Wettkampfstrukturreform - allgemeiner Austausch

  • So richtig springt mein Ironiedetektor nicht an. Bei E&F sollte er aber Alarm schlagen, oder??

    danke.;)… ich hatte gedacht ich erkenne die Ironie als einziger nicht. obwohl es nur ironisch gemeint sein kann. (nach meinem Verständnis jedenfalls:/)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ja und Nein. ;)


    Bei F auf jeden Alarm, ja. Zum einen ist es Ironie und sehr überspitzt.

    Gleichzeitig aber auch auf vielen Fußballplätzen und in den Köpfen vieler Menschen Realität.


    Bei E bin ich zwiegespalten. Auch ich sehe gerne kleine Torhüter die schon voll auf Show machen. Ist ja auch irgendwie süß. Und die stolzen Eltern oder Trainer freuen sich doch. Sollen sie auch machen. Auch Taktikgeplänkel und Formationswahnsinn in Maßen ist doch auch in Ordnung. Da kann ich oft drüber schmunzeln und freue mich mit denen, die Spaß dran haben. Ist halt nicht meine Prio 1.


    Nervig wirds bloß wenn irgendwer drunter leiden muss. Vielleicht unbemerkt oder auch offensichtlich. Und da hört bei mir der Spaß auf.
    Und dank Funino können wir wieder mal diese Dinge diskutieren. Genau wie bei Einführung der FPL... :S

    Gruß
    sb

  • Ich glaube es macht wenig Sinn, die Bemerkungen zu meiner Auflistung der contra Funino Argumente zu kommentieren, die Argumente pro/contra sind ausgetauscht, ein paar Anmerkungen habe ich aber doch noch.


    1. Die weitere Diskussion muss differenzieren zwischen Bambini, F- und E-Jugend, zumindest komme ich für alle 3 Altersstufen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.


    2. Letztendlich hängt die Einschätzung pro/contra Funino sehr stark von der Philosophie des einzelnen Trainers ab:

    Wenn ich als Trainer das Spiel als Fortsetzung des Training ansehe, lautet die Konsequenz: Funino. Wenn ich als Trainer aber die gemeinsame Freude am Fußball in den Vordergrund stelle, dann spiele ich lieber 7:7 (Die Beantwortung der Frage, was im Vordergrund stehen sollte, kann sich natürlich auch abhängig von der Altersstufe ändern)


    3. Trainer E:

    Der Begriff "betreutes Kicken" beschreibt mein initiales Verständnis als Trainer übrigens sehr gut (KEINE IRONIE). Genau so habe ich meine Rolle in den ersten Jahren verstanden. Ich hatte NULL Erfahrung als Trainer und habe wie wohl viele andere den Job nur gemacht, damit überhaupt eine Mannschaft des Jahrgangs meines Sohnes weiter existiert. Nach und nach habe ich mich dann informiert, wie man Training altersgerecht gestalten kann. Hätte mir damals jemand gesagt: Du setzt jetzt unser 50-Seiten Konzept um und darfst erst antreten, wenn du "Spielintelligenz im Fußball" auswendig kannst - Ich hätte es NICHT gemacht!



     


  • Wenn wir uns schon so herrlichlich subjektive Einzelerfahrungen um die Ohren klatschen, hier meine zum "betreuten Kicken":


    Eine Mannschaft von der E bis in die C2 vom gleichen Trainergespann trainiert, welches von Fußball nicht wirklich eine Ahnung hatte. Engagiert, gut mit den Kids, aber eben auch maximales laissez-faire im Training. Das Resultat war dann, dass in der ersten Kreisliga* Saison in der C-Jugend jedes Spiel klar verloren wurde, oft zweistellig. In der nächsten Saison haben mein Co und ich die Mannschaft übernommen (und sind in der KKLA Dritter geworden, für die Ergebnisfans ;). Meine Erfahrungen aus erster Hand:


    - Ambitionierte Spieler wechseln den Verein. Das tut nicht nur der Jugendsaubildung und den Ergebnissen weh, sondern sprengt auch immer wieder das Mannschaftsgefüge, denn Leistungsträger sind idR auch in der sozialen Hierarchie tonangebend.

