Beiträge von Taktiker_95

    Schöne Idee mit dem Transparent!

    Gerade in den "unteren" Jugendmannschaften müsste es deutlich ruhiger zugehen....aber da sind die Mütter und Väter der treibende Keil......

    Der Umgang auf dem Platz steht und fällt eben mit dem jeweiligen Trainer. Ist so. Ich hatte vor zwei Wochen ein (hoffentlich...) einzigartiges Testspiel (TESTspiel!), bei dem das Verhalten des gesamten Gastvereins (deren Spieler und Eltern zu meinen Jungs/zum Schiedsrichter) unter aller Sau war. Nachzulesen in meinem U17-Tagebuch hier. Der Trainer nahm sämtliche Beleidigungen/Undiszipliniertheiten der Spieler und Alkoholkonsum mit anschließenden Pöbeleien seitens der Eltern hin. Dabei hatte er mindestens fünf Auswechselspieler dabei und hätte seine Pappenheimer bei jeder Verfehlung problemlos kurz mal aus dem Verkehr ziehen (geht natürlich notfalls auch ohne Auswechselspieler, klar) und erzieherisch eingreifen können. Und auch wenn nicht die Spieler querschießen, sondern deren Eltern, kann ich den jeweiligen Jungen kurz rausnehmen und ihn bitten, mal eben seine Eltern zur Ordnung zu rufen. Da ist es auch egal, ob A-Jugend oder D-Jugend...


    Aber wer als Trainer da nicht frühzeitig eingreift, akzeptiert so ein Verhalten eben und macht sich mitverantwortlich. Und genau dadurch entstehen solche Threads im Herrenfußball doch überhaupt erst...


    Ich trainiere aktuell ein JSG-Team, das letzte Saison in zwei Teams geteilt war. Und jeder hier würde nach zehn Minuten Training oder Spiel merken, welcher Spieler letzte Saison das vernüftige Trainerduo und wer den Volli.dioten-Brüllaffen hatte...8) Das Schlimme: Letzterer wird von den Jungs für seine Aktionen gegen die Schiedsrichter nach wie vor extrem gefeiert. So viel zum Einfluss des Trainers...

    Das heutige Testspiel gewannen wir zu Hause souverän mit 3:0 (2:0) unter merkwürdigsten Bedingungen seitens der Gäste. Aber der Reihe nach.


    Wir kamen nach der guten Trainingswoche gut ins Spiel und spielten in vielen Situationen grundsätzlich geduldiger, als es noch vor einigen Wochen der Fall war. Im Detail wollten wir den Gegner auf unsere rechte Seite locken, dann schnell verlagern und die Angriffe auf der linken Seite durchbringen. Dafür stellte ich auf die linke Außenbahn und auf die halblinke Achter-Position drei sehr schnelle und durchsetzungsfähige Spieler, denen wir durch kombinationsstarke Spieler auf unserer rechte Seite die Räume öffnen wollten.


    Die Idee konnte seitens der Spieler nicht konsequent umgesetzt werden und ist - zumindest momentan - für eine U17-Kreisliga-Truppe vielleicht auch noch zu komplex. Oft scheiterte es an Details in der Spielverlagerung (zu viele Kontakte, zu wenig Druck im Passspiel, Pässe nicht weit genug in den Vorlauf, ...) oder wir versuchten krampfhaft und erfolglos, auf der rechten Seite durchzukommen.


    Dennoch hatten wir den Gegner im Griff und gingen auch mit einem verdienten 2:0 in die Pause.


    In der Kabine gingen wir die bisherigen Probleme im Offensivspiel durch und es sah in Ansätzen zu Beginn der zweiten Hälfte auch besser aus. Aber unterm Strich ist die zweite Hälfte nicht zu bewerten. Warum?


    Der Gegner fiel bereits im ersten Durchgang durch grenzwertiges Verhalten auf (Alkohol trinkende und pöbelnde Eltern bei einem Jugendspiel um 11:00 Uhr vormittags; grenzwertige Äußerungen seitens der Spieler in Richtung meiner Spieler und des Schiedsrichters, die ich akustisch weitgehend nicht mal mitbekommen habe; harte Zweikampfführung, wenn auch nicht unfair). In der zweiten Hälfte sahen wir hier nochmal eine Steigerung: In der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff gab es gegen die Gäste zwei gelbe Karten, zwei Zeitstrafen und eine glatt rote Karte.


    Die Eltern der Gäste waren dadurch natürlich ordentlich angestachelt, riefen - zusätzlich zu den Schiedsrichter-Pöbeleien - in Richtung des Gästetrainers mehrmals Dinge wie "kommt runter, wir fahren nach Hause".


    Als ich dann sah, dass der Gästetrainer tatsächlich anfing, seine Sachen (Arztkoffer etc.) einzupacken, ging ich - mittlerweile auch etwas ungläubig und in Rage - nochmal auf ihn zu. Er meinte, er bricht lieber ab, bevor es eskaliert. Er kenne seine Jungs schließlich. Ich erwiderte, dass er auf seine Eltern und Spieler stattdessen lieber mal schnellstens und deutlichst einwirken sollte. Meine Jungs würden sich schließlich auch nicht so unsportlich gegenüber Gegner und Schiedsrichter benehmen. Und wenn doch, würde ich bestimmt nicht 60 Minuten nur daneben stehen.


    Der Trainer ging dann nach einigem Gemurmel gemeinsam mit den Reservisten und einem auf dem Feld stehenden Spieler tatsächlich in die Kabine und wir spielten fortan gegen neun Spieler zu Ende. Nach Abpfiff ließ sich der Schiedsrichter auf Wunsch in seine Kabine einschließen und meldete die Vorkommnisse umgehend. Alles verständlich angesichts der Pöbeleien und Vorfälle. Und das bei einem Testspiel...


    Ich bin froh, dass wir einen besonnenen Schiedsrichter hatten (übrigens eine sehr gute Leitung, pfeift nicht umsonst normalerweise weit überkreislich), der die Partie souverän und ohne Abbruch über die Zeit brachte. Meine Jungs spielten ihr Spiel auch vernünftig und seriös zu Ende - ohne Provokationen oder unnötige Show-Einlagen.

    Froh bin ich auch, dass sich niemand meiner Jungs verletzt hat und dass zwei kleinere 2004er gar nicht erst dabei waren. Vom spielerischen Potential her sind sie der Wahnsinn, aber die Zweikämpfe wären heute im Zweifel echt gesundheitsgefährdend geworden.


    Froh bin ich aus sportlicher Sicht, dass wir in der ersten Halbzeit mit drei 2004ern und sechs 2003ern gegen neun gegnerische 2002er defensiv nichts zuließen und verdient mit 2:0 in die Pause gingen. Jetzt sind wir seit grob geschätzt 130 Minuten ohne Gegentor.8)


    In zwei Wochen kommt der bislang noch immer torlose Tabellenletzte einer Kreisklasse zu uns zum Testspiel. Hoffentlich mit besserem Benehmen...


