Ab wann zählt der Leistungsgedanke

  • Hallo liebe Trainergemeinde,


    ich bin mittlerweile Trainer einer U10 Mannschaft. Angefangen habe ich in der U7, in der ich zwei Jahre verbracht habe, um dann Jahr für Jahr mit den Jungs mitzugehen. Ich habe von Anfang an immer versucht die Sache ernst zu nehmen und allen Kindern gerecht zu werden. Das bedeutet, ich habe mich im Internet informiert, mich mit Trainerkollegen ausgetauscht und irgendwann auch in diesem Forum angemeldet. Ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass Kinderfussball wenig mit Erwachsenenfussball zu tun hat. Ich habe das immer so gut es ging beherzigt und dementsprechend gehandelt. Das man sich damit nicht nur Freunde macht, vor allem bei einigen Eltern, dürfte klar sein. Ich hatte etliche Diskussionen mit Eltern meiner Mannschaft und Trainern anderer Mannschaften. Am Ende ging es immer darum, ihnen vor Augen zu führen, dass es sich um Kinder handelt. Ich war Neuling und wollte es nicht wahr haben, dass meine Art als Trainer zu handeln, in diesem Landkreis klar in der Minderheit ist. Es geht hier sehr früh schon um den Erfolg.


    Ich merke in letzter Zeit zunehmend, wie es mich wurmt, dass meine Jungs am Ende immer nur als Zweiter oder Dritter vom Platz gehen. Ich habe eine Mannschaft, die in der Breite ganz gut ist. Trotz alledem sind zwei, drei Spieler besser als alle anderen. Die Mannschaften, die die letzten Jahre die Kreisliga "dominieren", haben auch ihre ein bis drei "Überflieger" in der Mannschaft, welche die Spiele am Ende immer entscheiden. Mannschaften mit nur einem "Überflieger", verschwinden in der jetzigen Altersklasse langsam in der Versenkung, obwohl sie die letzten Jahre noch oben mitgespielt haben. Ich beobachte schon seit der U8, dass diese Spieler in den "Topspielen" immer durchspielen. Im letzten Spiel gegen eines dieser Topmannschaften, welches wir leider wieder mal knapp verloren, gab es in der gegnerischen Mannschaft zwei Spieler, die über die vollen 50 Minuten nicht zum Einsatz kamen. Natürlich waren dies Spieler, die zu den fussballerisch weniger fortgeschrittenen gehörten.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir unsere Chancen erheblich steigern könnten, wenn ich den ein oder anderen unserer Spieler mehr Spielzeit geben würde. Gemacht habe ich dies noch nicht. So bleibt mir nur wieder der Anblick, wie die Trainer der gegnerischen Mannschaft sich am Ende wieder feiern lassen. Trainer, die steuern, schreien und einfach nur unangenehme Zeitgenossen sind. Ich selber bin wieder mal der Idiot, der allen Spielern im Team seine gleichberechtigte Einsatzzeit gegeben hat. Ich sehe mich natürlich nicht als Idioten, sondern weiß, dass ich alles richtig gemacht habe. Trotzdem erwische ich mich zunehmend dabei, diesen "Fluch", immer und immer wieder gegen diese Manschaft zu verlieren, durchbrechen zu wollen! Ich weiß mittlerweile, dass ich in den Augen einiger, weniger Eltern kein guter Trainer bin, denn der Misserfolg in solchen Spielen gibt ihnen vermeintlich Recht.


    Nun zu der Frage des Threadtitels: Ab wann zählt der Leistungsgedanke?

    Diesen Sommer geht meine Mannschaft in die U11. Ist es in diesem Alter in Ordnung, dem ein oder anderen Spieler für den Erfolg des Teams auch mal mehr Spielzeit zu geben? Ist die Aussicht darauf, einmal Kreismeister zu werden und am Ende der strahlende Sieger zu sein, höher zu bewerten, als gleiche Spielzeit in jedem Spiel? Während ich diese Fragen aufschreibe, merke ich schon den Widerspruch zur Philosophie des Kinderfussballs. Aber die feuchten Kinderaugen, nach jedem Saisonfinale und jedem Kreispokal Endspiel, lassen sie mich trotzdem stellen.


    Ich hoffe ihr zerreisst mich aufgrund dieser Gedankengänge nicht direkt in der Luft und wir haben eine gute Diskussion.