    - Spieler verlieren den Spaß am Fußball. Niederlagen zum einen, aber auch, dass z.B. jedes Training zum Abschluss einfach eine Dreiviertelstunde gebolzt wird, während Trainer und Spieler munter am Rand nebenbei schnacken, gefällt erstaunlicherweise auf die Dauer niemandem- nicht einmal den größten Spaßfußballern. Nicht jeder möchte eine "fußballerische Ausbildung" erhalten, aber jeder Spieler möchte ein abwechslungsreiches, dann und wann forderndes Training mit Erfolgserlebnissen. Idealerweise dann auch im Spiel (und zwar nicht nur, weil man Kreisklasse Z gemeldet hat).

    Wir hatten im Sommer außergewöhnlich viele Abgänge, die sich in anderen Sportarten umgesehen haben, und dieser interne Drop-Out lässt sich sehr gut auf die verkorkste Saison zurückführen.

    - Die psychische Negativspirale ist immens. Diese Spieler geben auf dem Platz schneller auf, gehen negativer miteinander um (Schuldzuweisungen) und bleiben definitiv um Längen unter ihren fußballerischen Möglichkeiten. Beobachtet im direkten Vergleich alter/junger Jahrgang. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass dies -so wie ein positives Erlebnis des Sportes die psychosoziale Entwicklung stützt- auch weitergreifende Auswirkungen auf die Charakterentwicklung haben kann. In jedem Fall wird auch hier Potenzial verschenkt.

    Wir haben im ersten Jahr mit dieser Truppe unwahrscheinlich viel in puncto Einstellung, positiver Kommunikation, Selbstvertrauen (und Technik) nacharbeiten müssen- und trotzdem längst nicht genug geschafft.


    * Meiner Ansicht bzw. dem Leistungsniveau hier im Norden nach kann jeder Spieler, der ein- bis zweimal die Woche vernünftig trainiert wird problemlos Kresiliga spielen.



    Wenn der Ansatz tatsächlich "bloß 'n bisschen Bolzen" ist, kann man das natürlich schon machen. Nur ist dann für mich fraglich, wozu es den Verein oder überhaupt Trainer braucht... :)



    Noch einmal, jeder frewiliige (Vater)Trainer in Ehren und sicherlich kann man sagen, besser Kicken mit Betreuung als gar kein Fußballangebot. Aber wer nicht bestrebt ist, den Kindern bestmöglich gerecht zu werden (als Trainer, Fußballabteilungsleiter, whatever), der ist eben falsch auf seinem Posten. Und zwar in jeglichem Bereich der Pädagogik.

    "Football is a simple game. Twenty-two men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win."

    - Gary Lineker

  • Bussfallgott : Da habe ich auch schon gegenteilige Erfahrungen gemacht. Trainer die eine laissez-faire Truppe mal so richtig auf voranbringen wollten. Spaß war nicht mehr an erster Stelle sondern sollte mit Disziplin und Leistung kombiniert werden. Die Spiele wurden ernster angegangen. Training von einmal auf zweimal die Woche erhöht.


    Fazit nach einem halben Jahr: Ergebnisvorteil brachte 2 Tabellenplätze. Die Manschaftsstärke ist um ein Drittel geschrumpft.


    Ich bin nicht sicher ob man das pauschalisieren kann. Natürlich ist weder das eine noch das andere extrem richtig. Sinnlose gebolze hilft Niemandem. Trotzdem wäre ich mit dem Ansatz straffes Training vs. lockeres Training vorsichtig, dass ist individuell zu bewerten. Kein Schwarz Weiss Thema.

  • Bussfallgott : Da habe ich auch schon gegenteilige Erfahrungen gemacht. Trainer die eine laissez-faire Truppe mal so richtig auf voranbringen wollten. Spaß war nicht mehr an erster Stelle sondern sollte mit Disziplin und Leistung kombiniert werden. Die Spiele wurden ernster angegangen. Training von einmal auf zweimal die Woche erhöht.


    Fazit nach einem halben Jahr: Ergebnisvorteil brachte 2 Tabellenplätze. Die Manschaftsstärke ist um ein Drittel geschrumpft.


    Ich bin nicht sicher ob man das pauschalisieren kann. Natürlich ist weder das eine noch das andere extrem richtig. Sinnlose gebolze hilft Niemandem. Trotzdem wäre ich mit dem Ansatz straffes Training vs. lockeres Training vorsichtig, dass ist individuell zu bewerten. Kein Schwarz Weiss Thema.

    Moin,


    das war doch eine "subjektive Beschreibung seiner Erfahrung" und keine pauschale Aussage von Bussfallgott.

  • bezüglich eurer Reform würde ich nach mehreren Jahren Erfahrung 4+1 und Mini Tor 3x1,6 m soweit gehen das ich bei der U6 undU7 mit Liniendribbling spielen würde.

