergebnis wichtiger als die Ausbildung ist." frage ich mich ob die Aussage richtig ist. Die besten eines Jahrganges spielen - und das teilweise sogar schon in der Bundesliga (z.B. Moukoko, Wirtz, Musiala, Thielmann). Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass die besten eines Jahrganges immer 15 Spieler eines Geburtsjahres in einem NLZ sind, dann sitzen davon logisch 15 Spieler auf der Bank, wenn ich keine U16 und U18 habe. Hier stellt sich mir die Frage, gibt es die aus Kostengründen nicht oder weil die schlechte Ergebnisse produzieren würde. Oder gibt es dafür noch andere Gründe?

    "Endlich wird der Ergebnisdruck von den Spielern und den Trainern genommen." gibt es den bei Turnieren oder Leistungsvergleichen nicht? Das würde ich stark bezweifeln. Den gibt es wahrscheinlich bei jedem Turnier - in der Liga im Mittelfeld habe ich in den letzten Spielen meistens auch keinen Druck mehr. Was ist denn die Ursache für den Druck?

    Gruppen- und Mannschaftstaktik gehört für mich in eine C- und B-Jugend mit rein. Wann soll man denn deiner Meinung nach damit anfangen? Oder liegt hier die Betonung auf "umfangreichen"?

    Zu guter Letzt: kläre mich bitte über Twente Enschede auf - ist das eine Anspielung auf Scout... (das war vor 10 Jahren - ist das heute auch noch so?) oder hast du mir einen Link zum Nachlesen? Danke.


    Coach1976 : findest du die Förderliga bei U12/13/14 in Bayern jugendgerecht (ab D-Jugend spreche ich von Jugend und nicht mehr von Kindern)? Ich habe da meine Zweifel, wenn ich Fahrzeit zu Spielzeit (3x 25 min.) ins Verhältnis setze und auch das Großfeld mit 11 Spielern und der extra Abseitsregel (U12) mir ansehe (Durchführungsbestimmungen).

    Vernetzungsplattformen gibt es übrigens mittlerweile viele - und trotzdem wird immer wieder auf die (ehrenamtlichen Mitarbeiter der) Verbände zurückgegriffen ;)


    Nachdem im anderen Thread zur Zukunft des Kinderfußball und die Fairplay-Liga diskutiert wurde, möchte dazu nur anmerken, dass sich hier einiges zur Zeit bewegt - ich hoffe die Bewegung übersteht die Corona Zwangspause.

  • Ich finde es völlig verrückt, dass von den besten Fußballern eines Jahrganges, die wir in Deutschland haben, einige auf der Ersatzbank versauern müssen, nur weil das Ergebnis wichtiger als die Ausbildung ist.

    Wie definierst du denn die besten Spieler eines Jahrgangs?


    Vielleicht sind die besten Spieler eines Jahrgangs auch diejenigen, die sich durchsetzen und dann auch spielen, gerade WEIL es um Ergebnisse geht? Welcher Trainer lässt auf Ergebnisse spielen und lässt seine besten Fußballer draußen?


    Bei dem Prozentsatz, der es tatsächlich zu den Profis und sogar in die Bundesliga schafft, glaube ich nicht, dass allzu viele talentierte Spieler übergangen wurden, weil sie wegen Ergebnisorientierung nicht gespielt haben. Ist natürlich nicht zu belegen, aber wer sich da nicht durchsetzt, der ist dann vielleicht auch nicht der richtige für Konkurrenzkampf bei den Profis.


    Ich glaube nicht, dass die Ausbildung mehr in die Breite gehen muss. Der DFB zum Beispiel will nicht alle Spieler besser machen, sondern diejenigen mit den besten Voraussetzungen. Was bringen z. B. der Nationalmannschaft 8 Top-Stürmer, ein oder zwei reichen ja schon. Und die werden sich auf ihrem Weg dahin durchsetzen, egal wo und gegen wen. Und wenn sie sich nicht durchsetzen, dann sind sie eben nicht diese Top-Stürmer.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Was bringen z. B. der Nationalmannschaft 8 Top-Stürmer, ein oder zwei reichen ja schon

    Das geht aber nur so lange auf, wie deine beiden fit sind. Wenn da ein oder zwei ausfallen und dahinter nicht viel kommen würde, sieht es schon mau aus. Das Ziel müsste doch eigentlich sein, dass acht um die Posten der zwei konkurrieren.