    Fortsetzung folgt!

    Gedacht ist das ganze um nach unserem Warmmachprogramm (fixe Abläufe, Steigerung) und der Ansprache (in der Regel in der Kabine) noch einmal hochzufahren ohne zu überpacen. Könnte ggf. auch irgendeine Art "Ritual" sein ohne den Bewegungsaspekt.

    Bilden deine Jungs auf dem Platz nochmal einen Kreis? Wäre doch eine gute Gelegenheit, sich nochmal auf das Spiel einzuschwören.


    Lässt sich auch vor der zweiten Halbzeit machen. Vor (Wieder-)Anpfiff kannst du vielleicht auch nochmal über ein kurzes, knackiges Lauf-ABC nachdenken, um direkt wieder hochzufahren. Hatte ich nach vielen frühen Gegentoren nach Wiederanpfiff zwischenzeitlich mal bei meiner U17 vor der zweiten Halbzeit angeordnet.


    Musik in der Kabine direkt vor dem Spiel? Als Ritual eventuell immer das gleiche Lied? Pushende Songs, oder auch eher ruhigere. Denke spontan und wahllos gerade an Xavier Naidoo ("Dieser Weg", "Was wir alleine nicht schaffen", ...). Hilft vielleicht gerade den ruhigeren Spielern, um ihren Fokus zu finden und sich erfolgreiche Spielsituationen auszumalen.

    So, ich denke, es wird mal wieder Zeit für ein kurzes Update. Dann habe ich den Tag immerhin ein wenig schein-produktiv verbracht...:D


    Meine zwei größten Problemfälle sind bei mir aus den bekannten Problemen (Disziplin) mittlerweile nicht mehr im Kader. Sie trainieren jetzt bereits bei der A-Jugend mit, ohne dort im Spielbetrieb eingesetzt zu werden. Man könnte jetzt darüber diskutieren, ob es nicht sogar eine Belohnung für schlechtes Verhalten sein könnte. Sehe ich durch die Suspendierung vom Spielbetrieb nicht so, und ganz ehrlich: Am Ende war's mir egal - Hauptsache weg. Vorstand und Jugendleitung wollten die beiden gerne im Verein halten. Die genannten Gründe kann ich nicht nachvollziehen, muss ich aber akzeptieren.


    An den Rest meiner Spieler gab es die klare Ansage, dass ich den nächsten Experten nicht in die A-Jugend, sondern todsicher in die C-Jugend abgeben würde.


    Zur neuen Saison wird es einen neuen A-Jugend-Trainer geben. Der Vorstand hat mich um Vorschläge gebeten und sieben mir bekannte Trainernamen bekommen. Ich bin gespannt, wie der Neue mit meinen 2002ern verfährt...


    Bislang läuft es aber seitdem wieder recht gut. Ein Training war mit 22 Spielern recht schwierig, aber das sind eben die ganz normalen Probleme solcher Kadergrößen. Die restlichen 2002er sind weitgehend eben logischerweise nach wie vor reine Spaß-Fußballer, mit deren Grund-Einstellung und -Charakter ich überhaupt nicht warm werde, aber es sind ja nur noch drei Monate.

    Für die nächste Saison plane ich grob mit 19-21 Spielern. Ich denke aktuell, dass ich drei 2003er in die A-Jugend abgeben werde, weil ich den Kader nicht noch einmal mit charakterlich ungeeigneten Spielern künstlich aufblähen möchte. Das Hochgehen dürfte aber auch im Interesse dieser drei Jungs sein, weil wir grundlegend andere Vorstellungen von Vereinsfußball haben. Zudem ist die Personaldecke in der nächst-jährigen A-Jugend ohnehin recht eng.


    Das letzte Testspiel verloren wir mit 0:3 (0:3) gegen einen anderen Kreisligisten. Die erste Halbzeit war katastrophal in Bezug auf die Entscheidungsfindung (Dribbling/Pass, Pass wann/wie scharf/in welchen Fuß/Vertikalpass oder Ballsicherung). Wir sind durch viel zu viele unvorbereitete Vertikalpässe aus der Innenverteidigung ständig in Konter gelaufen, haben eigene Angriffe durch den Sechser und die Achter quasi überhaupt nicht abgesichert, haben durch völlig abwartendes (=nicht-vorhandenes) Anlaufverhalten der Außenstürmer null Zugriff bekommen und lagen zur Halbzeit verdient 0:3 zurück.


    In der Halbzeit haben wir das Ganze aufgearbeitet. Gerade unsere Außenstürmer sollten den gegnerischen Innenverteidigern viel früher und konsequenter Druck geben. Unser Stürmer musste in der ersten Halbzeit durch dieses abwartende Verhalten der Außen vielen komplett aussichtlosen Bällen nachgehen.

    Im Mittelfeld stellten wir personell um und gerade der (neue) Sechser (eigentlich Innenverteidiger) sollte noch stärker als Absicherung und Spieler für Verlagerungen auftreten. Hat er auch gut gemacht, so dass wir generell mehr Ruhe in unsere Angriffe reinbekamen und in Kombination mit dem früheren Pressing deutlich mehr Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte hatten.


    Der dritte "Mangel" - die Entscheidungsfindung - wurde dann Montag und wird morgen im Training angegangen. Recht komplexe Spielformen mit vielen Entscheidungen und zu verarbeitenden Informationen standen und stehen auf dem Programm.


    Die erste Spielform habe ich vom ITK übernommen. Zu Beginn lief sie nicht rund, weil einige Spieler schon durch die Regeln an ihre kognitiven Grenzen kamen (darf ich das so schreiben?:D ). Dadurch dauerte es, bis alle Teams wussten, was sie im Umschaltmoment zu tun hatten. Pressing von Unterzahl war in den ersten Durchgängen nicht gegeben.

    Wir sind dann gemeinsam nochmal Stück für Stück alles durchgegangen und ich habe mich im Coaching - logisch - vor allem auf die Entscheidungsfindung im Umschaltmoment konzentriert.


    Unterzahl: WANN kann ich Druck geben (schlechter Pass in Bezug auf Technik/Raum/Passgeschwindigkeit, unsauberer erster Kontakt, Pass in Druck hinein), WER kann Druck geben (Ballnächster, Gegenspieler aus dem Rücken des Ballführers)

    Überzahl: Dribbling oder Pass, Pass möglichst aus dem Druck hinaus, Besetzung welcher Räume im Positionsspiel, wann Ballsicherung, wann Durchbruch auf Passtor


    Die letzten Durchgänge liefen dann auch recht ansehnlich. Überzahl ließ den Ball recht häufig über mindestens fünf Stationen laufen und kombinierte in eines der Passtore. Aber auch Unterzahl stellte deutlich schneller Pressingstrukturen her und konnte einige Ballgewinne verzeichnen und eigene Konter erfolgreich abschließen. Morgen wollen wir dort anknüpfen.