    U8 Funinio Festivals und ab U9 erst mit Torspiel und Torwart beginnen.


    Wir machen gerade den Schritt bei der U6 + U7 weg vom 5er (4+1) Fußball, auf 2vs2 (U6) und 3vs3 (U7) finde ich eigentlich ganz ok


    Weil ICH

    1. weniger Mitspieler habe mit denen ich den Ball teilen muss
    2. weniger Gegenspieler habe die mir den Ball wegnehmen wollen
    3. vielbeschäftigt bin und wenige steh oder wartepausen habe


    Funinio kann und muss ja nicht nur nach Lehrbuch gespielt werden, ob es dann noch funinio ist sei dahingestellt aber ich habe zb wie ich mein aktuelles Team (U14) übernommen habe in der ersten Einheit ein Feld mit 30x25 Metern aufgebaut, 4 Hütchentore markiert und den Ball eingeworfen.

    Danach habe ich es genau wie Goodie erwähnt hat gemacht. Ich habe das Spiel beaufsichtigt und zugeschaut, was ja nix schlechtes ist wenn man daraus die richtigen Schlüsse zieht und mit Regelanpassungen den Spielfluss aufrecht erhält.

    "Los gehts" ansagt, der ist mE kein Trainer sondern der führt bestenfalls Aufsicht.

    die erste "tolle" Aktion war...Team A hat den Ball an der eigenen Torlinie erkämpft und er rechte "Flügel" (4vs4) setzt zum Sprint an und ruft "schick". Verteidiger setzt zum hohen Ball an und zack, war er schon weit über den Spielfeldrand hinausgeflogen.

    das ganze ging 5x4 min.

    Danach habe ich das Spiel beendet und gefragt

    Wie es war? Alle waren sich einig und sagten --> LANGWEILIG.

    Seid ihr müde? -->NEIN

    sollen wir es nochmals spielen --> NEIN


    Und was soll ich sagen, na klar haben wir es wieder und wieder und wieder gespielt... Jedoch mit 1 Provokationsregeln, keine hohen Bälle. --> Ergebnis war massives gestocher auf engsten Raum. Zum Ende des Trainings war dann immer der Ruf nach dem Abschussspiel auf zwei große Tore und dem bin ich auch anfangs nachgekommen.


    Das ganze habe ich nun 8 Monate lang praktiziert und bin mittlerweile bei solchen Spielen angekommen die den Kids alles abverlangt, jedoch riesen Spaß macht und es kein verlangen nach dem "Abschlussspiel" gibt. Ganz im Gegenteil es wird mittlerweile sogar gemault wenn ich so ein Spiel abbreche und die Tormänner auffordere ins Tor zu gehen


    Meine Art funinio zu spielen, davon habe ich noch sehr viele Varianten :evil:


    Team Gelb und orange spielen gegen Team blau und grün mit Liniendribbling. Gelb und orange spielen auf lila Linie, blau und grün auf rote Line. Nach Erfolgreichen Liniendribbling von zb. blau über die rote Linie muss blau und grün im Anschluss sofort auf das blaue oder die freien Tore auf der Seitenlinie abschließen. Blaues Tor zählt natürlich doppelt 8o


    trainertalk.de/attachment/748/


    Mittlerweile bin ich nur noch Aufsicht bei solchen spielen, es gibt keine hohen Bälle mehr.


    Zuerst war man ein mittelmäßiges Team aus dem untern Playoff das über schnelle Stürmer und hohe Bälle zum Erfolg gekommen ist, jetzt werden Gegner dominiert und bespielt bis sie stehend KO sind.

    Alle Zuschauer (ink. der Gegner und Schiedsrichter) sind sich einig das wir das Spielstärkste Team in unserem Play Off sind.

    Ajo, wir habe keinen einzigen Dauerlauf oder dergleichen gemacht, alles in Spielformen wie oben beschrieben trainiert. Es gibt so gut wie keine Bälle mehr im Out, es wird sofort wieder breit oder schnell nach vorne gespielt usw..

    Trainingsschnitt war zuvor bei 6-8 Spielern, mittlerweile 14-18.


    Alle sind müde

    keinem ist langweilig

    und ALLE haben Spaß


    Würde sagen 100:0 für das spiel auf "4" Tore, egal in welcher Form!

  • Ajo,

    Möglichkeiten für kleine Tore für wenig Geld ..