    Da es ja hier speziell um den deutschen Fußball geht: wie wäre es denn, wenn die Profivereine auch mal wieder vermehrt deutsche Spieler einstellen würden? Die meisten Vereine beschäftigen nur rund 50% Deutsche. Natürlich gehören Ausländer in unsere Gesellschaft, keine Frage. Aber das sind eben lt. Statistik rund 1/4.

    Dramatisch finde ich es, dass gezielt ausländische Jugendliche in die NLZs geholt werden. https://fussball.news/a/eberl-…er-spieler-nlz-regulieren. Was soll da langfristig für den deutschen Fußball bei rauskommen?


    Mir kommt die Bundesliga immer mehr vor wie eine "Weltliga, Abteilung Deutschland". Mir ist auch immer mehr egal, wer da welches Trikot anzieht. Identifikation kann ich keine mehr entwickeln und so gucke ich mir inzwischen die Sportschau an und erfreue mich an schönen Spielzügen. Und wer dann für wen das Ding reingemacht hat... egal.


    Mitfiebern tu ich nur noch bei meinem Team und denen meiner Kinder.


    Gehts euch auch so oder seid ihr noch treu an der Seite eurer Vereine?

  • Mitfiebern tu ich nur noch bei meinem Team und denen meiner Kinder.


    Gehts euch auch so oder seid ihr noch treu an der Seite eurer Vereine?

    Auch wenn's jetzt etwas Off-Topic wird: Als HSV Fan fällt es schwer diesem Verein treu zur Seite zu stehen, aber irgendwie findet man sich doch WE für WE vor dem Fernseher wieder, wird aber weniger. Früher habe ich meine Planungen für das WE um das Spiel herum aufgebaut.... Aber grundsätzlich fühle ich eine gewisse Sättigung mit dem Produkt Fussball.


    Richtige Emotionen, mit Gänsehaut und allem was dazu gehört, gibt (gab) es tatsächlich nur noch bei spielen meiner Kinder(mannschaft).

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Ich glaube nicht, dass die Ausbildung mehr in die Breite gehen muss. Der DFB zum Beispiel will nicht alle Spieler besser machen, sondern diejenigen mit den besten Voraussetzungen. Was bringen z. B. der Nationalmannschaft 8 Top-Stürmer, ein oder zwei reichen ja schon. Und die werden sich auf ihrem Weg dahin durchsetzen, egal wo und gegen wen. Und wenn sie sich nicht durchsetzen, dann sind sie eben nicht diese Top-Stürmer.



    Wie Goodie schon schrieb, Form/ Gesundheit sind das eine.

    Und dann vl noch die Spielertypen, Stürmer ist nicht gleich Stürmer.


    Der eine ist ein Werner, der mit hohem Tempo agiert, der andere ein Lewandowski, der mitspielt, der andere ein Müller, der einfach oft richtig steht und "Instinkt" hat....


    Verschiedene Typen erhöhen die Flexibilität, man kann vermehrt auf gegnerische Schwächen eingehen usw...



    Natürlich KANN der DFB nicht jeden Spieler besser machen, aber es sollte das ZIEL sein, dass die Vereine jeden Spieler besser machen (können, wollen)!!

  • Coach1976 : findest du die Förderliga bei U12/13/14 in Bayern jugendgerecht (ab D-Jugend spreche ich von Jugend und nicht mehr von Kindern)? Ich habe da meine Zweifel, wenn ich Fahrzeit zu Spielzeit (3x 25 min.) ins Verhältnis setze und auch das Großfeld mit 11 Spielern und der extra Abseitsregel (U12) mir ansehe (Durchführungsbestimmungen).

    Vernetzungsplattformen gibt es übrigens mittlerweile viele - und trotzdem wird immer wieder auf die (ehrenamtlichen Mitarbeiter der) Verbände zurückgegriffen ;)


    Nachdem im anderen Thread zur Zukunft des Kinderfußball und die Fairplay-Liga diskutiert wurde, möchte dazu nur anmerken, dass sich hier einiges zur Zeit bewegt - ich hoffe die Bewegung übersteht die Corona Zwangspause.