    Gruß!

  • Hi!


    Ich finde, ab wann der Leistungsgedanke zählt, ist stark von deinem jeweiligen Verein abhängig und weniger von einem Alter. In der ambitionierten U17-Landesliga kannst (musst) du natürlich mehr nach Leistungskriterien gehen als in einer B3 in der Kreisklasse, die sich nur just-for-fun zum Kicken trifft. Soll ja auch im Herrenbereich reine Spaßtruppen geben, aber das heißt ja nicht, dass es keine ambitionierte C-Jugendteams gibt. Daher ist der Leistungsgedanke erstmal keine Frage des Alters.

    Schau wirklich genau, was für deine Mannschaft passend ist. Ich persönlich gehe stark nach Leistungsbereitschaft (Fokus im Training, Trainingshäufigkeit, Pünktlichkeit etc.) und lasse in der U17 dann notfalls auch gerne mal die selbst ernannten Stars zu Hause. Würde ich auch im KiFu so machen, wobei ich dort vielleicht noch eher den Faktor "Spielereltern" berücksichtigen würde. Oft können die Kleinsten ja nichts für etwaige Unzulänglichkeiten (fehlende Absagen o.ä.) der Eltern.


    Was du nur auch beachten musst, ist die Motivation der Spieler. Vielleicht gibst du deinen Jungs durch eine Aufstellung der "Topspieler" in einem Finale auch einfach mal ein Erfolgserlebnis. Ständig niedergeschlagene Kinder (und das beschreibst du ja) können langfristig ja auch keine Lösung sein. Als Ausgleich könntest du dann ja zeitnah ein Testspiel gegen einen schwächeren Gegner machen, um dann auch die nochmal einzusetzen, die im Finale draußen blieben.


    EDIT: Aber Kompliment, dass du dir darüber Gedanken machst. Scheint ja vielen im KiFu zu fehlen!

  • Wieviele Kinder hast du denn im Kader?

    Ich trainiere eine U11, es sind 12 Spieler im Kader. 2 davon U10er. Körperlich sind wir meist unterlegen.

    Ich nehme immer nur wenige Ersatzspieler mit, maximal 2, bzw. sogar nur 1.

    Spielen wir gegen starke Gegner nehme ich meistens nur die Stärkeren mit, spielen wir gegen gleichstarke oder Schwächere mische ich kräftig durch.

    Aber wenn ihr bei Turnieren eh schon oft die vorderen Plätze erspielt ist das ja eh top.

    Wir landen meistens im hinteren Drittel, haben bis jetzt erst ein Turnier gewonnen und einmal einen zweiten Platz erreicht.

    Aber auch sehe oft in die enttäuschten Gesichter der Eltern, wenn es nicht so hinhaut. Und ärgern tut es mich auch, wenn die Gegner halt einen dabei haben, der raussticht, und der dann durchspielt.

    Aber auf das habe ich keinen Einfluß. Ich freue mich, daß in 3 Jahren bis jetzt noch kein Kind bei mir aufgehört hat, bzw. das sogar 3 hinzugekommen sind von anderen Vereinen, die sie kaum spielen ließen, weil ihnen lt. Aussage der anderen Trainer "die Qualität fehlt".

    So gesehen würde ich an deinem "System" festhalten und immer wieder auch Gespräche führen mit den Eltern, was Deine Ziele sind, und die des Vereins. (v.a. zu Saisonbeginn)

  • Guten Morgen,


    zur Thread - Frage, für mich zählt Leistung ab D - Jugend.

    In der D - Jugend kristallisiert sich oftmals heraus, wer dem Fußball längere Zeit erhalten bleibt.


    Leider musste ich feststellen, dass alle Spieler mit weniger Talent im Laufe der Zeit aufgehört haben.

    Obwohl ich allen immer annähernd gleiche Spielzeit gegeben habe.

    Im nach hinein habe ich mich auch gefragt, ob alle Kinder immer "freiwillig" im Training waren?

    Oder war es für die Eltern einfach gut, mal für ein paar Stunden Freizeit zu haben?


    C - Jugend ist dann der nächste große Schritt.

    Auf dem Großfeld mit sehr viel Übergewicht und mangelnder Laufbereitschaft wird es einfach schwer.


    Im Kleinfeldbereich ist es genauso richtig, wie Du es machst.