    Die zweite Spielform vom Montagtraining war ebenfalls wieder in zwei Phasen eingeteilt. Wir leiteten den Angriff durch einen Spieler ein, der am Flügel in eine 5vs2-Überzahl dribbelte. Nach 5 Pässe in diesem Rechteck (Spielsituation: Gegner wurde auf eine Seite gelockt) sollte der öffnende Pass oder das Dribbling ins Zentrum erfolgen, von wo aus der Angriff frei in 9v5-Überzahl über die gesamte Platzhälfte ausgespielt werden sollte. Unterzahl sollte nach Ballgewinn in der zweiten Phase drei Pässe untereinander spielen, Überzahl sollte nach Ballverlust entsprechend direkt ins Gegenpressing gehen.


    Überzahl sollte in Ballbesitz situativ entscheiden, ob wir in die Tiefe gehen (Vertikalpass, gegnerische Kette andribbeln, ...) oder ob wir den Ball zuerst sichern und den Angriff geduldig ausspielen. Auch hier werden wir morgen weiter arbeiten. Zwar hatten sich meine Jungs einige Großchancen herausgespielt und die situativ immer wieder vorrückenden zentralen Mittelfeldspieler gut abgesichert und sich für Spielverlagerungen angeboten, aber ein einziges Tor in 25 Minuten ist mir dann doch zu wenig. Da müssen wir einfach erreichen, dass wir nicht nur die ersten 15 Pässe konzentriert sind, sondern auch den Angriff vernünftig abschließen.


    Samstag kommt dann ein Team aus einer Kreisklasse zum Testspiel. Ich hoffe, dass wir dort nach vier Niederlagen in Folge mal wieder gewinnen können.


    Fortsetzung folgt!

    Wär super, meinst du nicht du schaffst es eine paar Mitschnitte zu machen?

    So ein Handy sollte doch auch Filme aufnehmen können.

    Ich habe tatsächlich unser knapp verlorenes Testspiel von Anfang des Jahres heute auf Video bekommen.


    Möchte ich aber aus Gründen der Anonymität (sofern sie denn bei meinen doch zahlreichen Details überhaupt noch gegeben sein sollte:D ) momentan nicht hochladen. Dafür habe ich hier schon zu viele Probleme (vor allem mit einigen Spielern) geschildert.


    Wenn ich irgendwann bei einem neuen Verein arbeiten sollte, lade ich Ausschnitte vielleicht als Erinnerung/Abschluss hier hoch. Aber das dauert hoffentlich noch ein paar Jahre.


    Ich weiß nicht, ob du schon mal Übungen mit Augenklappen gemacht hast, aber das ist auch für Erwachsene wirklich anstrengend. Deshalb würde ich am Anfang immer nur kurze Intervalle (3-5 Minuten) einplanen.

    Wichtiger Punkt, der über allem anderen stehen sollte! Kann laut Life Kinetic-Trainer bei zu langem Gebrauch zu körperlichen Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindel) führen. Über 5 Minuten am Stück bin ich daher auch noch nicht hinausgegangen.


    Grundsätzlich: Ich nutze die Augenbinden bei meiner Kreisliga-U17 sehr gerne. Vorzugsweise in den Sommermonaten, bei kaltem Wetter spare ich mir die Organisation (verteilen, aufsetzen, immer wieder absetzen, witzige Piratensprüche der Spieler anhören, einsammeln, für neue Spieler: vorher noch dominantes Auge bestimmen) gerne. Aber ich glaube, nächste Woche werde ich wieder anfangen. Die Winterjacke blieb heute erstmals in diesem Jahr in der Kabine.8)


    Ich nutze die Augenklappen für die Dinge, die auch mein Vorposter schon angesprochen hat. Technische Geschichten im Aufwärmen (Dribbel-Parcours, Passübungen (teilweise mit Schwerpunkt auf die Technik, teilweise aber auch mit nötiger Orientierung im Raum und zwischen den Mitspielern), Partnerübungen (Ball aus der Luft zurückspielen u.ä.)), aber auch gerne in Überzahl-Unterzahl-Spielen mit Schwerpunkt auf der Ballsicherung. Das sind übrigens auch genau die Teile, in denen ich gerne auch Minibälle einbaue - teilweise gleichzeitig mit den Augenklappen.


    So weit erstmal mein grundsätzliches Vorgehen. Reines Life Kinetic-Training (ich denke da immer an die Tennisbälle, die überkreuz gefangen werden sollen) halte ich bei begrenzter Trainingszeit im Kreisfußball nicht für sinnvoll.

    Hi!


    Ich finde, ab wann der Leistungsgedanke zählt, ist stark von deinem jeweiligen Verein abhängig und weniger von einem Alter. In der ambitionierten U17-Landesliga kannst (musst) du natürlich mehr nach Leistungskriterien gehen als in einer B3 in der Kreisklasse, die sich nur just-for-fun zum Kicken trifft. Soll ja auch im Herrenbereich reine Spaßtruppen geben, aber das heißt ja nicht, dass es keine ambitionierte C-Jugendteams gibt. Daher ist der Leistungsgedanke erstmal keine Frage des Alters.

    Schau wirklich genau, was für deine Mannschaft passend ist. Ich persönlich gehe stark nach Leistungsbereitschaft (Fokus im Training, Trainingshäufigkeit, Pünktlichkeit etc.) und lasse in der U17 dann notfalls auch gerne mal die selbst ernannten Stars zu Hause. Würde ich auch im KiFu so machen, wobei ich dort vielleicht noch eher den Faktor "Spielereltern" berücksichtigen würde. Oft können die Kleinsten ja nichts für etwaige Unzulänglichkeiten (fehlende Absagen o.ä.) der Eltern.


    Was du nur auch beachten musst, ist die Motivation der Spieler. Vielleicht gibst du deinen Jungs durch eine Aufstellung der "Topspieler" in einem Finale auch einfach mal ein Erfolgserlebnis. Ständig niedergeschlagene Kinder (und das beschreibst du ja) können langfristig ja auch keine Lösung sein. Als Ausgleich könntest du dann ja zeitnah ein Testspiel gegen einen schwächeren Gegner machen, um dann auch die nochmal einzusetzen, die im Finale draußen blieben.


    EDIT: Aber Kompliment, dass du dir darüber Gedanken machst. Scheint ja vielen im KiFu zu fehlen!

    Ich finde, diese ganze Hallen-Geschichte sollte man sowieso nicht zu ernst nehmen. Ich sage meinen Jungs (B-Jugend), dass sie selbständig ein- und auswechseln sollen und damit hat sich das. Gab bislang nie Probleme (sonst würde ich natürlich entsprechend eingreifen). Im Gegenteil. Für meine Spieler war dieser freie Rahmen wahrscheinlich sogar positiv für den Teamgedanken.


    Sollte doch eigentlich auch ab der D-Jugend schon hinhauen, würde ich behaupten.