    ich finde das Konzept der Förderliga Jugendlichen die Möglichkeit zu geben regelmäßig Teams auf Augenhöhe zu treffen und hier ohne Auf-/ Abstiegsregeln und den dadurch resultierenden Druck auf Trainer und Spieler Punkte für Klassenerhalt oder Aufstieg sammeln zu müssen grundsätzlich gut. Jeder von uns kennt das doch aus seiner aktiven Zeit. Richtig befreit spielst Du dann, wenn Du einen "Lauf" hast, oder wenn es um nichts mehr geht...
    Ob es wie in Bayern schon ab der U12 losgehen muss kann man diskutieren.
    Zur Spielfeldgröße habe ich in anderen Beiträgen ja schon meine Meinung dargestellt.
    Da finde ich die Lösung früher auf größeren Feldern zu spielen auch alles andere als glücklich.
    Meine Lösung wäre:
    U12 - 7er Feld
    U13 - 7er + 9er Feld variabel

    U14 - 9er - Feld

    U15 - 9er Feld + 11er Feld variabel

    ab U17 Großfeld


    Das Thema mit den Strecken ließe sich durch Leistungsvergleiche / Turnierwochenenden lösen. 14-tägig am Samstag und/oder Sonntag ein Spieltag mit 4 Mannschaften. Jedes Team hat 3 Spiele, jeder Spieler genug Spielzeit. Am Wochenende dazwischen ist Training oder frei.

    Freundschaftsspiele außerhalb dieses Rahmens sind an Wochenenden verboten.

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich mit den Durchführungsbestimmungen der Förderligen nicht tiefer beschäftigt habe, sondern nur weiß dass es sie gibt. Durch Aufteilung der Förderligen in Nord- und Süd und Hinzunahme weiterer BFV-NLZ ergibt sich beim Fahraufwand aber im verglichen mit den U13-BOL, wo die Jungs ja wieder gegen ältere spielen müssten in vertretbarer Mehraufwand.

    Zum Thema Vernetzungsplattform:
    wie Du schon schreibst gibt es Plattformen.
    Ich könnte mir Vorstellen, dass man sich bei den Verbänden die aufwendige Arbeit Spielpläne und Ligen zu organisieren und nach bestem Wissen und gewissen aufzuteilen sparen könnte und die Energie besser in so eine Plattform stecken sollte, die dann eine eigene Dynamik entwickelt.

  • Ich würde mir folgendes wünschen:

    Abkehr vom 11 vs. 11 in der U14 (und von mir aus auch noch in der U15) und noch beim 9 vs. 9 bleiben.


    Gerade in der aktuellen Zeit, wo zwei, drei Jahrgänge extrem unter Corona leiden (D-Jugend mit dem goldenen Lernalter), sollte man dem hier entgegensteuern.

    Was nützt es denen, in der C-Jugend 11 vs. 11 zu spielen, wenn entscheidende Lernphasen in der D-Jugend Corona zum Opfer sind???

    Gerade auch in Bezug auf die nicht so begnadeten Kicker, die den DFB zwar nicht so sehr interessieren, die aber für den Bestand der Artenvielfalt unter den Vereinen essentiell sind, da diese die Vereine weiterführen werden.

    Hier muss aufgepasst werden, dass der ohnehin einsetzende Dropout nicht noch größer ausfallen wird als sonst...


    Unterhalb der U12 entsprechend das System anpassen:

    Erst 3 vs. 3, dann 5 vs. 5, dann 7 vs.7



    Vielleicht sind die besten Spieler eines Jahrgangs auch diejenigen, die sich durchsetzen und dann auch spielen, gerade WEIL es um Ergebnisse geht? Welcher Trainer lässt auf Ergebnisse spielen und lässt seine besten Fußballer draußen?


    Bei dem Prozentsatz, der es tatsächlich zu den Profis und sogar in die Bundesliga schafft, glaube ich nicht, dass allzu viele talentierte Spieler übergangen wurden, weil sie wegen Ergebnisorientierung nicht gespielt haben. Ist natürlich nicht zu belegen, aber wer sich da nicht durchsetzt, der ist dann vielleicht auch nicht der richtige für Konkurrenzkampf bei den Profis.


    Das ist die Gretchenfragen, die in der Tat niemand belegen kann.

    Gleichwohl dürften die Studien zum RAE hier eine recht eindeutige Sprache sprechen.


    Es ist in der Tat ein weites Feld, dass es zu beackern gilt...

  • Bei dem Prozentsatz, der es tatsächlich zu den Profis und sogar in die Bundesliga schafft, glaube ich nicht, dass allzu viele talentierte Spieler übergangen wurden, weil sie wegen Ergebnisorientierung nicht gespielt haben. Ist natürlich nicht zu belegen, aber wer sich da nicht durchsetzt, der ist dann vielleicht auch nicht der richtige für Konkurrenzkampf bei den Profis.