    Hier reichen 2-3 gute Spieler, vielleicht noch ein anständiger Torwart und der Rest kann mitlaufen.

    Ich wundere mich immer über Trainer, die sich selber feiern, da die zwei Stars das Spiel gewonnen haben.

  • Hallo,


    ich frage mich, warum man nicht wie oben bereits vorgeschlagen, nicht beides gehen kann ?

    Wenn du mal ein interessantes Turnier oder ein "wichtiges" Spiel hast, warum lässt du dann nicht mal deine Belle-Etage auflaufen und versuchst mal einen rauszuhauen ?

    Man kann doch beim nächsten Mal, dann den anderen wieder etwas mehr Spielzeit geben. Ich weiß nicht, wieso das so ein Problem darstellt.

    Irgendwo geht es auch immer noch darum, möglichst siegreich ein Spiel zu bestreiten, natürlich NICHT um jeden Preis, aber ich bin ehrlich, ich gehöre nicht zu der Kategorie gleiche Spielzeit für alle...weil diejenigen, die etwas mehr drauf haben, auch im Ganzen motivierter zur Sache gehen und im Allgemeinen auch Fußballbegeisterter sind. Das Ganze kompensiere ich dann über Testmatches, wo dann auch jeder zu gleichen Teilen zu seiner Einsatzzeit kommt.

  • Wir hatten am Wochenende die Variante: zwei Turniere, 2 Mannschaften, das erste war ein D1-Turnier, teilgenommen haben außen unserer nur Mannschaften, die Gruppen-oder Kreisliga spielen und der ältere Jahrgang sind. Natürlich sind wir untergegangen...


    Beim zweiten Turnier hat der Rest von uns (plus zwei Spieler, die zweimal gespielt haben und unserem besten Mann) natürlich gegen zweite und dritte Mannschaften geglänzt.


    Was hatte das jetzt für einen Lerneffekt ? Die eine Mannschaft chancenlos, die andere komplett unterfordert ?


    Das einzige positive dabei war, dass meine Große richtig viel Spielzeit bekommen hat und aus ihrer Mannschaft positiv herausgestochen hat (auch mal gut für das Selbstwertgefühl), trotz der deftigen Niederlagen...

  • Ich oute mich klar zum Leistungsgedanke wobei ich meine U7/U8/U9 immer an den Gegner angepasst habe um ein Spiel auf Augenhöhe zu haben. (Der Hintergedanke war hier immer eine halbwegs homogene Großfeldmannschaft zu entwickeln. Deshalb immer 2 Teams die dann zu einem großen Zusammengeführt zu werden.)

    Auch habe ich im Vorfeld schon ziemlich gewusst wer bei welchen Turnier mitspielt und habe dort auch immer so gewählt das die Kids die Möglichkeit haben wenn sie einen guten Tag haben auch das Turnier zu gewinnen.

    Natürlich war diese Zeit sehr Intensiv weil ich teilweise 5 mal die Woche am Platz gestanden bin um allen Kinder 2x die Woche ein Training, mind 1 Match oder auch Turnier zu ermöglichen.

    Wenn Team A ein Turnier hatte, hatte Team B am nächsten Tag auch eines, usw. Pfingsten, Ostern usw. waren dann am WE gleich mal 2 Turniere am laufen.

    Alle Kindern sind bei mir auf die gleiche Spielzeit gekommen solange sie nicht krank ausgefallen sind. Wen mal not am Mann war durften die Kindern aus der anderen Gruppe aushelfen jedoch waren diese reine Ersatzspieler. Das wurde mit den Kindern und Eltern klar abgesprochen und auch ohne murren akzeptiert.


    Ich habe eigentlich alle Kinder dadurch innerhalb von kürzester Zeit schnell auf ein neues Level heben können weil eigentlich dadurch alle immer am oberen Leistungslevel gekratzt haben, viel Selbstvertrauen hatten und auch die Gier nach mehr immer größer wurde.
    Ich habe hier aber keineswegs einen Siegeslauf angezettelt oder Druck ausgeübt, unsr Motto war spaß haben alle Greifen an, alle verteidigen und wenn der Schiri abpfeift steht das Ergebnis! Der Wille zu gewinnen und der Ehrgeiz ist durch eine gewisse Eigendynamik entstanden.