    Hi!

    schwieriges Thema. Ich glaube, es kommt extrem auf den Charakter und das Spielniveau der Spieler, auf deine Aufgaben innerhalb des Trainerstabs, dein Standing im Verein, dein Fachwissen und dein generelles Auftreten an.


    Ich sehe das Problem übrigens nicht allein im Alter, sondern auch im Geschlecht (vgl. auch folgenden älteren Thread:

    frauen im trainerjob?! ). Ich habe meinem Verein letztens selbst eine Frau als U19-Trainerin (Kreisliga) vorgeschlagen - das ist aber eine ehemalige Junioren-Nationalspielerin, Bundesliga-Spielerin und aktuelle B-Lizenz-Inhaberin mit - soweit ich das beurteilen kann - genug Selbstbewusstsein. Das kann also unter bestimmten Voraussetzungen bestimmt funktionieren.


    Du schreibst in deinen vorigen Threads, dass du selbst mit dir und deinem Training noch unzufrieden bist. Bevor ich (m, selbst erst 23 Jahre alt) den Sprung in den Herrenbereich wagen würde, muss ich von mir als Trainer zu 100% überzeugt sein, dass ich Spieler in diesem Alter und auf diesem Niveau vernünftig führen und sportlich weiterbringen kann. Solange das nicht gegeben ist, würde ich mir das auf keinen Fall antun.


    Wenn du im Training bestimmte Aufgaben hast (z.B. Stabilisations- oder Athletiktraining o.ä.) und das Ganze in dem Bereich gut machst, kann das in diesem Rahmen vielleicht funktionieren. Aber ohne Weiteres plötzlich ein gesamtes Herrentraining leiten (z.B. bei Abwesenheit des Cheftrainers), halte ich erstmal für sehr mutig.


    Bzgl. des Erfahrungen-Sammeln: Mir persönlich hat das eine Jahr als Co-Trainer recht wenig gebracht. Ich finde es sinnvoller, (mit entsprechendem, vorhandenem Fachwissen) gleich das Kommando zu übernehmen und selbst Entscheidungen zu treffen. Die sind nicht immer richtig, aber aus meiner Sicht definitiv lehrreicher als eine Tätigkeit als Co-Trainer. Und genau dieses eigenständige Lernen tust du ja schon bei deinen Juniorinnen.


    Ich würde daher bei den Juniorinnen weitermachen.


    PS: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie dich bei den Senioren mit Geld zuwerfen wollen (hier geisterten vor einigen Jahren ja teilweise schon monatlich hohe dreistellige Beträge herum) - dann vergiss obigen Text, nimm das Geld und sieh alles Folgende als Erfahrung. 8o


    EDIT: In deinem Thread aus dem letzten Monat warst du noch 19. Fände ich ganz wichtig, das nochmal aufzuklären, denn zumindest zwischen MEINEM 19-jährigen- und dem aktuellen Trainer-Ich liegen - bedingt durch vier Jahre mehr Erfahrung - Welten.

    Hi,


    ich gebe mal ein kurzes Update, ist in letzter Zeit tatsächlich etwas kurz gekommen.


    Abgänge gab es im Winter nicht.


    Wir haben am 03. Januar wieder mit dem Training angefangen, weil wir am 06. Januar schon wieder Hallenkreismeisterschaft hatten. Seitdem stehen wöchentlich wieder zwei Einheiten und insgesamt sechs Testspiele auf dem Programm.


    Bezüglich der Problemfälle ist es eigentlich ganz einfach. Die 2002er gehen ohnehin in die A-Jugend. Die restlichen zwei 2003er, die ich nächste Saison nicht mehr trainieren möchte/werde, sind mit den 2002ern ohnehin gut befreundet, so dass sie entweder den Weg in die A-Jugend mitgehen können (wobei sie dort in der Bezirksliga überfordert wären) oder sich eben einen anderen Verein suchen. Mir persönlich ist's mittlerweile egal, ich bin gedanklich schon recht konkret in der nächsten Saison. Drei 2004er trainieren und spielen, wenn zeitlich möglich, bereits oft bei uns mit. Charakterlich und fußballerisch hammer Jungs! Letzte Woche lieferten wir einem guten C-Jugend-Landesligisten ein Duell auf Augenhöhe mit fünf unserer 2004er auf dem Feld. Da kommt also einiges nach und das sollte sich auch im Abschneiden nächste Saison zeigen.


    Auch das erste Testspiel des neuen Jahres gegen einen C-Jugend-Bezirksligisten war schon ein erster Fingerzeig. In der Sommervorbereitung verloren wir 0:2 gegen den Gegner, waren völlig chancenlos und hätten noch deutlich höher verlieren können. Vor zwei Wochen gingen wir gegen denselben Gegner (weitgehend gleiche Spieler) verdient 2:0 in Führung, haben sie völlig im Griff, Chancen für vier weitere Tore und verlieren am Ende eben unglücklich noch 3:4. Aber dann muss ja im Training in diesem Zeitraum einiges zumindest nicht völlig falsch gelaufen sein.


    Wir trainieren mittlerweile viel in One-Touch-Situationen, sprich Überzahl-Spiele mit entsprechender Kontaktvorgabe (und oft auch zusätzlich provoziertem Spiel über den Dritten), aber auch im Spiel auf Tore immer wieder mit One Touch-Zonen und/oder One Touch-Spielern. Das überträgt sich auch zunehmend in die Spiele, der Ball läuft gerade im Mittelfeld deutlich flüssiger als noch zu Saisonbeginn.


    Taktisch haben wir auch einiges geändert, spielen offensiv im 4-1-4-1 mit im Aufbauspiel einrückenden Außenverteidigern. Verstärkt und provoziert dann allein durch die Raumaufteilung schon ein direktes Passspiel durch's Zentrum, Steil-Klatsch-Kombinationen und passende Verlagerungen auf die freien Außenspieler. Generell spielen wir immerhin schon etwas geduldiger und cleverer in der Entscheidungsfindung, aber mir sind nach wie vor noch zu viele überhastete 50:50-Pässe in die Tiefe dabei, die unserer Viererkette dann mitunter postwendend um die Ohren gehauen werden.


    Defensiv haben wir zwei Pressingvarianten einstudiert, wobei ich momentan ein 4-4-2 mit Raute favorisiere. Grob skizziert: Die Außenspieler aus dem 4-1-4-1 werden defensiv die Doppelspitze (stehen aber extrem breit zwischen IV und AV), der eigentliche Stürmer fällt in den Zehnerraum zurück. Folge: Der Gegner spielt die Bälle munter ins Mittelfeldzentrum, wo wir individuell überragend besetzt sind (im Pressing vor allem in Bezug auf Zweikampf- bzw. Doppelverhalten und die Laufstärke, aber dann auch mit guter technischer Qualität für die Umschaltaktion) und viele Ballgewinne provozieren können.