    DAS steht mittlerweile seid 30 Jahren am Platz meines Jugendvereins. Dieses kann man aus verzinkten 1/2 Zoll Wasserleitungsrohren 1zu1 um ~43€ pro Stück nachbauen (2x1m).

    Alternativ gibt es die Möglichkeit es mit 50mm Abflussrohren, gefüllt mit Sand um 19€ zu bauen. 8o

  • Meine Art funinio zu spielen, davon habe ich noch sehr viele Varianten

    Das ist das schöne am Funinofeld. Die Möglichkeiten zur Variation sind gerade durch die 4 Tore und der Torschusszone so vielseitig.

    Bei meinen Jungs kommt das Messi-Spiel echt gut an (1 Angreifer gegen 3 Verteidiger auf alle 4 Tore), was ich gern zum Schwerpunkt Dribbling miteinbaue. Was auch gut lief, war das Spiel auf wechselnde Tore. Team Blau und Rot durfte nur dort ein Tor schießen, wo ein Leibchen ihrer Farbe auf dem Minitor lag. Diese wurden im Spielverlauf ständig woanders hingelegt. Hier ließ sich gut sehen, wer den Kopf oben behielt und wer im Ballbesitz nach unten schaut, diejenigen standen häufiger vor einem geschlossenen Tor. Allein durch die Änderung der Torregeln (Mannschaft spielt auf die quer gegenüberstehende Tore oder auf alle 4 Tore) merkst du ziemlich schnell, wie flexibel die Spieler sind.

    Aber nachdenken war im Spiel auf das zentrale Tor nicht in dem Sinne nötig, wie es beim Funino ist.

    Wie bereits von jemand anderem erwähnt, ist der Aufbau des Funinofeldes deutlich einfacher als das Herumgeschiebe der Jugendtore. Gerade, wenn ich allein bin, ist Funino schneller und weniger angestrengt aufgebaut.

    Seit Beginn dieser Saison spielen wir im Training Funino viel häufiger als "normalen Fußball". Am Mittwoch erst wieder, diesmal viel mit verschiedenen Bällen (vom Tennisball bis zum Rugbyei alles dabei) gearbeitet. Das Jugendtor holen wir meist auch gar nicht mehr aufs Spielfeld. Das Herumgebolze vor Trainingsbeginn (fairerweise muss ich sagen, dass die Kids immer öfter 12 Monate spielen, wenn Jugendtore bereit stehen) hat sich zu einem gemeinsamen Spiel auf die Minitore entwickelt.

  • Bei meinen Jungs kommt das Messi-Spiel echt gut an (1 Angreifer gegen 3 Verteidiger auf alle 4 Tore), was ich gern zum Schwerpunkt Dribbling miteinbaue.

    auch eins der Lieblingsspiele meiner Jungs. Standzeiten dabei ärgern mich aber. ich möchte hohe Frequenz mit max 8. beteiligten

    hast du ne gute Zusatzübung für die restlichen Jungs, die zum Schwerpunkt passt???

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Meiner Ansicht bzw. dem Leistungsniveau hier im Norden nach kann jeder Spieler, der ein- bis zweimal die Woche vernünftig trainiert wird problemlos Kresiliga spielen.

    Mit der Aussage musst du aufpassen ;)

    Ich sagte in einer Jugendtrainer-Sitzung in einer Diskussion, ab wann auch Leistung zählen sollte und was unser Ziel mit den Jugendlichen im Verein ist (da kam auch das Argument Spieler für die 1. Mannschaft), dass ich jeden Spieler von der G bis zur A zu einem Kreisligaspieler entwickeln könnte. Wenn Augen töten könnten, wäre ich jetzt tot. Unsere 1. ist letztes Jahr aus der Kreisliga abgestiegen ;) - und einige haben eine engere Bindung zu den Spielern (komme aus dem Süden :))

  • Es ist einfach eine logische Tatsache und keine Einzelerfahrung, dass Kinder in den Verein kommen um klassisch Fußball zu spielen.

    Nur weil du etwas immer und immer wiederholst wird es sicherlich nicht zu einer Tatsache.


    Für jedes Kind fängt Fußball ab dem Moment an, in dem es einen Ball (oder ballähnlichen Gegenstand) mit dem Fuß in Bewegung bringt.

    Das ist eine Tatsache.


    Die Rahmenbedingungen um diese Aktion herum sind dann entscheidend dafür wie lange das Kind Spaß an dieser Handlung hat.