    Wenn ich merkte die Kids und vor allem die Eltern waren schon etwas zu abgehoben gab es mal einen Testspielgegner der ihnen einen Dämpfer gab oder die Aufstellung wurde komplett durchgewürfelt. Grundsätzlich durfte zu beginn jeder auf seiner Lieblingsposition spielen und dann zur Halbzeit wurde gewechselt. So haben die Kinder eigentlich auf allen Positionen Erfahrungen sammeln dürfen und zusätzlich wurde auch die Beidbeingkeit in jedem Match geschult. Anfangs gab es immer ein murren wenn wir umgedreht haben aber als sie erkannten das sie dadurch bessere werden war dann schon der Wunsch da von beginn an auf einer fremden Position zu spielen.

    Auch im Training wurde dann bei den Spielen immer öfter der "schwächer" Fuß gewählt um mit beiden Beinen auf das gleiche Level zu kommen.

    Zum ende hin konnte ich mit beiden Teams am gleichen Turnier teilnehmen und man bewegte sich immer mit 1-2 Plätzen Unterschied auf Augenhöhe. Es war nicht selten der Fall das wir den Turnierseig unter uns ausmachten...


    Das ganze war auch keine Eintagsfliege sondern hat sich bei mir über 4 Verschiedene Teams/Jahrgänge früher oder später immer gleich entwickelt. Wir hatten bei uns im Verein die Regel max. 3 Jahre ein Team zu begleiten. Sprich zu beginn U7, Ende mit der U9. Dann wieder von vorne oder genereller Wechsel in eine andere Altersstufe.

  • Moin moin, ich kann das Gefühl bzw die Umstände, welche du, Libra, beschreibst, genau nachvollziehen.

    Bin in der gleichen Altersklasse unterwegs, habe einen sehr guten Spieler, drei gute, wovon einer leider stark Übergewicht hat und dem der Sprung nacher aufs größere Feld sicherlich Probleme bereiten wird.

    Die anderen Kinder haben Spaß am Spiel und würden wohl in die Kategorie Mitläufer passen.

    Allerdings sind da auch 2bis 3 hoffnungslose Fälle dabei, die froh sind, geradeaus laufen zu können... Ich weiß, hört sich hart an, ist aber so!

    UND ich habe bisher jedem Kind die gleiche Spielzeit gewährt.

    Und wenn das auch mal in "schweren" Spielen vielleicht nicht immer genau aufging, so wurde es im nächsten Spiel nachgeholt.

    Dadurch habe wir natürlich einige Niederlagen erlitten, die bei gewisser Sturheit meinerseits (auf die Stars setzen) sicherlich vermieden hätten werden können.

    Aber ich hab eben immer gewechselt, immer alle spielen lassen.

    Jüngst ein Hallenturnier gehabt, hätte ich meine Top Mannschaft mehr oder weniger durchspielen lassen (so wie es fast alle Gegner machten), hätten wir das Turnier ziemlich locker gewonnen.

    Da aber eben auch hier alle Spielzeit bekamen, reichte es eben "nur" zu Platz drei.

    Mir war es egal, den Kindern letztlich auch, denke ich.

    Aber von eltern hört man schon mal leichte Skepsis, warum wir es den anderen nicht mal zeigen würden usw.

    Na ja...

    Ich denke, so lange Kleinfeld noch aktuell ist, werde ich es so beibehalten, wobei ich mich bei den angesprochenen 2 bis 3 Kindern Schon frage, ob das noch den guten Spielern gegenüber gerecht ist.

    Die reißen sich den Arsch auf und kämpfen und rennen, während eben die anderen ziemlich unmotiviert über den Platz traben. Lust haben sie wohl aber eben wenig Ehrgeiz.

    Hier stoße ich nun auch definitiv an meine Grenzen.

    Bin ich jetzt ein schlechter Trainer, weil ich diese drei nicht weiterentwickelt habe?

    Ich glaube nicht, weiß aber, daß spätestens ab Eintritt D Jugend für sie schluss sein wird.

    Nun denn, es ist ein heikles Thema.

    Will man sich den Egoisten und Schreitrainern anschließen? Nein, also bleibt man als dorfmannschaft eben "unten".

    Ja? Dann spielt man oben mit um die goldene Ananas und hat wenig später keine Mannschaft mehr, weil die Mitläufer aufhören und die Guten den Verein wechseln.