    Der Verein möchte unbedingt mit mir weitermachen, ist sehr zufrieden, hat mir sogar ligaunabhängig die Übernahme der A-Jugend angeboten. Ist für mich aber aus den beschriebenen charakterlichen Gründen keine Alternative. Und wäre dadurch wohl vor allem auch für den Verein keine erfolgsversprechende Konstellation. In der B-Jugend werde ich gerne weitermachen, wenn meine Kaderwünsche (Stichwort: die zwei übrigen 2003er, Bemühen um die Neuzugänge, s. anderen Thread) entsprechend mitgetragen werden. Da mache ich mir aber eigentlich keine Gedanken.


    In der Rückrunde werde ich die 2003er und 2004er noch verstärkter bevorzugen (müssen), macht den Übergang nächste Saison auch einfacher. Die 2002er bleiben wohl oft zu Hause, weil sie (mit zwei, drei Ausnahmen) selten trainieren, unkonzentriert trainieren und/oder öfters unentschuldigt fehlen. Also eigentlich nichts Neues, aber durch die neuen, lernwilligen, disziplinierten 2004er wird das Ganze ganz gut aufgefangen. Von der Qualität her sind sie den 2002ern sowieso schon fast durch die Bank weg überlegen (nicht nur technisch, sondern übrigens auch athletisch/konditionell). Und spätestens dann sollten die 2002er mal über die Gründe nachdenken, aber das ist ja ab Sommer sowieso nicht mehr mein Problem.

    Ansonsten zum Training: Momentan macht es echt Bock, weil die 2004er eben Lust haben, sich zu zeigen. Ich denke, dass das nächste Saison auch der Dauerzustand wird und wir entsprechende Fortschritte sehen werden. Ansonsten werde ich gleich zu Beginn schneller durchgreifen und - wenn leider nötig - aussortieren, weil ich es mir vom Standing im Verein, denke ich, erlauben kann (bin eben nicht mehr der unerfahrene, unbekannte Neue8o) und ich keine Lust habe, die lernwilligen Jungs wegen Unkonzentriertheiten nicht 100% optimal ausbilden zu können. Aber ich wüsste momentan auch niemanden, der von den verbleibenden 2003ern und den 2004ern in irgendeiner Form ausscheren sollte. Da müssten die Jungs charakterlich schon 'ne 180°-Drehung in negativer Sicht machen...


    Fortsetzung folgt...

    Aber schaue dich auch nach einem "Plan B" um, falls die gewünschte Lösung mit dem Leistungsverein nicht klappt

    Naja, was soll Plan B sein? Ich habe ja auch ohne diese Spieler einen voraussichtlichen Kader von ca. 17 Spielern, die weitgehend gut kicken können und charakterlich auch gut sind. Da hätte ich überhaupt keine Bedenken, ohne Neuzugänge in die nächste Saison zu gehen. Warum wir als Kreisligist per se uninteressant sein sollen, weiß ich auch nicht. Momentan scheint die C-Jugend-Kreisklasse für die C3-Spieler ja auch interessant genug zu sein...


    Ob wir die erste Anlaufstelle sind, weiß ich nicht. Gibt aber nun mal nur den einen Weg, das rauszufinden.

    Danke für euren Meinungen, die ja auch recht eindeutig die Tendenz zur Kontakt-Aufnahme über die Jugendleitung zeigen. War auch mein favorisiertes Vorgehen und hat sich nochmal bestätigt. Ich werde dann also mit dem Anliegen nochmal zu unserer Jugendleitung gehen und auf dieser Ebene um kurze Kontaktaufnahme bitten. Dann schauen wir mal, was dabei herauskommt.

    Hi zusammen,


    kurze Frage zu eurer Vorgehensweise: Wie gestaltet ihr im Jugendbereich die Kontaktaufnahme zu potentiellen Neuzugängen?


    Mir (U17-Kreisliga-Trainer) geht es aktuell um einige 2004er-Jungs eines benachbarten Leistungsvereins. Diese Kandidaten spielen als Altjahrgang aktuell in der C-Jugend-Bezirksliga (C2) und C-Jugend-Kreisklasse (C3). In der B-Jugend ist ihr aktueller Verein nur mit einem Regionalligisten und einem Landesligisten vertreten. Meine persönliche Schlussfolgerung: Die 2004er, um die es mir geht, sind nächste Saison (mindestens zum Teil, eventuell kollektiv) "übrig", weil sie es nicht (alle) in den U17-Leistungsbereich schaffen dürften. Die Anzahl der "übrigen Spieler" (ich habe acht gezählt, kenne aber nur die C2) reicht wohl nicht, um eine dritte B-Jugend in der Kreisliga zu melden. Das würde ich zumindest gerne erstmal so zu Grunde legen, dass die Jungs im eigenen Verein keine Spielmöglichkeit auf ihrem Niveau haben werden.


    Wie wäre nun euer ideales Vorgehen zur Kontaktaufnahme?


    Mir geht es einmal darum, den entsprechenden Spielern dieses Vereins mit einem Wechsel zu uns eine sportliche Perspektive zu bieten. Zum anderen möchte ich natürlich auch unsere Mannschaft so verstärken, dass die bereits vorhandenen, sehr talentierten 2004er vielleicht im zweiten B-Jugend-Jahr bei uns Bezirksliga-Erfahrung sammeln können.


    Nur jetzt bin ich bzgl. der Kontaktaufnahme unschlüssig. Ich habe die Jungs zwar in Social Medias gesehen, aber 'ne Facebook-Nachricht kann ja kaum der ideale Weg sein und fände ich persönlich bei Jugendlichen auch moralisch grenzwertig. Ist also eigentlich keine Option. Kontakt zwischen meinen Spielern und den potentiellen Neuzugängen besteht kein einziger.


    Macht es Sinn, sich über unsere Jugendleitung beim anderen Verein bzgl. der Spieler zu melden? Wenn ja, wie sollte das aussehen? Dort weiß ich halt nicht, wie viel Gesprächsbereitschaft man überhaupt erwarten kann, wenn man plötzlich mehrere Spieler abwerben will bzw. vielmehr bei "Übrig-sein" gerne aufnehmen würde.


    Die Spieler hätten bei uns auf jeden Fall sehr gute Bedingungen durch Kunstrasen, top Räumlichkeiten, einen charakterlich und fußballerisch guten Kader, mich als B-Lizenz-Trainer und viele weitere C-Lizenz-Inhaber in den anderen Teams, mindestens ein Team pro Jahrgang und aktuell eine A-Jugend auf Bezirksliga-Niveau. Da brauchen wir uns also im Grunde nicht verstecken und könnten die Jungs - trotz niedrigerem Liganiveau - aus meiner Sicht gut fördern.


    Wäre euch für Vorschläge oder Erfahrungen jeglicher Art sehr dankbar!

    Hi!