  • Grundsätzlich finde ich deine Beiträge eine Bereicherung, da es einer Diskussion gut tut, wenn jemand mit Niveau seine Meinung vertritt, die in einer Gruppe konträr zu dem steht, was die Mehrheit empfindet. "Da draußen" bist du vermutlich in der Mehrheit, hier im Forum dominieren die Funino-Fans. Es ist nie produktiv, wenn man sich gegenseitig in seiner Meinung immer nur bestärkt.


    Aber da du dein Hauptargument dauernd wiederholst und ich stets vergeblich darauf warte, dass du oder jemand anderes es entkräftet, will ich das jetzt mal tun.


    Es ist eigentlich ganz einfach und mein Argument hat wenig mit Pro oder Contra Funino zu tun. Vielleicht fehlt dir auch die Erfahrung als Trainer, um das zu begreifen? DEINE Kinder lehnen Funino ab. Die von Trainer E (und anderen Trainern) finden es gut. Die Kinder, deren F-Jugend-Trainer Funino im Spielbetrieb für den Untergang des Abendlandes halten (zu beobachten vor allem auf Facebook), werden es sicher auch ablehnen.


    KINDER

    LASSEN

    SICH

    BEEINFLUSSEN


    Wenn ich eines mitbekommen habe als Trainer, dann ist es das, dass eine Mannschaft oft das Spiegelbild ihres Trainers ist. In guten wie in schlechten Dingen. Dadurch wie man Dinge vermittelt, wie man etwas darstellt, wie man selber damit umgeht, prägt man sein Team. Auch wenn man das selber gar nicht glaubt oder meint, man habe das doch objektiv/neutral gemacht, haben die Spieler unterbewusst oft ein gutes Gefühl dafür, was du WIRKLICH denkst.


    Wenn man zum Beispiel auf das Stufenmodell von Lochmann umstellt - was nichts anderes ist als heute, wo es drei Stufen gibt (7er, 9er, 11er), dann wird das irgendwann zur Normalität - erst recht wenn man den Kindern klar macht, dass das eben die Fußball-Ausbildung ist. Ich sehe da null Probleme und keine Gefahr eines massiven Drop-Outs oder dass Kinder gar nicht mehr zum Fußball kommen.


    Kinder kommen um "Klassisch" Fußball zu spielen - und erhalten erst mal kleinere Tore, kleinere Felder, weniger Gegenspieler, kürzere Spielzeiten, Sonderregeln (Ball darf in die Hand genommen werden, kein Abseits) - und trotzdem kommen sie. Deiner Logik nach dürften sie nicht kommen/müssten das alles sofort ablehnen. Tun sie aber nicht, weil "WIR" ihnen das als normal verkaufen.

  • Wenn ich eines mitbekommen habe als Trainer, dann ist es das, dass eine Mannschaft oft das Spiegelbild ihres Trainers ist.

    und Kinder oft das Spiegelbild Ihrer Eltern, aber das gehört nicht hier hin;)

    Sehr guter Kommentar von Chris.

    Mittlerweile spielen meine D Jugend Kids sehr gern Formino, so wie es ins Training passt. Als ich die Mannschaft übernommen habe, habe ich, da ja mit einigen meiner Jungs gemischt, dann mal klassisch 3 gg.3 Funino gemacht. Die Begeisterung war nicht sofort gegeben. Viele Kids waren ganz gute Dribbler, aber passgedrillt. Also habe ich dann einfach mal die Messi Übung gemacht. Hat den Jungs Riesenspaß gemacht und es war plötzlich kein Ding mehr mit den -kleinen- Toren. Ganz simpel, bestärkt aber die Sichtweise von Chris .. Mit Prov. Regeln wie pässe nur nach hinten (um im Schwerpunkt Dribbling zu bleiben) etc. machte das den Kids richtig Bock.

    Es ist eben ein wenig auch die Self Fulfilling prophesy. Egal ob man annimmt, ob das den Kids gefallen wird, oder eben nicht, man wird in beiden Fällen recht behalten.

    EDIT: Gegenbeispiel F Jugend. Trainer steht am Rand, Kids spielen Funino, Trainer gibt JEDEN Pass vor etc.

    Dann unterhalten: Meinen Jungs macht das nicht so einen Spaß wie Deinen, die wollen richtigen Fußball spielen (Nachsatz: aber ich habs ja jetzt ausprobiert, klappt nicht so) . Wußte er im Prinzip vorher und hat recht behalten!

    Ja da hat er Recht. Allerdings würde es meinen so auch keinen Spaß gemacht haben.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Trainer E ()