    Beim letzten Turnier, wo ein Trainer dieser Kategorie Joystick und Brüllaffe den ersehnten Titel holte und dies entsprechend peinlich auf der Platte feierte, ging ich im Anschluß zu ihm hin und gratulierte ihm mit den Worten "Glückwunsch zur Weltmeisterschaft, nachher TV einschalten und alle Zeitungen kaufen, die Berichterstattung wird riesig"

    Das war dann meine innere Genugtuung 🤗

    Sorry, sollte ich vom Thema abgewichen sein 😏

  • Libra

    Nur zum Verständnis: Verliert Ihr viel - egal gegen wen? Oder verliert Ihr eher nur gegen die Topteams? Geht's also darum, auch mal um einen "großen Titel" mitzuspielen oder geht's darum, überhaupt mal ein Erfolgserlebnis zu haben?


    Unabhängig davon: Im Laufe der Jahre im Kleinfeldbereich habe ich zahlreiche Trainer kennengelernt, die so handeln wie die "Erfolgstrainer" in Deiner Nachbarschaft. Wenn man das über mehrere Jahre (vielleicht sogar bis in den Großfeldbereich hinein) beobachtet, erkennt man aber, dass diese "Erfolge" selten von Dauer sind. Du hast richtig erkannt, dass in der U10 der eine Topspieler, der in der F-Jugend noch ausreichte, schon nicht mehr ausreicht. Bis es auf das Großfeld geht, sind es für Deine Truppe noch 3,5 Saisons. Mehr nicht.
    Na klar: Wenn Du Deine 2009er neben einen C-Jugendlichen stellst, sind das Welten. Aber überleg Dir mal, wie schnell die letzten 3 Jahre vergangen sind... Wenn ich unsere Großfeldmannschaften sehe, denke ich manchmal "Waren die nicht gestern noch bei mir in der E...?"
    Auf dem Großfeld braucht man mindestens 15 -besser 18- Spieler, die nicht nur nebenherlaufen. Auch die 3 Topleute Deiner Nachbarn reichen dann nicht mehr.

    Wenn es Dir also um die langfristige Entwicklung der Mannschaft geht, musst Du das den Eltern genau so erklären.


    Das man sich damit nicht nur Freunde macht, vor allem bei einigen Eltern, dürfte klar sein.

    Es hilft, wenn man in diesem Punkt ein gewisses Standing hat und da natürlich die Rückendeckung der Jugendleitung hat. Wenn ich Trainerkollegen erzähle, dass ich diesbzgl. noch nie Diskussionen mit Eltern hatte, höre ich oft "Bei Dir wissen sie ja auch, dass es nichts nützt. Dafür bist Du im Verein bekannt."


    Ja, auch mir juckt es manchmal in den Fingern. Mit 50% unseres aktuellen Kaders könnte man NLZ ärgern, mit 2/3 des Kaders spielt man noch in den Top 5 unseres Kreises. Aber: Stehen uns die Topspieler in 2,5 Jahren auf dem Großfeld überhaupt noch zur Verfügung? Wenn ich langfristig denke, darf ich also auch die anderen nicht verlieren.

    Falls das Teufelchen auf meiner einen Schulter mal lauter als das Engelchen auf der anderen Schulte spricht, habe ich eine Frage, die ich mir selbst stelle: "Kann ich mir morgen früh beim Rasieren im Spiegel selbst in die Augen schauen?"


    Der einzige Grund, aus dem ich mir vorstellen kann, Spielzeiten deutlich ungleich zu verteilen, ist eine mangelhafte Trainingsbeteiligung. Und mit mangelhaft meine ich wie in der Schule <50%.

  • Das kann ich -mittlerweile- gut nachvollziehen. Also die Sorge, das die guten wirklich gehen, weil die anderen nicht mitziehen. Gestern war mal wieder so ein Tag. 2 Kids der D2 ausgeholfen, weil krankmeldungen. LT. Turnier 5+1.

    Wurde dann noch umgeworfen und -normal- 4+1 gespielt. Meine Jungs also quasi -unnötig-. Vorrunde hat d2 Trainer meine beiden immer spielen lassen, 3,4 minuten zu beginn. Jedes Spiel wurde verloren, als dann der andere Block kam. (1-3, 0-1, 0-3)

    Leider fallen die durch Lustlosigkeit wie von Mittelfeldstratege beschrieben.