    Ich antworte mal für den NFV (Barsinghausen):

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    1. Man bekommt ein paar Tage vorher das Thema der Lehrprobe per Mail zugesandt

    Die Themen der Lehrproben (technisch UND taktisch) gab es bereits am Ende der dritten Woche (Profil-Woche). Da ist der NFV aber wohl deutschlandweit die Ausnahme.

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    2. Prüfung beginnt mit der Klausur

    Stimmt. Die Klausur fand aber bereits am Ende der dritten Woche statt. Nicht direkt im Prüfungsblock. Wer die Klausur nicht bestanden hätte, hätte sie wohl im Prüfungsblock wiederholen müssen.

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    3. Lehrprobe: Man erarbeitet zu seinem Training ein Training aus ( Hinführung, Hautteil1, Hauptteil 2), wovon man dann Hauptteil 2 als praktischen Teil vorträgt

    Man arbeitet insgesamt zwei Trainingseinheiten aus. Eine für die taktische und eine für die technische Lehrprobe. In welchem Teil des Trainings du die Lehrprobe integrierst, war bei uns nicht wichtig. Aber klar, das Taktische sind letztlich alles Themen, die in den Hauptteil passen. Den technischen Teil könnte man teilweise bestimmt auch als Aufwärmen durchführen.

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    4. Theorie: Man bekommt Spielszenen vorgestellt und muss dazu Fragen beantworten und an der Taktiktafel erklären.

    Uns wurden letztlich Fragen gestellt, die auch in der Klausur hätten drankommen können (Konditionsfaktoren, wann trainiere ich was, Superkompensation, whatever), danach ging es an die Taktiktafel mit der Aufgabe, darzustellen, wie ich gegen das 4-4-2 des Prüfers spielen würde. In diesem Rahmen wurden auch mehrere Situationen durchgespielt. Wie soll der ST anlaufen, wie weit verschieben; was passiert, wenn ...

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    5. Abschlußspiel wo die eigene Spielstärke bewertet wird

    Die Noten für das Eigenkönnen wurden ja während der drei Ausbildungswochen und zwei Lehrgangsspielen schon gesammelt. Im Prüfungsblock ging das Spiel vielleicht 'ne Viertelstunde, ohne dass es größeren Einfluss auf die Note gehabt hätte - so zumindest die Aussagen der Ausbilder/Prüfer. Das Spiel ist halt im Prüfungsblock einfach vorgegeben.


    Stand: August 20188o

    Als Co-Trainer würde ich Dir raten immer jemand Jüngers zu suchen.

    Handhabe ich genau so, macht die Suche als 23-Jähriger U17-Trainer aber eben etwas komplizierter.^^ Aber klar: Ich denke auch, dass jemand, der jahrzehntelang Trainer ist, nicht ohne Weiteres Co-Trainer von einem "Anfänger" wird. Zumindest, und da spanne ich mal den Bogen zum Threadthema, nicht ohne Konflikte.


    Deswegen habe ich mir letztes Jahr die Mühe gemacht und auf zwei WORD-Seiten recht genau meine und die Aufgaben/Rechte des potentiellen Co-Trainers notiert. Nicht weil es bereits Konflikte gab, sondern vorbeugend.


    Das Ganze gliedert sich in die Punkte "allgemeine Infos" (z.B. Trainingszeiten, Finanzielles, Vertragslänge, ...), "Aufgaben/Rechte außerhalb des Platzes (z.B. Spielergespräche, Suchen von Testspielgegnern, Gegnersichtungen, ...), "Aufgaben/Rechte während des Trainingsbetriebs (z.B. Gruppentraining, Stabilisation, ...) und "Aufgaben/Rechte am Spieltag" (z.B. Übernehmen von Ansprachen, Aufwärmen, Coaching, taktische Umstellungen, ...).


    Das Ganze sind wie gesagt zwei Word-Seiten, die ich mir auch vom Co-Trainer brav unterschreiben lasse. Bislang habe ich mit meinen Co-Trainern keine Probleme gehabt, zumal sie bislang auch immer aus meinem Freundes- oder Bekanntenkreis kamen. Wenn es doch mal zu unlösbaren, wiederholten Problemen kommen sollte, muss der Co eben gehen. Wenn's im Trainerteam nicht passt, hast du aus meiner Sicht langfristig keine Chance, vernünftig zu arbeiten.

    Ich habe derzeit das Problem, dass ich mich die ganze Zeit hinterfrage ob ich alles richtig mache.

    Besser geht's doch nicht!


    123J schrieb:

    Meine Spieler und dessen Eltern sind hoch zufrieden mit mir, aber irgendwie bin ich unzufrieden.


    Unzufriedenheit finde ich an sich gar nicht verkehrt. Vorausgesetzt es bedeutet, dass du dich weiterbildest, um eben deinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Das tun viele eben nicht, denen hast du in Bezug auf die Einstellung und Selbstreflexion dann schon was voraus.


    Das Hinterfragen solltest du unbedingt beibehalten. Nicht um an dir zu zweifeln, sondern um NOCH besser zu werden.

    Bereitest du deine Einheiten schriftlich vor und nimmst den Zettel mit auf den Platz? Ich bereite alle Einheiten auf dem PC via WORD vor, drucke den Zettel aus und nehme ihn mit auf den Platz. Und wenn nötig (selten, aber passiert z.B. bei vielen Variationen/Passfolgen/Laufwegen/Teameinteilungen, die ich mir nicht merken kann/will), schaue ich auch während des Trainings drauf. Den Spielern ist es egal. Ich mache meinen Job, sie machen ihren. Sie müssen mir die Zettel-Wirtschaft nur manchmal hinterhertragen, weil ich die beim Rumlaufen/Coachen/Vormachen gerne mal verliere.:D

    Auch ich (23 Jahre, B-Lizenz, U17-Kreisliga) bin vor einigen Einheiten noch unsicher. Vor allem wenn neue und/oder coaching-intensive Übungs- oder Spielformen auf dem Plan stehen. Da ist es wichtig, immer auch einen Plan B im Kopf zu haben (am besten eine schwerere Variante und eine leichtere) und improvisieren zu können - sowohl was Organisation als auch das Coaching anbetrifft.


    Grundsätzlich: Du bist der Chef, du gehst mit einem klaren Ziel in jede Einheit und stellst sicher, dass deine Jungs das umsetzen. Such dir deine Übungen nicht als Beschäftigungs-Therapie raus, sondern habe immer auch deine Schwerpunkte/Coachingpunkte im Kopf, die du durch die Übung vermitteln willst. Bzgl. der Schwerpunkt-Findung halte ich mich jetzt mal weitgehend raus, weil die D-Jugend generell nicht meine Baustelle ist. Aber klar, coache deine Jungs immer wieder in den technischen Bereichen und individual- und gruppentaktisch.


