Beobachter_Basis
Ich bin zu 1000‰ Inhaltlich bei dir. Vielleicht ist dein Schreibstil extrem gewöhnungsbedürftig aber wie es scheint hast du Erfolg mit deiner Empörung.
Du hast es geschafft , dass ich eine Pause mache, eigentlich bin ich dabei mein Kinderfußballbuch zu finalisieren. Sorry, Uwe es dauert etwas länger aber ich schaffe es noch. Und glaube mir es wird gut.
Du hast es bisher auf den Punkt getroffen. Als Mathias Sammer noch DFB Sportdirektor war, sagte er ca. 2006 oder 2007 sinngemäß: "Der Schlüssel zum Erfolg der Nationalmannschaft sind die Kinder- u. Jugendtrainer." Sehr schöne und aus meiner Sicht auch richtige Worte.
Leider kamen keine vernünftigen Taten. Wenn ich über unsere Fußballplätze gehe und mir die Kinderspiele anschaue, sehe ich genau das was du beschreibst. Kaum ausgebildete Trainer, die wissen wie Funinio funktioniert. Taktierende Trainer, laute Eltern Ergebnisfußball statt Erlebnisfußball. In den seltesten Fällen gibt es altersgerechte Ausbildungspläne oder planvolle Trainingsaufbauten.
Es hat sich also nicht geändert obwohl Sammers Ideen wirklich gut waren und die von Hannes Wolf und seines Teams wirklich genial sind.
Du hast absolut recht. Wenn ich etwas in Deutschlands Fußballwelt bewegen will, muss man das ändern, woran auch Mathis Sammer gescheitert ist.
Den wenigsten ist es bewusst, dass Fußball an der Basis regional u. basisdemokratisch organisiert ist. Die Vereinsvorstände werden von den Mitgliedern gewählt. Die Kreisvorstände werden von den Vereinsvorständen gewählt. Diese Kreisvorstände haben die Organisationshoheit über den Kinder- u. Jugendspielbetrieb in ihren von ihnen verwalteten Spielklassen. Bis einschließlich D-Jugend gibt es in den meisten Regionalverbänden keine bezirks- oder landesweiten Staffeln. Somit können die Kreisvorstände alles so organisieren wie sie wollen. Meistens sitzen in den Kreisvorständen und -jugendvorständen aber Organisatoren und keine Kinderfußballversteher.
Für diese Organisatoren ist jede Veränderung erst einmal eine Bedrohung. Was ja auch völlig menschlich ist. Somit kann der DFB Vorschläge machen, hat aber keine Durchsetzungsbefugnis. Es geht immer nur über Einsicht und die braucht Geduld und macht gefühlt alle 4 Jahre einen Rückschritt (Neuwahlen usw.). Sammer wollte schon 2008 die 7er D-Jugend zum Pflichtspielbetrieb verbindlich machen.
Heute denken einige schon wieder auf D-Jugend 11er Mannschaften rum, während Hannes Wolf 2 Spielfelder befürwortet damit es kaum noch Auswechselspieler gibt.
Wenn man dann auch noch weiss, dass die Regionalverbände von den Kreisverbänden gewählt werden und das der DFB Vorstand von genau diesen Verbänden gewählt wird. Dann kann man sich vorstellen, dass es kaum Veränderungen an der Basis geben wird.
Wer will es sich auch mit seine Wählern verscherzen? Es gibt einfach zu wenige Vorstände im Fußball die sich mit dem Kinderfußball auseinander setzen und sich für kindgerechtes Training und kindgerechte Organisationsformen stark machen.
Ich denke, dass du genau hier Veränderungen herbeiführen möchtest... oder?
Meine Ideen: Beteiligt die DFL, den DFB und sämtliche Profklubs in Deutschland an den Kosten für eine sehr gute Infrastruktur und für eine viel, viel bessere Kindertrainerausbildung, die auch finanzierbar ist. Stellt einen bundeseinheitlichen Ausbildungsplan für das Kindertraining auf. Setzt die Einhaltung dieser Pläne mit hohen Anreizen für die Trainer u. Vereine durch. Bildet die Kreisvorstände weiter, damit auch dort das Verständnis für den Kinderfußball viel größer wird.
Noch eine Idee, die mir aber etwas widerstrebt: Mit einer Zentralisierung der Organisation des Kinderfußballs könnte man sehr schnell sehr viel bewegen.
Wie gesagt, Sammer 2008 und bis heute hat sich kaum etwas bewegt oder bewegt sich zurück.