    Alles hielt sich noch in grenzen da nur 8 minuten gespielt wurde. Letztes Spiel um vorletzten Platz. Habe den D2 Trainer gebeten meine komplett rauszulassen, damit bei den Eltern kein Unmut entsteht, außerdem ging es ja gg. den schwächsten Gegner. Ende vom Lied war ein 0-11 (!!). Meine Jungs möchten nun nicht mehr aushelfen, weil Sie, trotzdem Sie nur auf der Bank saßen, in dem Spiel total frustriert waren, das noch nicht einmal gekämpft wird.

    Kurz Offtopic, weil ich das so extrem noch nie gesehen hatte.

    Ansonsten spielen bei mir in der D1 auch alle gleich, 3,4 schwächere gibt es ganz klar. Aber das sehe ich wie Follkao .

    die brauche ich ja in der C Jugend immer noch und will Ihnen den Spaß am Fußball ja nicht nehmen. (und vllt. machts ja doch noch klick).

    Auf der anderen Seite ist das o.g. Erlebnis, auch ein Fall wo ich auch den Trainer unserer D2 verstehe. Der ließ alle (außer unsere beiden) beim 0-11 gleich spielen, aber 2,3 waren null(wirklich NULL) motiviert und die anderen ließen sich mitziehen.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • ... deshalb ergänzend noch zu meinem Post zur Thread Ausgangsfrage.

    Ab wann zählt der Leistungsgedanke.

    Für mich ist das, aus meinem ERlebnis gestern, und aus den Posts von euch zu diesem Thread, noch eine andere Frage.

    Ab wann zählt der Leistungsgedanke bei unseren Kids.

    Das ist unterschiedlich von Team zu Team und Kind zu Kind. Ich weiß. Aber wir machen (oder vllt. nur ich), den Gedanken zu sehr an uns fest. (d jugend oder Später). Solange wir genug -leistungsorientierte- im Team haben, stellt sich die Frage gar nicht. Wer fleißig ist, aber -noch- schwächer, der spielt trotzdem. ganz klar. Ich denke aber das ab dem Alter

    10,11 der LEsitungsgedanke bei den Kids einsetzt, und den gilt es zu moderieren. (im Sinne von: Leistung ist auch der Wille sich zu verbessern, und nicht allein der jetzige, aktuelle, für alle sichtbare Stand)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Wieviele Kinder hast du denn im Kader?

    Ich habe 10 Kinder im Kader und wir spielen 6+1. Außerdem haben wir noch eine zweite Mannschaft, die auch nochmal aus 12 Spielern besteht. Wir greifen aber nie auf Spieler der 2. Mannschaft zurück, weil meine Spieler sehr zuverlässig sind an den Spieltagen.


    Das größte Problem sehe ich auch darin, den Kurs von heute auf morgen zu ändern. Es wird definitiv Ärger mit den Eltern der nicht so starken Kinder geben. Zwar könnte man Freundschaftsspiele organisieren, um das auszugleichen, aber ich weiß das dies nichts bringen wird. Am Ende wird es aber sicher drauf hinauslaufen.


    Jemand stellte noch die Frage, wie erfolgreich wir spielen. Wir sind meist zweiter oder Dritter, ob Turnier oder Liga.

  • Ich sehe überhaupg keinen Grund vor der U14 (und das auch nur im ambitionierteren Breitensport) davon abzurücken, alle Spieler in ähnlichem Maße spielen zu lassen. In Bayern gibt es ab der U12 Auf- und Abstiege, dementsprechend würde es für mich legitimieren sich bei der Aufstellung mal den ein oder anderen Gedanken über die Leistungsfähigkeit zu machen. Aber sowas muss dann durch Spielzeit in Testspielen kompensiert werden.


    Du hast gegenüber deinen Spielern eine gewisse Verantwortung. Wenn ich nach dem Leistungsgedanken aufstellst dann muss das von Anfang an kommuniziert. Wer da dann was dagegen hat, der kann dann entsprechende Konsequenzen ziehen.


    Mal davon ab: Keiner dreht dir einen Strick draus, wenn du zum Kreispokalfinale oder welchem wichtigen Spiel/Turnier auch immer, mal die stärkeren Spieler mitnimmst und die schwächeren zu Hause lässt (wobei das bei einem 10 Mann Kader schon grenzwertig werden kann). Solange du alle Spieler fair behandelst wirst du da keinen Stress mit bekommen.