    Was mir für den Kopf geholfen hat, war ein Co-Trainer. Meine Co-Trainer suche ich mir grundsätzlich selbst aus, bislang kamen alle drei Co-Trainer aus meinem Freundeskreis, als Nächstes wohl ein befreundeter Fitness-Trainer. Wenn du eine vertraute Unterstützung hast, die dir Sachen abnimmt (Organisatorisch, aber vor allem auch auf dem Platz, z.B. das Stabilisationsprogramm oder eine Kleingruppe) und die dir den Rücken stärkt, ist das schon mal viel wert. Was ich in der Hinrunde bei einigen Konflikten festgestellt habe: Es hilft ungemein (!), wenn du deinen Frust mit einem Co-Trainer besprechen und gemeinsam lösen kannst. Ich musste die Hinrunde alleine bewerkstelligen und war echt froh, als endlich Winterpause war.


    Bzgl. der Trainingsleitung musst du deinen eigenen Weg finden, und der ist immer auch von deinen Spielern abhängig. In meiner U17 gibt's Jungs, die teilweise auch von der Schule und von vorigen Trainern suspendiert wurden. Da musst du mitunter andere Wege finden als bei den ohnehin Disziplinierteren. Böse gucken reicht da in der Regel nicht. Aber ich möchte auf diese Erziehungs-Schiene auch nicht allzu detailliert eingehen. Wenn du da konkrete Probleme hättest, hättest du die im Eingangspost ja bestimmt erwähnt.


    Spontan noch zur Trainingsnachbereitung: Hast du deine Coachingpunkte anbringen können? Daran anknüpfend: Hast du deine Trainingsziele erreicht? War die Organisation (Aufbau, Erklärung, Durchführung, Regeln, ...) gut? Gibt's Optimierungsbedarf? Waren einzelne Spieler lustlos oder unruhig? Warum? Wie kann ich die Jungs besser motivieren (emotionalere Sprache, Regeln, Wettbewerbsformen, ...)? War die Intensität hoch genug? Zu gering? Wie kann ich die gewünschte Intensität (höher/niedriger) nächstes Mal erreichen?


    Ich glaube, damit habe ich alle Punkte erstmal abgearbeitet bzw. angerissen. Vielleicht hilft dir ja irgendwas weiter!8)

    Weiß eigentlich jemand, ob es in anderen Ballsportarten so wie beim Fussball ebenfalls zu einem signifikanten Drop Out im C//B Jugendalter kommt, oder ist dies Fussball bzw DFB spezifisch?

    Ich habe auf die Schnelle hier (http://ul.qucosa.de/api/qucosa%3A11640/attachment/ATT-0/) eine Untersuchung zu der Thematik gefunden. Es geht speziell um den Leistungssport, genauer um verschiedene Individual- und Mannschafts-Sportarten.


    Gerade die Seiten 55 und 56 zeigen anhand von Tabellen, dass der Dropout eben schon gehäuft auftritt, aber im Vergleich zu den anderen Sportarten eben nicht auffällig oft im Fußball.


    So liest es sich zumindest auf den ersten Blick. Wenn ich da was falsch interpretiere, schiebe ich es an dieser Stelle auf die Uhrzeit. Sind einfach sehr viele Zahlen in den Tabellen.^^8)


    Aber grundsätzlich: Logisch betrachtet MUSS das Problem ja auch in anderen Sportarten bestehen. Leistungsabfall (im Vergleich zu Mitspielern), Schulstress, andere Interessen, Freundin o.ä. sind ja kein reines Problem von Fußballern.

    So, es wird mal wieder Zeit für eine Zwischenmeldung. Um es nicht "Frust ablassen" zu nennen...


    Ich bin von einigen im Kader mittlerweile so genervt, das ist unglaublich. Witzigerweise sind das fast ausschließlich die 2002er, die schon letzte Saison zusammen in einem Team gespielt haben. Der Rest aus dem anderen Verein ist weitgehend harmlos, wissbegierig und mit vollem Einsatz dabei. Zu denen habe ich auch echt ein teilweise überragendes Verhältnis.


    Aber wie sich einige 2002er benehmen, geht mir so auf den Geist, sorry. Wir beschäftigten uns in den letzten Einheiten und auch heute mit Ballsicherung und damit verbunden ÜZ/UZ-Spielformen mit Felderwechsel (7-gegen-3, nach Ballgewinn Pass zu den wartenden vier Spielern im anderen Feld und dort dann neues 7-gegen-3 mit getauschten Rollen). Bei jedem Ballverlust und Ausball wird versucht, mit mir über meine Entscheidung zu diskutieren. Da wird sich aufgeregt und gegenseitig schön hochgeschaukelt, wie unfair doch alles sei.


    Einer meiner Langzeit-Pflegefälle war heute auch wieder in Bestform. Das angesprochene Diskutieren ging hauptsächlich von ihm aus. Dann packt er nach Ballgewinn einen Rabona-Versuch aus, um das Feld zu wechseln. Klappt nicht, der Ball geht irgendwo in die Botanik. Ich spiele den Ball zurück zu dem Team, wo der Ball herkam. Gemeckere ist groß, von mir gibt's 'nen entsprechenden lauteren Konter, dass er die Sche.iße lassen soll und den Ball wie jeder andere auch mit der Innenseite spielen soll. In der direkt darauf folgenden Spielform auf Tore genau das gleiche, er spielt mit seinem Rabona-Versuch aus 'nem Meter am freien Passtor vorbei. Da fass' ich mir doch an den Kopf...

    Letzte Woche hat er dann einen Mitspieler (letztjährig - natürlich - noch keine Teamkollegen) bedroht von wegen "mach so weiter, dann klatscht es".


    Folge: Ich habe heute nach dem Training nochmal mit dem Pflegefall gesprochen und gesagt, dass er eben meinetwegen die ganze Rückrunde zugucken kann, wenn er so weitermacht. Wird zwar natürlich keine Verhaltensänderung herbeiführen (Wetten nehme ich gerne an), aber versuchen muss man's ja ...


    Ich bin auch mittlerweile schon so weit, dass ich die Pflegefälle (vielleicht fünf an der Zahl) beim Coachen komplett außen vor lasse. Weil ohnehin nichts angenommen wird oder zugehört wird. Wenn wir in Gruppen trainieren, tun sie sich in der Regel sowieso so zusammen, dass die beiden Teams aus der letzten Saison (wurden ja zu dieser Saison zusammengeführt) unter sich bleiben. Das eine Team kann ich dann coachen, das andere macht dann eben irgendwas, was vielleicht annähernd mit der Aufgabe zutun hat. War zumindest Montag okay, heute habe ich da gar nicht mehr drauf geachtet.


    Das Zuhören ist der nächste Punkt. Ich erkläre vorhin: "Wir gehen in die Spielform, die wir von Montag noch kennen. An sich freies Spiel über die gesamte Platzhälfte auf ein Großtor und die drei Minitore. In der Mitte haben wir wieder eine Zone aufgebaut, in der bitte nur One Touch gespielt wird. Die Zone geht diesmal über die gesamte Breite. Damit es einfacher wird, haben wir noch drei Neutrale, die bitte erstmal nur in der Zone spielen und zusätzliche Anspieloptionen bieten."