    Ich glaube nicht, dass die Ausbildung mehr in die Breite gehen muss. Der DFB zum Beispiel will nicht alle Spieler besser machen, sondern diejenigen mit den besten Voraussetzungen. Was bringen z. B. der Nationalmannschaft 8 Top-Stürmer, ein oder zwei reichen ja schon. Und die werden sich auf ihrem Weg dahin durchsetzen, egal wo und gegen wen. Und wenn sie sich nicht durchsetzen, dann sind sie eben nicht diese Top-Stürmer.

    Das möchte ich bezweifeln. Es gibt ja auch bei den NLZ nicht -DIE EINE- Philosophie. Sondern, verschiedensten Umständen geschuldet(ERwartungshaltung Verein, Einzugsgebiet, möglichkeiten etc. etc.), viele verschiedene.

    Das bestätigt sich in der unterschiedlichen Fluktuationsrate z.b. .

    Und da macht sich schon bemerkbar, das evtl. der ein oder andere aussortiert worden wäre, weil seine Entwicklung kurz -verzögert, unterbrochen whatever- war. Oder ob das Nlz diese Phase, evtl. notgedrungen, zugestanden hat.

    Ich habe mich mal länger mit einem Zweitligaprofi unterhalten, der überzeugt war das er in einem anderen NLZ nicht zum Profi geworden wäre, weil er dort an der Erwartungshaltung gescheitert wäre.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich sehe es genauso. Bei den Länderspielen siehst Du es dann, dass die deutschen Spieler fehlen.

    ich finde es auch sehr schade, wenn ein Jugendlicher die deutschen U-Teams durchläuft, um sich danach für ein anderes Land zu entscheiden..

    Aber vielleicht sehe ich das auch zu schwarz

  • Mitfiebern tu ich nur noch bei meinem Team und denen meiner Kinder.


    Gehts euch auch so oder seid ihr noch treu an der Seite eurer Vereine?

    Geht mir ähnlich. Der Anteil an Spielen die ich in voller Länge schaue (ob BL oder internationale Wettbewerbe) ist verschwindend gering geworden. Ich bin seit meiner Kindheit allerdings Bayern Fan und da hört es auch irgendwo auf, 'meiner' Mannschaft ernsthaft die Daumen drücken zu wollen dass sie die X'te Meisterschaft in Folge gewinnen.

    Ich habe jetzt aber mal wieder die nicht so wichtigen Spiele der NM geschaut, gerade weil derzeit so eine schwache Phase ist. Da kann man tatsächlich wieder anfangen die Daumen zu drücken und Fan zu sein, der hofft dass es besser wird.

    Bei dem Prozentsatz, der es tatsächlich zu den Profis und sogar in die Bundesliga schafft, glaube ich nicht, dass allzu viele talentierte Spieler übergangen wurden, weil sie wegen Ergebnisorientierung nicht gespielt haben. Ist natürlich nicht zu belegen, aber wer sich da nicht durchsetzt, der ist dann vielleicht auch nicht der richtige für Konkurrenzkampf bei den Profis.


    Ich glaube nicht, dass die Ausbildung mehr in die Breite gehen muss.

    Denke ich auch. Man sieht ja z.B. am Beispiel Island was bei gezielter Förderung von nur wenigen Toptalenten möglich ist. Zugegeben ist bei Island schon aufgrund der geringen Bevölkerungszahl nur wenig Masse gegeben, dennoch ein gutes Beispiel das es eine riesige Breite nicht braucht, um mit Elitemannschaften Spitzenleistungen zu bringen.

    Trotzdem stellt sich die Frage, wie fördert man seine Nachwuchstalente am Besten ? Durch ständigen Tabellenwettbewerb und Platzierungsdruck oder 'freiere' Spielmöglichkeiten in Turnieren, Leistungsvergleichen in Freundschafts-/Testspielen ?


    Denn tatsächlich ist doch jedes Spiel für sich ein Wettbewerb, oder geht irgend jemand in ein Testspiel und sagt sich: heute ist mir alles egal ? Wenn ein Spiel erst mal angefangen hat, will man doch einfach so gut wie möglich abschneiden bzw. das die gewünschten Spielziele auch umgesetzt werden (ist ja etwas anderes als nur 'irgendwie' zu gewinnen). Dennoch kann man ohne Tabellendruck doch etwas freier agieren. Ich halte daher den Ansatz den Tabellenwettbewerb etwas runterzubremsen für richtig.