  • Also bei uns kann man in der U10 schon auf-und absteigen.

    Ich habe übrigens gleich mehrere Kandidaten im Team, wo ich sofort die Eltern auf der Matte oder abends am Telefonhörer habe, wenn auch nur der Anschein enstanden ist, das Kind hätte zu wenig Spielzeit bekommen.

  • Also bei uns kann man in der U10 schon auf-und absteigen.

    Ich habe übrigens gleich mehrere Kandidaten im Team, wo ich sofort die Eltern auf der Matte oder abends am Telefonhörer habe, wenn auch nur der Anschein enstanden ist, das Kind hätte zu wenig Spielzeit bekommen.

    Das klingt anstrengend.

    Bei dem kleinen Kader würde ich auch nix ändern. Du brauchst doch jeden Spieler!

  • Also bei uns kann man in der U10 schon auf-und absteigen.

    Ich habe übrigens gleich mehrere Kandidaten im Team, wo ich sofort die Eltern auf der Matte oder abends am Telefonhörer habe, wenn auch nur der Anschein enstanden ist, das Kind hätte zu wenig Spielzeit bekommen.

    Ok, das ist ziemlich be...


    Ein Versuch wäre es Spielzeiten zu dokumentieren. Das kannst du mit den meisten Trainingstools (Wir benutzen easy2coach) relativ einfach machen. Dann kannst du dir relativ gute Argumente bzgl. gleicher Spielzeit holen. Je nach Philosophie kannst du das dann auch mit der Trainingsbeteiligung in Zusammenhang bringen. (Wie gesagt, kompensieren solltest du geringere Spielzeiten in jedem Fall)


    Leichter tust du dich natürlich, wenn du deine Vorgehensweise im Rahmen eines Elternabends kommunizierst.


    Wenn deine Eltern da so schnell dabei sind zu Versuchen auf dich Einfluss zu nehmen. Gab es da evtl. in der Vergangheit Dinge in der Kommunikation oder deinem Verhalten, die solch eine Vorgehensweise befeuern könnten. Ich würde versuchen da entgegen zu wirken.

  • Erstmal Respekt das Du es so lange geschafft hast die Mannschaft zusammenzuhalten.

    Als ich in der G-Jugend nach dem Prinzip jeder spielt möglichst gleich viel verfahren habe waren schon in der F-Jugend die stärksten Kinder mitsamt ihrer ehrgeizigen Eltern zum nächst größeren Verein gewechselt, der da schon nur nach Leistung aufgestellt hat.

    Deswegen denke ich das gleichberechtigte Einsätze auf Dauer selbst in der F-Jugend funktioniert wenn Du nebenan keinen Verein hast der nach den Leistungsprinzip aufstellt.

    Die besseren Kinder sind dann weg, und die schwächeren hören nach und nach auf weil der Erfolg der Mannschaft, aber auch der persönliche Erfolg für Kind und Eltern fehlt.

    Ich nehme deshalb an das bei Euch eher eine ländliche Gegend mit wenig ambitionierten Vereinen in der Nähe ist.

    Genießt das lieber, und wenn man dort zweiter statt erster wird ist das doch auch ein Ergebnis wo die Harmonie bewahrt werden sollte...

  • Ballaufpumper , wir sind F-Jugend in der Großstadt. Alle Kinder spielen gleiche Zeit. Wir haben keine Abgänge, dafür können wir uns vor Zugängen nicht retten, weshalb wir mittlerweile fast 20 Kids in der Mannschaft haben.


    Ich denke, für die Eltern ist wichtig, dass sie ein gutes Gefühl haben bei dem Verein, bei dem ihr Kind spielt. Wir haben auch einfach einen sehr guten Ruf, weil alle Teams hochklassig spielen und wir regelmäßig viele Kids ins NLZ abgeben bzw. in der Auswahl haben.


    So pauschal kann man das also nicht sagen. Einen guten Ruf muss man sich natürlich über Jahre erarbeiten. Aber das Thema Elternkommunikation ist auch ganz wichtig. Wenn man das gut kommuniziert und wenn die Eltern eine gute Entwicklung sehen, dann bleiben sie auch.