    So weit, so gut. Nach zwei Minuten der erste Pflegefall (sorry...) zu 'nem Mitspieler: "Digga, was soll ich überhaupt machen? Ich war Montag doch gar nicht da!"


    Für mich unbegreiflich. Immerhin sahen die One-Touch-Kombinationen heute schon besser aus als Montag. Es lief flüssiger, schneller und präziser. Man muss ja immer auch das Positive sehen...


    Generell ist das Team auch recht schwierig, was die Erwartungen an ein aus ihrer Sicht "gutes" Training angeht, denke ich. Die 2002er meinen, wir würden nicht hart genug trainieren. Das Training bei meinem Vorgänger (Jugendleiter, es trainierten U17 und U19 gemeinsam) sei körperlich anspruchsvoller gewesen. Kann sein, dass es am individuellen Spieltempo liegt - schließlich spielen die 2002er nun teilweise mit 2004ern und nicht mehr 1999ern. Mein Standpunkt ist ganz klar "gutes Training muss nicht immer anstrengend sein". Zumal wir auch so viele Tore noch in der Schlussphase gemacht haben. In der Nachspielzeit aus 0:2 per Doppelschlag noch ein 2:2 gemacht. Ginge ja fast nicht, wenn wir nicht fit wären.


    Ich habe auch den Eindruck, dass angesprochener Jugendleiter recht viel im konditionellen Bereich arbeitet. Der Erfolg gibt ihm recht, aber ich lege eben größeren Wert auf technisch-taktische Qualität. Und die, die gut mitziehen, machen da aus meiner Sicht auch gute Fortschritte. Konditionellen Feinschliff können sie sich in den späteren Jahren schneller holen als technischen Feinschliff.


    Die ehemaligen C-Jugend-Spieler hingegen kommen - gegenteilig zu den 2002ern - nach dem Vorbereitungs-Auftakt (und teilweise auch unter der Saison) zu mir und sagen völlig platt: "Ich hab' jetzt 'ne Woche Muskelkater, bisher haben wir so nicht trainiert." Erstes Training. Da ging es nur um 20 Minuten Grundlagen-Ausdauer mit Ball.


    Und daraus soll jetzt eine vernünftige Einheit werden, die zusammenhält und an einem Strang zieht. Ja wie denn...?!


    Was lernen wir daraus für die unmittelbare Zukunft: Solche Kadergrößen (27 aktuell) im Breitensport-Bereich tue ich mir definitiv nicht mehr an. Zur neuen Saison möchte ich mir die hochkommenden U15-Jungs unbedingt vorher anschauen und dann entscheiden, welche 19-20 Jungs ich unterm Strich haben möchte. Setzt natürlich voraus, dass wir ein entsprechendes Konzept haben, was auch die Leistungs-Schiene bedient. Momentan ist da noch nichts Halbes und nichts Ganzes vorhanden.

    Offiziell haben wir im Verein momentan wieder 27 Jungs, die nächstes Jahr U17 (2003 und 2004) spielen würden. Die Jugendleitung spielt sogar mit dem Gedanken, die restliche U19 aufzulösen (momentan hauptsächlich älterer Jahrgang, der übrigens auf dem Weg Richtung Bezirksliga ist) und die verbleibenden U19-Spieler auch noch in die U17 zu stecken, damit die außer Konkurrenz 'ne Spielmöglichkeit haben und wenigstens im Verein bleiben. Ja Hallelujah. Geschätzt 35 Spieler ohne Punktewertung. Und für zwei Teams (so die aktuelle Erfahrung mit meiner U17) wären 35 zu wenig.

    Und die talentierten, ambitionierten Jungs würde man in der Konsequenz wieder vergraulen. Dieser Weg wäre dann definitiv ohne mich, aber ich denke, so weit wird's auch nicht kommen.


    Mal schauen, wie es weitergeht. Ich bin jetzt erstmal gefrustet und freue mich schon sehr auf die Gespräche bzgl. der neuen Saison und darauf, wie die Jugendleitung sich alles weitere vorstellt. Frust pur, weil der Verein auf vielen Ebenen eigentlich so geile Möglichkeiten bietet und auch viele Jungs charakterlich top sind. Aber man muss diese Möglichkeiten eben auch konsequent nutzen und ausbauen...


    Fortsetzung folgt, Meinungen (Mut machen, Kritik, Tipps, Lösungsmöglichkeiten, whatever) sind wie immer gerne gesehen ...


    Dreierkette? Welche Formation willst Du spielen? Was genau soll trainiert werden?

    Habt Ihr den Ball? Verliert Ihr den Ball gerade? Gewinnt Ihr den Ball gerade (und wo)? Verteidigt Ihr? Was ist die Situation die Du trainieren willst?

    So wie ich das Buch in Erinnerung habe (habe einige Ausschnitte gesehen), geht es um die Offensive, sprich den Spielaufbau.


    Ganz simpel ausgedrückt: Stell deine Spieler in der Spielform so hin, wie du sie auch im Spiel haben willst (Bsp: Dreierkette mit Vierermittelfeld gegen gegn. 2 ST und Vierermittelfeld). Stell die Minitore/Dribbeltore so hin, dass sie das gewünschte Verhalten am sinnvollsten provozieren (Bsp: du willst Angriffe über außen --> Tore außen platzieren)

    Ich bin über die aktuelle Entwicklung meiner 2004er begeistert! Ich trainiere eine U17 (Jahrgang 2002 und 2003) und die drei 2004er halten echt super mit, sind sowieso alle drei absolute Stammspieler. Aber was gerade der eine der 2004er in dieser Woche im Training gezeigt hat, war überragend. Wir trainieren gerade Angriffe über die Flügel. Da wird sich selbstbewusst der Ball außen vorbei gelegt, das Laufduell gewonnen und eine saubere Flanke reingebracht. Da wird in einer Spielform mit zwei Außenzonen sehr oft sinnvoll zwischen Hinterlaufen und Absichern entschieden. Da wird ein Verteidiger getunnelt und anschließend nicht gefeiert (machen z.B. einige der 2002er gerne mal...), sondern der mitlaufende Mitspieler noch super freigespielt.


    In der Hinrunde hat der Junge oft halblinks in einer Fünferkette gespielt, in der Rückrunde plane ich ihn als Linksverteidiger in einem 4-1-4-1 ein. Da freue ich mich schon auf seine nächsten Einsätze. In den nächsten Wochen kümmern wir uns nochmal speziell um unser Abwehrverhalten und ich hoffe, dass er da auch defensiv nochmal einen Schritt nach vorne macht. Da sehe ich gerade individual-taktisch noch Luft nach oben. Unterm Strich technisch-taktisch und vom Charakter her aber vielleicht einer der talentiertesten Jungs, mit denen ich bislang zusammenarbeiten durfte. :)